{"id":13062,"date":"2012-05-02T08:43:52","date_gmt":"2012-05-02T06:43:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13062"},"modified":"2012-05-02T08:43:52","modified_gmt":"2012-05-02T06:43:52","slug":"hinweise-des-tages-1626","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13062","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;Mehr&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (MB\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13062#h01\">Sahra Wagenknecht zur Schuldenkrise &ndash; Vom Tod europ&auml;ischer Werte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13062#h02\">1. Mai<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13062#h03\">Fast 54 Millionen Fehltage wegen psychischer Erkrankungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13062#h04\">Eurokrise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13062#h05\">Robert von Heusinger &ndash; Daumendr&uuml;cken f&uuml;r Hollande<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13062#h06\">Lohnkosten stagnieren seit 20 Jahren &ndash; Einst bl&uuml;hende Prozente<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13062#h07\">Einzelhandel mit deutlichem Umsatzplus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13062#h08\">&raquo;Europa hat der Spekulation T&uuml;r und Tor ge&ouml;ffnet&laquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13062#h09\">Produktivit&auml;ts- und Lohnentwicklung in den USA<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13062#h10\">Aber bitte zu niedrigen L&ouml;hnen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13062#h11\">Apples Steuervermeidungspraktiken enth&uuml;llt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13062#h12\">Versicherungslobby ohne Sachargumente gegen Riester-Kritiker<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13062#h13\">Fragw&uuml;rdige Bonit&auml;tsbewertung bei Infoscore<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13062#h14\">Minister Rhein in der Bredouille<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13062#h15\">Piraten: Da muss man fr&uuml;h dabei sein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13062#h16\">Albrecht von Lucke &ndash; Gaucksche Wundert&uuml;te<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=13062&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Sahra Wagenknecht zur Schuldenkrise &ndash; Vom Tod europ&auml;ischer Werte<\/strong><br>\nEuropa war einst Kunst, Geist und Demokratie. Heute geht es nur noch um Haushaltsdefizite, Schulden und Sparprogramme. Wir m&uuml;ssen uns auf unsere Urspr&uuml;nge besinnen! [&hellip;]<br>\nAlles vorbei und vergessen. Der Wohlstand der Mehrheit, die gesellschaftliche Mitte wird schmaler, und das Wiederentstehen einer verarmten Unterschicht von betr&auml;chtlicher Gr&ouml;&szlig;e wird uns als neue Normalit&auml;t verkauft. In vielen L&auml;ndern werden die Mittelschichten heute mit der Streitaxt brutaler Sparprogramme regelrecht zertr&uuml;mmert. Banken und Regierungen, allen voran die deutsche, diktieren von Athen &uuml;ber Rom bis Dublin sinkende L&ouml;hne, sinkende Renten und die radikale K&uuml;rzung von Bildungs-, Gesundheits- und anderen &ouml;ffentlichen Ausgaben. [&hellip;]<br>\nHeute geht es nicht mehr um Kunst, Geist oder Demokratie. Es geht nur noch um Haushaltsdefizite, Schuldenberge und Sparprogramme, um verlorene Milliarden und die Anspr&uuml;che der Gl&auml;ubiger. Wenn die europ&auml;ische Politik nur noch die Krise und die Brutalit&auml;t eint, mit der sie den Staaten wahnwitzige K&uuml;rzungsprogramme aufzwingt, sollte sich niemand wundern, dass das europ&auml;ische Projekt von vielen mittlerweile als Fluch empfunden wird. Aus zerst&ouml;rten Lebenschancen w&auml;chst Hass. Neue Dem&uuml;tigungen wecken die Erinnerung an alte. W&auml;hrend verzweifelte Griechen auf den Stra&szlig;en Athens deutsche Fahnen verbrennen und auf den Titelseiten rechtsgerichteter griechischer Zeitungen Angela Merkel mit Hakenkreuz abgebildet wird, mokiert sich der deutsche Stammtisch &uuml;ber &bdquo;faule S&uuml;dl&auml;nder&ldquo;, die besser allein klarkommen sollten. Dem Stammtisch sekundieren Politiker gro&szlig;er deutscher Parteien und nicht wenige, angeblich seri&ouml;se Medien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/sahra-wagenknecht-zur-schuldenkrise-vom-tod-europaeischer-werte-11732949.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>zum 1. Mai<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Juan Somav&iacute;a &ndash; &ldquo;Arbeit ist keine Ware&rdquo;<\/strong><br>\nIm gegenw&auml;rtigen Wachstumsmodell gilt Arbeit lediglich als Kostenfaktor, dieser muss so gering wie m&ouml;glich gehalten werden, um maximalen Gewinn zu erzielen. Das Kapital hat die Oberhand gewonnen. Die Zukunft aber sollte einem Modell geh&ouml;ren, das seinen Erfolg an der Schaffung guter, qualitativ hochwertiger, menschenw&uuml;rdiger Arbeit bemisst.