{"id":132006,"date":"2025-04-24T12:00:06","date_gmt":"2025-04-24T10:00:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=132006"},"modified":"2025-04-25T07:28:00","modified_gmt":"2025-04-25T05:28:00","slug":"mit-sicherheitskraeften-russischem-botschafter-wird-rausschmiss-von-gedenkveranstaltung-im-kz-sachsenhausen-angedroht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=132006","title":{"rendered":"\u201eMit Sicherheitskr\u00e4ften\u201c &#8211; Russischem Botschafter wird Rausschmiss von Gedenkveranstaltung im KZ Sachsenhausen angedroht"},"content":{"rendered":"<p>Der Leiter der Brandenburger Gedenkst&auml;tten, Axel Drecoll, hat gegen&uuml;ber dem Springer-Blatt <em>BILD <\/em>angek&uuml;ndigt, den russischen Botschafter &bdquo;mit Sicherheitskr&auml;ften&ldquo; vom Gel&auml;nde des KZ Sachsenhausen zu schmei&szlig;en. Dort sind f&uuml;r den 4. Mai offizielle Gedenkveranstaltungen anl&auml;sslich der Befreiung (durch die Rote Armee) geplant. Hintergrund ist eine Handreichung des Ausw&auml;rtigen Amtes (AA), die ein entsprechendes Vorgehen gegen russische und belarussische Diplomaten empfiehlt. Vor diesem Hintergrund wollten die <em>NachDenkSeiten<\/em> wissen, ob die Bundesregierung wirklich Bilder produzieren will, wenn Diplomaten unter Einsatz von Sicherheitskr&auml;ften aus einer KZ-Gedenkst&auml;tte entfernt werden, in denen Abertausende ihrer Landsleute von der SS ermordet worden sind. Ebenso kam die Frage auf, ob das AA, wie behauptet, konkrete F&auml;lle aufz&auml;hlen kann, bei denen das Mai-Gedenken von russischer Seite in den Vorjahren propagandistisch ausgenutzt wurde. Von <strong>Florian Warweg<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3868\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-132006-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250424_Mit_Sicherheitskraeften_Russischem_Botschafter_wird_Rausschmiss_von_Gedenkveranstaltung_im_KZ_Sachsenhausen_angedroht_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250424_Mit_Sicherheitskraeften_Russischem_Botschafter_wird_Rausschmiss_von_Gedenkveranstaltung_im_KZ_Sachsenhausen_angedroht_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250424_Mit_Sicherheitskraeften_Russischem_Botschafter_wird_Rausschmiss_von_Gedenkveranstaltung_im_KZ_Sachsenhausen_angedroht_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250424_Mit_Sicherheitskraeften_Russischem_Botschafter_wird_Rausschmiss_von_Gedenkveranstaltung_im_KZ_Sachsenhausen_angedroht_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=132006-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250424_Mit_Sicherheitskraeften_Russischem_Botschafter_wird_Rausschmiss_von_Gedenkveranstaltung_im_KZ_Sachsenhausen_angedroht_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250424_Mit_Sicherheitskraeften_Russischem_Botschafter_wird_Rausschmiss_von_Gedenkveranstaltung_im_KZ_Sachsenhausen_angedroht_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/K6j9KiEPIZQ\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p><strong>Hintergrund<\/strong><\/p><p>Am 22. April hatte der Leiter der Brandenburger Gedenkst&auml;tten, der M&uuml;nchner Historiker Axel Drecoll, gegen&uuml;ber <em>BILD <\/em>angesichts der geplanten offiziellen Gedenkveranstaltung im KZ Sachsenhausen am 4. Mai <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/weltkriegs-gedenken-brandenburg-droht-putins-botschafter-mit-rauswurf-680797dbc674c90013a87cde\">erkl&auml;rt<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir haben die russische Botschaft seit dem &Uuml;berfall auf die Ukraine von allen Jahrestagen ausgeladen. Wenn der Botschafter trotzdem kommt, werden wir unser Hausrecht durchsetzen &ndash; in enger Abstimmung mit Sicherheitskr&auml;ften!