{"id":128360,"date":"2025-02-08T13:00:27","date_gmt":"2025-02-08T12:00:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=128360"},"modified":"2025-02-07T10:56:21","modified_gmt":"2025-02-07T09:56:21","slug":"leserbriefe-zu-wie-ein-psychologieverband-planetarische-verantwortung-beansprucht-und-damit-wissenschaftlichkeit-und-demokratie-riskiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=128360","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eWie ein Psychologieverband planetarische Verantwortung beansprucht und damit Wissenschaftlichkeit und Demokratie riskiert\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=128057\">In diesem Essay<\/a> weist <strong>J&uuml;rgen Mietz<\/strong> darauf hin, dass der Berufsverband deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) &bdquo;eine m&ouml;gliche berufsbedingte Zur&uuml;ckhaltung&ldquo; aufgebe und sein Engagement f&uuml;r Klimaschutz mit einer Pflicht zu planetarischer Verantwortung erkl&auml;re. Mit der &Uuml;berzeugung, dass der Klimawandel wesentlich menschengemacht sei und Katastrophen recht bald drohten, wolle der BDP das &bdquo;Potenzial der Psychologie zur Menschheits- und Erdenrettung&ldquo; einsetzen. Nach Corona sei der Klimaschutz das n&auml;chste Terrain, auf dem der gr&ouml;&szlig;te Psychologieverband Deutschlands als &bdquo;Freund autorit&auml;rer Ma&szlig;nahmen&ldquo; agiere. Wir haben dazu interessante Zuschriften erhalten und danken daf&uuml;r. Darin sind auch andere Meinungen enthalten. Es folgt nun eine Auswahl der Leserbriefe, die <strong>Christian Reimann<\/strong> f&uuml;r Sie zusammengestellt hat.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Damen und Herren,<\/p><p>Zitat:&rdquo;Der Berufsverband deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) gibt eine m&ouml;gliche berufsbedingte Zur&uuml;ckhaltung auf und erkl&auml;rt sein Engagement f&uuml;r Klimaschutz mit einer Pflicht zu planetarischer Verantwortung. Er wird damit Teil einer aktivistischen Bewegung. Mit ihrer &Uuml;berzeugung, dass der Klimawandel wesentlich menschengemacht sei und Katastrophen recht bald drohten, will der BDP das Potenzial der Psychologie zur Menschheits- und Erdenrettung einsetzen[1]. Ein Essay von J&uuml;rgen Mietz.&rdquo;<\/p><p>Der Akt, der an und f&uuml;r sich ja schon grotesk skandal&ouml;s auf&nbsp; ich wirkt. Aber die Entbl&ouml;dung von einer &ldquo;Erdenrettung&rdquo; zu sprechen sprengt alles bisher dagewesene. Erdenrettung?&nbsp;<\/p><p>&Ouml;dipuskomplex? Wenn die Erde in Gefahr ist, wird alles auf Null gesetzt. Ist nicht nur einmal passiert in 4,2 Milliarden Jahren. Findet so zu sagen am laufenden Band statt. Eiszeit, Komet, Hei&szlig;zeit, null Leben, Wiederentstehung des Lebens.<\/p><p>Erdenrettung? &ndash; Erinnert mich an einen Witz:<\/p><p>Ein Elefant sch&uuml;ttelt sich und fast alle auf dem Elefant befindlichen Ameisen fallen runter. Nur eine nicht. Daraufhin die anderen: &ldquo;Ede, w&uuml;rg ihn!&rdquo;<\/p><p>Oder:<br>\nTreffen sich zwei Planeten. Sagt der eine: &ldquo;Du siehst aber recht mitgenommen aus.&rdquo; Daraufhin der andere: &ldquo;Ich mag es kaum zugeben. Ich hab Homo sapiens.&rdquo; Daraufhin das Gegen&uuml;ber: &ldquo;Ach, halb so wild. Hatte ich auch. Geht vorbei.&rdquo;<\/p><p>Die Erde ist recht robust und hat schon weitaus gef&auml;hrlicheres als den Homo sapiens erlebt, ihr Narren. &ndash; An die Verbandsspitze gerichtet. Werde das gleich auch dort posten.