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/-mai-arbeit-ist-keine-ware-1.1345100\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Schramm fordert Mindestlohn<\/strong><br>\nKabarettist Georg Schramm war prominenter Hauptredner bei der Maikundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in M&uuml;llheim. Anders als erwartet redete er nicht als &ldquo;Lothar Dombrowski&rdquo;, eine seiner Kunstfiguren, sondern als Georg Schramm. Neben den &ldquo;Finanzjongleuren&rdquo; bekamen dabei auch die CDU und Bundeskanzlerin Merkel ihr Fett weg. Der Kabarettist, der in Badenweiler lebt, schloss sich auch der DGB-Forderung nach einem fl&auml;chendeckenden Mindestlohn an.<br>\nEinen ausf&uuml;hrlichen Beitrag zum Auftritt von Schramm vor rund 400 Zuh&ouml;rern auf dem M&uuml;llheimer Marktplatz sehen Sie am Mittwoch in TV S&uuml;dbaden Aktuell, st&uuml;ndlich ab 18 Uhr.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tv-suedbaden.de\/default.aspx?ID=2976&amp;showNews=1154699\">TV S&uuml;dbaden<\/a><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Deutscher Job-Boom wird mit Hungerl&ouml;hnen bezahlt&rdquo;<\/strong><br>\nRundumschlag gegen Politiker, Banken und Spekulanten: DGB-Chef Sommer hat die Gewerkschaften auf einen harten Kampf eingeschworen. Er will kr&auml;ftige Lohnerh&ouml;hungen f&uuml;r die Arbeitnehmer durchsetzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article106240907\/Deutscher-Job-Boom-wird-mit-Hungerloehnen-bezahlt.html\">WELT<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Fast 54 Millionen Fehltage wegen psychischer Erkrankungen<\/strong><br>\nDie Fehlzeiten aufgrund psychischer Krankheiten haben sich binnen zehn Jahren verdoppelt. Als Grund f&uuml;r Burn-Out, Stress und Depression gelten schlechte Arbeitsbedingungen: Unsichere Jobs machen Arbeitnehmer krank.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/karriere-management\/karriere\/:arbeitsbedingungen-fast-54-millionen-fehltage-wegen-psychischer-erkrankungen\/70029715.html\">Financial Times Deutschland<\/a>\n<p><strong>dazu: Die ausgebrannte Republik<\/strong><br>\nDie Zahl psychischer Erkrankungen steigt. Depressionen und Burnout sind zu Volkskrankheiten geworden. Droht dem Land ein seelischer Zusammenbruch? Ein paar Gedanken zum Tag der Arbeit und zur Multitasking-Gesellschaft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/carta.info\/43215\/die-ausgebrannte-republik\/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+carta-standard-rss+%28Carta%29\">Carta<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Eurokrise<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Die Jobkrise in der Euro-Krise<\/strong><br>\nDie Euro-Krise ist auch eine Besch&auml;ftigungskrise und die ist lange nicht vorbei. Im Gegenteil, sie droht sich weiter zu versch&auml;rfen.<br>\nIn der Euro-Krise ist viel die Rede von Renditen, Ratings und Rettungsfonds. Das eigentliche Problem ger&auml;t dabei leicht aus dem Blick. Millionen Menschen in Spanien, Italien, Portugal, aber auch in Schweden, der Tschechischen Republik und Irland zahlen f&uuml;r die Krise mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes und damit dem Verlust an sozialer Sicherheit, an Wohlstand und Lebensqualit&auml;t. Sie k&ouml;nnen Mario Draghi, dem Pr&auml;sidenten der Europ&auml;ischen Zentralbank, kaum folgen, wenn der erkl&auml;rt, das Schlimmste sei &uuml;berstanden.<br>\nDie Euro-Krise ist auch eine Besch&auml;ftigungskrise und die ist lange nicht vorbei. Im Gegenteil, sie droht sich weiter zu versch&auml;rfen. Dramatische Ausma&szlig;e hat die Jugendarbeitslosigkeit angenommen. Eine ganze Generation erlebt gleich zu Beginn des eigentlichen Berufslebens, dass sie nicht gebraucht wird. Selbst wer in Spanien oder Irland nach Ausbildung oder Studium einen Job ergattert, kann davon meist nicht leben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/meinung\/kommentar-die-jobkrise-in-der-euro-krise,1472602,15042838.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><strong>Gegen deutsches Diktat<\/strong><br>\nAngela Merkel isoliert sich mit Boykott des franz&ouml;sischen Pr&auml;sidentschaftskandidaten Fran&ccedil;ois Hollande zunehmend selbst [&hellip;]<br>\nDabei ist das Scheitern der deutschen Strategie, die auf eine fr&uuml;hzeitige Isolierung Hollandes abzielte, bereits erkennbar. Statt dessen droht nun Merkel in die europ&auml;ische Isolation zu geraten. Der italienische Chef der Europ&auml;ischen Zentralbank, Mario Draghi, wartete nicht einmal den Wahlausgang ab und mahnte schon am 25. April die Umsetzung eines kreditfinanzierten &raquo;Wachstumspakts&laquo; an, wie ihn auch Hollande fordert. &Auml;hnlich &auml;u&szlig;erte sich EU-Kommissionspr&auml;sident Jos&eacute; Manuel Barroso: &raquo;Wachstum ist die Antwort.