{"id":130268,"date":"2025-03-17T09:00:17","date_gmt":"2025-03-17T08:00:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=130268"},"modified":"2025-03-17T16:26:20","modified_gmt":"2025-03-17T15:26:20","slug":"europaeischer-gerichtshof-fuer-menschenrechte-sieht-schuld-fuer-48-tote-in-odessa-am-2-mai-2014-bei-den-oertlichen-behoerden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=130268","title":{"rendered":"Europ\u00e4ischer Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte sieht Schuld f\u00fcr 48 Tote in Odessa am 2. Mai 2014 bei den \u00f6rtlichen Beh\u00f6rden"},"content":{"rendered":"<p>Der Europ&auml;ische Gerichtshof f&uuml;r Menschenrechte (ECHR) in Strasbourg nennt in einem aktuellen Urteil das Verhalten der ukrainischen Polizei und Feuerwehr am 2. Mai 2014 in Odessa als eine Ursache f&uuml;r den Tod von 48 Menschen. Sechs Menschen waren bei einer Stra&szlig;enschlacht zwischen Maidan- und Anti-Maidan-Akivisten umgekommen und 42 Menschen bei einem Feuer in und vor dem Gewerkschaftshaus von Odessa. In den Jahren 2016 bis 2018 waren beim ECHR sieben Klagen von 28 B&uuml;rgern eingegangen. 25 der Kl&auml;ger hatten Angeh&ouml;rige beim Brand im Gewerkschaftshaus verloren. Ein Bericht von <strong>Ulrich Heyden<\/strong> (Moskau).<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_4405\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-130268-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250317-ECHR-Schuld-Odessa-oertliche-Behoerden-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250317-ECHR-Schuld-Odessa-oertliche-Behoerden-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250317-ECHR-Schuld-Odessa-oertliche-Behoerden-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250317-ECHR-Schuld-Odessa-oertliche-Behoerden-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=130268-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250317-ECHR-Schuld-Odessa-oertliche-Behoerden-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250317-ECHR-Schuld-Odessa-oertliche-Behoerden-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Zwar erw&auml;hnt das Gericht <a href=\"https:\/\/www.echr.coe.int\/w\/judgment-concerning-ukraine-2\">in seiner Pressemitteilung<\/a> auch &bdquo;russische Propaganda&ldquo; als einen Grund f&uuml;r die Gewalt in Odessa. Aber der Hauptgrund f&uuml;r die gro&szlig;e Zahl der Toten ist nach Meinung des Gerichts das unprofessionelle Verhalten der ukrainischen Beh&ouml;rden, die bei sachgem&auml;&szlig;er Auswertung aller Geheimdienst- und &ouml;ffentlich zug&auml;nglichen Hinweise h&auml;tten davon ausgehen m&uuml;ssen, dass es am 2. Mai 2014 in Odessa zu Gewalt kommen w&uuml;rde, sich aber nicht entsprechend darauf vorbereiteten. <\/p><p>Diese Erkenntnis ist nicht neu. Dass sie jetzt &ndash; elf Jahre nach den schrecklichen Ereignissen &ndash; von einem Gericht in der EU offiziell vertreten wird, ist zu begr&uuml;&szlig;en. Das Gericht entschied, dass die Ukraine den Kl&auml;gern Entsch&auml;digungen f&uuml;r umgekommene und verletzte Angeh&ouml;rige zahlen m&uuml;sse. <\/p><p><strong>Lieber sp&auml;t als nie<\/strong><\/p><p>Es gibt Fehler, die nie bereut werden, und Fehler, die mit elf Jahren Versp&auml;tung immerhin durch ein Gericht benannt werden. Zur ersten Kategorie geh&ouml;rt der Aufbau der Bundesrepublik unter Mitwirkung f&uuml;hrender