{"id":132418,"date":"2025-05-02T14:45:49","date_gmt":"2025-05-02T12:45:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=132418"},"modified":"2026-01-27T11:52:31","modified_gmt":"2026-01-27T10:52:31","slug":"verhalten-zum-gedenktag-weil-es-der-offenbarungseid-von-alter-und-neuer-bundesregierung-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=132418","title":{"rendered":"Verhalten zum Gedenktag: \u201eWeil es der Offenbarungseid von alter und neuer Bundesregierung ist\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Der 80. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus steht bevor. Die Feierlichkeiten sind l&auml;ngst geplant, doch im Vorfeld kracht es. Geht es nach dem Willen der deutschen Regierung, sollen Vertreter Russlands nicht an den Feiern teilnehmen. Die Friedensaktivistin <strong>Christiane Reymann<\/strong> hat zusammen mit Mitstreitern eine Veranstaltung organisiert und einen Aufruf verfasst, um sich der aktuellen Politik entgegenzustellen. Im interview spricht Reymann &uuml;ber ihre Motivationen und ordnet das Verhalten der deutschen Politik zum Gedenktag ein. Von <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-132418-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250506-Interview-Friedensaktivistin-Reymann-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250506-Interview-Friedensaktivistin-Reymann-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250506-Interview-Friedensaktivistin-Reymann-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250506-Interview-Friedensaktivistin-Reymann-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=132418-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250506-Interview-Friedensaktivistin-Reymann-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250506-Interview-Friedensaktivistin-Reymann-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Frau Reymann, der Tag der Befreiung vom Faschismus r&uuml;ckt n&auml;her. Sie haben zusammen mit einer Handvoll Anh&auml;ngern der Friedensbewegung eine Initiative gestartet, die auf der <a href=\"https:\/\/befreiung.org\/\">Webseite befreiung.org<\/a> zu finden ist. Sagen Sie uns bitte: Worum geht es? Was macht die Initiative? <\/strong><\/p><p>Wir wollen laut und deutlich Danke sagen f&uuml;r die Befreiung Deutschlands vom Faschismus.<\/p><p>Dazu haben wir einen Aufruf verfasst, unter den wir Unterschriften sammeln. Er soll zum 8. und 9. Mai als &bdquo;Brief an die Befreier&ldquo; an eben jene verschickt werden. Und wir laden zu einer politisch-kulturellen Kundgebung am 3. Mai (!) am sowjetischen Ehrenmal in Berlin Tiergarten ein.<\/p><p>Das Besondere an der Kundgebung ist nicht nur die politische Breite der Rednerinnen und Redner und die Vielfalt der Musiker, Musikerinnen, die sich beteiligen &ndash; allein die sind sehr ermutigend!. Das Besondere ist zudem der Ort: Wir sagen im Herzen Berlins mit Blick auf den Reichstag und das Brandenburger Tor: &bdquo;Danke! Frieden! Gute Nachbarschaft mit Russland!&ldquo;. Das ist das Motto der Kundgebung. Im Gleichklang damit endet auch der Brief an die Befreier mit dem Gedanken: &bdquo;Kriegst&uuml;chtigkeit setzen wir Friedfertigkeit, Friedenswillen, Friedensf&auml;higkeit entgegen als Grundlage eines gesamteurop&auml;ischen Sicherheitssystems unter Einschluss Russlands. Statt dem Einsturz des Europ&auml;ischen Haus tatenlos zuzuschauen, bauen wir Br&uuml;cken der Verst&auml;ndigung und guten Nachbarschaft.