{"id":129061,"date":"2025-02-20T15:00:45","date_gmt":"2025-02-20T14:00:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=129061"},"modified":"2025-02-20T15:52:51","modified_gmt":"2025-02-20T14:52:51","slug":"33-monate-abstellgleis-bahngewerkschaft-zieht-sich-mit-endlostarifvertrag-aus-dem-verkehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=129061","title":{"rendered":"33 Monate Abstellgleis: Bahngewerkschaft zieht sich mit Endlostarifvertrag aus dem Verkehr"},"content":{"rendered":"<p>So lange mussten Eisenbahner noch nie auf ihr Lohnminus warten. M&ouml;glich machen es ihre Besch&auml;ftigtenvertreter von der EVG. Die letzte Stufe des mit der DB vereinbarten Tarifvertrags z&uuml;ndet im Dezember 2027, womit der Sturzflug unter die Inflationsrate programmiert ist. Die F&uuml;hrung findet&rsquo;s trotzdem stimmig und preist sich f&uuml;r &bdquo;Besch&auml;ftigungssicherung&ldquo;. Die allerdings k&ouml;nnte sich noch schneller verfl&uuml;chtigen als die Kaufkraft ihrer Klientel, dann, wenn Friedrich Merz die Bahn zerschl&auml;gt. Das w&auml;re dann irgendwie doppelt bitter. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDas finale Votum war nur noch Formsache. Am Dienstag gab der 61-k&ouml;pfige Bundesvorstand der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) mit satter Mehrheit gr&uuml;nes Licht f&uuml;r einen Tarifabschluss, der seinesgleichen sucht. Qu&auml;lend lange 33 Monate, bis Ende 2027, wird das in der Nacht auf Sonntag zwischen der EVG-Tarifkommission und der F&uuml;hrung der Deutschen Bahn (DB) vereinbarte Vertragswerk G&uuml;ltigkeit haben. Bei der Inflation an Gro&szlig;krisen, die in j&uuml;ngerer Zeit &uuml;ber Land und Leute hereingebrochen sind, kann man fast sicher sein: Der Kontrakt wird seinen f&uuml;r die Belegschaften geldwerten Wert rasch eingeb&uuml;&szlig;t haben, oder anders: Die betroffenen 192.000 Besch&auml;ftigten steuern auf kr&auml;ftige Reallohnverluste zu.<\/p><p>Aber Funktion&auml;re w&auml;ren keine, w&uuml;rden sie nicht die schlimmste Schlappe noch als Erfolg verkaufen. &bdquo;Das Gesamtergebnis stimmt&ldquo;, lie&szlig; Co-Verhandlungsf&uuml;hrerin Cosima Ingenschay verlauten. In einer Bekanntmachung vom Sonntag rapportiert sie die Endloslaufzeit eher pflichtschuldig, versehen mit dem Hinweis: <a href=\"https:\/\/www.evg-online.org\/db-tarifrunde\/tarifrunde-db-ag-bis-zu-91-mehr-geld-einschliesslich-evg-zusatzgeld\/\">&bdquo;Der Arbeitgeber hatte 37 Monate gefordert.&ldquo;<\/a> Na dann, herzlichen Gl&uuml;ckwunsch &ndash; liebe DB-Bosse. Die verbuchen den Punkt erwartungsgem&auml;&szlig; unter <a href=\"https:\/\/www.deutschebahn.com\/de\/presse\/pressestart_zentrales_uebersicht\/DB-und-EVG-einigen-sich-auf-Tarifabschluss-Planungssicherheit-fuer-Sanierung-13290532\">&bdquo;Planungssicherheit&ldquo;<\/a>. Nur auf dieser Basis seien &bdquo;die vereinbarten Lohnerh&ouml;hungen und die Verl&auml;ngerung der Besch&auml;ftigungssicherung m&ouml;glich&ldquo; gewesen, teilte Personalvorstand Martin Seiler mit. Und f&uuml;rs Phrasenschwein: &bdquo;Unsere Mitarbeitenden machen jeden Tag einen tollen Job. Es ist uns wichtig, diese besondere Leistung auch in herausfordernden Zeiten zu w&uuml;rdigen.