{"id":13109,"date":"2012-05-04T16:29:53","date_gmt":"2012-05-04T14:29:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13109"},"modified":"2012-05-04T16:29:53","modified_gmt":"2012-05-04T14:29:53","slug":"hinweise-des-tages-ii-58","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13109","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;Mehr&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13109#h01\">Albrecht M&uuml;ller &ndash; Revolte dringend gesucht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13109#h02\">Deutsche Politiker, die die Seiten gewechselt haben, auf einen Blick<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13109#h03\">Chart des Tages<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13109#h04\">Deutschland ist keine Insel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13109#h05\">Austerit&auml;tspolitik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13109#h06\">Pierre Larrouturou: Wir wollen nicht in den Tr&uuml;mmern des Neoliberalismus sterben!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13109#h07\">Automarkt: Premiumautobauer deklassieren Massenhersteller<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13109#h08\">Steuergeschenke f&uuml;r die Banken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13109#h09\">Die Reichen sind die wahren Sozialschmarotzer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13109#h10\">Gesundheitssystem in Deutschland &ndash; Was derzeit wirklich passiert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13109#h11\">Leistungs- oder Lustgesellschaft &ndash; Leben wir noch, oder arbeiten wir nur?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13109#h12\">Provisionsverbot f&uuml;r Versicherungsberater in den Niederlanden &ndash; Genug mit der Abzockerei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13109#h13\">&ldquo;Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft&rdquo; mit manipulativer Umfrage zum Schuldenabbau<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13109#h14\">Nach Wunsch der Pharmaindustrie &ndash; Union will Medikamentenpreise geheim halten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13109#h15\">Kuwait beschlie&szlig;t Todesstrafe bei Blasphemie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13109#h16\">Rassismus: Die europ&auml;ische Krankheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13109#h17\">Ukraine am Scheideweg:  Sind 20 Jahre nicht schon genug?<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=13109&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Albrecht M&uuml;ller &ndash; Revolte dringend gesucht<\/strong><br>\nWir mu&#776;ssen die Politik aus den F&auml;ngen der Finanzwirtschaft befreien. Der linke Teil der Gesellschaft wird es allein nicht schaffen.<br>\nFu&#776;nfmal in der Woche kommen wir kurz vor der &bdquo;Tagesschau&ldquo; in den Genuss von &bdquo;B&ouml;rse im Ersten&ldquo;. Da wird uns dann zum Beispiel von Anja Kohl mit freudigem Gesicht verku&#776;ndet, die Aktienkurse seien heute gestiegen. Und sie schaut traurig drein, wenn sie gesunken sind. B&ouml;rsenberichterstattung zur besten Sendezeit auch im ZDF und bei den kommerziellen Sendern. Rauf oder runter mit den Kursen, wie auch immer, 100 Prozent aller Deutschen k&ouml;nnen allabendlich Zeugen von Stimmungsberichten werden, die 95 Prozent eigentlich gar nicht zu interessieren brauchten. Denn nur rund fu&#776;nf Prozent aller Deutschen sind Besitzer von Aktien. Warum mutet man uns diese B&ouml;rsenberichterstattung dennoch zu?<br>\nDas hat etwas damit zu tun, dass sich die Finanzwirtschaft eine Sonderrolle anma&szlig;t und dass es ihr gelungen ist, das Geschehen auf den Finanzm&auml;rkten ins Zentrum des &ouml;ffentlichen Interesses zu ru&#776;cken. Damit wird der Eindruck erweckt, an den B&ouml;rsen k&ouml;nne man leicht Geld verdienen, und Spekulation sei etwas au&szlig;erordentlich Nu&#776;tzliches. Wenn die Kurse steigen, dann wu&#776;rden irgendwie irgendwo Werte geschaffen.<br>\nUnd wenn sie zusammenbrechen, dann wu&#776;rden Werte vernichtet. So hatte sich sogar ein leibhaftiger Bundeskanzler einmal &ouml;ffentlich ge&auml;u&szlig;ert: Gerhard Schr&ouml;der.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/120504_sz_dds_5_20120504_einzel.pdf\">S&auml;chsische Zeitung [PDF &ndash; 209 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Albrecht M&uuml;ller wird am Samstag in Dresden beim &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13048\">Dresdner Fr&uuml;hjahrsgespr&auml;ch 2012<\/a>&ldquo; zu Gast sein. Der NachDenkSeiten-Gespr&auml;chskreis Dresden wird versuchen, die Veranstaltung unter <a href=\"http:\/\/www.ustream.tv\/channel\/nds-dresden\">folgender Adresse<\/a> streamen. Sollte es technische Probleme beim Stream geben, wird das Video unter der gleichen Adresse nach der Veranstaltung abrufbar sein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Deutsche Politiker, die die Seiten gewechselt haben, auf einen Blick<\/strong><br>\nDer Seitenwechsel, auch Dreht&uuml;r-Effekt (Revolving door) genannt, ist ein h&auml;ufig auftretendes und typisches Ph&auml;nomen in der Welt des Lobbyismus: Politiker oder hochrangige Mitarbeiter von Ministerien wechseln aus ihrem Amt oder Mandat zu Unternehmen oder Interessenverb&auml;nden, und &uuml;bernehmen dort lukrative Lobbyt&auml;tigkeiten. H&auml;ufig werden sie dabei in Bereichen t&auml;tig, f&uuml;r die sie zuvor in ihrer politischen Funktion auch zust&auml;ndig waren. Sie wechseln quasi auf die andere Seite des Verhandlungstisches und sitzen dort ihrem jeweiligen Nachfolger im Amt gegen&uuml;ber. Diese Wechsel erfolgen oftmals unmittelbar nach Beendigung der politischen Funktion oder nur kurz darauf (&bdquo;fliegend&ldquo;).