{"id":128668,"date":"2025-02-14T10:00:06","date_gmt":"2025-02-14T09:00:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=128668"},"modified":"2026-01-27T11:50:12","modified_gmt":"2026-01-27T10:50:12","slug":"juergen-mueller-wir-haben-im-grundgesetz-ein-friedensgebot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=128668","title":{"rendered":"J\u00fcrgen M\u00fcller: \u201eWir haben im Grundgesetz ein Friedensgebot\u201c"},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;Es gibt keine Friedensbewegung wie vor ein paar Jahrzehnten, dabei br&auml;uchten wir sie heute mindestens so dringend wie damals&ldquo; &ndash; das sagt <a href=\"https:\/\/indikativ.jetzt\/\"><strong>J&uuml;rgen M&uuml;ller<\/strong><\/a>, der gerade die <a href=\"https:\/\/macht-frieden.org\/\">gro&szlig;e Friedensdemo f&uuml;r den morgigen Samstag in M&uuml;nchen<\/a> mitorganisiert, im NachDenkSeiten-Interview. Die Bundesregierung riskiere, &bdquo;dass wir in einen gro&szlig;en Krieg gezogen werden, obwohl die Bev&ouml;lkerung das nicht will&ldquo;, sagt M&uuml;ller, der als Anwalt in M&uuml;nchen arbeitet. Ein Gespr&auml;ch unter anderem &uuml;ber die von NATO-Generalsekret&auml;r Mark Rutte geforderte &bdquo;Kriegsmentalit&auml;t&ldquo;, die Option eines NATO-Austritts f&uuml;r Deutschland und dar&uuml;ber, warum am Samstag m&ouml;glichst viele B&uuml;rger zur Demo auf dem K&ouml;nigsplatz kommen sollten. Von <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_4350\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-128668-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250214_Juergen_Mueller_Wir_haben_im_Grundgesetz_ein_Friedensgebot_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250214_Juergen_Mueller_Wir_haben_im_Grundgesetz_ein_Friedensgebot_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250214_Juergen_Mueller_Wir_haben_im_Grundgesetz_ein_Friedensgebot_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250214_Juergen_Mueller_Wir_haben_im_Grundgesetz_ein_Friedensgebot_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=128668-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250214_Juergen_Mueller_Wir_haben_im_Grundgesetz_ein_Friedensgebot_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250214_Juergen_Mueller_Wir_haben_im_Grundgesetz_ein_Friedensgebot_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Marcus Kl&ouml;ckner: &bdquo;Macht Frieden&ldquo; &ndash; das ist der Leitspruch der Demonstration, die am morgigen Samstag in M&uuml;nchen stattfinden wird. An wen richtet sich dieses &bdquo;Macht Frieden&ldquo;?<\/strong><\/p><p><strong>J&uuml;rgen M&uuml;ller<\/strong>: Wir richten uns mit unseren Forderungen an unsere Regierung, die das Grundgesetz und ihren Amtseid achten sollte. Wir haben im Grundgesetz ein Friedensgebot, das wir missachtet sehen. Viele Politiker handeln aktuell nicht zum Wohle des Volkes. Bereits jetzt sind die Folgen des Wirtschaftskrieges gegen Russland sehr deutlich an massiv gestiegenen Lebenshaltungskosten zu sp&uuml;ren. Damit nicht genug, riskiert die Regierung, dass wir in einen gro&szlig;en Krieg gezogen werden, obwohl die Mehrheit der Bev&ouml;lkerung das nicht will &ndash; vermutlich nicht einmal die, die aktuell &ndash; durch Propaganda get&auml;uscht &ndash; meinen, Krieg zu wollen.<\/p><p><strong>Wir alle wissen: Deutschland soll kriegst&uuml;chtig werden. Das ist die Losung von politischer Seite. NATO-Generalsekret&auml;r Mark Rutte sprach davon, dass wir eine &bdquo;Kriegsmentalit&auml;t&ldquo; entwickeln sollten. Und er sagte auch: &bdquo;Wir m&uuml;ssen uns auf einen Krieg vorbereiten.