{"id":132572,"date":"2025-05-08T10:00:34","date_gmt":"2025-05-08T08:00:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=132572"},"modified":"2025-05-08T16:43:09","modified_gmt":"2025-05-08T14:43:09","slug":"zweiter-weltkrieg-russisches-kinderblut-fuer-deutsche-soldaten-erinnerungen-einer-85-jaehrigen-spenderin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=132572","title":{"rendered":"Zweiter Weltkrieg: Russisches Kinderblut f\u00fcr deutsche Soldaten &#8211; Erinnerungen einer 85-j\u00e4hrigen \u201eSpenderin\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Dass ein gro&szlig;er Teil der Gefangenen in deutschen Konzentrationslagern von 1941 bis 1945 sowjetische Kriegsgefangene, Zivilisten und Kinder waren, ist in Deutschland wenig oder gar nicht bekannt. So gut wie unbekannt ist auch die Tatsache, dass Kinder aus Russland, Wei&szlig;russland und der Ukraine als Blutspender f&uuml;r verletzte deutsche Soldaten genutzt wurden, oft in einem Ausma&szlig;, dass die Spender nicht &uuml;berlebten. <strong>Ulrich Heyden<\/strong> sprach in Moskau mit der 85 Jahre alten Russin <strong>Ewdakija Anikanowa<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7879\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-132572-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250507-Russisches-Kinderblut-fuer-deutsche-Soldaten-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250507-Russisches-Kinderblut-fuer-deutsche-Soldaten-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250507-Russisches-Kinderblut-fuer-deutsche-Soldaten-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250507-Russisches-Kinderblut-fuer-deutsche-Soldaten-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=132572-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250507-Russisches-Kinderblut-fuer-deutsche-Soldaten-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250507-Russisches-Kinderblut-fuer-deutsche-Soldaten-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Ewdakija Anikanowa befand sich als Vierj&auml;hrige im Konzentrationslager Paldiski (Estland), wo man aus ihrem K&ouml;rper Blut abzapfte und es &uuml;ber einen Schlauch direkt einem bewusstlosen deutschen Soldaten zuf&uuml;hrte.<\/p><p>Am 11. April 2025 lernte ich die 85 Jahre alte Russin Ewdakija Anikanowa kennen. Das war auf einer Gedenkveranstaltung der minderj&auml;hrigen H&auml;ftlinge in deutschen Konzentrationslagern, die jedes Jahr am Denkmal &bdquo;Trag&ouml;die der V&ouml;lker&ldquo;[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] auf dem Gedenkkomplex &bdquo;Poklonaja Gora&ldquo;, westlich des Moskauer Stadtzentrums, stattfindet. Der 11. April wird in Russland als Feiertag der Selbstbefreiung der H&auml;ftlinge im Konzentrationslager Buchenwald begangen.<\/p><p>Das Wetter war k&uuml;hl, die alten Leute jedoch &ndash; inzwischen fast alle &uuml;ber 80 &ndash; sa&szlig;en stumm, aber mit gespanntem Blick auf den St&uuml;hlen. Vor der Brust hielten sie rote Nelken. In ihren Gesichtern las ich Spannung und Unruhe, so als ob sie noch viel zu erz&auml;hlen h&auml;tten. <\/p><p><strong>&bdquo;Die Ungebrochenen&ldquo;<\/strong><\/p><p>Es sprachen Vertreter der Moskauer Stadtverwaltung, der Kirche und einer Jugendorganisation. Ein Sprecher sagte, dass in Moskau noch 2.500 Menschen leben, die als Minderj&auml;hrige in deutschen KZs waren. 2024 lebten nach offiziellen Angaben in ganz Russland noch 50.000 Menschen, die in deutschen Konzentrationslagern waren.