{"id":132084,"date":"2025-04-27T14:00:24","date_gmt":"2025-04-27T12:00:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=132084"},"modified":"2025-04-25T18:20:21","modified_gmt":"2025-04-25T16:20:21","slug":"ecuador-die-stiefel-und-die-stimmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=132084","title":{"rendered":"Ecuador: Die Stiefel und die Stimmen"},"content":{"rendered":"<p>Aus Quito kommt die Chronik eines Wahlhangovers ohne Happy End. Das &uuml;berraschende Ergebnis hat die Linke geschockt und einer Regierungspartei, die Donald Trump huldigt, die Wiederwahl beschert. Warum spricht die Opposition von Wahlbetrug? Und was erwartet ein von Gewalt gezeichnetes Ecuador nun? Eine Reportage von <strong>Marco Teruggi<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n&bdquo;Hier stiegen sie ein und sagten mir: &lsquo;Schau mal, ich bin f&uuml;r Noboa&rsquo;. Von etwa 20 Kunden waren fast alle f&uuml;r Noboa, etwa f&uuml;nf oder sechs f&uuml;r Luisa&rdquo;, sagt Carlos, w&auml;hrend er seinen Uber durch die steilen Stra&szlig;en von Quito f&auml;hrt, zufrieden mit dem Ergebnis der Wahlen vom Sonntag.<\/p><p>Er geh&ouml;rte zu den wenigen, die von den Zahlen des Nationalen Wahlrats (CNE) nicht &uuml;berrascht waren, als dieser den Sieg von Daniel Noboa mit mehr als elf Punkten Vorsprung vor Luisa Gonz&aacute;lez bekannt gab. Ein K.-o.-Sieg, den keine Umfrage oder Wahlprognose vorhergesagt hatte.<\/p><p>Ebenso wenig hatte man erwartet, dass Gonz&aacute;lez am Sonntagabend auf die B&uuml;hne steigen und sagen w&uuml;rde: &bdquo;Das ist eine Diktatur und der gr&ouml;&szlig;te Wahlbetrug, den wir Ecuadorianer je erlebt haben.&rdquo; Die &uuml;berraschten Gesichter der F&uuml;hrungskr&auml;fte an ihrer Seite zeigten die Wirkung der Anfechtung der Niederlage mit fast 1,2 Millionen Stimmen Unterschied und den Aufruf zu einem Kreuzzug f&uuml;r eine Neuausz&auml;hlung und die &Ouml;ffnung der Wahlurnen.<\/p><p>Seitdem sind 72 Stunden vergangen, und der Alltag in der Hauptstadt verlief wie jede Woche, ohne Demonstrationen oder Kundgebungen vor dem CNE, um den Betrug anzuprangern, und ohne Ank&uuml;ndigungen, dass es solche geben wird. Oberfl&auml;chlich betrachtet ist alles wie zuvor, mit abwechselnd sonnigen und regnerischen Tagen, dem Blick der Jungfrau der Apokalypse auf dem Gipfel des Panecillo, den dunkelgr&uuml;nen Bergen und dieser seltsamen Traurigkeit in Quito, die von weit her zu kommen scheint.<\/p><p>Eine Ruhe in einer Stadt, die unter der Bedrohung des am Tag vor den Wahlen erlassenen Pr&auml;sidialdekrets steht, das die Bewegungs- und Versammlungsfreiheit einschr&auml;nkt und die Unverletzlichkeit der Kommunikation und der Wohnung f&uuml;r 60 Tage aussetzt. Allerdings sind dies keine neuen Einschr&auml;nkungen: Der Ausnahmezustand ist nicht au&szlig;ergew&ouml;hnlich, sondern seit mindestens sechs Jahren an der Tagesordnung in einem Land in der Krise, das an das tragische Narco-Kolumbien der 1980er-Jahre erinnert<\/p><p>Die Frage ist nun, ob der Druck f&uuml;r eine Neuausz&auml;hlung der Stimmen zunehmen wird oder ob die Betrugsvorw&uuml;rfe in den sozialen Netzwerken verpuffen werden. Im Moment scheint es, als w&uuml;rde sich die zweite Option durchsetzen, w&auml;hrend Noboa beginnt, seinen Plan f&uuml;r weitere vier lange Jahre vorzubereiten, in denen er Ecuador wie seine Bananenplantage regieren will.