{"id":13260,"date":"2012-05-16T16:37:22","date_gmt":"2012-05-16T14:37:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13260"},"modified":"2015-02-15T15:57:51","modified_gmt":"2015-02-15T14:57:51","slug":"die-wachhunde-der-machtelite-noam-chomskys-kritik-der-intellektuellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13260","title":{"rendered":"Die Wachhunde der Machtelite: Noam Chomskys Kritik der Intellektuellen"},"content":{"rendered":"<p>F&uuml;r Noam Chomsky haben die Intellektuellen die Verantwortung, die Wahrheit zu sagen und L&uuml;gen aufzudecken.  Diese Verantwortung der Intellektuellen leitet sich aus der politischen Freiheit, dem Zugang zu Informationen und der Redefreiheit her. Aber nach Chomsky zeigt die historische Erfahrung, dass Intellektuelle diesen privilegierten Status nicht f&uuml;r das Sagen der Wahrheit nutzen, sondern vielmehr ihre F&auml;higkeiten in den Dienst f&uuml;r die Interessen und Privilegien der Machtelite stellen. Diese Machtelite entscheidet dar&uuml;ber, was in der Gesellschaft passiert, weil sie &uuml;ber den daf&uuml;r notwendigen Reichtum besitzt.<br>\nIntellektuelle bilden f&uuml;r Chomsky eine &bdquo;Art s&auml;kulare Priesterschaft&ldquo; f&uuml;r die Machtelite, weil sie Ideen, Pl&auml;ne, Strategien, Werte, Theorien, Rechtfertigungen und Doktrinen f&uuml;r die &ouml;konomischen und politischen Entscheidungstr&auml;ger des Herrschaftssystems entwickeln und dem Rest der Bev&ouml;lkerung &bdquo;verk&uuml;nden, was sie glauben sollen&ldquo;. <strong>Christian Girschner<\/strong> zeichnet Chomskys Kritik der Intellektuellen nach.<br>\n<!--more--><\/p><blockquote><p><em>&bdquo;Einer der gro&szlig;en Vorteile, die Macht und Reichtum mit sich bringen, besteht darin, sich niemals f&uuml;r etwas entschuldigen zu m&uuml;ssen.&ldquo;<\/em><\/p><\/blockquote><p>Noam Chomsky[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/p><p><strong>Die Wahrheit sagen<\/strong><br>\nF&uuml;r Noam Chomsky haben die Intellektuellen die &bdquo;Verantwortung&ldquo;, &bdquo;die Wahrheit zu sagen und L&uuml;gen aufzudecken.&ldquo;[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] Diese Verantwortung der Intellektuellen leitet &bdquo;sich aus der politischen Freiheit, dem Zugang zu Informationen und der Redefreiheit her. F&uuml;r eine privilegierte Minderheit h&auml;lt die westliche Demokratie die Mu&szlig;e, die Einrichtungen und die Ausbildung bereit, die es ihr erlauben, die Wahrheit zu suchen, die sich hinter dem Schleier von Verzerrung und Verdrehung, Ideologie und Klasseninteresse verbirgt, unter dem die gegenw&auml;rtigen geschichtlichen Ereignisse sich uns darstellen.&ldquo;[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] Insofern sollte die privilegierte Position der Intellektuellen sie zu herrschaftskritischen und aufkl&auml;rerischen Akteuren in der Gesellschaft machen. Die Verantwortung der Intellektuellen, die Wahrheit zu sagen, r&uuml;hrt also nicht aus deren angeblich &uuml;berragenden F&auml;higkeiten des Denkens und Urteilens, sondern vielmehr aus dem Umstand, dass sie im Vergleich zur &acute;lohnarbeitenden Normalbev&ouml;lkerung` die entsprechende Zeit und M&ouml;glichkeit besitzen, &uuml;ber gesellschaftliche Ereignisse und Zusammenh&auml;nge nachzudenken, Tatsachen und Meinungen zu &uuml;berpr&uuml;fen und daf&uuml;r Informationen einzuholen.