&ldquo; Das sind nur zwei aus einer langen Reihe von Aussagen, die alle in eine Richtung zielen. Immer wieder wird von der Bedrohung Russlands gesprochen. Bitte sagen Sie uns: Wie ordnen Sie die Situation ein? Was bedeutet all das f&uuml;r Deutschland?<\/strong><\/p><p>Ich kann dieses &bdquo;Si vis pacem, para bellum&ldquo; (Anm. Red.: &bdquo;Wenn du (den) Frieden willst, bereite (den) Krieg vor.&ldquo;) nicht mehr h&ouml;ren und lesen. Es ist eine platte und immer wiederkehrende Entgegnung auf jede Forderung nach Frieden. Und das Weitere ist, man betreibe T&auml;ter-Opfer-Umkehr, wenn man Verhandlungen fordert. Was hat denn der Krieg der Ukraine gebracht? Hunderttausende sind gestorben, weite Gebiete des Landes sind an Russland oder BlackRock verloren, und Infrastruktur ist zerst&ouml;rt. Wer auf die Geschichte des Kriegs hinwies und Verhandlungen forderte, wurde auf das &Uuml;belste beschimpft, und das dauert bis heute an, obwohl doch jeder sehen kann, wie verheerend diese Strategie war. Ich werfe den Verantwortlichen vor, nicht einmal ernsthaft versucht zu haben, Frieden zu schaffen.<\/p><p>Oft wird uns gesagt, wir sollten uns doch mit unseren Forderungen an Putin richten, aber warum sollten wir das tun? Putin war doch verhandlungsbereit. Das alles h&auml;tte l&auml;ngst enden k&ouml;nnen, wenn man denn gewollt h&auml;tte. Wir richten uns an unsere Regierung, die unsere Kinder kriegst&uuml;chtig machen will. Durch fast alle Parteien scheint der Kriegspfad unumkehrbar beschritten worden zu sein. Ich sage daher, wir sollten dringend friedenst&uuml;chtig werden und &uuml;ber Frieden reden.<\/p><p>Wir sind mittlerweile in einer sehr schlechten Lage. Ich w&uuml;sste nicht, warum Russland noch mit Deutschland verhandeln sollte. Die Politik, die die Ampel-Regierung geboten hat, hat zu einem unvorstellbaren Ansehensverlust Deutschlands in der Welt gef&uuml;hrt. Wer sollte denn mit uns noch verhandeln wollen? Die ganze Welt konnte sehen, dass Deutschland das macht, was die USA wollen. Am deutlichsten d&uuml;rfte dies gewesen sein, als unser Bundeskanzler l&auml;chelte, als US-Pr&auml;sident Biden ank&uuml;ndigte, unsere g&uuml;nstige Energieversorgung zu beenden. Nord Stream wurde dann gesprengt, und es interessierte von den Regierenden eigentlich niemanden. Stattdessen haben wir uns nun in die Abh&auml;ngigkeit der USA begeben, die dazu noch viel teurer ist und unserer Volkswirtschaft massiv schadet. Was soll man von so einem Land erwarten? Aus meiner Sicht sollte man nun alles daran legen, zu deeskalieren und sich herauszuhalten, denn wenn es eskaliert, sind wir in einer ganz schlechten Lage &ndash; nicht nur geographisch. Und wenn ein NATO-Generalsekret&auml;r so etwas &auml;u&szlig;ert, sollten wir endlich einmal anfangen, ernsthaft &uuml;ber einen NATO-Austritt zu reden. Daran w&uuml;rde sich auch zeigen, wie souver&auml;n wir &uuml;berhaupt sind.<\/p><p><strong>Auf den Plakaten zu Ihrer Friedensdemo hei&szlig;t es: Bundestagswahl = Friedenswahl. Was genau wollen Sie damit ausdr&uuml;cken?