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><p>Einige Redner priesen die Versammelten auf der Veranstaltung als &bdquo;Ungebrochene&ldquo;, also Helden. Aber als Helden wurden diese Menschen bis zum Ende der Sowjetunion nicht behandelt. Ihnen, die sich physisch auf der Frontseite des Feindes befanden, haftete immer etwas Fragliches an. Man verd&auml;chtigte sie, mit dem Feind zusammengearbeitet zu haben. Frauen wurden verd&auml;chtigt, dass sie mit deutschen Soldaten im Bett waren.<\/p><p>Ja, es gab solche F&auml;lle, erz&auml;hlte mir Ewdakija Anikanowa, mit der ich am Rande der Veranstaltung ins Gespr&auml;ch kam. Die 1940 Geborene wuchs im S&uuml;dwesten von Moskau im Dorf Iwankowo auf. Aber selbst die Russinnen, die von deutschen Soldaten zum Beischlaf gezwungen wurden oder es freiwillig taten, konnten sich ihres Lebens nicht sicher sein. <\/p><p><strong>Eine Vierj&auml;hrige als Blutspenderin<\/strong><\/p><p>Ewdakija Anikanowa beantwortete trotz ihres hohen Alters und des noch k&uuml;hlen Wetters stehend meine zahlreichen Fragen. Sie erz&auml;hlte, sie sei als Vierj&auml;hrige in Estland und Lettland in den Konzentrationslagern Paldiski und Alitus gewesen. Als sie dann erz&auml;hlte, sie habe Blut f&uuml;r einen deutschen Soldaten spenden m&uuml;ssen, war das wie ein Schock f&uuml;r mich. Es ist etwas v&ouml;llig anderes, ob man dar&uuml;ber liest oder ob man als Deutscher einer Betroffenen direkt gegen&uuml;bersteht.<\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/Ewdakija-Anikanowa-1965-Foto-privat.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Noch Jahrzehnte nach dem Sieg &uuml;ber den Hitler-Faschismus galten die sowjetischen KZ-H&auml;ftlinge nicht als vollwertige B&uuml;rger. Stalin hatte angeordnet, dass die Menschen aus den von der deutschen Wehrmacht bedrohten D&ouml;rfern diese Richtung Osten verlassen. Das Recht auf eine Wohnung werde garantiert, erinnert sich Ewdakija. Die Sowjetmacht half nach dem Krieg auch beim Wiederaufbau des Dorfes. Doch Ewdakija sagte: &bdquo;Wie sollten wir das Dorf verlassen? Wir konnten doch das Vieh nicht allein und die Felder nicht unbestellt lassen. Zudem waren alle Stra&szlig;en Richtung Osten mit Fl&uuml;chtenden verstopft.&ldquo;<\/p><p>Nat&uuml;rlich habe man auf die Befreiung durch die Rote Armee gewartet, sagte Ewdakija. Als einmal w&auml;hrend der Okkupation durch die Deutschen ein Doppeldecker &uuml;ber dem Dorf auftauchte und als Gru&szlig; das Flugzeug leicht um seine L&auml;ngsachse schaukelte, h&auml;tten die Menschen Hoffnung gesch&ouml;pft. Doch leider habe man nach kurzer Zeit eine Rauchwolke gesehen. Das Flugzeug sei offenbar abgeschossen worden. <\/p><p><strong>Die Verbindung mit der heimischen Erde<\/strong><\/p><p>Warum haben die Leute ihre D&ouml;rfer nicht verlassen, als die Wehrmacht nahte? Die Leute hatten ihre Holzh&auml;user selbst gebaut, Wege und Br&uuml;cken selbst angelegt, das Vieh selbst gro&szlig;gezogen. Alles, was man a&szlig;, hatte man selbst erwirtschaftet. Auf dem Dorffriedhof lagen mehrere Generationen der Vorfahren. Das Dorf zu verlassen, etwa, um in ein Krankenhaus zu fahren, bedurfte auch nach der Oktoberrevolution der Erlaubnis des Dorf&auml;ltesten. Erst ab 1962 bekamen die Menschen in russischen D&ouml;rfern P&auml;sse.