{"id":12981,"date":"2012-04-25T09:08:07","date_gmt":"2012-04-25T07:08:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12981"},"modified":"2015-02-14T12:20:34","modified_gmt":"2015-02-14T11:20:34","slug":"eu-vergleich-der-arbeitskosten-und-lohnnebenkosten-fur-das-jahr-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12981","title":{"rendered":"EU-Vergleich der Arbeitskosten und Lohnnebenkosten f\u00fcr das Jahr 2011"},"content":{"rendered":"<p>Das Statistische Bundesamt ver&ouml;ffentlicht regelm&auml;&szlig;ig alle Jahre wieder diesen Vergleich der Arbeitskosten. Einerseits wird zwar damit die h&auml;ufig von Arbeitgeberseite in Talkshows wiederholte Behauptung widerlegt, dass Deutschland die h&ouml;chsten Arbeitskosten habe. Andererseits sei immer wieder darauf hingewiesen, dass der Vergleich der Arbeitskosten im Hinblick auf die internationale Wettbewerbsf&auml;higkeit zu kurz greift. Diesen Kosten muss vielmehr die Produktivit&auml;t gegen&uuml;ber gestellt werden, also die Beziehung des Lohnsatzes in absoluten Zahlen mit der Arbeitsproduktivit&auml;t, d.h. die Lohnkosten je erbrachter Leistung. Wegen ihrer viel engeren Beziehung zur Preisbildung sind die Lohnst&uuml;ckkosten ein weitaus besserer Indikator f&uuml;r die Wettbewerbsf&auml;higkeit als das Arbeitskostenniveau.<br>\nLesen Sie hier zun&auml;chst die Meldung des Statistischen Bundesamtes und danach einige Anmerkungen von <strong>Wolfgang Lieb<\/strong> und unseres Lesers G.K. sowie eine Meldung des IMK.<br>\n<!--more--><br>\n&bdquo;Arbeitgeber in der deutschen Privatwirtschaft bezahlten im Jahr 2011 durchschnittlich 30,10 Euro f&uuml;r eine geleistete Arbeitsstunde. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, lag das Arbeitskostenniveau in Deutschland damit innerhalb der Europ&auml;ischen Union (EU) auf Rang sieben. Arbeitgeber in der deutschen Privatwirtschaft zahlten 32 % mehr f&uuml;r eine Stunde Arbeit als im Durchschnitt der EU, aber 12 % weniger als zum Beispiel im Nachbarland Frankreich. Belgien hatte mit 39,30 Euro die h&ouml;chsten, Bulgarien mit 3,50 Euro die niedrigsten Arbeitskosten je geleistete Stunde.<br>\nIm Verarbeitenden Gewerbe, das besonders im internationalen Wettbewerb steht, kostete eine Arbeitsstunde in Deutschland 2011 durchschnittlich 34,30 Euro. Hier lag Deutschland im EU-weiten Vergleich auf Rang f&uuml;nf. Eine Stunde Arbeit in der deutschen Industrie war 48 % teurer als im EU-Durchschnitt, aber 4 % billiger als in Frankreich.<br>\n&Uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum betrachtet nimmt Deutschland bei der Entwicklung der Arbeitskosten in der Privatwirtschaft eine Sonderstellung ein: Zwischen 2001 und 2011 hatte Deutschland mit + 19,4 % den mit Abstand geringsten Anstieg der Arbeitskosten aller Mitgliedstaaten der EU. Zum Vergleich: In Frankreich sind die Arbeitskosten in diesem Zeitraum mit + 39,2 % mehr als doppelt so stark gestiegen.<br>\nArbeitskosten setzen sich aus den Bruttoverdiensten und den Lohnnebenkosten zusammen. Betrachtet man das Verh&auml;ltnis der Lohnnebenkosten zu den Bruttoverdiensten ist es m&ouml;glich, die Lohnnebenkosten unabh&auml;ngig vom Verdienstniveau der einzelnen Mitgliedstaaten zu vergleichen. Im Jahr 2011 zahlten die Arbeitgeber in Deutschland in der Privatwirtschaft auf 100 Euro Bruttoverdienst zus&auml;tzlich 28 Euro Lohnnebenkosten. Damit lag Deutschland unter dem EU-Durchschnitt von 32 Euro und nahm mit Rang 16 einen Mittelplatz innerhalb der Europ&auml;ischen Union ein. Auf 100 Euro Lohn wurden in Schweden (52 Euro) und Frankreich (50 Euro) die h&ouml;chsten und in Malta (10 Euro) die niedrigsten Lohnnebenkosten gezahlt. Hauptbestandteil der Lohnnebenkosten sind die Sozialbeitr&auml;ge der Arbeitgeber, also vor allem die gesetzlichen Arbeitgeberbeitr&auml;ge zu den Sozialversicherungen, die Aufwendungen f&uuml;r die betriebliche Altersversorgung sowie die Aufwendungen f&uuml;r die Lohn- und Gehaltsfortzahlungen im Krankheitsfall.