{"id":12870,"date":"2012-04-16T09:09:47","date_gmt":"2012-04-16T07:09:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12870"},"modified":"2015-02-08T11:53:18","modified_gmt":"2015-02-08T10:53:18","slug":"der-uberparteiliche-kolner-stadt-anzeiger-trommelt-fur-die-fdp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12870","title":{"rendered":"Der \u201e\u00fcberparteiliche\u201c K\u00f6lner Stadt-Anzeiger trommelt f\u00fcr die FDP"},"content":{"rendered":"<p>Dass nahezu alle etablierten Medien die Splitterpartei FDP wieder in den D&uuml;sseldorfer Landtag schreiben, haben wir schon an Hand der Berichterstattung &uuml;ber deren Wahlparteitag <a href=\"?p=12743#h15\">belegt<\/a>. Die FDP und vor allem ihr NRW-Spitzenkandidat, Christian Lindner, erhalten eine Medienaufmerksamkeit wie kein anderer Landespolitiker und wie keine andere Partei. Der sich unter dem Zeitungskopf als &bdquo;unabh&auml;ngig&ldquo; und &bdquo;&uuml;berparteilich&ldquo; ausgebende K&ouml;lner Stadt-Anzeiger geht in seiner Wochenendausgabe sogar so weit, dass er einen Wahlaufruf von FDP-Altvorderen als  redaktionelle Meldung abdruckt. Mehr unbezahlte Wahlpropaganda f&uuml;r die FDP geht kaum noch. Von <strong>Wolfgang Lieb<\/strong><br>\n<!--more--><br>\nUnter der &Uuml;berschrift &bdquo;Lindner hat Kraft&ldquo; druckt das Blatt aus dem Hause Neven DuMont einen Wahlaufruf der prominenten Alt-FDP-Politiker Hans-Dietrich Genscher, Klaus Kinkel und Gerhart Baum in einem umf&auml;nglichen Zweispalter ab. Lindner und die FDP werden darin &uuml;ber den gr&uuml;nen Klee gelobt: Lindner sei auf viel Zustimmung innerhalb und au&szlig;erhalb unseres Landes gesto&szlig;en, er habe kraft seiner Pers&ouml;nlichkeit die politische Landschaft ver&auml;ndert. Viele die sich von der FDP entt&auml;uscht f&uuml;hlten, seien bereit ihr nun eine neue Chance zu geben. Lindner n&auml;hme die gro&szlig;e Tradition der Liberalen verbunden mit den Namen Willy Weyer, Liselotte Funcke, Wolfgang D&ouml;ring oder Otto Graf Lamsdorff neu auf. Lindner stehe f&uuml;r &bdquo;neues Denken&ldquo; f&uuml;r NRW, die von ihm gesetzten Priorit&auml;ten seien richtig. Er k&ouml;nne Menschen f&uuml;r das liberale Lebensgef&uuml;hl begeistern. Usw. usf. Die FDP sei die Partei der B&uuml;rgerrechte, der Sozialen Marktwirtschaft, der Toleranz &ndash; s&auml;mtliche Werbeparolen dieser Partei also und das im redaktionellen Teil einer Zeitung. <\/p><p>Die plumpe Wahlpropaganda wird mit der Hauptschlagzeile &bdquo;Wirbel um FDP-Wahlaufruf&ldquo; auf der Seite eins dann auch noch pseudo-journalistisch kaschiert. Um dem Abdruck einen journalistische Vorwand zu liefern, wird scheinheilig die Frage aufgeworfen, ob in dem Aufruf nicht  insgeheime eine Kritik am Parteivorsitzenden R&ouml;sler stecke.  <\/p><p>Nun ist es f&uuml;r den regelm&auml;&szlig;igen Leser dieses Lokalblattes schon lange kein Geheimnis mehr, dass der Verleger des K&ouml;lner Stadt-Anzeigers Alfred Neven DuMont als langj&auml;hriger Vorsitzender der Industrie- und Handelskammer K&ouml;ln und &uuml;ber den Oppenheim-Esch-Fonds mit dem k&ouml;lschen Kl&uuml;ngel eng verbandelte Zeitungspatriarch wirtschaftsliberale Positionen nicht nur pers&ouml;nlich vertritt, sondern auch st&auml;ndig &ndash; bis hin zu Interventionen in die Redaktionen &ndash;  &uuml;ber seine Bl&auml;tter verbreiten l&auml;sst. Zum Hause DuMont Schauberg geh&ouml;ren nicht nur der &bdquo;K&ouml;lner Stadt-Anzeiger&ldquo; sondern noch der K&ouml;lner &bdquo;Express&ldquo;, die &bdquo;K&ouml;lnische Rundschau&ldquo;, die &bdquo;Mitteldeutsche Zeitung&ldquo;, die &bdquo;Frankfurter Rundschau&ldquo;, die &bdquo;Berliner Zeitung&ldquo;, der &bdquo;Berliner Kurier&ldquo; und die &bdquo;Hamburger Morgenpost&ldquo;. Dazu kommen noch Beteiligungen an mehreren rheinischen Lokalradios und regionalen Fernsehsendern.    <\/p><p>Mit der Verbreitung dieses Wahlaufrufs erh&auml;lt die bislang nur m&uuml;hsam verdeckte Parteilichkeit dieser Mediengruppe eine neue Qualit&auml;t. Es hat nur noch gefehlt, dass neben dem Wahlaufruf, um diesen &bdquo;redaktionell&ldquo; zu bebildern, (kostenlos) ein buntes Wahlplakat der FDP abgedruckt worden w&auml;re. <\/p><p>Der Abdruck dieses Aufrufs ist nur ein offensichtliches Beispiel unter vielen daf&uuml;r, dass Verleger und die ihnen geh&ouml;renden Medien sich in massiver Weise parteiisch und parteilich in die Politik einmischen und dabei sogar Personen und Inhalte von Parteien von au&szlig;en bestimmen &ndash; und das alles unter dem Deckmantel einer freien, unabh&auml;ngigen und &uuml;berparteilichen Presse.<br>\nEs ist Meinungsmacht ohne Kontrolle, da zwischen den oligopolistischen Verlagsgruppen keine Kr&auml;he der anderen ein Auge aushackt. Und Medienkritik durch Politiker ist wie ein Sprung in die Schlangengrube.<\/p><p>Dieser Verlust an journalistischer Professionalit&auml;t und damit an Glaubw&uuml;rdigkeit ist mit ein wesentlicher Grund, warum Zeitungen an verkaufter Auflage verlieren und warum sich vor allem J&uuml;ngere immer mehr von den Printmedien abwenden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass nahezu alle etablierten Medien die Splitterpartei FDP wieder in den D&uuml;sseldorfer Landtag schreiben, haben wir schon an Hand der Berichterstattung &uuml;ber deren Wahlparteitag <a href=\"?p=12743#h15\">belegt<\/a>. Die FDP und vor allem ihr NRW-Spitzenkandidat, Christian Lindner, erhalten eine Medienaufmerksamkeit wie kein anderer Landespolitiker und wie keine andere Partei. 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