{"id":128512,"date":"2025-02-11T09:00:07","date_gmt":"2025-02-11T08:00:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=128512"},"modified":"2025-02-19T15:24:24","modified_gmt":"2025-02-19T14:24:24","slug":"ach-europa-traenen-eines-deutschen-europaeers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=128512","title":{"rendered":"Ach, Europa! \u2013 Tr\u00e4nen eines deutschen Europ\u00e4ers"},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;Europa&ldquo;. Das war vor hundert Jahren f&uuml;r die weitsichtigen, vers&ouml;hnungsbereiten Geister aller L&auml;nder die nationen&uuml;bergreifende Vision einer friedlichen Zukunft auf unserem Kontinent. Das war jahrzehntelang auch mein pers&ouml;nliches deutsch-franz&ouml;sisches Gl&uuml;ck. &ndash; Aber aus dem &bdquo;Friedensprojekt Europ&auml;ische Union&ldquo; ist eine kopflos rasende Kriegsfurie geworden. Von <strong>Leo Ensel.<\/strong><\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_4974\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-128512-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250211_Ach_Europa_Traenen_eines_deutschen_Europaeers_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250211_Ach_Europa_Traenen_eines_deutschen_Europaeers_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250211_Ach_Europa_Traenen_eines_deutschen_Europaeers_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250211_Ach_Europa_Traenen_eines_deutschen_Europaeers_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=128512-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250211_Ach_Europa_Traenen_eines_deutschen_Europaeers_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250211_Ach_Europa_Traenen_eines_deutschen_Europaeers_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Vorigen Sommer las ich zum zweiten Mal Stefan Zweigs letztes Buch &bdquo;Die Welt von Gestern&ldquo;. Er hat es auf dem H&ouml;hepunkt des II. Weltkrieges im brasilianischen Exil geschrieben, wo er im Februar 1942 zusammen mit seiner Frau aus dem Leben schied. Der Untertitel &ndash; er verweist auf <em>Lebensthema<\/em> und <em>Selbstverst&auml;ndnis<\/em> des Autors &ndash; lautet: &bdquo;Erinnerungen eines Europ&auml;ers&ldquo;.<\/p><p><strong>Ein &bdquo;Europ&auml;er&ldquo;<\/strong><\/p><p>Heute sagt sich das leicht. Vielen Deutschen, die keine sein wollen, geht es sogar recht flott &uuml;ber die Lippen, es kommt sozusagen direkt vor oder nach dem &bdquo;Weltb&uuml;rger&ldquo;. (Hauptsache, man ist kein Deutscher!)<\/p><p>Anfang des XX. Jahrhunderts aber, als die V&ouml;lker im nationalen Wahn &ndash; und nicht nur &bdquo;hinten weit in der T&uuml;rkei&ldquo;, sondern &ndash; im Zentrum eben dieses Kontinents mit aller Wucht aufeinanderschlugen (dasselbe wiederholte sich nochmal zweieinhalb Jahrzehnte sp&auml;ter), da war die Selbstbezeichnung, &bdquo;Europ&auml;er&ldquo; zu sein, f&uuml;r die herrschenden Kriegstreiber auf allen Seiten ein Synonym f&uuml;r alarmierenden, die Kriegsbereitschaft gef&auml;hrlich zersetzenden Defaitismus; f&uuml;r die wenigen erkl&auml;rten Kriegsgegner jedoch die rettende &uuml;bergreifende L&ouml;sungsvision, an der sie im Hier und Jetzt &ndash; sprich: bereits zu den blutigen Kriegszeiten &ndash; im Verborgenen f&uuml;r ein friedlicheres Morgen arbeiteten. (&Auml;hnlich, wie es f&uuml;r den unbelehrbaren Verfasser dieses Textes nach wie vor &ndash; nein: jetzt erst recht! &ndash; die Gorbatschow&lsquo;sche Vision des &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=126188\">Gemeinsamen Europ&auml;ischen Hauses<\/a>&ldquo; ist.)