{"id":130457,"date":"2025-03-20T13:00:43","date_gmt":"2025-03-20T12:00:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=130457"},"modified":"2025-03-20T13:45:30","modified_gmt":"2025-03-20T12:45:30","slug":"bananenrepublik-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=130457","title":{"rendered":"Bananenrepublik Deutschland?"},"content":{"rendered":"<p>Man bezeichnet einen Staat, in dem einiges schiefl&auml;uft, oft als Bananenrepublik. Eine parlamentarische Demokratie, die keine faire Durchf&uuml;hrung einer Wahl hat, kann man auch so bezeichnen. Die Bundestagswahl am 23. Februar hat gezeigt, dass Deutschland unter diesem Gesichtspunkt eine Bananenrepublik ist. Es muss ein gesichertes Verfahren geben, um festzustellen, ob eine Partei im Bundestag vertreten ist oder nicht. Das hei&szlig;t, ob sie f&uuml;nf Prozent der Stimmen erreicht hat oder nicht. Ein solches Verfahren hat Deutschland nicht. Beim jetzigen Ausz&auml;hlsystem kann niemand sagen, ob das BSW 4,981 oder 5,001 Prozent der Stimmen hat. Nachdem der Bundeswahlausschuss im amtlichen Endergebnis nach Teil&uuml;berpr&uuml;fungen die Zahl der Zweitstimmen bereits um 4.277 zugunsten des BSW korrigiert hat, m&uuml;sste jedem Unvoreingenommenen klar sein, dass es sehr wahrscheinlich ist, wohlgemerkt nicht sicher (!), dass f&uuml;nf Prozent der W&auml;hler das BSW gew&auml;hlt haben. Eine komplette Neuausz&auml;hlung liegt auf der Hand. Von <strong>Oskar Lafontaine<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nVom Bundesverfassungsgericht h&auml;tte man erwarten d&uuml;rfen, dass es im Urteil, in dem es eine vom BSW geforderte Nachz&auml;hlung abgelehnt hat, wenigstens darauf verweist, dass das jetzige Z&auml;hlverfahren kein gesichertes Ergebnis liefert, wenn es um wenige Tausend Stimmen Abstand geht. Die Karlsruher Richter verwiesen auf die Pr&uuml;fung durch den Bundestag. Dem Verfassungsgericht fiel gar nicht auf, dass das Pr&uuml;fverfahren die Methode einer Bananenrepublik ist: Der Bundestag wird also pr&uuml;fen und entscheiden, ob es Gr&uuml;nde gibt, neu auszuz&auml;hlen, um festzustellen, ob das BSW f&uuml;nf Prozent der W&auml;hlerstimmen erreicht hat. Wenn er dies bejahen w&uuml;rde, liefen die Fraktionen Gefahr, Abgeordnetenmandate zu verlieren und die geplante Koalition aus CDU, CSU und SPD h&auml;tte keine Mehrheit. Man h&auml;tte erwarten d&uuml;rfen, dass die Verfassungsrichter darauf hinweisen, dass die Parteien im Bundestag in eigener Sache entscheiden und dass dies elementaren Rechtsgrunds&auml;tzen widerspricht. Die Richter h&auml;tten eine &Auml;nderung der entsprechenden gesetzlichen Regelungen empfehlen m&uuml;ssen.<\/p><p>Wenn der Bundestag erwartungsgem&auml;&szlig; die Forderung des BSW nach Neuausz&auml;hlung angesichts der Vielzahl an Fehlangaben ablehnt, ist wiederum das Bundesverfassungsgericht gefragt. Wiederum entsteht das Problem der Befangenheit, denn die Verfassungsrichter werden von den Bundestagsparteien ausgekungelt &ndash; mit dem Ergebnis, dass auch Politiker wie beispielsweise der ehemalige stellvertretende Vorsitzende der CDU\/CSU-Bundestagsfraktion Stephan Harbarth oder der ehemalige saarl&auml;ndische Ministerpr&auml;sident Peter M&uuml;ller (CDU) Mitglied des Bundesverfassungsgerichts werden. Eine Befangenheit der Verfassungsrichter, wenn sie dar&uuml;ber urteilen, ob die Parteien, die sie entsandt haben, im Bundestag bei der Pr&uuml;fung der Wahl richtig entschieden haben, ist auf jeden Fall gegeben.<\/p><p>Sollte das Bundesverfassungsgericht es trotz der offenkundigen Z&auml;hlfehler ablehnen, eine erneute Ausz&auml;hlung anzuordnen &ndash; nur so kann gesagt werden, ob das BSW f&uuml;nf Prozent erreicht hat oder nicht -, w&auml;re bewiesen, dass die Bundesrepublik Deutschland, wenn es um eine demokratische Wahl geht, zu Recht eine Bananenrepublik genannt werden kann. Und die W&auml;hler w&auml;ren vier Jahre lang mit einem Parlament und einer Regierung konfrontiert, die unrechtm&auml;&szlig;ig zusammengesetzt sind. Verantwortlich daf&uuml;r w&auml;ren die Parteien, die sich in anma&szlig;ender &Uuml;berheblichkeit immer als &bdquo;demokratische Mitte&ldquo; bezeichnen, denen aber offensichtlich Fairness und Anstand unbekannt sind.<\/p><p><small>Titelbild: idea _Photo\/shutterstock.com<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man bezeichnet einen Staat, in dem einiges schiefl&auml;uft, oft als Bananenrepublik. Eine parlamentarische Demokratie, die keine faire Durchf&uuml;hrung einer Wahl hat, kann man auch so bezeichnen. Die Bundestagswahl am 23. Februar hat gezeigt, dass Deutschland unter diesem Gesichtspunkt eine Bananenrepublik ist. 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