{"id":130549,"date":"2025-03-23T14:00:30","date_gmt":"2025-03-23T13:00:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=130549"},"modified":"2025-03-22T04:33:02","modified_gmt":"2025-03-22T03:33:02","slug":"ard-tagesschau-wird-in-der-zeitenwende-konsequent-als-instrument-der-einseitigen-meinungsmache-eingesetzt-zwei-beispiele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=130549","title":{"rendered":"ARD-Tagesschau wird in der Zeitenwende konsequent als Instrument der einseitigen Meinungsmache eingesetzt \u2013 zwei Beispiele"},"content":{"rendered":"<p>Auf der Internetseite <em>tagesschau.de<\/em> nachzubl&auml;ttern, l&auml;sst selbstdenkende, medienkritische Nutzer regelm&auml;&szlig;ig den Kopf sch&uuml;tteln. Warum produzieren die &ouml;ffentlich-rechtlichen Redaktionen, ihre Autoren ohne Unterlass geradezu hysterisch und begeistert massenhaft publizistisches Material, das nur der geistigen Aufr&uuml;stung des Publikums dient statt der bitter n&ouml;tigen Aufkl&auml;rung? Die Antwort k&ouml;nnte lauten: Deren Auftrag ist auf den totalen Durchmarsch programmiert, Einseitigkeit und inhaltliche Gef&auml;lligkeit inklusive. Die Masche ist ARD-Dauerzustand, folgend nur zwei Beispiele eines normalen Nachrichtentages plus einer Perle des Wortes. Ein Zwischenruf von <strong>Frank Blenz<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>ARD-&bdquo;Leerstunde&ldquo;: Der b&ouml;se Trump da &ndash; die gute EU, allen voran Frau von der Leyen, dort<\/strong><\/p><p>Auf der Seite <em>tagesschau.de<\/em> bl&auml;ttere ich regelm&auml;&szlig;ig. Dieser Tage las ich kurz untereinander zwei Artikel und bemerkte sofort das Tendenzielle, das Wertende (in einem Bericht!) und die f&uuml;r mich damit verbundenen unangenehmen Zwischent&ouml;ne. Die &Uuml;berschrift I war: &bdquo;Trump-Putin-Telefonat &ndash; Gro&szlig;e Worte und ein mageres Ergebnis&ldquo;. Die &Uuml;berschrift II lautete: &bdquo;Strategie wird vorgestellt &ndash; Wie die europ&auml;ische Verteidigung aussehen soll&ldquo;.<\/p><p>Vorab gesagt, erscheinen uns Normalb&uuml;rgern alle &Uuml;berschriften und Artikel der <em>ARD-Tagesschau<\/em> zun&auml;chst irgendwie seri&ouml;s und klassisch formuliert, vern&uuml;nftig und plausibel wirkend &ndash; wer soll da was dagegen einzuwenden haben? Die <em>Tagesschau<\/em> ist ja das Nachrichten-Flaggschiff der Deutschen, die Quelle des Vertrauens, nicht wahr? Bei genauerem Hinsehen jedoch stellt sich nicht selten heraus, dass sch&ouml;n verpackt knallhart und permanent Stimmung gemacht und eine ganz bestimmte, n&auml;mlich unsere allseits bekannte Wir-sind-die-Guten-Weltsicht verbreitet wird. Tag f&uuml;r Tag. Sobald aber einem linientreu agierenden Autor, einer Autorin in der politischen ARD-Einheitsfront ein Inhalt nicht ins Konzept passt, gibt es eine Gegen&uuml;berstellung und entsprechenden Widerspruch, wie es an und f&uuml;r sich ja journalistisch geboten ist. Wenn aber ein Inhalt eines Beitrags ganz im Sinne des Verfassers und der Auftraggeber ist, dann bleiben Gegenargumente im Gegen&uuml;berstellen von F&uuml;r und Wider aus. Siehe hier:<\/p><p>Dazu passt, wie bei der &Uuml;berschrift I, dass der aktuelle US-Pr&auml;sident (aber scheinbar nur der, alle Vorg&auml;nger waren ja klasse, Ironie aus) nicht ganz dicht ist, dass er nur das gro&szlig;e Maul hat und (was Wunder) nur &bdquo;magere&ldquo; Ernten einf&auml;hrt.