{"id":1310,"date":"2006-05-16T11:07:26","date_gmt":"2006-05-16T09:07:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=1310"},"modified":"2016-02-09T11:09:05","modified_gmt":"2016-02-09T10:09:05","slug":"der-erfolg-der-nordischen-lander-ist-eine-unertragliche-provokation-fur-die-europaischen-neoliberalen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1310","title":{"rendered":"Der Erfolg der nordischen L\u00e4nder ist eine unertr\u00e4gliche Provokation f\u00fcr die europ\u00e4ischen Neoliberalen"},"content":{"rendered":"<p>Ein Zusammenfassender Auszug aus einem Artikel von Olivier Trug &bdquo;L&rsquo;adaptation du mod&egrave;le d&rsquo;Etat-providence au coeur de la campagne su&eacute;doise&ldquo;, erschienen in der Pariser Tageszeitung Le Monde vom 13.5.2006 &uuml;bertragen von unserem Leser Gerhard Kilper.<br>\n<!--more--><br>\nSowohl Sozialdemokraten als auch schwedische Konservativen streichen im schwedischen Wahlkampf die gro&szlig;en Verdienste des schwedischen Wohlfahrtsstaatsmodells in der Globalisierung heraus. In diesem Punkt gibt es zwischen beiden Parteien keine grunds&auml;tzlichen Unterschiede. Die Konservativen mit ihrem Spitzenkandidaten Reinfeldt wollen nur einige wenige Sozialleistungen streichen, die sie als hinderlich f&uuml;r das Bem&uuml;hen um die Wiederaufnahme einer Arbeit erachten, was die Sozialdemokraten unter Persson aber strikt ablehnen.<\/p><p>Roger M&ouml;rtvik, politischer Direktor der mit einem Organisierungsgrad von 80% sehr starken Gewerkschaft der Beamten und Angestellten, schrieb in seinem Buch &bdquo;Die Turbo&ouml;konomie oder der weltweite Kampf um Besch&auml;ftigung und Wohlfahrtsstaat&ldquo;, dass sich Schweden mit seiner hohen Steuerquote und dem dadurch m&ouml;glichen und gro&szlig;z&uuml;gig ausgebauten Wohlfahrtsstaat  als das Land erwiesen habe, das gegen&uuml;ber den Risiken der Globalisierung am besten ger&uuml;stet ist. Dieser Erfolg der nordischen L&auml;nder sei jetzt offensichtlich eine unertr&auml;gliche Provokation f&uuml;r die europ&auml;ischen Neoliberalen.<\/p><p>Im direkten Interview mit Le Monde erkl&auml;rte M&ouml;rtvik, die L&ouml;sung der aktuellen gesellschaftlichen Probleme k&ouml;nne nicht in einer Senkung der Steuerbelastung oder einer weiteren Einschr&auml;nkung des Sozialstaates liegen. Im Gegenteil habe gerade Beibehaltung und Ausbau des Wohlfahrtsstaats Schweden &uuml;berhaupt dazu bef&auml;higt, der Herausforderung der Globalisierung angemessen begegnen zu k&ouml;nnen. Bei allen Reformen, die den Unternehmen mehr Flexibilit&auml;t brachten, seien gleichzeitig auch die Sicherheitsbed&uuml;rfnisse der Arbeitnehmer beachtet worden.<\/p><p>Die Vorteile, die ein intaktes soziales Netz in Verbindung mit gro&szlig;en sozialen Verg&uuml;nstigungen gebracht haben, h&auml;tten dazu gef&uuml;hrt, dass Schweden heute gleichzeitig eine hohe Geburtenrate und einen hohen Besch&auml;ftigungsstand der Frauen habe.<\/p><p>Gro&szlig;z&uuml;gige Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung in Verbindung mit der M&ouml;glichkeit einer vom Staat bezahlten, schnellen und effektiven Weiterbildung h&auml;tten dazu gef&uuml;hrt, dass Arbeitslosigkeit in Schweden heute ihren Schrecken verloren habe.<\/p><p>Arbeitspl&auml;tze k&auml;men und vergingen, das sei die Realit&auml;t. So arbeiteten heute fast ein Drittel aller Arbeitnehmer in Schweden auf Arbeitspl&auml;tzen, die es vor zehn Jahren noch nicht gab. Bei ihrer Politik setzten die schwedischen Gewerkschaften daher ihre Priorit&auml;t nicht auf die Rettung vom Strukturwandel betroffener Arbeitspl&auml;tzen, sondern auf die Durchsetzung des Rechts der Menschen auf Arbeit. Um den im Weltma&szlig;stab erreichten Vorsprung als Wohlfahrtsstaat halten zu k&ouml;nnen, m&uuml;sse Schweden allerdings sein Bildungswesen noch deutlich verbessern und ausbauen.\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Zusammenfassender Auszug aus einem Artikel von Olivier Trug &bdquo;L&rsquo;adaptation du mod&egrave;le d&rsquo;Etat-providence au coeur de la campagne su&eacute;doise&ldquo;, erschienen in der Pariser Tageszeitung Le Monde vom 13.5.2006 &uuml;bertragen von unserem Leser Gerhard Kilper.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[20,145],"tags":[1398],"class_list":["post-1310","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-landerberichte","category-sozialstaat","tag-schweden"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1310","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1310"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1310\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31025,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1310\/revisions\/31025"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1310"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1310"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1310"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}