&laquo; Harsche Kritik an dem deutschen Spardiktat &uuml;bte auch der spanische Au&szlig;enminister Jos&eacute; Manuel Garc&iacute;a-Margallo, der in einem Interview am 27. April Berlin daran erinnerte, da&szlig; Deutschland mehr als 50 Prozent seiner Waren in die EU exportiere. Mit der schweren Regierungskrise in den Niederlanden &ndash; das ebenfalls aufgrund des Sparkurses in die Rezession &uuml;bergeht &ndash; droht Merkel &uuml;berdies einen ihrer letzten treuen Verb&uuml;ndeten zu verlieren. Inzwischen hat laut einem Bericht des Independent sogar der britische Regierungschef James Cameron den Boykott Hollandes aufgegeben und das Au&szlig;enministe&shy;rium veranla&szlig;t, &raquo;Verbindungen zu Mr. Hollandes Team&laquo; aufzunehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2012\/05-02\/029.php\">Junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Der Begriff &bdquo;Wachstum&ldquo; ist sehr dehn- und frei interpretierbar. Es ist keinesfalls klar, dass die zitierten Quellen ein &bdquo;kreditfinanziertes Wachstum&ldquo; fordern oder sich Merkels Interpretation eines Wachstums durch Strukturreformen (Hartz IV f&uuml;r Europa) angeschlossen haben. Mit klaren Worten halten hier sowohl Draghi als auch Barroso immer noch hinter dem Berg.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Europas verlorene Generation<\/strong><br>\nEuropa geht die Lohnarbeit aus. Die Wirtschaftskrise schl&auml;gt riesige Schneisen in die &ouml;konomische Landschaft. Dazu kommen die Sparpakete, die Regierungen unter dem Druck der Finanzm&auml;rkte beschlie&szlig;en. Unternehmenspleiten, Entlassungen und staatlicher Stellenabbau haben die Arbeitslosenrate in der Euro-Zone auf knapp elf Prozent gehievt. Millionen Menschen suchen verzweifelt nach Jobs. Dies hat einen durchaus erw&uuml;nschten Nebeneffekt: Das Arbeits&uuml;berangebot dr&uuml;ckt das Lohnniveau, was die Lohnst&uuml;ckkosten sinken und die Wettbewerbsf&auml;higkeit der L&auml;nder steigen l&auml;sst.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/jobkrise-europas-verlorene-generation,1472780,15043906.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><strong>Griechenland &ndash; Rechtsextreme profitieren von der Krise<\/strong><br>\nSeit Beginn der Krise wird erstmals wieder gew&auml;hlt. Doch drohen die vorgezogenen Wahlen am 6. Mai zur Protestwahl gegen Sparprogramme und die Parteien zu werden, die diese durchsetzen. Die Rechtsextremen, die immer legitimer werden, k&ouml;nnten zu den gro&szlig;en Wahlsiegern geh&ouml;ren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.presseurop.eu\/de\/content\/article\/1900071-rechtsextreme-profitieren-von-der-krise\">Kathimerini via Presseurop<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Robert von Heusinger &ndash; Daumendr&uuml;cken f&uuml;r Hollande<\/strong><br>\nTrotz Wahlen in NRW und Schleswig-Holstein, richtungsweisend ist und bleibt derzeit die Pr&auml;sidentschaftswahl in Frankreich. Denn sie ist entscheidend f&uuml;r die k&uuml;nftige Wirtschaftspolitik der W&auml;hrungsunion. [&hellip;]<br>\nWarum Hollande recht hat? Weil die von ihm propagierte Wirtschaftspolitik einfach menschenfreundlicher ist, mit einer viel gr&ouml;&szlig;eren Wahrscheinlichkeit von Erfolg gekr&ouml;nt sein d&uuml;rfte, wie die Vereinigten Staaten von Amerika seit 80 Jahren immer wieder belegen! Und weil es die Herangehensweise ist, die von mindestens Zweidritteln der internationalen Volkswirten unterst&uuml;tzt wird. Nur eben nicht von den tonangebenden deutschen &Ouml;konomen, die ungl&uuml;cklicher Weise die Regierung beraten. Womit wir beim gr&ouml;&szlig;ten Problem Eurolands sind: Das wirtschaftlich und inzwischen auch politisch m&auml;chtigste Land wird von einer volkswirtschaftlichen Richtung gepr&auml;gt, deren Erkenntnisse in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stehen geblieben sind. Die Truppe w&uuml;rde das Sparprogramm von Reichskanzler Br&uuml;ning heute wahrscheinlich nochmal genauso schreiben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/meinung\/leitartikel-zur-wahl-in-frankreich-daumendruecken-fuer-hollande,1472602,15051600.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Lohnkosten stagnieren seit 20 Jahren &ndash; Einst bl&uuml;hende Prozente<\/strong><br>\nDie Lohnkosten in Deutschland sind seit zwei Jahrzehnten praktisch nicht gestiegen &ndash; obwohl sich die Arbeitsproduktivit&auml;t deutlich erh&ouml;ht hat. Das geht aus neuen Zahlen hervor, die das Statistische Bundesamt in Wiesbaden zum Tag der Arbeit ver&ouml;ffentlichte.