{"id":131136,"date":"2025-04-03T09:05:09","date_gmt":"2025-04-03T07:05:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=131136"},"modified":"2025-04-03T16:38:19","modified_gmt":"2025-04-03T14:38:19","slug":"dachs-statt-dax-deutsche-bahn-ergibt-sich-inkompetenz-wetter-und-getier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=131136","title":{"rendered":"Dachs statt DAX. Deutsche Bahn ergibt sich Inkompetenz, Wetter und Getier"},"content":{"rendered":"<p>Die DB AG hat im Vorjahr 1,8 Milliarden Euro an Verlusten eingefahren &ndash; bei noch einmal weniger Passagieren im Fernverkehr und historischem Rekord in Sachen Unzuverl&auml;ssigkeit. &bdquo;Den Verfall stoppen&ldquo;, fordert die Initiative &bdquo;B&uuml;rgerbahn&ldquo; in ihrem allj&auml;hrlich ver&ouml;ffentlichten &bdquo;Alternativen Gesch&auml;ftsbericht&ldquo; und warnt vor der drohenden Zerschlagung des Konzerns. Die Koalition&auml;re in spe setzen wom&ouml;glich auf die sanfte Tour und lieb&auml;ugeln mit &bdquo;Entflechtung&ldquo; und Austausch der Chefetage. Aber Schlimmeres ist l&auml;ngst nicht ausgeschlossen. Derweil bringen gestreifte W&uuml;hler in der Pfalz f&uuml;r Wochen den Betrieb zum Erliegen. Oder war&lsquo;s der Osterhase? Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1555\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-131136-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250403_Dachs_statt_DAX_Deutsche_Bahn_ergibt_sich_Inkompetenz_Wetter_und_Getier_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250403_Dachs_statt_DAX_Deutsche_Bahn_ergibt_sich_Inkompetenz_Wetter_und_Getier_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250403_Dachs_statt_DAX_Deutsche_Bahn_ergibt_sich_Inkompetenz_Wetter_und_Getier_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250403_Dachs_statt_DAX_Deutsche_Bahn_ergibt_sich_Inkompetenz_Wetter_und_Getier_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=131136-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250403_Dachs_statt_DAX_Deutsche_Bahn_ergibt_sich_Inkompetenz_Wetter_und_Getier_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250403_Dachs_statt_DAX_Deutsche_Bahn_ergibt_sich_Inkompetenz_Wetter_und_Getier_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Was wird aus der Deutschen Bahn unter einer schwarz-roten Bundesregierung? Die schlimmsten Bef&uuml;rchtungen k&ouml;nnten sich m&ouml;glicherweise nicht bewahrheiten. Wobei der Konjunktiv bis auf Weiteres ein Muss bleibt. Bisher haben die Verhandler von Union und SPD wenig mehr als dies durchsickern lassen: Die Infrastruktursparte InfraGO solle vom Gesamtkonzern <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/deutsche-bahn-union-und-spd-wollen-reform-aber-keine-zerschlagung-a-c7f0f335-5e11-449c-9dd1-370260f77d95\">&bdquo;weiter entflochten werden innerhalb des &sbquo;integrierten Konzerns&lsquo;&ldquo;<\/a>. Au&szlig;erdem wolle man den Vorstand und Aufsichtsrat sowohl bei der Netztochter InfraGO als auch der Holding &bdquo;neu aufstellen&ldquo;. Damit sei der Job von DB-Chef Richard Lutz &bdquo;gef&auml;hrdet&ldquo;, raunte der <em>Spiegel<\/em>.