{"id":129966,"date":"2025-03-10T11:00:04","date_gmt":"2025-03-10T10:00:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=129966"},"modified":"2025-03-10T15:34:33","modified_gmt":"2025-03-10T14:34:33","slug":"die-oeffentliche-demontage-des-wolodymyr-s-europa-zieht-konsequenzen-allerdings-die-falschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=129966","title":{"rendered":"Die \u00f6ffentliche Demontage des Wolodymyr S. &#8211; Europa zieht Konsequenzen \u2013 allerdings die falschen"},"content":{"rendered":"<p>Zwei Staatschefs sa&szlig;en im Oval Office beieinander, der eine der m&auml;chtigste Mann der Welt, der andere &ndash; zumindest nach westlicher Ansicht &ndash; der gr&ouml;&szlig;te Freiheitsk&auml;mpfer der letzten Jahre. Die M&auml;nner sprachen im Beisein von TV-Kameras &uuml;ber ein Abkommen, das unterschriftsreif vorlag. Von <strong>Peter Vonnahme.<\/strong><\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_4006\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-129966-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250310_Die_oeffentliche_Demontage_des_Wolodymyr_S_Europa_zieht_Konsequenzen_allerdings_die_falschen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250310_Die_oeffentliche_Demontage_des_Wolodymyr_S_Europa_zieht_Konsequenzen_allerdings_die_falschen_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250310_Die_oeffentliche_Demontage_des_Wolodymyr_S_Europa_zieht_Konsequenzen_allerdings_die_falschen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250310_Die_oeffentliche_Demontage_des_Wolodymyr_S_Europa_zieht_Konsequenzen_allerdings_die_falschen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=129966-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250310_Die_oeffentliche_Demontage_des_Wolodymyr_S_Europa_zieht_Konsequenzen_allerdings_die_falschen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250310_Die_oeffentliche_Demontage_des_Wolodymyr_S_Europa_zieht_Konsequenzen_allerdings_die_falschen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Der gro&szlig;e Showdown vom 28.2.2025<\/strong><\/p><p>Der eine, der Hausherr, sprach vom Frieden in der Ukraine, den er stiften wolle. Der andere redete unentwegt &uuml;ber Sicherheitsgarantien gegen Russland. Bald zeichnete sich ab, dass die beiden M&auml;nner nicht zueinander finden. Das nutzte ein Dritter, der bislang schweigend am Nebentisch gesessen hatte, um dem Gast vorzuwerfen, dass es ihm an Respekt und Dankbarkeit gegen&uuml;ber dem Gastgeber mangele. Von da an verga&szlig;en beide Pr&auml;sidenten ihre gute Kinderstube. Sie fielen sich gegenseitig ins Wort und fuchtelten mit den Armen. Es war Fernsehklamauk wie bei Lanz oder Maischberger. Der Gastgeber warf dem anderen vor, er spiele mit dem 3. Weltkrieg. Dabei vermittelte er den Eindruck, dass es ihm weniger um Frieden als um die Seltenen Erden im Boden der Ukraine ging. Nach weiteren zehn Minuten Wortgefecht war Wolodymyr, der Held des &bdquo;Wertewestens&ldquo;, vor den Augen der Welt gedem&uuml;tigt wie kein Staatschef vor ihm. Ergebnis: Die Vertragsunterzeichnung unterblieb und der konsternierte Gast wurde ohne Essen des Wei&szlig;en Hauses verwiesen. <\/p><p><strong>Sinneswandel des Hegemonen<\/strong><\/p><p>Der Showdown war erwartbar. Denn Trump hatte seit seinem Amtsantritt die Kontakte zu Russland, insbesondere zum B&ouml;sewicht Putin, intensiviert. Offensichtlich hatte er erkannt, dass der von Biden unterst&uuml;tzte Stellvertreterkrieg gegen Russland milit&auml;risch nicht zu gewinnen ist, sich &ouml;konomisch nicht rechnet und Kr&auml;fte f&uuml;r das eigentliche Ziel, den Kampf gegen China um die Weltherrschaft, bindet. Mehrfach betonte er, dass die Probleml&ouml;sung in einem Land, von dem Amerika durch einen Ozean getrennt sei, eine Angelegenheit der europ&auml;ischen L&auml;nder sei. Beobachter vermuten, dass das ganze Spektakel eine inszenierte Veranstaltung des US-Pr&auml;sidenten war, um gesichtswahrend aus dem Ukraine-Abenteuer auszusteigen. Eine Blamage f&uuml;r die USA wie in Vietnam und Afghanistan sollte verhindert werden.