{"id":130191,"date":"2025-03-16T12:00:34","date_gmt":"2025-03-16T11:00:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=130191"},"modified":"2025-03-14T16:37:34","modified_gmt":"2025-03-14T15:37:34","slug":"kuba-der-strom-kommt-wieder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=130191","title":{"rendered":"Kuba \u2013 der Strom kommt wieder!"},"content":{"rendered":"<p>Anfang Oktober 2024 mache ich mich f&uuml;r mehrere Monate auf den Weg nach Kuba. Was wird einen diesmal erwarten? Die Nachrichten der letzten Zeit klangen nicht optimistisch: weiterhin Abwanderung vor allem junger Leute Richtung USA, Treibstoffmangel. Aufgrund der vielf&auml;ltigen Schwierigkeiten habe ich mir erst gar keine gro&szlig;en Pl&auml;ne gemacht: Was klappt, das klappt. Ein Bericht &uuml;ber die aktuelle wirtschaftliche und politische Lage auf der karibischen Insel von <strong>Eric Fischer.<\/strong><br>\n<!--more--><br>\nAm Flughafen standen weniger Taxis als sonst. Benzin ist knapp. Im altersstarken Moskwitsch meiner Freunde, das ideale Auto f&uuml;r Kuba, ging es zur Unterkunft. Der &Ouml;PNV hat weiterhin mit defekten Bussen und Dieselmangel zu k&auml;mpfen und f&auml;hrt deshalb nur sp&auml;rlich.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250313-Kuba-Strom-Foto1.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250313-Kuba-Strom-Foto1.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Foto: Alltag: Schlange an der Tankstelle &ndash; Quelle: Eric Fischer<\/small><\/p><p>Einiges hat sich trotzdem gegen&uuml;ber dem Vorjahr ge&auml;ndert. Das Lebensmittelangebot ist wesentlich breiter und sicherer geworden. Der Haken dabei: Der Verkauf erfolgt vorwiegend in den neu entstandenen MIPYMES &ndash; private H&auml;ndler bzw. Kleinunternehmer, die die Lebensmittel in den USA f&uuml;r Dollar kaufen und auf der Insel f&uuml;r Peso verkaufen. Dies l&auml;uft meist &uuml;ber Familienbande. Die Preise sind zwar zum Teil gesunken, aber f&uuml;r die Mehrheit der kubanischen Bev&ouml;lkerung immer noch viel zu hoch. So kostet eine 30er-Packung Eier 3.200 Peso &ndash; das entspricht 9,41 Euro gem&auml;&szlig; dem informellen Kurs Dollar-Peso von 1:340 &ndash; und ein Zehn-Pfund-Paket H&auml;hnchenteile 3.400 Peso (10 Euro).<\/p><p>Aus dem Peso-Einzelhandel f&uuml;r Lebensmittel verschwand der Staat fast v&ouml;llig. In den gr&ouml;&szlig;eren Superm&auml;rkten werden die Artikel f&uuml;r MLC, ein Devisen-&Auml;quivalent, verkauft.<\/p><p>Die Alternative Bauernmarkt funktioniert auch nur bescheiden. Bei den Kooperativen gibt es au&szlig;er &bdquo;Sattmacher&ldquo; wie Kochbananen, S&uuml;&szlig;kartoffeln oder Maniok kaum etwas Frisches (siehe Titelbild), und bei den privaten H&auml;ndlern sind die Preise zwar auch etwas gesunken, aber immer noch f&uuml;r viele unerschwinglich. So sind die Schlangen vor den L&auml;den teilweise geringer geworden, aber die Probleme f&uuml;r den einfachen Kubaner bleiben &hellip;<\/p><p>Am 11. Oktober gab es nach 20 Tagen ohne Gas zum Kochen &ndash; die haupts&auml;chliche Art in Kuba &ndash; wieder Gasflaschen in meinem Municipio [Gemeinde, Anm. d. Red.]. W&auml;hrend einige dieses Gl&uuml;ck hatten, kam auf andere dann der n&auml;chste Schlag.<\/p><p>Der erste &bdquo;Blackout&ldquo; bzw. &bdquo;grande apagon&ldquo; erwischte uns eine Woche sp&auml;ter, Freitagmittag, beim Anstellen beim privaten H&auml;ndler f&uuml;r H&auml;hnchenteile. Als alles eingekauft war, ging es nach Hause &ndash; und kein Strom. Erst am n&auml;chsten Tag war offensichtlich, dass er nicht so schnell wiederkommt. Also Lebensmittel retten! Neben dem Strom fielen so auch die zentrale Wasserversorgung, das Mobilfunknetz und Internet aus.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250313-Kuba-Strom-Foto2.