&ldquo;<\/p><p>Mit diesen Gedanken hat sich eine interessante Mischung von Rednerinnen und Rednern zusammengefunden, von denen ich beispielhaft einige namentlich nennen m&ouml;chte: Egon Krenz, der letzte Regierungschef eines deutschen Staates, dessen Armee nie im Ausland, nie in einem Krieg eingesetzt war; Alexander von Bismarck, der, wenn ich mich nicht verrechnet habe, Urgro&szlig;neffe des Reichskanzlers ist; die Autorinnen Gabriele Krone-Schmalz (per Video) und Inge Pardon. Aus Russland beteiligen sich per Video der stellvertretende Leiter des Europa-Instituts der Russischen Akademie der Wissenschaften, Vladislav Belov, der ehemalige Oberb&uuml;rgermeister von Wolgograd, das jeweils am 9. Mai wieder Stalingrad hei&szlig;t, Juriy Starovatikh, und Ludmilla Sirota, eine 95-j&auml;hrige &Uuml;berlebende aus Leningrad\/St. Petersburg.<\/p><p><strong>Wie kam es zu der Initiative? Was hat Sie dazu veranlasst? <\/strong><\/p><p>In Kurzfassung: Die etablierte bundesdeutsche Politik. Als wir uns im Oktober vergangenen Jahres erstmals zusammengesetzt haben, war bereits absehbar: Wie seit 2022, werden auch anl&auml;sslich des 80. Jahrestages der Befreiung zu regierungsoffiziellen Gedenken keine Vertreter Russlands eingeladen. Das wollten wir nicht nur in Worten kritisieren.<\/p><p><strong>Nun wurde bekannt, dass vonseiten der Bundesregierung und dem Ausw&auml;rtigen Amt empfohlen wurde, Vertreter Russlands und Belarus von der zentralen Gedenkfeier zum 80. Jahrestag der Befreiung auszuschlie&szlig;en. Wie denken Sie dar&uuml;ber? <\/strong><\/p><p>Das ist makaber, bitter und erb&auml;rmlich. Makaber, weil die Regierung des T&auml;tervolks sich anma&szlig;t zu entscheiden, wer hierzulande in welchen Formen seiner Opfer gedenkt. Es waren Deutsche, die den Raub- und Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion vom Zaun gebrochen und barbarisch gef&uuml;hrt haben, mit &ndash; auf der Seite der &Uuml;berfallenen &ndash; 27 Millionen Toten aus allen Republiken und Nationalit&auml;ten der ehemaligen Sowjetunion, Ungez&auml;hlten, die schwere k&ouml;rperliche, tiefe seelische Verletzungen erlitten haben; jede Familie dort hat als Arbeitende im Hinterland, als Partisanen, als Hungernde, K&auml;mpfende den Krieg direkt erlebt.<\/p><p>Es ist bitter, weil diese Respektlosigkeit, dieser Hochmut Z&uuml;ge des ekelhaften deutschen Herrenmenschentums aufweist.<\/p><p>Und es ist erb&auml;rmlich, weil es der Offenbarungseid von alter und neuer Bundesregierung ist. Auf dem Gebiet der Diplomatie steht sie mit leeren H&auml;nden da, bankrott, pleite, komplett unf&auml;hig. Ihr penetranter Moralismus kann das nicht mehr verdecken: Der Kaiser ist nackt. Ohne Respekt, ohne Anstand, ohne Friedenswillen. <\/p><p><strong>In der Bild-Zeitung war die Tage <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/weltkriegs-gedenken-brandenburg-droht-putins-botschafter-mit-rauswurf-680797dbc674c90013a87cde\">Folgendes<\/a> zu lesen: <em>&bdquo;Wir haben die russische Botschaft seit dem &Uuml;berfall auf die Ukraine von allen Jahrestagen ausgeladen&ldquo;, sagte Brandenburgs Gedenkst&auml;tten-Chef Prof. Axel Drecoll zu BILD, &bdquo;wenn der Botschafter trotzdem kommt, werden wir unser Hausrecht durchsetzen &ndash; in enger Abstimmung mit Sicherheitskr&auml;ften!