{"id":13253,"date":"2012-05-15T17:57:37","date_gmt":"2012-05-15T15:57:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13253"},"modified":"2015-02-15T15:51:27","modified_gmt":"2015-02-15T14:51:27","slug":"fur-einen-pakt-aller-demokraten-gegen-finanz-zyniker-und-spekulanten-text-der-dresdner-rede","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13253","title":{"rendered":"\u201eF\u00fcr einen Pakt aller Demokraten gegen Finanz-Zyniker und Spekulanten\u201c \u2013Text der Dresdner Rede"},"content":{"rendered":"<p>Am 5. Mai 12 habe ich zum Dresdner Fr&uuml;hjahrsgespr&auml;ch eingef&uuml;hrt. Hier folgt der schriftliche Entwurf der Rede. Teile der Rede und die Diskussion waren zeitweise nachzuh&ouml;ren und zu sehen. Leider nicht in guter technischer Qualit&auml;t. Informationen bietet und Links bietet die Internetseite zu den <a href=\"http:\/\/www.dresdner-fr%C3%BChjahrsgespr%C3%A4ch2012.de\/\">Dresdner Fr&uuml;hjahrsgespr&auml;chen<\/a>. Hier also der Text der Rede, der nat&uuml;rlich vom gesprochenen Wort abweicht. Von <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong><br>\n<!--more--><br>\n<strong>Albrecht M&uuml;ller <\/strong><br>\n5. Mai 2012 in Dresden 11 Uhr<br>\nEinf&uuml;hrungsvortrag beim zweiten Fr&uuml;hjahrsgespr&auml;ch des Dresdner NachDenkSeiten-Kreises<\/p><p><strong>Thema: &bdquo;F&uuml;r einen Pakt aller Demokraten gegen Finanz-Zyniker und Spekulanten&ldquo;<\/strong><\/p><p>Liebe Freundinnen und Freunde der NachDenkSeiten, verehrte G&auml;ste,<\/p><p>der Dresdner NachDenkSeiten Kreis hat zusammen mit der Friedrich-Ebert-Stiftung und dem DGB dieses Treffen in dieser wundersch&ouml;nen Umgebung arrangiert. Daf&uuml;r danke ich, sicher auch in Ihrem Namen, dem Vorsitzenden des Dresdner NachDenkSeiten-Kreises, Herrn Axel Schwarz, Herrn Wielepp von der Friedrich-Ebert-Stiftung Dresden, dem DGB und wahrlich nicht zuletzt Herrn Klaus Kempe f&uuml;r die investierte Arbeitskraft und Fantasie bei der Planung unseres Treffens. Dann habe ich noch das Vergn&uuml;gen, dass ein Freund, Axel Schmidt-G&ouml;delitz unsere Veranstaltung moderiert. Vor zwei Jahren wollten wir uns bei ihm zum Ost-West-Forum auf Gut G&ouml;delitz treffen, was leider scheiterte.<\/p><p>Unser Thema &bdquo;F&uuml;r einen Pakt aller Demokraten gegen Finanzzyniker und Spekulanten&ldquo; hat &ndash; wie mir die Veranstalter berichten &ndash; eine kleine Diskussion ausgel&ouml;st. Im erl&auml;uternden Einleitungstext hei&szlig;t es: &bdquo;Ein Pakt aller Werte schaffenden und an Werten orientierten B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger ist vonn&ouml;ten. Er reicht von Wertkonservativen bis zur demokratischen Linken.&ldquo;<br>\nManch Konservativer fragt da ziemlich emp&ouml;rt: Was soll ich mit Linken? Was soll ich mit den roten Socken? So ist die Welt heute. Gepr&auml;gt von aggressiven Schlagworten und Kampagnen. &ndash; Linke fragen: Was wollen wir mit Konservativen anfangen? Ihnen verdanken wir doch die unsoziale Entwicklung in unserem Land.<\/p><p>Die Ber&uuml;hrungs&auml;ngste sind verst&auml;ndlich. Aber die Auffassungsunterschiede zwischen anst&auml;ndigen Wertkonservativen und demokratischen Linken sind angesichts der gegenw&auml;rtigen Bedrohung gering. Wir kommen mit der jetzigen politischen Konstellation nicht weiter. Wenn sich im konservativen Lager kein Widerstand gegen die dort inzwischen meinungsf&uuml;hrenden neoliberalen Kr&auml;fte regt, dann geht das Elend so weiter. Wenn man dort nicht erkennt, dass die vom Neoliberalismus und der Finanzwirtschaft gepr&auml;gte politische Entwicklung mit konservativen Werten nicht mehr viel gemein hat, dann wird die Lage immer prek&auml;rer.<\/p><p>Im folgenden werde ich zun&auml;chst die bedrohliche Entwicklung skizzieren und dann zw&ouml;lf m&ouml;gliche Elemente eines gemeinsamen Programms von Wertkonservativen und Linken beschreiben. Vorweg zum Einstieg erz&auml;hle ich zwei kleine einschl&auml;gige Geschichten:<br>\nDie erste Geschichte: 1978 &ndash; damals war ich Leiter der Planungsabteilung im Bundeskanzleramt &ndash; begehrte die damalige CDU\/CSU-Opposition &uuml;ber ihre Ministerpr&auml;sidenten vom SPD-Bundeskanzler Helmut Schmidt einige 100 Millionen DM f&uuml;r die Verkabelung von elf St&auml;dten mit Fernsehverteilnetzen. Damit sollte zum einen die Ausstrahlung von vielen Fernsehprogrammen und zugleich der Einstieg in die Kommerzialisierung des Fernsehens und des H&ouml;rfunks m&ouml;glich gemacht werden. Wir haben damals dem Bundeskanzler Helmut Schmidt geraten, sich auf die Forderungen der CDU\/CSU nicht einzulassen. Ein Blick in die USA reichte, um zu wissen, was die &Uuml;berflutung mit der Droge Fernsehen und noch dazu die totale Kommerzialisierung f&uuml;r die Entwicklung unserer Gesellschaft, f&uuml;r die Familien, f&uuml;r die Kinder, das Bildungsniveau und die Gewaltbereitschaft bedeuten w&uuml;rde. Daf&uuml;r dann auch noch &ouml;ffentliche Mittel einzusetzen, das w&auml;re, als w&uuml;rde man den Anbau von Drogen &ouml;ffentlich subventionieren.<\/p><p>Helmut Schmidt hat damals in einem Essay f&uuml;r &bdquo;Die Zeit&ldquo; mit dem Titel &bdquo;Pl&auml;doyer f&uuml;r einen fernsehfreien Tag&ldquo; die Gefahren f&uuml;r unsere Gesellschaft auf eindrucksvolle Weise beschrieben und sich bis zum Ende seiner Regierungszeit geweigert, &ouml;ffentliches Geld f&uuml;r die Befriedigung der kommerziellen Interessen von potentiellen Fernsehveranstaltern, konkret von Bertelsmann und Kirch, auszugeben.