&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250423-botschafter-Screen1.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250423-botschafter-Screen1.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/div><p>Im KZ Sachsenhausen, welches am 22. April 1945 von sowjetischen und polnischen Truppen befreit wurde, war im August 1941 von der SS extra eine sogenannte Genickschussanlage errichtet worden, mit welcher nach aktuellem Forschungsstand 13.000 bis 18.000 sowjetische Kriegsgefangene hinterr&uuml;cks ermordet wurden. <\/p><p>Vor der geschichtsvergessenen Drohung des Westimport-Gedenkst&auml;ttenleiters gegen den russischen Botschafter hatte das Ausw&auml;rtige Amt Anfang April eine von Annalena Baerbock initiierte &bdquo;Handreichung&ldquo; des Ausw&auml;rtigen Amtes (AA) an Bundesl&auml;nder, Landkreise und Kommunen verschicken lassen, in der anl&auml;sslich des Gedenkens an den 80. Jahrestag der Befreiung von der NS-Diktatur am 8. Mai empfohlen wurde, bundesweit keine Einladungen an russische oder belarussische Diplomaten auszusprechen und bei Bedarf Diplomaten dieser L&auml;nder mittels Hausrecht von den Gedenkorten entfernen zu lassen (<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=131489\">die <em>NachDenkSeiten <\/em>berichteten<\/a>).<\/p><p>&bdquo;<strong>Nicht angemessen&ldquo;<\/strong><\/p><p>Dass es auch anders geht, zeigt die Reaktion des Bezirksamts Treptow, in dessen Bereich im Treptower Park sich das gr&ouml;&szlig;te und bekannteste der drei sowjetischen Ehrenmale in Berlin befindet. Eine Sprecherin der Beh&ouml;rde <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/mensch-metropole\/gegen-baerbock-bezirksamt-treptow-wird-russischen-botschafter-nicht-rauswerfen-li.2318538\">erkl&auml;rte<\/a> diesbez&uuml;glich, dass man entgegen der Handreichung des AA nicht einschreiten werde, wenn russische Vertreter am 8. Mai zu Gedenkveranstaltungen in den Bezirk kommen: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Angesichts der historischen Rolle der Sowjetunion bei der Befreiung Deutschlands und Europas vom Nationalsozialismus und angesichts der Opfer der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg, h&auml;lt das Bezirksamt Treptow-K&ouml;penick es f&uuml;r nicht angemessen, Vertreter der Botschaften Russlands oder Belarus &ndash; selbst wenn sie nicht eingeladen wurden und unangek&uuml;ndigt erscheinen sollten &ndash; unter Anwendung des Hausrechts des Platzes zu verweisen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>&bdquo;<strong>Ein Desaster vor den Augen der Welt &hellip;&ldquo;<\/strong><\/p><p>Zur anhaltenden Debatte in Berlin und Brandenburg um die Teilnahme von Vertretern der Russischen F&ouml;deration und der Republik Belarus an Gedenkveranstaltungen zum 80. Jahrestag der Befreiung &auml;u&szlig;erte sich auch Alexander King, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und Ko-Landesvorsitzender des BSW Berlin, gegen&uuml;ber den <em>NachDenkSeiten<\/em>:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Dass Vertreter Russlands und von Belarus zu Gedenkveranstaltungen am 8. Mai nicht eingeladen werden, ist geschichtsvergessen und dumm. In Brandenburg wurde vom Gedenkst&auml;tten-Chef angek&uuml;ndigt, beim Erscheinen von russischen oder belarussischen Vertretern vom Hausrecht Gebrauch zu machen, entsprechend der bekannten Handreichung aus dem Ausw&auml;rtigen Amt.<\/p>\n<p>Sollte es wirklich dazu kommen, dass diese Vertreter mit Polizeigewalt von den Gedenkst&auml;tten entfernt werden, an denen am 8. Mai den Opfern ihrer Landsleute bei der Befreiung Deutschlands, Europas und Berlins vom Faschismus gedacht wird, w&auml;re das ein Desaster vor den Augen der Welt. Und was ist in Berlin zu erwarten? Das hatte ich in der letzten Plenarsitzung am 10. April den Regierenden B&uuml;rgermeister <a href=\"https:\/\/www.alexander-king.de\/wp-content\/uploads\/80-Jahre-Befreiung.pdf\">gefragt<\/a>, allerdings ohne eine Antwort zu erhalten.