{"id":131192,"date":"2025-04-04T11:00:00","date_gmt":"2025-04-04T09:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=131192"},"modified":"2025-04-04T14:52:46","modified_gmt":"2025-04-04T12:52:46","slug":"wie-deutsche-ruestungsexporte-an-israel-laender-verwuesten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=131192","title":{"rendered":"Wie deutsche R\u00fcstungsexporte an Israel L\u00e4nder verw\u00fcsten"},"content":{"rendered":"<p>Trotz des anhaltenden Krieges Israels gegen die Pal&auml;stinenser im Gazastreifen und im Westjordanland, trotz anhaltender Bombardierung in Syrien, trotz Bomben auf Jemen und trotz des fortlaufenden Bruchs der Waffenruhe im Libanon liefert Deutschland weiterhin R&uuml;stungsg&uuml;ter nach Israel. Zwischen dem 1. Januar und dem 16. M&auml;rz 2025 genehmigte die noch amtierende Rest-&bdquo;Ampel&ldquo;-Regierung von Sozialdemokraten und Gr&uuml;nen R&uuml;stungsexporte nach Israel im Wert von 24,46 Millionen Euro. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Anfrage der langj&auml;hrigen Bundestagsabgeordneten Sevim Da&#287;delen (BSW) hervor, &uuml;ber die <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/geopolitik\/deutschland-israel-mehr-ruestungsexporte-li.2310780\">die <em>Berliner Zeitung<\/em> berichtete<\/a>. Von <strong>Karin Leukefeld<\/strong> (Beirut und S&uuml;dlibanon).<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3809\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-131192-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250404-Wie-deutsche-Ruestungsexporte-an-Israel-Laender-verwuesten-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250404-Wie-deutsche-Ruestungsexporte-an-Israel-Laender-verwuesten-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250404-Wie-deutsche-Ruestungsexporte-an-Israel-Laender-verwuesten-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250404-Wie-deutsche-Ruestungsexporte-an-Israel-Laender-verwuesten-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=131192-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250404-Wie-deutsche-Ruestungsexporte-an-Israel-Laender-verwuesten-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250404-Wie-deutsche-Ruestungsexporte-an-Israel-Laender-verwuesten-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Deutschland exportierte damit in den ersten drei Monaten 2025 zum Vergleichszeitrahmen 2024 fast dreimal so viele R&uuml;stungsg&uuml;ter an Israel, das sich nach Aussagen von Premierminister Benjamin Netanjahu &bdquo;im Krieg an sieben Fronten&ldquo; befindet. Der &bdquo;Warenwert&ldquo; 2024 betrug im ersten Quartal demnach 9,3 Millionen Euro. 2023 exportierte Deutschland &bdquo;R&uuml;stungsg&uuml;ter&ldquo; an Israel im Wert von rund 327 Millionen Euro. 2024 wurden von Deutschland &bdquo;R&uuml;stungsg&uuml;ter&ldquo; im Wert von 161 Millionen Euro an Israel exportiert. Aussagen &uuml;ber die Art der &bdquo;R&uuml;stungsg&uuml;ter&ldquo; &ndash; wie es vornehm hei&szlig;t &ndash; wurden nicht gemacht, weil das R&uuml;ckschl&uuml;sse auf den milit&auml;rischen Bedarf Israels zulie&szlig;e und &bdquo;negative Auswirkungen auf die au&szlig;enpolitischen Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland&ldquo; haben k&ouml;nnte.<\/p><p>Immerhin hatte ja das Ausw&auml;rtige Amt am Anfang des Jahres stolz auf die &bdquo;strategische Partnerschaft&ldquo; zwischen Deutschland und Israel hingewiesen. Beide L&auml;nder seien &bdquo;vereint in ihrem Engagement f&uuml;r gemeinsame Werte und ihrer Entschlossenheit, gemeinsam den Herausforderungen der Gegenwart zu begegnen&ldquo;, hie&szlig; es in einer <a href=\"https:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/de\/newsroom\/2693774-2693774\">Presseerkl&auml;rung des Ausw&auml;rtigen Amtes<\/a>.