<\/p><p>Ist eine Zerschlagung der Bahn, wie sie CDU\/CSU in ihrem Wahlprogramm mit dem S&auml;tzchen &bdquo;f&uuml;r mehr Wettbewerb m&uuml;ssen Infrastruktur- und Transportbereich st&auml;rker als bisher voneinander getrennt werden&ldquo; verniedlicht hatten, damit vom Tisch? Abwarten und Tee trinken. Wobei die Bahn hei&szlig;en Stoff auch au&szlig;erhalb des schwankenden Bordbistros auftischt. Zum Beispiel liegt seit Wochen die Strecke zwischen Winden und Landau in der Pfalz lahm, weil &ndash; <a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swraktuell\/rheinland-pfalz\/ludwigshafen\/auffuellen-von-dachsbauten-im-bahndamm-bei-landau-laueft-100.html\">Experten sind sich uneins<\/a> &ndash; entweder Dachse oder Kaninchen das Gleisbett unterh&ouml;hlt haben. Das passt: Die Bahn w&auml;re so gerne ein DAX-Konzern, aber ein Dachs sabotiert das leidige Fahrgesch&auml;ft.<\/p><p><strong>Kunden wegsaniert<\/strong><\/p><p>Gest&ouml;rt bleibt das freilich auch im gro&szlig;en Ma&szlig;stab. In der Vorwoche hat die DB ihren <a href=\"https:\/\/www.deutschebahn.com\/de\/presse\/pressestart_zentrales_uebersicht\/Deutsche-Bahn-auf-Sanierungskurs-Verluste-2024-deutlich-verringert-13325320\">Gesch&auml;ftsbericht f&uuml;r 2024<\/a> vorgelegt. Die Bilanzzahlen sind wie gehabt bedr&uuml;ckend, insbesondere die Kennziffern, die sich bei Fahrg&auml;sten durch strapazierte Geldb&ouml;rsen und gequ&auml;lte Nerven manifestieren. Mit einer P&uuml;nktlichkeitsquote von 62,5 Prozent im Fernverkehr wurde das n&auml;chste Allzeittief verbucht. Die IC- und ICE-Flotte bef&ouml;rderte mit 133 Millionen Passagieren sieben Millionen weniger als im Jahr davor und hinterlie&szlig; ein Defizit von 96 Millionen Euro. Ferner brach der Verkauf der Bahncard um 330.000 ein, was offenbar Folge der Zwangsdigitalisierung des Angebots ist und die aktuelle <a href=\"https:\/\/www.deutschebahn.com\/de\/presse\/pressestart_zentrales_uebersicht\/Schnupperaktion-BahnCard-25-wird-zur-BahnCard-50-13327156\">&bdquo;Schnupper-Aktion &ndash; BahnCard 25 wird zur BahnCard 50&ldquo;<\/a> auch nicht wieder gutmacht.<\/p><p>Wohlgemerkt ist das die Bestandsaufnahme nach blo&szlig; einer von 40 geplanten &bdquo;Generalsanierungen&ldquo;, n&auml;mlich jener der &bdquo;Riedbahn&ldquo; zwischen Mannheim und Frankfurt am Main. Dabei werden die stark frequentierten Abschnitte &uuml;ber mehrere Monate voll gesperrt, w&auml;hrend man vergleichbare Bauprojekte in anderen L&auml;ndern &bdquo;unter rollendem Rad&ldquo; erledigt. Als N&auml;chstes steht ab August die Verbindung Hamburg-Berlin sehr lange still, bis einschlie&szlig;lich April 2026. Das d&uuml;rfte mithin Zehntausende Pendler und Reisende zum Umstieg aufs Auto animieren &ndash; auf Nimmerwiedersehen. F&uuml;r Benedikt Weibel, ehemaliger Chef der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), ist die Gangart ein &bdquo;Abgew&ouml;hnungsprogramm f&uuml;r Bahnkunden&ldquo; und &bdquo;Selbstmord mit Ansage&ldquo;.