Kader des NS-Regimes. Zur zweiten Kategorie geh&ouml;rt das Urteil des Europ&auml;ischen Gerichtshofes f&uuml;r Menschenrechte. <\/p><p>Bei einer fr&uuml;heren Entscheidung des Gerichts h&auml;tte viel Leid verhindert werden k&ouml;nnen. Man stelle sich vor, die ukrainischen Justizorgane h&auml;tten wegen Drucks aus Strasbourg sofort nach dem 2. Mai 2014 Ermittlungen eingeleitet und diese z&uuml;gig zu Ende gef&uuml;hrt. Die Eskalation im ukrainischen B&uuml;rgerkrieg h&auml;tte gebremst werden k&ouml;nnen. Doch weil der Westen zu dem Verhalten der ukrainischen Beh&ouml;rden schwieg, eskalierte der B&uuml;rgerkrieg in der Ukraine. Nicht wenige M&auml;nner aus Odessa schlossen sich nach den Ereignissen um das Gewerkschaftshaus den Aufst&auml;ndischen in Lugansk und Donezk an.<\/p><p>Zwar hatten schon im November 2015 Beobachter des Europarates, die nach Odessa gefahren waren, <a href=\"https:\/\/www.coe.int\/en\/web\/portal\/international-advisory-panel\/-\/asset_publisher\/EPeqGGDr0yBr\/content\/iap-report-on-odessa-events?_com_liferay_asset_publisher_web_portlet_AssetPublisherPortlet_INSTANCE_EPeqGGDr0yBr_assetEntryId=12823353&amp;_com_liferay_asset_publisher_web_portlet_AssetPublisherPortlet_INSTANCE_EPeqGGDr0yBr_redirect=https%253A%252F%252Fwww.coe.int%252Fen%252Fweb%252Fportal%252Finternational-advisory-panel%253Fp_p_id%253Dcom_liferay_asset_publisher_web_portlet_AssetPublisherPortlet_INSTANCE_EPeqGGDr0yBr%2526p_p_lifecycle%253D0%2526p_p_state%253Dnormal%2526p_p_mode%253Dview%2526_com_liferay_asset_publisher_web_portlet_AssetPublisherPortlet_INSTANCE_EPeqGGDr0yBr_cur%253D0%2526p_r_p_resetCur%253Dfalse%2526_com_liferay_asset_publisher_web_portlet_AssetPublisherPortlet_INSTANCE_EPeqGGDr0yBr_assetEntryId%253D12823353%2523p_com_liferay_asset_publisher_web_portlet_AssetPublisherPortlet_INSTANCE_EPeqGGDr0yBr#p_com_liferay_asset_publisher_web_portlet_AssetPublisherPortlet_INSTANCE_EPeqGGDr0yBr\">einen Bericht vorgelegt<\/a>, in dem sie die ukrainischen Beh&ouml;rden wegen schleppender Ermittlungen zum 2. Mai 2014 kritisierten. Dieser Bericht fand sogar ein Echo in den deutschen Medien. Doch der Bericht wirkte eher wie eine Beruhigungspille. Der &Ouml;ffentlichkeit wurde suggeriert, alles sei unter Kontrolle. Aber die ukrainischen Beh&ouml;rden zogen ihre Ermittlungen immer weiter hinaus und der deutsche Mainstream schwieg.<\/p><p><strong>Die Richter: &bdquo;Unbegr&uuml;ndete, gro&szlig;e Zeitr&auml;ume von Unt&auml;tigkeit&ldquo;<\/strong><\/p><p>In dem Urteil des Europ&auml;ischen Gerichtes f&uuml;r Menschenrechte (ECHR) vom 13. M&auml;rz 2025 werden die verantwortlichen ukrainischen Justiz- und Sicherheitsorgane nun einer noch sch&auml;rferen Kritik unterzogen. <\/p><p>Grundlegende Regeln der Ermittlung, der Beweissicherung und der z&uuml;gigen Bearbeitung wurden nicht eingehalten, stellt das ECHR in seinem Urteilsspruch fest. Die Beh&ouml;rden h&auml;tten bei den Untersuchungen zu den Ereignissen am 2. Mai 2014 &bdquo;gro&szlig;e Zeitr&auml;ume von unbegr&uuml;ndeter Inaktivit&auml;t und Stagnation zugelassen&ldquo;. Die Ermittlungen seien verschleppt worden, sodass Strafverfahren &ndash; jetzt, elf Jahre nach den Ereignissen &ndash; wegen Verj&auml;hrung ins Leere laufen k&ouml;nnten. <\/p><p><strong>Was passierte am 2. Mai 2014?