<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nAxel Wartburg<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe NDS-Redaktion,<\/p><p>der BDP scheint (eurem Artikel nach zu urteilen), eine eher fragw&uuml;rdige Organisation zu sein. Sie macht den Eindruck einer Sekte, die die Menschen wie im Stalinismus umerziehen will. Sie treten ebenfalls als Polit-Aktivisten auf, die sich f&uuml;r &ldquo;Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt&rdquo; engagieren &ndash; auch unter dem Motto: Wir sind die Brandmauer. Der BDP w&uuml;rde wohl gut zum Programm &ldquo;Demokratie leben&rdquo;, dass von der deutschen Regierung initiiert und gef&ouml;rdert wird, passen. Ob der BDP tats&auml;chlich mit staatlichen F&ouml;rdergeldern von Bundesministerien bedacht wird, darauf finden sich auf ihren Seiten allerdings keine Hinweise. Bei den Klimathemen scheinen sie mit der Deutschen Klima-Allianz zu kooperieren, die wiederum mit 55 weiteren Organisationen zusammenarbeitet und von der Stiftung Mercator und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) Spenden erhalten. Beim Klimawandel wird demonstriert, was geschieht, wenn hochkomplexe Wissenschaft mit ihren Tausenden multikausalen Wechselwirkungen, mit ihren Widerspr&uuml;chen in die &ouml;ffentliche Debatte ger&auml;t: Sie wird Opfer von politischem Dualismus. Es bilden sich Lager. Die &ldquo;Wahrheitsfindung&rdquo; wird umgedreht. Nicht mehr Fakten bestimmen die Position, sondern die Position wird zum Faktum: Entweder Leugner oder Alarmist. Die einen verharmlosen die Folgen des Klimawandels, die anderen dramatisieren sie. Es gibt aber f&uuml;r den Menschen keine unbezweifelbaren Wahrheiten hier auf Erden, und die Politik hat gar nicht die Aufgabe &ldquo;wissenschaftliche Wahrheiten&rdquo; (die es gar nicht geben kann) zu vollstrecken &ndash; die Aufgabe der Politik ist, f&uuml;r entsprechenden Interessenausgleich zwischen den verschiedenen Gruppen zu sorgen. Die &uuml;berw&auml;ltigende Mehrheit der Forscher erh&auml;lt kaum Medienaufmerksamkeit. H&auml;ufig kommen immer dieselben Forscher, die &uuml;ber Sendungsbewusstsein oder Karriereinstinkt verf&uuml;gen zu Wort. Daher ist immer gr&ouml;&szlig;te Skepsis angebracht, wenn Klimaprognosen mit politischen &Auml;u&szlig;erungen pr&auml;sentiert werden.<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nMichael Wrazidlo<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Mietz,<\/p><p>Ihre Kritik an der augendienenden Klimapropaganda ist Balsam f&uuml;r meine Seele und eine Zierde f&uuml;r die Nachdenkseiten.<\/p><p>Jawohl, es braucht selbstbewusstes eigenverantwortliches Denken, um der aufdiktierten Offensichtlichkeit auf die Schliche kommen zu k&ouml;nnen.<\/p><p>Umerziehungsdiktatur durch augendienende Wissenschaftler erarbeitet, ist eine der boshaften Seiten der Macht des Geldes.<\/p><p>Es braucht klimapolitische Ma&szlig;nahmen um Klimaschutz bewerkstelligen zu k&ouml;nnen. Das jedenfalls ist meine Meinung.<\/p><p>Politik in der Volksherrschaft\/Demokratie bedeutet die Meinung des Einzelnen auf einen h&ouml;chstm&ouml;glich gemeinsamen Nenner mit der Meinung der anderen zu heben.<\/p><p>Und ja, Geoengineering und vor allem HAARP Anlagen widersprechen dem Klimaschutz, denn diese sind Instrumente, um Klimakatastrophen zu verst&auml;rken und zu vermehren.