{"id":12884,"date":"2012-04-17T09:09:26","date_gmt":"2012-04-17T07:09:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12884"},"modified":"2015-02-08T11:58:36","modified_gmt":"2015-02-08T10:58:36","slug":"nein-zur-aktion-bild-fur-alle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12884","title":{"rendered":"Nein zur Aktion \u201eBILD f\u00fcr ALLE\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Der Axel-Springer-Verlag plant p&uuml;nktlich zu seinem 60. Geburtstag am 23. Juni alle 41 Millionen deutschen Haushalte mit einem kostenlosen Exemplar seines Boulevard-Flaggschiffs BILD-Zeitung zu begl&uuml;cken. Freilich hat auch der Springer-Verlag nichts zu verschenken, die Kosten f&uuml;r die gigantische PR-Aktion tragen indirekt die Kunden der Werbetreibenden, die &bdquo;BILD f&uuml;r ALLE&ldquo; finanzieren. Im Netz regt sich bereits heftiger Widerstand und auch die NachDenkSeiten rufen ihre Leser dazu auf, sich Springers durchsichtigem PR-Coup zu widersetzen. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/120417_NDS_BILD_v2.jpg\" alt=\"\"><\/p><p><!--more--><br>\nBILD hetzt, BILD l&uuml;gt, BILD betreibt Propaganda &ndash; seien es Hartz-IV-Empf&auml;nger, Ausl&auml;nder, Erwerbslose, Gewerkschafter, politisch Andersdenkende oder schlicht Menschen mit Anstand und Moral, wer nicht in das Schema der BILD-Meinungsmache passt, wird gnadenlos fertiggemacht. BILD besteht, so die Rockband &bdquo;Die &Auml;rzte&ldquo; in ihrem Lied &bdquo;Lasse reden&ldquo; aus &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.bildblog.de\/3021\/die-aerzte-im-axel-springer-remix\/\">Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht<\/a>&ldquo;. Das alles w&auml;re verschmerzbar, w&auml;re die BILD-Zeitung nicht die auflagenst&auml;rkste Tageszeitung im Lande. BILD nimmt stets die Position der &bdquo;Starken&ldquo; ein, gibt sich jedoch als Blatt des Volkes, als Blatt der &bdquo;Schwachen&ldquo; aus. BILD trommelte f&uuml;r Hartz IV, die Agenda 2010, f&uuml;r Thilo Sarrazins rechtspopulistische Thesen, f&uuml;r Hans Olaf Henkels &bdquo;G&uuml;rtel-enger-schnallen-Ideologie&ldquo; und f&uuml;r einen neuen Nationalismus. Mal agiert die BILD-Zeitung derbe, brachial, mal geht sie bei ihrer Propaganda verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig subtil und hintersinnig manipulativ vor. Leider beweist der kommerzielle Erfolg der BILD jedoch auch, dass man im heutigen Deutschland mit dieser Form der Meinungsmache auch noch sehr viel Geld verdienen kann. Die BILD ist die &bdquo;Cash-Cow&ldquo; des Springer-Verlags und ihre Macher sind keinesfalls gesellschaftlich ge&auml;chtet, sondern genie&szlig;en in gewissen Kreisen sogar hohes Ansehen. BILD-Verlegerin Friede Springer geh&ouml;rt zum engsten Freundeskreis Angela Merkels, BILD-Frontmann Nikolaus Blome ist seit neustem ein gern gesehener Gast in den Polit-Talkshows der &Ouml;ffentlich-Rechtlichen. BILD gibt sich redlich M&uuml;he, nicht mehr als Schmuddelkind wahrgenommen zu werden und sein Image aufzupolieren. <\/p><p><strong>BILD f&uuml;r ALLE<\/strong><\/p><p>Teil dieser Imagekampagne ist die Aktion &bdquo;BILD f&uuml;r alle&ldquo;. In einem <a href=\"\/upload\/pdf\/120417_BILD_fuer_ALLE_2012.pdf\">Imageprospekt [PDF &ndash; 515,6 KB]<\/a> f&uuml;r potentielle Werbekunden umrei&szlig;t der Axel-Springer-Verlag die Rahmendaten der Aktion. &bdquo;BILD f&uuml;r ALLE wird inhaltlich einen Editionscharakter erhalten und einen Bogen von der Vergangenheit in die Zukunft spannen&ldquo;, so der Springer-Verlag. Man muss nicht sonderlich viel Phantasie haben, um sich vorstellen zu k&ouml;nnen, was damit gemeint ist. Die Sonderausgabe wird aller Voraussicht nach ein Imageblatt f&uuml;r den Springer-Verlag, indem man die eigene Geschichte verf&auml;lschen, den Charakter der BILD sch&ouml;nschreiben und sich von Freunden aus Politik, Wirtschaft und Show-Business ganz ordentlich den Bauch pinseln lassen kann. An einem solchen &bdquo;Geschenk&ldquo; kann kein halbwegs normal denkender Haushalt Interesse haben. Doch dieses &bdquo;Geschenk&ldquo; wird freilich nicht aus der prallen Konzernkasse, sondern &uuml;ber stolze Werbepreise finanziert.