<\/p><p>F&uuml;r die Bev&ouml;lkerung in Pal&auml;stina, Libanon, Syrien, Jemen ist die genaue Bezeichnung der &bdquo;R&uuml;stungsg&uuml;ter&ldquo; egal. Sie sehen, was bei ihnen ankommt. Sie sehen, mit welcher Macht und m&ouml;rderischen Gewalt die &bdquo;R&uuml;stungsg&uuml;ter&ldquo; bei ihnen Leben ausl&ouml;schen.<\/p><p>Die Libanesen hatten gehofft, mit der Vereinbarung am 27. November 2024 eine Waffenruhe erreicht zu haben. Doch w&auml;hrend sich die Hisbollah &ndash; bis auf eine Ausnahme &ndash; an die Vereinbarung hielt, bombardierte Israel ungestraft Hunderte von D&ouml;rfern und landwirtschaftlich genutztes Kulturland.<\/p><p>Seit Beginn der Waffenruhe ver&uuml;bte Israel mindestens 1.250 Angriffe auf den Zedernstaat. Mindestens 100 Menschen wurden get&ouml;tet. Allein in den ersten f&uuml;nf Tagen nach Beginn der Waffenruhe feuerte Israel 99 Geschosse auf den Libanon. Die Hisbollah habe im gleichen Zeitraum zwei Geschosse auf Israel abgefeuert. Die Angaben wurden vom Leiter der UNO-Friedensmissionen, darunter auch die UNIFIL im Libanon, <a href=\"https:\/\/www.washingtonpost.com\/world\/2025\/01\/19\/lebanon-ceasefire-israel-destruction\/\">bei einer Sitzung im UNO-Sicherheitsrat vorgetragen<\/a>.<\/p><p>Israel habe die Zustimmung der USA f&uuml;r die fortgesetzten Angriffe, erkl&auml;rte Ministerpr&auml;sident Benjamin Netanjahu. Ziel ist, den Druck auf die neue libanesische Regierung zu erh&ouml;hen. Sie soll die Hisbollah entwaffnen, w&auml;hrend die libanesische Armee nicht in der Lage ist, das Land gegen Israel und seine anhaltende Besatzung im S&uuml;dlibanon zu verteidigen. Washington unterst&uuml;tzt Israel, weil es den Libanon zwingen will, die &ldquo;Abraham-Vereinbarung&ldquo; mit Israel zu unterzeichnen und die Beziehungen zu &bdquo;normalisieren&ldquo;.<\/p><p><strong>Die israelische Handschrift<\/strong><\/p><p>Wer verletzt die Waffenruhe im Libanon?<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250404-Waffenruhe-01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250404-Waffenruhe-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Diese Warnung vor einem bevorstehenden Bombenangriff am 28.3.2025 wurde von der israelischen Armee per WhatsApp an libanesische Mobiltelefone geschickt.<\/small><\/p><p><strong>Bomben auf Zivilisten<\/strong><\/p><p>Am vergangenen Freitag hat Israel erneut die libanesische Hauptstadt Beirut bombardiert. Ziel war ein Wohnkomplex im Stadtteil Hadath, der im dicht bewohnten S&uuml;den von Beirut liegt. Am sp&auml;ten Vormittag um 11:08 Uhr tauchte auf libanesischen Mobiltelefonen eine &bdquo;#Dringende Warnung&ldquo; der israelischen Armee an &bdquo;die Menschen (&hellip;) insbesondere im Stadtteil Hadath&ldquo; auf. Die Warnung enthielt eine Satellitenaufnahme des Stadtteils, auf der Geb&auml;ude in unmittelbarer N&auml;he des Lycee des Artes, der Kunsthochschule und der St. Georges Schule rot markiert waren. Wer sich in den markierten Geb&auml;uden aufhalte, befinde sich &bdquo;in der N&auml;he von Einrichtungen der Hisbollah&ldquo;, so die Warnung. Man sei &bdquo;verpflichtet, diese Geb&auml;ude sofort zu verlassen und sich mindestens 300 Meter von ihnen entfernt aufzuhalten, wie auf der Karte dargestellt&ldquo;.<\/p><p>Knapp zwei Stunden sp&auml;ter ersch&uuml;tterten zwei schwere Explosionen die Hauptstadt. Erste Aufnahmen vom Angriffsort zeigten einen tiefen Krater und ein weites Tr&uuml;mmerfeld. &Uuml;ber der Stadt stieg eine gigantische schwarze Wolke auf, die sich in wei&szlig;en Rauch aufl&ouml;ste und einen Schleier aus Staub &uuml;ber dem attackierten Stadtviertel ausbreitete.