<\/p><p>Das patriarchalische System in den russischen D&ouml;rfern machten sich die deutschen Besatzer zunutze. Als sie das Dorf Iwankowo am 1. Oktober 1941 besetzten, riefen sie die Bewohner zusammen und erkl&auml;rten, sie w&uuml;rden jetzt eine &bdquo;neue, deutsche Ordnung&ldquo; einf&uuml;hren. Eine Polizei wurde gebildet, Willige daf&uuml;r fanden sich. Die Polizei musste Listen anlegen mit den Namen der Juden, Kommunisten und Frauen, deren M&auml;nner bei der Roten Armee k&auml;mpften. <\/p><p>Matrona, die Mutter von Ewdakija, versuchte, die Liste zu verbrennen. Sie wurde geschlagen und verh&ouml;rt, redete sich aber damit heraus, dass sie ungebildet sei und nicht gewusst habe, worum es sich handelte. <\/p><p>&Uuml;ber die deutschen Soldaten erz&auml;hlt Ewdakija nicht nur Schlechtes. Deutsche Wehrmachts&auml;rzte h&auml;tten ihr das Leben gerettet. Als sie an Scharlach erkrankte und an Atemnot litt, spritzte ihr ein Arzt im Fr&uuml;hling 1943 Penicillin. <\/p><p><strong>&bdquo;Die neue, deutsche Ordnung&ldquo;<\/strong><\/p><p>Nach dem Krieg, als sie schon in Moskau studierte, besuchte Ewdakija einmal ihre Mutter im Dorf und wurde von einem Dorfbewohner gefragt, ob es stimme, dass keine deutschen Soldaten mehr in Moskau und Leningrad seien. <\/p><p>Die Frage hatte folgenden Hintergrund: Der deutsche Befehlshaber im Dorf Iwankowo hatte das Dorf in den fast zwei Jahren Besatzung komplett von der Au&szlig;enwelt abgeschirmt und unter der Dorfbev&ouml;lkerung die Falschinformation verbreitet, die deutsche Wehrmacht habe bereits Moskau und Leningrad eingenommen. Aktuelle Informationen &uuml;ber die Front hatten die Dorfbewohner nicht. Die Partisanen waren sieben Kilometer entfernt in einem Wald, zu ihnen hatte man keinen Kontakt. <\/p><p><strong>&bdquo;Schlaft bei den K&uuml;hen&ldquo;<\/strong><\/p><p>Nachdem die deutsche Wehrmacht das Dorf Iwankowo mit motorisierten Einheiten eingenommen hatte, wurde ihnen erkl&auml;rt, sie m&uuml;ssten ihre H&auml;user verlassen. &bdquo;Baut euch Schuppen oder schlaft bei euren K&uuml;hen&ldquo;, wurde den Menschen gesagt. Die H&auml;user seien jetzt f&uuml;r die deutschen Soldaten.<\/p><p>Der Leser wird sich vielleicht fragen, wie eine Frau, die den &Uuml;berfall der Wehrmacht und das Konzentrationslager im Alter von zwei bis vier Jahren erlebte, sich &uuml;berhaupt noch erinnern kann.<\/p><p>&bdquo;An etwas habe ich mich erinnert,&ldquo; schreibt Ewdakija in ihrem 2011 erschienenen Buch &bdquo;Die schwarzen Fl&uuml;gel des Krieges&ldquo; [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]. &bdquo;Ich erinnere mich bis heute an grelle, bunte und lebendige Bilder verschiedener Situationen aus dem Leben in der Zeit.&ldquo; In ihrem Buch wurden die Augenzeugenberichte von 60 Menschen ver&ouml;ffentlicht, die als Minderj&auml;hrige in deutschen Konzentrationslagern waren. <\/p><p>Ihr Buch gab Ewdakija in ihrer Funktion als Vorsitzende der &bdquo;Gemeinschaft der minderj&auml;hrigen KZ-Insassen im Moskauer Bezirk S&uuml;dwest&ldquo; heraus. Aus dem Buch las sie in Schulen vor. Aber heute h&auml;tten die Schulen keine Zeit mehr f&uuml;r solche Lesungen, murrt Ewdakija. Der Lehrplan sei &uuml;bervoll, und &bdquo;die ganze Jugend&ldquo; &ndash; auch ihre Enkelin &ndash; sei &bdquo;mit Computerspielen besch&auml;ftigt&ldquo;. <\/p><p><strong>Der heilige Brunnen<\/strong><\/p><p>Trotz der offiziellen kommunistischen Ideologie gab es im Dorf Iwankowo noch religi&ouml;se Traditionen. So gab es einen &bdquo;heiligen Brunnen&ldquo;, dessen Wasser vorwiegend f&uuml;r Feiertage und f&uuml;r Kranke benutzt wurde. Als die deutschen Besatzungssoldaten begannen, mit dem Wasser dieses Brunnens ihre Autos zu waschen, beschwerten sich zwei j&uuml;ngere Frauen. Sie wurden nach einer Sitzung eines von den deutschen Milit&auml;rs beaufsichtigten &bdquo;Gerichts&ldquo; erschossen, erz&auml;hlt meine Gespr&auml;chspartnerin. F&uuml;nf Kinder wurden zu Waisen. Weitere Erschie&szlig;ungen gab es in dem Dorf nicht.