<br>\nDaf&uuml;r wurde er und die Planungsabteilung &uuml;bel beschimpft &ndash; als Technikfeinde, als Investitionshindernis, als konservative Blockierer neuer Arbeitspl&auml;tze. Es wurde uns unterstellt, wir w&uuml;rden die Vermehrung der Fernsehprogramme und ihre Kommerzialisierung verweigern, weil wir den &bdquo;Rotfunk&ldquo;, wie die Union den angeblichen Einfluss der SPD auf das &ouml;ffentlich-rechtliche Fernsehen nannte, erhalten wollten. Alles Unsinn!<br>\nAuf unserer Seite k&auml;mpften einige sachkundige Leute, die Posthmans &bdquo;Wir am&uuml;sieren uns zu Tode&ldquo; gelesen hatten oder einfach nur mit wachen Augen durch die Welt gingen; mit dabei waren auch einige Konservative, gro&szlig;e Teile der Kirchen, Familienverb&auml;nde und einige prominente CDU-Mitglieder, an vorderer Front der Intendant des S&uuml;ddeutschen Rundfunks, Hans Bausch. <\/p><p>Die dann von Kohl, seinem Postminister Schwarz Schilling und anderen seit 1982 betriebene Programmvermehrung und die Kommerzialisierung haben unser Land umgekrempelt und nach meiner Einsch&auml;tzung sogar um vieles mehr ver&auml;ndert als der von Kohl betriebene Sozialabbau. Zum Schlimmeren: Verflachung, mehr Einfalt, mehr Gewalt, noch weniger personale Kommunikation und Mitarbeit in Verb&auml;nden und Parteien.<\/p><p>Zehn Jahre nach Beginn dieser gravierenden Umw&auml;lzung hatte ich eine einschl&auml;gige Begegnung. Ich war damals, 1993, Bundestagsabgeordneter und fuhr eines Freitagnachmittags wie &uuml;blich mit einem Wagen der Fahrbereitschaft des Bundestags zum Bonner Hauptbahnhof. Unterwegs nahmen wir noch einen CDU-Bundestagsabgeordneten mit, einen der konservativsten aus dem Oberschw&auml;bischen, bekannt wegen seiner Gegnerschaft zur Reform des Abtreibungsparagraphen 218. Er begr&uuml;&szlig;te mich &uuml;berraschend freundlich mit der Anmerkung, er habe immer schon &bdquo;Abbitte bei mir leisten&ldquo; wollen. Als ich als Leiter der Planungsabteilung im Bundeskanzleramt gegen die Programmvermehrung und Kommerzialisierung des Fernsehens gewesen sei, habe auch er geglaubt, dahinter stecke ein politisches Machtspielchen. Jetzt, 1993, habe er zehn Jahre kommerzielles Fernsehen mit all dem Mist hinter sich und verstehe Helmut Schmidts Bedenken und auch mich nachtr&auml;glich. Seine Partei habe ihre eigenen konservativen Werte verraten.<br>\nDamit hatte er Recht. Die Kommerzialisierung der elektronischen Medien zeigt anschaulich, dass bei den Christdemokraten im Zweifel blanke Kommerzinteressen &uuml;ber christliche Werte siegen.<\/p><p>Das war die eine Geschichte. Sie verstehen, warum diese Geschichte von Bedeutung f&uuml;r unser Thema ist: der Kampf gegen die Kommerzialisierung aller Lebensbereiche, vom Fernsehen &uuml;ber den Sport und die Krankenh&auml;user bis zu den Schulen ist ein gemeinsames Anliegen von Linken und Konservativen.<\/p><p>Die zweite Geschichte handelt vom Versagen b&uuml;rgerlicher protestantischer Kreise in der Weimarer Republik und in der Nazizeit und von ermutigenden Konsequenzen nach 1945. Einige Protestanten, die das Versagen sahen, haben 1948 in Villigst an der Ruhr das Evangelische Studienwerk gegr&uuml;ndet. Damals und immer wiederkehrend alle halbe Jahre hat man dort 40 bis 50 Studentinnen und Studenten zu einem Werksemester zusammengeholt, erst zum Aufr&auml;umen der Tr&uuml;mmer in Dortmund, dann zur Maloche in Stahlwerken, Metall verarbeitenden Betrieben, Pflegeheimen und Krankenh&auml;usern. Man hatte erkannt, dass das konservativ gepr&auml;gte christliche B&uuml;rgertum und das Bildungsb&uuml;rgertum keine Ahnung von der Arbeitswelt und den sozialen Problemen der Arbeiterschaft hatten. Deshalb wollte man junge Menschen aus diesem Milieu mit der anderen Welt der Industrie und der sozialen Probleme zusammenbringen und ihnen die Gelegenheit verschaffen, gemeinsam &uuml;ber die sozialen Bedingungen von Demokratie nachzudenken.<br>\nDieser Ansatz war richtig und wichtig. Und er w&auml;re heute wieder wichtig und richtig. Denn auch heute erleben wir einen &auml;hnlichen Niedergang wie in Weimar &ndash; nat&uuml;rlich keine Wiederholung, aber mit mehr &Auml;hnlichkeiten als viele denken. Hohe Arbeitslosigkeit, Angriffe auf die demokratische Lebensweise, die Zerst&ouml;rung der beruflichen und sozialen Sicherheit vieler Menschen, Feindseligkeiten gegen&uuml;ber anderen V&ouml;lkern und Religionen, massive Manipulation und Verf&uuml;hrung, anders als bei Goebbels und doch schrecklich &auml;hnlich. Und wieder versagen das konservative B&uuml;rgertum und viele der besonders gut Ausgebildeten. <\/p><p><strong>Anders als uns die allgemeine Stimmungsmache zu vermitteln versucht, sind wir in mehrerer Hinsicht in einer sehr problematischen Lage:<\/strong><\/p><ul>\n<li><strong>Geld regiert die Welt.<\/strong> Von demokratischer Meinungs- und Willensbildung kann nicht die Rede sein. Die politischen Entscheidungen werden in weitem Ma&szlig;e von der Finanzwirtschaft bestimmt. Ihre Gewinne, die sie durch ma&szlig;lose Spekulation und durch krumme bis kriminelle Gesch&auml;fte erzielt, werden selbstverst&auml;ndlich privatisiert. Milliarden, nicht nur Millionen, werden an Verg&uuml;tungen und Boni ausgezahlt. F&uuml;r welche Leistung eigentlich? Die dann regelm&auml;&szlig;ig eintretenden Verluste, die Wettschulden sozusagen, werden dem Steuerzahler aufgeb&uuml;rdet. Das ist die westliche Form des Kommunismus. 