{"id":13211,"date":"2012-05-11T15:55:39","date_gmt":"2012-05-11T13:55:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13211"},"modified":"2012-05-11T15:55:39","modified_gmt":"2012-05-11T13:55:39","slug":"hinweise-des-tages-ii-59","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13211","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;Mehr&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13211#h01\">Blockupy<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13211#h02\">Fiskalpakt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13211#h03\">Demokratie &ndash; aber nicht gegen das griechische Volk<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13211#h04\">Fehlspekulationen bei JP Morgan &ndash; Fesselt die Banken!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13211#h05\">How income inequality contributed to the Great Recession<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13211#h06\">Paul Krugman: Der Amnesie-Wahlkampf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13211#h07\">Euro-Einf&uuml;hrung: Kohl-Regierung wischte Bedenken &uuml;ber Italien beiseite<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13211#h08\">Bayerns Finanzminister S&ouml;der will die Erbschaftssteuer halbieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13211#h09\">Das bisschen Inflation k&ouml;nnen wir uns leisten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13211#h10\">Thomas Fricke &ndash; Griechischer Euro-Neustart<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13211#h11\">Arbeitslosigkeit bleibt auf Rekordhoch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13211#h12\">Gewerkschaft attackiert Berliner Bio-Superm&auml;rkte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13211#h13\">EU im Notstandsmodus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13211#h14\">Wilhelm Heitmeyer: Rechtsextremismus und gesellschaftliche Selbstentlastung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13211#h15\">Wahlkampf gegen Bertelsmann &amp; Co.<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13211&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Blockupy<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Kurzer Prozess<\/strong><br>\nNachdem in Frankfurt am Main am 31. M&auml;rz 2012 Tausende Menschen gegen den Kapitalismus demonstrierten, wird nun mit weiteren Protesten versucht, kurzen Prozess zu machen.<br>\nDie Hilflosigkeit der Herrschenden dr&uuml;ckt sich in dem aus, was diese nun am besten beherrschen. Die autorit&auml;re Verbotskeule wird herausgeholt, um friedliche Proteste in der Frankfurter Innenstadt in der Zeit vom 16.- 19. Mai [redaktionelle Anmerkung: siehe Blockupy] einfach zu verbieten.<br>\nWie so oft wird hier mit einfachen Rezepten versucht, einen aufkeimenden Protest im Keim zu ersticken. W&auml;re ja auch noch sch&ouml;ner &hellip; Sommer, Sonne Shoppingtime&hellip; und dann so etwas Ekliges wie diesen wunderbaren Kapitalismus zu kritisieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/kwassl.net\/2012\/05\/08\/kurzer-prozess\/\">Frankfurter Gemeine Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Die Blockupy-Aktiontage finden vom 16. bis 19. Mai statt. Das <a href=\"http:\/\/blockupy-frankfurt.org\/de\/actiondays\/programm\">Programm<\/a> liest sich recht interessant. Vielleicht hat der eine oder andere Leser ja Lust, den Protest zu unterst&uuml;tzen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Sahra Wagenknecht und Ulrich Wilken<\/strong><br>\nAuf die Zerst&ouml;rung des Sozialstaats folgt die Zerst&ouml;rung der Demokratie<br>\nErst diese Woche hat das Ordnungsamt der Stadt Frankfurt am Main den Occupy-Aktivisten mitgeteilt, dass das Camp vor der Europ&auml;ischen Zentralbank bis zum 23. Maierlaubt sei. Heute wurde das Camp f&uuml;r den Zeitraum vom 16. bis 20. Mai verboten. Dazu erkl&auml;ren Sahra Wagenknecht, stellvertretende Parteivorsitzende der Partei DIE LINKE, und Ulrich Wilken, Landesvorsitzender der Partei DIE LINKE. Hessen:<br>\n&Uuml;ber viele Monate haben die Occupy-Camper friedlich vor der Europ&auml;ischen Zentralbank ihren Protest mit kreativen Aktionen zum Ausdruck gebracht. Mehrfach haben sie gemeinsam mit B&uuml;ndnispartnern friedliche Gro&szlig;demonstrationen organisiert. Nun wird ihr nachweislich friedlicher Protest kriminalisiert.<br>\nDie Entscheidung des schwarz-gr&uuml;nen Magistrats ist vollkommen unverst&auml;ndlich. Da von dem Occupy-Camp nachweislich keine Gefahr ausgeht, bleibt nur die Schlussfolgerung, dass das Verbot politisch motiviert ist. Mit allen Mitteln soll der Protest gegen die europ&auml;ische Sparpolitik, die ganzen Generationen die Perspektive nimmt, am Sitz der Europ&auml;ischen Zentralbank verhindert werden. Auf die Zerst&ouml;rung des Sozialstaats folgt die Zerst&ouml;rung der Demokratie.