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Im Gegensatz zu Berlin kam aus Brandenburg auch Kritik von Seiten der SPD und CDU an dem Vorgehen der Bundesregierung. So <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2025-04\/seelow-gedenken-russischer-botschafter-auswaertiges-amt-ausschluss\">bezeichnete<\/a> etwa der stellvertretende CDU-Landrat des Landkreises M&auml;rkisch-Oderland, Friedemann Hanke, die Handreichung des Ausw&auml;rtigen Amts als &bdquo;Quatsch&ldquo;. &Auml;hnlich &auml;u&szlig;erte sich auch die SPD-Landtagsabgeordnete Sina Sch&ouml;nbrunn, welche die Handlungsempfehlung als &bdquo;absurd&ldquo; einstufte und erkl&auml;rte: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Nat&uuml;rlich kann man alles instrumentalisieren, aber uns sollte es doch vor allen Dingen darum gehen, der Toten zu gedenken.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Der BSW-Landtagsfraktionschef in Brandenburg, Niels-Olaf L&uuml;ders, nannte das Vorgehen des Ausw&auml;rtigen Amtes &bdquo;absolut unakzeptabel&ldquo;: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Es ist ein diplomatisch &ndash; sagen wir es mal vorsichtig &ndash; nicht sehr freundlicher Akt gegen&uuml;ber den Nachfahren der Menschen, die hier begraben liegen. Ihnen untersagen zu wollen, an die Gr&auml;ber ihrer Vorfahren zu gehen, finde ich absolut unakzeptabel.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Auszug aus dem Wortprotokoll der Regierungspressekonferenz vom 23. April 2025<\/strong><\/p><p><strong>Frage Alipour (Euractiv)<\/strong><br>\nEine Frage an das&nbsp;AA: Man&nbsp;hatte den verschiedenen Beh&ouml;rden empfohlen, bei Weltkriegsgedenken die russischen und belarussischen Vertreter nicht einzuladen. Der russische Botschafter hat gesagt, er w&uuml;rde teilnehmen, wenn er das wolle. Daraufhin kam jetzt aus Brandenburg die Aussage, man w&uuml;rde im Zweifelsfall auch das Hausrecht durchsetzen und mit Sicherheitskr&auml;ften zusammenarbeiten, um das zu verhindern. Mich w&uuml;rde interessieren, ob das Ausw&auml;rtige Amt es auch als angemessen ansieht, so vorzugehen, falls der russische Botschafter versucht, an solchen Gedenkveranstaltungen teilzunehmen.<\/p><p><strong>Fischer (AA)<\/strong><br>\nIch glaube, wir haben uns an dieser Stelle ja schon sehr ausf&uuml;hrlich zu diesem Thema ge&auml;u&szlig;ert. Aber ich glaube, man kann nicht oft genug betonen: Deutschland &uuml;bernimmt Verantwortung f&uuml;r die furchtbaren Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes und setzt sich f&uuml;r eine angemessene W&uuml;rdigung der Opfer ein, in Russland, in Belarus und weltweit. Aber gleichzeitig ist es so, dass wir nat&uuml;rlich die propagandistische Instrumentalisierung des Zweiten Weltkriegs durch Russland als Rechtfertigung des v&ouml;lkerrechtswidrigen russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine klar ablehnen und wir uns gegen geschichtsrevisionistische Verf&auml;lschungen stellen, die von russischer und belarussischer Propaganda ausgehen. Das gebietet aus unserer Sicht allein schon der Respekt vor den Opfern. An dieser Auffassung &auml;ndern auch die &Auml;u&szlig;erungen des russischen Botschafters nichts. Wir haben gegen&uuml;ber der russischen Botschaft klar die Erwartung kommuniziert, dass Gedenkveranstaltungen w&uuml;rdevoll ablaufen.<\/p><p><strong>Zusatzfrage Alipour<\/strong><br>\nW&uuml;rde man aber auch diese weitere Eskalationsstufe unterst&uuml;tzen, dass im Zweifelsfall der russische Botschafter herausgeschmissen wird oder des Gel&auml;ndes verwiesen wird oder der Eintritt gar nicht erst erm&ouml;glicht wird?