<\/p><p>Der durch die augendienenden Wissenschaftler propagierte Klimaschutz verschleiert aber die Klimaverschiebung, die man auch als Wetterkrieg bezeichnen kann. Deshalb bedeutet Klimaschutz tats&auml;chlich, das Abschalten der HAARP Anlagen und das Einstellen des Geoengineerings. Zig Millionen von Menschenleben w&uuml;rden so gesch&uuml;tzt und Milliarden an Geldern eingespart.<\/p><p>Sehr gut auch das Aufzeigen, wie aus 32% &nbsp;97% Wissenschaftler werden, die sich im Konsens der aufdiktierten Offensichtlichkeit einig w&auml;ren. Eine Sache, die mir schon beim &bdquo;Antispiegel&ldquo; <a href=\"https:\/\/www.anti-spiegel.ru\/2023\/wie-einig-ist-sich-die-wissenschaft-wirklich\/\">gewahr wurde<\/a><\/p><p>P&auml;dagogik\/Erziehung sollte auf Grundlage der Arbeit von Jaques Rousseau aufgebaut und sich dazu der Wahrheit bedient werden.<\/p><p>Wie kann man die Inquisition der augendienenden Wissenschaftler gegen Uneinsichtige brechen? Hier gebe ich meine Gedanken zum vielleicht tausendsten Mal preis, um den Bezug nur auf den deutschen Michel zu nehmen. Das deutsche Volk braucht eine wahrhafte und von ihm tats&auml;chlich in Kraft gesetzte Verfassung, die aber ausgezeichnetes Denken, Reden und Handeln voraussetzt. Dieses Denken setzt sich aus dem Denken des Einzelnen, wie dem Ihren Herr Mietz, dem der anderen und nicht zuletzt meinem gepaart mit der Wahrheit zusammen. Diese Gedanken von mir, Ihren Gedanken zur Seite gestellt.<\/p><p>Mit wirklich freundlichen Gr&uuml;&szlig;en Olaf Thomas Opelt<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Ich erlaube mir den Nachdenkseiten mitzuteilen, dass ich den &lsquo;versucht analysierenden&rsquo; Artikel &uuml;ber die Aktivit&auml;ten eines Bundesverbandes deutscher Psychologinnen und Psychologen, der sich offensichtlich immerhin mit einem Teilaspekt politischer Realit&auml;ten, dem Klimawandel (treffender: &lsquo;Klimakatastrophe!&rsquo; Anm. des Verf.) in unserer Gesellschaft auseinandersetzt, f&uuml;r absurd und suspekt erachte.<\/p><p>Herr J&uuml;rgen Mietz scheint ganz offensichtlich einer der nicht zu knapp vorkommenden verirrten Klimawandelleugner zu sein, der genau an den Realit&auml;ten vorbei argumentiert. Und zwar auf kompletter L&auml;nge seines &lsquo;Essays&rsquo;. Die Frage ist nur warum?<\/p><p>Und die Frage ist auch, warum keine redaktionelle Auseinandersetzung mit dem Artikel im Vorfeld, also vor Ver&ouml;ffentlichung, stattfindet.<\/p><p>MfG J&uuml;rgen W&auml;chter<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Nachdenkseiten,<\/p><p>So sehr ich eure Arbeit sch&auml;tze, den Artikel von J&uuml;rgen Mietz kann ich nicht unkommentiert lassen. Ich gestehe, ich hab ihn nur diagonal gelesen, aber unabh&auml;ngig davon, was jener Psychologieverband an Strategien entwickelt, um sich ins rechte Licht zu r&uuml;cken, finde ich&nbsp;diesen Satz&nbsp;weit unter eurem Niveau:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wie will man einen Temperaturanstieg von 1,5 Grad in 100 Jahren vorhersagen, wenn selbst die Vorhersage des Wetters f&uuml;r die n&auml;chsten f&uuml;nf Tage schon mit reichlich Unsicherheiten belastet ist?&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Der Unterschied zwischen Klima und Wetter scheint Herrn Mietz nicht bekannt zu sein. Ich kann auch vorhersagen, dass es im Sommer bei uns w&auml;rmer wird, und bin trotzdem kein besserer Meteorologe als die Leute vom Wetterbericht.