<\/p><p><strong>Die Person Trump<\/strong><\/p><p>Die erste Lehre aus dem TV-Spektakel: Einem Trump widerspricht man nicht, auch dann nicht, wenn er irrt. Andernfalls z&uuml;rnt er. Nie darf der Eindruck entstehen, dass der gro&szlig;e Dealmaker seinen Kopf nicht durchsetzen kann. Bekanntlich hat Trump bei seiner Amtseinf&uuml;hrung unter Hinweis auf ein Wahlkampfattentat (Verletzung am rechten Ohr) gesagt: &bdquo;Ich bin von Gott gerettet worden, um Amerika wieder zur Gr&ouml;&szlig;e zu f&uuml;hren (&bdquo;Make America Great Again&ldquo;). Er versprach seinem Land ein goldenes Zeitalter mit neuem Reichtum. Er werde Amerika aus dem Niedergang f&uuml;hren, in den es sein Amtsvorg&auml;nger Biden gef&uuml;hrt habe. Er werde die &bdquo;Geiseln&ldquo;, die seinem Aufruf zum Sturm auf das Kapitol gefolgt waren und deshalb verurteilt worden seien, begnadigen. Au&szlig;erdem werde er Abermillionen illegaler Einwanderer aus dem Land werfen, den Panamakanal f&uuml;r Amerika zur&uuml;ckholen und Gr&ouml;nland, die gr&ouml;&szlig;te Insel der Welt, mit riesigen Bodensch&auml;tzen, in die USA eingliedern. Warum &ndash; so dachte Trump &ndash; sollte ein Rohstoffdeal nicht auch mit der vom Krieg ausgelaugten Ukraine gelingen? Schlie&szlig;lich hatte er alle Karten in der Hand,<\/p><p>Im eigenen Land kann Trump niemand Einhalt gebieten. Das Volk hat ihn mit deutlicher Mehrheit zu seinem Pr&auml;sidenten gew&auml;hlt. Damit ist er Oberbefehlshaber der gr&ouml;&szlig;ten Milit&auml;rmacht der Erde. Au&szlig;erdem ist er Chef einer Partei, die ihm aus der Hand frisst. In beiden H&auml;usern des Kongresses hat er die Mehrheit. Amerikas Tech-Multimilliard&auml;re von Bezos &uuml;ber Musk bis Zuckerberg haben sich ihm schamlos angedient. Zur politischen Macht kam die Macht des Geldes hinzu. Die meisten der von Trump handverlesenen Richter am h&ouml;chsten Gericht der USA haben bereits gezeigt, dass sie ihm bei Bedarf juristischen Beistand gew&auml;hren. Dahinter wollten auch die Vertreter der Religionsgemeinschaften nicht zur&uuml;ckstehen. Nach der Vereidigung des Pr&auml;sidenten w&uuml;nschten sie ihm Gottes Segen f&uuml;r sein k&uuml;nftiges Wirken und beteten f&uuml;r ihn. Da wollte auch Europa nicht kneifen. Einige Staats- und Regierungschefs haben dem Hegemon umgehend ihre Aufwartung gemacht, um ihn gn&auml;dig zu stimmen. Die Unterw&uuml;rfigkeit der Noblen diesseits und jenseits des Atlantiks ist besch&auml;mend.<\/p><p>U<strong>mfaller Selenskyj<\/strong><\/p><p>Selenskyj hat seine Lektion schnell gelernt. F&uuml;nf Tage nach dem gro&szlig;en Showdown erkl&auml;rte Trump triumphierend vor dem US-Kongress, er habe soeben einen wichtigen Brief von Pr&auml;sident Selenskyj erhalten, in dem dieser den Vorfall bedauert. Er, Wolodymyr, wisse zu sch&auml;tzen, was Amerika f&uuml;r die Ukraine getan hat und sei bereit, &bdquo;unter der starken F&uuml;hrung von Pr&auml;sident Trump zu arbeiten, um einen dauerhaften Frieden zu erreichen&ldquo;. Au&szlig;erdem stimme er dem Mineralien-Deal ausdr&uuml;cklich zu. Nachtr&auml;glich wurde bekannt, dass Trump vorher die Auslieferung von Milit&auml;rg&uuml;tern eingestellt hatte. Westliche Medien bezeichneten das als Erpressung durch die USA. <\/p><p>Tatsache ist, dass die Ikone des ukrainischen und europ&auml;ischen Freiheitswillens vor Trump zu Kreuze gekrochen ist. Er hat kein Mitleid verdient. Denn er hat sich unterw&uuml;rfig vor den Karren amerikanischer Hegemonialbestrebungen