480 Milliarden Rettungsschirm f&uuml;r die Banken; allein 18,2 Milliarden f&uuml;r die Commerzbank, die von der Allianz AG die marode Dresdner Bank &uuml;bernommen hat. Tauschgesch&auml;fte zulasten der Steuerzahler! Schon &uuml;ber 100 Milliarden f&uuml;r eine einzige unma&szlig;gebliche Bank, die M&uuml;nchner HRE. Und jetzt lesen wir, dass einer der Hauptverursacher der hohen Verluste der HRE, der ehemalige Depfa-Chef mit gut 100 Millionen, die er beim Verkauf der Depfa an die HRE &bdquo;verdient&ldquo; hatte, untergetaucht ist. Rechtm&auml;&szlig;ig und unbelangt. Gerhard Bruckermann hei&szlig;t er. Und es geht so weiter. Die Politik entscheidet nach Gusto der Finanzwirtschaft: Keine wirksame Regulierung der internationalen Finanzm&auml;rkte. Keine Transaktionssteuer. Keine Absch&ouml;pfung der Spekulationsgewinne. Die zum 1.1.2002 eingef&uuml;hrte Steuerbefreiung der Gewinne beim Verkauf von Unternehmen und Unternehmensteilen gilt weiter. Weiter tummeln sich Hedgefonds in Deutschland. Die Vertreter der US-Investmentbank Goldman Sachs beraten die Bundeskanzlerin und werden auf wichtige Posten geschoben. Rundum ein Goldman-Sachs-Panorama: Der Pr&auml;sident der Europ&auml;ischen Zentralbank, der griechische Ministerpr&auml;sident, der italienische Ministerpr&auml;sident &ndash; alle aus dem gleichen Stall der US-Investmentbank, die auch in den USA ihre Finger in der Politik hat. Was hat das noch mit Demokratie zu tun? Nichts. Angela Merkel spricht ja auch von &bdquo;marktgerechter Demokratie&ldquo;. Wo bleibt der Aufschrei des konservativ gepr&auml;gten Bildungsb&uuml;rgertums? Verschlafen wie zu Weimars Zeiten!<\/li>\n<li><strong>Im Interesse der Finanzwirtschaft sind wichtige gesellschaftliche Einrichtungen zerst&ouml;rt worden bzw. werden noch zerst&ouml;rt:<\/strong>\n<p>&Ouml;ffentliche Unternehmen und &ouml;ffentliche Einrichtungen werden privatisiert; Wasserwerke, Kliniken, kommunale Wohnungen, Eisenbahnen, immer mehr auch Schulen und Universit&auml;ten &ndash; &uuml;ber all l&auml;sst man Aktion&auml;re mit verdienen. Zulasten der Allgemeinheit, zulasten der Kommunen, der Mieter und zulasten der Arbeitnehmerschaft. <\/p>\n<p>Die &ouml;ffentlich organisierte Altersvorsorge wird st&uuml;ckweise durch private Vorsorge erg&auml;nzt und entwertet &ndash; weil die Versicherungswirtschaft und die Banken das so wollen, nicht aus sachlichen Gr&uuml;nden. Der Ruf der Gesetzlichen Rente wurde absichtlich ruiniert, um den Verk&auml;ufern der Privatvorsorge das Feld zu bereiten. Zudem werden die privaten Versicherungsprodukte, die Riester-Rente und die R&uuml;rup-Rente auch noch mit Steuergeldern subventioniert. &ndash; Ja wo leben wir denn? Wo sind denn die konservativen Wirtschaftsfachleute geblieben, die sonst immer gegen Subventionen protestieren und von Freiheit schwadronieren? Wenn es in die eigene Tasche geht, dann ist der Bruch der sonst hochgehaltenen Wirtschaftsmoral schnell vergessen.<\/p>\n<p>Mit der Agenda 2010 und den Hartz-Gesetzen ist die Arbeitslosenversicherung zerst&ouml;rt worden. Hartz IV zielte nicht zu aller erst auf die Schw&auml;chung der Empf&auml;nger von Harz IV. Das ist eher ein Kollateralschaden. Mit dieser so genannten Reform sollte den Arbeitnehmern und Gewerkschaften der Schneid abgekauft werden. Das hat gro&szlig;enteils funktioniert; ich klage niemanden an, der seinem Chef vorsichtig gegen&uuml;ber tritt und keine Lippe riskiert, weil er damit rechnen muss, bei einer Entlassung nach einem Jahr in Harz IV zu landen. Die damit verbundene Zerst&ouml;rung der sozialen Sicherheit ist ein wirkliches Verbrechen an Sozialstaat und Demokratie.<\/p><\/li>\n<li><strong>Die durch Spekulation immer wieder angeheizte Krise der Finanzwirtschaft wirft lange Schatten auf die real produzierende Wirtschaft, auf Industrie und Einzelhandel, auf Handwerk und Gewerbe &ndash; und auf die dort arbeitenden Menschen.<\/strong> Sie alle sind darauf angewiesen, auf der Basis von einigerma&szlig;en festen &ouml;konomischen Daten und Entwicklungen kalkulieren zu k&ouml;nnen. Sie werden aber auf den Kapital- und Devisenm&auml;rkten st&auml;ndig den Auswirkungen der Spekulation ausgesetzt. Typisch daf&uuml;r sind die Schwankungen des Dollar-Kurses. Typisch daf&uuml;r ist der Verlauf der Aktienkursentwicklung. Drei Mal seit 1997 haben sich die Kurse der DAX-Werte nahezu vervierfacht und sind dann wieder entsprechend eingebrochen. Das macht es der Industrie, gerade dann, wenn man Shareholder Value zum Ma&szlig;stab macht, ausgesprochen schwierig, zu disponieren. Spekulation m&uuml;sste einem ordentlichen Konservativen ein Dorn im Auge sein. <\/li>\n<li><strong>Wir leben in einer gespaltenen Gesellschaft.<\/strong> Wenige Gruppen werden immer reicher und verdienen immer mehr. Die Einkommen der Vorst&auml;nde der DAX-Konzerne zum Beispiel wurden in den letzten zehn Jahren um 100 % erh&ouml;ht. Die realen L&ouml;hne, also nach Abzug der Preissteigerungen, stagnieren seit 25 Jahren. Die Arbeitslosigkeit ist, anders als behauptet wird, immer noch sehr hoch. Sie ist versteckt. Der Niedriglohnsektor ist zulasten normaler Verdienste ausgeweitet worden. Leiharbeit ist Mode geworden. &Uuml;ber 800.000 Menschen sind in diesen unw&uuml;rdigen Arbeitsverh&auml;ltnissen t&auml;tig. Millionen von Menschen k&ouml;nnen sich und ihre Familie nicht mit dem unterhalten, was sie verdienen. Sie m&uuml;ssen aufstocken, d.h. sie sind auf Geld der Allgemeinheit angewiesen. Junge Menschen finden keine Arbeit und keine berufliche Perspektive. Das sind im Kern Verfassungsbr&uuml;che.\n<p>In Griechenland und in Spanien ist die H&auml;lfte aller Jugendlichen arbeitslos. Ist konservativen Kreisen eigentlich klar, was dies bedeutet? Ich f&uuml;rchte nein. Das ist weit weg. Und die Umsicht und Einsicht auch gebildeter Schichten ist inzwischen so schwach, dass man dort den Zusammenhang zwischen der von deutscher Seite verordneten angeblichen Sparpolitik und dem Elend der Jugend in diesen V&ouml;lkern wie auch in Teilen unseres Landes gar nicht mehr sieht.