<br>\nDemnach stiegen die Lohnkosten, die als Arbeitnehmerentgelt je Arbeitnehmer definiert sind, zwischen 1991 und 2011 um 47,5 Prozent. Der Verbraucherpreisindex, der die Inflation misst, stieg im selben Zeitraum um 45,8 Prozent, lag also nur kaum darunter.<br>\nDie Lohnst&uuml;ckkosten, die die Ver&auml;nderung der Lohnkosten in Relation zur Arbeitsproduktivit&auml;t darstellen, stiegen von 1991 bis 2011 nach dem Personenkonzept um 20,2 Prozent und nach dem Stundenkonzept um 21,2 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!92489\/\">taz<\/a>\n<p><strong>zu gleichen Thema: Deutsche Arbeitnehmer schaffen mehr in weniger Zeit<\/strong><br>\nDeutschland wird zum Mustersch&uuml;ler bei der Krisenbew&auml;ltigung: Die Arbeitsproduktivit&auml;t ist im EU-Vergleich &uuml;berdurchschnittlich stark gestiegen, Frankreich und Italien verlieren den Anschluss.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article106239988\/Deutsche-Arbeitnehmer-schaffen-mehr-in-weniger-Zeit.html\">WELT<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Die WELT schafft es mal wieder, die Begriffe &bdquo;Arbeitsproduktivit&auml;t&ldquo; und &bdquo;Lohnst&uuml;ckkosten&ldquo; derart zu verbiegen, dass der unbedarfte Leser die Entwicklung mit einem positiven Blick betrachten muss. Die WELT h&auml;tte auch titeln k&ouml;nnen &bdquo;Deutsche Arbeitnehmer schaffen mehr f&uuml;r weniger Lohn&ldquo; &ndash; doch die WELT bleibt sich lieber treu und sieht die Entwicklungen mit der Brille der Arbeitgeberverb&auml;nde.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Einzelhandel mit deutlichem Umsatzplus<\/strong><br>\nDie deutschen Einzelh&auml;ndler haben ihre Ums&auml;tze im M&auml;rz so stark gesteigert wie seit Juni 2011 nicht mehr. Das Plus &uuml;bertraf die Erwartungen von Analysten deutlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/handel-dienstleister\/trotz-benzinpreis-einzelhandel-mit-deutlichem-umsatzplus\/v_detail_tab_print\/6572284.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Dieser Handelsblatt-Beitrag (basierend auf einer Pressemitteilung der Nachrichtenagentur Reuters) zeigt wieder einmal exemplarisch, mit welch propagandistischem Get&ouml;se selbst bescheidene Verbesserungen beim Einzelhandelsumsatz hinausposaunt werden. Wegen Anstiegs des nominalen Einzelhandelsumsastzesez im isolierten Monat M&auml;rz gegen&uuml;ber dem Vorjahrs-M&auml;rz um 1,0 Prozent (real: 0,8 Prozent) wird so etwas wie ein &bdquo;Rekord&ldquo; ausgerufen: &bdquo;Die deutschen Einzelh&auml;ndler haben ihre Ums&auml;tze im M&auml;rz so stark gesteigert wie seit Juni 2011 nicht mehr.&ldquo; Das Handelsblatt und die Nachrichtenagentur Reuters machen eine gro&szlig;e Sache daraus, da&szlig; der Einzelhandelsumsatz eines isolierten und damit schwankungsanf&auml;lligen Monats den h&ouml;chsten Monats-Anstieg innerhalb eines Zeitraums von nur 9 Monaten aufweist. Der vom Statistischen Bundesamt publizierte Einzelhandelsumsatz enth&auml;lt im &uuml;brigen auch den Tankstellenumsatz. Die vom Statistischen Bundesamt ausgewiesene einzelhandelsspezifische Inflationsrate (Monat M&auml;rz 2012: 2,2 Prozent; 1. Quartel 2012: 2,1 Prozent) weist trotz Benzinpreisentwicklung keinen auff&auml;llig hohen Wert aus. Folgender Passus der Reuters-basierten Handelsblatt-Meldung verdient wegen zwei Aspekten besondere Beachtung: &bdquo;Der Einzelhandel erwies sich damit im ersten Quartal als Konjunkturst&uuml;tze. Der Umsatz lag um 4,2 Prozent &uuml;ber dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Real gab es einen Zuwachs von 2,5 Prozent.&ldquo;<\/em><br>\n<em>Erstens: Die heutige Pressemitteilung des Statischischen Bundesamtes sagt ganz unmi&szlig;verst&auml;ndlich, da&szlig; der Einzelhandelsumsatz im 1. Quartal 2012 real nicht um 2,5 Prozent, sondern lediglich um 2,1 Prozent angestiegen ist: &bdquo;Im ersten Quartal 2012 wurde im deutschen Einzelhandel nominal <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/PresseService\/Presse\/Pressemitteilungen\/2012\/04\/PD12_151_45212.html%20\">4,2 % und real 2,1 % mehr<\/a> umgesetzt als von Januar bis M&auml;rz 2011.