spannen lassen und russische Sorgen und Sicherheitsbedenken &uuml;ber Jahre in den Wind geschlagen. Er hat zulasten seiner Landsleute einen blutigen Stellvertreterkrieg f&uuml;r die USA gef&uuml;hrt und &ndash; schlimmer noch &ndash; mehrfach trickreich versucht, den Regionalkonflikt zweier Nachbarstaaten zu einem Weltkrieg zu eskalieren. Er hat wortreich Hass gegen Putin und Russland gesch&uuml;rt und daf&uuml;r stehende Ovationen im Westen geerntet. <\/p><p><strong>N&uuml;chterne Bestandsaufnahme<\/strong><\/p><p>Eine sachgerechte Bewertung der Geschehnisse seit dem 28.2.2025 ist schwierig, weil politische Vorverst&auml;ndnisse eine erhebliche Rolle spielen. Das gilt auch f&uuml;r mich.<\/p><p>Ich wurde mehrfach als &bdquo;Putinversteher&ldquo; kritisiert. Die Berechtigung dieser Kritik h&auml;ngt wesentlich davon ab, welche Bedeutung man dem Begriff &bdquo;verstehen&ldquo; beimisst. Nach meinem Sprachverst&auml;ndnis ist ein Versteher jemand, der sich bem&uuml;ht, etwas zu <em>begreifen<\/em>. Das ist etwas fundamental anderes, als etwas <em>zu billigen<\/em> und <em>zu rechtfertigen<\/em>. Vielleicht h&auml;ngt es mit meinem fr&uuml;heren Beruf zusammen, dass ich mich zun&auml;chst bem&uuml;he zu begreifen, warum jemand so gehandelt hat, wie er gehandelt hat. Denn wenn ich es nicht verstehe, kann ich kein Urteil f&auml;llen, zumindest kein gerechtes. Dieses Prinzip gilt selbstredend auch f&uuml;r Wladimir Putin und sein Land. Mehr dazu in meinen Beitr&auml;gen: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=81623\">&bdquo;Putin geh&ouml;rt wie ehemalige US-Pr&auml;sidenten vor den Internationalen Strafgerichtshof&ldquo;<\/a>  oder <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Schlussbilanz-eines-Putin-Verstehers-6541148.html\">&bdquo;Schlussbilanz eines &acute;Putin-Verstehers&acute;&ldquo;<\/a>.<\/p><p>Jenseits aller politischen &Uuml;berlegungen d&uuml;rfte allseits <strong>Erleichterung<\/strong> dar&uuml;ber bestehen, dass sich durch die Ann&auml;herung der USA an Russland die Gefahr eines atomaren Infernos verringert hat. Solange man spricht, schie&szlig;t man nicht. Das k&ouml;nnte zur Keimzelle eines weltweiten Verst&auml;ndigungsprozesses werden.<\/p><p>Das gr&ouml;&szlig;te <strong>Risiko<\/strong> f&uuml;r eine friedliche Zukunft d&uuml;rfte die Pers&ouml;nlichkeit von <strong>Donald Trump<\/strong> sein. Jeder, der ihn von seinen medialen Auftritten kennt, wei&szlig;, dass er &uuml;ber ein &uuml;bersteigertes Ego verf&uuml;gt, erratisch und erpresserisch ist, bedenkenlos l&uuml;gt und ein gl&uuml;hender Patriot ist (&bdquo;America first&ldquo;). Er erweckt meist den Anschein, dass sein politisches Kalk&uuml;l heute noch nicht wei&szlig;, was sein Gesch&auml;ftssinn morgen entscheidet. Die Nagelprobe wird sein, ob Trumps Friedenswille noch anh&auml;lt, wenn er den Deal mit den ukrainischen Bodensch&auml;tzen in der Tasche hat. Ich frage mich, was treibt Trump im Innersten an? Aus seinem Umfeld wird berichtet, dass er es sich gut vorstellen k&ouml;nnte, mit dem Friedensnobelpreis geehrt zu werden. Wenngleich es sich merkw&uuml;rdig anf&uuml;hlt, es sei ihm verg&ouml;nnt, wenn es ihm gel&auml;nge, den Krieg in der Ukraine zu beenden.<\/p><p>Ein Risikofaktor ist das <strong>Hegemonial-Interesse der USA<\/strong>. Ich verweise statt vieler Quellen auf den langj&auml;hrigen Pr&auml;sidentenberater Zbigniew Brzezinski (&bdquo;Die einzige Weltmacht&ldquo;), auf den US-Sicherheitsexperten George Friedman (Denkfabrik &bdquo;Stratfor&ldquo;) und auf Jeffrey Sachs (weltber&uuml;hmter &Ouml;konom und fr&uuml;herer Professor an der Columbia-Universit&auml;t). Wichtig ist: Die Weltherrschaft ist sp&auml;testens seit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 Ziel aller US-Pr&auml;sidenten, und zwar parteiunabh&auml;ngig. Die aktuellen Friedens-Schalmeienkl&auml;nge von Trump &auml;ndern daran nichts.