<\/p><p>Es war der erste Angriff auf Beirut, seit am 27. November vergangenen Jahres eine Waffenruhe in Kraft trat. Erneut verloren Tausende Menschen im S&uuml;den von Beirut ihre Wohnungen, Gesch&auml;fte und ihr Hab und Gut. &bdquo;Das muss aufh&ouml;ren&ldquo;, sagte ein Mann Journalisten, die das Geschehen dokumentierten. Er habe schon sein Haus im S&uuml;den verloren, jetzt auch noch sein Gesch&auml;ft. &bdquo;Das ist zu viel.&ldquo; Ein anderer Anwohner, Mohammad Zibara, suchte in seiner schwer verw&uuml;steten Wohnung nach Dingen, die noch zu retten waren. &bdquo;Warum greifen sie unbewaffnete Leute an?&ldquo;, fragte er ein Filmteam des <a href=\"https:\/\/www.aljazeera.com\/video\/inside-story\/2025\/3\/29\/how-stable-is-lebanons-peace-after-israel-attack-on-beirut\">Nachrichtensenders <em>Al Jazeera<\/em><\/a>. Nach Angaben der israelischen Armee solle sich die Wohnung neben einem Lager f&uuml;r Drohnen befunden haben. &bdquo;Gibt es hier Drohnen, wo sind die Drohnen?&ldquo;, fragte der aufgebrachte Familienvater. &bdquo;W&auml;ren hier Drohnen, w&auml;re alles von innen explodiert. Hier sind keine Drohnen, der Feind l&uuml;gt.&ldquo;<\/p><p>Der libanesische Pr&auml;sident Joseph Aoun hielt sich zu Gespr&auml;chen in Paris auf, als die israelische Armee ihre Angriffe auf den Libanon am Freitagmorgen eskalierte. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz erkl&auml;rte der franz&ouml;sische Pr&auml;sident Macron, die USA m&uuml;ssten den Druck auf Israel erh&ouml;hen, damit es den Waffenstillstand einhalte. Aoun wurde mit den Worten zitiert, er gehe nicht davon aus, dass die Hisbollah f&uuml;r einen &bdquo;Raketenabschuss&ldquo; aus dem Libanon verantwortlich sei.<\/p><p>Israel hatte seit dem Morgen zahlreiche Orte im S&uuml;den des Libanon angegriffen, bevor der Angriff auf das Wohnviertel angek&uuml;ndigt wurde. Die Angriffswelle war zun&auml;chst mit einem vorherigen &bdquo;Raketenbeschuss aus dem Libanon&ldquo; begr&uuml;ndet worden. Sp&auml;ter wurde als Begr&uuml;ndung ein &bdquo;Drohnenlager&ldquo; in dem Geb&auml;udekomplex im S&uuml;den von Beirut behauptet. Israel legte keine Beweise f&uuml;r die Behauptungen vor. Nach israelischen Angaben soll es sich bei dem morgendlichen Raketenbeschuss um den zweiten Beschuss innerhalb einer Woche gehandelt haben. Nach dem ersten Beschuss Anfang der Woche hatte die libanesische Armee nach langem Suchen einfache Holzvorrichtungen gefunden, die m&ouml;glicherweise als Abschussrampen gedient haben k&ouml;nnten. Nach dem zweiten Beschuss nahm die Armee eine Reihe von Verd&auml;chtigen fest. Niemand im Libanon &uuml;bernahm Verantwortung f&uuml;r den Abschuss von Raketen.<\/p><p><strong>Israel beschuldigt die Hisbollah<\/strong><\/p><p>Israel machte die Hisbollah verantwortlich. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu erkl&auml;rte, man werde fortan den Waffenstillstand &bdquo;milit&auml;risch durchsetzen&ldquo;, damit israelische B&uuml;rger wieder in Frieden im Norden des Landes leben k&ouml;nnten. Jede Rakete auf Israel werde mit Bomben auf Beirut beantwortet. Das sei das &bdquo;neue Gleichgewicht&ldquo; der Waffen, sagte Netanjahu. Die Sicherheit der libanesischen Bev&ouml;lkerung erw&auml;hnte Netanjahu nicht.<\/p><p>Die Hisbollah wies jede Verantwortung f&uuml;r einen angeblichen Raketenbeschuss zur&uuml;ck. Die Organisation halte den Waffenstillstand ein, hie&szlig; es in einer Erkl&auml;rung, die vom Nachrichtensender <em>Al Manar<\/em> &ndash; der der Hisbollah nahesteht &ndash; ver&ouml;ffentlicht wurde. Mohammad Raad, Parlamentsabgeordneter der Hisbollah, bekr&auml;ftigte, dass die Hisbollah dem Waffenstillstand verpflichtet sei. Es sei die Aufgabe der libanesischen Regierung, die Angriffe des Feindes abzuwehren.