<\/p><p>Die &uuml;ber das Dorf verh&auml;ngte &bdquo;neue, deutsche Ordnung&ldquo; war &auml;u&szlig;erst streng. In der Dunkelheit durften keine Feuer angez&uuml;ndet und keine Lampen eingeschaltet werden. Versammlungen mit mehr als zwei Menschen waren verboten. Laut schreien, singen oder das Gel&auml;nde des Dorfes verlassen, war ebenfalls verboten. Diese Verbote sollten Angriffe der Partisanen verhindern. Die n&auml;chsten W&auml;lder, in denen sich Partisanen aufhielten, lagen in sieben Kilometer Entfernung. W&auml;hrend der eineinhalb Jahre Besatzung lie&szlig;en sich keine Partisanen blicken. <\/p><p><strong>Die Deportation ins Konzentrationslager<\/strong><\/p><p>Im Juni 1943 musste die Wehrmacht wegen der &Uuml;bermacht der Roten Armee abziehen. Die gesamte Dorfbev&ouml;lkerung wurde nach Estland in das Konzentrationslager Paldiski deportiert. &bdquo;Vor dem Abzug brannten die deutschen Soldaten unsere H&auml;user ab und sprengten unsere &Ouml;fen. Die Rotarmisten sollten nichts haben, um sich zu w&auml;rmen&ldquo;, erz&auml;hlte mir Ewdakija, die damals etwas &uuml;ber drei Jahre alt war.<\/p><p>Die Aufsicht &uuml;ber die Deportation der Dorfbewohner f&uuml;hrten ukrainische Hilfspolizisten, die sich nach der Erz&auml;hlung von Ewdakija &auml;u&szlig;erst brutal gegen&uuml;ber den Deportierten verhielten. Man ging zu Fu&szlig;, kleine Kinder und Kranke wurden mit Pferden transportiert. <\/p><p>Nach 70 Kilometern &ndash; vor der Stadt Brjansk &ndash; musste sich der Menschenzug in Deckung begeben, weil es am Himmel einen Luftkampf zwischen deutschen und sowjetischen Flugzeugen gab. Einige der Deportierten wurden verletzt und get&ouml;tet. Ewdakija versteckte sich mit ihrer Mutter und der schwangeren Schwester der Mutter unter einem Lastkarren. Diese schwangere Schwester wurde durch einen Holz- oder Granatsplitter get&ouml;tet. <\/p><p>Die Hilfspolizisten trieben die Deportierten zur Eile. Sie durften sich nicht von ihren Toten verabschieden. Die Verletzten waren f&uuml;r die Hilfspolizisten nur Ballast, sie wurden erschossen. <\/p><p><strong>Mehlsuppe und Peitsche<\/strong><\/p><p>In Estland musste Matrona, die Mutter von Ewdakija, in der Landwirtschaft arbeiten und deutsche Verteidigungsanlagen ausheben. Ewdakija kam in ein Konzentrationslager f&uuml;r Kinder. In dem KZ waren vor allem Kinder im Alter von sechs bis sieben Jahren. <\/p><p>Die Kinder bekamen dreimal am Tag etwas zu Essen, morgens und abends Tee mit Zuckerersatz und einem St&uuml;ck Brot. Mittags ein Becher mit Wasser und Mehl. &bdquo;F&uuml;r mich reichte das, weil ich klein war. Aber f&uuml;r die &auml;lteren Kinder war das zu wenig. Viele starben&ldquo;, erz&auml;hlt meine Gespr&auml;chspartnerin. <\/p><p>Weiter sagt sie: &bdquo;Ich wurde in dem KZ gefangen gehalten, weil ich die seltene Blutgruppe &sbquo;1 negativ&lsquo; habe.&ldquo; [Null negativ, Anm. d. Red.] Spenderblut dieser Gruppe kann universal f&uuml;r alle Blutgruppen eingesetzt werden. &bdquo;Ich wohnte mit Denis, einem Jungen, der die gleiche Blutgruppe hatte und so alt war wie ich, in einer Ecke des Lagers.