&ldquo;<\/em><\/strong><\/p><p>Dieser Herr ist meines Erachtens ein willf&auml;hriger Vollstrecker der Vorgaben aus dem Ausw&auml;rtigen Amt. Von einem Gedenkst&auml;ttenleiter sollte man Achtung und Wertsch&auml;tzung des Gedenkens, der Erinnerung, der Geschichte erwarten k&ouml;nnen. Ich kenne Axel Drecoll nicht pers&ouml;nlich. Doch wenn jemand in einer Position wie der seinen bereit oder gar entschlossen ist, den Botschafter des Landes, das Nazi-Deutschland vernichten wollte, von Polizisten abf&uuml;hren zu lassen, dann entsteht der Eindruck, dass Posten, die sich mit deutscher Geschichte befassen, nicht nach Eignung, sondern nach politischer F&uuml;gsamkeit besetzt werden. Staatliches Interesse hat inzwischen die deutsch-russischen Beziehungen in Vergangenheit und Gegenwart zu einem Kampffeld gemacht.<\/p><p><strong>Die Argumentation im Hinblick auf den Ausschluss lautet ja, dass Russland in der Ukraine Krieg f&uuml;hre und deshalb nicht eingeladen werde. Was halten Sie davon? <\/strong><\/p><p>Zun&auml;chst hat das eine mit dem anderen nichts zu tun. Man muss weder den Krieg guthei&szlig;en noch ihn verurteilen, um sich daf&uuml;r einzusetzen, dass Russland zum Gedenken an die Millionen Toten eingeladen wird. Das ist schlicht eine Frage von Anstand und Respekt. Wenn man allerdings mit ber&uuml;cksichtigt, dass der Ukraine-Krieg selbst auch etwas mit Sicherheitsinteressen Russlands heute zu tun hat und diese Sicherheitsinteressen wiederum mit gepr&auml;gt sind von den grausamen Erfahrungen des deutschen &Uuml;berfalls auf die Sowjetunion 1941, dann ergibt sich eine Verbindung zum Gedenken heute &ndash; allerdings andersherum: Dann w&auml;re es nicht nur moralisch, sondern auch politisch und rechtlich geboten, Vertreter Russlands ausdr&uuml;cklich einzuladen und sie um eine Rede zu bitten.<\/p><p>Das entspr&auml;che dem 2+4-Vertrag von 1990. Er ist die v&ouml;lkerrechtliche Basis der deutschen Einigung. Darin haben die damals noch zwei Deutschlands und die vier alliieren Siegerm&auml;chte eindeutige Regeln f&uuml;r ihr Zusammenleben aufgestellt. Die Unterzeichner zeigen sich &ndash; in Versalien &ndash; &bdquo;ENTSCHLOSSEN, die Sicherheitsinteressen eines jeden zu ber&uuml;cksichtigen&ldquo;, sie bekr&auml;ftigen ihre Bereitschaft, &bdquo;sich gegenseitig nicht als Gegner zu betrachten, sondern auf ein Verh&auml;ltnis des Vertrauens und der Zusammenarbeit hinzuarbeiten&ldquo;. Aus meiner Sicht brechen Deutschland und Frankreich, Gro&szlig;britannien und die USA diesen international verbindlichen Vertrag, indem sie Russland wieder zu unserem Feind machen wollen.<\/p><p>Leider reicht die Dauerpropaganda in diese Richtung bis in die gesellschaftliche und auch in die parteipolitische Linke. Wulff Gallert, Leiter der Internationalen Kommission der LINKEN, sagte laut <em>dpa<\/em> am 25. April: &bdquo;Wer heute einen Angriffskrieg f&uuml;hrt und diesen ohne R&uuml;cksicht auf die Zivilbev&ouml;lkerung, sollte im Namen dieses Staats nicht an Gedenkfeiern f&uuml;r den Frieden teilnehmen&ldquo;. Damit hat sich Wulff Gallert der Masse von selbsternannten Richtern aus dem T&auml;tervolk zugesellt.