<\/p><p>Der lachende Dritte ist zweifelsohne <strong>Wladimir Putin<\/strong>. Seine Position ist massiv gest&auml;rkt worden. Sein Friedenswille ist schwer einsch&auml;tzbar. Der v&ouml;lkerrechtswidrige &Uuml;berfall auf die Ukraine spricht gegen ihn. Allerdings darf ein gerechtes Urteil die lange Vorgeschichte dieses Krieges nicht unber&uuml;cksichtigt lassen. Es war und ist Aufgabe des russischen Pr&auml;sidenten, die Sicherheitsinteressen seines Volkes zu wahren; das ist legitim. Man denke nur an die massive Reaktion von Pr&auml;sident Kennedy, als 1962 im Hinterhof der USA, in Kuba, russische Raketen in Stellung gebracht wurden. Nichts anderes gilt heute f&uuml;r Russland. <\/p><p>Zum Bild Putins mag eine Bemerkung Trumps in seiner k&uuml;rzlichen Kongressrede beitragen. Er sagte, man habe in den letzten Tagen weitere ernsthafte Gespr&auml;che mit Russland gef&uuml;hrt: Putin sei zum Frieden bereit. Putin wurde bei uns &uuml;ber Jahre hinweg jeder Verhandlungswille abgesprochen. Die von Leuten wie Strack-Zimmermann, Hofreiter und Kiesewetter immer wieder hervorgehobene Bedrohung Deutschlands durch Russland dient eher der Stimmungsmache als einer seri&ouml;sen Bedrohungsanalyse. Es ist wenig wahrscheinlich, dass ein Land, dem es in drei Jahren nicht gelungen ist, einen milit&auml;rischen Zwerg wie die Ukraine zu besiegen, ein NATO-Land angreift. Das nachlassende Engagement der USA in der Ukraine besagt nichts. Denn die Ukraine war und ist kein B&uuml;ndnispartner. <\/p><p>Die <strong>Lage der Ukraine<\/strong> hat sich in den letzten Tagen verschlechtert. Wenn die Unterst&uuml;tzungsleistungen der USA weiter ausbleiben (z. B. Patriots, Luftaufkl&auml;rung, &bdquo;Starlink&ldquo;, Geheimdienste), dann ist damit zu rechnen, dass Russland in naher Zukunft an mehreren Stellen ein milit&auml;rischer Durchbruch gelingen wird. Die reflexhaften Hilfszusagen der EU und mehrerer Einzelstaaten f&uuml;r die Ukraine werden daran kurzfristig nichts &auml;ndern. Die weitere Entwicklung h&auml;ngt wesentlich davon ab, wie ernsthaft der Friedenswille von Trump ist. Die Erfahrung zeigt, dass die Unberechenbarkeit die einzige Konstante in Trumps Politik ist. <\/p><p>Es ist damit zu rechnen, dass die Pr&auml;sidentschaft <strong>Selenskyjs<\/strong> das Ende der Kriegshandlungen nicht lange &uuml;berleben wird, zumal Trump den Daumen &uuml;ber ihn bereits gesenkt hat. Nach dem Ende des Krieges w&auml;re der von Selenskyj ausgerufene Kriegszustand Geschichte, was zu umgehenden Neuwahlen f&uuml;hren w&uuml;rde. Die Meldungen &uuml;ber die politische Stimmung in der Ukraine sind zu widerspr&uuml;chlich, als dass sie von au&szlig;en zuverl&auml;ssig einsch&auml;tzbar w&auml;ren.<\/p><p><strong>Was folgt daraus f&uuml;r Deutschland und die EU?<\/strong><\/p><p>Die Staats- und Regierungschefs der EU beschlossen am letzten Donnerstag beim Br&uuml;sseler &bdquo;Sondergipfel&ldquo; ein R&uuml;stungsprogramm in der Rekordh&ouml;he von 800 Milliarden Euro. Einige Regierungschefs (Frankreich, Italien) meldeten mit R&uuml;cksicht auf ihre hohe Staatsverschuldung Bedenken an. <\/p><p>Auch ma&szlig;gebende deutsche Politiker verst&auml;ndigten sich im Rahmen der laufenden Sondierungsgespr&auml;che auf R&uuml;stungsprogramme in H&ouml;he von mehreren hundert Milliarden. Unklar blieben jedoch die Finanzierungsmodalit&auml;ten (Aufhebung\/&Auml;nderung Schuldenbremse, &bdquo;Sonderverm&ouml;gen&ldquo;) und wie im Bundestag die f&uuml;r eine etwaige Grundgesetz&auml;nderung erforderlichen Mehrheiten zustande kommen sollen.