&ldquo; <\/p><p>Weiter erz&auml;hlte meine Gespr&auml;chspartnerin: &bdquo;Eines Tage brachte man uns in das Krankenhaus des Konzentrationslagers. Wir bekamen eine S&uuml;&szlig;igkeit. Dann brachte man uns der Reihe nach zu einem schwer verwundeten General. Von mir &ndash; einer Vierj&auml;hrigen &ndash; konnten sie nicht viel Blut nehmen. Aber Denis wurde mehr Blut abgenommen. Er starb in der n&auml;chsten Nacht. Sehr viele Kinder starben.&ldquo;<\/p><p>Wie der General ausgesehen habe? &bdquo;Er war blond, b&auml;rtig, nicht gro&szlig; und untersetzt.&ldquo;<\/p><p><strong>Man wollte W&ouml;lfe aus ihnen machen <\/strong><\/p><p>Die Ordnung im Kinder-KZ war &auml;u&szlig;erst streng. Es gab eine Aufseherin mit Peitsche, sie hie&szlig; Elsa. Offenbar hatte man vor, geeignete Kinder f&uuml;r den Arbeitseinsatz in Deutschland zu finden. Zu diesem Zweck veranstalteten Aufseher Spiele, bei denen sie die Kinder zur Brutalit&auml;t antrieben und sie so auf ihre k&ouml;rperlichen F&auml;higkeiten pr&uuml;ften. Ewdakija vermutet, dass man besonders reaktionsschnelle Kinder in eine besondere Schule schickte. Was weiter mit ihnen passierte, wusste sie nicht. Die &bdquo;Spiele&ldquo; liefen folgenderma&szlig;en ab: Ein Aufseher hielt eine S&uuml;&szlig;igkeit oder ein Brot hoch, und die Kinder mussten hochspringen und sich um das Bonbon raufen. Ewdakija erinnert sich, einem Jungen sei ein erbeutetes Bonbon von anderen Kindern mit Gewalt aus dem Mund gepult worden.<\/p><p>Es gab M&auml;dchen, die halfen, die Wunden der bei den K&auml;mpfen um Nahrung verletzten Jungen zu pflegen. Diese M&auml;dchen seien f&uuml;r eine sp&auml;tere Verwendung in einer sozialen Einrichtung vorgemerkt worden, vermutet meine Gespr&auml;chspartnerin.<\/p><p>Doch die Grundregeln sozialen Verhaltens, welche die Kinder in ihren Familien gelernt hatten, behielten sie bei. Jeden Morgen k&uuml;mmerten sich die siebenj&auml;hrigen Kinder um die vierj&auml;hrigen, halfen ihnen beim Aufstehen, Anziehen und Waschen. Sie achteten auch darauf, dass die Kleidung der ganz Kleinen sauber war. Ewdakija: &bdquo;Die Kinder wurden sehr schnell erwachsen.&ldquo; <\/p><p>Die Kinder bekamen auch Deutschunterricht. Ewdakija erinnert sich noch an Verse. In gebrochenem Deutsch sagt sie: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Treue Liebe bis zum Grabe<br>\nschw&ouml;r ich dir mit Herz und Hand.<br>\nWas ich bin und was ich habe,<br>\ndank ich Dir, mein Vaterland!&ldquo;[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Endlich echter Zucker!<\/strong><\/p><p>Weil die Front immer weiter nach Westen r&uuml;ckte, wurden die Kinder immer wieder in andere KZs verlegt. Im September 1944 wurde Ewdakija zusammen mit anderen Kindern von sowjetischen Soldaten befreit. Sie befand sich zu der Zeit in einem Kinder-KZ in Litauen. <\/p><p>Von den Befreiern wollten die Kinder als Erstes wissen, ob sie richtigen Zucker h&auml;tten, denn im KZ bekamen die Kinder nur Zuckerersatz. Die Rotarmisten hatten in ihren Taschen echten Zucker. <\/p><p>Nach der Befreiung kam Ewdakija in ein Filtrationslager. In dem Lager sah sie das erste Mal nach einem Jahr ihre Mutter wieder. &bdquo;In dem Lager pr&uuml;fte man, inwieweit unsere Eltern Verr&auml;ter waren. In diesem Lager lebten wir ein halbes Jahr. Nachdem man uns gepr&uuml;ft hatte, gab man uns eine alte Kuh und schickte uns in unser altes Dorf.