<\/p><p>Bei einer Rede zum Al-Quds-Tag, der am letzten Freitag des Fastenmonats Ramadan an die v&ouml;lkerrechtswidrige Besetzung Jerusalems durch die israelische Armee 1967 erinnert, sagte der Generalsekret&auml;r der Hisbollah Naim Qassem, man werde nicht zulassen, dass Israel fortlaufend die Souver&auml;nit&auml;t und territoriale Integrit&auml;t des Libanon verletzte. Der Staat m&uuml;sse Libanon verteidigen. Er habe zahlreiche Briefe von Hisbollah-K&auml;mpfern erhalten, die bereit seien, den M&auml;rtyrertod zu sterben. Er habe sie aufgefordert, Geduld zu haben. Doch die Geduld sei nicht endlos.<\/p><p>Seit Vereinbarung der Waffenruhe zwischen Israel und Libanon am 27. November 2024 hat Israel immer wieder den Libanon angegriffen unter dem Vorwand, Stellungen der Hisbollah zu zerst&ouml;ren. Zahlreiche Orte entlang der &ldquo;Blauen Linie&ldquo; wurden von Israel seit Anfang Dezember 2024 nahezu vollst&auml;ndig zerst&ouml;rt, ohne dass die Hisbollah, die libanesische Armee oder der UNO-Sicherheitsrat Israel gestoppt h&auml;tten.<\/p><p>Die <a href=\"https:\/\/www.washingtonpost.com\/world\/2025\/01\/19\/lebanon-ceasefire-israel-destruction\/\"><em>Washington Post<\/em> berichtete bereits am 19. Januar 2025<\/a>, dass im S&uuml;den des Libanon zwischen dem 5. Dezember und 6. Januar mehr als 800 Geb&auml;ude von der israelischen Armee absichtlich zerst&ouml;rt oder besch&auml;digt wurden. Die Angaben basieren auf der Analyse von Daten des Satelliten Sentinel-1, die von Corey Scher (CUNY Studienzentrum) und Jamon van den Hoek von der Staatlichen Universit&auml;t Oregon zur Verf&uuml;gung gestellt wurden. ACLED (Armed Conflict Location and Event Data Project), ein in Gro&szlig;britannien ans&auml;ssiges Projekt, das Daten aus Konflikt- und Kriegsgebieten sammelt, berichtete, dass Israel zwischen dem 27. November und 6. Januar mehr als 400 Raketenangriffe aus der Luft und mit der Artillerie auf den Libanon durchf&uuml;hrte. Mit Bulldozern sei zivile Infrastruktur im S&uuml;den des Landes besch&auml;digt oder zerst&ouml;rt worden. <\/p><p>&bdquo;<strong>L&ouml;scht sie aus&ldquo;<\/strong><\/p><p>Kommentare in den sozialen Medien begr&uuml;&szlig;ten den israelischen Angriff auf Beirut. &bdquo;Wir haben dich vermisst, Avichay&ldquo;, hie&szlig; es in einem Kommentar, der sich auf Avichay Adraee bezog, den Sprecher der israelischen Armee, der den Angriff in arabischer Sprache angek&uuml;ndigt hatte. Eine Userin &ldquo;Jessy&ldquo; forderte die israelische Armee auf, alle Bewohner von Dahiyeh\/S&uuml;dbeirut zu t&ouml;ten. Ein Mann namens George Fakhri begr&uuml;&szlig;te den israelischen Armeesprecher Avichay Adraee mit den Worten: &bdquo;L&ouml;scht sie alle aus.&ldquo; Andere jubelten &uuml;ber den israelischen Anschlag und kommentierten, &bdquo;die Bewohner von Dahiyeh haben das verdient&ldquo;. Der im Libanon bekannte Journalist Albert Kostanian rechtfertigte den israelischen Angriff und erkl&auml;rte, selbst wenn Hisbollah den morgendlichen Raketenangriff nicht zu verantworten habe, sei die Hisbollah schuld an der Eskalation.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250404-Waffenruhe-02.