<\/p><p>&bdquo;Werden Sie ein Teil der gr&ouml;&szlig;ten Vertriebsaktion in der Geschichte von BILD &ndash; und sichern Sie sich eine Werbefl&auml;che in dieser Ausgabe!&ldquo;, hei&szlig;t es im Imageprospekt. Wer dieser Aufforderung folgen will, muss jedoch ein pralles Werbebudget haben. F&uuml;r eine einseitige Anzeige verlangt Springer stolze vier Millionen Euro, die halbe Seite schl&auml;gt mit 2,2 Millionen Euro zu Buche, der &bdquo;VIP-Streifen&ldquo; auf der R&uuml;ckseite ist f&uuml;r 1,3 Millionen Euro zu haben. Wenn der Springer-Verlag s&auml;mtliche Werbefl&auml;chen der Sonderausgabe verkaufen kann, macht er mit seiner eigenen Imagekampagne somit auch noch einen satten Gewinn. Die Kosten f&uuml;r die Aktion tragen freilich nicht die Werbekunden, sondern die Endkunden der Produkte und Dienstleistungen, die in der &bdquo;BILD f&uuml;r ALLE&ldquo; beworben werden. <\/p><p><strong>Der B&uuml;rger zahlt die Zeche<\/strong><\/p><p>Die Werbekosten eines Produkts gehen immer in den Preis dieses Produkts ein und werden daher auch immer vom Endkunden bezahlt. Wenn beispielsweise einem Poloshirt am Ende der Fertigungstrasse im fernen Bangladesch ein Markenlabel aufgen&auml;ht wird, steigt der Wert dieses Kleidungsst&uuml;cks um das Vielfache. Und dies aus gutem Grund, sind die reinen Material-, Produktions- und Transportkosten eines solchen Shirts nicht viel gr&ouml;&szlig;er als bei einem No-Name-Produkt vom W&uuml;hltisch. Beim Markenprodukt schlagen jedoch die Werbekosten ganz geh&ouml;rig zu Buche. Ganzseitige Hochglanzanzeigen in deutschen Zeitschriften und Werbespots im deutschen Fernsehen sind nun einmal wesentlich teurer als N&auml;herinnen in Bangladesch und Baumwollpfl&uuml;ckerinnen im Sudan. Wer zum Markenprodukt greift, finanziert somit immer auch indirekt die Verlage und Medienunternehmen, bei denen die Werbung f&uuml;r dieses Produkt platziert wird. Im Falle &bdquo;BILD f&uuml;r ALLE&ldquo; zahlen somit ausschlie&szlig;lich die B&uuml;rger die Zeche, die Produkte und Dienstleistungen von den Unternehmen kaufen, die in der Sonderausgabe beworben werden. <\/p><p>Man k&ouml;nnte die BILD-Zeitung demnach wirkungsvoll sch&auml;digen, wen man deren Werbeumfeld ruinieren w&uuml;rde, indem man sich entschlie&szlig;t, Produkte und Dienstleistungen, die in der BILD beworben werden, zu boykottieren. Das ist jedoch nicht einfach. Die Erfahrung zeit, dass Boykottaufrufe meist wirkungslos verpuffen und der Endkunde in vielen F&auml;llen gar keine Alternativen hat. Dies betrifft vor allem die Produkte und Dienstleistungen der &auml;u&szlig;ert werbefreudigen &bdquo;Quasi-Monopolisten&ldquo;. Wie boykottiert man die Deutsche Bahn AG, wie boykottiert man die Strom-, Benzin- oder Telekommunikationsmonopolisten? Auch wenn dies ein Kampf gegen Windm&uuml;hlen ist, werden die NachDenkSeiten ihre Leser im Juni informieren, welche Konzerne die &bdquo;BILD f&uuml;r ALLE&ldquo; als Werbeumfeld nutzen. Vielleicht gelingt es ja, zumindest einen kleinen Stein ins Rollen zu bringen und BILD als Werbetr&auml;ger zu desavouieren.