<\/p><p>Anschaulich beschreibt Zweig, wie zwischen 1914 und 1918 franz&ouml;sische, belgische, &ouml;sterreichische und deutsche Kriegsgegner &ndash; in der Regel clandestin &ndash; den Kontakt zu einander hielten, auf welch abenteuerlichen Wegen sie sich via &sbquo;Flaschenpost&lsquo; die Briefe mit den verbotenen pazifistischen Inhalten zukommen lie&szlig;en, mit welchem Raffinement sie es manchmal sogar schafften, Gedanken, bisweilen ganze Texte eines &sbquo;verfeindeten&lsquo; Kollegen &ndash; in der Regel als &sbquo;abschreckendes Zitat&lsquo; oder um sie zu &sbquo;widerlegen&lsquo; &ndash; in die eigenen Essays zu schmuggeln, um sie so einem gr&ouml;&szlig;eren Leserkreis im eigenen Lande bekannt zu machen, und wie h&ouml;llisch er 1917 angesichts &bdquo;der Maulwurfsarbeit geheimer Agenten aus allen Lagern&ldquo; selbst in der neutralen Schweiz aufpassen musste, als er endlich in Genf seinen alten franz&ouml;sischen Freund wieder traf, den er als das &bdquo;moralische Gewissen Europas&ldquo; &ndash; Europas! &ndash; bezeichnete: den Schriftsteller Romain Rolland.<\/p><p>Was damals w&auml;hrend des I. Weltkriegs &ndash; und, wohl noch verzweifelter, im II. Weltkrieg &ndash; die weitsichtigsten Geister der verfeindeten L&auml;nder in ihren k&uuml;hnen Phantasien anvisierten, das wurde in den Jahrzehnten nach 1945 tats&auml;chlich Wirklichkeit: Ein ganzer Kontinent begann, aus seiner m&ouml;rderischen Vergangenheit zu lernen.<\/p><p>Im Gro&szlig;en wie im Kleinen.<\/p><p>&bdquo;<strong>Jumelage&ldquo; und &bdquo;L&lsquo;Europe&ldquo; &ndash; Ein biographischer R&uuml;ckblick<\/strong><\/p><p>Aufgewachsen bin ich in einem kleinen Dorf in der N&auml;he von Mainz. Genauer: Im langweiligsten Kuhkaff im Radius von 35 Kilometern um die rheinland-pf&auml;lzische Hauptstadt. Nichts war hier los. Die Einwohner borniert, aufdringlich neugierig, schwatzhaft und stolz auf ihren Provinzialismus. Der ganze Ort eine steingewordene Aufforderung zum Abhauen.<\/p><p>Und in diesem Kaff gab es Anfang der Siebziger Jahre &ndash; ich war damals 16 &ndash; eine, nein: <em>die<\/em> Sensation: <em>&bdquo;Die Franzosen kommen!&ldquo;<\/em><\/p><p>Die Franzosen, sie reisten an mit einem Sonderzug aus Paris, der &ndash; eine Sternstunde in der Geschichte der Deutschen Bundesbahn! &ndash; genau acht Kilometer vor Mainz direkt am Provinzbahnhof unseres Kuhkaffs anhielt, damit die franz&ouml;sische Delegation an Ort und Stelle aussteigen konnte, um von unseren nerv&ouml;s wartenden Dorfhonoratioren in Empfang genommen zu werden. Unter ihnen mein Vater. Als Mitglied des Gemeinderates hatte er mitgewirkt bei der Einf&auml;delung des &bdquo;Jumelage&ldquo;, der deutsch-franz&ouml;sischen &bdquo;St&auml;dte&ldquo;-Partnerschaft zwischen unserem Dorf und der Kleinstadt im Val d&lsquo;Oise, drei&szlig;ig Kilometer n&ouml;rdlich von Paris.<\/p><p>Es bleibt bitte unter uns, aber f&uuml;nfeinhalb Jahrzehnte sp&auml;ter kann man es ja verraten und ich selbst habe davon ma&szlig;los profitiert: Unseren dieses Mal durchaus cleveren Ortsv&auml;tern war es urspr&uuml;nglich gar nicht so sehr auf <em>diese spezielle<\/em> franz&ouml;sische Kleinstadt angekommen; es war ihre <em>N&auml;he zu Paris<\/em>, die sie so unwiderstehlich attraktiv machte! Aber auch Vernunftehen k&ouml;nnen nachtr&auml;glich Liebesheiraten werden. Auch Paare, die von ihren Eltern ausgew&auml;hlt und f&uuml;reinander bestimmt wurden, lieben sich manchmal tats&auml;chlich. &ndash; So auch hier.