<\/p><p>Auf der gleichen Linie bewegt sich der LINKEN-Vorsitze Jan van Aken, wenn er die Bundeswehr durchaus in die Lage zur Landesverteidigung versetzen will , aber <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=129757\">erkl&auml;rt<\/a>, Deutschland werde nicht am Hindukusch verteidigt, sondern an der russischen Grenze. Er versetzt gedanklich bereits die Bundeswehr an die russische Grenze! Das w&auml;re vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen, unsagbar allemal. Ich frage mich auch, was Polen und Ukrainer wohl davon halten, zwecks Landesverteidigung kurzerhand in Deutschland eingegliedert zu werden.<\/p><p><strong>Wie erkl&auml;ren Sie sich das Verhalten der Bundesregierung? <\/strong><\/p><p>Die Bundesregierung geh&ouml;rt inzwischen zu den 150-Prozentigen unter den Kriegstreibern. Diese Ultra-&Uuml;berzeugung zeigt, dass die Decke &uuml;ber dem rassistischen Nazi-Bild der slawischen Untermenschen doch d&uuml;nner war, als &bdquo;wir Entspannungspolitiker&ldquo; &ndash; um pauschal eine Gruppe zu bilden &ndash; das wahrgenommen hatten. Auf diesem Hintergrund sehe ich drei Ursachen:<\/p><p>Ob mit oder ohne oder nur einem Teilr&uuml;ckzug der USA &bdquo;aus Europa&ldquo;, wie es euphemistisch hei&szlig;t, mit ihrem (Teil-)R&uuml;ckzug aus dem Ukraine-Krieg ist der Kampf um die Vorherrschaft in Europa wieder aufgebrochen. Die Akteure sind Deutschland, Frankreich, Gro&szlig;britannien und Polen als selbsternannter F&uuml;hrer der baltischen und osteurop&auml;ischen Staaten. Der Einfluss auf den Ukraine-Krieg ist zugleich das Terrain, auf dem dieser Kampf ausgetragen wird.<\/p><p>Den hat &ndash; zum zweiten &ndash; die alte Bundesregierung begonnen, die neue steigert die Kriegsrhetorik und -vorbereitung bis zum lauten Nachdenken &uuml;ber Taurus-Lieferungen, Angriffe auf die Br&uuml;cke von Kertsch und eigene Atomwaffen.<\/p><p>Drittens schlie&szlig;lich hat es &ndash; von Westdeutschland aus gesehen &ndash; eine Phase der Abr&uuml;stung mit fruchtbarer wissenschaftlicher, wirtschaftlicher, kultureller Zusammenarbeit von, wie man heute sagen w&uuml;rde: Lissabon bis Wladiwostok im Zuge des Helsinki-Prozesses gegeben. Seinen H&ouml;hepunkt hat diese Phase in umfangreicher materieller Abr&uuml;stung, in R&uuml;stungskontrollabkommen und 1990 in der Charta von Paris gefunden. Diese Erfahrungen fanden langsam Eingang in das gesellschaftliche Bewusstsein.<\/p><p>In Ostdeutschland haben abertausende Menschen in der Sowjetunion studiert, in Freundschaftsbrigaden oder als Fachleute gearbeitet, dort war das Feindbild Russland &uuml;berwunden, nicht nur in der politischen Leitungsebene, auch in der Bev&ouml;lkerung. So erlebe ich das; ich wohne seit der Wende in Ostdeutschland.<\/p><p>Diese Haltung steht einer Aufr&uuml;stungspolitik im Weg. Sie soll geschliffen werden. Deshalb wird aus Putin ein landr&auml;uberischer Imperialist gemacht, der nach der Ukraine weiter nach Westen vordringen und die Loreley sch&auml;nden will. Ohne Feind kein Krieg.