{"id":1289,"date":"2006-05-08T13:55:19","date_gmt":"2006-05-08T11:55:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=1289"},"modified":"2016-02-11T11:18:55","modified_gmt":"2016-02-11T10:18:55","slug":"der-vergleich-des-pro-kopf-einkommens-verschiedener-lander-sagt-nicht-alles-uber-den-wohlstand-der-heimischen-bevolkerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1289","title":{"rendered":"Der Vergleich des Pro-Kopf-Einkommens verschiedener L\u00e4nder sagt nicht alles \u00fcber den Wohlstand der heimischen Bev\u00f6lkerung."},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;Die Welt&ldquo; <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/data\/2006\/05\/08\/884095.html\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.welt.de\/data\/2006\/05\/08\/884095.html\">berichtet<\/a> heute &uuml;ber eine Studie, die die Forschungsabteilung der Deutschen Bank im Auftrage der &bdquo;Welt&ldquo; gemacht hat:<\/p><blockquote><p>Deutschland f&auml;llt im Wohlstandsvergleich zur&uuml;ck<br>\nStudie: Spanien &uuml;berholt die Bundesrepublik voraussichtlich im Jahr 2008 &ndash; &Ouml;konom fordert Wachstumskonzept ein.<\/p><\/blockquote><p>So der Titel der &bdquo;Welt&ldquo;. Auch dieser Artikel und die zu Grunde liegende Studie dienen vor allem der Panikmache und der Ablenkung von der falschen Wirtschaftspolitik.<br>\n<!--more--><br>\nZun&auml;chst wird in dem Bericht immerhin auf die besondere Belastung durch die besondere Art des Vereinigungsprozesses hingewiesen. Dann aber wird der sich verschlechternde Rang beim Vergleich der Pro-Kopf-Einkommen zum Beispiel im Vergleich mit Spanien auf den schlechten Anteil von Hochschulabschl&uuml;ssen zur&uuml;ckgef&uuml;hrt, also auf ein strukturelles Problem. Das ist der alte Unsinn: die Verschlechterung unseres Pro-Kopf-Einkommen im Vergleich zu anderen L&auml;ndern ist die statistische Folge unserer mangelnden konjunkturellen Entwicklung. Das Wachstum stagniert. Auch weil gutausgebildete Menschen keinen Job finden. Schon dieser Hinweis zeigt, wie unsinnig die Analysen in der erw&auml;hnten Studie sind. <\/p><p>Hinzu kommt noch, dass der Realeinkommensvergleich noch nicht sehr viel sagt. Wenn in einem Land wie zum Beispiel in Irland aus Steuerfluchtgr&uuml;nden hohe Einkommen von Unternehmen und Verm&ouml;genden anfallen, dann steigt das Realeinkommen pro Kopf. Das sagt aber noch gar nichts &uuml;ber den Wohlstand der heimischen Bev&ouml;lkerung. Am Falle Irlands habe ich dies in einem einschl&auml;gigen Kapitel der &bdquo;Reforml&uuml;ge&ldquo; abgehandelt. Diesen Text finden Sie in der Rubrik <a href=\"?p=1153\">&ldquo;Ver&ouml;ffentlichungen der Herausgeber&rdquo;<\/a>. <\/p><p>Au&szlig;erdem: Spanien als besonders erfolgreich hoch zu spielen, ist zumindest fragw&uuml;rdig, wenn man auch andere Kriterien als Ma&szlig;stab heranzieht. Spanien hat ein vergleichsweise hohes Au&szlig;enhandelsdefizit. Siehe hierzu die Daten der Bundesagentur f&uuml;r Au&szlig;enwirtschaft vom 7.4.2006:<\/p><p><strong>Spanien Au&szlig;enhandel mit Rekorddefizit<br>\nImport ungebremst \/ Export verhalten \/ Leistungsbilanz mit massivem Defizit<\/strong><\/p><p>Madrid (bfai) &ndash; Der spanische Warenau&szlig;enhandel wies 2005 im Zuge der unver&auml;ndert dynamischen Wirtschaftsentwicklung Zuwachsraten auf. Allerdings treten die strukturellen Schw&auml;chen noch deutlicher hervor. So nahmen die Importe im Vergleich zu den Exporten um das Zweieinhalbfache zu und vergr&ouml;sserten gewaltig das bestehende Defizit. Im laufenden Jahr wird von einer leichten