&ldquo;<\/p><p>&bdquo;<strong>Leute f&uuml;hlen sich verarscht&ldquo;<\/strong><\/p><p>Hunderte Kommentare auf dem EVG-Facebook-Account zeugen von wenig Dankbarkeit. &bdquo;Sch&auml;mt Euch&ldquo;, hei&szlig;t es da, oder: &bdquo;Mal wieder ein Schlag ins Gesicht. Danke EVG f&uuml;r diese Entt&auml;uschung.&ldquo; Ein User &auml;tzt: &bdquo;Sehr geehrte Tarifkommission, zur Feier Ihres Sieges in der Tarifverhandlung d&uuml;rfen Sie sich gerne bei mir Brunnenwasser und ein Kanten altes Brot abholen, eine Sendung per Post kann ich mir im Hinblick auf eine Gehaltserh&ouml;hung unter der Inflationsmarke leider nicht mehr leisten.&ldquo; Gleich etliche Gewerkschafter wollen ihren Mitgliedsausweis abgeben: &bdquo;Ich denke mal, die K&uuml;ndigung von mir kommt dann demn&auml;chst.&ldquo; Ein EVG-ler, der anonym bleiben will, findet im Gespr&auml;ch mit den <em>NachDenkSeiten<\/em> drastische Worte: &bdquo;Der Gro&szlig;teil der Leute f&uuml;hlt sich verarscht!&ldquo;<\/p><p>Eine Laufzeit in dieser Gr&ouml;&szlig;enordnung ist ihm noch nie begegnet, weder im eigenen Laden noch anderswo. <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/1380139\/umfrage\/durchschnittliche-laufzeit-von-tarifvertraegen-in-deutschland\/\">Statista<\/a> hat &uuml;ber alle Branchen hinweg die durchschnittliche Vertragsdauer zwischen 2000 und 2023 erfasst. Zuletzt waren es 23,3 Monate, 2018 sogar 26,5 Monate. Denkbar also, dass es in Einzelf&auml;llen &uuml;ber 30 Monate hinausgegangen ist. Aber ganz bestimmt nicht bei der Bahn. Wie auch? &bdquo;Es gibt einen Bundesvorstandsbeschluss, dass 24 Monate das Maximum sind&ldquo;, bemerkte der Gewerkschafter. Davon wollten die Verantwortlichen diesmal nichts wissen. In der DB-Tarifrunde hat sich die EVG die Festlegung auf eine H&ouml;chstlaufzeit einfach verkniffen. &bdquo;Zeitenwenden&ldquo; erfordern offenbar besondere Ma&szlig;nahmen, bis hin zum Bruch der eigenen Statuten.<\/p><p><strong>Nichtangriffspakt <\/strong><\/p><p>Die &bdquo;Zeitenwende&ldquo; bei der Bahn hei&szlig;t &bdquo;Generalsanierung&ldquo;, in deren Rahmen 40 Streckenabschnitte auf insgesamt 40.000 Kilometern mit mehrmonatigen Vollsperrungen instandgesetzt werden sollen. Eine erste Etappe soll nach den Vorgaben des <a href=\"https:\/\/www.deutschebahn.com\/de\/presse\/suche_Medienpakete\/Sanierungsprogramm-S3-DB-definiert-Massnahmen-fuer-bessere-Infrastruktur-bis-2027-13127506\">&bdquo;Konzernsanierungsprogramms S3&ldquo;<\/a> bis Ende 2027 geschafft sein. Damit, so stellte DB-Manager Seiler stolz fest, umfasse der Tarifvertrag den &bdquo;vollen Zeitraum&ldquo; von S3. Soll hei&szlig;en: Die Besch&auml;ftigten m&uuml;ssen k&uuml;rzer treten, damit die Bahn ungest&ouml;rt ihre marode Infrastruktur in Schuss bringen kann, die sie in Jahrzehnten systematisch und vors&auml;tzlich heruntergewirtschaftet hat, um die Bilanzen zu sch&ouml;nen und die Vorstandsgeh&auml;lter und -Boni immer h&ouml;her aufzut&uuml;rmen.