<\/p><\/li>\n<li><strong>Viele Menschen k&ouml;nnen heute ihr Leben nicht einmal andeutungsweise planen.<\/strong> Begreifen wir, was dies f&uuml;r das Menschsein bedeutet? Millionen Menschen kommen in das Erwachsenenalter und k&ouml;nnen gar keinen Sinn darin sehen, dar&uuml;ber nachzudenken, was sie beruflich tun wollen, wie sie eine Familie planen, wo sie Heimat finden und wohnen und arbeiten k&ouml;nnen. Millionen Menschen ist die Planbarkeit ihres Lebens, ihrer Partnerschaft und  ihres Berufs weit gehend zerst&ouml;rt worden. Das ist ein gravierender Unterschied zu fr&uuml;her. Meine Generation konnte noch planen, die heutige junge Generation nur noch unter erschwerten Bedingungen. Das ist die eigentliche Generationenungerechtigkeit &ndash; wenn man dieses Schlagwort schon benutzen will, dann so.<\/li>\n<li><strong>Wohlstand f&uuml;r alle!<\/strong> Das war keine linke Verhei&szlig;ung, jedenfalls ist sie nicht von einem Repr&auml;sentanten der Linken formuliert worden. Sie stammt vom konservativ-liberalen fr&uuml;heren Wirtschaftsminister Ludwig Erhard. Daf&uuml;r zu sorgen, dass dieses Versprechen wieder einen ehrlichen Klang und auch ein St&uuml;ck G&uuml;ltigkeit bekommt, m&uuml;sste doch eine reizvolle Aufgabe f&uuml;r Konservative sein.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Dass es Wohlstand f&uuml;r alle nicht mehr gibt, dass die soziale Sicherheit vielen genommen ist und die demokratische Willensbildung verk&uuml;mmert, diese Entwicklung ist nicht vom Himmel gefallen, sie ist nicht Gott gegeben, sondern politisch gewollt und so nach dem Muster der neoliberalen Theorie gestaltet worden.<\/strong><\/p><p>Diese Ideologie und ihre Rezepte sind von nahezu allen politischen Kr&auml;ften &uuml;bernommen worden. Das ist erstaunlich. Ein so schwachsinniges Konzept hat die Agenda 2010 gepr&auml;gt und vorher schon die Politik von Helmut Kohl und Graf Lambsdorff. Die Konzepte waren in Chile schon im Jahr 1973 ausprobiert worden. Das war lange vor der deutschen Vereinigung. Ich weise darauf hin, weil in manchen Kreisen krampfhaft an der Vorstellung festgehalten wird, die unsoziale Politik von Merkel, Schr&ouml;der und Kohl sei nur m&ouml;glich geworden, weil die Drohung mit dem Sozialismus der DDR und der anderen osteurop&auml;ischen Staaten weggefallen sei. Das ist Humbug, tut mir leid, dies so hart formulieren zu m&uuml;ssen. Die neoliberale Ideologie wurde zuerst mit Hilfe und unter dem Schutz des Diktators Pinochet angewandt &ndash; mit allem, was heute auch dazu geh&ouml;rt: Privatisierung, Deregulierung, Verkauf &ouml;ffentlichen Eigentums, Kommerzialisierung der Altersvorsorge, Entlassung &ouml;ffentlicher Bediensteter.<\/p><p>Mit dem Lambsdorff Papier von 1982 sind die Weichen in Westdeutschland in die jetzt herrschende Richtung gestellt worden. Schr&ouml;der hat sich dann sp&auml;ter des Ausbaus des Niedriglohnsektors ger&uuml;hmt. Der ehemalige Bundesbankpr&auml;sident Tietmeyer (CDU) hat bewundernd davon gesprochen, dass die Politik unter der Beobachtung der Finanzm&auml;rkte steht. Ein britischer Notenbanker, Sir Alan Budd, spricht offen davon, dass die Entstehung einer Reservearmee von Arbeitslosen mit dem Ziel der Erh&ouml;hung der Profite und der Senkung der Lohneinkommen von Thatchers Entourage geplant war. Diese Planung und das Bekenntnis dazu straft &uuml;brigens auch alle jene auf der linken Seite der L&uuml;ge, die behaupten, mit Beginn der siebziger Jahre sei die staatliche, aktive Besch&auml;ftigungspolitik nach Keynesschem Vorbild gescheitert. Sie ist nicht gescheitert, sie ist bewusst nicht mehr konsequent betrieben worden.<\/p><p><strong>Auch die politische Konstellation ist bedr&uuml;ckend. Wir haben keine Alternative.<\/strong><\/p><ul>\n<li>There is no alternative. TINA &ndash; das war die Propagandaformel der britischen Konservativen mit Thatcher. Bei uns wurde die politische Konstellation in die &auml;hnliche Richtung getrieben. Angela Merkel und Wolfgang Sch&auml;uble suggerieren, dass es zu ihrer Art von Wirtschafts-, Finanz- und Europapolitik keine Alternative g&auml;be. Die Wahl von Bundespr&auml;sident Gauck ist das sichtbare personelle Zeichen dieser fantasielosen Alternativlosigkeit. Und der Fiskalpakt ist eine Art Sargnagel f&uuml;r den Gestaltungswillen von Demokraten in Deutschland und Europa. Wir k&ouml;nnen dann n&auml;mlich w&auml;hlen, wen und was wir wollen, die so genannten Sparprogramme werden ganz woanders entschieden, nicht von den gew&auml;hlten Parlamenten, nicht von uns. Eine perfide Entwicklung.<\/li>\n<li>Die F&uuml;hrungen von SPD und Gr&uuml;nen haben sich dem neoliberal gepr&auml;gten Trend gebeugt. Sie weigern sich, ein dagegen stehendes alternatives B&uuml;ndnis &uuml;berhaupt in den Blick zu nehmen. Das ist nicht nur unter parteipolitischen Gesichtspunkten eine dramatische Situation. Denn wir sind alle daran interessiert, dass die Regierenden damit rechnen m&uuml;ssen, abgel&ouml;st zu werden. Angela Merkel muss damit in der jetzigen Konstellation nicht rechnen. Macht und Einfluss der Neoliberalen und der Finanzwirtschaft wird uns unter diesen Umst&auml;nden auf absehbare Zeit erhalten bleiben. Die ganz normale demokratische Sanktion, die Belohnung oder Abstrafung, funktioniert nicht mehr. Deshalb m&uuml;ssen wir uns nach neuen gesellschaftlichen B&uuml;ndnissen umsehen. Das ist nicht einfach. Aber was ist unsere Alternative? Ich sehe keine.