<br>\nWie fordern die Ordnungspolitikerinnen und -politiker der schwarz-gr&uuml;nen Stadtregierung auf, den mentalen Sch&uuml;tzengraben zu verlassen. Das Blockupy-B&uuml;ndnis hat mehrfach Kooperation und weitere Gespr&auml;che angeboten. Wir fordern den schwarz-gr&uuml;nen Magistrat auf, dieses Angebot endlich anzunehmen. Es hilft nicht, den Protest gegen soziale Ungerechtigkeit zu bek&auml;mpfen, die sozialeUngerechtigkeit muss bek&auml;mpft werden. Der Protest dagegen ist nicht nur legitim, sondern dringend n&ouml;tig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.die-linke.de\/nc\/presse\/presseerklaerungen\/detail\/artikel\/auf-die-zerstoerung-des-sozialstaats-folgt-die-zerstoerung-der-demokratie\/\">Die Linke<\/a><\/li>\n<li><strong>Kommentar von Harald Thom&eacute;<\/strong><br>\nWie ja gewiss jeder schon mitbekommen hat, macht die Stadt Frankfurt durch ihr Ordnungsamt hervorragende Werbung f&uuml;r die Blockupy-Protesttage vom 16. &ndash; 19. Mai in Frankfurt. Mit den Blockupy-Protesten plant ein breites B&uuml;ndnis von Organisationen und Personen, ein un&uuml;bersehbares Zeichen internationaler Solidarit&auml;t gegen die autorit&auml;re Krisenpolitik und f&uuml;r die Demokratisierung aller Lebensbereiche zu setzen.\n<p>So sollen am 17. Mai zentrale Pl&auml;tze der Stadt besetzt werden, um Raum f&uuml;r Diskussion und inhaltlichen Austausch zu schaffen. Am 18. Mai soll der Gesch&auml;ftsbetrieb der EZB und weiterer Banken und Konzerne in Frankfurt blockiert werden, um die tiefe Emp&ouml;rung &uuml;ber Krisenbearbeitung von Troika und der Regierung zum Ausdruck zu bringen. Am Samstag, 19. Mai, folgt eine gro&szlig;e europ&auml;ische Demonstration. Der Protest richtet sich gegen die europaweite Verarmungspolitik der Troika aus der Europ&auml;ischen Zentralbank, der EU-Kommission und den Internationalen W&auml;hrungsfonds IWF.<\/p>\n<p>W&auml;hrend der Aktionstage wird es ein vielf&auml;ltiges Programm aus Konzerten, Workshops, Diskussionsrunden, Asambleas und vielen weiteren kreativen Aktionen geben.<br>\nDie 17 Veranstaltungen sind alle ordnungsgem&auml;&szlig; angemeldete, die Stadtverwaltung hat nun alle verboten, heute noch erging eine Verbotsverf&uuml;gung gegen eine Mahnwache von Ordensleuten f&uuml;r den Frieden und gegen eine Tanz-Demo &ldquo;Rave against the Troika&rdquo;.<\/p>\n<p>Die Stadt Frankfurt will in der Finanzmetropole offensichtlich Friedhofsruhe, die Rechte der B&auml;nker und Reichen sind wichtiger als die Rechte der Armen und Entrechteten. Ein solches totales Demonstrationsverbot ist in der Geschichte der BRD einzigartig. Dieses Verbot stellt eine Verletzung des verfassungsrechtlich garantierten Demonstrationsrechts dar. Damit sollen die Proteste gegen eine Krisenpolitik, die tief in das Leben von Millionen von Menschen in Europa eingreift, komplett verhindert werden.<br>\nEs ist entscheidend, in einem ersten Schritt den Protest gegen das Demonstrationsverbot zu entwickeln, dazu k&ouml;nnt ihr <a href=\"http:\/\/notroika.linksnavigator.de\/petition\/protest-gegen-das-verbot-von-blockupy-frankfurt\">hier eine Protestresolution online unterschreiben<\/a>.<\/p>\n<p>Einen aktuellen Infoticker dazu <a href=\"http:\/\/notroika.linksnavigator.de\/neues\">gibt es hier<\/a>.<\/p>\n<p>Dann m&ouml;chte ich pers&ouml;nlich zur Teilnahme an den Protesten aufrufen. Es ist einfach n&ouml;tig, den Reichen und M&auml;chtigen die Stirn zu bieten, im &bdquo;Herzen der Bestie&ldquo; gegen die europaweite Verarmungspolitik zu protestieren und klarzumachen, hier und jetzt ist Schluss! Hinzu kommt, dass nunmehr auch f&uuml;r das Demonstrationsrecht gestritten werden muss. Zudem ist davon auszugehen, das die Verbotsverf&uuml;gungen gerichtlich keinen Bestand haben werden.<\/p>\n<p>Alle Demokratinnen und Demokraten k&ouml;nnen &uuml;ber dieses rechtswidrige und undemokratische Vorgehen nur aufs &Auml;u&szlig;erste entsetzt sein und eine sofortige R&uuml;cknahme dieses Totalverbots fordern. Was auf dem Tahrir-Platz in Kairo, an der Puerta del Sol in Madrid oder im Central Park von New York m&ouml;glich war, muss auch in Frankfurt am Main m&ouml;glich sein!<br>\nHeute kam die Meldung rein, dass Musiker und K&uuml;nstler wie Konstantin Wecker und andere dazu aufrufen: &bdquo;Kommt massenhaft &ndash; wir lassen uns weder Konzerte, noch das Demonstrieren verbieten!&ldquo;,  dem ist nichts hinzuzuf&uuml;gen und daher auch mein Aufruf: auf nach Frankfurt!<br>\n<a href=\"http:\/\/www.blockupy-frankfurt.org\/\">Mehr dazu<\/a>.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.harald-thome.de\/\">Harald Thom&eacute;<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Fiskalpakt<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Sahra Wagenknecht: Europa braucht Gegenwehr, Europa braucht eine andere Wirtschafts- und Finanzordnung<\/strong><br>\nDie Wachstumsrhetorik ist genauso verlogen wie vorher die Sparrhetorik. &ldquo;Es wurde und wird ja in Europa &uuml;berhaupt nicht gespart. Sondern es werden unter dem Vorwand der Schuldenbremse der Bev&ouml;lkerung in Europa brachiale K&uuml;rzungsprogramme diktiert, aber gleichzeitig werden unver&auml;ndert Milliarden daf&uuml;r verpulvert, um Banken, Hedgefonds und Spekulanten von ihrer Verantwortung und ihren Verlusten freizukaufen&rdquo;, antwortet Sahra Wagenknecht auf die Regierungserkl&auml;rung von Au&szlig;enminister Westerwelle zu Wegen aus der Krise Europas.