{"id":128536,"date":"2025-02-11T14:26:29","date_gmt":"2025-02-11T13:26:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=128536"},"modified":"2025-02-11T16:35:49","modified_gmt":"2025-02-11T15:35:49","slug":"wie-kanzlerkandidat-habeck-mit-falschbehauptungen-die-plagiatsvorwuerfe-gegen-ihn-entkraeften-will-und-die-fragwuerdige-rolle-der-medien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=128536","title":{"rendered":"Wie Kanzlerkandidat Habeck mit Falschbehauptungen die Plagiatsvorw\u00fcrfe gegen ihn entkr\u00e4ften will und die fragw\u00fcrdige Rolle der Medien"},"content":{"rendered":"<p>Der &ouml;sterreichische Plagiatsgutachter Stefan Weber, der bereits vor vier Jahren der damaligen Gr&uuml;nen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock massives Plagiieren nachwies, hat am 10. Februar eine 188 Seite umfassende Plagiatsanalyse der Doktorarbeit von Robert Habeck vorgelegt. In dieser weist er detailliert &uuml;ber 120 &bdquo;Quellen-, Zitats- und Textplagiate&ldquo; des aktuellen Gr&uuml;nen-Spitzenkandidaten nach. Noch vor dieser Ver&ouml;ffentlichung ging Habeck an die &Ouml;ffentlichkeit und erkl&auml;rte in einem Videostatement, dass sowohl die Universit&auml;t Hamburg als auch der Pr&auml;sident der Leopoldina, der Nationalen Akademie der Wissenschaften, die Vorw&uuml;rfe gegen ihn entkr&auml;ftet h&auml;tten. Doch diese Darstellung ist h&ouml;chst manipulativ. Ein Gro&szlig;teil der deutschen Medien &uuml;bernahm jedoch diese Habeck&rsquo;sche Version und nahm damit einseitig Partei zugunsten des Gr&uuml;nen-Politikers. Von <strong>Florian Warweg<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9340\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-128536-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250211_Wie_Kanzlerkandidat_Habeck_mit_Falschbehauptungen_die_Plagiatsvorwuerfe_gegen_ihn_entkraeften_will_und_die_fragwuerdige_Rolle_der_Medien_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250211_Wie_Kanzlerkandidat_Habeck_mit_Falschbehauptungen_die_Plagiatsvorwuerfe_gegen_ihn_entkraeften_will_und_die_fragwuerdige_Rolle_der_Medien_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250211_Wie_Kanzlerkandidat_Habeck_mit_Falschbehauptungen_die_Plagiatsvorwuerfe_gegen_ihn_entkraeften_will_und_die_fragwuerdige_Rolle_der_Medien_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250211_Wie_Kanzlerkandidat_Habeck_mit_Falschbehauptungen_die_Plagiatsvorwuerfe_gegen_ihn_entkraeften_will_und_die_fragwuerdige_Rolle_der_Medien_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=128536-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250211_Wie_Kanzlerkandidat_Habeck_mit_Falschbehauptungen_die_Plagiatsvorwuerfe_gegen_ihn_entkraeften_will_und_die_fragwuerdige_Rolle_der_Medien_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250211_Wie_Kanzlerkandidat_Habeck_mit_Falschbehauptungen_die_Plagiatsvorwuerfe_gegen_ihn_entkraeften_will_und_die_fragwuerdige_Rolle_der_Medien_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Am 10. Februar um 10:32 Uhr ver&ouml;ffentlichte Robert Habeck auf seinem extra f&uuml;r den Wahlkampf wiederer&ouml;ffneten X-Kanal folgende Mitteilung: <\/p><blockquote><p>\n    &bdquo;Ich rechne damit, dass heute, wenige Tage vor der Bundestagswahl, Vorw&uuml;rfe gegen meine Doktorarbeit, die ich vor 25 Jahren in Hamburg geschrieben habe, ver&ouml;ffentlicht werden. Ich habe mich entschieden, das Ganze transparent zu machen. Denn ich kenne die Vorw&uuml;rfe &ndash; und konnte sie vorab pr&uuml;fen lassen.