{"id":128948,"date":"2025-02-19T15:23:19","date_gmt":"2025-02-19T14:23:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=128948"},"modified":"2025-02-19T17:04:08","modified_gmt":"2025-02-19T16:04:08","slug":"leserbriefe-zu-ach-europa-traenen-eines-deutschen-europaeers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=128948","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eAch, Europa! \u2013 Tr\u00e4nen eines deutschen Europ\u00e4ers\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Leo Ensel<\/strong> diskutiert <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=128512\">in diesem Beitrag<\/a> &uuml;ber Europa. Vor hundert Jahren war es f&uuml;r die &bdquo;weitsichtigen, vers&ouml;hnungsbereiten Geister aller L&auml;nder die nationen&uuml;bergreifende Vision einer friedlichen Zukunft auf unserem Kontinent&ldquo;. Das sei &bdquo;jahrzehntelang auch mein pers&ouml;nliches deutsch-franz&ouml;sisches Gl&uuml;ck&ldquo; gewesen, was anhand eines <strong>biographischen R&uuml;ckblickes<\/strong> veranschaulicht wird. Inzwischen jedoch sei aus dem &bdquo;Friedensprojekt Europ&auml;ische Union&ldquo; eine &bdquo;kopflos rasende Kriegsfurie&ldquo; geworden. Wir danken f&uuml;r die interessanten Zuschriften, die wir hierzu erhalten haben. <strong>Christian Reimann<\/strong> hat f&uuml;r Sie die nun folgende Auswahl der Leserbriefe zusammengestellt.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo, liebes Nachdenkseiten-Team,<\/p><p>mit grossem Interesse habe ich am 11.Februar den Artikel von Leo Ensel &ldquo;Ach, Europa &ndash; Tr&auml;nen eines deutschen Europ&auml;ers&rdquo; gelesen. Zuf&auml;lligerweise wohne ich in diesem &ndash; von ihm wohl liebevoll-despektierlich- genannten &ldquo;Kuhkaff&rdquo;, das mittlerweile ca. 10000 Einwohner z&auml;hlt und in dem B&uuml;rger aus weit &uuml;ber 100 Nationen leben.<\/p><p>Die deutsch-franz&ouml;sische Freundschaft war uns immer schon sehr wichtig und deshalb gibt es auch in diesem nicht weit von Mainz entfernten Ort eine eigene Deutsch-franz&ouml;sische Gesellschaft, in deren Vorstand auch ich lange Jahre aktiv war. Unter der langj&auml;hrigen Vorsitzenden bl&uuml;hte der Verein richtig auf, regelm&auml;ssige Freundschaftstreffen mit verschiedenen Aktivit&auml;ten gab es jedes Jahr, Buchlesungen und den legend&auml;ren &ldquo;Rotwein-K&auml;se-Abend&rdquo;. Im Gegensatz zur Vorsitzenden habe ich bei notwendigen Raumdekorationen aber nur widerwillig die Europafahne zwischen die deutsche und franz&ouml;sische geh&auml;ngt. Das war f&uuml;r mich schon damals eher eine suspekte Organisation.<\/p><p>Ich kann Herrn Ensel, der die Vorsitzende, deren Namen ich hier nicht nenne , bestimmt pers&ouml;nlich kannte nur voll und ganz zustimmen! Dieses Europa ist nicht das Europa der V&ouml;lkerfreundschaften sondern eher ein Hass und Zwietracht s&auml;endes Monster!<\/p><p>Die ehemalige Vorsitzende w&uuml;rde mit maximaler Drehzahl in ihrem Grabe rotieren wenn sie z.B. erfahren w&uuml;rde, dass es nun wieder Grenzkontrollen zwischen unseren beiden L&auml;ndern gibt!<\/p><p>Da wir auch einen Wohnsitz in Frankreich haben pendelt meine Seele immer wieder zwischen den beiden Kulturen , in Frankreich, wo wir in einer l&auml;ndlichen Gemeinde leben finde ich eher Ruhe und Gelassenheit, Hass und Hetze sind weit entfernt.<\/p><p>Es sind die Regierenden, die unseren Hass sch&uuml;ren, wir d&uuml;rfen uns nicht instrumentalisieren lassen!