{"id":129457,"date":"2025-02-28T10:00:17","date_gmt":"2025-02-28T09:00:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=129457"},"modified":"2025-02-28T16:54:25","modified_gmt":"2025-02-28T15:54:25","slug":"stimmen-aus-ungarn-das-spiel-mit-dem-feuer-wie-die-ukraine-die-sicherheit-europas-bedroht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=129457","title":{"rendered":"Stimmen aus Ungarn: Das Spiel mit dem Feuer \u2013 Wie die Ukraine die Sicherheit Europas bedroht"},"content":{"rendered":"<p>Wie auch immer der Krieg endet, die Ukraine wird noch lange ein destabilisierender Faktor in Europa sein. Es sind und bleiben zu viele Waffen in unbefugten H&auml;nden &ndash; zudem in H&auml;nden von Menschen, deren Psyche durch den Krieg deformiert wurde. Obendrein besteht eine gute Chance, dass ein ukrainischer Staat, der glaubt, alles zu haben, alles haben zu k&ouml;nnen, eine ernst zu nehmende, kampferfahrene Armee zur&uuml;ckl&auml;sst. Er kann weiterhin von seinen Unterst&uuml;tzern Unterhalt verlangen und diejenigen bestrafen, die ihm seiner Meinung nach nicht genug geholfen haben. Vieles deutet darauf hin, dass die Ukraine den EU-Staaten wie Ungarn und Slowakei, die mit ihr im Streit liegen, bereits unangenehme Momente bereitet. So oder so, es ist ein Spiel mit dem Feuer. Ein Beitrag von <strong>G&aacute;bor Stier<\/strong>, aus dem Ungarischen &uuml;bersetzt von <strong>&Eacute;va P&eacute;li<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6078\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-129457-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250228_Stimmen_aus_Ungarn_Das_Spiel_mit_dem_Feuer_Wie_die_Ukraine_die_Sicherheit_Europas_bedroht_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250228_Stimmen_aus_Ungarn_Das_Spiel_mit_dem_Feuer_Wie_die_Ukraine_die_Sicherheit_Europas_bedroht_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250228_Stimmen_aus_Ungarn_Das_Spiel_mit_dem_Feuer_Wie_die_Ukraine_die_Sicherheit_Europas_bedroht_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250228_Stimmen_aus_Ungarn_Das_Spiel_mit_dem_Feuer_Wie_die_Ukraine_die_Sicherheit_Europas_bedroht_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=129457-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250228_Stimmen_aus_Ungarn_Das_Spiel_mit_dem_Feuer_Wie_die_Ukraine_die_Sicherheit_Europas_bedroht_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250228_Stimmen_aus_Ungarn_Das_Spiel_mit_dem_Feuer_Wie_die_Ukraine_die_Sicherheit_Europas_bedroht_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Aus der Ukraine kommen immer wieder &Auml;u&szlig;erungen, wonach Kiew zu einer bewaffneten Einmischung gegen Ungarn bereit sei und die Truppen in zwei Stunden den Plattensee erreichen k&ouml;nnten. Die &Auml;u&szlig;erung des ehemaligen Kommandeurs des neonazistischen Ajdar-Bataillons muss jedoch in ihrem richtigen Kontext betrachtet werden, auch wenn Sergei Melnichuk sie in seiner Position als Parlamentsabgeordneter gemacht hat. Leider werden diese Worte durch Umfragen untermauert, die zeigen, dass die Ukrainer die Ungarn als ihren zweitgr&ouml;&szlig;ten Feind nach den Russen betrachten. Angesichts der langj&auml;hrigen k&uuml;hlen Beziehungen zwischen den beiden L&auml;ndern und der Berichterstattung der ukrainischen Medien &uuml;ber Ungarn ist dies jedoch nicht &uuml;berraschend &ndash; ebenso wenig wie die j&uuml;ngste Provokation, eine Stra&szlig;e in einer transkarpatischen Stadt umzubenennen: Die bisherige &bdquo;Magyar-Stra&szlig;e&ldquo; (Ungarische Stra&szlig;e) tr&auml;gt nun den Namen eines Publizisten, der in einer der neonazistischen Asow-Formationen gek&auml;mpft hat.