<\/p>\n<p>    Das Ergebnis: Die Ombudsstelle der Universit&auml;t Hamburg hat die Vorw&uuml;rfe entkr&auml;ftet und best&auml;tigt, dass kein wissenschaftliches Fehlverhalten vorliegt. Ich habe auch den Pr&auml;sident der Leopoldina, der Nationalen Akademie der Wissenschaften, um eine Einsch&auml;tzung gebeten. Auch er hat keine Zweifel an der Eigenst&auml;ndigkeit der wissenschaftlichen Arbeit.<\/p>\n<p>    Die Anschuldigungen &ndash; &uuml;brigens nicht wie sonst Textplagiate, sondern Ungenauigkeiten in den Fu&szlig;noten &ndash; stammen vom Plagiatsj&auml;ger Stefan Weber. Wer ihn beauftragt hat und wer ihn bezahlt, wei&szlig; ich nicht, da er seine Geldquellen ja im Verborgenen l&auml;sst und &uuml;ber seine Geldgeber keine Transparenz herstellt. Einmal konnte durch journalistische Recherche aufgezeigt werden, dass es das Nachrichtenportal NIUS war.<\/p>\n<p>    Ein letztes: Herr Weber wird auch Vorw&uuml;rfe gegen die Doktorarbeit meiner Frau erheben. Meine Frau kandidiert aber f&uuml;r kein politisches Mandat. Sie ist nicht Teil dieses Wahlkampfs. Ich bitte darum, meine Familie rauszuhalten.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><div class=\"external-2click\" data-provider=\"X (Twitter)\" data-provider-slug=\"twitter\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Tweets werden Daten an X (ehemals Twitter) &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von X (Twitter) zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><blockquote class=\"external-2click-target twitter-tweet\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Ich rechne damit, dass heute, wenige Tage vor der Bundestagswahl, Vorw&uuml;rfe gegen meine Doktorarbeit, die ich vor 25 Jahren in Hamburg geschrieben habe, ver&ouml;ffentlicht werden. Ich habe mich entschieden, das Ganze transparent zu machen. Denn ich kenne die Vorw&uuml;rfe &ndash; und konnte sie&hellip; <a href=\"https:\/\/t.co\/DhVvgB7Tuu\">pic.twitter.com\/DhVvgB7Tuu<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Robert Habeck (@roberthabeck) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/roberthabeck\/status\/1888898877345931446?ref_src=twsrc%5Etfw\">February 10, 2025<\/a><\/p><\/blockquote><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"twitter\">Inhalte von X (Twitter) nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><p> <\/p><p>Diese Darstellung von Habeck ist aus mehreren Gr&uuml;nden h&ouml;chstproblematisch: <\/p><ol>\n<li>Seine Behauptung, &bdquo;Die Ombudsstelle der Universit&auml;t Hamburg hat die Vorw&uuml;rfe entkr&auml;ftet und best&auml;tigt, dass kein wissenschaftliches Fehlverhalten vorliegt&ldquo;, ist in dieser Form nicht korrekt. <\/li>\n<\/ol><p>Denn die Universit&auml;t Hamburg betont in ihrer<a href=\"https:\/\/www.uni-hamburg.de\/newsroom\/im-fokus\/2025\/0210-stellungnahme.html\"> Stellungnahme<\/a> vom 10. Februar zu dem Thema zum einen explizit, dass sie bisher lediglich die von Robert Habeck im Januar 2025, also vor der Ver&ouml;ffentlichung der Plagiatsanalyse von Weber, selbst eingereichten &bdquo;Hinweise&ldquo; &uuml;berpr&uuml;ft hat (&bdquo;Dr. Robert Habeck hat sich im Januar 2025 an die Universit&auml;t Hamburg (UHH) gewandt&hellip;&ldquo;). <\/p><p>Zum anderen, und das unterschl&auml;gt ein Gro&szlig;teil der bisherigen Berichterstattung ebenso, erkl&auml;rt die Uni Hamburg in ihrer Pressemitteilung, dass aktuell &bdquo;neue Hinweise&ldquo; zu Habecks Doktorarbeit &bdquo;sorgf&auml;ltig begutachtet und fachlich eingeordnet&ldquo; werden. Angesichts einer folglich noch laufenden Plagiats-Untersuchung an der Uni Hamburg geh&ouml;rt schon eine ordentliche Portion Chuzpe dazu, der &Ouml;ffentlichkeit zu erkl&auml;ren, diese h&auml;tte die Vorw&uuml;rfe bereits umfassend entkr&auml;ftet: <\/p><blockquote><p>&bdquo;Nach dem Versand dieses Schreibens erreichten die Ombudsstelle durch Dr. Robert Habeck neue Hinweise die besagte Doktorarbeit betreffend. Diese werden aktuell nach dem oben beschriebenen Verfahren ebenfalls sorgf&auml;ltig begutachtet und fachlich eingeordnet.&ldquo;<\/p><\/blockquote><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250211-Habeck-Plagiatsvorwurf-Screen1.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250211-Habeck-Plagiatsvorwurf-Screen1.jpg\" alt=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><ol start=\"2\">\n<li>Mindestens ebenso problematisch ist Habecks darauffolgende Verteidigungstaktik, dass er auch den Pr&auml;sidenten der Leopoldina, der Nationalen Akademie der Wissenschaften, um eine Einsch&auml;tzung gebeten h&auml;tte und dieser zu dem Schluss gekommen sei, dass es &bdquo;keine Zweifel an der Eigenst&auml;ndigkeit der wissenschaftlichen Arbeit&ldquo; geben w&uuml;rde. <\/li>\n<\/ol><p>Dazu muss man wissen, dass die Leopoldina, der gesamte Titel lautet &bdquo;Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina e. V. &ndash; Nationale Akademie der Wissenschaften&ldquo;, zu 80 Prozent von der Bundesregierung finanziert wird und auch den expliziten Auftrag hat, diese zu beraten. Der von Habeck zu Plagiatsfragen seiner Dissertation in der Literaturwissenschaft konsultierte Chef der Leopoldina, Prof. Dr. Gerald Haug, ist wiederum Pal&auml;oklimatologe und hat sich auf die Untersuchung von Sedimentkernen aus Ozeanen und Seen spezialisiert. Der Gr&uuml;nen-Kanzlerkandidat und noch amtierende Wirtschaftsminister bittet also einen Naturwissenschaftler ohne jede Expertise in Literaturwissenschaften und der einer Institution vorsteht, deren finanzielle Ausstattung vom guten Willen der Bundesregierung abh&auml;ngt, um eine Bewertung von Plagiatsvorw&uuml;rfen zu seiner Doktorarbeit mit dem Titel <a href=\"https:\/\/d-nb.info\/961036354\/04\">&bdquo;Die Natur der Literatur &ndash; zur gattungstheoretischen Begr&uuml;ndung literarischer &Auml;sthetizit&auml;t&ldquo;<\/a>. Die Absurdit&auml;t ergibt sich noch deutlicher, wenn man den Fall umdrehen w&uuml;rde, und man einen Literaturwissenschaftler etwa mit Spezialisierung auf postmoderne Literatur die Doktorarbeit des Pal&auml;oklimatologen Haug zum Thema &bdquo;Zur Pal&auml;o-Ozeanographie und Sedimentationsgeschichte im Nordwest-Pazifik w&auml;hrend der letzten 6 Millionen Jahre&ldquo; pr&uuml;fen lie&szlig;e.<\/p><p>Dazu kommt, dass Haug als Gr&uuml;nen-nah gilt und unter anderem bei einem Sommerfest der Gr&uuml;nen als Ehrengast und Redner <a href=\"https:\/\/www.gruene-odenwald.de\/prof-gerald-haug-das-klimaziel-15-grad-ist-nicht-mehr-erreichbar\/\">auftrat<\/a>.