<\/p><p><strong>Teuer, aufwendig, &bdquo;&uuml;berfl&uuml;ssig&ldquo;<\/strong><\/p><p>Im vom B&uuml;ndnis &bdquo;B&uuml;rgerbahn &ndash; Denkfabrik f&uuml;r eine starke Schiene&ldquo; vor acht Tagen ver&ouml;ffentlichten <a href=\"https:\/\/buergerbahn-denkfabrik.org\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Altgesch_Bericht_2024_Final.pdf\">&bdquo;Alternativen Gesch&auml;ftsbericht Deutsche Bahn 2024&ldquo;<\/a> ist dem Thema ein eigener Beitrag gewidmet. Darin wundert sich Michael Jung, Sprecher der B&uuml;rgerinitiative &bdquo;Prellbock-Altona&ldquo;, dass die Option einer &bdquo;minimal invasiven Sanierung&ldquo; gar nicht diskutiert wird und Fachwelt, Medien und Politik das Narrativ der Bahn &bdquo;lammfromm&ldquo; &uuml;bernommen h&auml;tten. Der Volkswirt zerpfl&uuml;ckt das Konzept der &bdquo;Generalsanierungen&ldquo; anhand von zehn Punkten, wobei er neben hohen Kosten und hohem Aufwand bei wenig Ertrag vor allem die Zumutungen f&uuml;r die Kunden problematisiert. Und dass der ganze Aufriss auf das Treiben des Managements zur&uuml;ckgeht, welches &bdquo;zuvor &uuml;ber Jahre hinweg systematisch selbst standardm&auml;&szlig;ige Instandhaltungsarbeiten entweder minimiert oder gar g&auml;nzlich unterlassen hat&ldquo;.<\/p><p>Noch mehr starker Tobak: Wie Jung ausf&uuml;hrte, vermute der Bundesrechnungshof gar, die Marschroute sei gew&auml;hlt worden, &bdquo;damit mehr Geld (hier &ouml;ffentliche Zusch&uuml;sse) in das &uuml;berschuldete Unternehmen DB flie&szlig;t&ldquo;. Tats&auml;chlich bekommt die DB pauschal bis zu einem Viertel der Baukosten f&uuml;r Planung und Bau&uuml;berwachung vom Bund erstattet. Daraus erg&auml;ben sich Gewinne von &bdquo;f&uuml;nf bis zehn Prozent der Gesamtbaukosten&ldquo;, wie ein Bahnexperte zu Jahresanfang im Interview mit der <em>WirtschaftsWoche <\/em>(hinter Bezahlschranke) vorrechnete. Darin urteilte dieser gnadenlos: &bdquo;Die Sanierung der Riedbahn war &uuml;berfl&uuml;ssig.&ldquo;<\/p><p><strong>Kaputtmachpr&auml;mie: 2,1 Millionen Euro<\/strong><\/p><p>Apropos: Die Strecke ging vor Weihnachten wieder in Betrieb, nach f&uuml;nf Monaten Bauzeit und zu Kosten von 1,5 Milliarden Euro, &bdquo;nur&ldquo; 200 Millionen Euro &uuml;ber dem Soll. Aber richtig flutscht es immer noch nicht. Nach Auskunft von InfraGO-Chef Philipp Nagl gingen Versp&auml;tungen um ein Drittel zur&uuml;ck, St&ouml;rungen wegen Defiziten bei der Infrastruktur um 27 Prozent, an einzelnen Tagen gar um die H&auml;lfte. Dass man eigentlich ein Minus von 80 Prozent angepeilt hatte und die Marke erst irgendwann im Laufe des Jahres knacken will, l&auml;uft bei dieser Bahn unter <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/deutsche-bahn-riedbahn-zuege-zwischen-frankfurt-und-mannheim-nach-sanierung-puenktlicher-a-caa5e0a2-8f31-4c9c-bf7e-783a4cde7f72\">&bdquo;Erfolgsmeldung&ldquo;<\/a>.<\/p><p>Konzernoberboss Lutz l&auml;sst sich da nicht lumpen. Den im Vorjahr &bdquo;erwirtschafteten&ldquo; Gesamtverlust von 1,8 Milliarden Euro verzeichnet er unter &bdquo;Deutsche Bahn auf Sanierungskurs&ldquo;. Pers&ouml;nlich lie&szlig; er sich das mit 2,1 Millionen Euro Jahressal&auml;r honorieren, ein wahrhaft &uuml;ppiger Ansporn f&uuml;r &bdquo;ein kleines Bisschen weniger schlimm&ldquo;. Unter ihm hat die DB das f&uuml;nfte Mal in Serie rote Zahlen geschrieben und ebenso lange ging es bergab in puncto Zuverl&auml;ssigkeit. Alles Chefsache? Nein, findet Lutz. F&uuml;r ihn liegen die Fehler anderswo, wie er anmerkte: streikende Lokf&uuml;hrer, die schwache Konjunktur und nat&uuml;rlich das marode Schienennetz. Bereits 15 Jahre lang geh&ouml;rt der 60-J&auml;hrige zur DB-F&uuml;hrungsriege, seit 2017 im Spitzenamt. Wer wollte ihm da eine Mitschuld am allgemeinen Verfall geben?