<\/p><p>Ich konnte nicht verstehen, was diese Menschen &ndash; sie kamen doch aus <em>Paris<\/em> oder jedenfalls aus der Umgebung! &ndash;, was diese allesamt deutlich weltl&auml;ufigeren, eleganter gekleideten, besser duftenden, kurz: kultivierteren Franzosen ausgerechnet an unserem Kuhkaff so interessant fanden. Erst viele Jahre sp&auml;ter wurde mir klar: Es war nicht der langweilige &sbquo;Charme&lsquo; unseres Dorfes und die &ndash; hier gar nicht aufgesetzte, sondern echte &ndash; Freundlichkeit seiner Einwohner. Es war die gro&szlig;e Erleichterung, nein: <em>Freude<\/em>, noch mehr: <em>das Gl&uuml;ck<\/em>, nicht mehr Feinde zu sein! Ob ausgesprochen oder unausgesprochen, immer schwang der Satz mit: &bdquo;Nach diesen beiden schrecklichen Kriegen wollen wir <em>nur noch eins &ndash;<\/em> <em>Freunde sein!&ldquo;<\/em><\/p><p>Meine Eltern starben beide fr&uuml;h. Aber ich hatte das Gl&uuml;ck, im zarten Alter von 40 Jahren noch einmal &sbquo;zweite Eltern&lsquo; zu bekommen: das Ehepaar der franz&ouml;sischen Partnerfamilie meiner Eltern. Wir haben uns gegenseitig im Geiste &sbquo;adoptiert&lsquo;. Und so sehe ich mich selbst als posthumes Kind der deutsch-franz&ouml;sischen Freundschaft &ndash; mit deutschen ersten Eltern und zweiten Eltern en France. (Und ich habe es mir sp&auml;ter zur Lebensaufgabe gemacht, das was meine vier Eltern im Westen geleistet haben, nun nach dem Ende des Kalten Krieges <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=117053\">im Osten<\/a> voranzubringen: Die Auss&ouml;hnung zwischen unseren V&ouml;lkern.)<\/p><p>Seit Mitte der Achtziger Jahre war ich gef&uuml;hlte hundertmal bei meinen zweiten Eltern im Norden von und bei dieser Gelegenheit immer auch <em>in<\/em> Paris. (Der Standardsatz meiner zweiten Mutter, Christiane Rousseau, &bdquo;Il conna&icirc;t Paris comme sa poche!&ldquo; war allerdings eine liebevoll-ma&szlig;lose &Uuml;bertreibung.) Jedes Zusammensein &ndash; immer mit gutem franz&ouml;sischem Wein und hervorragenden &sbquo;Repas&lsquo; meiner zweiten Mutter, einer exzellenten K&ouml;chin &ndash; stand unter dem Motto &bdquo;Wie wunderbar, dass wir keine Feinde mehr sind!&ldquo; Mit einem Augenzwinkern &sbquo;stritten&lsquo; wir uns immer mal wieder gerne, ob denn das Elsass, ob Stra&szlig;burg nun deutsch oder franz&ouml;sisch seien. Und anschlie&szlig;end gab es stets den Vers&ouml;hnungstoast &bdquo;Vive l&lsquo;Europe!&ldquo;<\/p><p>Einmal schaute ich mir mit ihr zusammen in einem Pariser Kino den Film &bdquo;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Merry_Christmas_(Film)\">Merry Christmas<\/a>&ldquo; (franz&ouml;sisch: &bdquo;<a href=\"https:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/Joyeux_No%C3%ABl_(film,_2005)\">Joyeux No&euml;l<\/a>&ldquo;) an. Ein Film &uuml;ber die spontanen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weihnachtsfrieden_(Erster_Weltkrieg)\">Verbr&uuml;derungen<\/a> deutscher, franz&ouml;sischer und britischer Soldaten, Weihnachten 1914 in Flandern, &uuml;ber die Sch&uuml;tzengr&auml;ben hinweg. (Und ein Film, den heute sowohl ukrainische als auch russische Offiziere als untragbar defaitistisch umgehend aus dem Verkehr ziehen w&uuml;rden&hellip;) Wie sich die M&auml;nner am Heiligen Abend im Millimetertempo vorsichtigst aus ihren vereisten Gr&auml;ben heraustrauen, mit wei&szlig;en Fahnen bewaffnet sich z&ouml;gerlich entgegengehen; wie sie sp&auml;ter einander Fotos ihrer Lieben in der Heimat zeigen, kleine Geschenke austauschen, zum Schluss sogar zusammen Fu&szlig;ballspiele veranstalten. Wie der deutsche Hauptmann seinem, ihm immer sympathischer werdenden franz&ouml;sischen &sbquo;Feind&lsquo; sagt: &bdquo;Nach dem Krieg w&uuml;rde ich Sie gerne mal in Paris besuchen!