&ldquo;<\/em><br>\n<em>Zweitens: Das Statistische Bundesamt wies in seinen Pressemitteilungen zur Entwicklung des Einzelhandlelsumsatzes in den Monaten Januar und Februar 2012 darauf hin, da&szlig; diese Monate im Vergleich zum Vorjahr jeweils einen Verkaufstag mehr hatten (im Februar 2012 wegen des Schaltjahres). Unter Ber&uuml;cksichtigung dieses verzerrenden Einflusses verliert selbst der reale Anstieg des Einzelhandelsumsatzes um 2,1 Prozent gegen&uuml;ber dem 1. Quartal 2011 viel von seinem scheinbaren Glanz. In der obigen Handelsblatt-Meldung &bdquo;vermisst&ldquo; man geradezu die von unseren Medien seit 2005 (dem Jahr, in welchem Frau Merkel Bundeskanzlerin wurde) so h&auml;ufig verwendeten propagandistischen Termini &bdquo;Kaufrausch&ldquo; und &bdquo;Konsumrausch&ldquo;. Wie unsinnig diese Termini ohnehin sind, zeigt sich daran, da&szlig; der inflationsbereinigte Einzelhandelsumsatz des Jahres 2012 jenen des Jahres 1998 nicht &uuml;berschreitet. Siehe hierzu den NachDenkSeiten-Beitrag &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12247\">Auch der Verband der Einzelh&auml;ndler operiert weit Weg von den Interessen seiner Mitglieder und der Konsumenten<\/a>&ldquo;. H&auml;tten sich seit dem Jahre 1998 alle Komponenten des Bruttoinlandsprodukts so miserabel entwickelt wie der Einzelhandelsumsatz (und der nur geringf&uuml;gig besser sich entwickelnde Private Verbrauch), dann h&auml;tten selbst statistische Tricks und die massenhafte Umwandlung von ehemaligen Vollzeit-Arbeitspl&auml;tzen in Teilzeitjobs und Minijobs einen dramatischen Anstieg offziellen Arbeitslosenzahlen nicht verhindern k&ouml;nnen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>&raquo;Europa hat der Spekulation T&uuml;r und Tor ge&ouml;ffnet&laquo;<\/strong><br>\nDer Fiskalpakt ist genau das Gegenteil dessen, was die Volkswirtschaften brauchen. Ein Gespr&auml;ch mit Jean-Paul Fitoussi<br>\nJean-Paul Fitoussi (69) ist Professor f&uuml;r Wirtschaftswissenschaften an der Pariser Universit&auml;t IEP. Von 1989 bis 2010 leitete er das staatliche franz&ouml;sische Konjunkturforschungsinstitut OFCE<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2012\/05-02\/050.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Produktivit&auml;ts- und Lohnentwicklung in den USA<\/strong>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/120502_01.jpg\" alt=\"\"><\/p>\n<p>What they find is that, from the mid-1970s until 2011, productivity increased by more than 80 percent while wages (measured as real median hourly compensation) only increased by 10.7 percent.<br>\nIt is important to remember that, in U.S. national income accounts, &ldquo;wages&rdquo; include the pay of CEOs and day laborers alike. Even then, the gap between productivity and wages continued to grow throughout the 1973-2011 period.<br>\nSo, what explains the growing gap? Mishel and Gee focus on three &ldquo;wedges&rdquo;: (a) an overall shift from labor income to capital income, (b) increasing inequality between top income recipients (such as CEOs and top earners in finance) and everyone else, and (c) the terms of trade, i.e., the faster price growth of things workers buy relative to what they produce.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/rwer.wordpress.com\/2012\/04\/28\/mind-the-gap-2\/\">Real-World Economics Review Blog<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Aber bitte zu niedrigen L&ouml;hnen<\/strong><br>\nMit der Blue Card will die Regierung Hochqualifizierte anlocken. Karl Brenke vom DIW warnt vor einer Billiglohnstrategie, die Deutschland mehr schadet als nutzt: &ldquo;Es war offenbar eine politische Entscheidung, die Mindestverdienstgrenze m&ouml;glichst niedrig anzusetzen. Daraus spricht keine Willkommenskultur. Die Botschaft ist vielmehr: ihr k&ouml;nnt kommen, aber bitte zu niedrigen L&ouml;hnen. &hellip; Eine solche Zuwanderung k&ouml;nnte zus&auml;tzlichen Druck auf den Arbeitsmarkt aus&uuml;ben, die L&ouml;hne zu senken. Eine solche Billiglohnstrategie schw&auml;cht den Standort Deutschland und verst&auml;rkt die wirtschaftlichen Ungleichgewichte in der Eurozone. Allerdings wissen gut ausgebildete Fachkr&auml;fte aus dem Ausland meist um ihren Preis. Die Gefahr ist also eher, dass sie um Deutschland einen gro&szlig;en Bogen machen. &hellip; Die Bundesregierung sieht bei Ingenieuren, IT-Kr&auml;ften sowie Medizinern einen besonderen Bedarf. Unsere Analysen besagen aber, dass es bis weit in das n&auml;chste Jahrzehnt hinein gar keinen Fachkr&auml;ftemangel geben wird. Da droht sogar eher eine Fachkr&auml;fteschwemme. Daf&uuml;r spricht etwa die rasant steigende Zahl von Studienabg&auml;ngern &ndash; sie hat sich im Vergleich zu der Generation, die jetzt in den Ruhestand geht, verdoppelt. Sie [die Wirtschaft] klagt &uuml;ber einen Mangel an Fachkr&auml;ften, die bereit sind, zu niedrigen L&ouml;hnen zu arbeiten. &Uuml;ber die Blue-Card-Regelung versucht man nun, sie &uuml;ber niedrige Verdienstgrenzen ins Land zu bekommen. &hellip; Mein Pl&auml;doyer w&auml;re, sich an die EU-Regelung zu halten und die L&ouml;hne h&ouml;her anzusetzen. Die skandinavischen L&auml;nder oder die Schweiz betreiben im Gesundheitsbereich und der Medizin eine aktive Abwerbepolitik und zahlen gut. Deshalb zieht es viele Fachkr&auml;fte in diese L&auml;nder &ndash; auch aus Deutschland. In Deutschland dagegen sind die Arbeitsbedingungen und die Entlohnung wenig attraktiv.