[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]<\/p><p>&bdquo;Doch nichts da; f&uuml;r den modernen Intellektuellen ist das keineswegs ausgemacht.&ldquo;[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] Denn die historische Erfahrung zeigt, dass Intellektuelle diesen privilegierten Status nicht f&uuml;r das Sagen der Wahrheit nutzen, sondern vielmehr ihre F&auml;higkeiten in den Dienst f&uuml;r die Interessen und Privilegien der Machtelite stellen. Diese Machtelite entscheidet dar&uuml;ber, was in der Gesellschaft passiert, weil sie &uuml;ber den daf&uuml;r notwendigen Reichtum besitzt. F&uuml;r Chomsky stellt die Machtelite eine Welt des konzentrierten Reichtums und der Macht dar. Die Machtelite besteht aus einem umfassenden Netzwerk, das sich aus den gro&szlig;en Konzernen und Unternehmen, Banken bzw. dem Finanzkapital, den Superreichen, Medienkonzernen und Spitzen der Staatsministerien und Politik zusammensetzt. Dieses Netzwerk hat eine au&szlig;erordentliche Macht und Gewalt &uuml;ber die Gesellschaft, weil es &uuml;ber Investitionen, Produktion, Distribution entscheidet, und sowohl Meinungen als auch politische Einstellungen durch PR-Kampagnen und Medien produzieren l&auml;sst. Es sind vor allem die riesigen, tyrannisch agierenden Konzerne, die die Wirtschaft und das soziale Leben beherrschen. Folglich kontrolliert die Machtelite die wichtigsten sozio-&ouml;konomischen wie ideologischen Ressourcen der Gesellschaft und kann deshalb &uuml;berall ihre Interessen weitgehend ungehindert durchsetzen.[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]<\/p><p>Dementsprechend unterliegt das politische und ideologische Denken und Handeln sch&auml;rfsten Restriktionen und h&auml;lt gegen&uuml;ber intellektuellen Dissidenten und Abweichlern entsprechende Sanktionen bereit: Sie werden durch institutionelle Filter fr&uuml;hzeitig aussortiert und dadurch marginalisiert.[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>] Angesichts dieser omnipotenten Herrschaftsstruktur ist es nicht verwunderlich, wenn Intellektuelle nicht ihrer moralischen Verantwortung nachkommen, die Wahrheit zu sagen, sondern sich lieber und vorauseilend in den Dienst dieser M&auml;chtigen und Reichen stellen, wenn sie Karriere machen und von ihrer Arbeit leben wollen. Intellektuelle bilden daher eine &bdquo;Art s&auml;kulare Priesterschaft&ldquo; f&uuml;r die Machtelite, weil sie Ideen, Pl&auml;ne, Strategien, Werte, Theorien, Rechtfertigungen und Doktrinen f&uuml;r die &ouml;konomischen und politischen Entscheidungstr&auml;ger des Herrschaftssystems entwickeln und dem Rest der Bev&ouml;lkerung &bdquo;verk&uuml;nden, was sie glauben sollen&ldquo;.[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>]<\/p><p>&bdquo;Die intellektuelle Tradition ist&ldquo; daher f&uuml;r Chomsky nicht eine der Kritik und Aufkl&auml;rung, sondern &bdquo;eine Tradition der Dienstbarkeit gegen&uuml;ber der Macht&ldquo;.[<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>] Diese Dienstbarkeit gegen&uuml;ber der Macht versuchen die Intellektuellen aus Gr&uuml;nden der eigenen Glaubw&uuml;rdigkeit zu verheimlichen, deshalb gibt es f&uuml;r Chomsky zwei universelle Wahrheiten &uuml;ber Intellektuelle: &bdquo;Erstens haben sie den starken Drang, sich der Macht zu unterwerfen, und zweitens stellen sie lautstark ihre Gegnerschaft zur Macht und ihre Unabh&auml;ngigkeit von der Macht zur Schau. (..) Ein Teil dieser Unterwerfung unter die Macht besteht darin, sich selbst in der Gegnerschaft zu inszenieren, wodurch man frei und unabh&auml;ngig und kritisch wirkt. Damit ist auch zugleich der Grenzwert f&uuml;r zul&auml;ssige Kritik festgelegt.