{"id":130408,"date":"2025-03-19T15:27:27","date_gmt":"2025-03-19T14:27:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=130408"},"modified":"2025-03-19T16:55:32","modified_gmt":"2025-03-19T15:55:32","slug":"bomben-auf-jemen-drohungen-gegen-iran-trumps-kanonenboot-politik-im-roten-meer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=130408","title":{"rendered":"Bomben auf Jemen, Drohungen gegen Iran: Trumps Kanonenboot-Politik im Roten Meer"},"content":{"rendered":"<p>F&uuml;r Kenner der Region kamen die Attacken Washingtons nicht v&ouml;llig unerwartet, denn erst vor wenigen Wochen wurde Ansarollah, so der offizielle Name der Huthis, von den USA als &bdquo;ausl&auml;ndische Terrororganisation&ldquo; gebrandmarkt, flankiert von einer Lockerung der Bestimmungen, bez&uuml;glich der Erlaubnis von Luftschl&auml;gen au&szlig;erhalb von Kriegsgebieten. Von <strong>Ramon Schack<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n&bdquo;An alle Huthi-Terroristen, eure Zeit ist abgelaufen, eure Attacken m&uuml;ssen ab heute aufh&ouml;ren.&ldquo; Ansonsten werde &bdquo;die H&ouml;lle losbrechen&ldquo;. Man werde keine Angriffe auf US-amerikanische Schiffe mehr tolerieren. Um dieses Ziel zu erreichen, werde man &bdquo;&uuml;berw&auml;ltigende t&ouml;dliche Gewalt&ldquo; anwenden. Mit diesen Worten kommentierte US-Pr&auml;sident Trump die Angriffe auf seinem Medium <em>Truth Social<\/em>.<\/p><p>Donald Trump lie&szlig; es sich auch nicht nehmen, die Luftschl&auml;ge mit direkten Drohungen gegen&uuml;ber der F&uuml;hrung Irans zu verbinden: Teheran solle die &bdquo;Unterst&uuml;tzung der Huthi-Terroristen SOFORT&ldquo; beenden. Ansonsten werde &bdquo;Amerika sie voll zur Verantwortung ziehen, und wir werden dabei nicht freundlich sein&ldquo;, so der US-Pr&auml;sident.<\/p><p><strong>Keine Befehlsempf&auml;nger Teherans<\/strong><\/p><p>Hierbei bediente sich Trump zwar des Narrativs, das in westlichen Staaten regelm&auml;&szlig;ig bedient wird, welches von Experten aber schon h&auml;ufig hinterfragt und widerlegt wurde, wonach die Huthis direkt den Anweisungen Teherans folgen. Die Ansarollah sind keine Befehlsempf&auml;nger des Iran, weshalb Irans M&ouml;glichkeiten sehr begrenzt erscheinen, das Vorgehen der Huthis zu beeinflussen.<\/p><p>Bei der Huthi-Bewegung handelt es sich um eine politische und milit&auml;rische Bewegung, welche im Zuge des Konfliktes im Jemen von einer marginalen Gruppe von Aufst&auml;ndischen hin zu einer milit&auml;rischen Macht von betr&auml;chtlicher Schlagkraft anwuchs.<\/p><p>Diesbez&uuml;glich ist zu beachten, dass die Aktivit&auml;ten der Huthis weder ausschlie&szlig;lich von Iran gesteuert werden noch das diese die Politik Teherans vertreten. Sicherlich lieferte und liefert Iran milit&auml;rische Unterst&uuml;tzung &ndash; auch Informationen geheimdienstlicher Art &ndash;, doch hat der Aufstieg der Huthis dazu gef&uuml;hrt, dass immer weniger Weisungen aus dem Iran angenommen werden.<\/p><p><strong>Saudi-Arabien scheiterte an dem Huthis<\/strong><\/p><p>Durch den vor 10 Jahren begonnenen Krieg gegen die von Saudi-Arabien gestartete Milit&auml;r-Operation im Jemen gelangten die Huthis zu jener milit&auml;rischen und politischen Unabh&auml;ngigkeit und Schlagkraft, welche ihre internationale Bedeutung erkl&auml;rt. Die Tatsache, dass die Huthis trotz internationaler Opposition die Herrschaft &uuml;ber den Nordwesten Jemens und die Hauptstadt Sanaa halten, verdeutlicht diese St&auml;rke.<\/p><p>Sicherlich entspricht die religi&ouml;se Identit&auml;t der Huthis den Vorstellungen Teherans, sich als Schutzmacht aller Schiiten zu stilisieren. Die Huthis sind aber der politische Arm der (f&uuml;nfer) schiitischen Zaiditen im Jemen und vertreten die Interessen der zaiditischen Clans, nicht die der im Iran vorherrschenden Zw&ouml;lfer Schia.<\/p><p><strong>Milit&auml;rschl&auml;ge schw&auml;chen die Huthis nicht<\/strong><\/p><p>Milit&auml;rschl&auml;ge, wie die von Donald Trump angeordneten, schw&auml;chen die Huthis nicht l&auml;ngerfristig, denn die jemenitische Kultur wurde gepr&auml;gt und wird definiert vom Zusammenhalt gegen ausl&auml;ndische Invasoren. Dadurch wird den Huthis auch die St&auml;rke verliehen, einem milit&auml;risch st&auml;rkeren Gegner die Stirn zu bieten, wie Saudi-Arabien erfahren musste. W&auml;hrend die Huthi-Rebellen den Truppen bin Salmans schwere Verluste zuf&uuml;gten, agierten sie regelm&auml;&szlig;ig auch jenseits der Grenze auf saudischem Territorium durch Raketenangriffe und &Uuml;berf&auml;lle auf Grenztruppen und Grenzanlagen. Saudi-Arabien antwortete darauf mit einem verst&auml;rkten Vernichtungsfeldzug gegen die jemenitische Zivilbev&ouml;lkerung, die ohnehin schon einen hohen Blutzoll zahlt.<\/p><p>Trumps Milit&auml;rschl&auml;ge dienen zwar dem Ziel, die Huthis zu schw&auml;chen. Durch die dadurch entstandenen Kollateralsch&auml;den verst&auml;rkt sich aber die Solidarit&auml;t mit den Huthis von Seiten der Zivilbev&ouml;lkerung und erh&ouml;ht sich das Ansehen im Jemen und in den Nachbarstaaten. Die milit&auml;rischen Ma&szlig;nahmen w&auml;ren damit ein Ausdruck der Ohnmacht und der Prekarit&auml;t von Imperien, im schlimmsten Fall aber die Vorboten eines weiteren Krieges in der Region.<\/p><p><small>Titelbild: Shutterstock \/ Hamara<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F&uuml;r Kenner der Region kamen die Attacken Washingtons nicht v&ouml;llig unerwartet, denn erst vor wenigen Wochen wurde Ansarollah, so der offizielle Name der Huthis, von den USA als &bdquo;ausl&auml;ndische Terrororganisation&ldquo; gebrandmarkt, flankiert von einer Lockerung der Bestimmungen, bez&uuml;glich der Erlaubnis von Luftschl&auml;gen au&szlig;erhalb von Kriegsgebieten. 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