{"id":130087,"date":"2025-03-13T13:30:58","date_gmt":"2025-03-13T12:30:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=130087"},"modified":"2025-03-13T13:47:20","modified_gmt":"2025-03-13T12:47:20","slug":"chinesisch-russisch-iranische-manoever-im-golf-von-oman","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=130087","title":{"rendered":"Chinesisch-russisch-iranische Man\u00f6ver im Golf von Oman"},"content":{"rendered":"<p>F&uuml;r ein gemeinsames Marineman&ouml;ver sind diese Woche russische und chinesische Kriegsschiffe in iranischen Gew&auml;ssern eingetroffen. Nach Aussagen des iranischen Milit&auml;rs sind daran Russland mit zwei Zerst&ouml;rern und einem Versorgungsschiff beteiligt, China mit einem Zerst&ouml;rer und einem Versorgungsschiff, w&auml;hrend der Iran mit seiner Marine und den Revolutionsgarden insgesamt zehn Schiffe stellt. Das Man&ouml;ver demonstriert die fortschreitende milit&auml;rische Vernetzung der drei BRICS-Staaten am Persischen Golf. Von <strong>Ramon Schack<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nIran, China und Russland sind als Mitglieder der BRICS-Staatengruppe auch in diesem politischen Verbund gemeinsam organisiert, insofern folgt der politischen somit auch eine milit&auml;rische Kooperation.<\/p><p>An dem Marineman&ouml;ver, welches unter dem Titel &bdquo;Meeresg&uuml;rtel-Sicherheit 2025&ldquo; fungiert, nehmen auch der Oman, Aserbaidschan, S&uuml;dafrika, Kasachstan, Pakistan, Katar, der Irak, die Vereinigten Arabischen Emirate und Sri Lanka als Beobachter teil. Als Ziele nannte die iranische Nachrichtenagentur <em>Tasnim<\/em> &bdquo;die St&auml;rkung der Sicherheit in der Region und die Ausweitung der multilateralen Zusammenarbeit zwischen den teilnehmenden Staaten&ldquo;.<\/p><p>Das Pekinger Verteidigungsministerium erkl&auml;rte, dass bei der &Uuml;bung unter anderem die Bek&auml;mpfung von Zielen auf See, Festnahmen und gemeinsame Rettungsaktionen trainiert w&uuml;rden. Ziel sei es, das Vertrauen zwischen den Armeen der teilnehmenden L&auml;nder zu vertiefen, hie&szlig; es.<\/p><p><strong>Teheran und Peking bauen Partnerschaft aus<\/strong><\/p><p>Im M&auml;rz 2021 traf der chinesische Au&szlig;enminister in Teheran ein und unterzeichnete mit seinem iranischen Amtskollegen Mohammed Dschawad Sarif ein auf 25 Jahre angelegtes Abkommen &uuml;ber die &bdquo;politische, strategische und wirtschaftliche&ldquo; Kooperation beider L&auml;nder. Teheran sei der Ansicht, dass das Abkommen &bdquo;sehr effektiv zur Vertiefung der chinesisch-iranischen Beziehungen&ldquo; beitragen k&ouml;nne, sagte der iranische Au&szlig;enamtssprecher Saeed Khatibzadeh. Dieser diplomatische Schachzug Pekings ist noch bemerkenswerter als die vorangegangenen, da China damit die westliche, unter F&uuml;hrung der USA und Israel betriebene Sanktionierung und Isolierung des Irans durchbricht. Es ist daher auch keine &Uuml;bertreibung, davon auszugehen, dass Pekings Initiative in Richtung Persischer Golf das Potenzial besitzt, die Machtverh&auml;ltnisse im Nahen und Mittleren Osten sp&uuml;rbar zu verschieben. Das Kooperationsabkommen ist auf 25 Jahre angelegt, was wieder einmal beweist, dass die chinesische Staatsf&uuml;hrung strategisch in historischen Dimensionen zu denken pflegt &ndash; eine Eigenschaft, die fr&uuml;her westlichen Staatslenkern eigen war, aber dort inzwischen gr&ouml;&szlig;tenteils verloren gegangen scheint.