{"id":132038,"date":"2025-04-25T10:00:57","date_gmt":"2025-04-25T08:00:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=132038"},"modified":"2026-01-27T11:51:45","modified_gmt":"2026-01-27T10:51:45","slug":"bischof-fordert-kriegstauglichkeit-ein-brief-an-den-mann-gottes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=132038","title":{"rendered":"Bischof fordert Kriegstauglichkeit \u2013 ein Brief an den \u201eMann Gottes\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.rundschau-online.de\/welt\/karfreitagsbotschaft-militaerbischof-overbeck-fordert-kriegstauglichkeit-1007411\">&bdquo;Wir m&uuml;ssen &bdquo;kriegstauglich&ldquo; werden und uns zugleich &bdquo;friedenst&uuml;chtig&ldquo; f&uuml;r einen gerechten Frieden einsetzen&ldquo;<\/a> &ndash; das sind aktuelle Worte von Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck. Mit dieser Aussage klingt der &bdquo;Mann Gottes&ldquo; wie ein Politiker. Es ist an der Zeit, dem ehrw&uuml;rdigen Bischof zu schreiben. Von <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7781\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-132038-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250425_Bischof_fordert_Kriegstauglichkeit_ein_Brief_an_den_Mann_Gottes_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250425_Bischof_fordert_Kriegstauglichkeit_ein_Brief_an_den_Mann_Gottes_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250425_Bischof_fordert_Kriegstauglichkeit_ein_Brief_an_den_Mann_Gottes_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250425_Bischof_fordert_Kriegstauglichkeit_ein_Brief_an_den_Mann_Gottes_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=132038-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250425_Bischof_fordert_Kriegstauglichkeit_ein_Brief_an_den_Mann_Gottes_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250425_Bischof_fordert_Kriegstauglichkeit_ein_Brief_an_den_Mann_Gottes_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Lieber Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck,<\/p><p>kennen Sie das 5. Gebot? Gewiss, Sie sind ein kluger Mann und erkennen sofort, dass diese Frage nur rhetorischer Art ist. Als ranghoher Gottesdiener kennen Sie jene Gebote, die, so sagt es unser Glauben, Gott Mose pers&ouml;nlich auf dem Berg Sinai &uuml;bermittelt hat, aus dem Effeff. &bdquo;Du sollst nicht t&ouml;ten&ldquo;, lautet das 5. Gebot. Vielleicht &ndash; ich vermag das nicht zu sagen &ndash; sp&uuml;ren Sie diese innere Kraft, die diesem und den anderen Geboten zugrunde liegt. Mein Eindruck ist: Es ist gut, nach jedem der Zehn Gebote einen Punkt zu setzen und m&ouml;glichst lange zu schweigen. Manche Zeitgenossen haben keinen Respekt vor den Geboten, gerade wenn es um Politisches geht. Schnell zaubern sie anstelle eines Punktes ein Komma aus dem Hut. &bdquo;Ja, Komma, das mag ja so sein&ldquo;, sagen Sie und f&uuml;hren fort: &bdquo;Aber!&ldquo;<\/p><p>Sie als &bdquo;Mann Gottes&ldquo; sind sicherlich gut mit der immer wieder gerne ins Feld gef&uuml;hrten Exegese, also mit der <em>Auslegung<\/em> der alt- und neutestamentlichen Texte vertraut. Je nachdem, wie Mensch es braucht, kennt die Kreativit&auml;t der vorgeblich richtigen Auslegung von Bibelstellen bisweilen keine Grenzen. Doch lassen wir das mal beiseite. Reden wir &uuml;ber den Krieg. Reden wir &uuml;ber Kriegst&uuml;chtigkeit. Reden wir &uuml;ber Kriegstauglichkeit. Kurzum: Reden wir &uuml;ber Ihre Rede, oder genauer: Ihre Karfreitagsbotschaft.