<\/p><p>Nat&uuml;rlich kann und sollte man sich kritisch mit Ma&szlig;nahmen (oder eher Nicht-Ma&szlig;nahmen) gegen den Klimawandel und insbesondere auch mit der fehlenden Sozialvertr&auml;glichkeit auseinandersetzen, aber allein die simple Frage &bdquo;cui bono&ldquo; bzw. hier die Frage &bdquo;cui non bono&ldquo; verweist doch auf die Antwort: Dieser bl&ouml;de Klimawandel steht der gesamten&nbsp;Petroindustrie&nbsp;samt -lobby beim Profitmachen im Weg, und die hat jahrzehntelang mit allen Mitteln versucht, ihn zu verschweigen. Und &ndash; banale R&auml;tselfrage &ndash; gibt es eine m&auml;chtigere Industrie als jene auf dem Planeten?&nbsp;Die popelige Windrad-Lobby (wie gern behauptet) ganz sicher nicht.<\/p><p>Mit besten Gr&uuml;&szlig;en<br>\nJ&uuml;rgen Heim&uuml;ller<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Ein Rundumschlag von J&uuml;rgen Mietz, der zweifelsohne gelungen ist. Mit Erg&auml;nzungen und Erkl&auml;rungen k&ouml;nnten weitere Seiten gef&uuml;llt werden. Gerade aus der Sicht des Natur- und Geowissenschaftlers, der sich zugleich als Systemiker bet&auml;tigt, bieten sich viele Ankn&uuml;pfungspunkte.<\/p><p>Grunds&auml;tzlich ist die Bewertung des Aussto&szlig;es von Kohlenstoffdioxid, im penetranten Journalistenslang auch als &ldquo;CO2-Fu&szlig;abdruck&rdquo; bezeichnet, eine unzul&auml;ssige Vereinfachung um damit die Ver&auml;nderung der unterschiedlichen Klimen auf der Erde zu beurteilen. Was eben f&uuml;r den Laien, selbst f&uuml;r den naturwissenschaftlich Interessierten, kaum verst&auml;ndlich ist, das sind die dynamischen Gleichgewichte, die ihren festen Platz in der physikalischen Chemie haben. Auch Angela Merkel hat sich mit der Thermodynamik in ihrer wissenschaftlichen Arbeit besch&auml;ftigt. Die Entstehungsgeschichte der Erde ist ohne solche Gleichgewichtsreaktionen undenkbar. Diese Reaktionen besitzen fast immer mehr als zwei unabh&auml;ngige Komponenten, was die menschliche Vorstellungskraft schnell &uuml;bersteigt, sobald mehr als drei Dimensionen im Spiel sind. In der Metallurgie wird viel mit solchen Mehrkomponentensystemen gearbeitet, z.B. bei Schlacken oder Metalllegierungen.&nbsp;<\/p><p>F&uuml;r Psychologen sind es abseitige Wissenschaften, die gern in den Elfenbeinturm verbannt werden. Boshaft k&ouml;nnte man meinen, wer Psychologe wird, zeigt gegen&uuml;ber Naturwissenschaften ein pathologisches Vermeidungsverhalten, was wohl aus seinen schulischen Leistungen herr&uuml;hrt. Kein Vorurteil ohne gesicherte Ausnahme. Die systemische Analyse widmet sich eben besonders diesen dynamischen Gleichgewichten im zwischenmenschlichen Zusammenleben und daraus entwickeln sich verbl&uuml;ffende Probleml&ouml;sungen.<\/p><p>Was den BDP angeht, so verwundert es, dass die wissenschaftlich hochkar&auml;tigen Experten offenbar nie etwas von der Transaktionsanalyse geh&ouml;rt haben, denn ihre Argumentationsweise zeigt eine Tr&uuml;bung des &ldquo;Erwachsenen-Ich&rdquo;, bei gleichzeitiger &Uuml;bermacht des &ldquo;Eltern-Ich&rdquo;. Psychologische Techniken werden eingesetzt, um der guten Sache Willen, hier der Klima&ouml;kologie, den &ldquo;kranken&rdquo; Menschen zu manipulieren und ihn zu einer Sichtweise zu n&ouml;tigen, die er eigentlich ablehnt. Im vorliegenden Fall ist das nichts anderes als &ldquo;&Ouml;kostalinismus&rdquo;seitens des BDP.<\/p><p>In den letzten drei&szlig;ig Jahren hat sich auch innerhalb der Psychotherapeuten eine immer unkritischere Haltung gegen&uuml;ber der herrschenden Gesellschaftsform herausgebildet. Das ist nat&uuml;rlich auch dem Berufsstand geschuldet, denn die Mehrheit der Psychotherapeuten sind Freiberufler &ndash; also klassische Anh&auml;nger der FDP.