&ldquo;[<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>] Entsprechend werden uns die Intellektuellen in der zeitgen&ouml;ssischen wie historischen Darstellung nicht als Wachhunde der M&auml;chtigen, sondern &bdquo;als Verteidiger von Recht und Gerechtigkeit pr&auml;sentiert (&hellip;), die sich f&uuml;r die h&ouml;chsten Werte einsetzen und den M&auml;chtigen und B&ouml;sen mit bewundernswertem Mut und unersch&uuml;tterlicher Integrit&auml;t die Stirn bieten.&ldquo;[<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>] Verwunderlich ist diese Verlogenheit wiederum nicht, denn die &bdquo;Geschichte der Intellektuellen wird von Intellektuellen geschrieben.&ldquo;[<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>] <\/p><p><strong>Irrationale Kulte<\/strong><br>\nObwohl zahlreiche politische B&uuml;cher, Interviews und Aufs&auml;tze von Chomsky &uuml;bersetzt wurden, nimmt man auch hierzulande in gesellschaftskritischen Kreisen kaum Notiz von seinen Thesen &uuml;ber die herrschaftssichernde Rolle der Intellektuellen f&uuml;r die Machtelite: &bdquo;Was ich sage und schreibe&ldquo;, so res&uuml;mierte Chomsky &uuml;ber dieses Ph&auml;nomen, &bdquo;ist in diesen Kreisen durchaus nicht willkommener als in irgendwelchen Fakult&auml;tsklubs oder Aufsichtsr&auml;ten &ndash; wobei es auch hier Ausnahmen gibt. Aber da meine Ansichten von dieser Sorte von Linken praktisch nicht zur Kenntnis genommen werden, stellt sich die Frage, ob man sich &uuml;ber sie wundert, eigentlich kaum, jedenfalls so wenig, dass sie schwer zu beantworten ist.&ldquo;[<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>]<\/p><p>Vermutlich beruht dieses Desinteresse darauf, dass Chomsky auf der einen Seite sowohl die herrschaftssichernde Funktion der Intellektuellen als auch ihren unerm&uuml;dlichen Machtanspruch aufzeigt und kritisiert. Auf der anderen Seite kn&uuml;pft er bei seiner Analyse der gesellschaftlichen Verh&auml;ltnisse und Politik fast nie an soziologische und philosophische Theorien an, die nicht nur in der bundesdeutschen Intellektuellenszene zum zentralen und unverzichtbaren Fundus und Kanon der gehobenen Gesellschaftskritik geh&ouml;ren (zum Beispiel Gramsci, Foucault, Adorno, Bourdieu, Marx etc.). <\/p><p>Chomsky h&auml;lt n&auml;mlich sehr wenig von diesen theoretischen Konzeptionen, Dogmen und Erkl&auml;rungen, weil sie f&uuml;r ihn einfache gesellschaftliche Tatsachen und Zusammenh&auml;nge unn&ouml;tig kompliziert erscheinen lassen. Intellektuelle bringen n&auml;mlich aus Gr&uuml;nden der eigenen Selbstbeweihr&auml;ucherung gern einen akademischen Kult oder eine Orthodoxie um eine &bdquo;Theorie&ldquo; bzw. einen Autor hervor, dem dann nur noch eingeweihte Geisteswissenschaftler oder J&uuml;nger folgen k&ouml;nnen. Dementsprechend sind zum Beispiel Marxismus und Freudianismus f&uuml;r Chomsky nichts anderes als &bdquo;irrationale Kulte&ldquo; oder &bdquo;Theologie&ldquo;. Denn es ist schon ein Fehler, &bdquo;wenn man so etwas wie &acute;Marxismus` &uuml;berhaupt <strong>diskutiert<\/strong>. In der Physik diskutieren wir ja auch nicht den &acute;Planckianismus`, weil es einfach unsinnig w&auml;re.