&ldquo;<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/120425_arbeitskosten_in_privatwirtschaft.png\" alt=\"\"><\/p><p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/PresseService\/Presse\/Pressemitteilungen\/2012\/04\/PD12_144_624.html;jsessionid=802F362BB88DDBD018FF7B32048B4D62.cae1\">Statistisches Bundesamt<\/a><\/p><p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es ist die vergleichsweise geringe Steigerung der Lohnst&uuml;ckkosten, die Deutschland gegen&uuml;ber seinen europ&auml;ischen Nachbarn und in der Welt so wettbewerbsf&auml;hig gemacht und zu den hohen Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;ssen gef&uuml;hrt hat.<\/em><\/p><p>Auch die relativ h&ouml;heren Arbeitskosten im Verarbeitenden Gewerbe sollte man nicht isoliert betrachten. Die exportierende (im internationalen Wettbewerb stehende Industrie) profitiert vom vergleichsweise niedrigen Arbeitskostenniveau etwa in den Dienstleistungsbranchen, wo Vorleistungen f&uuml;r die Produktion nachgefragt werden.<\/p><p><a href=\"\/upload\/bilder\/111129_spiecker_grafik3_large.jpg\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"\/upload\/bilder\/111129_spiecker_grafik3.jpg\"><\/a><\/p><p>Quelle: <a href=\"\/?p=11454\">Friederike Spieker<\/a><\/p><p>Die Statistik des Statistischen Bundesamtes belegt aber dankenswerterweise ein weiteres Mal, dass die angeblich &uuml;berh&ouml;hten Lohnnebenkosten ein schier unausrottbarer deutscher Mythos sind. Deutschland liegt unter dem EU-Durchschnitt von 32 Euro und nimmt mit Rang 16 einen Mittelplatz innerhalb der Europ&auml;ischen Union ein. <\/p><p>Dabei ist selbst diese Statistik nicht die ganze Wahrheit: Zu den hier erfassten &bdquo;Lohnnebenkosten&ldquo; werden auch die freiwilligen oder tariflich abgesicherten Leistungen, wie Betriebsrenten oder sonstige sozialen Leistungen der Unternehmen gez&auml;hlt. Die hier angegebenen &bdquo;Lohnnebenkosten&ldquo; sind also nicht etwa die gesetzlich auferlegten, um die es in der Politik in aller Regel geht. Die Senkung der Lohnnebenkosten (also die parit&auml;tische Finanzierung der Rente oder der gesetzlichen Krankenversicherung, Senkung der Beitr&auml;ge f&uuml;r die Arbeitslosenversicherung) war stets der Hebel f&uuml;r die Privatisierung der sozialen Sicherungssysteme und f&uuml;r den Sozialabbau.<\/p><p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Auch diese Daten dokumentieren das seit ca. 15 Jahren betriebene deutsche Lohndumping. Im Jahre 2000 lagen die deutschen Arbeitskosten je Stunde in der Privatwirtschaft innerhalb der EU-27 noch auf Platz 4, unter Einschluss des nicht zur EU z&auml;hlenden Norwegen auf Platz 5. Im Jahre 2011 sind die hiesigen Arbeitskosten auf Platz 7 zur&uuml;ckgefallen, unter Einschluss Norwegens sogar auf Platz 8. <\/em><\/p><p><em>Bereits zur Jahrtausendwende wies der deutsche Au&szlig;enhandel einen Au&szlig;enhandels&uuml;berschuss auf, was der von den Neoliberalen gestreuten Behauptung widerspricht, die seit Ende der 90er Jahre betriebene &ldquo;Lohnzur&uuml;ckhaltung&rdquo; sei zur Erlangung der deutschen Wettbewerbsf&auml;higkeit notwendig gewesen.