<\/p><p>Unl&auml;ngst hat das ukrainische Parlament eine Entscheidung getroffen, die ebenfalls zum Nachdenken anregt. Obwohl die Medien diese Nachricht unerkl&auml;rlicherweise &uuml;bersehen haben, ist sie ein Zeichen daf&uuml;r, dass die Ukraine ein Land ist, das in ganz Europa und insbesondere in den Nachbarl&auml;ndern mehr Aufmerksamkeit verdient.<\/p><p>Die ukrainische Legislative hat dem Pr&auml;sidenten des Landes die rechtliche Befugnis erteilt, Truppen in andere L&auml;nder zu entsenden, um die Souver&auml;nit&auml;t und territoriale Integrit&auml;t des Landes zu verteidigen. Wie der ukrainische Abgeordnete Jaroslaw Scheleznyak auf seinem Telegram-Kanal erkl&auml;rte, bedarf dies der vorherigen Zustimmung der Legislative, und der Pr&auml;sident muss das Parlament unter anderem &uuml;ber den Zweck der Truppenentsendung ins Ausland, die St&auml;rke der Einheiten, die Art und Zusammensetzung ihrer Waffen und Ausr&uuml;stung, ihre Unterstellung sowie die Einsatzbedingungen informieren.<\/p><p>Die Nachrichten, denken Sie nur dar&uuml;ber nach, sind schockierend &ndash; wie auch die Tatsache, dass Ursula von der Leyen die europ&auml;ische Integration der Ukraine beschleunigen w&uuml;rde. Denn das bedeutet auch, dass Br&uuml;ssel nicht dar&uuml;ber nachdenkt, dass weder Europa noch die Ukraine bereit f&uuml;r eine Mitgliedschaft sind. Ganz zu schweigen davon, dass die Aufnahme der Ukraine nicht nur aufgrund der wirtschaftlichen Lage des Landes eine enorme Belastung darstellen w&uuml;rde, sondern dass der Import einer Hardliner-Mentalit&auml;t, gemischt mit Frustration, auch die internen Spannungen gef&auml;hrlich erh&ouml;hen w&uuml;rde.<\/p><p>Die EU-F&uuml;hrung spielt mit dem Feuer, indem sie die Ukraine st&auml;ndig anspornt. Deren F&uuml;hrung versteht es, aus der realit&auml;tsfernen, durch Moral und Russophobie gepr&auml;gten Haltung Europas Kapital zu schlagen. Ein gutes Beispiel daf&uuml;r ist, dass die Ukraine bereits um finanzielle und milit&auml;rische Unterst&uuml;tzung bittet, um ihre Armee zu st&auml;rken, auf der Grundlage, dass sie Europa verteidigen wird. Zumindest aber soll diese kampferprobte Armee den Kern einer gemeinsamen europ&auml;ischen Streitmacht bilden. Die Beispiele lie&szlig;en sich endlos fortsetzen, aber der Punkt ist, dass die Ukraine auch nach dem Ende der intensiven Phase des Krieges weiterhin eine Bedrohung f&uuml;r die Sicherheit Europas darstellen wird.<\/p><p>Diese Herausforderung muss angegangen werden. Es wird keine leichte Sache sein, vor allem, wenn die Ukraine von einigen Kr&auml;ften zu politischen Zwecken f&uuml;r terroristische Aktionen genutzt wird. Mir graut vor dem Gedanken, dass solche Ideen aus den K&ouml;pfen der Kiewer F&uuml;hrung kommen. Wir sollten uns daran erinnern, dass die ukrainische Beteiligung an der Sprengung der Nord-Stream-Pipelines erw&auml;hnt wurde. Zuletzt verd&auml;chtigten Robert Fico und sein Team Ukrainer der Cyberangriffe auf slowakische Staatsorgane, w&auml;hrend in Ungarn vermutet wurde &ndash; die Geheimdienste machten darauf aufmerksam &ndash;, dass Ukrainer etwas mit Artikeln zu tun haben k&ouml;nnten, die die Orb&aacute;n-Regierung diskreditieren. Es ist auch ein Spiel mit dem Feuer. Wenn es wahr ist, dann deshalb, wenn es nicht wahr ist, deshalb.