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Suchen wir also nach gesellschaftlichen, politischen und geistigen B&uuml;ndnissen. Wo zeichnen sich solche ab? Das folgende sind Anhaltspunkte, keine fertigen Rezepte:<\/strong><\/p><ul>\n<li>Die wertsch&ouml;pfende Industrie hat ein Interesse an stabilen Entwicklungen, die nicht st&auml;ndig von Spekulationen und finanzpolitisch bedingten Zusammenbr&uuml;chen gest&ouml;rt werden. Wir alle haben ein Interesse an der Beendigung des Finanzkasinobetriebs. In diesem Sinne haben sich Manager wichtiger Unternehmen schon im Herbst 2011 zu Wort gemeldet. Der damalige Chef von Bosch Franz Fehrenbach hat schon im vergangenen September dagegen protestiert, dass die Arbeit in der realen Wirtschaft von den st&auml;ndigen Spr&uuml;ngen der Spekulation gest&ouml;rt wird.<\/li>\n<li>Auch Konservative beklagen die Spaltung unserer Gesellschaft: &ldquo;Oben werden sie immer reicher, unten herrscht im g&uuml;nstigsten Fall Stagnation. Ich glaube fest an das Solidarprinzip unserer Gesellschaft. Dazu m&uuml;ssen auch die Besserverdiener ihren Beitrag leisten.&rdquo; Dieses Zitat stammt nicht von einem Linken sondern vom Aufsichtsratsvorsitzenden von Siemens und Thyssen Krupp, Gerhard Cromme. Selbst in dieser schwierigen verteilungspolitischen Frage k&ouml;nnen sich mitdenkende Wertkonservative und Linke offensichtlich n&auml;her kommen. Die Auffassungsunterschiede sind angesichts der greifbaren Bedrohung gering.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Zw&ouml;lf Elemente eines Gemeinsamen Programms von wertkonservativen und progressiven Kr&auml;ften sind nicht schwierig zu beschreiben:<\/strong><\/p><ol>\n<li><strong>Erstens: Nutzung m&ouml;glichst aller Ressourcen<\/strong>, also massiver und intelligenter Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und f&uuml;r die Besch&auml;ftigung aller Menschen, die arbeiten wollen und k&ouml;nnen. So etwas wie die Strategie zur Schaffung einer Reservearmee von Arbeitslosen, wie sie der britische Notenbanker Sir Alan Budd als gegeben und geplant geschildert hat, darf es nicht mehr geben. Das ist einer zivilisierten Gesellschaft unw&uuml;rdig und es m&uuml;sste leicht sein, konservativ gepr&auml;gte und progressiv gepr&auml;gte Menschen bei dieser Einsicht zu vereinen.<\/li>\n<li><strong>Zweitens Sachverstand statt Ideologie.<\/strong> Heute gibt es in der Wirtschafts-, W&auml;hrungs- und Finanzpolitik fast keinen Sachverstand mehr. Statt Sachverstand nur noch Linientreue und Ideologie. Sparen sei gut, wird verk&uuml;ndet, und alle laufen dem nach, obwohl diese Linie in der Praxis nicht funktioniert. Was betriebswirtschaftlich logisch erscheint, funktioniert volkswirtschaftlich nicht. Weil die Sparabsicht nicht reicht. Weil die Sparabsicht in einer Krisensituation die Defizite versch&auml;rft. &ndash; Genauso ohne Sachverstand ist das Pochen auf dem Export&uuml;berschuss. St&auml;ndige Export&uuml;bersch&uuml;sse sind real betrachtet Unsinn, eine Vergeudung von Ressourcen. Es werden n&auml;mlich damit nur Forderungen gegen jene aufgebaut, denen man mehr exportiert als man importiert.\n<p>Der Mangel an Sachverstand und die Fixierung auf die Ideologie wird vor allem sichtbar in der schon penetranten Ablehnung des wirtschaftspolitischen Instrumentariums, das mit dem Namen Keynes verbunden ist. Sich auf die Nutzung aller m&ouml;glichen Instrumente der Wirtschaftspolitik, also sowohl auf angebotstheoretische als auch auf Instrumente aus der Instrumentenkiste von Keynes, zu verst&auml;ndigen darf doch nicht schwierig sein. Dazu geh&ouml;rt auch, gemeinsam an unseren Universit&auml;ten aufzur&auml;umen, die T&uuml;ren aufzumachen, frische Luft und Pluralit&auml;t einziehen zu lassen.<\/p><\/li>\n<li><strong>Drittens sollte Spekulation ge&auml;chtet und verbannt werden.<\/strong>\n<p>In konservativen Kreisen m&uuml;sste eigentlich weit verbreitet sein, dass man sein Geld ehrlich und anst&auml;ndig verdient. Dazu geh&ouml;rt dann auch, dass die Finanzierung von Staaten und deren Aufgaben, wenn sie Kredit daf&uuml;r brauchen, nicht dem Spekulationskarussell anheim gegeben wird. Man muss sich doch darauf verst&auml;ndigen k&ouml;nnen, dass man die H&ouml;he der Zinsen f&uuml;r die Staatsfinanzierung nicht den von Interessen geleiteten Ratingagenturen und Spekulanten &uuml;berl&auml;sst. <\/p>\n<p>Auch dass Spekulationsgewinne zumindest so besteuert werden m&uuml;ssen wie die ehrlich verdienten Gewinne ist kein ausnehmend linkes Programm. D.h. zum Beispiel: Streichung des Steuervorteils f&uuml;r Gewinne, die beim Verkauf von Unternehmen und Unternehmensteilen anfallen; Hedgefonds und all die neuen Finanzprodukte, die nur der Spekulation dienen, haben bei uns nichts zu suchen. Ratingagenturen und die ewigen B&ouml;rsenberichte im &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk auch nicht. Wir m&uuml;ssen die Spekulationsmentalit&auml;t brechen und die Wertsch&ouml;pfungsmentalit&auml;t f&ouml;rdern.<\/p><\/li>\n<li><strong>Viertens Bewahrung und Pflege des guten Rufs unseres Landes.