<\/p><p>Sie haben sich in eine weitreichende politische Debatte eingeschaltet. In Ihrer Botschaft zum Karfreitag haben Sie gesagt: &bdquo;Wir m&uuml;ssen &sbquo;kriegstauglich&lsquo; werden und uns zugleich &sbquo;friedenst&uuml;chtig&lsquo; f&uuml;r einen gerechten Frieden einsetzen.&ldquo;<\/p><p>Wissen Sie, was der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki gesagt hat? <a href=\"https:\/\/www.rnd.de\/politik\/fdp-vize-kubicki-muessen-notfalls-die-wehrpflicht-wieder-in-gang-setzen-LZNRYN2FNNJUJG4LZQ7HQQU72U.html\">&bdquo;Wir m&uuml;ssen kriegstauglich werden&ldquo;<\/a>, so Kubicki im Dezember 2023.<\/p><p>Haben Sie von den Worten unseres allseits sehr gesch&auml;tzten Bundesverteidigungsministers Boris Pistorius geh&ouml;rt? Er redet vom <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/shop\/zeitschriften\/apuz\/bundeswehr-2024\/556392\/kriegstuechtig\/\">&bdquo;K&auml;mpfen k&ouml;nnen, um nicht k&auml;mpfen zu m&uuml;ssen&ldquo;<\/a>. Wissen Sie, wer in der bundesdeutschen Politik noch so &auml;hnlich gesprochen hat? Sie haben recht! Lassen wir es mit dem Zitieren gut sein. In der heutigen Zeit formulieren es ja viele Politiker so: Kriegst&uuml;chtigkeit, um nicht in den Krieg zu m&uuml;ssen. Und dann ist da auch noch die Rede von der angeblichen &bdquo;Zeitenwende&ldquo;, von der Sie ja auch sprechen.<\/p><p>Was ich Ihnen damit sagen m&ouml;chte: Sie klingen wie ein Politiker. Und richtig: Das ist nicht gut. Gerne w&uuml;rde ich einen Bischof f&uuml;r seine gro&szlig;artige Botschaft loben. Nur: Wof&uuml;r sollte so ein Lob im Hinblick auf Ihre Botschaft erfolgen? Sie vertreten die Auffassung, eine gesellschaftliche Akzeptanz m&uuml;sse daf&uuml;r aufgebaut werden, nach der &bdquo;Friedenst&uuml;chtigkeit&ldquo; und &bdquo;Kriegstauglichkeit&ldquo; kein Widerspruch seien. Sie finden, dass der Gebrauch der Begriffe &bdquo;kriegst&uuml;chtig&ldquo; und &bdquo;kriegstauglich&ldquo; schonungslos die Bedrohungslage offenlege. Die Realit&auml;t d&uuml;rfe aber nicht verweigert und die Bedrohungslage ignoriert werden.<\/p><p>Der blo&szlig;e Gebrauch von Begriffen soll an dieser Stelle schonungslos etwas &bdquo;offenlegen&ldquo;? Meinen Sie das ernst? Die Sprache in den Medien und die Sprache der Politik (was bisweilen eine Sprache ist) sind durchsetzt von Begriffen, die darauf abzielen, die Realit&auml;t zu manipulieren. Vom Morgen bis zum Abend ist die Gesellschaft durch Medien einem Dauerfeuer an propagandistisch kontaminierten Begriffen ausgesetzt, die vorgeben, die Realit&auml;t zu spiegeln. In Wirklichkeit zielen diese Begriffe aber darauf ab, in den K&ouml;pfen der Adressaten jene manipulierte Vorstellung von Realit&auml;t zu erzeugen, von der sie vorgeben, sie abzubilden.<\/p><p>W&auml;re es doch nur so einfach, dass allein schon der vielfache Gebrauch eines Begriffes zeigt, &bdquo;was ist&ldquo;. Dann &ndash; ja dann &ndash; k&ouml;nnten Sie so sprechen, wie Sie es getan haben. Doch so einfach ist es eben nicht! Edward L. Bernays, Walter Lippmann, Siegfried Kracauer, Noam Chomsky und noch so einige kluge Leute mehr haben sich mit dem Wesen und der Sprache der Propaganda auseinandergesetzt.<\/p><p>Anzunehmen, dass allein schon der Gebrauch eines der wohl am politisch-propagandistisch kontaminiertesten Begriffe dieser Zeit, n&auml;mlich: &bdquo;Kriegst&uuml;chtigkeit&ldquo;, auch nur im Ansatz etwas von einer realen Bedrohungslage zeige, kommt einem Realit&auml;tsbruch gleich. Der Begriff Kriegst&uuml;chtigkeit legt nichts offen, er verschleiert.