<br>\nDas lobbykritische Online Lexikon Lobbypedia hat nun eine aktualisierte Liste ehemaliger deutscher Politiker ver&ouml;ffentlicht, deren Seitenwechsel den Verdacht eines Interessenkonflikts zumindest nicht vollkommen ausschlie&szlig;en. Der &uuml;bersichtlichen Tabelle sind nicht nur die Namen betroffener Politiker zu entnehmen, sondern auch deren wichtigsten fr&uuml;heren Positionen und Funktionen in der Politik sowie die T&auml;tigkeiten, die die Seitenwechsler im Anschluss an ihre politischen Karrieren &uuml;bernommen haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2012\/05\/deutsche-politiker-die-die-seiten-gewechselt-haben-auf-einen-blick\/\">LobbyControl<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Chart des Tages<\/strong><br>\nBei Eurostat liegen aktualisierte Daten f&uuml;r M&auml;rz 2012 vor, zu den realen Einzelhandelsums&auml;tze von Deutschland, Frankreich und der S&uuml;dperipherie der Eurozone (Portugal, Italien, Griechenland und Spanien), wobei Griechenland und Italien mit den berichteten Daten immer um einen Monat hinterherhinken und diese Daten dokumentieren die &ldquo;erfolgreiche&rdquo; Anpassung der PIGS-L&auml;nder an die deutsche Wachstumsrate bei den realen Einzelhandelsums&auml;tzen. &ldquo;Auf Linie des Verzichtes&rdquo; der breiten Masse beim Konsum muss noch Frankreich gebracht werden, wobei dies angesichts des potentiellen Wahlergebnisses schwerer fallen k&ouml;nnte:\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/120504_1a26-450x325.jpg\" alt=\"\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.querschuesse.de\/chart-des-tages-3\/\">Querschuesse<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Beeindruckend und unverzichtbar als Argument gegen das Frankreich-Bashing der deutschen Politik und Teilen der deutschen Medien.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Deutschland ist keine Insel<\/strong><br>\nJetzt kommen die Einschl&auml;ge doch n&auml;her. Es ist an der Zeit, sich mit dem Gedanken vertraut zu machen, dass die Prognosen, die in den letzten Wochen ver&ouml;ffentlicht wurden, vermutlich zu optimistisch waren. Auch in Deutschland muss inzwischen dringend dar&uuml;ber nachgedacht werden, wie das Wachstum stimuliert werden kann. Das ist im eigenen Interesse, nicht zuletzt damit die W&auml;hrungsunion nicht auseinander fliegt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2012\/05\/03\/deutschland-ist-keine-insel_4723\">ZEIT Herdentrieb<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Weiter hei&szlig;t es im Beitrag von Dieter Wermuth:<\/em><\/p>\n<blockquote><p><em>&ldquo;Die immer noch gute Stimmung in der Wirtschaft, der starke Anstieg der Besch&auml;ftigung (&hellip;) und eine Arbeitslosenquote von nur 6,8 Prozent, die weiterhin sehr gesunden Staatsfinanzen (&hellip;), der gewaltige &Uuml;berschuss in der Leistungsbilanz (&hellip;) sowie eine Inflationsrate nahe der Zielmarke von etwas unter zwei Prozent kommen mir fast unwirklich vor, wenn ich mir ansehe, was sich in den Nachbarl&auml;ndern tut. (&hellip;) So eine Diskrepanz zwischen der wirtschaftlichen Situation in Deutschland und dem benachbarten Ausland hat es seit Menschengedenken nicht mehr gegeben.&rdquo;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><em>Wundert sich Dieter Wermuth wirklich &uuml;ber diesen Befund? Insbesondere die deutsche Exportwirtschaft profitiert ganz entscheidend von der in den vergangenen Jahren von Deutschland betriebenen Dumpingpolitik bei L&ouml;hnen, Unternehmenssteuern und bei den sozialen Sicherungssystemen (Stichwort: &ldquo;Agenda 2010&rdquo;, insbes. Hartz IV). Diese Dumpingpolitik erm&ouml;glicht es der deutschen Exportwirtschaft, sowohl die europ&auml;ische Konkurrenz als auch die Konkurrenz von Unternehmen ausserhalb der Eurozone (wegen des f&uuml;r die deutsche Exportwirtschaft sehr vorteilhaften Euro-Umtauschkurses) preislich auszustechen. Die negativen Folgen f&uuml;r die Mehrheit der Menschen hierzulande sowie f&uuml;r die Stabilit&auml;t innerhalb der Eurozone werden von nahezu allen deutschen Medien geleugnet oder kleingeredet und daher von den NachDenkSeiten immer wieder thematisiert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Austerit&auml;tspolitik<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Thomas