&ldquo;[<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>] Die Sozialwissenschaften unterscheiden sich in dieser Hinsicht bedeutsam von den Naturwissenschaften. In der Gesellschaftswissenschaft k&ouml;nnen sich n&auml;mlich fehlerhafte Annahmen, Kulte, Dogmen und Theorien verselbstst&auml;ndigen und verewigen, da eine objektive &Uuml;berpr&uuml;fung kaum oder nur schwer m&ouml;glich ist. Dies liegt daran, dass es in den Geisteswissenschaften leichter ist, Dinge oder Tatsachen zu ignorieren, wenn man sie nicht h&ouml;ren will, weil sie nicht ins eigene theoretische Schema passen. Kritische Analysen k&ouml;nnen beispielsweise einfach missachtet werden, wenn ihre Resultate oder Botschaften den Intellektuellen nicht passen.[<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>]<\/p><p>Aus diesem Grund pl&auml;diert Chomsky daf&uuml;r, dass die Sozialwissenschaften &bdquo;in Zusammenhang mit den Naturwissenschaften studiert werden (sollten), damit der Student die Grenzen ihres rationalen Gehalts deutlich erkennt.&ldquo;[<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>] Sowieso sollte man sich vor Augen halten, dass Wissenschaft &ndash; einschlie&szlig;lich der Naturwissenschaften &ndash; nur sehr einfache Fragen beantworten kann. Denn je komplizierter die Zusammenh&auml;nge sind, desto zweifelhafter werden die Erkenntnisse und umso gr&ouml;&szlig;er fallen die Irrt&uuml;mer bzw. Trugschl&uuml;sse aus. Dies trifft beispielsweise auch auf die Psychologie und kapitalistische &Ouml;konomie zu. Angesichts der hier anzutreffenden Komplexit&auml;t gibt es &ndash; wie in vielen anderen Bereichen des menschlichen und gesellschaftlichen Lebens &ndash; nicht nur keine ernst zu nehmenden Theorien, die diese Komplexit&auml;t erfassen und erkl&auml;ren k&ouml;nnten, sondern nur noch ein unendliches &bdquo;R&auml;tzelraten&ldquo;.[<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>]<\/p><p>Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen Natur- und Sozialwissenschaft liegt f&uuml;r Chomsky darin, dass die Herrschaftsinteressen der Machtelite den Gesellschaftswissenschaften einen engen ideologischen Interpretationsrahmen f&uuml;r Tatsachen und Zusammenh&auml;nge vorgeben, der deshalb auch nur von institutionell legitimierten Experten vertreten werden darf: &bdquo;Vergleichen Sie Mathematik und politische Wissenschaft &ndash; es ist ziemlich auffallend. In der Mathematik, in der Physik besch&auml;ftigen sich die Leute mit dem, was man sagt, nicht mit den Beglaubigungen, die man hat. Aber um &uuml;ber gesellschaftliche Realit&auml;t zu sprechen, muss man die richtigen Zertifikate haben, insbesondere wenn man vom herrschenden Denksystem abweicht. Ganz allgemein gesprochen scheint es gerechtfertigt zu sein, wenn man sagt, je reicher die intellektuelle Substanz eines Gebietes ist, desto weniger besteht ein Interesse an Qualifikationsnachweisen und desto gr&ouml;&szlig;er ist das Interesse am Inhalt. Man k&ouml;nnte sogar behaupten, dass der Umgang mit wesentlichen Fragen in den ideologischen Disziplinen eine gef&auml;hrliche Sache sein kann, weil sich diese Disziplinen nicht einfach mit der Aufdeckung und Erkl&auml;rung der Tatsachen, so wie sie sind, besch&auml;ftigen; sie haben eher die Tendenz, diese Tatsachen in einer Weise darzustellen und zu interpretieren, die mit gewissen ideologischen Forderungen &uuml;bereinstimmt, und f&uuml;r etablierte Interessen gef&auml;hrlich werden, wenn sie es nicht tun.