<\/strong><\/p><p>Am 2. Mai 2014 versammelten sich mittags auf dem Kathedralen-Platz von Odessa Fu&szlig;ballfans, Skinheads und Angeh&ouml;rige von Maidan-Hundertschaften aus Kiew, Charkow und anderen St&auml;dten. Sie wollten angeblich in einem Marsch f&uuml;r &bdquo;die Einheit der Ukraine&ldquo; zu einem Fu&szlig;ballspiel marschieren. Die Teilnehmer waren zum Teil mit Helmen und Schlagst&ouml;cken ausger&uuml;stet. Einzelne f&uuml;hrten auch Schusswaffen mit sich. Kurz nach Beginn des Marsches stellten sich den Nationalisten (das ECHR nennt sie in ihrer Pressemitteilung &bdquo;Einheits-Aktivisten&ldquo;) Teilnehmer eines Anti-Maidan-Marsches in den Weg, die bef&uuml;rchteten, die Nationalisten k&ouml;nnten weiter zum Gewerkschaftshaus ziehen, vor dem es ein Anti-Maidan-Zeltlager gab und dieses angreifen.<\/p><p>W&auml;hrend der Stra&szlig;enschlacht wurden sechs Menschen durch Sch&uuml;sse get&ouml;tet. Es handelte sich um vier Anh&auml;nger des Anti-Maidan und zwei Anh&auml;nger des Maidan. <\/p><p>Aufgeputscht durch die Stra&szlig;enschlacht zogen die Nationalisten dann weiter zu dem Zeltlager vor dem Gewerkschaftshaus. Mehrere Anti-Maidan-Aktivisten, die sich dort versammelt hatten, fl&uuml;chteten ins Gewerkschaftshaus und verbarrikadierten sich. Das ECHR schreibt in seiner Pressemitteilung, &bdquo;die Maidan-Aktivsten steckten die Zelte an. Eine Gruppe von prorussischen Protestlern auf dem Dach des Geb&auml;udes warfen Molotow-Cocktails auf die Menge vor dem Geb&auml;ude; die Pro-Einheit-Aktivisten antworteten, indem sie Molotow-Cocktails auf das Geb&auml;ude warfen.&ldquo;<\/p><p>Das Gewerkschaftshaus fing an zu brennen, aber die Feuerwehr habe sich &ndash; so das ECHR -, obwohl ihr St&uuml;tzpunkt nur einen Kilometer entfernt lag, &bdquo;um 40 Minuten versp&auml;tet und die Polizei machte keine Anstalten, Menschen aus dem (brennenden) Geb&auml;ude schnell und sicher zu retten.&ldquo; Erst ab 20:30 Uhr h&auml;tten Feuerwehrleute mit Leitern Menschen aus dem Gewerkschaftshaus evakuiert. <\/p><p>&bdquo;Die Polizei verhaftete 63 Anti-Maidan-Aktivisten, die sich noch in dem Geb&auml;ude oder auf dem Dach befanden.&ldquo; Die Festgenommenen seien zwei Tage sp&auml;ter &bdquo;nach einem Sturm von mehreren Hundert Anti-Maidan-Demonstranten auf die &ouml;rtliche Polizei-Station&ldquo; entlassen worden, schreibt das ECHR. Festgenommene Maidan-Anh&auml;nger werden vom Gericht nicht erw&auml;hnt und die hat es tats&auml;chlich auch nicht gegeben. <\/p><p>Im Urteilsspruch des ECHR hei&szlig;t es: <\/p><blockquote><p>&bdquo;<em>Das Gericht kam zu dem Schluss, dass die entscheidenden Beh&ouml;rden nicht alles machten, was sie h&auml;tten tun m&uuml;ssen, um Gewalt zu verh&uuml;ten und sie nach dem Ausbrechen zu stoppen, dass sie nicht rechtzeitig Rettungsma&szlig;nahmen f&uuml;r die zur Verf&uuml;gung stellten, die vom Feuer im Gewerkschaftshaus gefangen waren<\/em>.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p><strong>&Auml;rzte und Angeh&ouml;rige hatten Angst zu sprechen<\/strong><\/p><p>Anstatt die Pl&auml;tze von Odessa, auf denen es am 2. Mai 2014 gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Maidan- und Anti-Maidan-Anh&auml;ngern gab, abzusperren, &bdquo;war die erste Ma&szlig;nahme der lokalen Beh&ouml;rden, Reinigungs- und Wartungs-Dienste auf diese Pl&auml;tze zu schicken. Die erste Inspektion wurde erst nach zwei Wochen durchgef&uuml;hrt und brachte keine bedeutsamen Ergebnisse.