Fricke &ndash; Totgesparte kriseln l&auml;nger<\/strong><br>\nZwei Jahre lang wurde in Merkel-Europa jede neue Marktpanik damit zu beantworten versucht, dass es noch einen Pakt gegen Staatsschulden gab, noch ein hektisches Austerit&auml;tspaket aus h&ouml;heren Steuern und hastig gek&uuml;rzten Ausgaben (bei den anderen). Jetzt hat Europa ein monstr&ouml;ses juristisches Nebeneinander von Stabilit&auml;tsprogrammen, versch&auml;rftem Stabilit&auml;tspakt, Sixpack (gegen alle m&ouml;glichen Unbilden) und einem Fiskalpakt, in denen oft das Gleiche noch mal steht, manchmal aber irgendwie auch was anderes. Es gibt Regierungen, die haben in ein paar Monaten drei Konsolidierungspakete gemacht, f&uuml;r die wir 15 Jahre nach Konsens suchen m&uuml;ssten.<br>\nMit bitterem Ergebnis. Jetzt zittert Europa von einem Konjunkturalarm zum n&auml;chsten &ndash; ohne dass die Staatsschuldenquote niedriger ist. Im Gegenteil. Weil allzu rabiate Konsolidierung in Rezessionszeiten dazu f&uuml;hrt, dass Konsumausgaben einbrechen, Investitionen gekappt werden und die Arbeitslosigkeit hochschnellt, steigen am Ende die konjunkturbedingten Staatsdefizite, wie jetzt in Spanien, wo das Strukturdefizit ja enorm abgebaut wurde. Und die Schuldenquote steigt, schon weil bei einem R&uuml;ckgang des Bruttoinlandsprodukts die relative Schuldenlast gr&ouml;&szlig;er wird. Ein Teufelskreis. Selbst die stabilit&auml;tsheiligen Holl&auml;nder sind &uuml;berfordert, das hinzukriegen, was sie jahrelang von anderen gefordert haben. Die Deutschen haben Gl&uuml;ck, dass die Wirtschaft gerade l&auml;uft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:kolumne-thomas-fricke-totgesparte-kriseln-laenger\/70031490.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> In dem ftd-Beitrag &ldquo;Konjunkturst&uuml;tzen: Europa vergeigt den Wachstumspakt&rdquo; merkt selbst der Bank&ouml;konom Schulz (Berenberg-Bank) zum andiskutierten europ&auml;ischen Investitionsvolumen in H&ouml;he von 10 Mrd. Euro kritisch an: &ldquo;Die in Aussicht gestellte Erh&ouml;hung der finanziellen Mittel der EIB von 10 Mrd. Euro sind nur ein Tropfen auf dem hei&szlig;en Stein&rdquo;, sagte Berenberg-&Ouml;konom Schulz. Gemessen an der gesamten Euro-Wirtschaftsleistung von knapp 9000 Mrd. Euro liegen diese <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/konjunktur\/:konjunkturstuetzen-europa-vergeigt-den-wachstumspakt\/70030562.html\">zus&auml;tzlichen Gelder bei rund 0,1 Prozent.<\/a>&ldquo;<\/em> <\/p>\n<p><em>Die Merkelschen &ldquo;Wachstumsimpulse f&uuml;r Europa&rdquo; lassen sich schwerpunktm&auml;&szlig;ig auf einen Nenner bringen: &ldquo;Strukturreformen&rdquo;, d.h. europ&auml;ische &ldquo;Agenda 2010&rdquo; (&ldquo;Arbeitsmarktflexibilisierung&rdquo;, Lockerung des K&uuml;ndigungsschutzes, Reallohnsenkung), europaweite &ldquo;Rente mit 67&rdquo; etc.. Hierzu hei&szlig;t es im soeben zitierten ftd-Beitrag unter Bezugnahme auf den Berenberg-&Ouml;konomen Schulz:<\/em><\/p>\n<blockquote><p><em>&ldquo;Dass der von Deutschland bislang favorisierte Weg der Strukturreformen das Wachstumsproblem l&ouml;sen kann, glaubt er ebenfalls nicht. Politiker und &Ouml;konomen f&uuml;hren hierzulande gern an, dass die Randl&auml;nder nur &auml;hnlich hart ihre Arbeitsm&auml;rkte reformieren m&uuml;ssten, wie Berlin das ab 2003 getan habe. &ldquo;Der Vergleich hinkt aber, weil Deutschland damals kein ernstes Haushaltsproblem hatte&rdquo;, so Loynes von Capital Economics.<\/em><br>\n<em>Im heutigen Umfeld d&uuml;rften Strukturreformen die Erholung belasten und nicht f&ouml;rdern, glaubt Dekabank-&Ouml;konom Scheuerle. &ldquo;Wird der K&uuml;ndigungsschutz in L&auml;ndern wie Italien und Spanien gelockert, d&uuml;rfte es erst mal mehr Entlassungen geben&rdquo;, sagte er. Das wiederum schw&auml;cht den Konsum. Tats&auml;chlich fiel Italiens Verbrauchervertrauen im April um sechs Z&auml;hler auf 89 Punkte und damit den tiefsten Stand seit Beginn der Erhebung vor mehr als 30 Jahren. Zu Monatsbeginn hatte Premier Mario Monti die ersten Details seiner Arbeitsmarktreform pr&auml;sentiert.&rdquo;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><em>Die dar&uuml;ber hinaus drohenden Negativfolgen einer &Uuml;bernahme der neoliberalen deutschen &ldquo;Reformpolitik&rdquo; durch die &uuml;brigen europ&auml;ischen Staaten hat Wolfgang Lieb in dem NachDenkSeiten-Beitrag &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12760\">H&auml;ufig gestellte Fragen: Was ist an Merkels Politik zur Bew&auml;ltigung der Euro-Krise so falsch?<\/a>&rdquo; sehr plastisch beschrieben:<\/em><\/p>\n<blockquote><p><em>&ldquo;Und nun verordnen wir unser deutsches &bdquo;Erfolgsmodell&ldquo; der Lohnzur&uuml;ckhaltung und damit der Senkung der Lohnst&uuml;ckkosten, des Sozialabbaus und der Privatisierung dem gesamten Europa. Am deutschen Wesen soll Europa genesen. Wir schaffen damit einen Trib&uuml;neneffekt: Wenn wir deutschen Zuschauer in der ersten Reihe aufgestanden sind, dann m&uuml;ssen alle anderen auf den dahinter liegenden Reihen auch aufstehen und keiner sieht besser, es ist f&uuml;r alle nur deutlich unbequemer.