{"id":128541,"date":"2025-02-12T10:00:26","date_gmt":"2025-02-12T09:00:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=128541"},"modified":"2025-02-14T07:23:45","modified_gmt":"2025-02-14T06:23:45","slug":"usaid-schliessung-wer-organisiert-kuenftig-den-informationskrieg-des-westens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=128541","title":{"rendered":"USAID-Schlie\u00dfung \u2013 wer organisiert k\u00fcnftig den Informationskrieg des Westens?"},"content":{"rendered":"<p>Wer sich bereits ein wenig mit der <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=126942\">hybriden Kriegsf&uuml;hrung der USA<\/a> besch&auml;ftigt hat, musste sich in der letzten Woche sicher verdutzt die Augen reiben. Die erste Beh&ouml;rde, die dem Rotstift der von US-Pr&auml;sident Trump eingesetzten und von Milliard&auml;r Elon Musk geleiteten Abteilung f&uuml;r Regierungseffizienz (DOGE) zum Opfer gefallen ist, ist ausgerechnet die vermeintliche US-&bdquo;Entwicklungshilfebeh&ouml;rde&ldquo; USAID. Deutsche Medien kritisierten sogleich, dass Trump und Musk die <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/amerika\/humanitaere-hilfe-usa-100.html\">&bdquo;Entwicklungshilfe demontierten&ldquo;<\/a> &ndash; gerade so, als sei USAID eine Art gro&szlig;es &bdquo;Brot f&uuml;r die Welt&ldquo;. Doch das ist falsch. Nat&uuml;rlich betreibt USAID auch klassische Entwicklungshilfe. Die f&uuml;r die US-Regierung viel wichtigere Aufgabe von USAID ist jedoch die, US-Propaganda zu verbreiten und andere Staaten auf US-Linie zu bringen. Dies l&auml;sst sich insbesondere in der Ukraine beobachten, wo neun von zehn Medienunternehmen ma&szlig;geblich von USAID finanziert wurden. Nun hofft man dort, dass die EU die L&uuml;cke schlie&szlig;t, die Trump und Musk aufgerissen haben. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8810\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-128541-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250212_USAID_Schliessung_wer_organisiert_kuenftig_den_Informationskrieg_des_Westens_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250212_USAID_Schliessung_wer_organisiert_kuenftig_den_Informationskrieg_des_Westens_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250212_USAID_Schliessung_wer_organisiert_kuenftig_den_Informationskrieg_des_Westens_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250212_USAID_Schliessung_wer_organisiert_kuenftig_den_Informationskrieg_des_Westens_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=128541-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250212_USAID_Schliessung_wer_organisiert_kuenftig_den_Informationskrieg_des_Westens_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250212_USAID_Schliessung_wer_organisiert_kuenftig_den_Informationskrieg_des_Westens_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><em>Dieser Artikel liegt auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/flyer\/250211_USAID-Schliessung_PDF_Berger-NDS.pdf\">als gestaltetes PDF vor<\/a>. Wenn Sie ihn ausdrucken oder weitergeben wollen, nutzen Sie bitte diese M&ouml;glichkeit. Weitere Artikel in dieser Form <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=54\">finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p><p><strong>Hand in Hand mit dem Geheimdienst<\/strong><\/p><p>Eine der wohl gr&ouml;&szlig;ten Legenden des Journalismus