&ldquo;<\/p><p>Ich hatte im Juli 2014 selbst als Journalist in Odessa zu dem Brand recherchiert. Zeugenbefragungen durch Journalisten waren damals faktisch nicht m&ouml;glich. Ich wollte Krankenh&auml;user besuchen, in denen die &Uuml;berlebenden des Massakers behandelt wurden. Viele hielten mich davon ab. Sie argumentierten, ich w&uuml;rde die &Auml;rzte in Gefahr bringen. Denn jedes Interesse f&uuml;r die &Uuml;berlebenden konnte von den ukrainischen Beh&ouml;rden als &bdquo;Unterst&uuml;tzung der Separatisten&ldquo; ausgelegt werden. <\/p><p>Die &Uuml;berlebenden, die Angeh&ouml;rigen der Toten, die &Auml;rzte und Pfleger, sie alle hatten Angst, mit mir zu sprechen. Der &bdquo;Rechte Sektor&ldquo; hatte schon damals unbeschr&auml;nkte Macht in Odessa. Alle Oppositionellen hatten Angst, in seine F&auml;nge zu geraten. Alle paar Tage wurde Personen wegen des Verdachts von Separatismus verhaftet. 2015 befanden sich in Odessa deshalb 100 Personen in Gef&auml;ngnissen. <\/p><p><strong>Keine Auswertung der Fotos und Videos von Todessch&uuml;tzen<\/strong><\/p><p>In der Pressemitteilung des ECHR wird au&szlig;erdem kritisiert, dass das umfangreiche Foto- und Videomaterial &uuml;ber die Ereignisse am 2. Mai 2014 in Odessa von den &ouml;rtlichen Justiz-Beh&ouml;rden nicht ausgewertet wurde. Dabei g&auml;be es Videos und Fotos, auf denen zu sehen ist, dass &bdquo;Personen w&auml;hrend der Auseinandersetzungen schossen und die Feuer-Opfer vor dem Gewerkschaftshaus angriffen&ldquo;.<\/p><p>In dem Urteil des Gerichts wird auch erw&auml;hnt, dass einer Kl&auml;gerin der Leichnam ihres Vaters nicht ausgeh&auml;ndigt wurde. &bdquo;Nur Dank der Intervention des Leiters der UN-Beobachtungs-Mission wurde der Leichnam von Frau Vyacheslavovas Vater zur Beerdigung freigegeben.&ldquo; Der Leichnam sei &bdquo;grundlos und unrechtm&auml;&szlig;ig&ldquo; vorenthalten worden, schreibt das Gericht in seiner Mitteilung. <\/p><p>Was das Gericht in seiner Bewertung ausl&auml;sst, ist der politische Kontext der Ereignisse in Odessa am 2. Mai 2014. Der gerade erst an die Macht gekommenen Regierung in Kiew ging es darum, mit Gewalt eine Ausbreitung der Besetzungen von Verwaltungsgeb&auml;uden durch Aufst&auml;ndische, wie sie es in Charkow, Lugansk und Donezk gegeben hatte, mit allen Mitteln zu stoppen. <\/p><p>Der Leiter des ukrainischen Sicherheitsrates, Andrij Parubi, war am 30. April 2014 nach Odessa gereist und hatte dort an Maidan-Kontrollposten vor der Stadt schusssichere Westen verteilt. In Ferienlagern rund um die Stadt wurden Maidan-Aktivisten einquartiert. <\/p><p>Vieles deutete darauf hin, dass die Fu&szlig;ballfan- und Maidan-Hundertschaften aus Kiew und Charkow mit dem Ziel nach Odessa gefahren waren, die vorwiegend prorussische Bev&ouml;lkerung von Odessa durch eine brutale Aktion so einzusch&uuml;chtern, dass niemand mehr den Kopf hebt. (Zum Ablauf des 2. Mai 2014 in Odessa und zu den Hintergr&uuml;nden informiert auch <a href=\"https:\/\/youtu.be\/LXRIuVNGmds?si=WKKXiyVowPfzN5IA\">mein Film &bdquo;Lauffeuer&ldquo;<\/a>.)