{"id":12830,"date":"2012-04-12T08:56:12","date_gmt":"2012-04-12T06:56:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12830"},"modified":"2015-02-08T11:46:09","modified_gmt":"2015-02-08T10:46:09","slug":"bundesagentur-fur-arbeit-rekord-bei-hartz-iv-sanktionen-gegen-arbeitsunwillige","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12830","title":{"rendered":"Bundesagentur f\u00fcr Arbeit: \u201eRekord bei Hartz-IV-Sanktionen gegen Arbeitsunwillige\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Wenn man in die Google-Suchfunktion diese &Uuml;berschrift eingibt finden sich &uuml;ber 2.000 Eintr&auml;ge, die &uuml;ber diesen &bdquo;Rekord&ldquo; berichten. Dass diese Meldung der Bundesagentur f&uuml;r die Bild-Zeitung die &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/sozialhilfeempfaenger\/noch-nie-wurde-so-viel-geschmuggelt-und-getrickst-23568570.bild.html\">Hartz-IV-Sauerei<\/a>&ldquo; ist und fast die gesamte Seite zwei f&uuml;llt geh&ouml;rt bei diesem Hetzblatt gegen Arbeitslose inzwischen zur traurigen Normalit&auml;t, dass aber auch als seri&ouml;s geltende Zeitungen <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/hartz-iv-empfaenger-sanktioniert-11714801.html\">wie die FAZ<\/a> oder die immer noch als &bdquo;links-liberal&ldquo; geltende Frankfurter Rundschau solche Schlagzeilen kritiklos &uuml;bernehmen, ist ein klassisches Beispiel f&uuml;r die freiwillige &bdquo;Gleichschaltung&ldquo; unserer Medienlandschaft. Rund 36 Milliarden hat der Bund 2010 f&uuml;r <a href=\"http:\/\/biaj.de\/images\/stories\/pdf\/101216_sgb2-ausgaben-102010.pdf\">Hartz IV bereitstellen m&uuml;ssen [PDF &ndash; 132 KB]<\/a>, mit 100 Milliarden j&auml;hrlich so sch&auml;tzte der ehemalige Bundesfinanzminister Steinbr&uuml;ck werde der deutsche Staat j&auml;hrlich durch <a href=\"http:\/\/www.abendblatt.de\/politik\/deutschland\/article1005404\/Steinbrueck-verteidigt-Gesetz-gegen-Steuerflucht.html\">Steuerhinterziehung betrogen<\/a>. Doch die Legalisierung des Steuerbetrugs durch das <a href=\"\/?p=12806\">Abkommen mit der Schweiz<\/a> wird nat&uuml;rlich durch die Rekordmeldungen &uuml;ber Sanktionen gegen Hartz IV-Empf&auml;nger an den Rand gedr&auml;ngt. Ein Schelm, wer B&ouml;ses dabei denkt. Unser Leser G.K. hat die Berichterstattung und die Kritik gesammelt. <strong>Wolfgang Lieb<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nSkandalmeldungen &uuml;ber die steigende Zahl von angeblichen Hartz IV-&bdquo;Betr&uuml;gern&ldquo; erscheinen <a href=\"\/?p=9190\">in sch&ouml;ner Regelm&auml;&szlig;igkeit<\/a>. Auch diesmal wird der Eindruck erweckt, dass jeder F&uuml;nfte der rund 5 Millionen von Hartz IV Betroffenen sanktioniert werden m&uuml;sse, weil sie die gesetzlichen Auflagen nicht erf&uuml;llen. Das Bremer Institut f&uuml;r Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe hatte f&uuml;r die Jahre 2007 bis 2010 eine <a href=\"\/upload\/pdf\/110426_Luege_Hartz_IV.pdf\">Statistik der Sanktionen aufgestellt [PDF &ndash; 171 KB]<\/a>. Das Institut hat f&uuml;r die 800.000 Sanktions-F&auml;lle im Jahre 2010 nachgewiesen, dass es sich dabei um eine Bewegungsstatistik, n&auml;mlich um wie viele neue F&auml;lle unabh&auml;ngig von der Mehrfachz&auml;hlung oder der Bestandskraft einer Sanktion es sich handelt und keineswegs um eine Quote geht. Die Sanktionsquote hatte sich  bei den letzten &bdquo;Rekord&ldquo;-Meldungen von 2,5 auf 2,8 Prozent erh&ouml;ht. Selbst Ministerin von der Leyen hat im letzten Jahr die Hartz IV-Empf&auml;nger in Schutz genommen: &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article13221528\/Von-der-Leyen-nimmt-Hartz-IV-Empfaenger-in-Schutz.html\">96 Prozent verhalten sich korrekt<\/a>&ldquo;.