ist es, frei und unabh&auml;ngig zu sein. Schon in der Nachkriegszeit infiltrierte die CIA nahezu alle gro&szlig;en US-Medien, und die arbeiteten auch willf&auml;hrig mit dem Geheimdienst zusammen, wie es der Watergate-Journalist Carl Bernstein bereits 1977 in einem damals <a href=\"https:\/\/www.carlbernstein.com\/the-cia-and-the-media-rolling-stone-10-20-1977\">aufsehenerregenden Artikel<\/a> schilderte. Doch nicht nur US-Medien standen w&auml;hrend des Kalten Kriegs unter dem Einfluss von US-Diensten, auch und gerade ausl&auml;ndische Medien waren stets im Visier der Schlapph&uuml;te. Das ist verst&auml;ndlich. Was wir denken und was wir f&uuml;r richtig oder falsch halten, ist oft das Produkt der Medienberichterstattung. Es gibt wohl kein besseres Instrument, ganze V&ouml;lker in die gew&uuml;nschte Richtung zu beeinflussen, als die gezielte Manipulation durch die Medien. Wobei Manipulation in diesem Kontext nicht zwingend hei&szlig;en muss, dass hier Falschinformationen verbreitet werden. Auch das Auslassen von Informationen, die unerw&uuml;nscht sind, und die einseitige Beeinflussung politischer Debatten sind eine Form der Manipulation. Schon Schopenhauer wusste: &bdquo;Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will&ldquo;. Der Kampf um die Deutungshoheit in den K&ouml;pfen ist das Schlachtfeld der hybriden Kriegsf&uuml;hrung, und auf diesem Schlachtfeld haben die USA es &uuml;ber die Jahrzehnte zur Meisterschaft gebracht.<\/p><p>Die United States Agency for International Development (USAID) wurde 1961 von John F. Kennedy ins Leben gerufen. Ziel war es, die zuvor auf zahlreiche verschiedene Beh&ouml;rden verteilten Aufgaben der Entwicklungshilfe und Entwicklungszusammenarbeit besser zu koordinieren und auf eine Beh&ouml;rde zu konzentrierten. Um selbstlosen Altruismus ging es dabei freilich nie. Die Welt befand sich im Kalten Krieg, und in den USA hatte sich sp&auml;testens mit dem Vietnamkrieg die von Lyndon B. Johnson ausgegebene Parole durchgesetzt, man m&uuml;sse einen Krieg um die Herzen und K&ouml;pfe der Menschen f&uuml;hren. Nur so k&ouml;nne die USA, dem damals in vielen Gegenden der Welt aufkeimenden Sozialismus und damit dem Einfluss der Sowjetunion etwas entgegenhalten. Neben der klassischen Entwicklungshilfe ging es dabei von Anfang an auch darum, Meinungen zu beeinflussen, politische Kr&auml;fte, die mit den USA paktieren, zu st&auml;rken und politische Kr&auml;fte, die den Interessen der USA zuwiderliefen, zu verteufeln. Daf&uuml;r brauchte man verb&uuml;ndete Journalisten und Medien.<\/p><p>Seit 1953 gab es bereits die staatliche &bdquo;United States Information Agency&ldquo;, die &uuml;ber Jahrzehnte in enger Zusammenarbeit mit der CIA die ber&uuml;chtigten US-Auslandssender wie RIAS oder Radio Free Europe betrieb. Mit der Gr&uuml;ndung von USAID und der 1983 von Ronald Reagan gegr&uuml;ndeten National Endowment for Democracy (NED) ging man jedoch mehr und mehr dazu &uuml;ber, die Propaganda subtiler zu gestalten, ausl&auml;ndische Journalisten selbst auszubilden und ausl&auml;ndische Medien, die im Sinne der USA agierten, zu finanzieren. Offiziell hie&szlig; das dann nat&uuml;rlich nicht mehr Propaganda, sondern St&auml;rkung unabh&auml;ngiger Medien, der Zivilgesellschaft und demokratischer Kr&auml;fte. Das h&ouml;rt sich ja auch besser an. Nur wie &bdquo;unabh&auml;ngig&ldquo; ist eigentlich ein Medium, das voll und ganz von einem fremden Staat finanziert wird?