<\/p><p>Der Kontrakt ist aber nicht nur ein Nichtangriffspakt zur Freude der Bahn, die sich fast drei Jahre lang nicht mit l&auml;stigen Streiks herum&auml;rgern muss. Einen Gefallen tut die EVG damit auch der Politik, speziell der k&uuml;nftigen Bundesregierung, f&uuml;r die die &bdquo;Bahnsanierung&ldquo; von zentraler Wichtigkeit sein wird. Unter einem m&ouml;glichen Kanzler Friedrich Merz (CDU) wird der noch integrierte Konzern absehbar aufgespalten in die Bereiche Fahrbetrieb und Infrastruktur, <a href=\"https:\/\/www.politikwechsel.cdu.de\/sites\/www.politikwechsel.cdu.de\/files\/downloads\/km_btw_2025_wahlprogramm_langfassung_ansicht.pdf\">&bdquo;f&uuml;r mehr Wettbewerb&ldquo;<\/a> und, um das Unternehmen zu &bdquo;verschlanken&ldquo;, wie im Wahlprogramm der Union zu lesen ist. Daf&uuml;r soll das Netz k&uuml;nftig &bdquo;gemeinwohlorientiert&ldquo; vom Steuerzahler unterhalten werden, w&auml;hrend allerlei Privatbahnen neben einer vielleicht schon bald privaten Deutschen Bahn die Gewinne einfahren. Das Vorhaben, das auch FDP und Gr&uuml;ne verfolgen, kann man den Menschen jedoch nur mit dem Versprechen beibiegen, dass die Z&uuml;ge dann auch wieder verl&auml;sslich rollen. Hierzu leistet die EVG schon jetzt ihren Beitrag.<\/p><p><strong>Demoskopen am Verhandlungstisch <\/strong><\/p><p>Drollig: Erst Anfang Februar hatte eine 1.500-Mann-Delegation der EVG mit einer <a href=\"https:\/\/www.evg-online.org\/politik\/news-2025\/demo-am-bahntower-zukunft-bahn-geht-nur-zusammen\/\">Demonstration gegen die &bdquo;Zerschlagungsfetischisten&ldquo;<\/a> vorm Bundeskanzleramt und der DB-Zentrale in Berlin Krach geschlagen. &bdquo;Wir sind Europas gr&ouml;&szlig;te Eisenbahngewerkschaft. Gemeinsam werden wir uns entschieden dagegenstemmen &ndash; mit der geballten Kraft unserer 185.000 Mitglieder&ldquo;, polterte der EVG-Vorsitzende Martin Burkert. Fraglich blo&szlig;, ob seine demoralisierten Truppen da mitziehen werden, beziehungsweise, ob das &uuml;berhaupt gew&uuml;nscht w&auml;re. Besagter NDS-Informant begreift eine Gewerkschaft als &bdquo;kollektive und solidarische Kampforganisation, die das Maximale f&uuml;r die Besch&auml;ftigten herausholen muss&ldquo;. Als es aber um die Frage ging, ob man f&uuml;r mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen k&auml;mpfen wolle, habe die Gewerkschaftsf&uuml;hrung abgewiegelt und &bdquo;einfach behauptet, f&uuml;r einen Streik w&auml;re ja sowieso keiner zu haben&ldquo;.<\/p><p>Tats&auml;chlich hat der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrende Vorstand (GV) die j&uuml;ngste Tarifrunde bereits vorab zu einer reinen Kuschelveranstaltung moderiert. Sehr deutlich lie&szlig; man durchblicken, dass eine z&uuml;gige und friedliche, also kampflose L&ouml;sung priorisiert wird. Daf&uuml;r hat man die Verhandlungen eigens vorgezogen, obwohl der bestehende Tarifvertrag noch bis 31. April g&uuml;ltig ist. Und siehe da: Nur drei Wochen nach dem Auftakt und in gerade einmal drei Gespr&auml;chsrunden ist man sich handelseinig geworden. Dabei folgte der Hoppladihopp-Kurs der Sprachregelung, noch vor der Bundestagswahl fertig werden zu m&uuml;ssen &ndash; wegen der Ungewissheiten, wie es danach weitergeht, und eben der Sorge, eine unionsgef&uuml;hrte Koalition k&ouml;nnte die Bahn alsbald zerschlagen und zum gro&szlig;en Jobkiller avancieren. Die Angst ist durchaus berechtigt. Aber rechtfertigt die politische Gro&szlig;wetterlage ein Verhandeln mit Samthandschuhen unter R&uuml;cksichtnahme auf Eventualit&auml;ten, die m&ouml;glicherweise einmal wahr werden k&ouml;nnten. Oder anders: Entscheiden jetzt schon die Demoskopen &uuml;ber mehr oder weniger Lohn?