<\/p><p><strong>Betrug leicht gemacht<\/strong><\/p><p>Auf die entschiedenen Betrugsvorw&uuml;rfe von Gonz&aacute;lez folgte eine Reihe von eigenen F&uuml;hrungskr&auml;ften und Verb&uuml;ndeten, die sich distanzierten und den Sieg von Noboa anerkannten. Im Lager der B&uuml;rgerrevolution hallten die Namen von Pabel Mu&ntilde;oz, B&uuml;rgermeister von Quito, Paola Pab&oacute;n, Pr&auml;fektin von Pichincha, Aquiles &Aacute;lvarez, B&uuml;rgermeister von Guayaquil, Marcela Agui&ntilde;aga, Pr&auml;fektin von Guayas, oder Leonardo Gonz&aacute;lez, Pr&auml;fekt von Manab&iacute;, wider.<\/p><p>Dass die Abgrenzung weitgehend von Akteuren mit institutionellen &Auml;mtern ausging, l&auml;sst sich wohl durch die drohenden Gerichtsverfahren und m&ouml;glichen Amtsenthebungen erkl&auml;ren, denen sie ausgesetzt sind (wie im Fall von Mu&ntilde;oz), sowie durch eigene Analysen des Wahlergebnisses vom Sonntag und durch politische Kalk&uuml;le f&uuml;r die Zukunft. Jeder positioniert sich angesichts der bevorstehenden oder sogar bereits eingetretenen Verfolgung, mit Ausreisewarnungen f&uuml;r fast hundert Regierungsgegner.<\/p><p>Auch die Wahlverb&uuml;ndeten des Correismus distanzierten sich, wie Jan Topic, Unternehmer, Kandidat f&uuml;r 2023 und 2025 zugunsten von Noboa disqualifiziert, der die Niederlage von Gonz&aacute;lez anerkannte.<\/p><p>Und ebenso Pachakutik, der politische Arm der Confederaci&oacute;n de Nacionalidades Ind&iacute;genas del Ecuador (Conaie). Die Position der wichtigsten indigenen Organisation war in diesem Szenario entscheidend: Sie ist die einzige Bewegung, die in der Lage ist, eine Massenmobilisierung auf den Stra&szlig;en zu organisieren, was die B&uuml;rgerrevolution, die sich auf die politische Superstruktur konzentriert, aus eigener Kraft nicht leisten kann.<\/p><p>Die zunehmende Zur&uuml;ckhaltung bei der Unterst&uuml;tzung der Betrugsvorw&uuml;rfe von Gonz&aacute;lez und Rafael Correa spiegelte sich auch auf internationaler Ebene wider, wo Lula da Silva, Xiomara Castro, Yamand&uacute; Orsi, Gabriel Boric und die Wahlbeobachtermission der Europ&auml;ischen Union das Ergebnis anerkannten.<\/p><p>Die Zweifel daran, dass es tats&auml;chlich zu einem Wahlbetrug bei den Ergebnissen vom Sonntag gekommen ist, beruhen auf dem Fehlen &ouml;ffentlich vorgelegter Beweise, die dies zum jetzigen Zeitpunkt in einem Ausma&szlig; belegen, das den angek&uuml;ndigten Stimmenunterschied zwischen den beiden Kandidaten erkl&auml;ren w&uuml;rde.<\/p><p>Der ehemalige Pr&auml;sident Correa erkl&auml;rte, er sei dabei, solche Beweise zu sammeln.<\/p><p>Am Mittwochabend prangerte Gonz&aacute;lez an, dass es &bdquo;mehrere Versionen der Wahlprotokolle gab, die vom CNE selbst ge&auml;ndert wurden, nachdem sie in das System eingegeben worden waren (&hellip;) und damit das Endergebnis verf&auml;lschten&rdquo;, &bdquo;eine k&uuml;nstliche Verringerung der Wahlenthaltung, es gab mehr Stimmen als W&auml;hler&rdquo;, und sie forderte vom CNE &bdquo;die sofortige Ver&ouml;ffentlichung aller ordnungsgem&auml;&szlig; unterzeichneten Wahlprotokolle&rdquo;. Sie versicherte au&szlig;erdem, &uuml;ber &bdquo;1.984 nicht gemeinsam unterzeichnete Protokolle und 1.526 Protokolle, deren Summe nicht mit der Anzahl der W&auml;hler &uuml;bereinstimmt&rdquo; zu verf&uuml;gen, die daher im Kontext eines Betrugs, bei dem &bdquo;mehr als eine Million Stimmen gestohlen wurden&rdquo;, f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rt werden m&uuml;ssten.