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=in&amp;dig=2012%2F04%2F30%2Fa0046&amp;cHash=785f1b26fd\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Apples Steuervermeidungspraktiken enth&uuml;llt<\/strong><br>\nDie Technologiebranche ist mittlerweile Amerikas gr&ouml;&szlig;ter Industriezweig, paradoxerweise aber auch der am niedrigsten besteuerte. Ein aktueller Artikel von Charles Duhigg and David Kocieniewski in der New York Times zeigt anschaulich, wie Apple mit einem besonders ausgekl&uuml;gelten, aber legalen System Steuerschlupfl&ouml;cher ausnutzt und so Millionen Dollars an Steuern einspart.<br>\nApple gelang es so, 70 Prozent seiner Profite au&szlig;erhalb der USA &ndash; und damit zu niedrigeren Raten &ndash; zu versteuern. Komplexe Strategien wie der &ldquo;Double Irish with a Dutch Sandwich&ldquo; erlauben es Apple, mittels zweier Tochtergesellschaften in Irland Kapital &uuml;ber die Niederlande in sekundenschnelle um den Globus in weitere Schattenfinanzzentren wie die British Virgin Islands zu transferieren. 2004 fiel in Irland  ein Drittel des weltweiten Einkommens von Apple an. Dabei h&auml;tte der Bundesstaat California (der Hauptsitz) diese Steuereink&uuml;nfte bitter n&ouml;tig. Eine Budgetkrise zwingt dort zu K&uuml;rzungen, die sich vor allem auf die Bereiche Bildung und Gesundheit auswirken.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/steuergerechtigkeit.blogspot.de\/2012\/04\/apples-steuervermeidungspraktiken.html\">blog steuergerechtigkeit<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2012\/04\/29\/business\/apples-tax-strategy-aims-at-low-tax-states-and-nations.html?_r=3\">How Apple Sidesteps Billions in Taxes &ndash; New York Times<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Versicherungslobby ohne Sachargumente gegen Riester-Kritiker<\/strong><br>\nWiederholt behauptet die Versicherungslobby, die Kritiker der Riester-Rente h&auml;tten in der Studie &bdquo;10 Jahre Riester&ldquo; die &Uuml;berschussbeteiligung und die Riester-Zulagen bei den Modellrechnungen nicht einbezogen. Axel Kleinlein, Vorstandsvorsitzender des Bundes der Versicherten e. V. (BdV) und Autor der vom DIW ver&ouml;ffentlichten Studie, weist diesen Vorwurf des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) entschieden zur&uuml;ck. &bdquo;Selbstverst&auml;ndlich haben wir auch die &Uuml;berschussbeteiligung und die Zulagen einberechnet. Der GDV wei&szlig;, dass er hier nicht sauber argumentiert.&ldquo; Bereits am 22. M&auml;rz hat Kleinlein den GDV im Rahmen der Verb&auml;ndeanh&ouml;rung der Verbraucherministerkonferenz pers&ouml;nlich auf die Falschdarstellungen hingewiesen. Dennoch erneuerte der GDV gestern seine Vorw&uuml;rfe gegen die DIW-Studie auf seinem Pressekolloquium. &bdquo;Ausgerechnet Medienvertreter wissentlich mit falschen Informationen zu f&uuml;ttern, ist schon ein starkes St&uuml;ck&ldquo; so Kleinlein. Der BdV pr&uuml;ft daher rechtliche Schritte gegen den GDV.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundderversicherten.de\/news\/761\/Versicherungslobby-ohne-Sachargumente-gegen-Riester-Kritiker\">Bund der Versicherten<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Fragw&uuml;rdige Bonit&auml;tsbewertung bei Infoscore<\/strong><br>\nDie K&ouml;lnerin hatte in einem Onlineshop f&uuml;r 100 Euro einen Tontopf f&uuml;r ihre Terrasse kaufen wollen. Nun teilte man ihr mit, dass man gerade an sie nur per Nachnahme oder Vorauskasse liefere und nicht auf Rechnung, wie an normale Kunden. Den Grund bekam Frau Gensicke auch gleich mitgeliefert: Ihre Kreditw&uuml;rdigkeit wurde als zu schlecht eingesch&auml;tzt, das habe der Versandh&auml;ndler von einer Firma namens Infoscore erfahren. Die Firma Infoscore Consumer Data GmbH (ICD), eine Bertelsmann-Tochter mit Sitz in Baden-Baden, hatte das Negativurteil &uuml;ber sie gef&auml;llt &ndash; oder besser gesagt: sich angema&szlig;t. Denn wie die Firma offen zugab, wusste sie praktisch gar nichts &uuml;ber Michaela Gensicke au&szlig;er Namen und Adresse. Erschreckend, scheint es doch kein Einzelfall zu sein. ICD ist ein Branchenriese auf dem Gebiet der Auskunfteien, auf Augenh&ouml;he mit der weitaus bekannteren Schufa und weit vorne beispielsweise, was Ausk&uuml;nfte an Versandh&auml;ndler und Telekomfirmen angelangt. Zum Gesch&auml;ft von ICD geh&ouml;rt auch das Scoring, ein mathematisch-statistisches Verfahren, das zur Ermittlung der Zahlungsf&auml;higkeit von Konsumenten genutzt wird. &ldquo;Werden keine Negativmerkmale (&uuml;ber einen Konsumenten, d. Red.) gefunden, kann mithilfe des Informa-Consumer-Score ein soziodemografischer Wert zur Einsch&auml;tzung der Bonit&auml;t