<\/p><p><strong>Jobsicherheit &uuml;ber alles <\/strong><\/p><p>Die Gewerkschaftsspitze behauptet freilich, das Allerwichtigste herausgeholt zu haben: eine Besch&auml;ftigungssicherung bis Ende 2027. Dieses Ziel war aber niemals offiziell formuliert worden. Mit sogenannten &bdquo;Blitzaktionen&ldquo; hatte man im Vorfeld in den Betrieben sogar extra ein Stimmungsbild eingeholt, was den Mitgliedern unter den N&auml;geln brennt. &bdquo;Da wurde gefragt, mehr Geld oder mehr Freizeit. Niemand wollte was von Jobsicherheit h&ouml;ren&ldquo;, sagte der Insider. Die EVG selbst verbreitete dazu: <a href=\"https:\/\/www.evg-online.org\/db-tarifrunde\/\">&bdquo;Angesichts steigender Lebenshaltungskosten wurde eine deutliche Lohnerh&ouml;hung als notwendig erachtet, um die Attraktivit&auml;t der Arbeitspl&auml;tze zu sichern.&ldquo;<\/a> Aber irgendwann habe es dann &bdquo;ohne Ansage einen Strategiewechsel gegeben&ldquo;, schilderte der EVG-ler, &bdquo;pl&ouml;tzlich stand der Erhalt der Arbeitspl&auml;tze &uuml;ber allem&ldquo;.<\/p><p>Hintergrund ist wohl eine angelaufene Entlassungswelle bei der Frachtsparte DB-Cargo. Die Gesellschaft ist <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=121377\">akut insolvenzbedroht<\/a> und soll mit einem harten Sanierungskurs zur&uuml;ck aufs Gleis gebracht werden. Gelingt das nicht, was wahrscheinlich ist, d&uuml;rfte die EU-Kommission in naher Zukunft die Ver&auml;u&szlig;erung der Bahn-Tochter verordnen, nach franz&ouml;sischem Vorbild. Dieser Tage wurden zahlreiche Besch&auml;ftigte, darunter Lokf&uuml;hrer und Auszubildende, in einem Betrieb in Mitteldeutschland Knall auf Fall auf die Stra&szlig;e gesetzt. Der dort geltende Tarifvertrag der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivf&uuml;hrer (GDL) enth&auml;lt keine Klausel zur Besch&auml;ftigungssicherung, was betriebsbedingte K&uuml;ndigungen m&ouml;glich macht. Vielleicht ist der raue Umgang auch ein Wink der Konzernchefs an die EVG. &bdquo;Gebt acht, dass Euch das nicht auch passiert.&ldquo;<\/p><p>&bdquo;<strong>Unw&uuml;rdiger Abschluss&ldquo;<\/strong><\/p><p>Dieses Los bleibt den EVG-Belegschaften vorerst erspart, bis Ende 2027. Wobei selbst das nicht ausgemacht ist. F&uuml;r DB-Cargo seien &Ouml;ffnungsklauseln vereinbart worden f&uuml;r den Fall, dass die geplante Restrukturierung nicht hinhaut, hielt der Insider fest. &bdquo;Cargo wird doch sowieso abgewickelt, die gro&szlig;e Sicherheit ist dann ebenso pass&eacute;. Und bei einer Zerschlagung der Bahn w&auml;re ohnehin alles unsicher.&ldquo; Sein Urteil und das vieler seiner Mitstreiter geht deshalb so: &bdquo;Die Einkommensentwicklung wird geopfert f&uuml;r die Hoffnung auf einen sicheren Job, die sich aber schon bald zerschlagen kann.