<\/p><p>Vor diesem Hintergrund wirft es auch einige Frage auf, wieso sich Haug in seiner Funktion &uuml;berhaupt dazu einspannen lie&szlig;, mitten im Wahlkampf eine entsprechende Einsch&auml;tzung in einem ihm v&ouml;llig fachfremden Thema zu Gunsten des Gr&uuml;nen-Kanzlerkandidaten abzugeben. Dies zudem vor der eigentlichen Ver&ouml;ffentlichung des Plagiatsgutachtens. <\/p><ol start=\"3\">\n<li>Des Weiteren behauptet Habeck weiter, &bdquo;die Anschuldigungen&ldquo; seien &bdquo;nicht wie sonst Textplagiate, sondern Ungenauigkeiten in den Fu&szlig;noten&ldquo;. Auch diese Darstellung entspricht nicht der Wahrheit. <\/li>\n<\/ol><p>In dem <a href=\"https:\/\/plagiatsgutachten.com\/blog\/quellenplagiator-robert-habeck\/\">Plagiatsgutachten<\/a>, welches erst einige Stunden nach der Stellungnahme von Habeck ver&ouml;ffentlicht wurde, belegt Weber auf 188 Seiten umfassend und detailliert die von ihm gefundenen 128 &bdquo;Quellen-, Zitats- und Textplagiate&ldquo;. <\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250211-Habeck-Plagiatsvorwurf-Screen2.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250211-Habeck-Plagiatsvorwurf-Screen2.jpg\" alt=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Es handelt sich dabei mitnichten, wie Habeck in seinem Videostatement glauben machen will, um &bdquo;Ungenauigkeiten in den Fu&szlig;noten&ldquo;. Der aktuelle Gr&uuml;nen-Kanzlerkandidat zitiert in seiner Doktorarbeit Geistesgr&ouml;&szlig;en wie unter anderem Walter Benjamin, Sigmund Freud, Immanuel Kant, Friedrich H&ouml;lderlin, Wilhelm von Humboldt, Immanuel Kant, Martin Heidegger, Jean Paul Sartre und Jacques Derrida als Prim&auml;rquellen. Es gibt also vor, diese im jeweiligen Original gelesen zu haben. Tats&auml;chlich aber gelingt Weber in seinem Gutachten der Nachweis, dass Habeck &bdquo;diese offensichtlich nie als Originalquellen konsultiert und offensichtlich nie gelesen, da die Quellenangaben nachweislich von anderen, ungenannten Werken abgeschrieben wurden&ldquo;. Ebenso weist er, im Gegensatz zur Habeck&rsquo;schen Darstellung, auch direkte Plagiate im Flie&szlig;text nach. <\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250211-Habeck-Plagiatsvorwurf-Screen3.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250211-Habeck-Plagiatsvorwurf-Screen3.jpg\" alt=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><strong>Beispiele f&uuml;r direkte Textplagiate <\/strong><\/p><p>Zu den nachgewiesenen direkten Textplagiaten sei exemplarisch auf zwei Beispiele (von unz&auml;hlig weiteren) verwiesen: <\/p><p>Beispiel 1: Auf Seite 23 seiner Dissertation hat Habeck nachweislich aus der Doktorarbeit &bdquo;Selbstreferentialit&auml;t in der zeitgen&ouml;ssischen britischen Lyrik. Die Postmodernediskussion und ihre systemtheoretische Pr&auml;zisierung vor dem soziokulturellen Hintergrund Gro&szlig;britanniens&ldquo; der Literaturwissenschaftlerin Andrea Paluch (seiner Frau) plagiert (S.11 des Gutachtens).<\/p><p><strong>Links Habecks Doktorarbeit, rechts die seiner Frau: <\/strong><\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250211-Habeck-Plagiatsvorwurf-Screen4.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250211-Habeck-Plagiatsvorwurf-Screen4.jpg\" alt=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Beispiel 2: Noch evidenter hat Habeck aus dem Werk &bdquo;Der spekulative Satz: Bemerkungen zum Begriff der Spekulation bei Hegel&rdquo; des mittlerweile emeritierten Philosophie-Professors G&uuml;nter Wohlfart abgeschrieben, ohne dies kenntlich zu machen. In diesem Fall liegt laut Weber sogar eine Best&auml;tigung vom Autor vor, dass es sich dabei nachweislich um ein Plagiat von Habeck handelt (S.32 des Gutachtens):<\/p><p><strong>Links Habeck, rechts Wohlfart: <\/strong><\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250211-Habeck-Plagiatsvorwurf-Screen5.