<\/p><p><strong>Panzer aufs Gleis<\/strong><\/p><p>Der Zustand der Bahn und ihres Personals zwingt f&ouml;rmlich zum Zynismus. Die angestrebte Neubesetzung des Vorstands begr&uuml;nden die kommenden Koalition&auml;re mit &bdquo;schlanken Strukturen&ldquo; und &bdquo;mehr Fachkompetenz&ldquo;. Das war kein Anfall von Selbstironie. Die &bdquo;Kernkompetenz&ldquo; aller Bundesregierungen seit der sogenannten Bahnreform 1994 bestand immer darin, Autos und Stra&szlig;en zu pushen und bei der Bahn zu pfuschen. Lutz&rsquo; Beitrag zum Kaputtkurs war fraglos geh&ouml;rig, und eigentlich w&auml;ren ihm die Vorgesetzten zu Dank verpflichtet. Allerdings hat sich der Zeitgeist gewandelt und die Ansage lautet pl&ouml;tzlich: Wir machen die Bahn wieder heil, damit Panzer und Kanonen auch bei Regen, Schnee und Hitze zur Front gelangen.<\/p><p>Wie h&auml;tte Lutz das ahnen sollen w&auml;hrend der vielen Jahre, in denen er die Schiene mit dem Wohlwollen der Politik hat verkommen und etwa die Frachtsparte DB Cargo vor die Wand fahren lassen? Einmal mehr hat die Tochter Hunderte Millionen Euro an Miesen eingefahren, ein paar weniger als 2023 zwar, dies aber nur dank eines &bdquo;Schrumpfkurses&ldquo;, mit dem die Cargo-Vorstandsvorsitzende Sigrid Nikutta sich 5.000 Besch&auml;ftigter entledigen will. Am Standort Halle (Saale) ist der Kahlschlag schon im Gange, 270 Eisenbahner wurden vor die T&uuml;r gesetzt. <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/deutschland\/wirtschaft\/db-cargo-sparprogramm-100.html\">&bdquo;Aber die Notwendigkeit wird gesehen, dass wir das machen&ldquo;<\/a>, lie&szlig; sich die Chefin vom <em>Mitteldeutschen Rundfunk (MDR)<\/em> zitieren. &bdquo;Das verstehen die Kolleginnen und Kollegen.&ldquo; Bestimmt! Verst&auml;ndlich auch, dass man mit viel weniger Leuten viel weniger leisten kann. DB Cargo hat 2024 noch einmal neun Prozent weniger G&uuml;ter transportiert als 2023, die Verkehrsleistung sank um 7,9 Prozent und der Umsatz um 3,2 Prozent.<\/p><p><strong>Ohne Schenker spindeld&uuml;rr<\/strong><\/p><p>Der Erl&ouml;s der Holding schmierte gar um 20 auf knapp &uuml;ber 26 Milliarden Euro ab. Die Hauptursachen sind der Verkauf der Auslandstochter Arriva sowie die bevorstehende Trennung von DB Schenker. Die Ver&auml;u&szlig;erung der Logistiksparte an den d&auml;nischen Konkurrenten DSV soll im laufenden Jahr &uuml;ber die B&uuml;hne gehen. Schenker und Arriva liefen im abgelaufenen Jahr bereits unter &bdquo;nicht fortgef&uuml;hrter Gesch&auml;ftsbereich&ldquo; und sind deshalb in der Gesamtbilanz nicht ber&uuml;cksichtigt. Allein durch die Trennung von Schenker, &uuml;ber viele Jahre der einzige echte Gewinnbringer, gehen der Bahn eine Milliarde Euro an Ertrag fl&ouml;ten.<\/p><p>Dagegen ist die Verkaufssumme von rund 14 Milliarden Euro ein schwacher und fl&uuml;chtiger Trost. Das Geld soll vornehmlich dem Abbau von Schulden dienen, die sich auf &uuml;ber 32 Milliarden Euro t&uuml;rmen. Ob das nachhaltig ist? Victor Perli, bis vor Kurzem Bundestagsabgeordneter von Die Linke, hatte die Transaktion vor einem halben Jahr gegen&uuml;ber den <em>NachDenkSeiten<\/em> &bdquo;eine groteske Fehlentscheidung zum Schaden der Bahn&ldquo; genannt. Ohne Schenker w&uuml;rden die Verbindlichkeiten k&uuml;nftig noch schneller steigen. <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=121377\">&bdquo;Das ist im Interesse derjenigen, die die Bahn zerschlagen und weitere Filetst&uuml;cke privatisieren wollen.