<\/p><p>Es gibt durchaus ein logisches Argument, um die Zweifel am Ausgang zu erkl&auml;ren: &bdquo;Das Ergebnis ist statistisch und wahltechnisch unm&ouml;glich&rdquo;, wiederholt Correa. Weil Gonz&aacute;lez zwischen dem ersten und zweiten Wahlgang in mindestens sechs Provinzen Stimmen verloren hat; weil es nicht sein kann, dass die B&uuml;ndnisse mit Topic oder Conaie keine Stimmen gebracht haben; weil Gonz&aacute;lez nur 159.000 Stimmen hinzugewonnen hat, w&auml;hrend Noboa mehr als 1,3 Millionen Stimmen dazugewonnen hat; weil die Differenz zwischen den Exit Polls und dem Endergebnis mathematisch nicht zu erkl&auml;ren ist; weil keine Umfrage oder Nachverfolgung diese Differenz ergeben hat. Ein &bdquo;sehr zweifelhafter Sieg&rdquo;, wie Mexikos Pr&auml;sidentin Claudia Sheinbaum erkl&auml;rte.<\/p><p>Es gibt auch kontextbezogene Gr&uuml;nde: Der Wahlkampf fand von Anfang an in einem undemokratischen Rahmen statt. Angefangen bei der Ignoranz der Wahlbeh&ouml;rde CNE gegen&uuml;ber den zahlreichen Unregelm&auml;&szlig;igkeiten und Rechtsverst&ouml;&szlig;en Noboas &uuml;ber die kurzfristige Verlegung von Wahllokalen in Gebieten mit starker sozialer Basis des Correismus bis hin zum Ausnahmezustand am Tag vor der Wahl.<\/p><p>Eine Wahl mit unfairen Spielregeln, einem Schiedsrichter, einer Fangemeinde und einer Polizei, die bereit waren, jeden zu disziplinieren, der sich gegen den Pr&auml;sidenten-Kandidaten stellte.<\/p><p><strong>Das Ende der Formalit&auml;ten<\/strong><\/p><p>&bdquo;Als der CNE am Sonntag die Ergebnisse bekannt gab, war es, als w&uuml;rden sie den Sieg ihrer Mannschaft feiern&rdquo;, berichtet eine erfahrene lateinamerikanische Politikerin, die die Bekanntgabe der Ergebnisse vor Ort beobachtete, wo die Rektoren von vermummten Soldaten mit Langwaffen umringt waren.<\/p><p>Der kolumbianische Pr&auml;sident Gustavo Petro sagte am Dienstag: &bdquo;Die Gebiete mit oppositioneller Mehrheit wurden zwei Tage vor den Wahlen unter Ausgangssperre gestellt und unter milit&auml;rische Kontrolle gebracht. Die Wahlleitung stand unter direkter milit&auml;rischer &Uuml;berwachung durch bewaffnete M&auml;nner mit vermummten Gesichtern. An jedem Wahllokal war eine starke uniformierte und bewaffnete Milit&auml;rpr&auml;senz zu sehen. Wir mussten ausl&auml;ndische Beobachter sch&uuml;tzen, weil sie Angst hatten, nicht mehr wegzukommen.&rdquo;<\/p><p>Der letzte Teil der Wahl zeigte, wie die Kampagne eines Pr&auml;sidenten verlief, der sich rechtlich aus dem Amt zur&uuml;ckziehen musste, um kandidieren zu k&ouml;nnen, dies aber nicht tat; und der in den letzten Wochen mehr als 500 Millionen Dollar in Form von Anleihen verteilte; oder der ein Abkommen mit dem US-amerikanischen S&ouml;ldner Erik Prince schloss, der in Ecuador landete, um eine Wahlkampfveranstaltung gegen die B&uuml;rgerrevolution abzuhalten. Prince, der neben dem Innen- und dem Verteidigungsminister interviewt wurde, beschuldigte Correa, Verbindungen zum Drogenhandel zu haben und Vater eines Kindes von Luisa Gonz&aacute;lez zu sein.<\/p><p>Die Wahl passte in eine Zeit, in der demokratische und diskursive Formen immer weniger Bedeutung haben, manchmal gar keine. Wer kann, der kann.