<\/p><p>In den Sinnenklaven der ewig Kalten Krieger, wo der Feind grunds&auml;tzlich nur in Russland sitzen kann, mag die Vorstellung von der gro&szlig;en Bedrohung der Wirklichkeit entsprechen. Au&szlig;erhalb ist die Realit&auml;t eine andere.<\/p><p>Beim Lesen Ihrer Aussagen habe ich mich gefragt: Wie kann ein so kluger, intelligenter und gebildeter Mann Derartiges sagen? Wei&szlig; ein Bischof nicht, dass es einen Unterschied zwischen Medienrealit&auml;t und realer Realit&auml;t gibt?<\/p><p>Das f&auml;llt mir schwer zu glauben. Die Realit&auml;t der Medien ist allein schon auf der einfachen Ebene eine konstruierte Realit&auml;t. Was uns in der Berichterstattung vorgesetzt wird, basiert auf einem Akt der Konstruktion. Die Berichterstattung zeigt uns einen Ausschnitt aus dem, was &bdquo;da drau&szlig;en&ldquo; ist &ndash; das Gesamtbild kann sie nicht zeigen. Und das wirft gro&szlig;e Probleme im Hinblick auf die pr&auml;sentierte Wahrhaftigkeit auf. Ich will hier mit Ihnen gar nicht &uuml;ber die Grundlagen einer kritischen Medienbetrachtung sprechen, das w&uuml;rde den gesetzten Rahmen sprengen. Aber ist es wirklich so schwer zu verstehen, dass beim Thema Ukraine-Krieg auch die vermeintlich &bdquo;Guten&ldquo; manipulieren?<\/p><p>Gestatten Sie mir eine Frage: Woher nehmen Sie Ihre Auffassung, dass &bdquo;wir&ldquo; angeblich einer &bdquo;Bedrohung&ldquo; ausgesetzt sind? Aus der &bdquo;Tagesschau&ldquo;? Aus dem <em>Spiegel<\/em>? Aus Medien, die &uuml;ber &bdquo;Massenvernichtungswaffen&ldquo; im Irak &bdquo;berichtet&ldquo; haben?<\/p><p>Geradeaus gesagt: Es gibt keine Bedrohung. Die Bedrohung durch Russland gleicht einem Phantasma.<\/p><p>Haben Sie sich jemals gefragt, warum Russland &bdquo;uns&ldquo; angreifen sollte? Europa besteht aus 450 Millionen B&uuml;rgern, w&auml;hrend in Russland etwa 150 Millionen Menschen leben. Europa &ndash; ein Gebilde aus zahlreichen Kulturen, Mentalit&auml;ten, Sprachen. Haben Sie sich jemals &uuml;berlegt, wie es konkret aussehen w&uuml;rde, wenn Russland Europa &uuml;berfallen und unter seine &bdquo;Knute&ldquo; stellen wollte? Allein schon sprachpraktisch und verwaltungstechnisch w&auml;re es geradezu ein Unding. Vom Krieg nach dem Krieg, also entfachten Partisanenk&auml;mpfen, Aufst&auml;nden usw. ganz zu schweigen. Glauben Sie mir: Russland ist froh, dass es, salopp gesagt, dieses Europa nicht an der Backe hat. Oder ziehen Sie in Betracht, dass Russland Europa vernichten will, vielleicht sogar atomar? Halten Sie Russland wirklich f&uuml;r so b&ouml;se und so dumm obendrauf, dass es die NATO atomar angreift, Millionen von Menschen t&ouml;tet und sich selbst der Gefahr einer v&ouml;lligen Zerst&ouml;rung aussetzt? Sollten Sie das bejahen, empfehle ich: Konsumieren Sie bitte keine Medien mehr.<\/p><p>Um Ihnen ein St&uuml;ck entgegenzukommen: Eine Gefahr besteht tats&auml;chlich. Es besteht die Gefahr, dass durch eine zunehmende und sich bereits jetzt schon verselbstst&auml;ndigende Politik der Konfrontation und des Feindbildaufbaus irgendwann tats&auml;chlich ein Krieg entsteht.<\/p><p>Von Paul Watzlawick stammt das Zitat: <\/p><blockquote><p>\n<em>Je mehr eine Nation sich von Nachbarn bedroht f&uuml;hlt, desto mehr wird sie sich zur Verteidigung r&uuml;sten, und desto mehr wird die Nachbarnation ihre eigene Aufr&uuml;stung f&uuml;r das Gebot der Stunde halten. Der l&auml;ngst erwartete Krieg ist dann nur noch eine Frage der Zeit.<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Da ist etwas dran. Und gerade deshalb ist es wichtig, dass auch Bisch&ouml;fe fundamentalkritisch die Medienrealit&auml;t hinterfragen.