<\/p><p>Man kann vielleicht von unseren Journalisten nicht verlangen, dass sie Statistiken lesen und interpretieren k&ouml;nnen, aber wenigstens sollten sie sich erinnern, was vor einem Jahr in ihren eigenen Zeitungen &uuml;ber die Klarstellung zu den &bdquo;Rekordwerten&ldquo; zu lesen war.<br>\nAber wenn dem Journalismus die Sach- und Fachkenntnis fehlt und wenn noch Ged&auml;chtnisverlust dazu kommt, dann verkommt die Profession zu reinem Verlautbarungs-Journalismus. Das hei&szlig;t man nimmt jede Presseerkl&auml;rung einer Institution &ndash; wie hier der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit &ndash; auf und erkl&auml;rt sie zur Tatsachenmeldung mit Schlagzeilenwert. Und weil ja die Diskriminierung von Hartz IV-Empf&auml;ngern inzwischen zum Allgemeingut geworden ist, kann man sich auch an deren Herabsetzung und Erniedrigung gefahrlos weiter beteiligen.<\/p><p>Es ist nur eines der Beispiele daf&uuml;r, wie die Empathie f&uuml;r die sozial Benachteiligten in unserer Gesellschaft immer mehr verloren geht.<\/p><p><strong>Es folgen die Hinweise und die  Anmerkungen unseres Lesers G.K.:<\/strong><\/p><p><em><strong>&bdquo;Rekord bei Hartz-IV-Sanktionen gegen Arbeitsunwillige&rdquo;<\/strong><\/em><\/p><p><em>Langzeitarbeitslose, die Hartz IV beziehen, m&uuml;ssen sich um einen neuen Job bem&uuml;hen. Wer arbeitsunwillig ist oder Einkommen verschweigt, bekommt Leistungen gestrichen. Im vergangenen Jahr traf das fast eine Million Menschen, so die Bild-Zeitung. Ein Rekord. (&hellip;)<\/em><br>\n<em>Die meisten Strafen (582.253) seien verh&auml;ngt worden, weil die Hartz-Empf&auml;nger Meldefristen nicht eingehalten h&auml;tten, also zum Beispiel trotz Einladung nicht beim Jobcenter erschienen, berichtet die Bild-Zeitung. In 147.435 F&auml;llen gab es Strafen, weil die Arbeitslosen gegen Pflichten der Eingliederungsvereinbarung verstie&szlig;en. 138.312-mal wurden Strafen verh&auml;ngt, weil die Betroffenen die Aufnahme oder Fortf&uuml;hrung einer Arbeit, Ausbildung oder Weiterbildungsma&szlig;nahme verweigerten.&ldquo;<\/em><br>\n<em>So lautet die <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/arbeit---soziales\/bundesagentur-fuer-arbeit-rekord-bei-hartz-iv-sanktionen-gegen-arbeitsunwillige,1473632,14793734.html#commentsRoot\">Meldung in der Frankfurter Rundschau<\/a><\/em><\/p><p><em>Die von der FR gew&auml;hlte Artikel&uuml;berschrift entspricht dem Niveau von propagandistisch aufgemachten <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/sozialhilfeempfaenger\/noch-nie-wurde-so-viel-geschmuggelt-und-getrickst-23568570.bild.html\">Artikeln der Bildzeitung<\/a>. Denn selbst die in dem FR-Beitrag genannten Daten der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit weisen f&uuml;r den Sachverhalt &ldquo;<strong>Verweigerung der Aufnahme oder Fortf&uuml;hrung einer Arbeit, Ausbildung oder Weiterbildungsma&szlig;nahme<\/strong>&rdquo; (also f&uuml;r die angeblich &bdquo;Arbeitsunwilligen&ldquo;) einen prozentualen Anteil an der Gesamtzahl der verh&auml;ngten Sanktionen (912.377 F&auml;lle) von lediglich 15,2% aus.