&nbsp; Psychotherapie als weiteres Mittel die Arbeitsf&auml;higkeit einer Person zu optimieren, das hei&szlig;t also dadurch den Wert des Humankapitals zu vergr&ouml;&szlig;ern. In der Diskussion der verschiedenen Therapieformen, besonders im Bereich der Verhaltenstherapie wird die gesellschaftswirksame Komponente ausgeklammert. Die Therapie soll eine bessere Mitwirkung des Klienten im herrschenden System bewirken, ohne zu fragen, ob der Klient das &uuml;berhaupt w&uuml;nscht. Vielmehr ist eine Therapie als eine hilfreiche Technik zu verstehen, die es dem Klienten erm&ouml;glicht seine eigenes Leben zufrieden und stressfrei zu gestalten. Das ist eine Erkenntnis von Paul Watzlawick, der eine umfassende Bandbreite menschlichen Handelns ohne therapeutischen &ldquo;Heilungsbedarf&rdquo; definierte, so lange die Person sich in ihrer Lebenswelt wohlf&uuml;hlt. Dem stehen die &Auml;u&szlig;erungen und Vorschl&auml;ge des BDP zum idealen Untertan entgegen, die nur als sektiererisch bezeichnet werden k&ouml;nnen und wie von J&uuml;rgen Mietz beschrieben dem Motto folgt: &ldquo;Man merkt die Absicht und ist verstimmt.&rdquo;<\/p><p>Politisch gesehen ist die Haltung des BDP katastrophal. Antidemokratisch und auf eine Oligarchie als Herrschaftsform gerichtet. Das entspricht zwar bereits in weiten Teilen der heutigen BRD und anderer &ldquo;wertebasierter&rdquo; europ&auml;ischen Staaten, aber ein widerst&auml;ndiger Rest an Demokraten versucht der Umw&auml;lzung standzuhalten. Der schwedische Sparkassennobelpreis ging an einen US-&Ouml;konomen&nbsp; wegen der &ldquo;Erfindung&rdquo; des &ldquo;nudging&rdquo;, also der gezielten Manipulation von B&uuml;rgern durch Psychotechniken. Verwendet man den Begriff &ldquo;nudging&rdquo; durch &ldquo;clearing&rdquo;! &ndash; dann sind wir bei L. Ron Hubbard und seiner &ldquo;Scientology&rdquo; angelangt. Der BDP mag vielleicht denken, dass dies eine Erl&ouml;sungsfunktion bes&auml;&szlig;e, doch bei genauer Betrachtung kommt nur eine sch&auml;bige Ausnutzungsideologie zum Vorteil einer kleinen Gruppe, die als Volksgemeinschaft verbr&auml;mt ist, zum Vorschein. Typisch daf&uuml;r ist die &ldquo;Wir-&rdquo; Formulierung. Statt von &ldquo;Ich&rdquo;, oder dem altbackenen &ldquo;man&rdquo; wird gefordert, dass &ldquo;Wir&rdquo; zu &uuml;berdenken haben, ob &ldquo;Wir&rdquo; nicht gen&uuml;gend Achtung vor &ldquo;Politikern, Experten, Leistungstr&auml;gern, Offizieren und anderen Sichselbsterhobenen besitzen. &ldquo;Wir&rdquo; sind S&uuml;nder und gottlob gibt es nicht nur die Medien, die Politik sondern auch den BDP, der uns auf den rechten Pfad der Tugend lenkt.&nbsp; Ein solches Denken zerst&ouml;rt jede demokratische Gesellschaftsordnung.<\/p><p>Von unserem Leser S.E.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Nachdenseiten,<\/p><p>nachstehend mein Leserbrief zu J&uuml;rgen Mietz:<\/p><p>J&uuml;rgen Mietz bef&uuml;rchtet, der Berufsverband deutscher Psychologinnen und Psychologen k&ouml;nnte als Komplize autorit&auml;rer Ma&szlig;nahmen auftreten. Autorit&auml;rer Ma&szlig;nahmen im Zuge der Bek&auml;mpfung eines menschengemachten Klimawandels.