<\/p><p>Hier kam die USAID ins Spiel. H&auml;tten die USA beispielsweise in Georgien oder der Ukraine in den 1990ern lokale Journalisten direkt von der CIA ausbilden lassen oder ganze Medien von der CIA finanzieren lassen, w&auml;re dies allzu durchsichtig gewesen. Aber wer soll schon etwas sagen, wenn das Ganze zumindest formal &uuml;ber die Entwicklungshilfeschiene l&auml;uft und neben USAID auch noch verschiedene andere staatliche und private Organisationen, wie beispielsweise die NGOs von George Soros, an der Finanzierung beteiligt sind? Es ging ja in der Au&szlig;endarstellung nicht um Regime Change oder Propaganda, sondern stets um zivilgesellschaftliches Engagement oder die Bek&auml;mpfung der Korruption &ndash; dass Letzteres freilich sehr gezielt gegen Gegner der US-Linie eingesetzt wurde und wird, versteht sich von selbst.<\/p><p>Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion fiel der Kampf um die Herzen und K&ouml;pfe in L&auml;ndern Asiens, Afrikas oder S&uuml;damerikas, in denen die USA in Konkurrenz zur Sowjetunion stand, weg. Daf&uuml;r geriet nun der &bdquo;postsowjetische&ldquo; Raum in den Fokus von USAID. Milliarden an Dollar sollten in den n&auml;chsten Jahren allein in den Aufbau amerikafreundlicher Medien und die Ausbildung der daf&uuml;r n&ouml;tigen Journalisten investiert werden. Ein Report, der am Wochenende <a href=\"https:\/\/x.com\/wikileaks\/status\/1888072129327083979?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1888072129327083979%7Ctwgr%5E2362632978eeb56cf5c8955b985ba7849771d52d%7Ctwcon%5Es1_&amp;ref_url=https%3A%2F%2Forganiser.org%2F%3Fp%3D277413\">von WikiLeaks ver&ouml;ffentlicht wurde<\/a>, l&auml;sst den Umfang dieser Aktivit&auml;ten erahnen. USAID hat demnach allein der Organisation &bdquo;Internews Network&ldquo; ganze 473 Millionen US-Dollar zukommen lassen. Internews finanziert nach eigenen Angaben 4.291 Medienunternehmen und hat 9.000 Journalisten ausgebildet.<\/p><p>Internews ist im Gesch&auml;ft der hybriden Kriegsf&uuml;hrung kein Unbekannter. 2001 <a class=\"nolity\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250211_USAID-01.jpg\">beschrieb die <em>Washington Post<\/em> die Organisation mit dem Worten<\/a>: &bdquo;Internews ist einer der erfolgreichsten Akteure des Wandels in der ehemaligen Sowjetunion.&ldquo; In den sp&auml;ten 1990ern hatte Internews, finanziert von USAID und in Zusammenarbeit mit den NGOs von George Soros, seine Aktivit&auml;ten vor allem auf Russland, die Ukraine, Georgien und Serbien konzentriert und hat in 30 L&auml;ndern B&uuml;ros. In Georgien nahm die Organisation 1994 ihre Arbeit auf und half dabei unter anderem beim Aufbau des Fernsehsenders <em>Rustavi-2<\/em>, der durch seine Berichterstattung ma&szlig;geblich zur &bdquo;Rosenrevolution&ldquo; von 2003 <a class=\"nolity\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250211_USAID-03.jpg\">beigetragen hat<\/a>.