<\/p><p>In Ecuador stimmen laut dem Bericht 2024 von Latinobar&oacute;metro 53 Prozent der Bev&ouml;lkerung zu, dass ein Pr&auml;sident &bdquo;Gesetze, das Parlament und Institutionen &uuml;bergehen darf, um Probleme zu l&ouml;sen&rdquo;. Das ist der h&ouml;chste Prozentsatz in der Region.<\/p><p>Noboa hat nun freie Bahn. Nachdem seine erste Amtszeit von einem Polizeieinsatz in der mexikanischen Botschaft und der Entsendung des US-S&uuml;dkommandos ins Land gepr&auml;gt war, stellt sich die Frage, was in den kommenden vier Jahren zu erwarten ist.<\/p><p>Innenminister Jos&eacute; de la Gasca k&uuml;ndigte bereits am Tag nach der Wahl an, dass die n&auml;chste Regierung Noboa eine verfassungsgebende Versammlung vorantreiben werde, eine Strategie zur Abschaffung der Verfassung von Montecristi aus dem Jahr 2008, die unter der Pr&auml;sidentschaft Correas per Volksabstimmung verabschiedet worden war.<\/p><p>Die neoliberale und neokoloniale Restauration erlebt derzeit ihren H&ouml;hepunkt. Der Pr&auml;sident ist auch Teil eines Unternehmensimperiums mit rund 156 Firmen, das im Bananensektor eine Vormachtstellung innehat, und&nbsp;<a href=\"https:\/\/revistaraya.com\/familia-daniel-noboa-presidente-de-ecuador-trafico-de-cocaina-europa.html\">wird beschuldigt<\/a>, &uuml;ber sein Familienunternehmen Noboa Trading in Drogengesch&auml;fte verwickelt zu sein. Die Noboas kontrollieren gro&szlig;fl&auml;chige Plantagen und Lastwagen bis hin zu den Lagern und private H&auml;fen, von denen aus Schiffe mit Bananenstauden und Kokainpaketen nach Europa auslaufen. Die Expansion des Unternehmensimperiums ist in einem Land, das zu einem Drehkreuz des Drogenhandels geworden ist, in vollem Gange.<\/p><p><strong>Die Mehrheit unter Schock<\/strong><\/p><p>In den Caf&eacute;s von Quito wird nach den Wahlen eine Frage immer wieder gestellt: Wenn der Wahlbetrug das Ergebnis der Stichwahl nicht erkl&auml;ren kann, warum hat die B&uuml;rgerrevolution dann in ihrer dritten Pr&auml;sidentschaftswahl innerhalb von vier Jahren wieder verloren?<\/p><p>Einige weisen auf Fehler im Wahlkampf hin. Einer davon betrifft die offenen Flanken in Bezug auf die Dollarisierung, ein hochsensibles Thema in Ecuador, das den Slogan &bdquo;Luisa, entdollarisiert uns&rdquo; und die Verbreitung einer wirksamen Angstkampagne hervorgebracht hat.<\/p><p>Ein weiterer Faktor d&uuml;rfte die Haltung gegen&uuml;ber der Bolivarischen Revolution gewesen sein, vor dem Hintergrund einer starken Ablehnung der ecuadorianischen Bev&ouml;lkerung gegen&uuml;ber allem, was venezolanisch klingt.<\/p><p>&bdquo;Ich mochte keinen der beiden, aber ich habe f&uuml;r Noboa gestimmt, weil mir dieser Teil des Sozialismus Angst macht, zumindest nach den letzten &Auml;u&szlig;erungen in der Debatte, dass sie Maduro als verfassungsm&auml;&szlig;igen Pr&auml;sidenten anerkannt hat, und auch die Friedensvermittler, von denen Luisa gesprochen hat, haben mir nicht gefallen&rdquo;, sagt Mar&iacute;a auf der Plaza Murillo in Quito, in der N&auml;he einer lebensgro&szlig;en Pappfigur von Noboa, die am Eingang eines Restaurants steht.<\/p><p>Andererseits hat sich eine radikale Anti-Correismus-Haltung in vielen K&ouml;pfen festgesetzt. Dies ist eine Folge der permanenten Korruptionsvorw&uuml;rfe und angeblichen Verbindungen zum Drogenhandel, der Einleitung von Gerichtsverfahren und der t&auml;glichen Medienberichte, die so zahlreich sind wie die Kirchen im kolonialen Zentrum von Quito. Jeder Fehltritt wird hochgespielt, insbesondere bei einer Stichwahl, bei der es darum ging, die unbest&auml;ndigsten und wechselhaftesten W&auml;hler zu erreichen, um die Decke der Stichwahlen von 2021 und 2023 zu durchbrechen.