<\/p><p><strong>Fischer (AA)<\/strong><br>\nEs gibt sozusagen die M&ouml;glichkeit, vom Hausrecht Gebrauch zu machen, und wenn jemand nicht eingeladen ist und vor der T&uuml;r steht, dann muss man sich &uuml;berlegen, wie man damit umgeht. Eine der M&ouml;glichkeiten ist, das Hausrecht zu nutzen und diese Person nicht einzulassen.<\/p><p><strong>Frage Warweg<\/strong><br>\nIm konkreten Fall geht es ja um die Gedenkveranstaltung am 4.&nbsp;Mai im KZ Sachsenhausen. Dort wurden Tausende sowjetische Kriegsgefangene mit Genickschussanlagen hinterr&uuml;cks ermordet. Deswegen m&ouml;chte ich die Frage des Kollegen gerne aufgreifen: Sieht das AA keine Problematik, wenn Bilder produziert werden, auf denen der russische Botschafter zum Gedenken in ein Konzentrationslager f&auml;hrt, in dem, wie gesagt, Tausende sowjetische, aber zum gro&szlig;en Teil auch russische Kriegsgefangene get&ouml;tet wurden, und dieser Diplomat dann, wie vom Gedenkst&auml;ttenchef Brandenburgs angek&uuml;ndigt, mithilfe von Sicherheitskr&auml;ften herausgeschmissen wird? Sind das Bilder, die im Interesse auch der Bundesregierung w&auml;ren?<\/p><p><strong>Fischer (AA)<\/strong><br>\nIch glaube, Herr Warweg, ich habe zu dem Thema alles gesagt, was ich zu sagen hatte.<\/p><p><strong>Zusatz Warweg<\/strong><br>\nNein, haben Sie nicht!<\/p><p><strong>Fischer (AA)<\/strong><br>\nDoch.<\/p><p><strong>Zusatz Warweg<\/strong><br>\nEs war die konkrete Frage, auf die ich Sie zu antworten bitten w&uuml;rde, ob der Besuch einer Gedenkst&auml;tte mit Abertausenden hinterr&uuml;cks ermordeter Sowjetsoldaten durch einen ausl&auml;ndischen Botschafter &ndash;&nbsp;&ndash;&nbsp;&ndash;<\/p><p><strong>Vorsitzender Feldhoff<\/strong><br>\nHerr Warweg, ich glaube, Ihre Frage ist verstanden worden.<\/p><p><strong>Zusatz Warweg<\/strong><br>\nJa, aber Sie wurde ja nicht beantwortet! Deswegen dachte ich, zum besseren Verst&auml;ndnis wiederhole ich sie.<\/p><p><strong>Vorsitzender Feldhoff<\/strong><br>\nSie sind doch nicht neu hier. Sie nehmen doch seit mehr als einem Jahr an diesen Pressekonferenzen teil. Sie wissen doch, dass die Bundesregierung manchmal Ihre Fragen nicht zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet. Das ist so!<\/p><p><strong>Zusatz Warweg<\/strong><br>\nManchmal hilft aber nachfragen!<\/p><p><strong>Vorsitzender Feldhoff<\/strong><br>\nDas haben Sie ja zweimal getan.<\/p><p><strong>Frage Jessen (freier Journalist, kooperiert mit jung &amp; naiv)<\/strong><br>\nHerr Fischer, wie verh&auml;lt es sich mit Repr&auml;sentanten oder Vertretern von Organisationen aus Russland oder anderen Nachfolgestaaten der ehemaligen UdSSR, die sich als Organisationen und Personen gegen den Angriffskrieg stellen und sagen, dass sie als B&uuml;rger mit einem Hintergrund in dieser Region den Toten bzw. den Opfern ihren Respekt erweisen wollen? W&auml;ren die willkommen? D&uuml;rfen die an solchen Veranstaltungen teilnehmen?<\/p><p><strong>Fischer (AA)<\/strong><br>\nHerr Jessen, vielleicht ganz grunds&auml;tzlich: Die Veranstaltungen, um die es hier geht, werden nicht vom Ausw&auml;rtigen Amt organisiert. Das hei&szlig;t, die Einladungspraxis wird in diesem Fall von den Gedenkst&auml;tten selbstst&auml;ndig gew&auml;hlt.<\/p><p>Ich habe ja schon deutlich gemacht, dass wir uns f&uuml;r eine angemessene W&uuml;rdigung der Opfer des Zweiten Weltkriegs einsetzen, gerade auch der sowjetischen Opfer, die ja russisch, ukrainisch, belarussisch, kasachisch, kirgisisch sein k&ouml;nnen. Das, wogegen wir uns aussprechen, ist in der Tat diese Instrumentalisierung und dieser Geschichtsrevisionismus. Das schlie&szlig;t aber nicht aus, dass Gruppen, die Sie genannt haben, nat&uuml;rlich an diesen Veranstaltungen teilnehmen. Aber, noch einmal, sozusagen die Einladungspraxis ist das Recht derjenigen, die die Veranstaltung organisieren.