<\/p><blockquote><p>\n<em>Trump-Putin-Telefonat<\/em><\/p>\n<p><em>Gro&szlig;e Worte und ein mageres Ergebnis<\/em><\/p>\n<p><em>Nach seinem Gespr&auml;ch mit Russlands Staatschef Putin zeigt US-Pr&auml;sident Trump sich mit dem Ergebnis zufrieden.<\/em><\/p>\n<p><em>Kritiker warnen dagegen, dass Putin die USA nur hinhalte und auf Zeit spiele.<\/em><br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/amerika\/usa-anruf-putin-100.html\">Tagesschau<\/a>\n<\/p><\/blockquote><p>Der Satz <em>&bdquo;Kritiker warnen dagegen, dass Putin die USA nur hinhalte und auf Zeit spiele.&ldquo; <\/em> ist interessant wie entlarvend. Tats&auml;chlich ziemt es sich journalistisch, einerseits einen Inhalt &ouml;ffentlich zu machen und dann auch das &bdquo;Andererseits&ldquo; anzuh&auml;ngen: hier mit dem Einwand von Kritikern. Wie sieht es mit dem &bdquo;Andererseits&ldquo; beim n&auml;chsten Artikel aus?<\/p><p>Ganz anders l&auml;uft das nach Sicht der <em>ARD<\/em> bei der EU, in unserem Haus Europa, die deutsche politische Klasse eingeschlossen:<\/p><blockquote><p>\n<em>Strategie wird vorgestellt<\/em><\/p>\n<p><em>Wie die europ&auml;ische Verteidigung aussehen soll<\/em><\/p>\n<p><em>Wie kann die EU auf die aktuellen Bedrohungen reagieren? Die EU-Kommission stellt heute die neue Verteidigungsstrategie vor. In dem sogenannten Wei&szlig;buch stehen Gemeinschaftsprojekte und die Aufr&uuml;stung im Mittelpunkt.<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>In der &Uuml;berschrift II ist von Strategie die Rede und davon, wie das mit der Verteidigung aussehen soll. Schon im weiteren Verlauf wird Tacheles gesprochen: Im Mittelpunkt steht die Aufr&uuml;stung. Das Andererseits? Kritik, Einw&auml;nde? In diesem Artikel findet sich dazu kein Wort. Vielmehr ger&auml;t die Autorin Helga Schmidt in ihrem Br&uuml;sseler ARD-B&uuml;ro fast ins Schw&auml;rmen (was in einem Kommentar akzeptabel w&auml;re):<\/p><blockquote><p>\n<em>Ein europ&auml;isches Wei&szlig;buch f&uuml;r Verteidigung hat es noch nie gegeben. So eine Sammlung von grunds&auml;tzlichen Zielen und Pl&auml;nen f&uuml;r die R&uuml;stungspolitik fiel nicht in die Zust&auml;ndigkeit der EU-Kommission, das war Sache der Verteidigungsminister in den Mitgliedsl&auml;ndern.<\/em><\/p>\n<p><em>Aber die Zeiten haben sich ge&auml;ndert. Europas Sicherheitsarchitektur ist aus den Fugen geraten, sagt Kommissionspr&auml;sidentin Ursula von der Leyen. Sie war die treibende Kraft bei der Entstehung des Wei&szlig;buchs f&uuml;r Europas Verteidigung.