<\/p><p>Es gibt noch eine andere m&ouml;gliche Erkl&auml;rung, die mit den Schwierigkeiten der alten progressiven Kr&auml;fte oder Linken in der Region zusammenh&auml;ngt, die sich in den internen Streitigkeiten innerhalb des argentinischen Peronismus-Kirchnerismus, dem Scheitern des Wandlungsprozesses in Bolivien oder der Krise der venezolanischen Pr&auml;sidentschaftswahlen zeigen.<\/p><p>Ersch&ouml;pfung der Repertoires, der sprachlichen Mittel, das Ende von Zyklen, angek&uuml;ndigte, aber nicht vollzogene F&uuml;hrungswechsel, Fotos vergangener Erfolge, die sepiafarben werden, bis sie schlie&szlig;lich f&uuml;r die neuen Generationen, die von Subjektivit&auml;ten gepr&auml;gt sind, die sich aus Prekarisierung und sozialem Aufstieg durch Apps, Wetten, Drogenhandel oder Migration entwickelt haben, verblassen.<\/p><p>Wenn eine andere Formel erforderlich ist, um ein anderes Ergebnis zu erzielen, stellt sich die Frage, wie die neue Arithmetik f&uuml;r eine B&uuml;rgerrevolution aussehen w&uuml;rde, die bei dieser Wahl im Gegensatz zu 2021 und 2023 sowohl mit dem indigenen Sektor als auch mit Akteuren der Rechten B&uuml;ndnisse geschlossen hat.<\/p><p>Die Antwort darauf scheint dringend f&uuml;r eine geografisch zergliederte Bewegung, mit linken und konservativen oder unternehmerischen Str&ouml;mungen in ihrem Inneren, wahrscheinlichen neuen Verr&auml;tereien und sich entwickelnden zentrifugalen Kr&auml;ften, die in einem Land, das zu Lawfare und Blei verkommen ist, unter Bedrohungen (&uuml;ber)lebt.<\/p><p>Es bleibt schlie&szlig;lich eine Frage offen: Wie kann man in einem Umfeld, in dem demokratische Prozesse manipuliert werden und ein chronischer Schockzustand herrscht, eine Mehrheit aufbauen und Wahlen gewinnen? Alles deutet darauf hin, dass sich dieser Trend in einer Welt, in der Demokratie f&uuml;r diejenigen, die nach Gewinnmaximierung und Macht streben, obsolet wird, noch versch&auml;rfen wird.<\/p><p>Im Falle Ecuadors kommt hinzu, dass das Land unter der direkten Kontrolle seiner wirtschaftlichen Eigent&uuml;mer steht, die offenbar vergessen haben, dass es sich um ein Land der Vulkane handelt.<\/p><p>&Uuml;bersetzung: Vilma Guzm&aacute;n, <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/274883\/ecuador-die-stiefel-und-die-stimmen\">Amerika21<\/a><\/p><p><small>Titelbild: Shutterstock \/Australian Camera<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=123338\">Appell zur Bew&auml;ltigung der Krise in Ecuador<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=112154\">Wie wurde Ecuador von einer &bdquo;Insel des Friedens&rdquo; zum &bdquo;failed state&rdquo;?<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113751\">Ecuador nach &Uuml;berfall auf die Botschaft Mexikos in Lateinamerika isoliert<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=99302\">Ecuador zwischen Hoffnung, Gewalt und Verfassungskrise<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/6a132f8b82c246b7bb57cc4f67c15182\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus Quito kommt die Chronik eines Wahlhangovers ohne Happy End. 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