<\/p><p>Die Realit&auml;t, mit der wir es zu tun haben, entspricht nicht der Realit&auml;t eines billigen Western, wo die B&ouml;sen die schwarzen H&uuml;te und die Guten die wei&szlig;en H&uuml;te tragen. Wenn sich schon ein Kirchenvertreter zum Thema Kriegst&uuml;chtigkeit zu Wort meldet, dann wei&szlig; er hoffentlich, seit wann die CIA in der Ukraine agiert und aus welchen Gr&uuml;nden. Und er versteht auch, was eine dreckige Tiefenpolitik ist.<\/p><p>Um es offen zu sagen: In den Kirchenhierarchien gibt es sicherlich gute, anst&auml;ndige, weitherzige Menschen, die dem Wort Gottes folgen, es nicht weltanschaulich verseucht verstehen und versuchen, zum Guten hin zu wirken. Vor diesen Kirchenm&auml;nnern und -frauen habe ich gro&szlig;en Respekt. In den Kirchen gibt es aber auch Drecks&auml;cke, die Wasser predigen und Wein saufen. Es gibt Kirchenvertreter, die in der Coronazeit Ungeimpfte wie Auss&auml;tzige behandelt haben &ndash; dass Jesus Leprakranke aufgesucht hat, haben diese Leute wohl vergessen. Und es gibt Kirchenvertreter, die sich <em>aus Gr&uuml;nden<\/em> lieber mit der vorherrschenden Politik gemein machen, als sie in angebrachter Sch&auml;rfe zu kritisieren.<\/p><p>Ich wei&szlig; nicht, ob Bisch&ouml;fe Musik h&ouml;ren, darauf wetten w&uuml;rde ich aber &ndash; wobei man als Christ nat&uuml;rlich nicht wetten sollte. Wenn auch Sie also Musik h&ouml;ren, haben Sie vielleicht schon mal das Lied mit dem Titel <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=CdBo34ycvkw\">&bdquo;Sei wachsam&ldquo;<\/a> geh&ouml;rt. Es stammt von dem Liedermacher Reinhard Mey. Darin hei&szlig;t es:<\/p><blockquote><p>\n<em>Die Scharfmacher, die immer von der Friedensmission quasseln<\/em><br>\n<em>Und unterm Tisch schon emsig mit dem S&auml;bel rasseln?<\/em><br>\n<em>Der alte Glanz in ihren Augen beim gro&szlig;en Zapfenstreich,<\/em><br>\n<em>Abteilung kehrt, im Gleichschritt marsch, ein Lied und heim ins Reich!<\/em><br>\n&bdquo;<em>Nie wieder soll von diesem Land Gewalt ausgehen!&rdquo;<\/em><br>\n&bdquo;<em>Wir m&uuml;ssen Flagge zeigen, d&uuml;rfen nicht beiseite stehen!&rdquo;<\/em><br>\n&bdquo;<em>Rein humanit&auml;r nat&uuml;rlich und ganz ohne Blutvergie&szlig;en!&rdquo;<\/em><br>\n&bdquo;<em>Kampfeins&auml;tze sind jetzt nicht mehr so ganz auszuschlie&szlig;en.&rdquo;<\/em><br>\n<em>Sie zieh&rsquo;n uns immer tiefer rein, St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck,<\/em><br>\n<em>Und seit heute fr&uuml;h um f&uuml;nf Uhr schie&szlig;en wir wieder zur&uuml;ck!<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Dieses Lied handelt von Heuchlern, Pharis&auml;ern und Manipulateuren, es handelt von Politikern und, ja, auch von Vertretern Ihrer &bdquo;Zunft&ldquo;, von Bisch&ouml;fen.<\/p><p>&bdquo;Wenn du erst lernst zu &uuml;bersetzen, was sie wirklich sagen&ldquo;, singt Mey, um dann anzumerken: &bdquo;Der Minister nimmt fl&uuml;sternd den Bischof beim Arm: Halt du sie dumm, ich halt&rsquo; sie arm!&ldquo;<\/p><p>W&auml;re Ihre Karfreitagsbotschaft vom Geist dieses Liedes inspiriert gewesen: Sie w&auml;re ein Glanzst&uuml;ck geworden, mit dem sicherlich auch Ihr oberster Chef &ndash; Sie wissen: oben, ganz weit oben &ndash; sehr zufrieden gewesen w&auml;re.<\/p><p>Stattdessen baut Ihre Ansprache auf eine politische &bdquo;Realit&auml;t&ldquo;, in der bis heute der Krieg in der Ukraine nicht als das bezeichnet wird, was er <em>auch<\/em> ist: ein Stellvertreterkrieg.