<\/p><p>Mietz wendet ein:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die angebliche banal-einfache Faktizit&auml;t der Klimazerst&ouml;rung durch menschengemachtes CO2 (und die daraus folgende einfache Rettung) ist ja nur schwach wissenschaftlich begr&uuml;ndet &hellip;&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Nun wird das Klima weniger zerst&ouml;rt, es wird ver&auml;ndert. Und zwar auf eine f&uuml;r viele Menschen unzutr&auml;gliche Weise. Auch von einer &bdquo;monokausalen Argumentation&ldquo; (Mietz) kann keine Rede sein. Wissenschaftler ziehen zahlreiche andere Faktoren in Betracht, etwa Methangas oder die Sonnenaktivit&auml;t, und leugnen auch gar nicht ab, dass ver&auml;nderter Sonnenaktivit&auml;t ein Anteil von einem Zwanzigstel bis einem F&uuml;nftel an den globalen Klimaver&auml;nderungen zuzuschreiben sein k&ouml;nnte. Auch Vulkanausbr&uuml;che, Aerosole und Wolkenbildungen werden in Betracht gezogen und untersucht. Unumwunden wird zugestanden, dass viele Details ungekl&auml;rt seien. Bei alledem gibt es Messergebnisse, die man zur Kenntnis nehmen oder ignorieren kann: 1958 begann das Mauna-Loa-Observatorium mit der Messung der CO2-Konzentrationen in der Luft. Ergebnis: 317 Teilchen von 1 Million Luftteilchen waren CO2-Molek&uuml;le. 2015 wurden 400 CO2-Molek&uuml;le in 1 Million Luftmolek&uuml;len gefunden.<\/p><p>Statt nur schwach zu begr&uuml;nden wurde wissenschaftlich &ndash; im wahrsten Sinne des Wortes &ndash; nachgebohrt und aus dem (vermeintlich) ewigen und teils kilometerdicken Eis der Pole wurden Bohrkerne mit darin eingeschlossen Luftblasen an die Oberfl&auml;che geholt. Der CO2- und Methan-Gehalt der Luftblasen wurde analysiert. Je tiefer man bohrte, desto tiefer bohrte man in der Vergangenheit nach. Man fr&auml;ste sich bis 420000 Jahre in die Vergangenheit, in einer Tiefe von 3600 Metern. Das Ergebnis: Der vorindustrielle Wert von CO2 schwankte zwischen 180 Molek&uuml;len auf eine Million Luftmolek&uuml;le (Kaltzeitmaximum) und 280 CO2-Molek&uuml;len (Warmzeitmaximum) auf 1 Million andere Teilchen. Aktuell sind es etwa 419 CO2-Molek&uuml;le. Daher ist die Hypothese stark, dass der seit der industriellen Revolution zu messende Anstieg von CO2 in der Luft mit der Verbrennung fossiler Energietr&auml;ger zusammenh&auml;ngt. Die Einsicht, dass menschengemachter CO2-Aussto&szlig; zu einem Treibhauseffekt f&uuml;hrt, ist &uuml;brigens nicht ganz neu. Bereits Svante Arrhenius formulierte 1894 die These, dass der menschengemachte CO2-Aussto&szlig; eine planetare Gr&ouml;&szlig;enordnung hat. 1896 errechnete er, dass eine Verdopplung des CO2 in der Atmosph&auml;re zu einer Erh&ouml;hung des Weltklimas um 2,1 Grad Celsius f&uuml;hrt.<\/p><p>Mietz: &bdquo;Unber&uuml;cksichtigt scheint in den Modellrechnungen der Klimasch&uuml;tzer zu bleiben, dass ab einer bestimmten Temperatur die Luft sich nicht weiter linear mit CO2 anreichert, also eine S&auml;ttigung eintritt.&ldquo;<\/p><p>Dies ist nun eines der &auml;ltesten Argumente gegen die These eine menschenbewirkte Erh&ouml;hung des CO2-Gehalts der Luft erh&ouml;he die Temperatur des Weltklimas. Das Argument wurde bereits von Knut &Aring;ngstr&ouml;m gegen die Treibhaustheorie von Svante Arrhenius vorgebracht. Zutreffend w&auml;re die S&auml;ttigungstheorie dann, wenn die Atmosph&auml;re eine homogen mit CO2 angef&uuml;llte H&uuml;lle w&auml;re. Tats&auml;chlich aber besteht die Lufth&uuml;lle aus diversen Schichten, wobei in &auml;u&szlig;eren Schichten gen&uuml;gend Platz f&uuml;r weiteres CO2 ist.<\/p><p>Eine andere legitime Frage, die J&uuml;rgen Mietz ebenfalls aufwirft:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wie will man einen Temperaturanstieg von 1,5 Grad in 100 Jahren vorhersagen, wenn selbst die Vorhersage des Wetters f&uuml;r die n&auml;chsten f&uuml;nf Tage schon mit reichlich Unsicherheiten belastet ist?