<\/p><p><strong>Die Reaktion auf das Urteil in der Ukraine<\/strong><\/p><p>Die ukrainische Nachrichtenagentur <em>Unian<\/em> informierte ihre Leser &uuml;ber das Urteil des ECHR mit folgenden S&auml;tzen: <\/p><blockquote><p>&bdquo;<em>Es geht um die Ereignisse, die mit den Angriffen prorussischer Separatisten aus dem sogenannten &sbquo;Anti-Maidan&lsquo; auf die Teilnehmer einer proukrainischen Demonstration begannen, die dann zu dem Brand im Gewerkschaftshaus f&uuml;hrten, bei dem mehrere Anh&auml;nger des Anti-Maidan verbrannten.<\/em><\/p><\/blockquote><blockquote><p><em>Das Gericht hat anerkannt, dass die Ereignisse zum gro&szlig;en Ma&szlig;e durch die russische Propaganda hervorgerufen wurden. Gleichzeitig betonte das Gericht, dass es von Seiten der Ukraine &Uuml;berschreitungen gab, weshalb Entsch&auml;digungen gezahlt werden sollen.<\/em>&ldquo;<\/p><\/blockquote><p><strong>Der Sprecher des russischen Pr&auml;sidenten: &bdquo;Ein Schimmer der Vernunft&ldquo; <\/strong><\/p><p>In den russischen Medien wurde breit &uuml;ber das Urteil des ECHR berichtet. Einer der Vorsitzenden des Koordinationsrates f&uuml;r die Integration der &bdquo;neuen Regionen&ldquo; in Russland, Wladimir Rogow, erkl&auml;rte gegen&uuml;ber <em>Ria Novosti<\/em>, &bdquo;es ist ein au&szlig;erordentlicher Vorfall, dass der Westen beginnt, juristisch die Schuld des Kiewer Regimes anzuerkennen, welche nach dem Staatsstreich 2014 die Macht in der Ukraine an sich gerissen hat&ldquo;.<\/p><p>Der Sprecher des russischen Pr&auml;sidenten, Dmitri Peskow, kommentierte das Urteil des Europ&auml;ischen Gerichts zur&uuml;ckhaltend. &bdquo;Sie haben sich sehr versp&auml;tet. Aber es sieht nach einem Schimmer der Vernunft aus.&ldquo; Weiter erkl&auml;rte Peskow, &bdquo;um das zu best&auml;tigen, sind noch andere &Auml;u&szlig;erungen n&ouml;tig&ldquo;.<\/p><p>Wer weitere Informationen zum Brand im Gewerkschaftshaus und den Stra&szlig;enk&auml;mpfen am 2. Mai 2014 in Odessa ben&ouml;tigt, dem m&ouml;chte ich das Odessa-Kapitel in meinem Buch &bdquo;Ein Krieg der Oligarchen&ldquo; S. 69-110 (Papyrossa, 2015) empfehlen, sowie meinen Film &bdquo;Lauffeuer&ldquo; ( bei Leftvision) und den Film von Wilhelm Domke-Schulz &bdquo;Remember Odessa&ldquo;.<\/p><p><small>Titelbild: Ulrich Heyden<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=114630\">Vor zehn Jahren brannte das Gewerkschaftshaus von Odessa &ndash; Es war eines der Startsignale f&uuml;r einen blutigen B&uuml;rgerkrieg<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60673\">Am 2. Mai 2014 brannte das Gewerkschaftshaus von Odessa. Keine Strafverfolgung. Kein Protest aus Deutschland. Von Ulrich Heyden<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51384\">Wider das Vergessen: Odessa 2. Mai 2014 &ndash; Aufkl&auml;rung durch Augenzeugen nicht &uuml;berall erw&uuml;nscht<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=114968\">Vor zehn Jahren: Ukrainische Soldaten beschie&szlig;en Demonstration zum 9. Mai und Polizei-Zentrale in Mariupol<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=65663\">Offener Brief von Oleg Musyka an &bdquo;Bild&rdquo;-Journalist Julian R&ouml;pcke<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/8d5cf36c4fee44a9bacfa80ae599cd12\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Europ&auml;ische Gerichtshof f&uuml;r Menschenrechte (ECHR) in Strasbourg nennt in einem aktuellen Urteil das Verhalten der ukrainischen Polizei und Feuerwehr am 2. Mai 2014 in Odessa als eine Ursache f&uuml;r den Tod von 48 Menschen. 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