<\/p><p><strong>Milliarden f&uuml;r Propaganda in der Ukraine<\/strong><\/p><p>Noch massiver war jedoch die von USAID &uuml;ber Internews und andere finanzierte Propagandaarbeit in der Ukraine. Bis 2003 hatte allein Internews dort 220 Trainingsprogramme f&uuml;r Medienschaffende <a href=\"https:\/\/threadreaderapp.com\/thread\/1888746343797301320.html\">durchgef&uuml;hrt<\/a>, bei denen &uuml;ber 2.800 Journalisten ausgebildet werden. Zahlreiche Onlinemedien wie beispielsweise <em>Telekritika<\/em>, die bei der &bdquo;Orangenen Revolution&ldquo; 2004 eine ma&szlig;gebliche Rolle spielen sollten, wurden direkt von Internews gegr&uuml;ndet. Die <em>Frankfurter Allgemeine Zeitung<\/em> <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=125739\">schrieb sp&auml;ter<\/a>: &bdquo;Viele Organisationen, die in der Ukraine aktiv waren, von der staatlichen USAID &uuml;ber die Parteiinstitute der Demokraten und Republikaner NDI und IRI werden direkt oder indirekt von amerikanischen Steuergeldern finanziert, die teils vom Wei&szlig;en Haus und teils vom Kongress kommen.&ldquo;<\/p><p>Nach der &bdquo;Orangenen Revolution&ldquo; wurde es in der Ukraine oberfl&auml;chlich erst einmal wieder ruhiger, doch nun hatten die USA ihren Hebel gefunden, um das Land in die &bdquo;richtige&ldquo; Richtung zu steuern. Als die US-Staatsekret&auml;rin f&uuml;r Au&szlig;enpolitik, Victoria Nuland, 2014 nonchalant nicht nur &bdquo;Fuck the EU&ldquo; sagte, sondern auch eingestand, dass die USA f&uuml;nf Milliarden US-Dollar <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103585\">in die &bdquo;Entwicklung&ldquo; der Ukraine investiert h&auml;tten<\/a>, war genau von dieser verdeckten Propagandaarbeit die Rede, die zu gro&szlig;en Teilen &uuml;ber die Agentur USAID finanziert und koordiniert wurden. Die <em>Huffington Post<\/em> <a href=\"https:\/\/www.huffpost.com\/entry\/us-foreign-aid-ukraine_n_4914682\">berichtete damals dar&uuml;ber<\/a>. So war USAID in dieser Zeit unter anderem auch der &bdquo;gr&ouml;&szlig;te Geldgeber&ldquo; f&uuml;r ukrainische Parteien und Gruppierungen, die bei den Protesten auf dem Maidan eine Rolle spielen sollten. Auf der USAID-Website wurden die Bem&uuml;hungen des Programms seinerzeit wie folgt beschrieben: &bdquo;Schulung von Parteiaktivisten und lokal gew&auml;hlten Beamten zur Verbesserung der Kommunikation mit zivilgesellschaftlichen Gruppen und B&uuml;rgern sowie die Entwicklung von NGO-gef&uuml;hrten Kampagnen zu Fragen der Wahlen und des politischen Prozesses&ldquo;. USAID finanzierte die NGOs und Parteien, die bei den Maidan-Protesten und dem sp&auml;teren Putsch die Macht an sich rissen, und trieb mit seiner gelenkten Berichterstattung &uuml;ber direkt finanzierte ukrainische Medien die Menschen auf den Maidan.<\/p><p>Und so ging es weiter. Das &bdquo;Medienprogramm&ldquo; von USAID f&uuml;r die Ukraine wurde <a href=\"https:\/\/x.com\/talkrealopinion\/status\/1888388703082406133\">2018 auf 75 Millionen USD erh&ouml;ht<\/a>. 2019 wurde Wolodymyr Selenskyj zum Pr&auml;sidenten gew&auml;hlt. Im Wahlkampf versprach er, Gespr&auml;che mit den Separatisten im Donbass aufzunehmen, Frieden mit Russland zu schlie&szlig;en und das Minsker Friedensabkommen umzusetzen. Au&szlig;erdem sprach sich Selenskyj f&uuml;r die Wahrung der Sprach- und Religionsrechte aus, um eine Spaltung der Gesellschaft zu verhindern. Was folgte, war eine massive Kampagne gegen ihn, die vor allem von <a href=\"https:\/\/glenndiesen.substack.com\/p\/usaid-and-ngos-for-narrative-control\">ebenjenen Medien gefahren wurde<\/a>, die von USAID und dem NED finanziert und indirekt gesteuert wurden. Selenskyj geriet unter Druck und &auml;nderte seinen Kurs. Es kam zur Eskalation des Krieges, und nun &uuml;bernahmen die amerikanisch gesteuerten Medien ganz die Deutungshoheit.