<\/em><br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/eu-verteidigung-120.html\">Tagesschau<\/a>\n<\/p><\/blockquote><p>Ja, ja, die Zeiten haben sich also ge&auml;ndert. Und gewisse Dinge hat es noch nie gegeben und Europa ist aus den Fugen geraten. Warum nur? Keine Antwort. Daf&uuml;r Jubel, dass die ehrenwerte Ursula von der Leyen die &bdquo;treibende Kraft&ldquo; ist. Kritik kommt nicht auf. Keinem derartigen Zitat wird Zeilenzahl einger&auml;umt.<\/p><p>Mir kommt wieder der Satz aus dem ersten Beitrag in den Sinn: <em>&bdquo;Kritiker warnen dagegen, dass Putin die USA nur hinhalte und auf Zeit spiele.&ldquo;<\/em> Warum fehlen solche Warnungen von Kritikern versus EU, von der Leyen, Wei&szlig;b&uuml;cher?<\/p><p>Man stelle sich nur mal vor, der Europaabgeordnete Martin Sonneborn (Die Partei) w&uuml;rde sich bei der <em>Tagesschau<\/em> zu den Themen kritisch &auml;u&szlig;ern d&uuml;rfen und mit seinen Worten das eingelullte, auf Linie getrimmte Tagesschau-Publikum aufschrecken oder ihm besser gesagt die Augen &ouml;ffnen. Was er unter anderem &uuml;ber von der Leyen zu sagen hat, l&auml;sst die &bdquo;Europ&auml;ischen Verteidigungspl&auml;ne samt Wei&szlig;buch&ldquo; in einem ganz anderen, entlarvenden Licht erscheinen. Das wissen die ARD-Leute. So durfte Sonneborn sich im <em>Cicero<\/em> &auml;u&szlig;ern, wie es auch in die <em>ARD<\/em> geh&ouml;ren w&uuml;rde:<\/p><blockquote><p>\n<em>Seit Frau von der Leyen die Kommission f&uuml;hrt, vertritt diese mehr denn je die Interessen gro&szlig;er US-Konzerne und der Nato &ndash; aber nicht die ihrer B&uuml;rger. Das Magazin Politico hat sie als &bdquo;die amerikanische Pr&auml;sidentin der EU&ldquo; betitelt. Jetzt hat sie angedroht, europ&auml;ische Waffenk&auml;ufe nach dem Vorbild der Impfstoffbeschaffung zu organisieren. Ich sehe weitere 35 Milliarden verschwinden.<\/em><br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/kultur\/kritik-am-eu-parlament-interview-martin-sonneborn\">Cicero<\/a>\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Und weiter geht die ARD-Meinungsmache &ndash; wer nicht mitmacht, der ist ein Abweichler<\/strong><\/p><p>Ein weiterer Beitrag auf <em>tagesschau.de<\/em> st&ouml;&szlig;t einem auf: &bdquo;Massive Aufr&uuml;stung als Antwort auf Trump&ldquo;. Die t&auml;gliche M&uuml;hle der Meinungsmache dreht sich weiter. Unwidersprochen wird von &ouml;ffentlich-rechtlichen Akteuren &bdquo;massive Aufr&uuml;stung&ldquo; als Antwort verkauft auf einen Pr&auml;sidenten, der tats&auml;chlich lediglich ein weiterer typischer US-Regierungschef ist und ganz und gar nicht un&auml;hnlich seinen ebenso aggressiven Vorg&auml;ngern agiert, von einer &bdquo;Kehrtwende&ldquo; kann also keine Rede sein. Doch feiert die <em>ARD<\/em> die &bdquo;Reaktion&ldquo; der EU und findet, dass das Handeln der europ&auml;ischen Strippenzieher versus &bdquo;Kehrtwende&ldquo; durchaus angezeigt sei. Die <em>ARD<\/em> bedauert dann und wertet (und das in einem Bericht!), dass es &bdquo;jedoch&ldquo; einen &bdquo;Abweichler&ldquo; gibt. Wie kann man nur vom Kurs abweichen? Die <em>ARD<\/em> meint:<\/p><blockquote><p>\n<em>Massive Aufr&uuml;stung als Antwort auf Trump<\/em><\/p>\n<p><em>Die EU reagiert mit massiver Aufr&uuml;stung auf die au&szlig;enpolitische Kehrtwende der USA und Trumps Unberechenbarkeit. Bei der Ukraine-Hilfe gibt es jedoch einen Abweichler in Europa.