&ldquo;<\/p><p><strong>&bdquo;Wir galten nicht als vertrauensw&uuml;rdig&ldquo;<\/strong><\/p><p>Den Menschen, die in den deutschen Konzentrationslagern waren, traute man in der sowjetischen Zeit nicht vollst&auml;ndig, weshalb sie noch Jahre nach dem Krieg keine h&ouml;here Ausbildung absolvieren und keine Leitungsposten einnehmen durften. Die Mutter von Ewdakija &ndash; Matrona &ndash; hatte sich im Filtrationslager verpflichtet, &uuml;ber das Erlebte in den deutschen KZs nicht zu sprechen. Es passte nicht in die staatliche Ideologie, dass sowjetische Menschen als wehrlose Gesch&ouml;pfe unter der Knute der deutschen Faschisten lebten. <\/p><p>Ewdakija lebte in ihrem Dorf bis zum 17. Lebensjahr. Sie hatte Gl&uuml;ck: Wegen ihrer guten Leistungen in der Schule verhalf ihr der Kolchosvorsitzende zu einer Ausbildung an der Landwirtschaftsakademie in Moskau. Danach arbeitete sie 25 Jahre lang an der Moskauer Staatlichen Universit&auml;t als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Expertin f&uuml;r Bodenkunde. Sie leitete Exkursionen von Studenten in das europ&auml;ische Schwarzerde-Gebiet. <\/p><p><strong>Keiner der Jungen unter acht Jahren aus dem Dorf Iwankowo &uuml;berlebte das KZ<\/strong><\/p><p>Der Bann, der &uuml;ber sowjetischen Insassen deutscher Konzentrationslager lag, wurde erst unter Michail Gorbatschow in der Zeit der Perestroika gebrochen. Erst zu dieser Zeit konnten die &Uuml;berlebenden aus den deutschen KZs offizielle Vereinigungen bilden. <\/p><p>Der Krieg hat tiefe L&uuml;cken in das Heimatdorf von Ewdakija gerissen. Vor dem Krieg lebten in Iwankowo 256 Menschen. 78 M&auml;nner gingen an die Front, auch der Vater von Ewdakija. Nur drei M&auml;nner kehrten aus dem Krieg zur&uuml;ck. Der Vater von Ewdakija blieb als Soldat &ndash; irgendwo vor Leningrad &ndash; verschollen. Seine Frau wartete ihr ganzes Leben auf ihn. <\/p><p>Von den nach Estland deportierten Dorfbewohnern kehrten nur 52 in das Dorf zur&uuml;ck, darunter 19 Kinder. Alle Jungen unter acht Jahren waren in den deutschen Konzentrationslagern gestorben. <\/p><p>Dass sie die Schrecken des Konzentrationslagers &uuml;berlebte, erkl&auml;rt Ewdakija damit, dass sie aus einer Familie mit starkem religi&ouml;sen Hintergrund komme. Ihre Vorfahren waren &bdquo;Altgl&auml;ubige&ldquo;, ihr Gro&szlig;vater ein Priester. Sie selbst glaube auch an Gott, befolge aber nicht streng die kirchlichen Regeln, wie sie ohne Scheu erkl&auml;rt. <\/p><p><strong>&bdquo;Blutspenden&ldquo; auch in den KZs Salispils, Auschwitz und einem Heim bei Charkow<\/strong><\/p><p>Dass man sowjetischen Kindern in den deutschen Kinder-Konzentrationslagern Blut abzapfte, taucht auch in einer 2003 ver&ouml;ffentlichten Untersuchung des Kiewer Journalisten Wladimir Rudyuk auf.[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] Der Journalist verweist auf eine Dokumentation der KZ-Gedenkst&auml;tte Salispils bei Riga, in der festgestellt wurde, dass in den ersten 18 Monaten der deutschen Besatzung von Lettland insgesamt 3.500 Liter Kinderblut aus dem Konzentrationslager Salispils ausgef&uuml;hrt wurden. <\/p><p>In der Untersuchung des Kiewer Journalisten kommt au&szlig;erdem die Kiewerin Anna Strishkova zu Wort. Sie kam im Dezember 1943 in das KZ Auschwitz. Obwohl sie erst zwei Jahre alt war, wurden ihr, wie sie sp&auml;ter erfuhr, mehrmals 300 Gramm Blut abgenommen. Die Prozedur sei schmerzhaft gewesen, weshalb sie sich daran erinnere. Es habe aber auch Kinder gegeben, denen man 1,5 Liter Blut abgenommen habe. Die seien nach der &bdquo;Spende&ldquo; meist gestorben. Sie landeten in einem Tank f&uuml;r &bdquo;verbrauchte Materialien&ldquo;. Man habe allerdings nicht allen Kinder Blut abgenommen. J&uuml;dische Kinder, Kinder von Partisanen und Kommandeuren der Roten Armee wurden &bdquo;ohne vorherige Nutzung&ldquo; vernichtet. <\/p><p>Blutentnahmen gab es auch im Kinderheim &bdquo;Sokolniki&ldquo; in der N&auml;he von Charkow, berichtete die Berliner <em>Tageszeitung<\/em> 2008 in einem Bericht &uuml;ber den Ukrainer Nikolai Kalaschnikow.