<\/p><p>Ein <a href=\"https:\/\/rsf.org\/en\/usa-trump-s-foreign-aid-freeze-throws-journalism-around-world-chaos\">Artikel der Organisation &bdquo;Reporter ohne Grenzen&ldquo;<\/a> (selbst eine westliche Einflussgruppe, die sowohl von den USA und ma&szlig;geblich auch von der EU und Frankreich finanziert wird) nennt in einem Protestartikel, der sich &uuml;ber Trumps Schlie&szlig;ung von USAID beschwert, konkrete Zahlen: Demnach sind heute neun von zehn ukrainischen Medien direkt von ausl&auml;ndischen Geldgebern abh&auml;ngig, von denen USAID die Rolle des gr&ouml;&szlig;ten Geldgebers einnimmt.<\/p><blockquote><p>\n<em>USAID-Programme unterst&uuml;tzen unabh&auml;ngige Medien in mehr als 30 L&auml;ndern, aber es ist schwierig, das volle Ausma&szlig; des Schadens zu beurteilen, der den Medien weltweit zugef&uuml;gt wird. Viele Organisationen z&ouml;gern, darauf aufmerksam zu machen, weil sie bef&uuml;rchten, langfristige Finanzierungen zu riskieren oder politisch angegriffen zu werden. Laut einem USAID-Informationsblatt, das inzwischen offline genommen wurde, finanzierte die Beh&ouml;rde im Jahr 2023 die Ausbildung und Unterst&uuml;tzung von 6.200 Journalisten, half 707 nichtstaatlichen Nachrichtenagenturen und unterst&uuml;tzte 279 zivilgesellschaftliche Organisationen aus dem Mediensektor, die sich f&uuml;r die St&auml;rkung unabh&auml;ngiger Medien einsetzen. Das Budget f&uuml;r Auslandshilfe 2025 enthielt 268.376.000 Dollar, die vom Kongress zur Unterst&uuml;tzung &bdquo;unabh&auml;ngiger Medien und des freien Informationsflusses&ldquo; bereitgestellt wurden.<\/em><br>\n(Quelle: <a href=\"https:\/\/rsf.org\/en\/usa-trump-s-foreign-aid-freeze-throws-journalism-around-world-chaos\">Reporter ohne Grenzen<\/a>)\n<\/p><\/blockquote><p>Wir der &ouml;sterreichische <em>Standard<\/em> heute berichtet, gibt es nun bei den ukrainischen Meinungsmachern <a href=\"https:\/\/www.derstandard.de\/story\/3000000256873\/ukrainische-medien-moeglicherweise-von-kuerzungen-bei-usaid-betroffen\">gr&ouml;&szlig;te Sorgen<\/a>, dass ihnen mit dem Ende von USAID das Geld ausgeht. Die Chefin des ukrainischen Portals <em>Slidstvo.Info<\/em> wird vom <em>Standard<\/em> mit den Worten &bdquo;Ungef&auml;hr 80 Prozent unseres Budgets war Geld der US-Regierung&ldquo; zitiert. Jetzt schaue man sich nach anderen F&ouml;rderungen um und hofft offenbar darauf, dass die EU die Rolle der USA als Geldgeber &uuml;bernimmt. V&ouml;llig unrealistisch ist dies nicht.<\/p><p><strong>Wie geht es nun weiter?<\/strong><\/p><p>Dass die erste K&uuml;rzung von Trump und Musk ausgerechnet USAID getroffen hat, war kein Zufall. Formal war USAID bis zu seiner Schlie&szlig;ung eine unabh&auml;ngige Beh&ouml;rde, die nicht direkt dem Einfluss des Wei&szlig;en Hauses unterstand und finanziell gewisse Freiheiten genoss. So beschrieb ein Whistleblower einer der Hillary-Clinton-Mails, die <a href=\"https:\/\/x.com\/wikileaks\/status\/1888593697190625349\">von WikiLeaks ver&ouml;ffentlicht wurden<\/a>, die Beh&ouml;rde als &bdquo;Schmiergeldfonds des Au&szlig;enministeriums&ldquo;. Sicher, ein Gro&szlig;teil des Budgets von rund 40 Milliarden US-Dollar pro Jahr d&uuml;rfte in der Tat in die klassische Entwicklungszusammenarbeit gehen &ndash; allein in die Ukraine flossen seit der russischen