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250313-Kuba-Strom-Foto2.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Foto: Reparaturarbeiten im Vorort von Havanna &ndash; Quelle: Eric Fischer<\/small><\/p><p>Dann kam der Hurrikan im &auml;u&szlig;ersten Osten am 21. Oktober, als in Havanna wieder Licht brannte. Er spielte verr&uuml;ckt: Erst orientierte er sich auf die K&uuml;ste bei Guantanamo zu, zog dann aber vor der K&uuml;ste ostw&auml;rts, um dann wieder auf die K&uuml;ste zuzumarschieren und dann am &auml;u&szlig;ersten Zipfel Kubas &uuml;ber San Antonio del Sur, Baracoa und Maisi seine Spur der Zerst&ouml;rung zu hinterlassen. Es gab &ndash; f&uuml;r Kuba ungew&ouml;hnlich &ndash; acht Tote, zwei Menschen werden noch vermisst, wobei durch den Stromausfall die Informationskette empfindlich gest&ouml;rt war. Au&szlig;erdem war der Boden durch die regionale Trockenheit sehr trocken und konnte die Wassermassen nicht aufnehmen.<\/p><p>Sofort griffen die bereits in Bereitschaft versetzten Kr&auml;fte der Zivilverteidigung und Armee ein und retteten Menschen aus den entlegenen D&ouml;rfern.<\/p><p>Nach dem Durchzug des Zyklons begannen sie, die Infrastruktur wiederherzustellen und leichte Reparaturen an den H&auml;usern, insbesondere den D&auml;chern durchzuf&uuml;hren. Erschwerend kam hinzu, dass der Regen in der Region nicht nachlie&szlig;. Erstmals war auch die zentrale Verkehrsstra&szlig;e von Guantanamo nach Baracoa entlang der K&uuml;ste schwer in Mitleidenschaft gezogen und so auch der Transport der notwendigen G&uuml;ter beeintr&auml;chtigt worden.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250313-Kuba-Strom-Foto3.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250313-Kuba-Strom-Foto3.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Foto: Vorbereitung auf den zweiten Hurrikan: M&uuml;llbeseitigung in Havanna &ndash; Quelle: Eric Fischer<\/small><\/p><p>Kaum waren der Zyklon und der grande apagon vor&uuml;ber, kam der n&auml;chste Zyklon auf Kuba zu. Diesmal war wieder der Westen, die Provinzen Pinar del Rio und Artemisa im Visier.<\/p><p>Er kam am 6. und 7. November dann haupts&auml;chlich &uuml;ber Artemisa &uuml;bers Land, hinterlie&szlig; aber auch in der Nachbarprovinz Mayabeque schwere Sch&auml;den. Insbesondere die Landwirtschaft erlitt starke Verluste.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250313-Kuba-Strom-Foto4.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250313-Kuba-Strom-Foto4.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Foto: Sturzfluten im &auml;u&szlig;ersten Osten Kubas w&auml;hrend des ersten Hurrikans<\/small><\/p><p>Durch den Hurrikan kam es nach der vorsorglichen Abschaltung des Energienetzes wiederum zu einem landesweiten &bdquo;Blackout&ldquo;, der noch einschneidender war und l&auml;nger als der vorherige dauerte.<\/p><p>Als bei uns in Havanna wieder Strom da war, besuchten wir einen Freund auf seiner Finca im S&uuml;den der Stadt. An der Stromleitung wurde gearbeitet, in ein bis zwei Tagen gab es dann auch endlich wieder Elektrizit&auml;t. Hier ist sie noch viel notwendiger, da in diesem Campo auch die Gasversorgung davon abh&auml;ngt. F&uuml;nf Tage Fufu (Bananenp&uuml;ree) und Brot sind genug. Teile des angebauten Gem&uuml;ses, B&auml;ume und Str&auml;ucher wurden weggeweht bzw. fortgeschwemmt &hellip; <\/p><p>Beeindruckend die Gelassenheit des Vaters: &bdquo;Wir haben doch schon ganz andere Sachen erlebt!&ldquo;<\/p><p>Im Osten Kubas war die Lage nach der Wiederherstellung einiger Normalit&auml;t weiterhin angespannt. Stromabschaltungen bis zu 20 Stunden am Tag gab es des &Ouml;fteren. Dabei spielten allerdings auch kriminelle Machenschaften eine Rolle, insbesondere n&ouml;rdlich von Santiago.