&rdquo;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><strong>Mit dauerhaft hohen Schulden leben lernen<\/strong><br>\nDie Austerit&auml;tspolitik hat die Staatsverschuldung bisher nicht reduziert; vielmehr ist diese als Folge der Bek&auml;mpfung der Schuldenkrise markant gestiegen und droht weiter zu steigen. Allerdings sind Schuldenzahlen Definitionssache. Die offiziellen Zahlen haben begrenzte Aussagekraft, denn sie enthalten nicht Konvergenz- und Garantieverpflichtungen. Angesichts der hohen Schuldenniveaus sollte man sich darauf einstellen, mit ihnen leben zu k&ouml;nnen, empfiehlt der Chef&ouml;konom der HSBC, Stephen King. Ein Abbau der Schulden, die in der entwickelten Welt nun den nach dem Zweiten Weltkrieg erreichten Rekordstand eingestellt haben, sei weniger schnell als damals erreichbar, da alte Strategien, vor allem Wachstum und Inflation, diesmal nicht so einfach einsetzbar seien. Um den raschen Schuldenabbau der f&uuml;nfziger und sechziger Jahre wiederholen zu k&ouml;nnen, fehlten wichtige Voraussetzungen. Vor allem sei nicht zu erwarten, dass die damals &uuml;blichen Wachstumsraten von &uuml;ber 4% erreicht werden k&ouml;nnten. Im Gegensatz zu anderen Analytikern scheint King eine h&ouml;here Inflation als Sp&auml;tfolge der Liquidit&auml;tsspritzen der Notenbanken nicht zu erwarten. Je langsamer der Schuldenabbau vorangehe, desto gr&ouml;sser werde die Wahrscheinlichkeit der &laquo;finanziellen Repression&raquo;, meint King. Unter ihr versteht er alle Massnahmen, die zulasten anderer eine Reduktion der Kosten der Staatsschulden bewirken. Zwar baut sie die Verschuldung nicht ab, erleichtert aber der Regierung den Schuldendienst und das Leben mit Schulden. Ein historisches Beispiel finanzieller Repression ist die &laquo;Regulation Q&raquo; in den USA, die zwischen 1933 und 1986 die Verzinsung von Bankeinlagen verbot bzw. begrenzte und den Effekt hatte, dass sich die Regierung g&uuml;nstig und ohne Konkurrenz finanzieren konnte. Leidtragende waren Anleger jeder Art, die sich mit negativem Realzins begn&uuml;gen mussten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/finanzen\/nachrichten\/mit-dauerhaft-hohen-schulden-leben-lernen_1.16677498.html\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Nur zur Erinnerung, unter QE (Quantitative Easing) versteht man eine quantitative Lockerung der Geldpolitik wie z.B. den unmittelbaren Ankauf von Staatspapieren wie in den USA oder Gro&szlig;britanniens. Der IWF betrachtet auch LTRO (Long Term Refinancing Operations) wie die rund 1 Billion Euro schwere Finanzspritze der EZB zu einem &auml;u&szlig;erst niedrigen Zinssatz als Quantitative Lockerung.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Paul Krugman &ndash; How to End This Depression<\/strong><br>\nThe depression we&rsquo;re in is essentially gratuitous: we don&rsquo;t need to be suffering so much pain and destroying so many lives. We could end it both more easily and more quickly than anyone imagines&mdash;anyone, that is, except those who have actually studied the economics of depressed economies and the historical evidence on how policies work in such economies.<br>\nThe truth is that recovery would be almost ridiculously easy to achieve: all we need is to reverse the austerity policies of the past couple of years and temporarily boost spending. Never mind all the talk of how we have a long-run problem that can&rsquo;t have a short-run solution&mdash;this may sound sophisticated, but it isn&rsquo;t. With a boost in spending, we could be back to more or less full employment faster than anyone imagines.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nybooks.com\/articles\/archives\/2012\/may\/24\/how-end-depression\/\">The New York Review of Books<\/a><\/li>\n<li><strong>Eurozone: Sparpakete treiben Industrie in Dreijahres-Tief<\/strong><br>\nDer Markit-Einkaufsmanagerindex signalisierte im April nur mehr f&uuml;r &Ouml;sterreich und Irland Wachstum. Die harten Sparprogramme schlagen durch. Die ohnehin schwierige Lage der Industrie in den Eurol&auml;ndern hat sich zu Fr&uuml;hlingsbeginn versch&auml;rft. Der Einkaufsmanagerindex rutschte im April um 1,8 auf 45,9 Punkte ab, teilte das Markit-Institut am Mittwoch zu seiner Umfrage unter 3000 Firmen mit. Das ist der schlechteste Wert seit knapp drei Jahren. Das Barometer entfernte sich damit weiter von der 50-Punkte-Marke, ab der Wachstum signalisiert wird.