Invasion mehr als 22,9 Milliarden US-Dollar direkter Budgethilfe. Aber auch bei diesen Zahlungen fehlt jegliche Transparenz, und niemand wei&szlig; so genau, wie viel Geld davon am Ende auf irgendwelchen Schmiergeldkonten korrupter Politiker oder Beamter gelandet ist. Schaut man sich allein den &bdquo;Sitz&ldquo; von Internews an, das von USAID mit einer halben Milliarde US-Dollar finanziert wurde, kann man sich nicht des Eindrucks verwehren, dass der Begriff &bdquo;Compliance&ldquo; bei USAID unbekannt ist.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250211_USAID-02.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250211_USAID-02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/div><p><small><a href=\"https:\/\/x.com\/wikileaks\/status\/1888080368441704598\/photo\/1\">Sitz von Internews Networks<\/a><\/small><\/p><p>Aber es hat freilich auch noch ganz andere Gr&uuml;nde, warum USAID dem Rotstift zum Opfer fiel. USAID hat sich sp&auml;testens seit den fr&uuml;hen 2010ern zu dem Dienst entwickelt, der wie kein anderer amerikanische Interventionskriege vorbereitet und weltweit Regime Changes befeuert hat. Daf&uuml;r steht auch die bisherige Direktorin, die ehemalige Journalistin und US-UN-Botschafterin Samantha Power, die als Vordenkerin der au&szlig;en- und sicherheitspolitischen Doktrin der USA gilt, die sich unter wohlklingenden Namen wie &bdquo;Responsibility to Protect&ldquo; aggressiv in die Politik anderer L&auml;nder einmischt und mit der die j&uuml;ngeren Kriege der USA begr&uuml;ndet wurden. Trump lehnt diese Doktrin ab und will die urspr&uuml;nglichen Aufgaben von Schattengeheimdiensten wie USAID unter dem Dach des Au&szlig;enministeriums zusammenfassen und die Beh&ouml;rde, &uuml;ber die er nur sehr indirekten Einfluss hat, schlie&szlig;en. Stellt sich die Frage, ob er beim genauso problematischen National Endowment for Democracy &auml;hnlich vorgehen wird.<\/p><p>Aber auch Elon Musk hat durchaus Motive, hat sich die Arbeit von USAID doch in den letzten Jahren auch vermehrt auf Zensur und Diskurseinengung im eigenen Land ausgedehnt. Gerade Musks Netzwerk <em>X<\/em> war davon betroffen. Bereits in der Vergangenheit hatte Musk USAID zu seinem pers&ouml;nlichen Gegner auserkoren, sodass es &uuml;berhaupt nicht &uuml;berraschend ist, dass gerade diese Beh&ouml;rde als Erstes in sein Visier geriet.<\/p><p>Nun wird sich zeigen, ob und in welcher Form die klassische Entwicklungshilfe und Entwicklungszusammenarbeit tats&auml;chlich vom Au&szlig;enministerium fortgef&uuml;hrt wird. Es ist kaum vorstellbar, dass die USA sich dieses Instrument der Einflussnahme und Ausbeutung nehmen lassen werden. Was die hybride Kriegsf&uuml;hrung und die Propagandaarbeit angeht, w&auml;re in der Tat zu w&uuml;nschen, dass diese dem Rotstift zum Opfer f&auml;llt. Es w&auml;re wohl zu naiv, wirklich daran zu glauben, aber das wird die Zukunft zeigen.<\/p><p><small>Titelbild: LanKS\/shutterstock.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/62a1494a21b74526aaa5a6c6e1c3b9b0\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer sich bereits ein wenig mit der <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=126942\">hybriden Kriegsf&uuml;hrung der USA<\/a> besch&auml;ftigt hat, musste sich in der letzten Woche sicher verdutzt die Augen reiben. 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