&ldquo;<\/p><p>Und zu welchem Preis? Regul&auml;r Besch&auml;ftigten winken 6,5 Prozent mehr Lohn, Schichtarbeitern 9,1 Prozent, dazu kommt eine Einmalzahlung von 200 Euro im April. F&uuml;r EVG-Mitglieder gibt es au&szlig;erdem eine &bdquo;Erholungsbeihilfe&ldquo; von insgesamt 468 Euro. Aber das Allermeiste wird eben in drei Stufen ausgezahlt. Die erste echte Gehaltserh&ouml;hung von zwei Prozent erfolgt im Juli dieses Jahres, die zweite von 2,5 Prozent ein Jahr darauf. Auf den letzten Zuschlag von noch einmal zwei Prozent m&uuml;ssen die Kollegen dann bis Dezember 2027 warten. Faktisch werden sie damit &uuml;ber nahezu drei Jahre mit einem Plus von 4,5 Prozent abgespeist, w&auml;hrend die Preise f&uuml;r Lebensmittel, Strom, Gas, Benzin und Sozialversicherung in der Zwischenzeit eifrig weiterklettern d&uuml;rften. Angesichts der turbulenten Weltlage und der kriselnden deutschen Wirtschaft sei &bdquo;das ein Abschluss, der es nicht w&uuml;rdig ist, Abschluss genannt zu werden&ldquo;, befand ein Leidtragender bei <em>Facebook<\/em>.<\/p><p><strong>McDonald`s bietet mehr <\/strong><\/p><p>Die gr&ouml;&szlig;ten Verlierer sind die Angeh&ouml;rigen der Funktionsgruppen 2, 4 und 6. Denen wurde schon bei der Tarifrunde 2023 eine Anpassung an die h&ouml;heren Entgeltstrukturen zum 1. April 2025 zugesagt. Jetzt m&uuml;ssen sie darauf noch 34 Monate warten. &bdquo;Das gr&ouml;&szlig;te Versagen ist aber, dass Geb&auml;udereiniger bei DB Services nur den Branchenmindestlohn bekommen&ldquo;, beklagte der Informant. &bdquo;Das ist heftig. Selbst bei McDonald&rsquo;s und Burger King gibt es einen Scham-Cent mehr als Mindestlohn.&ldquo;<\/p><p>In einen gro&szlig;en politischen Zusammenhang hat die Initiative <a href=\"https:\/\/www.sagtnein.de\/\">&bdquo;Sagt Nein! Gewerkschafterinnen gegen Krieg, Militarismus und Burgfrieden&ldquo;<\/a> den EVG-Abschluss gesr&uuml;ckt. &bdquo;33 Monate Laufzeit bedeuten 33 Monate Friedenspflicht, also Arbeitskampfverbot beziehungsweise Verzicht&ldquo; und &bdquo;den Tod jeder betrieblichen gewerkschaftlichen Basisbewegung&ldquo;.<\/p><p>Dazu verweisen die Aktivisten auf die im <a href=\"https:\/\/zoes-bund.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/250207_Gruenbuch_ZMZ_digital.pdf\">&bdquo;Gr&uuml;nbuch Zivil-Milit&auml;rische Zusammenarbeit&ldquo; (ZMZ)<\/a> identifizierte Bedeutung der Deutschen Bahn als Kritische Infrastruktur (KRITIS). Die gelte es laut Gr&uuml;nbuch und im Licht der Bem&uuml;hungen um eine allgemeine &bdquo;Kriegsert&uuml;chtigung&ldquo; vor &bdquo;antimilitaristischen Aktionen und Streiks doch noch vorhandener klassenautonom handelnder Belegschaftsteile und Betriebsr&auml;te&ldquo; zu sch&uuml;tzen.<\/p><p>Ob die DB- und EVG-Oberen so weit gedacht haben, sei dahingestellt. Dass ihre Vereinbarung einen starken politischen Anstrich hat, ist derweil unbestreitbar. Vor Verhandlungsbeginn hatte Vizechefin Cosima Ingenschay noch erkl&auml;rt: &bdquo;Wir lassen nicht zu, dass unsere Kolleginnen und Kollegen zum Spielball der Politik werden.&ldquo; Genau &ndash; das erledigt die Gewerkschaftsf&uuml;hrung schon selbst.<\/p><p><small>Titelbild: Martin Lehmann\/shutterstock.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/4771fe3747a34479aa3ff1eb82f431e5\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So lange mussten Eisenbahner noch nie auf ihr Lohnminus warten. M&ouml;glich machen es ihre Besch&auml;ftigtenvertreter von der EVG. Die letzte Stufe des mit der DB vereinbarten Tarifvertrags z&uuml;ndet im Dezember 2027, womit der Sturzflug unter die Inflationsrate programmiert ist. 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