<\/strong> Ich habe vier Bundeskanzler unmittelbar erlebt und f&uuml;r zwei gearbeitet. Kiesinger, Brandt, Schmidt und Kohl. Unabh&auml;ngig von der Parteizugeh&ouml;rigkeit achteten alle darauf, dass der Ruf unseres Landes und unseres Volkes nicht besch&auml;digt wird. Willy Brandt brachte das auf die Formel: &bdquo;Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein&ldquo;. Und heute? Die Polemik der Medien und einzelner politischen Gruppierungen gegen andere V&ouml;lker, gegen die S&uuml;dl&auml;nder, gegen die Griechen, wird von oben gest&uuml;tzt und gef&ouml;rdert. &bdquo;Die Griechen m&uuml;ssen nachsitzen&ldquo;, die &bdquo;Pleitegriechen&ldquo; usw. Wenn man wie ich als junger Mensch in Griechenland erlebt hat, wie gro&szlig;z&uuml;gig die Meisten dort mit uns umgingen, obwohl sie unter der Herrschaft der Nazis gelitten haben, dann kann man sich heute nur sch&auml;men. Und diese heute g&auml;ngige Arroganz gegen andere V&ouml;lker ist auch dumm. Sie wird sich r&auml;chen.<\/li>\n<li><strong>F&uuml;nftens der sorgsame Umgang mit den nat&uuml;rlichen Ressourcen<\/strong>, mit der Sch&ouml;pfung wie manche Konservative sagen, &ndash; ein altes bew&auml;hrtes gemeinsames Anliegen von Konservativen und Linken.<\/li>\n<li><strong>Sechstens: Stopp der unsinnigen Privatisierungsprojekte und in sachlich begr&uuml;ndeten F&auml;llen neue &Uuml;bernahme in &ouml;ffentliche Regie, also zum Beispiel Re-Kommunalisierung.<\/strong>\n<p>Ob ein Produkt oder eine Dienstleistung &ouml;ffentlich oder privat produziert wird, ist eine Frage sachlicher Abw&auml;gung und nicht eine ideologisch zu beantwortende Frage. Dabei gibt es ein paar hilfreiche Kriterien: Welche Art der Produktion ist effizienter? Ist Wettbewerb bei Privatisierung wirklich m&ouml;glich? Es macht ja keinen Sinn, ein &ouml;ffentliches Oligopol oder Monopol durch ein privates zu ersetzen. Das geschieht aber am laufenden Band. Diese Tendenz m&uuml;sste auch an der Sache orientierten Konservativen die Haare zu Berge stehen lassen. &ndash; Es gibt starke Argumente f&uuml;r den Betrieb des Schienenverkehrs in &ouml;ffentlicher Regie. Es machte keinen Sinn, die Berliner Wasserwerke oder die Stadtwerke in Leipzig zu privatisieren. Und es macht keinen Sinn, Kliniken zu privatisieren. Ich habe pers&ouml;nlich bittere Erfahrungen mit einer privatisierten Klinik in der weiteren Nachbarschaft von Dresden gemacht. Was macht es f&uuml;r einen Sinn, die Vogtland Klinik in Plauen oder die Uniklinik in Gie&szlig;en-Marburg privat zu betreiben? Mit allen Konsequenzen &ndash; mit dem Anspruch auf 15 % Rendite f&uuml;r die Aktion&auml;re, mit dem daraus folgenden Zwang zu Rationalisierung und zum Outsourcing. Ich kann nur mit Zorn verfolgen, dass dieser Wahnsinn nun sogar noch forciert werden soll und der Sektor Krankenh&auml;user immer st&auml;rker privatisiert &ndash; und d.h. zugleich angesichts der regionalen Verteilung &ndash; monopolisiert wird. Damit m&auml;chtige Konzerne und ihre Aktion&auml;re an der Schinderei des Pflegepersonals und der &Auml;rzte und am Gesundheitsrisiko von Menschen eine goldene Nase verdienen.<\/p>\n<p>Dass die Entscheidung privat oder &ouml;ffentlich sachlich &uuml;berlegt werden muss und nicht ideologisch, muss auch konservativ gepr&auml;gten Menschen einleuchten. Gerade ihnen, wenn sie etwas von Wettbewerb halten und deshalb auch wissen, dass dann, wenn keiner m&ouml;glich ist, nur die &ouml;ffentliche Regie richtig sein kann.<\/p><\/li>\n<li><strong>Siebtens<\/strong>, direkt im Anschluss an die letzte Bemerkung zur Privatisierung und Wettbewerb: <strong>Es ist eine klare Erkenntnis der konservativen Marktwirtschaftler wie auch der eher linken<\/strong> aus der sozialdemokratischen Schule von Schiller und Deist, <strong>dass Wettbewerb gesch&uuml;tzt werden muss<\/strong>. Deshalb haben wir ein Gesetz gegen Wettbewerbsbeschr&auml;nkungen, deshalb sind wir gegen Kartelle und Monopole. Wirtschaftssubjekte haben die Tendenz, ein Monopol zu erreichen oder sich mit Konkurrenten abzusprechen. Es m&uuml;sste leicht sein, hier ein gemeinsames Arbeitsfeld f&uuml;r Linke und Konservative zu finden. Das w&auml;re dringend n&ouml;tig. Denn heutzutage werden Zusammenschl&uuml;sse und Monopole gefeiert. Die meinungsf&uuml;hrenden Investmentbanker verdienen n&auml;mlich an den Transaktionen, die bei Zusammenschl&uuml;ssen und &Uuml;bernahmen f&auml;llig werden. Sie verdienen auch daran, wenn solche Konglomerate wieder aufgel&ouml;st werden.<\/li>\n<li><strong>Achtens: Wiederaufbau der sozialen Sicherheit; das bedeutet auch: klares Bekenntnis zu den Versprechen des Grundgesetzes: zu Freiheit und Sozialstaatlichkeit, zu Demokratie und sozialer Gerechtigkeit.<\/strong>\n<p>Das verlangt eine Steuerpolitik, die die Ungerechtigkeiten der letzten 30 Jahre zu korrigieren versucht; es verlangt die Anhebung des Spitzensteuersatzes und die entsprechende Anpassung der Steuertabelle und die Wiedereinf&uuml;hrung der Verm&ouml;gensteuer und einer wirksamen Erbschaftssteuer. Es muss doch auch konservativen Menschen einleuchten, dass z.B. ein Spitzensteuersatz von 53%, also so hoch wie zu Kohls Zeiten, kein sozialistisches Teufelswerk ist. <\/p>\n<p>Soziale Sicherheit herzustellen hei&szlig;t: die Agenda 2010 kann keine Basis f&uuml;r die Zukunft sein, und es verlangt, dass wieder eine wirksame Arbeitslosenversicherung installiert wird.<br>\nKluge Konservative wissen &uuml;brigens, dass soziale Sicherheit und Gerechtigkeit wichtige St&uuml;tzen friedlicher Verh&auml;ltnisse sind und damit auch zur inneren Sicherheit beitragen. Nur konservative Dummk&ouml;pfe haben das nicht verstanden, obwohl sie schon seit Jahrzehnten in amerikanischen St&auml;dten studieren k&ouml;nnen, ein welch hohes Gut an Lebensqualit&auml;t wir in Deutschland haben, wenn wir uns eine einigerma&szlig;en friedliche Gesellschaft erhalten k&ouml;nnen. <\/p>\n<p>Ich pl&auml;diere f&uuml;r ein B&uuml;ndnis der Verfassungsfreunde gegen die heute herrschenden Feinde unseres Grundgesetzes. Wer Art. 20 mit seinem Sozialstaatsversprechen nicht ernst nimmt, ist ein Verfassungsfeind. Wer die Leiharbeit eingef&uuml;hrt hat und f&ouml;rdert, verst&ouml;&szlig;t gegen Art. 1 des Grundgesetzes. Dort wird gesagt, die W&uuml;rde des Menschen sei unantastbar. Die meisten Menschen, die in Leiharbeitsvertr&auml;gen stecken, sind aber ihrer W&uuml;rde beraubt. Wir sollten diejenigen, die das angestellt haben, auch entsprechend benennen. Sie stehen nicht auf dem Boden des Grundgesetzes. Verfassungsfeinde!