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250404-Waffenruhe-02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Al Khiam, S&uuml;dlibanon. (Foto: Karin Leukefeld)<\/small><\/p><p><strong>Die israelische Handschrift<\/strong><\/p><p>Bei einer Fahrt durch D&ouml;rfer entlang der &ldquo;Blauen Linie&ldquo; konnte sich die Autorin von der zerst&ouml;rerischen &bdquo;israelischen Handschrift&ldquo; &uuml;berzeugen. Die Orte Khiam, Kfar Kila und Odaysseh liegen &ndash; wie nach einem Erdbeben &ndash; weitgehend zerst&ouml;rt. Die meisten H&auml;user wurden von Israel nach dem Beginn der Waffenruhe gesprengt, die israelische Armee ver&ouml;ffentlichte Videos, die die schweren Sprengungen in verschiedenen Orten im s&uuml;dlichen Libanon dokumentierten. In Khiam sah die Autorin viele Arbeiter vor Ort, um die Tr&uuml;mmer zu beseitigen.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250404-Waffenruhe-03.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250404-Waffenruhe-03.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Al Khiam, S&uuml;dlibanon. Schutt wird abger&auml;umt. (Foto: Karin Leukefeld)<\/small><\/p><p>Offizielle nahmen von Haus- und Gesch&auml;ftsbesitzern Angaben &uuml;ber das zerst&ouml;rte Eigentum zu Protokoll. Die Antragsteller hatten sich an einem Platz versammelt, wo Gesch&auml;fte in einem Rundbogen angelegt waren &ndash; sie waren zerst&ouml;rt. Dar&uuml;ber waren Bilder der M&auml;rtyrer von Khiam angebracht worden.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250404-Waffenruhe-04.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250404-Waffenruhe-04.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Al Khiam, S&uuml;dlibanon. In Erinnerung an die M&auml;rtyrer. (Foto: Karin Leukefeld)<\/small><\/p><p>Auf dem Hauptplatz des Ortes war ein Berg aus Tr&uuml;mmern und Schutt zusammengetragen worden, in dem zahlreiche Bilder get&ouml;teter K&auml;mpfer von Hisbollah und Amal und die Fahnen der Organisationen steckten. Jemand hatte zwei Plastikst&uuml;hle aufgestellt, m&ouml;glicherweise, um in Ruhe die Zerst&ouml;rung zu betrachten, die wie eine Grabst&auml;tte wirkte.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250404-Waffenruhe-05.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250404-Waffenruhe-05.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Al Khiam, S&uuml;dlibanon. Auf dem zentralen Platz des Ortes sind Tr&uuml;mmer wie zu einer Gedenkst&auml;tte aufgeschichtet. Bilder von M&auml;rtyrern und Fahnen sind dort angebracht. (Foto: Karin Leukefeld)<\/small><\/p><p>In Kfar Kila war so gut wie keine Hauswand mehr zu erkennen. Zwei Schimmel beobachteten die Autorin, w&auml;hrend sie fotografierte. &bdquo;Amerika ist die Mutter aller Kriege&ldquo;, war auf einem gro&szlig;en Poster zu lesen. Die Tr&uuml;mmerlandschaft war mit Bildern der Toten und Fahnen &uuml;bers&auml;t.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250404-Waffenruhe-06.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250404-Waffenruhe-06.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Kfar Kila, S&uuml;dlibanon. Auf dem Poster steht &bdquo;Amerika ist die Mutter aller Kriege&ldquo;. (Foto: Karin Leukefeld)<\/small><\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250404-Waffenruhe-07.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250404-Waffenruhe-07.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Kfar Kila, S&uuml;dlibanon. Tr&uuml;mmer, so weit das Auge reicht. (Foto: Karin Leukefeld)<\/small><\/p><p>Weil die Stra&szlig;e auf libanesischer Seite entlang der israelischen Grenzmauer, die auf der &ldquo;Blauen Linie&ldquo; errichtet wurde, von Bulldozern komplett zerst&ouml;rt und aufgerissen wurde, f&uuml;hrte der Weg einen steilen Berg hinauf, um nach Odaysseh zu gelangen. Von oben war der Blick frei auf die Tr&uuml;mmer des Ortes, die sich bis an die &ldquo;Blaue Linie&ldquo; erstreckten. Auf der anderen Seite der Mauer liegt eine israelische Siedlung, deren Bewohner fortan einen guten Ausblick auf die Zerst&ouml;rung vor ihren Haust&uuml;ren haben d&uuml;rften. Zerst&ouml;rung, die viele Israelis von der Armee gefordert hatten, Zerst&ouml;rung ist die &bdquo;israelische Handschrift&ldquo; in der Region.