<\/em> <\/p><p><em>Die im OECD-Vergleich schwache Wirtschaftsentwicklung in Deutschland seit Ende der 90er Jahre bis zum Jahre 2005 hatte ihre Ursache nicht in mangelnder deutscher Wettbewerbsf&auml;higkeit, sondern in einer aus dem hiesigen Lohndumping resultierenden  Binnenmarktschw&auml;che. Ab dem Jahre 2006 wurde diese Binnenmarktschw&auml;che durch das schrittweise Hochfahren der deutschen Exporte und Au&szlig;enhandels&uuml;bersch&uuml;sse &uuml;berkompensiert. Die Negativfolgen dieser massiven deutschen Exportfixierung und dem daraus resultierenden drastischen Hochfahren der hiesigen Au&szlig;enhandels&uuml;bersch&uuml;sse haben sich mittlerweile zu einem handfesten Problem f&uuml;r die Eurozone entwickelt.<\/em><\/p><p><em>Im Beitrag der <a href=\"http:\/\/de.reuters.com\/article\/economicsNews\/idDEBEE83N02R20120424\">Nachrichtenagentur Reuters<\/a>  hei&szlig;t es unter Bezugnahme auf das Statistische Bundesamt:<\/em><\/p><blockquote><p><em>&ldquo;Im Verarbeitenden Gewerbe, das besonders stark im internationalen Wettbewerb steht, kostet eine Arbeitsstunde durchschnittlich 34,30 Euro. Hier liegt Deutschland im EU-weiten Vergleich auf Rang f&uuml;nf. Eine Stunde Arbeit in der Industrie war 48 Prozent teurer als im EU-Durchschnitt, aber vier Prozent billiger als in Frankreich.&rdquo;<\/em><\/p><\/blockquote><p><em>Die im Vergleich zur gesamten Privatwirtschaft h&ouml;here Platzierung der Arbeitskosten des deutschen Verarbeitenden Gewerbes (Rang 5 innerhalb der EU; unter Einschluss Norwegens Rang 6) bedeutet im Umkehrschluss, dass die deutschen Arbeitskosten im Dienstleistungssektor im EU-Vergleich in etwa Rang 9 (unter Einschluss Norwegens ca. Rang 10) einnehmen. Leider macht das Statistische Bundesamt hierzu keine gesonderten Angaben.<\/em><\/p><p>Wegen der im Vergleich zum hiesigen Dienstleistungssektor g&uuml;nstigeren Entwicklung der L&ouml;hne und Geh&auml;lter beim st&auml;rker im internationalen Wettbewerb stehenden Verarbeitenden Gewerbe wird des &Ouml;fteren behauptet, der deutsche Export sei in den vergangenen Jahren von der &ldquo;ma&szlig;vollen Entwicklung&rdquo; der deutschen Lohnkosten (die sich vor allem im Dienstleistungssektor abgespielt habe) nicht sonderlich stark forciert worden. Selbst wenn dies f&uuml;r die Kernbelegschaften der Exportwirtschaft zutreffen sollte, dann bedeutet dies keineswegs, dass die deutsche Exportwirtschaft nicht vom hiesigen Lohndumping (und erst recht vom Sozial-und Unternehmenssteuerdumping) profitierte. Hierzu schreibt Friederike Spiecker im NachDenkSeiten-Beitrag &ldquo;<a href=\"\/?p=11454\">Welche Verantwortung kommt der Lohnpolitik bei der L&ouml;sung der Euro-Krise zu?<\/a>&ldquo;:<\/p><blockquote><p><em>&ldquo;In Marktwirtschaften mit einigerma&szlig;en funktionierendem Wettbewerb spiegelt die Preisentwicklung die Entwicklung der Produktionskosten wider. Gesamtwirtschaftlich, d.h. &uuml;ber alle Produktions- und Vorleistungsstufen hinweg betrachtet, bestehen die Produktionskosten eines Landes aus den gesamtwirtschaftlichen Lohnst&uuml;ckkosten. (Nur die Preise importierter Vorleistungen wie Rohstoffe flie&szlig;en als eigenst&auml;ndige Gr&ouml;&szlig;e in die gesamtwirtschaftlichen Produktionskosten und damit in das gesamtwirtschaftliche Preisniveau ein.) Denn einerseits beruhen alle in der Produktion verwendeten Vorleistungen letzten Endes auf Arbeit, also etwa auch die Kosten f&uuml;r das Sachkapital, das eine Form &bdquo;vorgetaner&ldquo; Arbeit darstellt. Andererseits tragen alle Branchen &ndash; vom privaten Dienstleister bis hin zur &ouml;ffentlichen Infrastruktur &ndash; auf die eine oder andere Weise zum Angebotspreis der Exporteure bei. Mit anderen Worten: Ein internationaler Vergleich nur der industriellen Lohnst&uuml;ckkosten griffe zu kurz.