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=YfNJOLlImgQ\">Linksfraktion via YouTube<\/a><\/li>\n<li><strong>Der Fiskalpakt ruiniert Europa<\/strong><br>\nDie Sparpolitik trifft die Opfer der Krise die deutschen Weisungen bescha&#776;digen die Demokratie<br>\nEuropa kocht deutsch Von Athen bis Paris sollen die Staatsfinanzen nach dem Rezept der schwa&#776;bischen Hausfrau zu bereitet werden. Schluss mit Kaviar und Sekt Auf den Tisch kommt zuku&#776;nftig nur noch was die Haushaltskasse hergibt Leben auf Pump war einmal Jetzt soll die deutsche Stabilita&#776;tskultur die europa&#776;ischen Schuldenko&#776;nige das sparsame Haushalten lehren. Merkels Fiskalpakt sei Dank.<br>\nEuropas neue Schuldenregeln legen den Kassenwarten Daumenschrauben an. Ku&#776;nftig du&#776;rfen sie nicht mehr ausgeben als sie einnehmen. In die Sprache der O&#776;konomen u&#776;bersetzt muss das strukturelle Haushaltsdefizit unter 0,5 Prozent des Sozialproduktes bleibe. Staaten deren Schuldenquote u&#776;ber 60 Prozent liegt, mu&#776;ssen ja&#776;hrlich fu&#776;nf Prozent ihrer u&#776;berma&#776;&szlig;igen Verschuldung abbauen Die Europa&#776;ische Kommission, der Rat und Europas Gerichtshof sollen daru&#776;ber wachen dass die Regeln auch eingehalten werden. Versto&#776;&szlig;e wer den teuer. Dieser europa&#776;ische Fiskalpakt ist o&#776;konomisch unsinnig sozial verantwor tungslos und bescha&#776;digt die Demokratie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/120511_sz_11_5_2012.pdf\">S&uuml;ddeutsche Zeitung [PDF &ndash; 188 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Tarnen und t&auml;uschen<\/strong><br>\nMit einer Strategie der T&auml;uschung will Berlin die Forderungen des designierten franz&ouml;sischen Staatspr&auml;sidenten Fran&ccedil;ois Hollande nach einem Ende der blanken deutschen Spardiktate abwehren. Neben Hollande fordern inzwischen die Regierungschefs diverser weiterer Euro-Staaten, die EU m&uuml;sse zu kreditfinanzierten Wachstumsprogrammen zur&uuml;ckkehren, um den Totalzusammenbruch mehrerer Volkswirtschaften, wie er sich in Griechenland mittlerweile exemplarisch abzeichnet, abzuwenden. Berlin ist nach dem Bruch der niederl&auml;ndischen Koalition weitgehend isoliert &ndash; und verlegt sich neben Ank&uuml;ndigungen, die Eurozone keinen Zentimeter vom bisherigen Austerit&auml;tskurs abweichen zu lassen, auf Methoden zur Irref&uuml;hrung der rebellierenden Bev&ouml;lkerungen. Die Regierung halte ein &ldquo;Placebo f&uuml;r die Euro-Partner&rdquo; bereit, erl&auml;utert die Presse: Die Kanzlerin werde wohl Teile des Vokabulars von Fran&ccedil;ois Hollande &uuml;bernehmen, wolle es aber mit eigenen Inhalten f&uuml;llen. So spreche sie von &ldquo;Wachstumsf&ouml;rderung&rdquo;, verstehe darunter aber die Durchsetzung von &ldquo;Strukturreformen&rdquo;, wie es auch die Spardiktate vors&auml;hen. Neue Ausgaben seien nicht geplant. Auf diese Weise lasse sich die franz&ouml;sische Wachstums-Offensive verbal einfangen, ohne ihr inhaltlich auch nur einen kleinen Schritt nachzugeben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/58326\">German Foreign Policy<\/a><\/li>\n<li><strong>Westerwelle legt Sechs-Punkte-Plan f&uuml;r mehr Wachstum in Europa vor<\/strong><br>\n[&hellip;] Sein Gegrummel war auch zu h&ouml;ren, als der Au&szlig;enminister das strikte Nein zu Nachverhandlungen &uuml;ber den europ&auml;ischen Fiskalpakt noch einmal betonte: &ldquo;Der Fiskalpakt ist beschlossen &ndash; und er gilt. Vereinbarungen zwischen Staaten werden durch neue Wahlen nicht ung&uuml;ltig.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/regierungserklaerung-des-aussenministers-westerwelle-legt-sechs-punkte-plan-fuer-mehr-wachstum-in-europa-vor-1.1354563\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Westerwelles Sicht der Dinge ist schlicht antidemokratisch. In einer Diktatur mag die Unterschrift des Staatschefs ausreichen, um ein Gesetz zu verabschieden. In den europ&auml;ischen Demokratien ist dazu immer noch wenigstens die Zustimmung des Parlaments notwendig. Das versteht man unter Gewaltenteilung. Die Exekutive, die Merkel und Westerwelle vertreten, darf keine Gesetze verabschieden. Dies ist die Aufgabe der Legislative. Vielleicht sollte Guido Westerwelle noch einmal die Schulbank dr&uuml;cken. So etwas lernt man eigentlich bereits dort.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Demokratie &ndash; aber nicht gegen das griechische Volk<\/strong><br>\nMan kann das griechische Chaos als Zeichen f&uuml;r einen eskalierenden Kampf zwischen Demokratie und Kapitalismus verstehen. Und dieser Kampf gilt ganz Europa.Das ist schon eine dumme Sache, wenn die Leute nicht so w&auml;hlen wie sie sollen. Wie zuletzt die Griechen. So gehe es ja nun gar nicht, hei&szlig;t es jetzt, die Griechen und ihre Politiker seien einfach zu d&auml;mlich oder zu uneinsichtig oder zu frech, um sich zu den Bedingungen unserer besonderen Freunde, der M&auml;rkte, retten zu lassen.