<\/em><\/p><p><strong><em>Die von Lesern der Frankfurter Rundschau geschriebenen Kommentare zu diesem FR-Beitrag sprechen deshalb auch teilweise eine deutliche Sprache:<\/em><\/strong><\/p><blockquote><p><em>&ldquo;Kein Wort dar&uuml;ber, dass etwa 70 % der Sanktionen unrechtm&auml;&szlig;ig waren.<\/em><br>\n<em>Kein Wort dar&uuml;ber, dass sich Sanktionen durch Verh&auml;rtung der Fronten bei den meisten Bestraften anh&auml;ufen. Liest man den Bericht aus N&uuml;rnberg, so sind die betroffenen Personen im Bereich 150.000 anzusiedeln. Alles andere sind demzufolge Mehrfachbestrafungen, was mitunter damit zusammenh&auml;ngt, dass sich Verfahren &uuml;ber Jahre hinziehen und wer am l&auml;ngeren Hebel sitzt&hellip;&rdquo;<\/em><\/p><\/blockquote><blockquote><p><em>&ldquo;Springer-Hetze in der FR, na gro&szlig;artig. Der erwiesene &ldquo;Missbrauch&rdquo; &hellip;<\/em><br>\n<em>summiert sich auf etwa 3% (!) aller Antr&auml;ge. Noch vor einiger Zeit erschien in der SZ ein Artikel, der die extrem niedrige Missbrauchsquote zum Thema hatte. Man kann nat&uuml;rlich auch rei&szlig;erische Einzelf&auml;lle herauspr&auml;parieren und mit absoluten Zahlen Stimmung machen. Klar.<\/em><br>\n<em>Sanktioniert wird bei jeder sich bietenden Gelegenheit, daf&uuml;r muss niemand Termine &ldquo;verpennen&rdquo;. Die Wortwahl in diesem Artikel ist einfach nur auf Springer-Hetzniveau.&rdquo;<\/em><\/p><\/blockquote><blockquote><p><em>&ldquo;Und wieder ein weiterer journalistischer Tiefpunkt der FR, den Bericht von Europas gr&ouml;&szlig;ter Dreckschleuder, der Bild-Zeitung, v&ouml;llig ohne Kommentar zu &uuml;bernehmen. Hartz4, benannt nach einem verurteilten Straft&auml;ter, ist ein Verbrechen. Bemerkt wird das erst, wenn man selbst betroffen ist oder wird. Und das geht in Deutschland recht schnell.<\/em><br>\n<em>Scheidung, Krankheit, ein Konkurs, Arbeitslosigkeit usw. Hartz4 muss Angst erzeugen, denn nur so kann es gelingen, Millionen in billige Zeitarbeit, prek&auml;re Besch&auml;ftigung, Dumping-L&ouml;hne zu pressen und somit Europas &hellip;gr&ouml;&szlig;ten Niedriglohnsektor zu installieren.&rdquo;<\/em><\/p><\/blockquote><p><em><strong>Man muss allerdings der FR zugutehalten, dass von der Redaktion im Nachgang zu obigem Beitrag folgender Kommentar ver&ouml;ffentlicht wurde:<\/strong><\/em><\/p><p><em><strong><a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/kommentar-zu-strafen-der-bundesagentur-fuer-arbeit-sinkende-arbeitslosenzahlen--aber-mehr-sanktionen,1472780,14795546.html%20%20\">Sinkende Arbeitslosenzahlen, aber mehr Sanktionen<\/a><\/strong><\/em><br>\n<em>Seltsam: Die Zahl der Arbeitslosen sinkt &ndash; gleichzeitig sind im vorigen Jahr so viele Hartz-IV-Empf&auml;nger wie noch nie mit Sanktionen bestraft worden. (&hellip;) Die allermeisten Arbeitslosen gehen zum Jobcenter und beantragen staatliche Hilfe, weil sie dies tun m&uuml;ssen. Es ist n&auml;mlich nicht sch&ouml;n, Hartz-IV-Empf&auml;nger zu sein: Die Leute m&uuml;ssen sich st&auml;ndig melden, Bewerbungstrainings absolvieren &ndash; und praktisch jeden Job annehmen, der ihnen angeboten wird. Wer nicht brav das tut, was von ihm verlangt wird, wird bestraft. Wer einmal nicht zum vereinbarten Termin kommt, kriegt zehn Prozent weniger Geld. Wer eine schlecht bezahlte Leiharbeiter-Stelle nicht annimmt, muss noch st&auml;rkere K&uuml;rzungen hinnehmen.