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250211-Habeck-Plagiatsvorwurf-Screen5.jpg\" alt=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><strong>Beispiele f&uuml;r Zitatplagiate<\/strong><\/p><p>Ebenso exemplarisch sei auf zwei (von insgesamt &uuml;ber 100) von Habeck angegebenen vorgeblichen Zitaten aus Prim&auml;rquellen verwiesen, die nachweislich aus Sekund&auml;rquellen anderer Autoren stammen. Das Vorgehen ist allgemein als Zitatplagiat bekannt und gilt als unwissenschaftlich und war eine der <a href=\"https:\/\/www.rechtsanwaltmoebius.de\/urteile\/vg-duesseldorf_15-k-2271-13_dissertation-taueschung-entziehung-doktorgrad.html\">Hauptgr&uuml;nde<\/a> f&uuml;r die Aberkennung des Doktortitels der ehemaligen CDU-Bildungsministerin Annette Schavan. <\/p><p><strong>Erstes Beispiel: <\/strong><\/p><p>Habeck zitiert auf Seite 44 seiner Dissertation aus dem Werk &bdquo;Anthropologie&ldquo; des K&ouml;nigsberger Philosophen Immanuel Kant. Tats&auml;chlich hat Habeck aber das Zitat nicht aus dem Original, sondern vom Philosophieprofessor Tilman Borsche und dessen &bdquo;Klassiker der Sprachphilosophie. Von Platon bis Noam Chomsky&rdquo; von 1996 abgeschrieben. Links erneut die Textstelle in Habecks Dissertation, rechts die von Habeck zitierte, aber nicht kenntlich gemachte Sekund&auml;rquelle und ganz unten rechts die Originalstelle bei Kant, die sich in der Satzstellung vom abgeschriebenen Zitat signifikant unterscheidet und damit das Zitatplagiat von Habeck belegt: <\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250211-Habeck-Plagiatsvorwurf-Screen6.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250211-Habeck-Plagiatsvorwurf-Screen6.jpg\" alt=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><strong>Zweites Beispiel: <\/strong><\/p><p>Auf Seite 35 der Doktorarbeit gibt Habeck vor, den franz&ouml;sischen Philosophen Jacques Derrida, der als einer der Hauptvertreter der Dekonstruktion gilt, als Prim&auml;rquelle zu zitieren. Tats&auml;chlich deutet aber alles darauf hin, dass er das Zitat einfach aus dem Werk des Frankfurter Philosophieprofessors Christoph Menke &bdquo;Die Souver&auml;nit&auml;t der Kunst. &Auml;sthetische Erfahrung nach Studies&rdquo; abgeschrieben hat. Insbesondere die &Uuml;bernahme der unvollst&auml;ndigen Literaturangabe zum Zeitschriftnamen &bdquo;Glyph&ldquo; statt korrekterweise &bdquo;Glyph. John Hopkins Textual Studies&rdquo; belegt dies: <\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250211-Habeck-Plagiatsvorwurf-Screen7.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250211-Habeck-Plagiatsvorwurf-Screen7.jpg\" alt=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Das die aufgez&auml;hlten Zitatplagiate, von denen Weber, neben den zahlreichen Quellen- und Textplagiaten, &uuml;ber 100 gefunden hat, keineswegs eine vernachl&auml;ssigbare Unachtsamkeit darstellen, wie Habeck dies versucht darzustellen, wird deutlich, wenn man sich die entsprechenden <a href=\"https:\/\/www.rechtsanwaltmoebius.de\/urteile\/vg-duesseldorf_15-k-2271-13_dissertation-taueschung-entziehung-doktorgrad.html\">Ausf&uuml;hrungen des Verwaltungsgerichts D&uuml;sseldorf<\/a> von 2014 anl&auml;sslich der Aberkennung des Doktortitels der CDU-Bildungsministerin Annette Schavan in Erinnerung ruft (Fettdruck FW): <\/p><blockquote><p><em>&bdquo;Ma&szlig;geblich ist insoweit ausschlie&szlig;lich, ob und inwieweit die der Sekund&auml;rliteratur entnommenen Paraphrasen, die sich zu den Prim&auml;rquellen verhalten, als solche kenntlich gemacht worden sind. Fehlt es, wie hier, an einer