<\/p><p>Liebe Gr&uuml;&szlig;e<br>\nChristine Reichelt<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Ensel,<\/p><p>danke f&uuml;r diesen Artikel, ein Leuchtturm der Hoffnung!<\/p><p>Gewisse Au&szlig;enminister*Innen wissen ja nicht einmal, dass das Beacon hei&szlig;t und nicht Bacon. Wobei wir beim bekloppten, weltfremden, gef&auml;hrlichen und b&ouml;sen Aspekt w&auml;ren, der Europ&auml;ischen Politik. Den ich auch gleich wieder verlassen m&ouml;chte.<\/p><p>Elsass, da fing f&uuml;r mich vor f&uuml;nfzig Jahren die Liebe zu Frankreich an. Nein, das Elsass ist nicht deutsch, auch nicht franz&ouml;sisch. Es ist etwas ganz besonderes. Mit der Liebe zu Frankreich wurde auch ich zum Europ&auml;er. Wobei es &uuml;brigens geblieben ist, Amerika und Asien konnten mich nicht &uuml;berzeugen.<\/p><p>Dann, 1990, in Moskau auf dem Arbad. Das war ein frischer Wind, ein Blick auf die lebendige russische Kultur. Da haben &ldquo;Meister und Margarita&rdquo; aufgeatmet. Leider, leider ist die russische K&uuml;che nicht mit der franz&ouml;sischen zu vergleichen, eher mit der deutschen. Die m&ouml;gen stolz sein auf ihre Palmeni, aber so dolle ist das nicht.<\/p><p>Kurz darauf lernte ich meine Frau kennen. Die kommt aus dem Osten. Wir haben dann gemeinsam Europa erkundet. Mit mir war sie oft in Frankreich. Ich durfte die ehemalige DDR kennenlernen. Und Tschechien, Slowakei, Slowenien, Kroatien, Serbien, Rum&auml;nien, Bulgarien. Zwischen dort und Deutschland liegt Wien. Das ist f&uuml;r mich die Hauptstadt Europas. Am Ende war ich wieder der Reisef&uuml;hrer, in Griechenland. Seitdem ist der Balkan meine Heimat. In Bulgarien f&uuml;hle ich mich aus vielen Gr&uuml;nden wohler als in Deutschland. Das Klima ist w&auml;rmer, sowohl meteorologisch als auch menschlich.<\/p><p>Mein Vaterland ist Deutschland dennoch geblieben. Ach ja, die giftigen Antideutschen m&ouml;gen das Wort nicht. Aber wo mein Vater, meine Vorfahren waren, wo ich aufgewachsen bin, wie soll man das sonst nennen? Das kann man nicht verleugnen. Und auch wenn Deutschland aus der EU den schrecklichen Zombie gemacht hat, der sie jetzt ist, ich gebe die Hoffnung nicht auf. Deutschland ist das Gesch&ouml;pf Bismarcks, 1871. Deutschland ist Preu&szlig;isch geworden, leider. Besser, Preu&szlig;en w&auml;re deutsch geworden. Denn da ist ja noch die Kultur von Sachsen, Rheinland-Pfalz, Bayern, Baden-W&uuml;rttemberg, Ostfriesland, Schlie&szlig;lich-Holzbein, Niedersachsen, u.s.w..<\/p><p>Und die Vers&ouml;hnung mit Russland? Da sollten wir uns auf die Menschen in der ehemaligen DDR verlassen, die d&uuml;rften da noch Freude haben.<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e,<br>\nRolf Henze<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Ach Leo,<\/p><p>Sie sprechen mir so sehr aus der Seele und dem Herzen. Danke f&uuml;r Ihre Worte. Es w&auml;re sch&ouml;n, wenn sie endlich Geh&ouml;r finden k&ouml;nnten.<\/p><p>Ich bin froh, dass es all die noch gibt, die sich Gedanken machen und nach Wegen suchen, um Verst&auml;ndigung, Dialog und Freundschaft zu erhalten.<\/p><p>Im Geiste bin ich dabei, der Rest ist m&uuml;de und ersch&ouml;pft.