errechnet werden um die &lsquo;Schlechten&rsquo; unter den &lsquo;Guten&rsquo; zu identifizieren&rdquo;, hei&szlig;t es wolkig in einer Beschreibung dieser Dienstleistung. Fehlen ICD zum Beispiel Angaben zur Wohndauer in einem Haus, so legt das Unternehmen nach Recherchen von NDR Info regelm&auml;&szlig;ig den schlechtesten Wert zugrunde. ICD-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Volker Tr&uuml;b rechtfertigte diese Praxis mit dem Hinweis auf &ldquo;umfassende Analysen&rdquo;, die &ldquo;zum Ergebnis hatten, dass Personen, deren Wohndauer nicht bekannt ist, ein schlechteres Zahlungsverhalten aufweisen als solche, deren Wohndauer bekannt ist&rdquo;. Gleiches gelte f&uuml;r das Geburtsdatum. Wer bei einer Versandhandelsbestellung sein Alter nicht angebe, sei &ldquo;statistisch gesehen&rdquo; ebenfalls ein schlechterer Zahler.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ndr.de\/info\/programm\/sendungen\/reportagen\/infoscore101_page-3.html\">NDR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der NDR hat zwar darauf hingewiesen, dass Infoscore eine Bertelsmann-Tochter ist, aber f&uuml;r den regelm&auml;&szlig;igen Leser der NachDenkSeiten sagt der eigentliche Name schon mehr: arvato infoscore GmbH. Wem dieser Name nichts sagt, gebe einfach das Stichwort &ldquo;arvato&rdquo; in die Suche auf den NDS ein. Nach Eigendarstellung ist arvato ein internationaler Outsourcing-Dienstleister. &ldquo;Mehr als 68.000 Mitarbeiter in 35 L&auml;ndern unterst&uuml;tzen tagt&auml;glich unsere Kunden, erfolgreich am Markt zu agieren. Dazu konzipieren und realisieren wir ma&szlig;geschneiderte L&ouml;sungen f&uuml;r unterschiedlichste Gesch&auml;ftsprozesse entlang integrierter Dienstleistungsketten.&rdquo;<\/em> <em>Jahresumsatz 2011: 5,357 Mrd. &euro; ; EBIT (operatives Ergebnis also vor Zinsen [Finanzergebnis] und Ertragsteuern) 341 Mio. &euro;. Die Zugeh&ouml;rigkeit von Infoscore zur arvato beinhaltet die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen der arvato, d.h. dass  Daten f&uuml;r Scoring- und Direktmarketingdienstleistungen auch aus den Kundenbindungsprogrammen DeutschlandCard oder Webmiles bezogen werden. Arvato betreibt weiterhin mit eigens zu diesem Zweck gegr&uuml;ndeten Tochterunternehmen die Warn- und Hinweisdatenbank Uniwagnis f&uuml;r den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. d.h. eine &ldquo;schwarze Liste&rdquo; von Versicherungsnehmern, die beispielsweise drei Sachsch&auml;den innerhalb von zwei Jahren oder den Totalschaden eines Fahrzeugs melden. &ldquo;arvato infoscore&rdquo; verf&uuml;gt nach eigenen Angaben &uuml;ber 40 Mio. Merkmale mit Negativinformationen zu 7,8 Mio. Personen. Bereits 2001 war das Scoring-Verfahren von arvato infoscore f&uuml;r den Big-Brother-Preis nominiert. Zitat aus Telepolis: <\/em><br>\n<em>&ldquo;Urspr&uuml;nglich wurde das Scoring f&uuml;r den Versandhandel entwickelt und ermittelt f&uuml;r jede Anschrift in Deutschland ein Score zwischen 350 (sehr unattraktiver Kunde) und 750 (sehr attraktiver Kunde). Bei Informa handelt es sich um &ldquo;ein analytisches Prognose- und Punktebewertungsverfahren, das die Wahrscheinlichkeit berechnet, mit der jeder einzelne Kunde ein bestimmtes von Ihnen gew&uuml;nschtes Verhalten zeigen wird: Ihre Produkte kauft, Ihre Dienstleistungen nutzt, Ihren Kredit tilgt, seine bestellte Ware nicht retourniert, ein dauerhafter Kunde wird, im Mahnfalle bezahlt und so weiter.&rdquo; Informa verarbeitet daf&uuml;r interne und externe Daten und Datenderivate. &hellip; Informa-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Paul Triggs: &ldquo;Wir k&ouml;nnen f&uuml;r jeden B&uuml;rger einen Score ermitteln. Selbst wenn es &uuml;ber die Einzelperson einmal keine Daten gibt, hilft uns hier die Beurteilung des Nachbarn rechts oder links.&rdquo; Dabei handelt es sich um soziodemographische Daten, Regional- und Statistikdaten, Markt- und Konsumdaten, Geb&auml;udedaten der Schober Einzelhausbewertung, und Daten der Versandh&auml;user &uuml;ber ihre Kunden und deren Kaufverhalten, Daten von externen Informationsanbietern, die als Auskunftei- oder als Marketingdaten angeboten werden sowie sogenannte Lifestyle-Daten. Manche Informa-Kunden setzen mehr als 100 Scoretabellen ein, um das Kundengesch&auml;ft zu steuern.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Minister Rhein in der Bredouille<\/strong><br>\nFrankfurter Oberb&uuml;rgermeister-Wahl verloren, Ger&uuml;chte &uuml;ber seinen Verbleib in der Landesregierung: Der CDU-Politiker Boris Rhein hat derzeit viele Sorgen. Jetzt holt ihn in der Polizeichef-Aff&auml;re auch noch ein Fehler von 2009 ein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/die-polizei-affaere\/polizeichef-affaere-minister-rhein-in-der-bredouille,4396690,14992714,view,printVersion.