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250404-Waffenruhe-08.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250404-Waffenruhe-08.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Kfar Kila. Die H&auml;user wurden w&auml;hrend der Waffenruhe von der israelischen Armee dem Erdboden gleichgemacht. Oberhalb der Bildmitte erstreckt sich die israelische Sperrmauer entlang der &bdquo;Blauen Linie&ldquo;. Im Hintergrund der mit Schnee bedeckte Jbeil Scheich, wie die Bewohner der Region den Berg Hermon nennen. (Foto: Karin Leukefeld)<\/small><\/p><p>Ein unbefestigter Weg f&uuml;hrte nach Odaysseh, sehr nah an einem israelischen Milit&auml;r- und &Uuml;berwachungsposten vorbei, der auf einem H&uuml;gel hinter der israelischen Grenzmauer liegt. Die israelischen Soldaten konnten von dort aus alle Fahrzeuge auf dem Weg &uuml;berwachen. Der Fahrer zeigte sich unschl&uuml;ssig, ob der Weg sicher sei. Als ein Wagen entgegenkam, winkte er dem Fahrer, um ihn zu befragen. &bdquo;Immer geradeaus, nicht anhalten, z&uuml;gig fahren&ldquo;, erkl&auml;rte der junge Mann mit ernstem Gesicht. &bdquo;Sie haben gerade &uuml;ber unser Auto hinweggeschossen.&ldquo; Nach einer z&uuml;gigen Fahrt &uuml;ber den staubigen, von Schlagl&ouml;chern &uuml;bers&auml;ten Weg erreichte der Wagen schlie&szlig;lich Odaysseh. Geschossen wurde auf den Wagen nicht. Und obwohl der Ort durch eine sch&uuml;tzende Bergkuppe von der israelischen Sperrmauer und dem Milit&auml;rposten getrennt war, breitete sich auch hier eine Tr&uuml;mmerlandschaft aus.<\/p><p><small>Titelbild: Karin Leukefeld<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz des anhaltenden Krieges Israels gegen die Pal&auml;stinenser im Gazastreifen und im Westjordanland, trotz anhaltender Bombardierung in Syrien, trotz Bomben auf Jemen und trotz des fortlaufenden Bruchs der Waffenruhe im Libanon liefert Deutschland weiterhin R&uuml;stungsg&uuml;ter nach Israel. Zwischen dem 1. Januar und dem 16. M&auml;rz 2025 genehmigte die noch amtierende Rest-&bdquo;Ampel&ldquo;-Regierung von Sozialdemokraten und Gr&uuml;nen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=131192\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":131193,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,20,171],"tags":[2829,1557,2301,2104,1583,1926,2377,2376],"class_list":["post-131192","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-landerberichte","category-militaereinsaetzekriege","tag-hisbollah","tag-israel","tag-konfrontationspolitik","tag-kriegsopfer","tag-libanon","tag-netanjahu-benjamin","tag-waffenlieferungen","tag-waffenstillstandsabkommen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/250404_titel.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/131192","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=131192"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/131192\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":131236,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/131192\/revisions\/131236"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/131193"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=131192"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=131192"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=131192"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}