<\/p><p>Es war beeindruckend, wie sich die Menschen in dieser Lage gegenseitig halfen. Erst mussten die Hilfskr&auml;fte ans &ouml;stliche Ende der Insel, ein paar Tage sp&auml;ter ging es in die entgegengesetzte Richtung.<\/p><p>Unterst&uuml;tzung in dieser schwierigen Lage kam auch aus dem Ausland. So sendeten Venezuela, Brasilien, Russland, Japan gro&szlig;e Hilfslieferungen.<\/p><p>Kuba empf&auml;ngt &uuml;brigens nicht nur Hilfe, es leistet diese auch in vielen L&auml;ndern der Welt. Weiterhin arbeiten kubanische &Auml;rztinnen und &Auml;rzte in Italien, vielen L&auml;ndern Afrikas und Lateinamerikas. Eine Zusammenarbeit im Bildungswesen wurde erst k&uuml;rzlich mit Panama verl&auml;ngert.<\/p><p><strong>Wie geht es wirtschaftlich weiter?<\/strong><\/p><p>Der letzte Zyklon hinterlie&szlig; auch auf der Handelsmesse FIHAV seine Spuren, sodass sie ab dem dritten Tag geschlossen und in separaten Treffen in den Hotels der Stadt fortgef&uuml;hrt wurde.<\/p><p>Trotz dieser vielen Schwierigkeiten gab es auch Lichtblicke: F&uuml;r die jungen Touristen entstand eine Hotelreihe am Malec&oacute;n mit vielf&auml;ltigen M&ouml;glichkeiten.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250313-Kuba-Strom-Foto5.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250313-Kuba-Strom-Foto5.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Foto: Malerarbeiten in Havanna<\/small><\/p><p>Man gewinnt au&szlig;erdem den Eindruck, dass sich die Regierung nicht mehr von immer wieder vorkommenden Katastrophen vom wirtschaftlichen Entwicklungsweg, der in den Lineamentos beschlossen und vom Volk vor der Pandemie best&auml;tigt wurde, abbringen l&auml;sst, wie das fr&uuml;her teilweise der Fall war. Es wird h&auml;ufig die weitere Baut&auml;tigkeit im Hotelwesen kritisiert, obwohl der Tourismus zurzeit nicht w&auml;chst. Dieser soll aber weiterhin die Mittel erwirtschaften, die f&uuml;r die Modernisierung der Industrie notwendig sind.<\/p><p>Ein gegenw&auml;rtiger Schwerpunkt sind die Stabilisierung der Energieversorgung und der Ausbau der erneuerbaren Energien. Wenn die sich im Bau befindlichen Solaranlagen mit mehr als einem Gigawatt dieses Jahr ans Netz gehen, wird ein Gro&szlig;teil des t&auml;glichen Energiedefizits von etwa 50 Prozent der erforderlichen Energiemenge ausgeglichen. Mittlerweile sind zwei Solarparks ans Netz gegangen. Dazu werden weiter Gebiete f&uuml;r Windkraftanlagen erkundet. Im l&auml;ndlichen Raum spielen auch Biogasanlagen eine wichtige Rolle. Mit einem Ende letzten Jahres gefassten Regierungsbeschluss werden auch Gro&szlig;verbraucher in die Pflicht genommen, etwas zur Stromgewinnung beizutragen und ihren Strom selbst zu erzeugen. Durch die vielen neu gegr&uuml;ndeten Lebensmittell&auml;den (Gefriertruhen, K&uuml;hlschr&auml;nke etc.) erh&ouml;hten sich der Stromverbrauch und der Haushaltsabfall betr&auml;chtlich. Die anfallenden Stromkosten sind immer noch relativ g&uuml;nstig und die M&uuml;llabfuhr kostenfrei. Letzteres belastet nicht nur die Umwelt, sondern auch die Transportkapazit&auml;ten der M&uuml;llabfuhr.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250313-Kuba-Strom-Foto6.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250313-Kuba-Strom-Foto6.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Foto: Aushang der Stromtarife, die sich gegenw&auml;rtig in &Uuml;berarbeitung befinden<\/small><\/p><p>Mit einer entsprechenden Stabilit&auml;t des Energienetzes, u.a. durch seine geplante Dezentralisierung, existiert die Basis f&uuml;r eine weitere Entwicklung der Industrie. Kuba hat dabei vielf&auml;ltige M&ouml;glichkeiten: Ausbau der Informatik-\/Softwarebranche, Reaktivierung und Modernisierung weiterer alter Rum-Destillerien, Entwicklung einer Handwerksindustrie (z.B. M&ouml;bel aus hochwertigem Holz), um nur einige zu nennen.