<\/em><br>\n<em>Besonders oft und besonders hart werden junge Arbeitslose bis 24 Jahre bestraft. Mehr als elf Prozent dieser Menschen wurden im vorigen Jahr sanktioniert, bei den &auml;lteren waren es &bdquo;nur&ldquo; 4,5 Prozent. Die Strafen f&uuml;r die jungen Menschen sind sch&auml;rfer als f&uuml;r &auml;lter Arbeitslose &ndash; so schreiben es die Hartz-Gesetze vor. Ein Beispiel: Weigert sich ein 24-J&auml;hriger, einen Ein-Euro-Job anzunehmen, wird ihm die Regelleistung komplett gestrichen. Er kann dann Lebensmittelgutscheine beantragen, die muss die Beh&ouml;rde aber nicht genehmigen. Bei einer weiteren &bdquo;Pflichtverletzung&ldquo; werden auch die Wohnkosten nicht mehr &uuml;bernommen.<\/em><br>\n<em>Diese Strafen sind viel zu hart. Sie dr&auml;ngen junge Menschen, irgendeinen Job anzunehmen, zum Beispiel als Leiharbeiter. Und nach ein paar Monaten ist die befristete Stelle zu Ende und die Leute m&uuml;ssen wieder zum Jobcenter gehen. Vermittler berichten noch etwas anderes: Es gibt auch Jugendliche, die wieder klauen oder schnorren gehen, nachdem sie die volle H&auml;rte der Hartz-Gesetze zu sp&uuml;ren bekommen haben. Ein toller Erfolg! (&hellip;) Harte Strafen m&ouml;gen manchem Stammtisch-Bruder gefallen. Eine L&ouml;sung der Arbeitsmarktprobleme sind sie nicht.<\/em><\/p><p><em><strong>Keine Schlagzeilen machte hingegen diese Meldung:<\/strong><\/em><\/p><p><em><strong><a href=\"http:\/\/www.gegen-hartz.de\/nachrichtenueberhartziv\/weniger-hartz-iv-leistungen-dafuer-mehr-sanktionen-900788.php%20\">Weniger Hartz IV Leistungen, daf&uuml;r mehr Sanktionen<\/a><\/strong><\/em><br>\n<em>Noch nie wurden so wenig Hartz IV Zahlungen an Bedarfsgemeinschaften entrichtet und derart viele Sanktionen ausgesprochen. (&hellip;) Im Dezember 2011 registrierte die BA rund 3,3 Millionen Bedarfsgemeinschaften. Im Schnitt wurde pro leistungsberechtigtem Haushalt durchschnittlich 807,29 Euro pro Monat gezahlt. Laut Statistik wurden noch nie so wenig Zahlungen an Bedarfsgemeinschaften entrichtet seit Einf&uuml;hrung von Hartz IV. Im Vorjahreszeitraum (Dezember 2010) lag die Summe trotz niedrigeren Regelleistungen noch bei 839,69 Euro und im Jahre 2006 sogar bei 870,26 Euro je Bedarfsgemeinschaft.<\/em><br>\n<em>In den letzten Jahren ist die Sanktionsquote immer weiter angestiegen. Das liegt nicht etwa daran, dass mehr &bdquo;Vergehen&ldquo; begangen wurden, sondern weil die BA die Jobcenter-Mitarbeiter dazu anh&auml;lt, &bdquo;konsequent durchzugreifen&ldquo;, auch wenn nur Bagatell-Vergehen vorliegen. Es existieren zudem interne Berichte, nachdem sogenannte Sanktionsquoten den Sachbearbeitern vorgeben werden. Jeder Jobcenter-Mitarbeiter ist dazu angehalten, bestimmte Quoten umzusetzen. Diese Quotenvorgaben werden zwar nicht &ouml;ffentlich kommuniziert, werden aber von leitenden Beh&ouml;rdenmitarbeitern best&auml;tigt. So wird im Zweifelsfall immer gegen den Betroffenen entschieden. Schlie&szlig;lich k&ouml;nnen so auch Ausgaben auf Kosten der Leidtragenden gespart werden, wie die gesunkenen Zahlungen an Bedarfsgemeinschaften zeigen.