<\/p><p>Ende Januar wurde die Slowakei von einem beispiellosen Cyberangriff heimgesucht, der zum Zusammenbruch des Vermessungsamtes f&uuml;hrte. Das vom Amt f&uuml;r Geod&auml;sie (Landvermessung), Kartographie und Kataster verwendete Informationssystem wurde von einem gro&szlig; angelegten Cyberangriff aus dem Ausland getroffen. Der Angriff ist auch deshalb schwerwiegend, weil die Gefahr besteht, dass die Hacker Daten &uuml;ber das Eigentum von Immobilien und Grundst&uuml;cken in der Slowakei erlangt haben k&ouml;nnten. Slowakischen Medienberichten zufolge fordern die Hacker einen siebenstelligen US-Dollarbetrag f&uuml;r die Wiederherstellung des Zugangs zu den Registrierungsdaten durch einen sogenannten Erpressungstrojaner. Es folgte ein Angriff auf das IT-System der allgemeinen slowakischen Krankenversicherung. Experten zufolge war der Cyberangriff ein Versuch, pers&ouml;nliche Daten von Nutzern abzugreifen.<\/p><p>Solche Aktionen k&ouml;nnen darauf abzielen, ein Land zu destabilisieren. Auch der Zeitpunkt k&ouml;nnte bewusst gew&auml;hlt sein. Zum einen hat die j&uuml;ngste Unterbrechung des Gastransits die Beziehungen zwischen Kiew und Bratislava belastet, zum anderen ist die Regierungskoalition instabil.<\/p><p>Der slowakische Premierminister Robert Fico hat die Ukraine bei mehreren Gelegenheiten offen kritisiert und ist nach Moskau gereist, woraufhin Kiew die Slowakei verbal attackiert hat. In der Zwischenzeit wurde die Position der slowakischen Regierung im eigenen Land ersch&uuml;ttert, nachdem vier Abgeordnete eines Koalitionspartners die Fraktion verlassen haben und die Regierung damit in der Minderheit ist. Bei Protesten der Opposition in mehreren St&auml;dten wurde der R&uuml;cktritt Ficos gerade wegen des Moskau-Besuchs und der Kritik an der Ukraine gefordert.<\/p><p>In dieser Situation w&auml;re es nicht verwunderlich, wenn Kiew gedacht h&auml;tte, dass sie Fico bestrafen w&uuml;rden oder, genauer gesagt, versuchen w&uuml;rden, die Situation auszunutzen, um seinen Sturz zu erreichen. Das w&uuml;rde, gelinde gesagt, dem liberalen europ&auml;ischen Mainstream nicht gegen den Strich gehen. Und diese beiden F&auml;den laufen darin zusammen, dass es auch im Interesse Kiews ist, den Schwung der souver&auml;nistischen Kr&auml;fte, die sich gegen die Ukraine zur&uuml;ckhalten, zu brechen und die Macht der globalistischen Liberalen zu erhalten, die immer noch daran denken, Russland zu besiegen und zu schw&auml;chen.<\/p><p>Es w&auml;re also logisch, dass sich die ukrainischen Geheimdienste mit bestimmten europ&auml;ischen NGOs zusammenschlie&szlig;en, um zu versuchen, die Macht der national-souver&auml;nistisch orientierten Regierungen in der Europ&auml;ischen Union zu untergraben &ndash; oder auch auf dem Balkan.