<\/p><p><strong>Ein Investitionsvolumen von 400 Milliarden US-Dollar<\/strong><\/p><p>Die Summen, welche China im Iran zu investieren gedenkt, sind betr&auml;chtlich &ndash; n&auml;mlich um die 400 Milliarden Dollar, wie gut informierte Kreise berichten. Diese Summen sollen beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und der Telekommunikation, im Finanzwesen und in der Informationstechnologie investiert werden. Iran avanciert damit zu einem Land, das ein tragendes Teilst&uuml;ck der chinesischen Neuen Seidenstra&szlig;e werden kann. Ein Blick auf die Landkarten best&auml;tigt dieses. Irans geographische Lage &ndash; zwischen dem Kaspischen Meer und dem Persischen Golf, zwischen Zentralasien und dem Mittleren Osten gelegen, bei einer Fl&auml;che von etwa 1,6 Millionen Quadratkilometern, also f&uuml;nfmal so gro&szlig; wie die Bundesrepublik, und rund 80 Millionen Einwohnern &ndash; stellt geopolitisch bez&uuml;glich der globalen Ambitionen der Volksrepublik so etwas wie ein Filetst&uuml;ck dar. Der Rohstoffreichtum Irans f&uuml;hrt au&szlig;erdem dazu, dass Peking &ndash; gem&auml;&szlig; des Abkommens &ndash; von Teheran verg&uuml;nstigtes &Ouml;l geliefert bekommt, was das westliche Sanktionsregime nivellieren wird. Ger&uuml;chte kursierten, dass auch gemeinsame Man&ouml;ver zwischen beiden L&auml;ndern vorgesehen sind, welche aber bisher weder von Teheran noch von Peking best&auml;tigt wurden. So viel bleibt aber festzustellen: Niemand wird weder die Regionalmacht Iran noch die Supermacht China daran hindern k&ouml;nnen, dass der &ouml;konomischen Partnerschaft auch eine milit&auml;rische folgt.<\/p><p><strong>Der Persische Golf, ein Mare Nostrum der BRICS-Staaten<\/strong><\/p><p>Durch die Erweiterung der BRICS-Staatengruppe vom Januar 2024 ist der Persische Golf so etwas wie ein Mare Nostrum der BRICS-Anrainer geworden. Damals traten neben dem Iran auch die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) bei. Die Erweiterung der BRICS durch Hinzunahme wichtiger Energieexporteure wie der VAE und des Iran verbessert die nominale Bedeutung dieser Gemeinschaft als Energie- und Finanzpartnerschaft. L&auml;nder wie Iran, Russland und China sind aufgrund ihrer Sorge vor Sanktionen und davor, aus dem Dollar-basierten System ausgeschlossen zu werden, st&auml;rker motiviert, ein alternatives W&auml;hrungssystem zu entwickeln. Dadurch erweitert sich das Potenzial f&uuml;r die Nutzung von Nicht-Dollar-W&auml;hrungen bei Energiepreisen, -handel und -abrechnung. Die Erweiterung der BRICS mit der Hinzunahme von neuen Energiem&auml;chten beinhaltet das Potenzial, dass alternative M&auml;rkte f&uuml;r den Energiehandel &ndash; sowohl f&uuml;r Erd&ouml;l wie auch f&uuml;r Erdgas &ndash; entstehen. Die milit&auml;rischen Kooperationen der Akteure erschweren das Agieren des Westens. <\/p><p>&bdquo;Wir sind st&auml;rker als sie alle&ldquo;, lie&szlig; Donald Trump bez&uuml;glich des Man&ouml;vers im Golf von Oman verlautbaren. Diese These darf bezweifelt werden, nicht nur aufgrund der sich abzeichnenden geopolitischen und &ouml;konomischen Verschiebungen zu Ungunsten der USA. Im Falle eines milit&auml;rischen Angriffs von Seiten Israels und der USA k&ouml;nnte der Iran f&uuml;r den Westen fatale Gegenma&szlig;nahmen starten, zum Beispiel durch die Versenkung von &Ouml;ltankern im Persischen Golf und der Stra&szlig;e von Hormus. 40 Prozent des maritimen Erd&ouml;ltransports laufen &uuml;ber diesen Seeweg.<\/p><p><small>Titelbild: Shutterstock \/ capitano footage<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110278\">Ramon Schack im Gespr&auml;ch: &bdquo;Welche Werte sind es denn, auf denen unsere Politik angeblich basiert?&ldquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124786\">Mehr Eigenst&auml;ndigkeit von USA und NATO? 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