<br>\nAlso ziehen wir die &ouml;konomischen Daumenschrauben noch ein wenig an und lassen sie w&auml;hlen, bis es passt; oder wir schmei&szlig;en sie vielleicht besser gleich raus aus unserem sch&ouml;nen Euro-Club. Das ist die vorherrschende Sicht in Berlin und Br&uuml;ssel.<br>\nMan kann es aber auch ganz anders sehen. Man kann das sich in Griechenland entwickelnde Chaos auch als ein erstes richtig erkennbares Zeichen f&uuml;r den eskalierenden Kampf zwischen Demokratie und, jawohl, Kapitalismus verstehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/meinung\/griechenland-leitartikel-demokratie---aber-nicht-gegen-das-griechische-volk,1472602,15217224.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Fehlspekulationen bei JP Morgan &ndash; Fesselt die Banken!<\/strong><br>\nJetzt hat auch JP Morgan Chase seinen Zockerskandal: Die Sauberm&auml;nner von der Wall Street haben binnen k&uuml;rzester Zeit Milliarden in den Sand gesetzt. Ein besseres Argument f&uuml;r knallharte Regulierung h&auml;tten Jamie Dimon und seine Kapitalmarktjongleure nicht liefern k&ouml;nnen.<br>\nDass die Banken seit Jahren und auch noch in Zukunft zu Niedrigstzinsen Notenbankgeld erhalten, um am Leben zu bleiben, wird in diesem Zusammenhang stets geflissentlich geschwiegen. Ebenso, dass davon Inflationsgefahren ausgehen &ndash; f&uuml;r die Allgemeinheit. Welchen volkswirtschaftlichen Nutzen Derivatgesch&auml;fte in Billionenh&ouml;he oder die Nahrungsmittelspekulation haben, ist bis heute trotz wortreicher Erkl&auml;rungsversuche der Branche unklar. Wie auch: Die Weltwirtschaft ist jahrzehntelang ohne sie ausgekommen und trotzdem gewachsen.<br>\nFlankiert von einer tausendk&ouml;pfigen Armada gutbezahlter Lobbyisten, die in den USA insbesondere in der Republikanischen Partei Geh&ouml;r findet, wird seit Monaten heftig antichambriert, um Teile der US-Finanzmarktreform zur&uuml;ckzudrehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/:fehlspekulationen-bei-jp-morgan-fesselt-die-banken\/70035412.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>How income inequality contributed to the Great Recession<\/strong><br>\nHigher inequality, combined with easy credit, can pressure the lower and middle class to keep up with consumers at the top<br>\nThe idea that the Great Recession of 2008 may have been caused not just by careless banking but also social inequality is currently all the rage among macroeconomists.<br>\nMuch of the impetus for the current debate stems from the widely discussed 2010 book Fault Lines, written by Raghuram Rajan, a former chief economist of the International Monetary Fund. Rajan argues that many lower- and middle-class consumers in the United States have reacted to the stagnation of their real incomes since the early 1980s by reducing saving and increasing debt. This has temporarily kept private consumption and thus aggregate demand and employment high, but also contributed to the creation of the credit bubble which eventually burst.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.guardian.co.uk\/commentisfree\/cifamerica\/2012\/may\/09\/income-inequality-great-recession\">The Guardian<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Paul Krugman: Der Amnesie-Wahlkampf<\/strong><br>\nF&uuml;r wie dumm h&auml;lt Mitt Romney die W&auml;hler eigentlich? Wenn sie seine Wahlkampf-Kampagne von Anfang an verfolgt haben, haben sie sich das wahrscheinlich sch&ouml;n &ouml;fter gefragt. Doch seit letzter Woche, als Romney versuchte eine geschlossene Gipskartonfabrik in Ohio zum Symbol der wirtschaftspolitischen Fehler von Amtsinhaber Barack Obama zu machen, stellt sich diese Frage mit einer neuen Dringlichkeit. Ja, sie ist ein Symbol, aber nicht so wie Romney sich das dachte. Als erstes wiesen zahlreiche Reporter auf einen Punkt hin, den Romney einfach unterschlagen hatte: George W. Bush war Pr&auml;sident, als das Werk geschlossen wurde und nicht Barack Obama. Erwartet Romney von den Amerikanern, dass sie Obama auch f&uuml;r die Fehler seines Vorg&auml;ngers verantwortlich machen? Ja, das tut er. Romney spricht st&auml;ndig &uuml;ber die unter Obama gestiegene Arbeitslosigkeit. Doch diese Entwicklung ereignete sich vor allem in den ersten Monaten des Jahres 2009 und damit bevor auch nur eine von Obamas Reformen wirken konnte. Romneys Rede im US-Bundesstaat Ohio illustriert daher perfekt, wie sehr Romneys Wahlkampf auf die Amnesie Amerikas setzt, auf die Hoffnung, dass sich die W&auml;hler nicht daran erinnern, dass Obama das Ruder &uuml;bernahm, als die Wirtschaft schon im freien Fall war.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/meinung\/gastbeitrag-der-amnesie-wahlkampf,1472602,15053084.