&ldquo;[<a href=\"#foot_18\" name=\"note_18\">18<\/a>]<\/p><p><strong>Waffe im Klassenkrieg<\/strong><br>\nSo ist beispielsweise die Aufgabe der von Intellektuellen ausgearbeiteten &ouml;konomischen Theorie stets gewesen, herrschaftssichernde Antworten auf praktische Probleme der kapitalistischen &Ouml;konomie f&uuml;r die Machtelite zu entwickeln, um deren materiellen Interessen und Privilegien durchzusetzen und diese gegen&uuml;ber den (m&ouml;glicherweise revoltierenden) Herrschaftsunterworfenen zu legitimieren und zu verteidigen: Die &bdquo;von den Herrschenden gepredigten Wirtschaftslehren (sind) Machtinstrumente (&hellip;), mit deren Hilfe andere wirksamer ausgeraubt und ausgebeutet werden k&ouml;nnen.&ldquo;[<a href=\"#foot_19\" name=\"note_19\">19<\/a>]  Dementsprechend ist die Wirtschaftswissenschaft &bdquo;als Politische &Ouml;konomie sehr flexibel und l&auml;sst sich allen m&ouml;glichen Zwecken anpassen&ldquo;:[<a href=\"#foot_20\" name=\"note_20\">20<\/a>] &bdquo;Wie in den Tagen von Smith und sp&auml;ter Ricardo werden die bew&auml;hrten Lehren aus Macht- und Profitgr&uuml;nden sorgf&auml;ltig ausgearbeitet und angewandt.&ldquo;[<a href=\"#foot_21\" name=\"note_21\">21<\/a>] Und deswegen bieten die &bdquo;neoliberalen Programme, Trickle-down-Theorien und andere Doktrinen, die den Interessen der Privilegierten und M&auml;chtigen dienen, (&hellip;) nicht viel Neues.&ldquo;[<a href=\"#foot_22\" name=\"note_22\">22<\/a>]<\/p><p>Soweit werden unter dem Namen des Neoliberalismus wieder die &bdquo;bew&auml;hrten Lehren&ldquo; des freien Marktes den &bdquo;Armen und Wehrlosen&ldquo; indoktriniert, w&auml;hrend die Konzerne und Reichen weiterhin den Schutz und eine allseitige Unterst&uuml;tzung des Staates erhalten: &bdquo;Die Lehre der freien Marktwirtschaft erscheint in zwei Gestalten. Die erste ist die offizielle Lehre, die von den gebildeten Schichten gelehrt und den Wehrlosen aufgezwungen wird. Die zweite k&ouml;nnen wir die &acute;real existierende Lehre der freien Marktwirtschaft` nennen: f&uuml;r dich, aber nicht f&uuml;r mich, au&szlig;er zugunsten eines augenblicklichen Vorteils. Ich brauche den Schutz des f&uuml;rsorglichen Staates, aber du musst ohne solchen Schutz Verantwortung lernen.&ldquo;[<a href=\"#foot_23\" name=\"note_23\">23<\/a>] Die Wirtschaftswissenschaft ist f&uuml;r Chomsky schon immer ein &bdquo;Instrument des Klassenkrieges&ldquo; gewesen, die sich nicht nur mit den wechselnden &ouml;konomischen Problemen und Anforderungen, sondern insbesondere mit der Ver&auml;nderung des politischen Kr&auml;fteverh&auml;ltnisses zwischen den Klassen und Schichten wandelt. Aber nicht nur die Wirtschaftswissenschaft erweist sich als extrem &bdquo;anpassungsf&auml;hig&ldquo;,[<a href=\"#foot_24\" name=\"note_24\">24<\/a>] sondern auch die Geschichts- und Rechtswissenschaft, weil hier die Intellektuellen ebenfalls die Sichtweise, Wahrnehmung und Interessen der Machtelite &uuml;bernehmen, verteidigen und rechtfertigen[<a href=\"#foot_25\" name=\"note_25\">25<\/a>]. Der von den Intellektuellen hervorgebrachte Inhalt dieser Wissenschaften h&auml;ngt trotz anderslautender Beteuerungen in erster Linie von den Interessen und Zielsetzungen der M&auml;chtigen und Privilegierten ab.