<\/strong><\/p><p>Die Idee stammt unmittelbar aus der Zeit, als die Ampelregierung zerbrach und verk&uuml;ndet wurde, dass es Neuwahlen geben solle. Es war der Versuch, das Thema Frieden &ndash; neben der Aufarbeitung der Coronakrise &ndash; zu einem der bestimmenden Themen der Bundestagswahl zu machen. Dazu w&auml;re es jedoch n&ouml;tig gewesen, dass m&ouml;glichst viele dar&uuml;ber sprechen &ndash; auf Demos, in den sozialen Medien, in Kommentaren und Leserbriefen zu Medienberichterstattung usw. Das ist leider nicht gelungen. Nun, kurz vor der Wahl, hat es kaum mehr Bedeutung. Es steht halt noch drauf, aber den Zweck hat es nicht erf&uuml;llt, das muss man ganz klar sagen. F&uuml;r mich waren gerade die letzten Wochen Lehrbuchbeispiele, wie Aufmerksamkeits&ouml;konomie und Emp&ouml;rungsmanagement funktionieren und wie die Machtstrukturen die Bev&ouml;lkerung lenken k&ouml;nnen. Redet im Wahlkampf irgendjemand &uuml;ber Frieden und die Aufarbeitung der Coronakrise? Nein, es wird fast ausschlie&szlig;lich &uuml;ber Brandmauern und Migration gesprochen. Das sind die Themen, die alles andere verdr&auml;ngen. Dazwischen schaffen es immer wieder auch ein paar kleinere Aufreger, das Tagesthema mitzubestimmen.<\/p><p>Es wird gerade viel &uuml;ber Demokratie geredet von Menschen, die gemeinsam mit Akteuren der Macht daf&uuml;r auf die Stra&szlig;e gehen. Aber Demokratie bedeutet auch, die Machtfrage zu stellen. Machtstrukturen verhindern Demokratie, wie Rainer Mausfeld in seinem Buch &bdquo;Hybris und Nemesis&ldquo; wunderbar herausgearbeitet hat. Frieden stellt diese Machtfrage wie kaum ein anderes Thema. Es w&auml;ren unsere Kinder, die im Krieg sterben, nicht die Kinder der M&auml;chtigen. Es sind in der Ukraine Hunderttausende gefallen, jedoch keiner der westlichen Kriegstreiber. Krieg ist nicht im Interesse des Gro&szlig;teils der Bev&ouml;lkerung, sondern im Interesse einer kleinen Minderheit, die sehr gut daran verdient und ihre geostrategischen Interessen verfolgt. Leider dringt man damit nicht durch. Es gibt keine Friedensbewegung wie vor ein paar Jahrzehnten, dabei br&auml;uchten wir sie heute mindestens so dringend wie damals.<\/p><p><strong>Merz sagte vor Kurzem: &bdquo;Frieden gibt&rsquo;s auf jedem Friedhof.&ldquo; Was w&uuml;rde ein Kanzler Merz f&uuml;r Deutschland bedeuten?<\/strong><\/p><p>Wenn ich das so flapsig in diesem Interview sagen darf, w&uuml;rde ich antworten: Merz w&uuml;rde den Larry raush&auml;ngen lassen &ndash; in Anspielung auf Larry Fink, den US-Milliard&auml;r und BlackRock-Chef. BlackRock verwaltet Verm&ouml;genswerte in einer Gr&ouml;&szlig;enordnung von zehn Billionen Dollar und vereinigt damit mehr Macht auf sich als die meisten L&auml;nder bzw. Volkswirtschaften. Merz war von 2016 bis 2020 Aufsichtsratsvorsitzender der BlackRock Asset Management Deutschland AG. Er ist ein BlackRock-Mann und damit ein Mann der Macht. Es ist nicht davon auszugehen, dass er Politik f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung machen w&uuml;rde. Auch wenn sich der Million&auml;r Friedrich Merz zur &bdquo;gehobenen Mittelschicht&ldquo; z&auml;hlt, ist er ein Mann des Kapitals. Und genau diese Politik ist von ihm zu erwarten.<\/p><p>Was den Krieg in der Ukraine anbelangt, bek&auml;men wir damit nicht nur einen Kanzler, der die R&uuml;stungsindustrie und deren Oligarchen weiter f&uuml;ttert. Wir bek&auml;men einen Kriegskanzler, der bereit w&auml;re, Deutschland in einen gro&szlig;en Krieg mit Russland zu steuern. Denn nichts anderes bedeutet sein Versprechen, der Ukraine auch Taurus-Marschflugk&ouml;rper zur Verf&uuml;gung zu stellen, mit der sie bis weit nach Russland hinein angreifen k&ouml;nnte.