<\/p><p>Warum klagen Sie als Kirchenvertreter nicht die unfassbaren Ausgaben im Rahmen des politischen Gro&szlig;projektes Kriegst&uuml;chtigkeit an, w&auml;hrend vor den Suppenk&uuml;chen im Land die Armen in der Schlange stehen? Warum prangern Sie nicht die Beschaffung und Lieferung von Panzern, Waffen und Munition an, die &ndash; und da gibt es nichts sch&ouml;nzureden &ndash; zum T&ouml;ten von Menschen gemacht sind?<\/p><p>Vielleicht entgegnen Sie, diese Ausf&uuml;hrungen seien zu einseitig, weil mit den Waffen doch Menschenleben <em>verteidigt <\/em>w&uuml;rden. Falls dem so ist: H&ouml;ren Sie bitte mit dergleichen auf. In allen Kriegen <em>&bdquo;verteidigen&ldquo;<\/em> immer alle Seiten. Manche sprechen gar bei Angriffen von &bdquo;Pr&auml;ventivverteidigung&ldquo;. &Uuml;berhaupt wollen auch alle immer nur den Frieden. Und selbst die, die den Krieg anfangen, ziehen nur f&uuml;r den &bdquo;Frieden&ldquo; in die Schlacht.<\/p><p>Bei einer Kirche, die sich nicht ausdr&uuml;cklich gegen den politischen Wahnsinn der Hoch- und Aufr&uuml;stung ausspricht, entsteht der Eindruck, dass sie lieber mit &bdquo;der Macht&ldquo; schwimmt als gegen sie. Das Letzte, was wir derzeit aber brauchen, ist eine Kirche, die versucht, der Politik Stellungshilfe bei der &bdquo;korrekten&ldquo; Ausformulierung des eingeschlagenen Irrwegs zu bieten. Ob &bdquo;Kriegst&uuml;chtigkeit&ldquo; oder &bdquo;Kriegstauglichkeit&ldquo;: Beide Ausdr&uuml;cke bauen auf Pr&auml;missen, die einer kritischen Betrachtung nicht standhalten.<\/p><p>Wir Christen sind der Wahrheit verpflichtet. Das ist bisweilen nicht immer leicht. Und was wirklich &bdquo;die Wahrheit&ldquo; ist, das ist leider nicht immer ganz einfach herauszufinden. &bdquo;Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater au&szlig;er durch mich&ldquo;, sagte Jesus. Die Wahrheit liegt also nach dem christlichen Glauben bei Gott. Wo die Wahrheit hingegen allenfalls nur selten liegt, ist in der Politik und den Medien und im Krieg schon gar nicht. Diese Felder sind durchtr&auml;nkt von Propaganda, Manipulation, Halbwahrheiten und L&uuml;gen. Und wer der Meister der L&uuml;ge ist, das wissen wir alle.<\/p><p>Nichts f&uuml;r ungut.<\/p><p>Mit Friedensgr&uuml;&szlig;en<br>\nMK<\/p><p><em>Anm. d. Red.: Die gesamte Predigt von Bischof Franz-Josef Overbeck, der katholischer Milit&auml;rpfarrer f&uuml;r die Bundeswehr ist, findet sich als PDF-Datei <a href=\"https:\/\/www.bistum-essen.de\/pressemenue\/artikel\/bischof-ruft-an-karfreitag-zum-einsatz-fuer-frieden-menschenwuerde-und-demokratie-auf\">auf dieser Seite<\/a>.<\/em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/8d190d15f80045888301284203418eb3\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p><p><em>Leserbriefe zu diesem Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=132254\">finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: &copy; KMBA \/ Hermann-Josef Lachnit<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.rundschau-online.de\/welt\/karfreitagsbotschaft-militaerbischof-overbeck-fordert-kriegstauglichkeit-1007411\">&bdquo;Wir m&uuml;ssen &bdquo;kriegstauglich&ldquo; werden und uns zugleich &bdquo;friedenst&uuml;chtig&ldquo; f&uuml;r einen gerechten Frieden einsetzen&ldquo;<\/a> &ndash; das sind aktuelle Worte von Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck. Mit dieser Aussage klingt der &bdquo;Mann Gottes&ldquo; wie ein Politiker. Es ist an der Zeit, dem ehrw&uuml;rdigen Bischof zu schreiben. 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