<\/p><p><strong>Alle gegen BILD<\/strong><\/p><p>Wer dem Springer-Verlag in die Suppe spucken will, der kann dies auch auf andere Art und Weise tun. Eine M&ouml;glichkeit bietet die Aktion &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.campact.de\/bild\/ml1\/mailer\">Alle gegen BILD<\/a>&ldquo;, bei der sie ihre Adressdaten an den Springer-Verlag &uuml;bermitteln und dem Verlag die Zustellung der BILD-Sonderausgabe rechtlich bindend untersagen. Sollte der Springer-Verlag sich nicht an diese Aufforderung halten, k&ouml;nnen Sie ihm eine kostenpflichtige Abmahnung samt Unterlassungserkl&auml;rung zuschicken. Sollte sich eine relevante Zahl von &bdquo;Verweigererhaushalten&ldquo; finden, wird dies den Springer-Verlag vor merkliche logistische Probleme stellen, die mit sp&uuml;rbaren Mehrkosten verbunden sind.<\/p><p>Eine weitere Methode, Springer ein wenig das Verlagsjubil&auml;um zu verhageln, besteht darin, die Annahme der Sonderausgabe durch einen deutlich sichtbaren Aufkleber auf dem Briefkasten zu verweigern. Die Sonderausgabe der BILD gilt rein rechtlich gesehen nicht als Werbung, daher hindern auch die weit verbreiteten &bdquo;Werbung-Nein-Danke-Aufkleber&ldquo; die Logistikpartner des Springer-Verlags nicht an der Zustellung. Anders sieht dies bei Aufklebern aus, die die Zustellung der BILD-Sonderausgabe explizit untersagen. Sollten Springer und seine Partner sich nicht daran halten, w&auml;re auch dies ein hinreichender Grund f&uuml;r eine Abmahnung samt Unterlassungserkl&auml;rung. F&uuml;r Freunde der NachDenkSeiten haben wir ein Set von Schablonen entworfen, die Sie selbst als Aufkleber ausdrucken k&ouml;nnen:<\/p><p><strong>Variante 1:<\/strong><\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/120417_NDS_BILD_v1.jpg\" alt=\"\"><\/p><ul>\n<li>Download als Druckvorlage mit Seitenl&auml;nge 5 cm: <a href=\"\/upload\/zip\/120417_NDS_BILD_v1_5cm.zip\">Hier als Zip [80,4 KB]<\/a> oder <a href=\"\/upload\/pdf\/120417_NDS_BILD_v1_5cm.pdf\">hier als PDF [163,7 KB]<\/a><\/li>\n<li>Download als Druckvorlage mit Seitenl&auml;nge 10 cm: <a href=\"\/upload\/zip\/120417_NDS_BILD_v1_10cm.zip\">Hier als Zip [160,5 KB]<\/a> oder <a href=\"\/upload\/pdf\/120417_NDS_BILD_v1_10cm.pdf\">hier als PDF [354,4 KB]<\/a><\/li>\n<li>Download als Druckvorlage mit Seitenl&auml;nge 15 cm: <a href=\"\/upload\/zip\/120417_NDS_BILD_v1_15cm.zip\">Hier als Zip [203,5 KB]<\/a> oder <a href=\"\/upload\/pdf\/120417_NDS_BILD_v1_15cm.pdf\">hier als PDF [564,4 KB]<\/a><\/li>\n<\/ul><p><strong>Variante 2:<\/strong><\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/120417_NDS_BILD_v2.jpg\" alt=\"\"><\/p><ul>\n<li>Download als Druckvorlage mit Seitenl&auml;nge 10 cm: <a href=\"\/upload\/zip\/120417_NDS_BILD_v2_10cm.zip\">Hier als Zip [100,8 KB]<\/a> oder <a href=\"\/upload\/pdf\/120417_NDS_BILD_v2_10cm.pdf\">hier als PDF [238,4 KB]<\/a><\/li>\n<li>Download als Druckvorlage mit Seitenl&auml;nge 15 cm: <a href=\"\/upload\/zip\/120417_NDS_BILD_v2_15cm.zip\">Hier als Zip [130,8 KB]<\/a> oder <a href=\"\/upload\/pdf\/120417_NDS_BILD_v2_15cm.pdf\">hier als PDF [387,9 KB]<\/a><\/li>\n<li>Download als Druckvorlage mit Seitenl&auml;nge 20 cm: <a href=\"\/upload\/zip\/120417_NDS_BILD_v2_20cm.zip\">Hier als Zip [171,7 KB]<\/a> oder <a href=\"\/upload\/pdf\/120417_NDS_BILD_v2_20cm.pdf\">hier als PDF [572,9 KB]<\/a><\/li>\n<\/ul><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/41a545db65e740d7957bb8da737bd520\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Axel-Springer-Verlag plant p&uuml;nktlich zu seinem 60. Geburtstag am 23. Juni alle 41 Millionen deutschen Haushalte mit einem kostenlosen Exemplar seines Boulevard-Flaggschiffs BILD-Zeitung zu begl&uuml;cken. Freilich hat auch der Springer-Verlag nichts zu verschenken, die Kosten f&uuml;r die gigantische PR-Aktion tragen indirekt die Kunden der Werbetreibenden, die &bdquo;BILD f&uuml;r ALLE&ldquo; finanzieren. 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