<br>\nDie Schw&auml;che ist nicht mehr nur auf Krisenstaaten wie Spanien, Griechenland und Italien begrenzt. Lediglich in &Ouml;sterreich und Irland signalisierte das Barometer noch Wachstum. &ldquo;Da sich ein Gro&szlig;teil des Warenverkehrs mit Industrieerzeugnissen zwischen den Euro-L&auml;ndern abspielt, haben die Nachfrageausf&auml;lle aus den mit harten Sparprogrammen k&auml;mpfenden Schuldenl&auml;ndern S&uuml;deuropas zunehmend negative Auswirkungen auf die gesamte Eurozone&rdquo;, sagte Williamson. &ldquo;Offensichtlich auch auf Deutschland, was die neuerlichen Produktionsk&uuml;rzungen dort zeigen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/diepresse.com\/home\/wirtschaft\/eurokrise\/753984\/Eurozone_Sparpakete-treiben-Industrie-in-DreijahresTief-?from=gl.home_wirtschaft\">Die Presse<\/a><\/li>\n<li><strong>Europa: Fiskalpakt Mittel zum Zweck<\/strong><br>\nEs wird einsamer um Merkel in Europa. Immer mehr La&#776;nder und Politiker brechen ihr Schweigen. Grund: Die katastrophalen Folgen des Merkelschen Krisenmanagements werden immer sichtbarer. Nun blickt Europa hoffnungsvoll auf die Wahlen in Frankreich. Selbst der neue EZB-Pra&#776;sident, Draghi, erkannte rechtzeitig die Zeichen der Zeit und fordert einen Wachstumspakt &ndash;<br>\nganz in der Sprache von Hollande. Der Fiskalpakt alleine reiche nicht aus, er soll gea&#776;ndert und durch einen Wachstumspakt erga&#776;nzt werden. Und die EZB solle direkt die Staaten finanzieren, statt Banken mit billigem Geld zu versorgen, die anschlie&szlig;end die Staaten mit Wucherzinsen abzocken und ihnen Ausgabenku&#776;rzungen zulasten der Allgemeinheit aufzwingen. Doch Merkel duldet keine Vertragsa&#776;nderung, wohl wissend, dass in Rom, Madrid, Dublin, Lissabon und Athen &ndash; eigentlich fast in ganz Europa &ndash; la&#776;ngst die Tu&#776;cken des Fiskalpaktes erkannt wurden. Der Fiskalpakt funktioniert nicht, wie er konstruiert ist.<br>\nEr ist in Wahrheit Mittel zum Zweck. Er dient dazu, Privatisierungen, Lohn-, Renten- und Sozialku&#776;rzungen und insgesamt Ausgabenku&#776;rzungen fu&#776;r alle Ewigkeiten politisch zu legitimieren und das Sparen als vorrangiges fiskalpolitisches Ziel festzuschreiben. Folge: Der Steuerkuchen wird fu&#776;r alle anderen Politikfelder kleiner, weil jeder Steuer-Cent zuerst fu&#776;r die Schuldentilgung ausgegeben werden muss und neue Schulden ebenfalls untersagt sind. Politik verkommt mit Merkelschem Fiskalpakt zur Mangelwirtschaft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/120504_16_2012_klartext_fiskalpakt_mittel_zum_zweck.pdf\">DGB klartext [PDF &ndash; 135 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Selbstentmachtung der Parlamente: Der Fiskalpakt und die autorit&auml;re Tranformation der EU<\/strong><br>\nDie Eurokrise ist noch lange nicht ausgestanden. Griechenland, Spanien, Italien und Portugal sind den h&auml;rtesten K&uuml;rzungsma&szlig;nahmen seit Jahrzehnten ausgesetzt und rutschen in eine tiefe Rezession, w&auml;hrend die Zinsen auf die Staatsanleihen dieser L&auml;nder schon wieder nach oben klettern. EU-Kommission und EZB setzen auf Druck besonders der Merkel-Regierung  weiter auf radikales Sparen, obwohl dieses Rezept bisher die Krise versch&auml;rft statt gel&ouml;st hat.<br>\nTeil dieser K&uuml;rzungspolitik ist auch der sogenannte Fiskalpakt, der am 2. M&auml;rz von den EU-Staaten (mit Ausnahme Gro&szlig;britanniens  und Tschechiens) unterzeichnet wurde und am 25. Mai im Bundestag ratifiziert werden soll. Gegen diesen Pakt erhebt sich zum Teil massiver Widerstand innerhalb und au&szlig;erhalb des Bundestages, weil der Pakt in das Haushaltsrecht des Parlaments eingreift &ndash; und das unwiderruflich. Kontext TV sprach mit Alexis Passadakis von Attac dar&uuml;ber, was ein Inkrafttreten dieses Vertrages f&uuml;r die Menschen und die Demokratie in Europa bedeuten w&uuml;rde, welche Alternativen es gibt und wie sich in diesem Mai Widerstand dagegen organisiert &ndash; vom globalen Aktionstag am 12. Mai bis zu Blockupy Frankfurt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kontext-tv.de\/node\/223\">Kontext.tv<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Pierre Larrouturou: Wir wollen nicht in den Tr&uuml;mmern des Neoliberalismus sterben!<\/strong><br>\nInhalte eines in der &Ouml;konomie-Beilage (S.9) der Pariser Tageszeitung Le Monde vom 2.5.2012 erschienenen Artikels, &uuml;bertragen von Gerhard Kilper.<br>\nOriginaltitel: &bdquo; Nous ne voulons pas mourir dans les d&eacute;combres du n&eacute;oliberalisme!&ldquo;<br>\nAutor: Pierre Larrouturou, &Ouml;konom; er schreibt als Mitglied des <a href=\"http:\/\/www.roosevelt2012.fr\">frz. Kollektivs Roosevelt 2012<\/a>, dem St&eacute;phane Hessel, Edgar Morin, Michel Rocard u.a. angeh&ouml;ren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lemonde.fr\/idees\/article\/2012\/04\/30\/nous-ne-voulons-pas-mourir-dans-les-decombres-du-neoliberalisme_1693201_3232.html\">Le Monde<\/a> &ndash; <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/120504_hinweise_II_pierre_larrouturou.pdf\">Die &Uuml;bertragung ins Deutsche [PDF &ndash; 57 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Automarkt: Premiumautobauer deklassieren Massenhersteller<\/strong><br>\nAuf dem Automakt hat sich eine Zweiklassengesellschaft gebildet: W&auml;hrend Unternehmen wie Opel und Peugeot &uuml;ber Werkschlie&szlig;ungen nachdenken, verbuchen BMW, Porsche und Mercedes Rekordgewinne. F&uuml;r die Premiumhersteller zahlt sich die weltweite Pr&auml;senz aus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/industrie\/:automarkt-premiumautobauer-deklassieren-massenhersteller\/70031539.