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Euro-Einf&uuml;hrung: Kohl-Regierung wischte Bedenken &uuml;ber Italien beiseite<\/strong><br>\nBei der Euro-Einf&uuml;hrung haben Politiker die Warnungen vor Risiken ignoriert. Nach SPIEGEL-Informationen wusste die Regierung des damaligen Kanzlers Kohl &uuml;ber Gefahren eines Beitritts Italiens zur W&auml;hrungszone Bescheid. Am Ende z&auml;hlten aber vor allem politische Erw&auml;gungen. Noch im Januar 1998 wies der au&szlig;enpolitische Berater von Kanzler Kohl, Joachim Bitterlich, in einem Vermerk darauf hin, dass die Defizitreduzierung Italiens vor allem auf au&szlig;ergew&ouml;hnliche Effekte wie die Sondersteuer f&uuml;r Europa und im internationalen Vergleich &uuml;berproportional gesunkene Marktzinsen zur&uuml;ckzuf&uuml;hren sei. Ebenfalls im Januar 1998 hielt der Staatssekret&auml;r im Bundesfinanzministerium, J&uuml;rgen Stark, anl&auml;sslich eines Treffens mit einer italienischen Regierungsdelegation fest, die &ldquo;Dauerhaftigkeit solider &ouml;ffentlicher Finanzen&rdquo; sei &ldquo;noch nicht gew&auml;hrleistet&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/spiegel-kohl-kannte-risiken-des-beitritts-von-italien-zum-euro-a-831590.html\">Spiegel Omline<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Mein Gott, jetzt wissen wir also, dass auch die Regierung wusste, was einer breiten &Ouml;ffentlichkeit durch die Medienberichterstattung bekannt war: Italien arbeitete mit Buchungstricks. Genauso, wie sp&auml;ter die kreative Buchf&uuml;hrung der Griechen bekannt war. Vor der politischen Kurskorrektur sprach sogar Finanzminister Waigel noch im Herbst 1995 im Bundestag davon, dass Italien und Belgien den Maastricht-Kriterien eventuell nicht standhalten k&ouml;nnten. Auch im Gutachten der Bundesbank stand zu lesen, dass Belgien und Italien der Gang in einen gemeinsamen W&auml;hrungsraum zu fr&uuml;h komme. Der damalige Bundesbankchef Hans Tietmeyer f&uuml;hrte aus:<\/em> <\/p>\n<blockquote><p><em>&ldquo;Wenn ein Land oder gro&szlig;e Teile der Union nicht in der Lage sind, im Wettbewerb mitzugehen, dann in der Tat kann die W&auml;hrungsunion f&uuml;r sie ein abschn&uuml;rendes Korsett werden &ndash; abschn&uuml;rend in der Weise, dass man die Geldpolitik als nationale Politik nicht mehr verf&uuml;gbar hat und Wechselkurs&auml;nderungen nicht mehr vornehmen kann; man ist auf Gedeih und Verderb in diese W&auml;hrungsunion eingebunden. Dessen m&uuml;ssen sich alle L&auml;nder bewusst sein.&rdquo; &ndash; Auch wenn das f&uuml;r die damalige Regierung kaum relevant war, auch der intelligenteste politische Kopf dieser Zeitenwende bet&auml;tigte sich bereits 1991 als einsamer Rufer in der W&uuml;ste: Oskar Lafontaine richtete sich gegen die Maastricht-W&auml;hrungsunion, &bdquo;in der eine einheitliche Zentralbank die Geldpolitik steuert, w&auml;hrend in den einzelnen Nationalstaaten eine unterschiedliche Tarif, Sozial und Fiskalpolitik gemacht wird.&rdquo; W&uuml;rde man den eingeschlagenen Weg weitergehen, f&uuml;hre das zu einer Instabilit&auml;t der W&auml;hrung und gewaltigen Transferleistungen in die schw&auml;cheren europ&auml;ischen Mitgliedstaaten. &ndash; Tja, h&auml;tte man sich damals mehr Zeit gelassen und mehr Sorgfalt verwendet, kann man klagen, aber wir heute sind gezwungen mit dieser W&auml;hrungsunion zu leben. Der Weg in einen S&uuml;d- und einen Nordeuro z.B. ist mit soviel Ungewissheiten gepflastert, dass einem bange wird. Obschon auch jetzt ein Auseinanderbrechen der Europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion zu bef&uuml;rchten ist.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Bayerns Finanzminister S&ouml;der will die Erbschaftssteuer halbieren<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.netzticker.com\/politik\/bayerns-finanzminister-soder-will-die-erbschaftssteuer-halbieren\/123592\">dts<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Die Forderung des bayrischen Finanzministers S&ouml;der (CSU) nach einer Halbierung der Erbschaftsteuer ist an Dreistigkeit kaum noch zu &uuml;berbieten. In den vergangenen 15 Jahren wurde die Erbschaftsteuer in Deutschland bereits mehrmals abgesenkt. S&ouml;der m&ouml;chte nun einen ruin&ouml;sen Wettbewerb unter den Bundesl&auml;ndern anheizen, der in der Konsequenz dazu f&uuml;hren w&uuml;rde, die Erbschaftsteuer in Deutschland gegen null tendieren zu lassen. Die Einnahmebasis der L&auml;nder w&uuml;rde weiter geschw&auml;cht, Nutznie&szlig;er w&auml;ren einzig und allein die Erben gro&szlig;er Verm&ouml;gen (die allermeisten Erbberechtigten sind wegen hoher Freibetr&auml;ge von der Erbschaftsteuer ohnehin nicht betroffen).<\/em><br>\n<em>Der Blick in die OECD-Statistik zu den Einnahmen der OECD-Staaten aus der Erbschafts- und Verm&ouml;genssteuer in Prozent vom Bruttoinlandsprodukt zeigt, da&szlig; Deutschland bei diesen Steuern im OECD-Vergleich bereits heute die zweitniedrigsten Steuereinnahmen zu verzeichnen hat. Die deutschen Verm&ouml;gensbesitzer und die deutschen Erben gro&szlig;er Verm&ouml;gen (insbesondere Firmenverm&ouml;gen) werden im internationalen Vergleich bereits heute extrem stark geschont.