&rdquo;<\/em><\/p><\/blockquote><p><em>Hierzu ein konkretes Beispiel: Die als Folge der rot-gr&uuml;nen &ldquo;Arbeitsmarktflexibilisierung&rdquo; massiv angestiegene Zahl prek&auml;r besch&auml;ftigter Leiharbeiter in der Industrie taucht in den Gewinn- und Verlustrechnungen der dem Verarbeitenden Gewerbe zugeordneten Exportindustrie nicht unter der Position &ldquo;Personalkosten&rdquo; auf, sondern unter den Betriebskosten, denn die Zeitarbeitsbranche ist im Berichtswesen des Statistischen Bundesamtes dem Dienstleistungssektor zugeordnet. Das durch die Ausweitung der Leiharbeit betriebene Lohndumping spiegelt sich somit nicht in den auf die Industrie bezogenen Lohnkosten und damit auch nicht in den industriellen Lohnst&uuml;ckkosten wieder. Es ist daher Friederike Spiecker zuzustimmen, wenn sie schreibt, dass in Bezug auf die Beurteilung der Lohnst&uuml;ckkosten der Exportindustrie die Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Lohnst&uuml;ckkosten (die auch den Dienstleistungssektor beinhalten) von Relevanz ist.<\/em><\/p><p><em>Die &Uuml;berschrift des nachfolgenden, von der Frankfurter Rundschau auf Basis eines Beitrages der Presseagentur dapd ver&ouml;ffentlichten Artikels, ist ganz im Geiste der neoliberalen Ideologie formuliert:<\/em><\/p><p><em>&ldquo;<a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/arbeit---soziales\/privatwirtschaft-arbeit-in-deutschland-teurer-als-im-eu-durchschnitt,1473632,14981630,view,asFirstTeaser.html\">Privatwirtschaft: Arbeit in Deutschland teurer als im EU-Durchschnitt<\/a>&ldquo;.<\/em><\/p><p><em>In diesem dapd-basierten Beitrag der Frankfurter Rundschau hei&szlig;t es einleitend:<\/em><\/p><blockquote><p><em>&ldquo;Die Deutschen bewegen sich bei den Arbeitskosten in der Privatwirtschaft im oberen Drittel. Das zeigt ein europaweiter Vergleich. Die Arbeitskosten in Deutschland sind deutlich h&ouml;her als in anderen europ&auml;ischen L&auml;ndern. F&uuml;r eine geleistete Stunde bezahlten die Arbeitgeber aus der deutschen Privatwirtschaft im vergangenen Jahr durchschnittlich 30,10 Euro, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Damit lagen die Kosten hierzulande rund ein Drittel &uuml;ber dem Durchschnittsniveau innerhalb der Europ&auml;ischen Union. In den 27 Mitgliedsstaaten lag der Betrag f&uuml;r eine Arbeitsstunde bei 22,80 Euro.&rdquo;<\/em><\/p><\/blockquote><p><em>Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Presseagentur dapd den Leserinnen und Lesern suggerieren m&ouml;chte, der auch international erhobene Vorwurf des deutschen Lohndumping entbehre jeglicher Grundlage. Die durchschnittlichen Arbeitskosten pro Stunde der EU 27-Staaten werden jedoch durch die osteurop&auml;ischen EU-Beitrittsl&auml;nder massiv nach unten gedr&uuml;ckt. Nicht nur die Arbeitskosten je Stunde, sondern auch die Produktivit&auml;t liegt in der deutschen Privatwirtschaft erheblich &uuml;ber dem EU 27-Durchschnitt. Die deutschen Lohnst&uuml;ckkosten, welche neben den absoluten Arbeitskosten auch die Produktivit&auml;t ber&uuml;cksichtigen, sind im europ&auml;ischen Vergleich sehr wettbewerbsf&auml;hig (ablesbar an den sehr hohen deutschen Exporten und Au&szlig;enhandels&uuml;bersch&uuml;ssen). Zudem erfahren nur jene Leserinnen und Leser des von der FR ver&ouml;ffentlichten dapd-Beitrages, welche online die dort verlinkte Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes aufrufen, dass die Arbeitskosten in der deutschen Privatwirtschaft im Vergleich zu den &uuml;brigen 27 Staaten der EU zwischen 2001 und 2011 den geringsten prozentualen Anstieg aufweisen. Im Beitrag der Pressagentur dapd selbst wird hier&uuml;ber jedoch nicht informiert.