<\/em><br>\n<em>Indirekt gibt das auch ein Sprecher der BA zu. Denn er weist Medienberichte in diesem Zusammenhang zur&uuml;ck, die von &ldquo;mehr Betrugsf&auml;llen&rdquo; plakativ berichten. &bdquo;Die reinen Missbrauchsf&auml;lle und Betrugsf&auml;lle steigen nicht an. Wir haben &uuml;berwiegend Meldevers&auml;umnisse, das h&auml;ngt auch mit der guten konjunkturellen Entwicklung zusammen&ldquo;, sagte der Sprecher. Denn die reinen Missbrauchsf&auml;lle, also in jenen F&auml;llen, wenn Antragsteller trotz einer nicht gemeldeten Jobt&auml;tigkeit Hartz IV-Leistungen bezieht, sind deutlich zur&uuml;ck gegangen. Die BA leitete im vergangenen Jahr rund 177.500 Straf- und Bu&szlig;geldverfahren aufgrund von Betrug beim Arbeitslosengeld II ein. Das sind knapp 22 Prozent weniger als im Jahr zuvor.<\/em><\/p><p><em><strong>Siehe auch:<\/strong><\/em><\/p><p><em><strong>Hartz IV-Missbrauch sinkt: Parit&auml;tischer Wohlfahrtsverband wirft BILD-Zeitung unverantwortliche Stimmungsmache vor<\/strong><\/em><br>\n<em>Als unverantwortliche Stimmungsmache kritisiert der Parit&auml;tische Wohlfahrtsverband die aktuelle Berichterstattung der BILD-Zeitung &uuml;ber vermeintlich zunehmende &bdquo;Trickserein&ldquo; durch Hartz IV-Bezieher. Faktisch seien Missbrauch und Arbeitsverweigerung sogar deutlich zur&uuml;ckgegangen, so der Verband.<\/em><br>\n<em>&bdquo;Hier wird ohne jede empirische Grundlage auf unverantwortliche Art und Weise gegen Millionen Menschen gehetzt und ein Bild der schmarotzenden Massen gesch&uuml;rt, das mit der Realit&auml;t nichts zu tun hat&ldquo;, kritisiert Ulrich Schneider, Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Parit&auml;tischen. Tats&auml;chlich habe es nur einen ganz leichten Anstieg der Sanktionsquote in Hartz IV von 3,1 auf 3,4 Prozent gegeben, der jedoch nichts mit Missbrauch oder Trickserei zu tun habe, sondern &uuml;berwiegend auf Meldevers&auml;umnisse zur&uuml;ckzuf&uuml;hren sei, wie die Statistiken der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit belegen. &bdquo;Hier geht es nicht um mutwilligen Missbrauch, sondern ganz allt&auml;gliche Vers&auml;umnisse wie beispielsweise das Vergessen eines Termins&ldquo;, so Schneider.<\/em><br>\n<em>Der Anteil der Arbeitsverweigerung ist nach Berechnungen des Parit&auml;tischen seit 2007 sogar um 30 Prozent gesunken und hat damit ein Rekordtief erreicht. Lediglich rund 0,5 Prozent aller erwerbsf&auml;higen Leistungsbezieher wurden auf Grund von Arbeitsverweigerung sanktioniert. &bdquo;Die Zahlen belegen die gro&szlig;e Disziplin und Leistungsbereitschaft der Menschen in Hartz IV. Die ganz breite Mehrheit tut alles, um aus ihrer Situation heraus und wieder in Arbeit zu kommen&ldquo;, so Schneider. <\/em><br>\n<em>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.der-paritaetische.de\/pressebereich\/artikel\/news\/hartz-iv-missbrauch-sinkt-paritaetischer-wohlfahrtsverband-wirft-bild-zeitung-unverantwortliche-stim\/\">Parit&auml;tischer Wohlfahrtsverband <\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man in die Google-Suchfunktion diese &Uuml;berschrift eingibt finden sich &uuml;ber 2.000 Eintr&auml;ge, die &uuml;ber diesen &bdquo;Rekord&ldquo; berichten. 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