<\/p><\/li>\n<li><strong>Neuntens:<\/strong> zwischen konservativen und progressiven mit denkenden Menschen m&uuml;sste sofort eine gemeinsame Basis m&ouml;glich sein, von der <strong>aus man gegen die Kommerzialisierung aller Lebensbereiche antritt<\/strong>.\n<p>Lassen Sie uns bei den Schulen anfangen und dort die Kommerzialisierung zur&uuml;ckdr&auml;ngen. Es geht nicht an, dass McKinsey und die Allianz AG die Unterrichtsinhalte in unseren Schulen pr&auml;gen. Es geht nicht an, dass in unseren Schulen B&ouml;rsenspiele ge&uuml;bt werden.<\/p><\/li>\n<li><strong>Zehntens: Ein klares Nein zur politischen Korruption sollte ohne Schwierigkeiten die gemeinsame Basis sein.<\/strong>\n<p>Das w&auml;re eine sehr breite Basis. Denn heute ist in unserer &bdquo;BananenRepublikDeutschland&ldquo; politische Korruption &uuml;ber all pr&auml;sent: Helmut Kohl und seine Mannen sind von Leo Kirch, einem der Profiteure der Kommerzialisierung des Fernsehens, mit Beratungsvertr&auml;gen versehen worden. Jahre sp&auml;ter. Solange m&uuml;ssen manche auf die segensreiche Wirkung des so genannten Dreht&uuml;reffekts warten. &ndash; Wolfgang Clement hat als Wirtschafts- und Arbeitsminister die Leiharbeit in Deutschland gef&ouml;rdert und arbeitet heute f&uuml;r das &bdquo;wissenschaftliche&ldquo; Institut eines der gr&ouml;&szlig;ten Leiharbeitsanbieter der Welt. &ndash; Geld von Hoteliers f&uuml;r die FDP und Steuergeschenke f&uuml;r Hotels. Eine dreiste politische Korruption! <\/p>\n<p>Politische Korruption ist &uuml;berparteilich: Gerhard Schr&ouml;der, Walter Riester und Bert R&uuml;rup haben alles M&ouml;gliche getan, um der Privatvorsorge f&uuml;rs Alter den Weg zu bereiten und ihn mit &ouml;ffentlichem Geld zu pflastern. Heute verdienen sie an diesem gemeinsamen Werk zusammen mit dem armen, verkannten Maschmeyer. Dieser gibt immerhin ehrlich zu, dass ihn seine Freunde in Politik und Wissenschaft auf eine &bdquo;sprudelnde&ldquo; &Ouml;lquelle gesetzt haben  <\/p>\n<p>Wenn der Kampf gegen politische Korruption kein gemeinsames Aktionsfeld ist f&uuml;r anst&auml;ndige Konservative und Linke, was dann?!<\/p><\/li>\n<li><strong>Elftens: Einsichtige Konservative wissen, dass Planungssicherheit zum menschlichen Leben geh&ouml;rt.<\/strong> Sie sind deshalb beispielsweise f&uuml;r sichere Arbeitsvertr&auml;ge. Sie vertrauen darauf, dass Menschen nicht nur auf Druck etwas leisten, sondern auch aus Verantwortung. Klar, es gibt auch solche, die anders denken, solche, die Menschen in Unsicherheit versetzt haben wollen, weil sie die daraus folgende F&uuml;gsamkeit und Flexibilit&auml;t sch&auml;tzen. Hier muss sich im konservativen Lager der Weizen von der Spreu trennen.<\/li>\n<li>Zum Schluss: <strong>Wohlstand f&uuml;r alle.<\/strong> Ja! Nicht nur f&uuml;r wenige. Also kein Niedriglohnsektor, kein Auseinanderdriften der Einkommens- und Verm&ouml;gensverteilung. Wohlsstand f&uuml;r alle k&ouml;nnte auch die geeignete Parole f&uuml;r den gemeinsamen Auftritt von Linken und anst&auml;ndigen Konservativen sein.<\/li>\n<\/ol><p>Das waren zw&ouml;lf gemeinsame Aktionsfelder von Wertkonservativen und demokratischer Linken. Es g&auml;be noch eine Reihe weiterer, derentwegen sich Zusammenarbeit lohnen w&uuml;rde. ((Der folgende kursiv gesetzte Text stand im Redeentwurf, wurde aber nicht vorgetragen: <em>Ein Thema will ich noch nennen:<\/em><\/p><p><em><strong>Kriege und milit&auml;rische Interventionen sind in der Regel nicht die L&ouml;sung politischer Probleme.<\/strong> Sie sind nur das aller-aller-allerletzte Mittel. Von unserem Land muss Frieden ausgehen, milit&auml;rische Aktionen und Interventionen d&uuml;rfen nicht zur Regel werden. Gewaltverzicht war einmal die Parole und Vorstellung, die von der deutschen Politik in die Ost-West-Auseinandersetzung eingebracht worden ist.<\/em><\/p><p><em>Unmittelbar nach 1945 konnte man sich in Deutschland auch mit Konservativen darauf verst&auml;ndigen: Nie wieder Krieg. Es gibt keinen Grund, von dieser Einsicht abzugehen.<\/em>))<\/p><p><strong>Vielleicht ist die Vorstellung, es g&auml;be die skizzierten Br&uuml;cken und Gemeinsamkeiten zwischen progressiven und konservativen Kr&auml;ften, zu optimistisch. Vielleicht gibt es die vermuteten wertkonservativen Kr&auml;fte gar nicht mehr.<\/strong><\/p><p>Mir scheint der Niedergang jedoch die Folge eines gemachten Zeitgeistes zu sein. Die m&ouml;gliche Gegenbewegung muss sich daran angelehnt ebenfalls um Orientierung k&uuml;mmern und den Zeitgeist zu pr&auml;gen versuchen &ndash; in den Worten von Helmut Kohl: Wir brauchen eine geistig moralische Erneuerung. Leider hat er diese nur gefordert und nicht verwirklicht. Im Gegenteil. Ihm verdanken wir viele soziale Einschnitte und die skizzierte die Kommerzialisierung im zentralen Feld der elektronischen Medien.