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250313-Kuba-Strom-Foto7.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250313-Kuba-Strom-Foto7.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Foto: Hier soll 2025 ein russisches Handelsunternehmen einziehen, Verkauf von Textilien und weiteren Non-Food-Artikeln geplant<\/small><\/p><p>Die medizinische Biotechnologie ist bereits heute ein Stern am kubanischen Wirtschaftshimmel. Medikamente gegen Diabetesfu&szlig;, Lungenkrebs u.a. haben erneut auf Kubas Biotechnologie aufmerksam gemacht. Die Branche k&ouml;nnte ein Exportschlager f&uuml;r Kuba sein, wenn nicht die Blockade die Herstellung der Produkte behindern w&uuml;rde. Die Zusammenarbeit auf diesem Gebiet mit China und Russland wurde im letzten Jahr auf eine neue Stufe gehoben. Eine russische Bank investiert elf Millionen Dollar in BioCubaFarma f&uuml;r die Entwicklung neuer geriatrischer und onkologischer Medikamente. BioCubaFarma umfasst mittlerweile 46 Unternehmen, von denen 33 in Kuba und 13 im Ausland t&auml;tig sind. In China wurde am 1. November letzten Jahres erstmals eine Filiale von BioCubaFarma er&ouml;ffnet, die sich zu 100 Prozent in kubanischer Hand befindet. Das kubanische Portfolio beinhaltet nicht nur die Entwicklung und Vermarktung von Medikamenten, sondern mittlerweile auch von medizinischen Ger&auml;ten, die in Kuba entwickelt und produziert werden.<\/p><p>Anfang des Jahres begann man mit einem neuen Ansatz zur Wirtschaftsbelebung. In der Provinz Pinar del Rio wurde eine Fl&auml;che von 5.000 Hektar erstmals an ein vietnamesisches Unternehmen verpachtet. Dies kann sein Personal direkt einstellen. Als Saatgut kommt vietnamesischer Hybridreis zur Anwendung, D&uuml;ngemittel, Herbizide und andere Hilfsg&uuml;ter k&ouml;nnen direkt importiert werden. Die Vorbereitungen liefen bereits, um die vietnamesischen Erfahrungen an die kubanischen Bedingungen anzupassen. Wenn das Projekt Erfolg hat, ist sicherlich mit Nachahmern zu rechnen.<\/p><p><strong>Politische Situation<\/strong><\/p><p>Dass es w&auml;hrend der Zeit der Stromausf&auml;lle zum T&ouml;pfeschlagen gekommen sein soll, mag sein. In meiner Umgebung blieb alles ruhig, selbst in den Schlangen vor den L&auml;den gab es keine Ausf&auml;lle wegen des tagelangen Stromausfalls.<\/p><p>Man fragt sich eher: Wieso sind die USA derart verbissen in ihrer Haltung gegen&uuml;ber Kuba? Wie tief muss dieser Inselstachel im Fleisch des n&ouml;rdlichen Nachbarn stecken? Wie gro&szlig; muss dessen Angst vor dem s&uuml;dlichen Nachbarn sein?<\/p><p>Wieso agieren etwa 100 sogenannte NGOs, bezahlt vom NED, USAID und anderen staatlichen US-Stellen, gegen Kuba, die t&auml;glich &uuml;ber die sogenannten sozialen Medien, Internet u.a. ihre Hetze absondern? Wieso verfolgt eine &uuml;ber 1.000 Personen starke Abteilung des US-Au&szlig;enministeriums alle Handels- und Finanzhandlungen Kubas?<\/p><p>Es ist einfach diese Alternative: eine Gesellschaft, in der Geld nicht die erste Geige spielt, in der Gesundheit und Bildung eine herausragende Bedeutung haben, in der trotz extremer finanzieller Not die Kultur und Kunst gepflegt und bewahrt werden. <\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250313-Kuba-Strom-Foto8.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250313-Kuba-Strom-Foto8.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Foto: Franz&ouml;sische Kunst im Zentrum Havannas auf dem Plaza de Armas<\/small><\/p><p>Dieser alternative Entwurf zum gegenw&auml;rtigen neoliberalen Kapitalismus liegt den Herrschenden in der EU und Nordamerika doch schwer im Magen.