<\/em><\/p><p><strong>Neue Zahlen best&auml;tigen Trend der IMK-Analyse: Arbeitskosten wachsen in Deutschland besonders langsam<\/strong><br>\nDeutschland liegt bei den Arbeitskosten f&uuml;r die Privatwirtschaft weiterhin an siebter Stelle hinter wichtigen nord- und westeurop&auml;ischen Handelspartnern. Und im vergangenen Jahrzehnt sind die Arbeitskosten in der Bundesrepublik weitaus langsamer gewachsen als in allen anderen EU-L&auml;ndern. Die neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass sich der vom Institut f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung seit Jahren beschriebene Trend auch 2011 fortgesetzt hat. &ldquo;Um die internationale Wettbewerbsf&auml;higkeit der deutschen Wirtschaft muss sich niemand Sorgen machen, sie ist hervorragend&rdquo;, sagt Prof. Dr. Gustav A. Horn, Wissenschaftlicher Direktor des IMK. &ldquo;Allerdings hat diese Entwicklung zwei Seiten: Das lange Zeit relativ geringe Wachstum der L&ouml;hne in Deutschland hat die Exportwirtschaft enorm befl&uuml;gelt, doch es gab nur schwache Impulse f&uuml;r die Binnennachfrage. Dadurch hat es zu den riesigen deutschen Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;ssen und den bedrohlichen wirtschaftlichen Ungleichgewichten im Euroraum beigetragen. Jetzt ist eine Beschleunigung bei den L&ouml;hnen und beim Konsum in Sicht. Das ist auch dringend n&ouml;tig, denn angesichts der Nachfrageschw&auml;che bei wichtigen europ&auml;ischen Handelspartnern h&auml;ngt die deutsche Konjunktur in diesem und im n&auml;chsten Jahr am privaten Konsum.&rdquo;<br>\nBetrachtet man nur die Arbeitskosten im Verarbeitenden Gewerbe, lag Deutschland laut Statistischem Bundesamt 2011 &ndash; wie im Vorjahr &ndash; an f&uuml;nfter Stelle. &ldquo;Die Rekordgewinne, die viele Unternehmen im vergangenen Jahr verbucht haben, zeigen, dass gerade die deutsche Industrie damit sehr g&uuml;nstig positioniert ist&rdquo;, betont Horn. Zudem seien die Zahlen f&uuml;r das verarbeitende Gewerbe zwar wichtig, sie d&uuml;rften aber nicht isoliert betrachtet werden. So profitiere die Industrie vom vergleichsweise niedrigen Arbeitskostenniveau in den Dienstleistungsbranchen, wo zahlreiche Vorleistungen nachgefragt werden.<br>\nQuelle 1: <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news474202\">idw<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/6936_38458.htm\">Hans-B&ouml;ckler-Stiftung, Pressemitteilung<\/a><br>\nQuelle 3: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_imk_report_68_2011.pdf\">IMK Report Nr. 68, Dezember 2011 [PDF &ndash; 474 KB]<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Statistische Bundesamt ver&ouml;ffentlicht regelm&auml;&szlig;ig alle Jahre wieder diesen Vergleich der Arbeitskosten. Einerseits wird zwar damit die h&auml;ufig von Arbeitgeberseite in Talkshows wiederholte Behauptung widerlegt, dass Deutschland die h&ouml;chsten Arbeitskosten habe. Andererseits sei immer wieder darauf hingewiesen, dass der Vergleich der Arbeitskosten im Hinblick auf die internationale Wettbewerbsf&auml;higkeit zu kurz greift. 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