<\/p><p><strong>In Zwickau haben gerade das BSW und die AfD gemeinsam im Stadtrat beschlossen, dass Bundeswehrwerbung auf st&auml;dtischen Fahrzeugen verboten wird. Konkret ging es um eine Stra&szlig;enbahn, die in Tarnfarben zu sehen war und auf der die Bundeswehr f&uuml;r Nachwuchs werben wollte. AfD-Politiker Sven Itzek sagte: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/video255365460\/Zwickau-AfD-und-BSW-beschliessen-ein-Werbeverbot-fuer-die-Bundeswehr.html?wtrid=socialmedia.socialflow....socialflow_twitter\">&bdquo;Wenn die Politiker ihre Kinder in den Krieg schicken m&uuml;ssten, w&auml;re dieser ganz schnell vorbei.&ldquo;<\/a> Das h&ouml;rt sich nach einem friedenspolitischen Fl&uuml;gel der AfD an. Andererseits: Die AfD ist f&uuml;r die Wiedereinf&uuml;hrung der Wehrpflicht, und mehr Geld f&uuml;r die Verteidigung scheint auch kein Problem zu sein. Was ist Ihre Einsch&auml;tzung? Wie ist die AfD im Hinblick auf das Friedenspolitische zu erfassen?<\/strong><\/p><p>Jeder Schritt gegen die Kriegstreiberei ist zu begr&uuml;&szlig;en, so auch dieser Beschluss. Es ist auch zu begr&uuml;&szlig;en, wenn die AfD und ihre W&auml;hler einen Entspannungskurs gegen&uuml;ber Russland bef&uuml;rworten und daf&uuml;r auch auf die Stra&szlig;e gehen. Allerdings ist die AfD aus meiner Sicht keine Friedenspartei. Sie stand hinter Israel &ndash; egal, was dort passierte. Und Alice Weidel kann sich vorstellen, dass der Kriegsetat auch &uuml;ber f&uuml;nf Prozent des BIP liegen k&ouml;nnte. Das ist die bislang h&ouml;chste mir bekannte Forderung. Wir reden von deutlich &uuml;ber 200 Milliarden Euro pro Jahr bei einem Bundeshaushalt von rund 488 Milliarden Euro. Das w&auml;re weit mehr, als f&uuml;r Arbeit und Soziales geplant ist. Entweder k&uuml;rzt man dort, verschuldet sich oder finanziert dies durch weitere Steuern bei den B&uuml;rgern, die ohnehin mit immer weiter steigenden Lebenshaltungskosten konfrontiert sind. Umgerechnet w&uuml;rde dies f&uuml;r jeden Nettosteuerzahler einen f&uuml;nfstelligen Betrag pro Jahr f&uuml;r Kriegsger&auml;t bedeuten. Ich denke, die B&uuml;rger w&uuml;ssten mit diesem Geld Besseres anzufangen.<\/p><p><strong>Noch mal zur Demo. Wie ist die Demo geplant, wer werden die Redner sein?<\/strong><\/p><p><a href=\"https:\/\/macht-frieden.org\/\">Wir starten am 15. Februar 2025 um 14:00 Uhr auf dem K&ouml;nigsplatz in M&uuml;nchen<\/a> und freuen uns, dass wir prominente Redner gewinnen konnten. Sprechen werden Dr. Ingrid Pfanzelt vom IPPNW, Prof. Ulrike Gu&eacute;rot, Dr. Friedrich P&uuml;rner und Rechtsanwalt Dirk Sattelmaier aus der B&uuml;rgerrechtsbewegung. Musikalisch unterst&uuml;tzt werden wir von der Band THE KANT, Diether Dehm und Corona Bavaria. Zudem werden wir einige Videoeinspielungen haben. Ab 15:30 Uhr startet der Umzug durch M&uuml;nchen. Die R&uuml;ckkehr auf den K&ouml;nigsplatz ist f&uuml;r ca. 17:00 Uhr geplant. Das Abschlussprogramm wird bis 18:30 Uhr dauern.<\/p><p><strong>Angenommen, ein B&uuml;rger &uuml;berlegt, ob er auf die Demo gehen soll, ein anderer hat sich schon entschieden und findet, eine Teilnahme ist nicht n&ouml;tig, da nicht so wichtig. Was w&uuml;rden Sie diesen B&uuml;rgern sagen?