[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>] Er war als Neunj&auml;hriger im Kinderheim &bdquo;Sokolniki&ldquo;, wo ihm regelm&auml;&szlig;ig Blut abgenommen wurde, das dann an verwundete deutsche Soldaten ging. <\/p><p>&bdquo;Uns wurde Blut abgenommen, bis wir ohnm&auml;chtig zu Boden sanken&rdquo;, erinnert sich Kalaschnikow, &bdquo;manchmal sank der Puls auf Null&ldquo;. Viele Kinder des Kinderheims starben bei dieser erzwungenen Blutspende.&nbsp;&bdquo;Von den gesch&auml;tzten 2.000 Kindern im Heim Sokolniki haben nur 56 die Befreiung durch die Sowjetarmee erlebt.&rdquo;<\/p><p><strong>Die Gesamtzahl der sowjetischen KZ-Opfer<\/strong><\/p><p>4,9 Millionen sowjetische Zivilisten wurden in deutsche Konzentrationslager verschleppt. Von diesen Zivilisten starben 1,8 Millionen. Unter den Verstorbenen waren 900.000 Kinder unter zw&ouml;lf Jahren.[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]<\/p><p>Die deutsche Stiftung &bdquo;Erinnerung, Verantwortung und Zukunft&ldquo; zahlte zwischen 2002 und 2007 nur an 8.000 Personen, die als Kinder im KZ waren, oder an M&uuml;tter, deren Kinder im KZ gestorben waren, Entsch&auml;digungen. <\/p><p>Man muss konstatieren, dass von den &uuml;berlebenden sowjetischen B&uuml;rgern, die als Minderj&auml;hrige in deutschen KZs waren, nur ein &auml;u&szlig;erst geringer Teil von der deutschen Stiftung entsch&auml;digt wurde. Die Entsch&auml;digungssumme betrug bis zu 4.200 Euro.[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>] Ewdakija Anikanowa bekam eine Entsch&auml;digung von 3.000 Euro, weil sie nach Meinung der Stiftung nicht ein Jahr, sondern nur zwei Monate in einem Konzentrationslager nachweisen konnte. Die Stiftung zahlte insgesamt Entsch&auml;digungen f&uuml;r 1,6 Millionen Menschen aus 100 Staaten. <\/p><p><strong>Wie lebt Ewdakija heute?<\/strong><\/p><p>Die von mir interviewte ehemalige KZ-Insassin Ewdakija lebt heute zusammen mit ihrer Tochter, ihrer Enkelin und ihrem Schwiegersohn in einer Wohnung im S&uuml;dwesten von Moskau. Ihr Mann ist gestorben. Ewdakija ist nach wie vor Vorsitzende der Organisation der minderj&auml;hrigen KZ-Insassen, die in ihrem Moskauer Bezirk leben. Zurzeit sammelt sie Geld, um humanit&auml;re Hilfe f&uuml;r russische Soldaten in der Ukraine einzukaufen. <\/p><p>Die Arbeit am Computer haben die &Auml;rzte ihr verboten, weil die Augen geschont werden m&uuml;ssen. Aber Ewdakija hat schon ihr Handw&auml;gelchen gepackt, mit dem sie demn&auml;chst auf ihre Datscha fahren wird. Sie bekommt eine Rente von 480 Euro, was f&uuml;r russische Verh&auml;ltnisse nicht schlecht ist. <\/p><p><small>Titelbild: &copy; Ulrich Heyden<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/2ea94889841946468dd97ee7e54891b3\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Das Denkmal aus Bronze, geschaffen 1997 von Surab Zereteli, zeigt zahlreiche unbekleidete KZ-Insassen mit ihren Kindern. Um das Denkmal herum liegen &ndash; in Bronze &ndash; die Schuhe, K&auml;mme und Taschen der Gefangenen.