<\/p><p>Die Bundesregierung folgt dem US-Kurs, obwohl sie in der UN-Hauptversammlung auch immer gegen die US-Blockade stimmt. Kein Zucken, nachdem Bundesb&uuml;rgern das einfache US-Visum nach einem Kuba-Besuch verwehrt wird. Wie auf anderem Terrain: Kadavergehorsam gegen&uuml;ber den USA.<\/p><p>Deshalb wird auch hierzulande t&auml;glich erz&auml;hlt: Kuba sei isoliert, nur Russland und China helfen, wenn es notwendig ist. Doch stimmt das?<\/p><p>Wieso arbeiten dann trotz aller Restriktionen US-Wissenschaftler auf medizinischem, meteorologischem Gebiet zusammen? Das erste kubanische Medikament befindet sich in den USA in der dritten Phase der Medikamentenerprobung und damit kurz vor der Zulassung. Wieso ist Kuba seit dem 1. Januar Partnerland der BRICSplus? Warum unterst&uuml;tzt Japan, der engste Partner der USA in Asien, die Insel immer wieder mit gro&szlig;en Hilfslieferungen? 2023 haben S&uuml;dkorea und Kuba diplomatische Beziehungen aufgenommen und untersetzen die wirtschaftliche Zusammenarbeit nunmehr auch politisch. Kuba hat einen Beobachterstatus bei verschiedenen asiatischen Organisationen und B&uuml;ndnissen, so bei der ASEAN, Shanghai-Gruppe, Euroasiatischen Union, ist Teil der Neue-Seidenstra&szlig;e-Initiative Chinas und anderen. In verschiedenen lateinamerikanischen Organisationen ist die Insel sowieso aktiv, so in CELAC, ALBA etc.<\/p><p>Sieht so Isolation aus? Nun gut, mit dem alten Europa hat Kuba nicht mehr viele Gemeinsamkeiten: &ouml;konomische Zusammenarbeit ja, aber politisch gibt es nicht mehr viel &Uuml;bereinstimmendes trotz sch&ouml;ner gemeinsamer Erkl&auml;rungen. Dazu m&uuml;sste die EU erst einmal von ihrem hohen Ross herunterkommen und die Ver&auml;nderungen in der politischen Weltlandschaft akzeptieren.<\/p><p>Nun wird sich mancher fragen: Soll ich unter diesen Bedingungen nach Kuba fliegen? Die Antwort lautet: JA!<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250313-Kuba-Strom-Foto9.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250313-Kuba-Strom-Foto9.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Foto: Flug von Santiago nach Havanna: unkomplizierteste und preiswerteste Reisem&ouml;glichkeit zwischen beiden St&auml;dten f&uuml;r Touristen derzeit<\/small><\/p><p>Gerade in dieser schwierigen Zeit f&uuml;r Kuba ist jeder Flug dorthin auch ein Zeichen der Solidarit&auml;t.<\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"\" title=\"YouTube video player\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/khcPpUdlURs?si=QdApbzKxTPieDImH\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p><small>Titelbild: Bauernmarkt am Wochenende in Havanna &ndash; Eric Fischer<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=127736\">&bdquo;Bedauerlich&hellip;&ldquo; &ndash; Bundesregierung kritisiert Wiederaufnahme Kubas auf US-Terrorliste durch Trump<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=119675\">August 1962: Die entscheidende Rolle der CIA bei der Inhaftierung von Nelson Mandela und der vergessene Beitrag Kubas zu dessen Freilassung<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107185\">Bundesregierung will nachweislich v&ouml;lkerrechtswidriges US-Embargo gegen Kuba nicht als V&ouml;lkerrechtsbruch bezeichnen<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87851\">Kuba im Sommer 2022<\/a>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfang Oktober 2024 mache ich mich f&uuml;r mehrere Monate auf den Weg nach Kuba. Was wird einen diesmal erwarten? Die Nachrichten der letzten Zeit klangen nicht optimistisch: weiterhin Abwanderung vor allem junger Leute Richtung USA, Treibstoffmangel. Aufgrund der vielf&auml;ltigen Schwierigkeiten habe ich mir erst gar keine gro&szlig;en Pl&auml;ne gemacht: Was klappt, das klappt. 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