<\/p><p><strong>Zusatzfrage Jessen<\/strong><br>\nJa, das ist selbstverst&auml;ndlich. Das gilt ja aber eben dann auch f&uuml;r Vertreter der russischen Staatlichkeit, und da haben Sie die politische Position ge&auml;u&szlig;ert, dass Sie sagen, aus Ihrer Sicht w&uuml;rde das einem angemessenen Gedenken nicht entsprechen. Zivilgesellschaftliche Vertreter &ndash;&nbsp;Memorial oder wer auch immer&nbsp;&ndash; w&uuml;rden aber nach den Kriterien des Ausw&auml;rtigen Amtes ein w&uuml;rdevolles Gedenken nicht st&ouml;ren, sondern eher dazu beitragen. Verstehe ich Sie da richtig?<\/p><p><strong>Fischer (AA)<\/strong><br>\nIch werde mich jetzt nicht zu einzelnen Organisationen einlassen. Ich will nur darauf hinweisen, dass Memorial in Russland verboten ist und dass sich das, was von der Organisation noch &uuml;brig ist, nat&uuml;rlich immer um die Aufarbeitung der Verbrechen der Vergangenheit gek&uuml;mmert hat. Insofern w&uuml;rde ich keinen Widerspruch gegen eine Teilnahme von Memorial an diesen Gedenkveranstaltungen sehen. Aber, wie gesagt, es gilt, dass es das vornehmste Recht der Veranstalter ist, zu diesen Gedenkveranstaltungen einzuladen.<\/p><p><strong>Frage Warweg<\/strong><br>\nHerr Fischer, Sie und Ihre Kollegen hatten hier auch schon mehrmals dargelegt, dass diese Handreichung des Ausw&auml;rtigen Amtes einen Pr&auml;ventivcharakter hat, um zu verhindern, dass das entsprechende Gedenken instrumentell oder propagandistisch, wie Sie es bezeichnet haben, ausgenutzt wird. Jetzt gab es ja bereits &auml;hnliche Gedenken in Bezug auf den 8. und 9. Mai 2022, 2023, 2024. Gab es denn dort konkrete Vorf&auml;lle, bei denen russische oder wei&szlig;russische Diplomaten das Gedenken am 8. und 9. Mai entsprechend propagandistisch ausgenutzt haben, wie Sie es jetzt gerade behauptet haben?<\/p><p><strong>Fischer (AA)<\/strong><br>\nIch werde mich auf diese Diskussion nicht einlassen. Wir haben zu diesen Themen gesagt, was wir zu sagen haben. Ich erinnere mich nur daran, dass russische Vertreter gelegentlich mit dem Georgsband aufgetreten sind, was ja ein Zeichen der russischen Aggression gegen die Ukraine ist.<\/p><p><strong>Zusatz Warweg<\/strong><br>\nAber die Frage sollte man mir ja trotzdem beantworten! Sie sagen sozusagen: &bdquo;Pr&auml;ventiv verhindern wir die Teilnahme russischer oder wei&szlig;russischer Diplomaten am Gedenken &ndash; aus Angst vor Instrumentalisierung&ldquo;. Sie k&ouml;nnen mir aber keinen einzigen Beleg daf&uuml;r geben, dass es so eine Instrumentalisierung in den letzten drei Jahren, seit Beginn des Krieges, gegeben hat.<\/p><p><strong>Fischer (AA)<\/strong><br>\nHerr Warweg, wir haben mitnichten eine Teilnahme russischer Vertreter an Gedenkveranstaltungen zum Ende des Zweiten Weltkriegs verboten. Das k&ouml;nnten wir auch nicht. Ich habe ja darauf hingewiesen, dass die Einladungspraxis eine Praxis der jeweiligen Gedenkst&auml;tten bzw. derjenigen ist, die diese Gedenkveranstaltungen organisieren. Dabei w&uuml;rde ich es jetzt belassen. Ich habe ja schon ausgef&uuml;hrt, dass es die Gefahr der Instrumentalisierung durch russische offizielle Vertreter gibt.<\/p><p><small>Titelbild: Screenshot NachDenkSeiten, Bundespressekonferenz 23.04.2025<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=131489\">Die fragw&uuml;rdige Begr&uuml;ndung des Ausw&auml;rtigen Amts f&uuml;r Ausladung russischer Diplomaten vom Gedenken an den 8. Mai<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=131300\">Neue Geh&auml;ssigkeit aus dem Hause Baerbock: Russen sollen beim 80. 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