<\/em> <\/p>\n<p><em>S&ouml;ders &ldquo;Argument&rdquo;, bei der Erbschaftsteuer handele es sich um eine &ldquo;Doppelsteuer&rdquo;, ist an Verlogenheit kaum noch zu &uuml;berbieten. Denn auch bei den die Niedrig- und Durchschnittsverdiener &uuml;berproportionl belastenden Verbrauchsteuern (Mehrwertsteuer, Mineral&ouml;lsteuer etc.) handelt es sich um eine &ldquo;Doppelsteuer&rdquo;, die aus bereits versteuerten L&ouml;hnen und Geh&auml;ltern zu entrichten ist. Wir werden wohl bis zum Sanktnimmerleinstag auf die Forderung S&ouml;ders warten m&uuml;ssen, wegen der &ldquo;Doppelsteuer&rdquo; die von Schwarz-Rot vorgenommene Mehrwertsteuererh&ouml;hung von 16 auf 19 Prozent wieder r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen.<\/em> <\/p>\n<p><em>Auf der politischen Tagesordnung m&uuml;&szlig;te statt einer weiteren Absenkung eine Erh&ouml;hung der Erbschaftsteuer stehen. W&uuml;rden die Konservativen und Neoliberalen bei der Steuerpolitik ihre eigene Ideologie auch nur halbwegs ernst nehmen, dann m&uuml;&szlig;ten gerade sie f&uuml;r eine st&auml;rkere Besteuerung gro&szlig;er Erbschaften eintreten. Denn die neoliberale Parole &ldquo;Leistung mu&szlig; sich wieder lohnen&rdquo; wird durch die weitgehende Steuerbefreiung  bei der Vererbung von aus Sicht der Erbberechtigten &ldquo;leistungslosem&rdquo; Verm&ouml;gen geradezu ad absurdum gef&uuml;hrt. Der von Konservativen und Neoliberalen geleistete Widerstand gegen eine h&ouml;here Besteuerung gro&szlig;er Erbschaften und erst recht S&ouml;ders Forderung nach einer Halbierung der Erbschaftsteuer zeigt, da&szlig; es diesen in Wirklichkeit nur um eine egoistische Reichtumsmehrung zu Gunsten der verm&ouml;genden &ldquo;Eliten&rdquo; geht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Das bisschen Inflation k&ouml;nnen wir uns leisten<\/strong><br>\nIst es jetzt so weit? Werden die schlimmsten Bef&uuml;rchtungen der Deutschen wahr, dass die Euro-Krise und die lockere Geldpolitik der Notenbanken die Inflation hochtreiben, dass die Ersparnisse aufgefressen, Altersrenten wertlos und Preise immer unbezahlbarer werden?<br>\nUnter der totalen Verm&ouml;gensapokalypse machen es Inflationswarner in Deutschland nicht. Es stimmt zwar, dass die Bundesbank &ndash; f&uuml;r viele aus D-Mark-Zeiten der glaubw&uuml;rdigste H&uuml;ter der Preisstabilit&auml;t &ndash; mit einer h&ouml;heren Inflation in Deutschland rechnet. Das ist aber noch kein Grund zur Panik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/konjunktur\/:euro-krise-das-bisschen-inflation-koennen-wir-uns-leisten\/70034511.html#utm_source=rss2&amp;utm_medium=rss_feed&amp;utm_campaign=\/meinungshungrige\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Thomas Fricke &ndash; Griechischer Euro-Neustart<\/strong><br>\nDass Reformen irgendwann an Belastungsgrenzen sto&szlig;en, hat Angela Merkel selbst erlebt. Es w&auml;re gut, f&uuml;r Griechenland daraus keine ganz anderen Schl&uuml;sse zu ziehen als f&uuml;r uns.<br>\nEs ist Fr&uuml;hjahr. Die Wirtschaft kriselt seit drei Jahren schon, die Arbeitslosigkeit hat neue Rekorde erreicht. Nach zwei Jahren K&uuml;rzungen und Abgaben herrscht Reformm&uuml;digkeit. Das Volk murrt. Die &Ouml;konomen reden von unver&auml;ndert schlechten Aussichten. Und als die Regierung verzweifelt vorgezogene Wahlen ausruft, kriegt sie die Quittung: das schlechteste Wahlergebnis der Nachkriegszeit. Ein Parteidesaster.<br>\nGriechenland 2012? Ja. Oder Deutschland. 2005. Kleine Erinnerung. Da lag die Arbeitslosigkeit zwei Jahre nach Lancieren der Agenda 2010 bei f&uuml;nf Millionen. Depressionsstimmung. Was auch Angela Merkel zu sp&uuml;ren kriegt, als sie im Sp&auml;tsommer mit ambitioniertem Leipziger Reformprogramm zur Wahl antritt &ndash; und am Ende fast schlimmer abst&uuml;rzt als Gerhard Schr&ouml;der.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/120511_reformstopp.jpeg\" alt=\"\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/wirtschaftswunder.ftd.de\/2012\/05\/11\/die-kolumne-griechischer-euro-neustart\/\">FTD Wirtschaftswunder<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Arbeitslosigkeit bleibt auf Rekordhoch<\/strong><br>\nDie EU-Kommission hat ihre d&uuml;stere Wirtschaftsprognose f&uuml;r das laufende Jahr best&auml;tigt. In ihrer am Freitag von Wirtschaftskommissar Olli Rehn in Br&uuml;ssel pr&auml;sentierten Fr&uuml;hjahrsprognose geht die EU-Kommission wie bereits im Februar von einer &ldquo;milden Rezession&rdquo; f&uuml;r die EU-Wirtschaft aus. In der zweiten Jahresh&auml;lfte werde langsam der Aufschwung einsetzen und sich 2013 fortsetzen, sagte Rehn. Die Arbeitslosenrate in Eurozone wird laut der Prognose heuer und im n&auml;chsten Jahr mit 11,0 Prozent einen neuen Rekord erreichen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1336696558075\/Eurozone-in-Rezession-Arbeitslosigkeit-bleibt-auf-Rekordhoch\">Der Standard<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Gewerkschaft attackiert Berliner Bio-Superm&auml;rkte<\/strong><br>\nWer im Biosupermarkt einkauft, glaubt f&uuml;r sich und die Umwelt Gutes zu tun. Doch Verdi kritisiert geringe Stundenl&ouml;hne und hohe Belastungen. [&hellip;]<br>\nNach Einsch&auml;tzung der Gewerkschaft Verdi gibt es in den meisten &Ouml;koketten weder Betriebsr&auml;te noch Tarifvertr&auml;ge. Selbst in den M&auml;rkten von Rewe, Kaufland, Aldi oder Lidl w&uuml;rden nach Tarif bessere Stundenl&ouml;hne gezahlt. [&hellip;]<br>\nAls Beispiel f&uuml;hrt die Gewerkschaft die Berliner Supermarktkette Bio Company auf. &bdquo;Dort bekommt eine Aushilfe, die nur befristet besch&auml;ftigt ist, brutto 7,50 Euro pro Stunde&ldquo;, berichtet Verdi-Einzelhandelsexpertin Janet Dumann. Der Stundenlohn f&uuml;r fest Angestellte liege bei um die 9 Euro. Im Vergleich dazu: Nach Tarif werde einer gelernten Kassiererin ein Bruttostundenlohn von 13,50 Euro gezahlt, eine ungelernte Kraft bekomme gut 9 Euro im ersten Berufsjahr.