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> In JEDER betrieblichen Personalabteilung muss JEDE eingehende Bewerbung, die nicht versp&auml;tet eingeht oder auf den ersten Blick fachliche M&auml;ngel oder Formfehler erkennen l&auml;sst, l&uuml;ckenlos dokumentiert werden, um sp&auml;tere Klagen gegen allgemeine Gleichbehandlungsgrunds&auml;tze auszuschlie&szlig;en. Hier wird in einem Ministerium die interne Bewerbung um eine F&uuml;hrungsstelle im hoheitlichen polizeilichen Landesdienst aufgrund einer angeblichen m&uuml;ndlichen Aussage ohne Protokollierung und ohne anwesende Zeugen aussortiert. Unprofessionialit&auml;t w&auml;re hier eine sehr h&ouml;fliche Bewertung.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Piraten: Da muss man fr&uuml;h dabei sein<\/strong><br>\nNicht nur die W&auml;hler, auch Lobbyisten und Verb&auml;nde haben die Piraten f&uuml;r sich entdeckt. Private Krankenkassen schicken Vertreter zum Parteitag. &ldquo;Wenn es um neue politische Kr&auml;fte geht, dann muss man fr&uuml;h dabei sein&rdquo;, sagen sie. Und am Wochenende sind sie daher gleich zu zweit gekommen, &ldquo;um mit den Piraten ins Gespr&auml;ch zu kommen, um einordnen zu k&ouml;nnen, was das f&uuml;r Typen sind.&rdquo; B&uuml;rgerversicherung oder freie Kassenwahl? Noch l&auml;sst sich auf die k&uuml;nftige Ausrichtung der jungen Partei vielleicht Einfluss nehmen. Zwei Gespr&auml;chstermine haben die Lobbyisten dazu vermittelt bekommen &ndash; mit einem Piraten, der sich um Gesundheitspolitik k&uuml;mmert und einem, der Sozialthemen bearbeitet.<br>\nIn Neum&uuml;nster z&auml;hlen die beiden Lobbyisten noch zur Avantgarde unter den Interessenvertretern. Doch so langsam entdecken Lobbyisten die Piraten als neue politische Kraft. Bei der Partei mehren sich daher im Moment die Gespr&auml;chsw&uuml;nsche von Verbandsvertretern, wie Piratensprecher Lang sagt. &ldquo;Wir sind derzeit in Prognosen die drittst&auml;rkste politische Kraft in Deutschland &ndash; was bleibt denn da anderes &uuml;brig, als mit uns zu reden?&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a2&amp;dig=2012%2F04%2F30%2Fa0042&amp;cHash=a0bd398ad1\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Albrecht von Lucke &ndash; Gaucksche Wundert&uuml;te<\/strong><br>\nDer neue Bundespr&auml;sident war nur wenige Tage in Amt und W&uuml;rden, da hatte er schon die Antwort auf die Frage gegeben, warum die Bundeskanzlerin ihn bis zuletzt verhindern wollte. Bereits Gaucks umjubelter Auftritt in Polen machte deutlich, dass Angela Merkel ein ernsthafter Konkurrent in der Repr&auml;sentation der Bundesrepublik nach au&szlig;en erwachsen ist. Doch mehr noch: Gaucks folgender Antrittsbesuch in Br&uuml;ssel geriet weit weniger pr&auml;sidial staatstragend als &uuml;berschie&szlig;end exekutiv. &bdquo;Ich gehe davon aus, dass Karlsruhe nicht gegen die Instrumente zur Euro-Rettung vorgehen wird,&ldquo; hatte der Pr&auml;sident zum Fiskalpakt dekretiert und weiter blumig gefordert: &bdquo;Wir wollen in der Krise nicht weniger, sondern mehr Europa wagen &ndash; das ist auch meine pers&ouml;nliche &Uuml;berzeugung.&rdquo;<br>\nDieser Persilschein f&uuml;r ein demokratisch h&ouml;chst fragw&uuml;rdiges Gesetz[1] bringt nicht nur ein erstaunlich unterkomplexes Verst&auml;ndnis der bundesrepublikanischen Gewaltenteilung zwischen Exekutive und Judikative, Pr&auml;sident und Verfassungsgericht, zum Ausdruck, sondern k&ouml;nnte sich auch noch als politisch fatal erweisen. Schlie&szlig;lich ist der Pr&auml;sident von Amts wegen berufen, die Gesetze auf ihre Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit zu &uuml;berpr&uuml;fen und gegebenenfalls dem Verfassungsgericht vorzulegen. Wer aber k&ouml;nnte nun &ndash; nach einer solchen Vorfestlegung &ndash; behaupten, dass Gauck in dieser existenziellen Frage unserer Demokratie nicht voreingenommen w&auml;re?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2012\/mai\/gaucksche-wundertuete\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;Mehr&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (MB\/WL\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-13062","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13062","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13062"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13062\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13065,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13062\/revisions\/13065"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13062"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=13062"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=13062"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}