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ein ziemlich alberne Argumentation, das Premiumsegment profitiert vor allen von der zunehmenden Ungleichheit der globalen Einkommensverteilung. Nat&uuml;rlich sind auch VW, Toyota und General Motors weltweit pr&auml;sent. Nur, die globalen Massenkommen wachsen nicht wie Zahl der Million&auml;re, vor allem in China. Aber gerade China betreffend, sollten unsere Autobauer ber&uuml;cksichtigen, dass China eine eigene Autoindustrie entwickelt und die heimischen Hersteller f&ouml;rdert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Steuergeschenke f&uuml;r die Banken<\/strong><br>\nRechnungshof: Wenn Banken T&auml;tigkeiten auslagern, sparen sie nicht nur bei den Geh&auml;ltern, denn  durch ein Schlupfloch verringert sich auch die Steuerlast. Grundlage daf&uuml;r ist lediglich ein Beschluss der Steuerabteilungsleiter der obersten Finanzbeh&ouml;rden von Bund und L&auml;ndern aus dem Jahr 2008. So wurden die Leistungen der ausgelagerten &ldquo;Kreditfabriken&rdquo; von der Mehrwertsteuer befreit.<br>\nRechnungshof-Pr&auml;sident Dieter Engels sieht hier &ldquo;dringenden Handlungsbedarf&rdquo; &ndash; denn die Befreiung von der Mehrwertsteuer f&ouml;rdert geradezu das Outsourcing und erfolgt &ldquo;ohne gesetzliche Grundlage&rdquo; ( Sondergutachten des Bundesrechnungshofes ) Dem Staat sind laut Rechnungshof schon mindestens 50 Millionen Euro an Steuereinnahmen entgangen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Steuergeschenke-fuer-Banken\/!92607\/\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Die Reichen sind die wahren Sozialschmarotzer<\/strong><br>\nGespr&auml;ch mit Kathrin Hartmann &uuml;ber Hartz IV, Super-Gentrifizierung und die Politik der Tafeln<br>\nDie zunehmende R&uuml;cknahme der zivilisatorischen Elemente in der ausgereiften b&uuml;rgerlichen Gesellschaft schildert Kathrin Hartmann in ihrem Buch Wir m&uuml;ssen leider draussen bleiben. Ein Gespr&auml;ch mit der Autorin.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/36\/36823\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Gesundheitssystem in Deutschland &ndash; Was derzeit wirklich passiert<\/strong><br>\nIch bin 38 Jahre alt und Allgemeinarzt mit einer gut gehenden Hausarztpraxis in Neu&ouml;tting, Oberbayern, geistig gesund und ein v&ouml;llig normaler B&uuml;rger mit einer Lebensgef&auml;hrtin und einem 15 Monate altem Sohn, bin seit 12 Jahren Gemeinderat und seit sechs Jahren Kreisrat der CSU, einer Partei, die sicherlich weit entfernt ist vom Ruf, linkspolitische und revolution&auml;re Gedanken zu pflegen. Es ist nicht meine Aufgabe, solche Texte zu schreiben und es gibt in Deutschland Tausende, die dies besser, packender und erheblich vollst&auml;ndiger schaffen und wenigstens einer von denen sollte das auch tun. Ich bin von tiefstem Herzen Demokrat und, wie mir in den letzten Tagen bewusst geworden ist, ein hoffnungsloser Idealist. Ich habe nicht mehr gemacht, als mir selbst die Frage zu beantworten, warum wir niedergelassenen &Auml;rzte, Haus&auml;rzte und Fach&auml;rzte aussterben sollen, obwohl sich an der Charakteristik unseres Berufes und der Faszination f&uuml;r die nachfolgende Generation nichts ge&auml;ndert hat; der Wunsch dazu kam mit Sicherheit nicht aus der Bev&ouml;lkerung, nicht von unseren Patienten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.arztwiki.de\/wiki\/Jan_Erik_D%C3%B6llein\">Jan Erik D&ouml;llein<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Sehr lesenswert!<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Leistungs- oder Lustgesellschaft &ndash; Leben wir noch, oder arbeiten wir nur?<\/strong><br>\nWir sind zunehmend &uuml;berfordert &ndash; das belegen aktuelle Studien aus Deutschland und &Ouml;sterreich: Wir alle m&uuml;ssen immer mehr in immer k&uuml;rzerer Zeit schaffen, Hetze und &Uuml;berstunden bestimmen unseren Arbeitsalltag. Kein Wunder, dass die Krankenst&auml;nde wegen psychischer St&ouml;rungen explosionsartig ansteigen. Dabei galten wir lange Zeit als Freizeit-Weltmeister. Was ist los in unserer Arbeitswelt?<br>\nDas W&ouml;rtchen &bdquo;mehr&ldquo; scheint unseren Arbeitsalltag zu bestimmen. Arbeitgeber fordern mehr, und Arbeitnehmer bringen mehr: Verantwortung, Flexibilit&auml;t, &Uuml;berstunden. Allerdings wird die Zeit, in der wir all das schaffen sollen, nicht mehr. Kein Problem, denn dank Smartphone sind wir ja immer und &uuml;berall erreichbar und einsatzbereit. Doch welche Folgen hat die dauerhafte Verschmelzung von Arbeit und Freizeit &ndash; f&uuml;r unsere Gesundheit, unser Leben und unsere Gesellschaft? Macht Arbeit wirklich krank, oder bilden wir uns das alles nur ein? Arbeiten wir heute mehr als noch zu Zeiten der Industrialisierung, in der die Menschen wohl &uuml;ber unsere Arbeitszeiten gelacht h&auml;tten?