<\/p><p>Diejenigen im konservativen Lager, die die Orientierung an Wertvorstellungen noch nicht verloren haben, m&uuml;ssen sich lauter zu Wort melden, sie d&uuml;rfen sich von den neoliberal gepr&auml;gten Wortf&uuml;hrern nicht einsch&uuml;chtern und vereinnahmen lassen. Im konservativen Lager ist eine Auseinandersetzung f&auml;llig. Man k&ouml;nnte auch sagen, eine Revolte gegen die herrschenden Kreise sei dringend notwendig.<\/p><p>Im Bundesverband der Deutschen Industrie zum Beispiel haben die neoliberalen Kr&auml;fte und die F&ouml;rderer der Finanzwirtschaft das Sagen. Die zuvor zitierten Kritiker des Casinobetriebs aus der Industrie kommen dort kaum zu Wort, jedenfalls bestimmen sie nicht die &ouml;ffentlichen Verlautbarungen.<\/p><p>Auch beim Zentralverband des Deutschen Handwerks oder bei den Einzelh&auml;ndlerverb&auml;nden herrscht der gleiche Geist. <\/p><p>Die Wertkonservativen haben sich zur&uuml;ckgezogen. Deshalb der Appell an die Anst&auml;ndigen im konservativen Lager, endlich aufzuwachen und zu revoltieren.<\/p><p><strong>Ein gro&szlig;es Problem ist der Zustand der Meinungsbildung in Deutschland und insbesondere die Macht der PR.<\/strong><\/p><p>Sie ist gepr&auml;gt von Meinungsmache und von gro&szlig;en Interessen, die diese Meinungsmache bestimmen. Unser Land ist &uuml;berzogen mit Kampagnen der Meinungsmache und mit der daf&uuml;r notwendigen Public-Relations-Struktur. Die Finanzwirtschaft ist offensichtlich ausgesprochen aktiv im PR Gesch&auml;ft. Das liegt auch nahe. Je schw&auml;cher die Argumente, umso mehr Geld muss man f&uuml;r Public Relations ausgeben.<\/p><p>Geld ist &uuml;ppig vorhanden. Der zuvor erw&auml;hnte ehemalige Manager der Depfa, der diese marode Bank aus seiner und anderer Aktion&auml;re Sicht noch rechtzeitig an die M&uuml;nchner HRE verkauft hat, k&ouml;nnte mit seinem vermuteten pers&ouml;nlichen Gewinn von ca. 100 Millionen Euro den Wahlkampf beider gro&szlig;en Parteien bezahlen &ndash; gemessen an den Kosten des Wahlkampfes f&uuml;r die Wahl im Jahre 2005. <\/p><p>Noch ein Vergleich: Mit ihren Bez&uuml;gen von 11,4 Mrd.US-$ in 2008 h&auml;tten z.B. die Manager von Goldman Sachs den Wahlkampf einer der beiden Parteien CDU\/CSU und SPD 180 mal finanzieren k&ouml;nnen. Nur die Manager, die Firma Goldman Sachs selbst XXL mal mehr.<\/p><p>Diese Vergleiche liegen nicht neben der Sache. Tats&auml;chlich ist die Public Relations Arbeit der Finanzwirtschaft undurchdringlich und un&uuml;berwindbar. Und wenn wir die Neigung zur Kapitulation h&auml;tten, dann k&ouml;nnten wir ihr angesichts dieser Zahlenverh&auml;ltnisse begr&uuml;ndet nachgeben.<\/p><p>Ob wir mit der Public Relations Arbeit des gro&szlig;en Stroms der neoliberalen Meinungsf&uuml;hrer fertig werden, wei&szlig; ich nicht. Vor 40 Jahren ist das noch gelungen. Damals hat die SPD unter der F&uuml;hrung Willy Brandts die Menschen gegen das gro&szlig;e Geld mobilisiert. Hunderttausende von Menschen sind damals auf die Stra&szlig;e gegangen, haben sich Buttons angesteckt oder Aufkleber aufs Auto geheftet und unentwegt Gespr&auml;che gef&uuml;hrt. <\/p><p>Leider hat sich seitdem einiges ge&auml;ndert. Sowohl die Medien als auch die SPD. Aber der Ansatz, eine Gegen&ouml;ffentlichkeit aufzubauen, bleibt uns nach wie vor als eine wenn auch schwierige M&ouml;glichkeit. Welche M&ouml;glichkeit haben wir sonst? Den R&uuml;ckzug aus der politischen Beteiligung? Wenn Sie das wollten, w&auml;ren Sie nicht hier. Wenn Sie das wollten, w&uuml;rden Sie nicht im Dresdner und anderen NachDenkSeiten-Kreisen mitmachen. Ich hoffe, Sie mit meiner schonungslosen Analyse nicht deprimiert zu haben. Ich wollte einigerma&szlig;en ehrlich sein. Und zw&ouml;lf konstruktive Elemente von Br&uuml;cken f&uuml;r die Zusammenarbeit mit anders denkenden anst&auml;ndigen Menschen sind ja kein Pappenstil. Reden Sie mit diesen anders Denkenden. Das anst&auml;ndige Deutschland muss sich zusammenfinden.<\/p><p><strong>Download-PDF:<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/120505_Albrecht_Mueller_Dresdner_Rede.pdf\">&bdquo;F&uuml;r einen Pakt aller Demokraten gegen Finanz-Zyniker und Spekulanten&ldquo; &ndash;Text der Dresdner Rede [PDF &ndash; 160 KB]<\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 5. Mai 12 habe ich zum Dresdner Fr&uuml;hjahrsgespr&auml;ch eingef&uuml;hrt. Hier folgt der schriftliche Entwurf der Rede. Teile der Rede und die Diskussion waren zeitweise nachzuh&ouml;ren und zu sehen. Leider nicht in guter technischer Qualit&auml;t. Informationen bietet und Links bietet die Internetseite zu den <a href=\"http:\/\/www.dresdner-fr%C3%BChjahrsgespr%C3%A4ch2012.de\/\">Dresdner Fr&uuml;hjahrsgespr&auml;chen<\/a>. Hier also der Text der Rede, der nat&uuml;rlich<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13253\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[35,136,205,211],"tags":[517,522,300,378],"class_list":["post-13253","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aufbau-gegenoeffentlichkeit","category-banken-boerse-spekulation","category-neoliberalismus-und-monetarismus","category-veranstaltungshinweiseveranstaltungen","tag-dgb","tag-fes","tag-mueller-albrecht","tag-nds-gespraechskreis"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13253","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13253"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13253\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13256,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13253\/revisions\/13256"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13253"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=13253"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=13253"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}