solchen Kenntlichmachung und bezieht sich die Kl&auml;gerin auf eine Prim&auml;rquelle, deren Inhalt und\/oder Deutung sie letztlich aus einer nicht nachgewiesenen Sekund&auml;rquelle abschreibt,&nbsp;t&auml;uscht sie. Dabei muss der R&uuml;ckgriff auf Sekund&auml;rliteratur auch nicht lediglich im Grundsatz offen gelegt werden,&nbsp;sondern immer, also in jedem Einzelfall, in dem Sekund&auml;rliteratur gedanklich bzw. sinngem&auml;&szlig; oder w&ouml;rtlich &uuml;bernommen wird. Unerheblich ist daher auch, ob und gegebenenfalls inwieweit sich eine von der Kl&auml;gerin verwendete Textaussage bereits aus der angegebenen Prim&auml;rquelle erschlie&szlig;t. <strong>Entscheidend ist lediglich, dass sie Passagen w&ouml;rtlich oder leicht abgewandelt ohne entsprechenden Nachweis der &sbquo;Zwischenquelle&lsquo; &uuml;bernommen hat, ohne diese Fremdleistung erkennbar zu machen.&ldquo;<\/strong>&nbsp;<\/em><\/p><\/blockquote><p>Die ganze <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/innenpolitik\/habeck-doktorarbeit-vorwuerfe-100.html\">mediale Parteilichkeit<\/a> in der Causa Habeck und Plagiatsvorw&uuml;rfe wird nochmal offensichtlicher, wenn man sich bewusst macht, mit welcher Vehemenz dieselben Akteure, die sich jetzt sch&uuml;tzend vor den Gr&uuml;nen-Kanzlerkandidaten werfen, &uuml;ber die Politikwissenschaftlerin Ulrike Gu&eacute;rot hergefallen sind. Bei dieser ging es wohlgemerkt ebenfalls um &bdquo;Zitierungenauigkeiten&ldquo; &ndash; mit einem gewaltigen Unterschied: Bei Gu&eacute;rot steht ein unwissenschaftlicher Essayband im Mittelpunkt der Plagiatsvorw&uuml;rfe, bei Habeck das zentrale Werk, die Grundlage, mit der sich Wissenschaftler in Deutschland f&uuml;r eine akademische Karriere empfehlen. Es wird vor diesem Hintergrund interessant zu beobachten sein, wie juristisch und medial die Bewertung des am 16. Mai anstehenden Urteils zur K&uuml;ndigungsschutzklage von Gu&eacute;rot gegen die Universit&auml;t Bonn ausfallen wird: <\/p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"X (Twitter)\" data-provider-slug=\"twitter\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Tweets werden Daten an X (ehemals Twitter) &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von X (Twitter) zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><blockquote class=\"external-2click-target twitter-tweet\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Sehr interessant!<\/p>\n<p>Auch bei mir geht es letztlich nur um ein paar Zitier- Ungenauigkeiten &ndash; und das in einem alten, nicht-wissenschaftlichen Buch!<\/p>\n<p>Ich bin daher gespannt, wie das LAG K&ouml;ln u.a. vor diesem Hintergrund am 16. Mai mit meiner K&uuml;ndigungsschutzklage verfahren wird <a href=\"https:\/\/t.co\/A0zbCOIs47\">https:\/\/t.co\/A0zbCOIs47<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Ulrike Gu&eacute;rot (@ulrikeguerot) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ulrikeguerot\/status\/1888941146442776901?ref_src=twsrc%5Etfw\">February 10, 2025<\/a><\/p><\/blockquote><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"twitter\">Inhalte von X (Twitter) nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><p> <\/p><p>In der aktuellen Debatte wird immer wieder, auch von sonst als Habeck-Kritiker bekannten Politikern und Journalisten betont, dass man den Gr&uuml;nen-Kanzlerkandidaten f&uuml;r seine aktuelle Politik kritisieren solle, nicht aber f&uuml;r Verfehlungen bei einer 25 Jahre zur&uuml;ckliegenden Doktorarbeit. Diese