<br>\nDoch nicht nur das Geld sei das Problem. Klagen gebe es auch dar&uuml;ber, dass oft weder Arbeits- noch Ruhezeiten eingehalten werden<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.morgenpost.de\/berlin-aktuell\/article106233232\/Gewerkschaft-attackiert-Berliner-Bio-Supermaerkte.html\">Morgenpost<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Der &Ouml;ko-Schickeria vom Prenzlauer Berg waren die Arbeitsbedingungen der emsigen Bienen, die ihnen ihr politisch korrektes Leben erm&ouml;glichen, doch eigentlich schon immer komplett egal. F&uuml;r Leser, die das Thema interessiert, sei hier noch einmal w&auml;rmstens der nun schon f&uuml;nf Jahre alte Artikel <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2007\/46\/D18-PrenzlauerBerg-46\">&bdquo;Bionade-Biedermeier&ldquo; aus der ZEIT<\/a> empfohlen &ndash; bis heute hat sich an den beschriebenen Umst&auml;nden nichts ge&auml;ndert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>EU im Notstandsmodus<\/strong><br>\nDer ehemalige Verfassungsrichter Ernst Wolfgang B&ouml;ckenf&ouml;rde pr&auml;gte j&uuml;ngst das treffende Wort: &bdquo;Die europ&auml;ische Not kennt kein Gebot&ldquo;. Und das ist kein trivialer Spruch. Gemeint ist, dass die Union bzw. die Regierungen ihrer Mitgliedstaaten im Angesicht der Krise offenbar bereit sind, sich freih&auml;ndig &uuml;ber alle Grenzen hinwegzusetzen, die sich aus dem Prim&auml;rrecht der Union oder dem nationalen Verfassungsrecht einschlie&szlig;lich der Grundrechte ergeben k&ouml;nnten. Es herrscht in der Tat eine ausgesprochene Notstandsmentalit&auml;t. Regierungen und Organe der Union agieren im Rahmen einer ungeschriebenen Notstandsverfassung. Dies muss, auch wenn nat&uuml;rlich jedem die Bew&auml;ltigung der europ&auml;ischen Finanzkrise in der Sache sehr am Herzen liegt, aus rechtsstaatlichem und demokratischem Blickwinkel zutiefst beunruhigen. Deutlich wird dies etwa im Falle des Fiskalpaktes, der bis Ende Mai im Bundestag mit Zweidrittelmehrheit verabschiedet werden soll.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2012\/mai\/eu-im-notstandsmodus?print\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Wilhelm Heitmeyer: Rechtsextremismus und gesellschaftliche Selbstentlastung<\/strong><br>\nDie &ouml;ffentliche Debatte und die Auseinandersetzung in den politischen Institutionen hat sich anl&auml;sslich der Aufdeckung der Morde durch den &bdquo;Nationalsozialistischen Untergrund&ldquo; (NSU) der sogenannten Zwickauer Zelle aufschlussreich entwickelt. Es sollte daher auch die Frage aufgeworfen werden, ob es sich um einen selbstt&auml;uschenden Duktus handelt, der statt auf Selbstaufkl&auml;rung eher auf gesellschaftliche Selbstentlastung hinausl&auml;uft. Diese w&auml;re etwa gegeben, wenn im &ouml;ffentlichen und politischen Diskurs eine Abtrennung der verbrecherischen Terrorzelle von einer ansonsten als &bdquo;intakt&ldquo; dargestellten Gesellschaft betrieben w&uuml;rde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.das-parlament.de\/2012\/18-19\/Beilage\/005.html\">Aus Politik und Zeitgeschichte<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die NachDenkSeiten haben heute Morgen auf den Artikel von John Goetz, Hans Leyendecker, Nicolas Richterund Tanjev Schultz hingewiesen: &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13201#h13\">Anatomie eines Staatsversagens: Warum es der Polizei nie gelang, die Terroristen zu finden<\/a>&ldquo;.<\/em><\/p>\n<p><em>Leider ist er kostenpflichtig. Es ist einfach ersch&uuml;tternd zu lesen,  wie die Spezialermittler der Landeskriminal&auml;mter und des BKA die Morde der Neonazi-Zelle &uuml;ber ein Jahrzehnt der kriminellen Unterwelt zuordneten. Fast gespenstisch mutet ein Treffen der Familie der deutschen Profiler bzw. der Ermittler der Abteilung &lsquo;Operative Fallanalyse&rsquo; (OFA)  im April 2007 an. Die Cr&egrave;me de la Cr&egrave;me der deutschen Ermittler kommt einfach nicht dazu, den naheliegenden Schluss  zu ziehen: Die bisherige Analyse hat uns nicht weitergebracht, lasst uns nach einem neuen Muster suchen. &ndash; Allerdings tappen Politik und Medien wie auch die &Ouml;ffentlichkeit in eine neue Falle. So wichtig der Untersuchungsausschuss im Bundestag oder interne Analysen der Landeskriminal&auml;mter und des BKA wie auch der Medien sind, die das Versagen der Ermittlungen zum Thema haben, sie f&uuml;hren am eigentlichen Thema vorbei: Wie entsteht &ldquo;Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit in der Bev&ouml;lkerung&rdquo; und wie gehen wir damit um? Wilhelm Heitmeyer, der mit einer Gruppe von Wissenschaftlern zu diesem Thema forscht, verweist auf die vielfach geh&ouml;rte Meinung: &ldquo;W&auml;ren nur die Kontrollen effizienter gewesen, h&auml;tten die dramatischen Probleme vermieden werden k&ouml;nnen.