<br>\nDer weltweite Wettbewerb hat l&auml;ngst auch die Arbeitswelt erreicht &ndash; andere Gesellschaften arbeiten mehr und billiger. M&uuml;ssen wir einfach auch mehr leisten und weniger leben, um wettbewerbsf&auml;hig zu bleiben, oder gibt es auch andere Wege? Zahlt sich der ewige Leistungsdruck &uuml;berhaupt noch aus? Billigl&ouml;hne, Dauer-Praktika und All-Inclusive-Vertr&auml;ge sprechen eine deutlich andere Sprache.<br>\nKurz nach dem &bdquo;Tag der Arbeit&ldquo; diskutiert Johannes Willms beim aktuellen Talk im Hangar-7 u.a. mit Arbeitswelt-Pragmatiker Volker Kitz und dem gewohnt gesellschaftskritischen Autor Robert Misik &uuml;ber unseren wichtigsten Zeitvertreib: Die Arbeit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.servustv.com\/cs\/Satellite\/Article\/Talk-im-Hangar-7-011259422883481\">Talk im Hangar-7<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers F.:<\/strong> Ich w&uuml;rde gerne auf die gestrige Sendung von &ldquo;Talk im Hangar&rdquo; hinweisen. Die Talkrunden dort sind -im Gegensatz zu unseren deutschen Pendants- eigentlich fast immer sehenswert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Provisionsverbot f&uuml;r Versicherungsberater in den Niederlanden &ndash; Genug mit der Abzockerei<\/strong><br>\nWann will ein Versicherungsvertreter nur die Provision einstreichen, wann Qualit&auml;t verkaufen? Um klare Verh&auml;ltnisse f&uuml;r den Kunden zu schaffen, planen die Niederlande und Gro&szlig;britannien ein Provisionsverbot in der Branche. Das setzt Deutschland unter Druck.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/geld\/provisionsverbot-fuer-versicherungsberater-in-den-niederlanden-genug-mit-der-abzockerei-1.1346806%20\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>&ldquo;Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft&rdquo; mit manipulativer Umfrage zum Schuldenabbau<\/strong><br>\nDie &ldquo;Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft&rdquo; (INSM) ist weniger eine Initiative als vielmehr eine neoliberale Lobbyorganisation der Arbeitgeber. Dennoch tritt sie immer wieder mit vermeintlich objektiven und neutralen &ldquo;Expertisen&rdquo; und &ldquo;Stellungnahmen&rdquo; an die &Ouml;ffentlichkeit. Aktuell berichten verschiedene Medien &uuml;ber eine &ldquo;repr&auml;sentative&rdquo; Umfrage, die TNS Emnid im Auftrag der &ldquo;INSM&rdquo; durchgef&uuml;hrt habe. Ergebnis: Bundesb&uuml;rger seien auch zu eigenen Einschnitten bereit, wenn dies dem Abbau der Staatsverschuldung diene. Die &ldquo;INSM&rdquo; jubelt: &ldquo;Das Thema Schuldenstopp ist popul&auml;rer als gedacht.&rdquo; Die Umfrage ist allerdings derart manipulativ, dass man sich fragen muss, weshalb ein vermeintlich seri&ouml;ses Institut wie TNS Emnid sie &uuml;berhaupt durchgef&uuml;hrt hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.annotazioni.de\/post\/523\">annotazioni.de<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Nach Wunsch der Pharmaindustrie &ndash; Union will Medikamentenpreise geheim halten<\/strong><br>\nWieviel zahlen Krankenkassen Pharmakonzernen wirklich f&uuml;r neue Medikamente? Diese Information m&ouml;chten die Arzneimittelhersteller verbergen, denn sie f&uuml;rchten Umsatzeinbu&szlig;en im Ausland. Die Union will die geforderte &ldquo;Vertraulichkeit&rdquo; nun sogar gesetzlich festschreiben &ndash; und untergr&auml;bt damit eigene Bem&uuml;hungen zur Reduzierung der Preise. Der Bundestag verzichtet auf eine Debatte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/nach-wunsch-der-pharmaindustrie-union-will-medikamentenpreise-geheim-halten-1.1346069\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Kuwait beschlie&szlig;t Todesstrafe bei Blasphemie<\/strong><br>\nWer Gott oder den Propheten Mohammed in Kuwait verunglimpft, soll in Zukunft mit dem Tod bestraft werden. Das Parlament hat ein entsprechendes Gesetz beschlossen. Nicht-Muslimen droht Haft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article106258243\/Kuwait-beschliesst-Todesstrafe-bei-Blasphemie.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Was f&uuml;r ein &bdquo;Gl&uuml;ck&ldquo;, dass Kuwait kein Fu&szlig;ball-Turnier austr&auml;gt. Wo bleibt eigentlich der Aufschrei der Emp&ouml;rung? Wahrscheinlich haben unsere Medien ihre gesamte Emp&ouml;rungskapazit&auml;ten momentan f&uuml;r die Ukraine und China verplant.