<\/p><p>Dieser Prozess erfasst das gesamte EU-Europa. Ich erinnere an den gemeinsamen Entschlie&szlig;ungsantrag des Europ&auml;ischen Parlaments zum europ&auml;ischen Geschichtsbewusstsein, in dem das Parlament schon 2019 <a href=\"https:\/\/www.europarl.europa.eu\/doceo\/document\/RC-9-2019-0097_DE.html\">festgestellt<\/a> hat, dass es &ndash; bedauerlicherweise &ndash; in einigen Mitgliedsstaaten immer noch Denkm&auml;ler in Parks, auf Pl&auml;tzen oder Stra&szlig;en und dass es Gedenkst&auml;tten g&auml;be, die historische Tatsachen &uuml;ber Verlauf und Folgen des II. Weltkrieges verf&auml;lschten, wie es dort hei&szlig;t. Gemeint sind, das geht aus dem Zusammenhang klar hervor, Denkm&auml;ler zur Befreiung von der deutschen Okkupation und teils auch um Friedh&ouml;fe von Soldaten der Roten Armee. In einzelnen L&auml;ndern, auch in der Ukraine, wurden sogar Hammer und Sichel von Soldatengr&auml;bern entfernt. <a href=\"https:\/\/www.europarl.europa.eu\/doceo\/document\/TA-9-2024-0030_DE.html\">Im Jahr 2024 stellte das Europ&auml;ische Parlament fest<\/a>, dass dieser Prozess voranschreite, aber immer noch nicht befriedigend abgeschlossen sei.<\/p><p><strong>Bitte schildern Sie uns kurz: Warum ist die Rolle Russlands am Tag der Befreiung von Bedeutung?<\/strong><\/p><p>Nach den Siegen der Roten Armee in der Schlacht von Stalingrad im Winter 1942\/43 und der gr&ouml;&szlig;ten Schlacht des 2. Weltkrieges bei Kursk im Sommer 1943 war die Hitler-Armee milit&auml;risch geschlagen. Von da an ging es f&uuml;r sie nur noch r&uuml;ckw&auml;rts, wobei sie der Roten Armee und der Bev&ouml;lkerung mit ihrer Strategie der Verbrannten Erde noch ungeheure Verluste zuf&uuml;gte. Doch ohne diese bereits beigef&uuml;gte milit&auml;rische Niederlage w&auml;ren die USA nicht in Sizilien gelandet, sie h&auml;tten nicht im Sommer 1944 mit den Briten in der Normandie die zweite Front er&ouml;ffnet. In anderen Worten: Ohne die Rote Armee kein Sieg &uuml;ber den Faschismus in Europa.<\/p><p><strong>Wie Sie wissen, soll das politische Gro&szlig;vorhaben &bdquo;Kriegst&uuml;chtigkeit&ldquo; umgesetzt werden. Das Feindbild ist klar: Russland. D&uuml;rfen wir Ihre Gedanken dazu erfahren? <\/strong><\/p><p>Das Feindbild Russland macht mich unendlich traurig. Ich k&ouml;nnte mich vor Fremdsch&auml;men in das n&auml;chstbeste Mauseloch verkriechen. Das &auml;nderte nur nichts; besser also mit anderen zusammen aufkl&auml;ren, sich gegenseitig st&uuml;tzen, dieser Politik entgegentreten. Das Drama ist doch, die reden nicht nur von Kriegst&uuml;chtigkeit, die meinen das ernst.<\/p><p><strong>Wie sollte der Tag der Befreiung gefeiert werden? <\/strong><\/p><p>In Wien veranstaltet das Mauthausen-Komitee seit 2013 auf dem zentralen Heldenplatz am 8. Mai das Fest der Freude. Dieser Titel gef&auml;llt mir. Dank der Befreiung leben wir. Wir k&ouml;nnen uns des Lebens freuen. Wie sch&ouml;n! In jede Lebensfreude geht eine Tr&auml;ne ein, auch mehrere, gehen Erfahrungen von Widerstand und Niederlagen ein. Und Dankbarkeit! Deshalb geh&ouml;rt zum Tag der Befreiung ein Innehalten, Erinnern &hellip; und nicht mit den eigenen Gedanken und Sorgen allein zu sein, sondern gemeinsam zeigen: Wir bleiben widerst&auml;ndig. Wir bleiben heiter.<\/p><p><small>Titelbild: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=E-LYe_YtZvI\">Screenshot YouTube<\/a><\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/709268d1c62e4ede9d0736807dcb36e0\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 80. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus steht bevor. Die Feierlichkeiten sind l&auml;ngst geplant, doch im Vorfeld kracht es. Geht es nach dem Willen der deutschen Regierung, sollen Vertreter Russlands nicht an den Feiern teilnehmen. 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