&ldquo;<\/a><\/p><p><strong>Ein Logo &ndash; vier L&uuml;gen<\/strong><\/p><p>Also doch die Zerschlagung? Die Deutsche Bahn erledigt das wie von selbst. Nach Arriva und Schenker k&ouml;nnte mit DB Cargo schon bald das n&auml;chste Puzzleteil aus dem Konzernverbund herausbrechen. Die Sparte darf auf Gehei&szlig; der EU-Kommission nicht l&auml;nger durch die Mutter quersubventioniert werden und soll bis Ende 2026 &bdquo;rentabel&ldquo; sein. Das ist zwar utopisch, aber immerhin Anreiz, &bdquo;effektiver&ldquo; zu werden, also mit reduzierter Belegschaft zu geringeren Kosten noch weniger Waren &uuml;ber die Schiene zu verfrachten. Die <em>S&uuml;ddeutsche Zeitung (SZ) <\/em>hat dieser Tage &uuml;ber Nikuttas 41 Punkte umfassenden &bdquo;Umstrukturierungsplan&ldquo; berichtet (hinter Bezahlschranke). Zu den <em>&bdquo;<\/em>radikalen Ver&auml;nderungen&ldquo;, mit denen man die Verwaltungskosten dr&uuml;cken wolle, geh&ouml;rten demnach &bdquo;auch die Sozialleistungen f&uuml;r die Mitarbeiter und ein &uuml;berdimensioniertes Verpflegungsangebot&ldquo;. Soll wohl hei&szlig;en: Derart &bdquo;verschlankt&ldquo; l&auml;sst sich der Laden k&uuml;nftig leichter und zu besserem Preis loswerden. Auch in Frankreich musste die staatliche Eisenbahngesellschaft SNCF auf Druck Br&uuml;ssels einen Gro&szlig;teil ihrer G&uuml;terbahnen an die Wettbewerber abtreten.<\/p><p>&bdquo;Den Verfall stoppen &ndash; gegen die Zerschlagung &ndash; f&uuml;r eine Bahnreform 2.0&ldquo; lautet der Titel des besagten Alternativberichts von &bdquo;B&uuml;rgerbahn&ldquo;. Er ist wie jedes Jahr ein Verriss auf ganzer Linie und handelt mit fast 50 Beitr&auml;gen auf &uuml;ber 150 Seiten eine Vielzahl an DB-Baustellen ab: irrwitzige Prestigeprojekte, Unp&uuml;nktlichkeitsrekorde, Hochgeschwindigkeitswahn, &bdquo;Digitalisierungsrausch&ldquo; und &bdquo;Tunnelmania&ldquo;. Ein Artikel befasst sich mit einer Greenwashing-Kampagne und dem Kunstst&uuml;ck, &bdquo;vier L&uuml;gen in ein Logo zu packen&ldquo;. Diese lauten: &bdquo;F&uuml;r das Klima&ldquo;, &bdquo;F&uuml;r die Menschen&ldquo;, &bdquo;F&uuml;r die Wirtschaft&ldquo;, &bdquo;F&uuml;r Europa&ldquo;. Fehlt nur noch: &bdquo;F&uuml;r die Katz&ldquo; oder den DAX.<\/p><p><small>Titelbild: KI-generiertes Symbolbild (Grok3)<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/611cbe63412349c4a25e74a30ad99d3a\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die DB AG hat im Vorjahr 1,8 Milliarden Euro an Verlusten eingefahren &ndash; bei noch einmal weniger Passagieren im Fernverkehr und historischem Rekord in Sachen Unzuverl&auml;ssigkeit. &bdquo;Den Verfall stoppen&ldquo;, fordert die Initiative &bdquo;B&uuml;rgerbahn&ldquo; in ihrem allj&auml;hrlich ver&ouml;ffentlichten &bdquo;Alternativen Gesch&auml;ftsbericht&ldquo; und warnt vor der drohenden Zerschlagung des Konzerns. 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