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] <a href=\"https:\/\/dzen.ru\/a\/Zj0gyXlxmXyW3D7-?ysclid=ma71imk5xa303051967\">dzen.ru\/a\/Zj0gyXlxmXyW3D7-?ysclid=ma71imk5xa303051967<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Ewdakijewa Anikanowa, Tshornyje krylja wojny, Moskau, Profisdat, 2011, ISBN 978-5-255-01770-6<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 &ndash; 1874), &bdquo;Mein Vaterland&rdquo;&#8196;<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Wladimir Rudyuk, Sowjetische Kinder als Blutspender f&uuml;r die deutsche Wehrmacht. Informationen zur Schleswig-Holsteinischen Zeitgeschichte (Kiel), Nr. 41\/42, April 2003, S. 284-295<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Phillip Gessler, Blutspender f&uuml;r Wehrmachtsoldaten, die tageszeitung, 18. August 2008 <a href=\"https:\/\/taz.de\/Die-Kinder-von-Sokolniki\/!5177196\/\">taz.de\/Die-Kinder-von-Sokolniki\/!5177196\/<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Ewdakijewa Anikanowa, Tshornyje krylja wojny, Moskau, Profisdat, 2011. Die Opferzahlen waren m&ouml;glicherweise h&ouml;her, siehe: <a href=\"https:\/\/moluch.ru\/archive\/139\/32565\/\">Viktoria Nikolajewna, Verluste der sowjetischen Bev&ouml;lkerung in Konzentrationslagern, 2017<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bundesministerium_der_Finanzen\">Bundesministerium der Finanzen<\/a>:&nbsp;<em><a href=\"https:\/\/www.bundesfinanzministerium.de\/Content\/DE\/Downloads\/Broschueren_Bestellservice\/2018-03-05-entschaedigung-ns-unrecht.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=8\">Wiedergutmachung: Regelungen zur Entsch&auml;digung von NS-Unrecht.<\/a><\/em>&nbsp;Stand Mai 2022, S. 12<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass ein gro&szlig;er Teil der Gefangenen in deutschen Konzentrationslagern von 1941 bis 1945 sowjetische Kriegsgefangene, Zivilisten und Kinder waren, ist in Deutschland wenig oder gar nicht bekannt. So gut wie unbekannt ist auch die Tatsache, dass Kinder aus Russland, Wei&szlig;russland und der Ukraine als Blutspender f&uuml;r verletzte deutsche Soldaten genutzt wurden, oft in einem Ausma&szlig;,<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=132572\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":132574,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,212,171],"tags":[1403,2104,2394,2147,990,966,2399,2360],"class_list":["post-132572","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-gedenktagejahrestage","category-militaereinsaetzekriege","tag-konzentrationslager","tag-kriegsopfer","tag-kriegstrauma","tag-sowjetunion","tag-wehrmacht","tag-weltkrieg","tag-wiedergutmachung","tag-zivile-opfer"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Ewdakija-Anikanowa-Foto-Ulrich-Heyden-2025.jpeg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/132572","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=132572"}],"version-history":[{"count":16,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/132572\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":132649,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/132572\/revisions\/132649"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/132574"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=132572"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=132572"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=132572"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}