Einsch&auml;tzung teilt der Autor dieser Zeilen nicht. Zum einen sollte man nicht vergessen, dass die Gr&uuml;nen keine Minute gez&ouml;gert hatten, aus den Plagiatsvorw&uuml;rfen gegen politische Kontrahenten wie Guttenberg, Schavan oder auch die schon erw&auml;hnte Gu&eacute;rot politisches Kapital zu schlagen. Damals ohne zu z&ouml;gern verbal zugeschlagen zu haben und jetzt aber im Falle eigener Betroffenheit R&uuml;cksicht einzufordern, best&auml;tigt nur erneut den hohen Grad an Gr&uuml;nen-Doppelstandards. Zum anderen, und das ist der weitaus relevantere Punkt in dieser Causa, sollte man jemanden, der das Staatsamt mit dem h&ouml;chsten Machtfaktor in der Bundesrepublik anstrebt und sich dabei selbst gerne als Intellektuellen verkauft, sehr wohl an dessen bisher gezeigten wissenschaftlichen und ethischen Standards messen. <\/p><p><small>Titelbild: Screenshot vom Videobeitrag <a href=\"https:\/\/x.com\/roberthabeck\/status\/1888898877345931446\">Robert Habecks vom 10. Februar<\/a><\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=126400\">Robert Habeck sitzt im Glashaus und wirft mit Hinkelsteinen: &bdquo;Desinformation, schamlosen L&uuml;gen, erfundene Beschuldigungen&ldquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=127943\">Wahlkampf am Limit: Habecks ma&szlig;lose Selbstinszenierung macht auch vor Auschwitz nicht halt<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=111483\">Habeck findet es &bdquo;schwer zu ertragen&ldquo;, dass NachDenkSeiten ihn mit kritischen Fragen bel&auml;stigen und l&uuml;gt nachweislich auf BPK<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=128012\">Drittes Rezessionsjahr in Folge: Sieht Minister Habeck auch eigene Fehler, die zu dieser Entwicklung f&uuml;hrten?<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/b1c55e5dd0474b4da5435a544c1c4e23\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der &ouml;sterreichische Plagiatsgutachter Stefan Weber, der bereits vor vier Jahren der damaligen Gr&uuml;nen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock massives Plagiieren nachwies, hat am 10. Februar eine 188 Seite umfassende Plagiatsanalyse der Doktorarbeit von Robert Habeck vorgelegt. In dieser weist er detailliert &uuml;ber 120 &bdquo;Quellen-, Zitats- und Textplagiate&ldquo; des aktuellen Gr&uuml;nen-Spitzenkandidaten nach. Noch vor dieser Ver&ouml;ffentlichung ging Habeck an<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=128536\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":128537,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,198,161],"tags":[2366,959],"class_list":["post-128536","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-einzelne-politiker-personen-der-zeitgeschichte","category-wertedebatte","tag-habeck-robert","tag-plagiat"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/250211-Habeck-Plagiatsvorwurf-Cover.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/128536","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=128536"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/128536\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":128550,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/128536\/revisions\/128550"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/128537"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=128536"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=128536"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=128536"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}