&rdquo; Er spricht von der dabei von der Dominanz des Kontrollparadigmas in den Diskussionen und der &ldquo;Vernachl&auml;ssigung des gesellschaftlichen Entstehungs- und Radikalisierungsparadigmas&rdquo; und verweist auf die Attraktivit&auml;t des Kontrollparadigmas auch f&uuml;r das interessierte und informierte Publikum. &ldquo;In den Diskussionen wird meist rasch auf die &bdquo;fassbaren&ldquo; und benennbaren rechtsextremistischen Gruppen umgelenkt, es wird dann der verst&auml;rkte Einsatz von Polizei und Verfassungsschutz gefordert, w&auml;hrend eine Debatte &uuml;ber die empirischen Ergebnisse von Bev&ouml;lkerungsmentalit&auml;ten als Legitimations- und Resonanzboden meist verweigert wird.&rdquo; Im Kontrollparadigma wird von dem &ldquo;Kontinuum der Radikalisierung durch soziale Beeinflussungsprozesse mit politischem Inhalt wie vor allem der Ideologie der Ungleichwertigkeit&rdquo; abgelenkt. Die NDS haben heute Morgen, wie leider viel zu oft, auf die verh&auml;ngnisvolle Rolle <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13201#h13\">gewisser Medien verweisen m&uuml;ssen<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Es wird viel vom Verbot der NPD geredet, aber dieses Verbot ist nicht die Antwort auf grundlegenden Ur-sachen, denen sich auch die NDS zu widmen versuchen: Die &ldquo;rapide Verst&auml;rkung der sozialen Spaltung in dieser Gesellschaft, wie sie der j&uuml;ngste OECD-Bericht und andere Ver&ouml;ffentlichungen offenbaren &hellip; Dabei ist v&ouml;llig unstrittig, dass massive Ungleichheit Gesellschaften zersetzen kann. Kernnormen wie Gerechtigkeit, Solidarit&auml;t und Fairness werden in unserer Untersuchung von gro&szlig;en Teilen der Bev&ouml;lkerung nicht mehr als realisierbar angesehen. Das hat Folgen, denn die sozialstrukturelle Desintegration unterer sozialer Lagen h&auml;ngt mit Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zusammen. Spiegelt man dies auf soziale Spaltung, so h&auml;tte die Politik dieser Entwicklung massiv entgegenzusteuern. Tut sie das nicht, ist sie am Entstehungs- und Radikalisierungsparadigma beteiligt.&rdquo; Der Aufsatz von Heitmeyer stammt aus dem Themenheft &ldquo;Rechtsextremismus&rdquo; der Beilage der Zeitschrift das Parlament &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.das-parlament.de\/2012\/18-19\/index.html\">Aus Politik und Zeitgeschichte<\/a>&ldquo;.<\/em><\/p>\n<p><em>Auch im April ist ein Heft zur <a href=\"http:\/\/www.das-parlament.de\/2012\/16-17\/index.html\">Ideologie der Ungleichwertigkeit erschienen<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Wahlkampf gegen Bertelsmann &amp; Co.<\/strong><br>\nVor einem Monat beschlossen die Piraten in NRW auf ihrem ad hoc einberufenen Programmparteitag u.a. der fragw&uuml;rdigen Bertelsmann-Stiftung den Kampf anzusagen und das NRW-Stiftungsrecht einer dringenden Revision zu unterziehen. Entlobbysierung der Politik ist eine Kernforderung der Piraten. Es war klar, dass die politisch einflussreiche Bertelsmann-Stiftung reagieren w&uuml;rde, insbesondere gegen eine Partei, die auch das bestehende Urheberrecht auf den Pr&uuml;fstand stellt. [&hellip;]<br>\nDoch nun ist es &ndash; wem auch immer &ndash; gelungen, 1500 Urheber zusammen zu trommeln, deren Echo den Eindruck erweckt, als wollten die Piraten das Urheberrecht abschaffen, was nun einmal schlichtweg Rufmord ist. In der Liste der K&uuml;nstler, die sich f&uuml;r die Kampagne hergegeben haben, finden sich auch die Namen von solchen, denen man ein h&ouml;heres Ma&szlig; an Intelligenz und Charakter zugetraut h&auml;tte. Schade eigentlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kanzleikompa.de\/2012\/05\/11\/wahlkampf-gegen-bertelsmann-co\/\">Markus Kompa<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Markus Kompa wei&szlig;t zurecht auf den Kampagnencharakter der &bdquo;Urheberrechtsdiskussion&ldquo; hin. Leider geht dabei jedoch unter, dass die Piraten das Urheberrecht zwar nicht &bdquo;abschaffen wollen&ldquo;, ihre konkreten Vorschl&auml;ge jedoch ebenfalls h&ouml;chst fragw&uuml;rdig sind.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;Mehr&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-13211","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13211","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13211"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13211\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13214,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13211\/revisions\/13214"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13211"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=13211"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=13211"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}