<\/em><\/p>\n<p><em>Solange jedoch das Werben keinen Erfolg liefert, muss und will sich die EU selbst verst&auml;rkt um die Unterst&uuml;tzung der Ukraine k&uuml;mmern. Wobei, um pr&auml;zise zu sein: 26 der 27 Mitgliedsstaaten wollen das &ndash; Ungarn schert wie so h&auml;ufig aus. Und die anderen Staats- und Regierungschefs am Gipfeltisch hatten offenbar kein Interesse, l&auml;nglich mit Viktor Orban &uuml;ber einen, wom&ouml;glich weicher gesp&uuml;lten, Kompromisstext zu verhandeln.<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Was f&uuml;r eine Wortwahl! Abweichler. Ungarn schert wie so h&auml;ufig aus. Mit Orb&aacute;n &uuml;ber weicher gesp&uuml;lte Kompromisstexte verhandeln.<\/p><p><strong>Wo der Hase langzulaufen hat, liefert die <em>Tagesschau<\/em> zuverl&auml;ssig<\/strong><\/p><p>Eine Perle journalistischer Folgsamkeit mit einer Prise versteckter H&auml;me, gekr&ouml;nt von Begeisterung f&uuml;r den gerade angesagten R&uuml;stungswahn liefert Christian Feld in diesem Beitrag. Der Journalist ist f&uuml;r die <em>ARD<\/em> in Br&uuml;ssel und versorgt uns, das deutsche Publikum, mit Nachrichten, Einordnungen, alles ganz seri&ouml;s und fein formuliert offerierend. Die Perle liest sich so:<\/p><blockquote><p>\n<em>Das Ziel ist, die Ukraine in eine Position gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glicher St&auml;rke zu bringen und so &ldquo;Frieden durch St&auml;rke&rdquo; zu erreichen. Eine Formel, die so g&auml;nzlich anders klingt als das &ldquo;Frieden schaffen ohne Waffen&rdquo;, das jahrzehntelang auf Aufklebern oder Schildern der Friedensbewegung zu lesen war. Dazu passt, dass Polens Regierungschef Donald Tusk ein &ldquo;Wettr&uuml;sten mit Russland&rdquo; aufnehmen und gewinnen will.<\/em><br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/eu-gipfel-aufruestung-ukraine-102.html\">Tagesschau<\/a>\n<\/p><\/blockquote><p>ARD-Mann Feld springt auf und nieder ob gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glicher St&auml;rke, l&auml;chelt dar&uuml;ber, dass die Aufkleber der Friedensbewegung aus der Mode sind, und findet es passend, dass der durchgedrehte Tusk aus Polen das Wettr&uuml;sten aufnehmen und gewinnen will. Der Feind ist ja auch lange, lange schon benannt: Russland.<\/p><p>Ich klicke <em>tagesschau.de<\/em> &hellip; weg.<\/p><p><small>Titelbild: Sharaf Maksumov\/shutterstock.com<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf der Internetseite <em>tagesschau.de<\/em> nachzubl&auml;ttern, l&auml;sst selbstdenkende, medienkritische Nutzer regelm&auml;&szlig;ig den Kopf sch&uuml;tteln. Warum produzieren die &ouml;ffentlich-rechtlichen Redaktionen, ihre Autoren ohne Unterlass geradezu hysterisch und begeistert massenhaft publizistisches Material, das nur der geistigen Aufr&uuml;stung des Publikums dient statt der bitter n&ouml;tigen Aufkl&auml;rung? 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