<\/p><p>Bezeichnend f&uuml;r die <strong>geistige Engf&uuml;hrung<\/strong> der europ&auml;ischen und nationalen Politik ist, dass man sich nur darauf einigen konnte, dass f&uuml;r die Erh&ouml;hung der Sicherheit Waffen, Waffen und nochmals Waffen angeschafft werden m&uuml;ssen &ndash; und das mit einem unbegrenzten Finanzaufwand (&bdquo;whatever it takes&ldquo;). Die groteske Forderung des deutschen Verteidigungsministers Pistorius, &bdquo;wir m&uuml;ssen bis 2029 kriegst&uuml;chtig sein&ldquo;, ist &ndash; ungeachtet des heftigen Streits auf anderen Politikfeldern &ndash; das einigende Band der sogenannten Altparteien (CDU\/CSU, SPD, FDP und Gr&uuml;ne). Wer anderes sagt, steht sofort im Verdacht, von Moskau finanziert zu werden (BSW, AfD, Linke). <\/p><p>Auf die naheliegende Idee, Frieden und <strong>Sicherheit mit anderen Mitteln<\/strong> anzustreben wie zuzuh&ouml;ren, Dialog, vertrauensbildende Ma&szlig;nahmen, Interessenausgleich, Vers&ouml;hnung, R&uuml;stungskontrolle und Abr&uuml;stung kommt in der Politik der Altparteien niemand mehr. Es sind Begriffe von gestern. F&uuml;r die Mainstream-Medien und die meinungsbildenden Talkshows gilt das Gleiche. Die Gr&uuml;nen, in ihrer Fr&uuml;hzeit leidenschaftliche Vork&auml;mpfer f&uuml;r Gewaltverzicht und Lebensschutz, sind heute gl&uuml;hende Bef&uuml;rworter aller Aufr&uuml;stungsprogramme, je mehr, desto besser. Ihre Au&szlig;enministerin Annalena Baerbock ist heute Apologetin einer Vernichtungsstrategie (&bdquo;Das wird Russland ruinieren&ldquo;). Die olivgr&uuml;ne Allzweckwaffe Anton Hofreiter gl&auml;nzt damit, Details aller g&auml;ngigen Panzer- und Raketenprogramme aufsagen zu k&ouml;nnen. Der Christ und Kanzleranw&auml;rter Friedrich Merz hat ultimativ damit gedroht, der Ukraine Taurus-Raketen zu liefern, die Moskau zerst&ouml;ren k&ouml;nnen. Noch-Kanzler Scholz hat in seiner Regierungszeit viel &uuml;ber Zeitenwende, Waffen und Sicherheit gesprochen, aber nicht ein zur Besinnung und Verst&auml;ndigung mahnendes Wort gefunden. <\/p><p>Wir leben in einer total verr&uuml;ckten Zeit. Ausgerechnet ein Mann wie Donald Trump tritt als Friedensengel auf.<\/p><p><small>Titelbild: Screenshot CNN<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei Staatschefs sa&szlig;en im Oval Office beieinander, der eine der m&auml;chtigste Mann der Welt, der andere &ndash; zumindest nach westlicher Ansicht &ndash; der gr&ouml;&szlig;te Freiheitsk&auml;mpfer der letzten Jahre. Die M&auml;nner sprachen im Beisein von TV-Kameras &uuml;ber ein Abkommen, das unterschriftsreif vorlag. Von <strong>Peter Vonnahme.<\/strong><\/p>\n<p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":129579,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,170,171],"tags":[2760,3240,1426,915,1367,259,2620,1800,260,1556],"class_list":["post-129966","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-friedenspolitik","category-militaereinsaetzekriege","tag-bodenschaetze","tag-diplomatische-verhandlungen","tag-hegemonie","tag-putin-wladimir","tag-ruestungsausgaben","tag-russland","tag-selenskyj-wolodymyr","tag-trump-donald","tag-ukraine","tag-usa"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/481513638_10234559277712836_8943063942415817841_n.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/129966","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=129966"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/129966\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":129996,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/129966\/revisions\/129996"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/129579"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=129966"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=129966"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=129966"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}