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Rassismus: Die europ&auml;ische Krankheit<\/strong><br>\nAll diesen &Uuml;berlegungen ist gemein, dass sie die Hauptursachen des Rassismus in sozialem Neid und &ouml;konomischer Konkurrenz sehen; andere analysieren verst&auml;rkt die kulturellen und diskursiven Muster des Rassismus. Und angesichts all dieser vielf&auml;ltigen Erkl&auml;rungsm&ouml;glichkeiten mag es einem manchmal einfach scheinen, als ob es sich bei der Abwehr des &ldquo;Fremden&rdquo; um einen gleichsam universellen Mechanismus handele, nach dem jedes Gemeinwesen eines Gegen&uuml;bers, jedes &ldquo;Wir&rdquo; eines &ldquo;Anderen&rdquo; bedarf, von dem es sich abheben kann. Handelt es sich beim Aufstieg der Rechten vielleicht um eine Art kaum zu erkl&auml;render Epidemie, die in Europa gerade auf einen &ldquo;Tipping-Point&rdquo; (Malcolm Gladwell) zusteuert? Was die Ursache f&uuml;r den Ausbruch auch sein mag, die Beispiele belegen, dass es sich bei dem momentanen Rassismus nicht um eine spezifisch deutsche, sondern eine paneurop&auml;ische Krankheit handelt. Auff&auml;llig dabei ist, dass sich die Symptome jeweils einen nationalen Anstrich geben: &ldquo;Wir wollen unsere Werte behalten und dass Frankreich Frankreich bleibt&rdquo;, sagte Sarkozy k&uuml;rzlich bei einem Wahlkampfauftritt. Das sind Textbausteine, die jeder rechte europ&auml;ische Redner verwenden kann, indem er nur sein eigenes Land einsetzt. Und doch richtet sich dieser Nationalismus nicht wie fr&uuml;her gegen andere europ&auml;ische Nationen, sondern gegen ein gemeinsames, vermeintlich nichteurop&auml;isches Au&szlig;en &ndash; in Form von Muslimen, Juden und Roma.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2012%2F05%2F02%2Fa0099&amp;cHash=9f0a17bffe\">TAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wenn sich das starke Abschneiden der FDP w&auml;hrend der letzten Bundestagswahl, immerhin zu 8 Prozent von Arbeitslosen gew&auml;hlt, das Aufkommen der Piraten, ca. 1\/3 ehemalige FDP W&auml;hler, nicht als nachhaltiger Protest gegen die Gro&szlig;parteien erweist, wie auch die Entwicklung der Linkspartei in der W&auml;hlergunst andeutet, so d&uuml;rfte am Ende auch in Deutschland nur noch der Weg nach rechts offen bleiben &ndash; z.B. mit einer nationalliberalen Partei.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Ukraine am Scheideweg:  Sind 20 Jahre nicht schon genug?<\/strong><br>\nIn weniger als 40 Tagen wird die Ukraine zusammen mit Polen die Europ&auml;ische Fu&szlig;ballmeisterschaft ausrichten. Polen als unmittelbarer Nachbar ist den Deutschen bestens bekannt, w&auml;hrend Ukraine erst seit der &bdquo;Orangenen Revolution&ldquo;  &ouml;ffentlich wahrgenommen wird. Aufgrund der &bdquo;Prozyklit&auml;t&ldquo; der klassischen Medien (im Fall der Organgenen Revolution war die Berichterstattung zu positiv und in anderen F&auml;llen zu negativ), erscheint es angebracht, ein paar Hintergrundinformationen anzubringen, um schlie&szlig;lich zum aktuellen Boykott-Aufruf Stellung zu nehmen. Der vorliegende Artikel spiegelt ausschlie&szlig;lich die Meinung des Autors wider. (Der Autor ist der Redaktion bekannt, seine Familie lebt in der Ukraine, deshalb m&ouml;chte er namentlich nicht genannt werden.) Lesen Sie auch die Anmerkungen der Redaktion.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/120504_ukraine.pdf\">Ukraine am Scheideweg [PDF &ndash; 131 KB]<\/a>\n<p><strong>Siehe dazu auch: Julia Timoschenko &ndash; Ihr K&ouml;rper ist jetzt ihr Kampfplatz<\/strong><br>\nJulia Timoschenko hatte schon immer Talent zum Rollenwechsel. Von der reichen Gesch&auml;ftsfrau wandelte sie sich zur prominentesten Politikerin der Ukraine. Nun ist sie die bekanntest politische Gefangene, die gro&szlig;e Schatten auf die politische B&uuml;hne ihres Landes wirft. M&ouml;glicherweise droht ihr bald eine Zwangsern&auml;hrung.<br>\nSie taugt eigentlich nicht f&uuml;r die Rolle der verfolgten Unschuld, diese Frau. Aber hat sie nicht schon schwierigere Rollenwechsel gemeistert? Julia Timoschenko, einst die reichste Gesch&auml;ftsfrau der Ukraine und dann die prominenteste Politikerin, ist zum bekanntesten politischen H&auml;ftling geworden&hellip;<br>\nSie ist keine Dissidentin. Sie ist eine politische Gefangene insofern, als sie in einem politischen Prozess verurteilt wurde. Aber sie ist ja zugleich noch mehr: sie ist eine Gesch&auml;ftsfrau, die ihre Milliarden ausschlie&szlig;lich deshalb verdienen konnte, weil sie zur Mannschaft eines sagenhaft korrupten Politikers geh&ouml;rte.<br>\nSie ist eine Premierministerin, deren Regierungszeiten vielen B&uuml;rgern als katastrophal in Erinnerung blieben. Sie ist eine machtdurstige Politikerin, die nicht einen Moment z&ouml;gern w&uuml;rde, das Strafrecht so gegen ihre Gegner anzuwenden, wie es jetzt gegen sie angewendet wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/julia-timoschenko-ihr-koerper-ist-jetzt-ihr-kampfplatz,1472596,15117324.html%20\">FR<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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(WL\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-13109","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13109","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13109"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13109\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13115,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13109\/revisions\/13115"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13109"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=13109"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=13109"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}