Entspannung ausgegangen. Allerdings wird es erheblicher Anstrengungen bed&uuml;rfen, um die bestehenden Ungleichgewichte abzubauen. <\/p><p>Der spanische Au&szlig;enhandel belief sich 2005 auf 385,0 Mrd. Euro, was gegen&uuml;ber 2004 eine Zunahme um 8,9% bedeutet. Das gesamte Volumen h&auml;lt am Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2005 einen Anteil von fast 43%. Allerdings fiel die Dynamik recht unterschiedlich aus. So erh&ouml;hten sich die Exporte lediglich um 4,8%, w&auml;hrend sich die Importe um 11,7% steigerten. In der Folge stieg der ohnehin traditionell negative Fehlbetrag um &uuml;ber 28% auf 77,8 Mrd. Euro an. Das Au&szlig;enhandelsdefizit h&auml;lt am BIP einen Anteil von 8,6%. Dies ist die h&ouml;chste Quote, die hiesigen Stimmen zufolge je registriert worden ist. <\/p><p><em>Tabelle: Au&szlig;enhandelsstruktur (Angaben in Mrd. Euro)<\/em><\/p><table>\n<tr>\n<th>Jahre<\/th>\n<th>Export<\/th>\n<th>Import<\/th>\n<th>Saldo<\/th>\n<th>Importdeckungsquote<\/th>\n<\/tr>\n<tr class=\"odd\">\n<td>2000<\/td>\n<td>124,1<\/td>\n<td>169,4<\/td>\n<td>-45,3<\/td>\n<td>73,2<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"even\">\n<td>2001<\/td>\n<td>129,8<\/td>\n<td>173,2<\/td>\n<td>-43,4<\/td>\n<td>74,9<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"odd\">\n<td>2002<\/td>\n<td>133,3<\/td>\n<td>175,3<\/td>\n<td>-42,0<\/td>\n<td>76,0<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"even\">\n<td>2003<\/td>\n<td>137,8<\/td>\n<td>184,1<\/td>\n<td>-46,3<\/td>\n<td>74,8<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"odd\">\n<td>2004<\/td>\n<td>146,4<\/td>\n<td>207,1<\/td>\n<td>-60,7<\/td>\n<td>70,7<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"even\">\n<td>2005<\/td>\n<td>153,6<\/td>\n<td>231,4<\/td>\n<td>-77,8<\/td>\n<td>66,4<\/td>\n<\/tr>\n<\/table><p class=\"reference\">Quelle: Ministerio de Industria, Turismo y Comercio (MITC)<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Die Welt&ldquo; <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/data\/2006\/05\/08\/884095.html\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.welt.de\/data\/2006\/05\/08\/884095.html\">berichtet<\/a> heute &uuml;ber eine Studie, die die Forschungsabteilung der Deutschen Bank im Auftrage der &bdquo;Welt&ldquo; gemacht hat:<\/p>\n<blockquote>\n<p>Deutschland f&auml;llt im Wohlstandsvergleich zur&uuml;ck<br \/> Studie: Spanien &uuml;berholt die Bundesrepublik voraussichtlich im Jahr 2008 &ndash; &Ouml;konom fordert Wachstumskonzept ein.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>So der Titel der &bdquo;Welt&ldquo;. Auch dieser Artikel und die zu Grunde liegende Studie<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1289\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[11,132,30],"tags":[266],"class_list":["post-1289","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-strategien-der-meinungsmache","category-ungleichheit-armut-reichtum","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-deutsche-bank"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1289","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1289"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1289\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31085,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1289\/revisions\/31085"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1289"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1289"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1289"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}