<\/strong><\/p><p>Wir haben im &bdquo;Wir-gemeinsam-B&uuml;ndnis&ldquo; seit geraumer Zeit eine Serie namens <a href=\"https:\/\/wir-gemeinsam-buendnis.de\/zeitzeugen\/\">Zeitzeugen<\/a>. Dort erfassen wir die letzten Stimmen der Kriegsgeneration, solange dies noch m&ouml;glich ist. Sie berichten von ihren traumatischen Kriegserlebnissen: Das Kind, das aus dem Luftschutzkeller in den Armen der Eltern nach oben getragen wurde, in die Wohnung, und dort auf dem Sofa abgelegt wurde, allerdings unter freiem Himmel. Das Dach war weggebombt worden. Die junge Frau, dem der Lehrling aus der Firma einen Heiratsantrag ank&uuml;ndigt, der sich aber vorher noch f&uuml;r das Vaterland zum Milit&auml;r melden will. Am n&auml;chsten Tag ist er tot &ndash; auf dem Weg zum Friseur haben ihm die Splitter einer Granate den Kopf gespalten. Die junge Teenagerin, die mit der Mutter nach dem Bombenangriff aus Dresden irgendwie aus den Bombenkellern heraus und den Flammen entkommt und das nackte Leben rettet. Diese Erinnerung wird nie verschwinden. Die Erlebnisse auf den Fluchtwegen nach Westen, der Hunger, die zerst&ouml;rten Familien. Die Kriegsversehrten &ndash; mit fehlenden Gliedma&szlig;en, mit halben Gesichtern, allgegenw&auml;rtig im Stra&szlig;enbild, damals f&uuml;r das Kind ein Horror, f&uuml;r die alte Frau immer noch pr&auml;sent. Die fehlenden V&auml;ter oder die sp&auml;ter zwar zur&uuml;ckkehrenden V&auml;ter, die mit ihren Kriegserlebnisse aber nicht klarkommen und am Weiterleben scheitern, mit all den Folgen zu Hause. Krieg zerst&ouml;rt noch so viel mehr, als auf den ersten Blick zu sehen ist. Die Folgen sind &uuml;ber Generationen hinweg zu sp&uuml;ren. Wer das h&ouml;rt und noch dazu Kinder hat, kann erahnen, dass es kaum wichtigere Themen geben kann als Frieden und es zwingend ist, sich daf&uuml;r einzusetzen.<\/p><p>Ich w&uuml;rde daher beide B&uuml;rger fragen, was um Gottes Willen Ihnen bitte wichtig ist, wenn der Frieden &ldquo;nicht so wichtig&rdquo; ist. Falls sie mir einen deutschen Regierungspolitiker zeigen k&ouml;nnen, der sich glaubhaft f&uuml;r Frieden einsetzt, k&ouml;nnen wir gern alle zu Hause bleiben. Falls nicht, muss der Protest wohl oder &uuml;bel lauter werden. Politisch ist derzeit sehr viel im Fluss, gerade auch in der Ukraine und in Gaza. Es kann sich jeweils sowohl zum Frieden als auch zur weiteren Eskalation wenden. Die Redner werden darauf eingehen, w&auml;hrend drinnen bei der Sicherheitskonferenz vielleicht gerade wichtige Entscheidungen fallen. Die Stimmen der Vernunft und f&uuml;r den Frieden m&uuml;ssen durch so viele Menschen wie m&ouml;glich aufgegriffen und verst&auml;rkt werden &ndash; dazu ist diese Demo eine M&ouml;glichkeit, die sich niemand entgehen lassen sollte, der den Frieden will. Die Menschen erwartet ein tolles Programm, inhaltsdicht, mit herausragenden Rednern. Es erfordert keine weitere Vorbereitung f&uuml;r die Teilnehmer. Sie m&uuml;ssen nur kommen und noch ein paar Menschen mitbringen. Dann haben sie garantiert einen erf&uuml;llenden, erkenntnisreichen und sinnstiftenden Tag in einer Gemeinschaft von friedliebenden Menschen, der das Potenzial hat, politische Entscheidungen, die gerade getroffen werden, zum Friedlicheren zu beeinflussen.<\/p><p><small>Titelbild: <a href=\"https:\/\/t.me\/StreetviewPhotography\/2181\">StreetviewPhotography<\/a><\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/88dacb2c0ef84a3bac6c1259626d09a3\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Es gibt keine Friedensbewegung wie vor ein paar Jahrzehnten, dabei br&auml;uchten wir sie heute mindestens so dringend wie damals&ldquo; &ndash; das sagt <a href=\"https:\/\/indikativ.jetzt\/\"><strong>J&uuml;rgen M&uuml;ller<\/strong><\/a>, der gerade die <a href=\"https:\/\/macht-frieden.org\/\">gro&szlig;e Friedensdemo f&uuml;r den morgigen Samstag in M&uuml;nchen<\/a> mitorganisiert, im NachDenkSeiten-Interview. 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