&ldquo; und dieser antwortet: &bdquo;Das h&auml;tten Sie auch vor dem Krieg schon machen k&ouml;nnen!&ldquo; Und wie nach den Weihnachtstagen die wutentbrannten h&ouml;heren Offiziere aller drei Kriegsparteien ihre zumindest dort nicht mehr kriegst&uuml;chtigen Mannschaften an andere Frontabschnitte zu erneutem T&ouml;ten und Sterben verlegten.<\/p><p>Kurz: &bdquo;Europa&ldquo;, &bdquo;L&lsquo;Europe&ldquo; &ndash; das war f&uuml;r mich das Gl&uuml;ck, nicht in einem Sch&uuml;tzengraben faulen und Franzosen totschie&szlig;en zu m&uuml;ssen oder von ihnen totgeschossen zu werden, sondern jederzeit ohne Pass und Geldumtausch zu meiner zweiten Mutter nach Paris fahren zu k&ouml;nnen und von ihr ein gutes franz&ouml;sisches &sbquo;Repas&lsquo; mit einem kr&auml;ftigen Bordeaux serviert zu bekommen. &ndash; Kann Frieden, kann &sbquo;V&ouml;lkervers&ouml;hnung&lsquo; attraktiver sein?<\/p><p>Als Jean, mein zweiter Vater &ndash; sein Bruder war als Zwangsarbeiter in Mauthausen interniert, er selbst hatte als Soldat der &bdquo;<a href=\"https:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/2e_division_blind%C3%A9e_(France)\">Deuxi&egrave;me DB<\/a>&ldquo; unter dem General Leclerc im November 1944 nach schweren K&auml;mpfen das Elsass und Stra&szlig;burg mitbefreit und Jahrzehnte sp&auml;ter zusammen mit seiner Frau die deutsch-franz&ouml;sische Auss&ouml;hnung und Freundschaft en miniature vor Ort realisiert &ndash; als Jean im Sommer 2005 starb, da nannte der katholische Pfarrer im Requiem ihn &bdquo;Un grand patriote!&ldquo; Die gemeinsame deutsch-franz&ouml;sische Konsequenz aus diesem Leben steckte mir am offenen Sarg sein Sohn, mein &sbquo;zweiter Bruder&lsquo;, Gilles: <em>&laquo;Et si on bat les Allemands encore une fois, ce ne sera qu&lsquo;au foot!&raquo;<\/em> (&bdquo;Und wenn wir die Deutschen nochmal schlagen, dann nur noch im Fu&szlig;ball!&ldquo;)<\/p><p><em>Das<\/em> war f&uuml;r mich Europa.<br>\nDas <em>war<\/em> f&uuml;r mich Europa!<\/p><p><strong>Und heute<\/strong><\/p><p>Tableau.<\/p><p>&bdquo;Europa&ldquo;, will sagen: Die Europ&auml;ische Union, der mehr als hundertj&auml;hrige, endlich Wirklichkeit gewordene Traum aller weitsichtigen, vers&ouml;hnungsbereiten Geister der verfeindeten L&auml;nder; gegr&uuml;ndet als Friedensprojekt, als kollektive Lehre nach zwei m&ouml;rderischen Weltkriegen; &uuml;ber Jahrzehnte kontinuierlich gr&ouml;&szlig;er und einflussreicher geworden; 2012 gar mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet; eine beispiellose Erfolgsgeschichte nach <em>innen<\/em> &ndash;<\/p><p>&hellip; diese Europ&auml;ische Union betreibt nach <em>au&szlig;en<\/em> seit Beginn des Ukrainekrieges nicht nur Totalverweigerung in Sachen Diplomatie und Deeskalation, sie f&auml;hrt, statt Friedensinitiative um Friedensinitiative zu starten, immer rasanter einen kopflosen, gr&ouml;&szlig;enwahnsinnigen, im Worst Case selbstm&ouml;rderischen Konfrontationskurs gegen die gro&szlig;e Atommacht im Osten des Kontinents!<\/p><p>Statt, wie weiland Stefan Zweig, Romain Rolland et al. im I. Weltkrieg, auf die andere Seite <em>jenseits<\/em> der neuen, t&auml;glich tiefer werdenden Gr&auml;ben zu schauen und, wie damals, endlich eine die Konflikte &uuml;berw&ouml;lbende gro&szlig;e Vision &ndash; das von Michail Gorbatschow angedachte, in Grundz&uuml;gen Ende November 1990 in der &bdquo;Charta von Paris&ldquo; bereits skizzierte &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=125772\">Gemeinsame Haus Europa<\/a>&ldquo; &ndash; ernsthaft anzustreben, geb&auml;rdet die Europ&auml;ische