&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Dass &ouml;rtliches Wetter nicht mit dem Weltklima gleichzusetzen ist, ist seit Jahrzehnten ein Standard. Was manche Klimawandel-Z&ouml;gerer verwundern mag: Das Abschmelzen der n&ouml;rdlichen Eismassen k&ouml;nnte f&uuml;r Nordeuropa sogar eine Abk&uuml;hlung des Klimas mit sich bringen, weil sich Luftstr&ouml;mungen verschieben, die bislang in unseren Breiten f&uuml;r verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig mildes Klima sorgen. Auch wenn die Wettervorhersage nicht ganz zuverl&auml;ssig sein mag: Der klimatische TREND schmelzender Eisschilde scheint eindeutig.<\/p><p>V&ouml;llig Recht hat Miez hier:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wer vom Klimawandel, von der Klimakrise, vom Klimaschutz reden will, darf vom Kapitalismus nicht schweigen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Die Frage ist allerdings, ob die B&uuml;rger einer sozialistischen Gesellschaft bereit w&auml;ren, zugleich in einer Postwachstumsgesellschaft mit etwas weniger Bequemlichkeit und Konsum zu leben. Man erinnere sich: Chruschtschow wollte die USA in Sachen Konsum kurzfristig &uuml;berholen. Wie viele Chinesen oder Inder w&auml;ren noch bereit, mit dem Rad zum Einkaufen zu fahren, wenn das Auto bereitsteht? In Deutschland finden es selbst gesunde B&uuml;rger\/innen in der Mitte des Lebens unzumutbar, zu Fu&szlig; zum 300m entfernten Supermarkt zu gehen oder kein Fleisch mehr zu essen (gro&szlig;er CO2-Abdruck).<\/p><p>Man wei&szlig; seit Jahrzehnten was zu tun w&auml;re, um eine &ouml;kologische Wende herbeizuf&uuml;hren. Doch gibt es kaum noch Verlangen nach Transformation; die Annehmlichkeiten und Zerstreuungsm&ouml;glichkeiten kapitalistischer Konsumgesellschaften sind viel zu gro&szlig;. &Ouml;kosoziale Verantwortlichkeit ist dahingeschmolzen wie das Polareis. Vom Streben nach Emanzipation hat man sich l&auml;ngst emanzipiert. Unsere klimawandelnde Lebensweise wird &uuml;berall in der Welt unter der Flagge &bdquo;Unsere Werte!&ldquo; alternativlos verteidigt. Das gute Leben f&uuml;r alle innerhalb &ouml;kologischer Grenzen wurde verabschiedet zugunsten von Selbstinteresse und Selbstverwirklichung jenseits &ouml;kologischer Grenzen.<\/p><p>Mit einer Pflicht f&uuml;r planetare Verantwortung k&auml;me der Berufsverband deutscher Psychologinnen und Psychologen &uuml;brigens Jahrzehnte zu sp&auml;t. Entscheidende Kipppunkte sind l&auml;ngst erreicht. Die Tundra taut, die Pole bieten passable Passagen und D. Trump ist nicht am Eispanzer Gr&ouml;nlands interessiert, sondern an einer m&ouml;glichst raschen Freischmelzung darunter befindlicher Bodensch&auml;tze.<\/p><p>Fazit: Wie der immer tiefere Blick ins Mikroskop w&auml;hrend der Corona-Epidemie untauglich war, um die Frage zu beantworten, wie gesellschaftlich mit dem Virus umzugehen sei, so teilt uns der CO2-Gehalt der Luft nicht mit, wie wir mit erh&ouml;hten Wasserst&auml;nden umgehen sollten.<\/p><p>Karim Akerma<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=128057\">In diesem Essay<\/a> weist <strong>J&uuml;rgen Mietz<\/strong> darauf hin, dass der Berufsverband deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) &bdquo;eine m&ouml;gliche berufsbedingte Zur&uuml;ckhaltung&ldquo; aufgebe und sein Engagement f&uuml;r Klimaschutz mit einer Pflicht zu planetarischer Verantwortung erkl&auml;re. 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