<\/p><p>Der gr&ouml;&szlig;te Druck lastet derzeit auf der Slowakei und Serbien. In beiden L&auml;ndern gibt es eine soziale Basis f&uuml;r Unzufriedenheit, und externe Kr&auml;fte bauen darauf auf, um die Wut zu sch&uuml;ren und die Wirksamkeit der Proteste durch finanzielle, organisatorische und mediale Unterst&uuml;tzung zu erh&ouml;hen. Au&szlig;erdem erh&ouml;hen sie die Unsicherheit durch lokale Hackerangriffe. Dies ist das bekannte Szenario des Maidan in der Ukraine, dessen oberstes Ziel es ist, die innenpolitische Lage zu destabilisieren und die rechtm&auml;&szlig;ig gew&auml;hlten Beh&ouml;rden mit Hilfe von Gewalt auf der Stra&szlig;e zu st&uuml;rzen. Selbst um den Preis, dass das innere Gleichgewicht gest&ouml;rt wird, soll eine Regierung eingesetzt werden, die besser in den liberalen europ&auml;ischen Mainstream passt. Dies liegt in der gegenw&auml;rtigen Situation auch im Interesse Kiews.<\/p><p>Nach Serbien und der Slowakei k&ouml;nnte Ungarn folgen, wo Orb&aacute;ns eineinhalb Jahrzehnte w&auml;hrende Regierung sowohl Br&uuml;ssel als auch Kiew ein Dorn im Auge ist.<\/p><p>Doch trotz der Anzeichen von M&uuml;digkeit und wachsender Unzufriedenheit ist Orb&aacute;ns Macht solider als die des serbischen Pr&auml;sidenten Aleksandar Vu&#269;i&#263;, vor allem aber als die von Fico. Unabh&auml;ngig davon k&ouml;nnen wir angesichts der Gelegenheit, die durch die Skandale um den Fidesz im vergangenen Jahr entstanden ist, sicher sein, dass sich die innenpolitischen Spannungen auch in Ungarn versch&auml;rfen werden, wenn die Wahlen im kommenden Jahr n&auml;her r&uuml;cken.<\/p><p>Obwohl der Sieg Donald Trumps Orb&aacute;n nun st&auml;rkt, versch&auml;rft sich die Konfrontation zwischen dem globalistischen liberalen Mainstream und den erstarkenden patriotischen souver&auml;nistischen Kr&auml;ften. Dies spaltet nicht nur Europa, sondern auch die ungarische Gesellschaft, und zwar entlang von Bruchlinien &auml;hnlich wie die Haltung zum russisch-ukrainischen Krieg. Die Interessen Br&uuml;ssels und Kiews kommen also zusammen, ob absichtlich oder nicht, und wir sollten uns nicht wundern, wenn sie alles in ihrer Macht Stehende tun w&uuml;rden, um Orb&aacute;n zu st&uuml;rzen, indem sie zusammenarbeiten oder sich gegenseitig benutzen.<\/p><p>Mit dem N&auml;herr&uuml;cken der Wahlen 2026 d&uuml;rfte sich der Druck von au&szlig;en auf Ungarn versch&auml;rfen &ndash; schon allein deshalb, weil sich die Konfrontation zwischen konservativen Souver&auml;nisten und liberalen Globalisten auf europ&auml;ischer Ebene versch&auml;rft. Und wenn der Konflikt in der Ukraine in diese Rivalit&auml;t hineingemischt wird, ist das ein gef&auml;hrlicher Brennstoff. Wir sollten also nicht mit diesem Feuer spielen!<\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"\" title=\"YouTube video player\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/4ctOtdMJgC8?si=Ms7H09BHEPklWfvl\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p><em>Dieser Beitrag ist im ungarischen Original auf <a href=\"https:\/\/moszkvater.com\/jatek-a-tuzzel-2\/\">Moszkvater<\/a> erschienen.<\/em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/08434f0f2f6945a487752547a927426d\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p><p><small>Titelbild: Shutterstock \/ badwiser<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=127556\">Michael von der Schulenburg: &bdquo;Geschichtlich gesehen ist es unser Krieg und nicht Putins&ldquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=111161\">Vortrag von General a. 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