Union sich wie eine rasende Kriegsfurie, der selbst das Gesp&uuml;r f&uuml;r die eigenen Interessen l&auml;ngst abhanden gekommen ist! Der abenteuerliche, nein: brandgef&auml;hrliche Vorschlag der EU-Au&szlig;enbeauftragten <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/shorts\/isYJrh2WI2Y\">Kaja Kallas<\/a>, Russland in zahlreiche Einzelstaaten zu zerlegen, und die schrille Rhetorik der <a href=\"https:\/\/www.europarl.europa.eu\/doceo\/document\/RC-10-2024-0191_DE.html\">Russlandresolution<\/a> vom 26. November letzten Jahres &ndash; mit ihrer, auch von Vertretern der &bdquo;The Left&ldquo;-Fraktion akklamierten, Forderung nach dem Einsatz u.a. deutscher Taurus-Marschflugk&ouml;rper &ndash; lesen sich wie eine Kriegserkl&auml;rung.<\/p><p>Dazu der ehemalige jahrzehntelange UNO-Diplomat und Berater von vier UN-Generalsekret&auml;ren, er sitzt heute f&uuml;r das BSW im Europaparlament, <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/geopolitik\/ukraine-krieg-neue-eu-resolution-bringt-europa-an-den-rand-des-dritten-weltkriegs-li.2276728\">Michael von der Schulenburg<\/a>: &bdquo;F&uuml;r mich, der ich immer ein gl&uuml;hender Anh&auml;nger der europ&auml;ischen Idee gewesen bin, ist es schmerzhaft, die Debatten einer kriegsl&uuml;sternen und hasserf&uuml;llten Parlamentsmehrheit mitanzuh&ouml;ren. Ich frage mich dann: Was f&uuml;r ein Monster haben wir mit der EU erschaffen?&ldquo;<\/p><p>Dem ist nichts weiter hinzuzuf&uuml;gen.<\/p><p><em>Mit freundlicher Genehmigung <a href=\"https:\/\/globalbridge.ch\/ach-europa-traenen-eines-deutschen-europaeers\/\">von Globalbridge<\/a>.<\/em><\/p><p><em>Leserbriefe zu diesem Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=128948\">finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: Spontane Verbr&uuml;derungen deutscher, franz&ouml;sischer und britischer Soldaten, Weihnachten 1914 in Flandern. (Nachgestellt im Film &bdquo;Joyeux No&euml;l&ldquo;.), Senator Film<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Europa&ldquo;. Das war vor hundert Jahren f&uuml;r die weitsichtigen, vers&ouml;hnungsbereiten Geister aller L&auml;nder die nationen&uuml;bergreifende Vision einer friedlichen Zukunft auf unserem Kontinent. Das war jahrzehntelang auch mein pers&ouml;nliches deutsch-franz&ouml;sisches Gl&uuml;ck. &ndash; Aber aus dem &bdquo;Friedensprojekt Europ&auml;ische Union&ldquo; ist eine kopflos rasende Kriegsfurie geworden. Von <strong>Leo Ensel.<\/strong><\/p>\n<p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":128513,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,181,170],"tags":[3360,1101,1043,1257,259,3097,966],"class_list":["post-128512","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-europapolitik","category-friedenspolitik","tag-europaeische-union","tag-europaeischer-gedanke","tag-frankreich","tag-pazifismus","tag-russland","tag-staedtepartnerschaften","tag-weltkrieg"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/0408659.jpeg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/128512","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=128512"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/128512\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":128951,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/128512\/revisions\/128951"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/128513"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=128512"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=128512"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=128512"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}