<\/p><p>Liebe Gr&uuml;&szlig;e,<br>\nChrista<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Leo Ensel,<\/p><p>beim Lesen Ihrer Erinnerungen und &ldquo;Bekenntnisse&rdquo; habe ich fast das heulende Elend gekriegt: Genau so, wenn auch v&ouml;llig anders, ging und geht es mir. Ich habe als junger Mensch die deutsch-franz&ouml;sische Freundschaft in vollen Z&uuml;gen genossen, unter anderem auf einer franz&ouml;sisch-deutsch gemischten Freizeit in einem franz&ouml;sischen Ferienlager-Heim in S&uuml;dfrankreich, organisiert von &ldquo;Student f&uuml;r Europa &ndash; Student f&uuml;r Berlin&rdquo; (Ich war Westberliner!): Ich konnte kein Wort franz&ouml;sisch, aber Babeth brachte es mir bei &ndash; und wie! Wir verloren uns dann aus den Augen, aber sechs Jahre sp&auml;ter trafen wir, ein bisschen erwachsener, wieder zusammen &ndash; und wie! Ich studierte dann fast zwei Jahre in Caen, denn sie &ndash; eine Pariserin &ndash; studierte dort ebenfalls. Mit uns beiden ist es dann schlussendlich nichts geworden, ebenso wenig wie mit B&eacute;atrice, Chantal, Liz, Marie-Josephe, Anne, Beth,&nbsp; &hellip;. das volle klisch&eacute;ekonforrme Programm eines . . &auml;&auml;h . . frankreichbegeisterten jungm&auml;nnlichen Vollidioten. Wunderbar!<\/p><p>Bin dann sp&auml;ter, zur&uuml;ck in Deutschland und l&auml;ngst mit meiner immer noch aktuellen Besten Bekannten, der Normandie reisem&auml;&szlig;ig treu geblieben, auch die D-Day-K&uuml;ste war mir wichtig geblieben. Ich war, wo ich ging und stand, Europ&auml;er mit Herz und Seele. Auch in Britannien zwei Jahre, Schottland, &Auml;u&szlig;ere Hebriden (&ldquo;Western Isles&rdquo;): Europa! (Da drau&szlig;en stimmte man aber so was von NICHT f&uuml;r Brexit!)<\/p><p>Als Kind\/Jugendlicher gab &lsquo;s Eurovisionssendungen im Fernsehen, &ldquo;Spiel ohne Grenzen&rdquo;, ein fr&ouml;hlicher, etwas sportlich aufgemotzter Kindergeburtstag, und so manches andere r&uuml;hrend optimistische Europa-Geklingel.<\/p><p>Es tat, es tut mir richtig k&ouml;rperlich weh, dieses Europa, insbesondere das deutsch-franz&ouml;sische, verkommen und vergammeln zu sehen.<\/p><p>Aber das war abzusehen: Die Aufnahme des europ&auml;ischen Ostens, forciert einzig im Dienst der Konfrontation gegen Russland, ver&auml;nderte die EU v&ouml;llig. Dann noch der unselige Brexit . . . (Ich war ebenso viel Brit- wie Franz-affin!) AUS! Aus der Traum.<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Difficile est non semper Schei&szlig;e zu schreien.&rdquo; (A. Schmidt)\n<\/p><\/blockquote><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nStephan Kendzia<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Leo Ensel<\/strong> diskutiert <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=128512\">in diesem Beitrag<\/a> &uuml;ber Europa. Vor hundert Jahren war es f&uuml;r die &bdquo;weitsichtigen, vers&ouml;hnungsbereiten Geister aller L&auml;nder die nationen&uuml;bergreifende Vision einer friedlichen Zukunft auf unserem Kontinent&ldquo;. Das sei &bdquo;jahrzehntelang auch mein pers&ouml;nliches deutsch-franz&ouml;sisches Gl&uuml;ck&ldquo; gewesen, was anhand eines <strong>biographischen R&uuml;ckblickes<\/strong> veranschaulicht wird. Inzwischen jedoch sei aus dem &bdquo;Friedensprojekt Europ&auml;ische Union&ldquo; eine<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=128948\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-128948","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/128948","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=128948"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/128948\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":128960,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/128948\/revisions\/128960"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=128948"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=128948"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=128948"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}