<\/p><p><strong>Hart erarbeitete Unverst&auml;ndlichkeit<\/strong><br>\nKomplizierte und unverst&auml;ndliche Theorien &uuml;ber die Gesellschaft und Politik haben f&uuml;r Chomsky nicht die Aufgabe, die politischen und gesellschaftlichen Geschehnisse besser zu erkl&auml;ren. Vielmehr dienen sie den Intellektuellen dazu, sich einen Namen als Experten zu machen, damit sie sich im Wissenschaftsbetrieb eine berufliche Stellung erobern und sichern k&ouml;nnen, die Prestige, Privilegien, Zugang zu Macht, Einfluss und ein hohes Einkommen erm&ouml;glicht.[<a href=\"#foot_26\" name=\"note_26\">26<\/a>] F&uuml;r diesen Zweck muss man sich als Intellektueller &bdquo;seine Unverst&auml;ndlichkeit hart erarbeiten&ldquo;.[<a href=\"#foot_27\" name=\"note_27\">27<\/a>]<\/p><p>Diese hart erarbeitete akademische &acute;Unverst&auml;ndlichkeit` der Intellektuellen kritisiert Chomsky, weil kaum &bdquo;substanzielle Aussagen &uuml;ber das menschliche Leben und die Gesellschaft&ldquo; existieren, &bdquo;die nicht simpel w&auml;ren, sobald man die Absurdit&auml;ten und das gro&szlig;sprecherische Getue, mit denen sie h&auml;ufig verbunden sind, einmal beiseite l&auml;sst.&ldquo;[<a href=\"#foot_28\" name=\"note_28\">28<\/a>] Die philosophisch tiefgr&uuml;ndigen und komplexen Ausf&uuml;hrungen &uuml;ber gesellschaftliche und politische Zusammenh&auml;nge entpuppen sich f&uuml;r ihn entweder als Binsenweisheiten oder akademische Spielereien bzw. Betr&uuml;gereien. So ist es f&uuml;r ihn auch nicht &uuml;berraschend, wenn sich die Intellektuellen gerne voreinander mithilfe spektakul&auml;rer wie schwer verst&auml;ndlicher Aussagen reproduzieren, um so ihr Prestige zu steigern und ihre karrieref&ouml;rmige Eitelkeit zu befriedigen, damit sie ins Fernsehen oder auf die Titelseiten von Zeitschriften kommen.[<a href=\"#foot_29\" name=\"note_29\">29<\/a>]<\/p><p>Das Prestige der Wissenschaft wird hierbei von den Intellektuellen gerne in Anspruch genommen, um letztendlich zu verschleiern, dass sie mit ihren medial verbreiteten Deutungen und Forderungen in erster Linie f&uuml;r die besonderen Interessen der M&auml;chtigen arbeiten: &bdquo;Nicht nur, dass die Intellektuellen stark versucht sind, in einer Gesellschaft, die ihnen zu Ansehen und Wohlstand verhilft, eine &acute;pragmatische Einstellung` zu vertreten, (&hellip;), das hei&szlig;t eine Einstellung, die verlangt, dass man die bestehende Verteilung der Macht, auf nationaler und internationaler Ebene, und die sich daraus ergebenden politischen Realit&auml;ten &acute;akzeptiert`, nicht kritisch analysiert oder zu &auml;ndern trachtet, und dass man nur auf &acute;langsame Verbesserungsma&szlig;nahmen` hinarbeitet, in kleinen technologischen legitimierten Schritten. Das bedeutet nicht nur, dass man, (&hellip;), stark versucht ist, sie mit einer allgemeinen ideologischen Rechtfertigung zu versehen. Vielmehr m&uuml;ssen wir auch damit rechnen, dass die politischen Eliten die Terminologie der Sozial- und Verhaltenswissenschaften anwenden werden, um ihr Tun und Lassen gegen kritische Analysen abzusichern (&hellip;). Und f&uuml;r jede beliebige Handlung wird man in den Universit&auml;ten sicherlich Experten finden, die ihre Zweckm&auml;&szlig;igkeit und Realit&auml;tsgerechtigkeit feierlich beschw&ouml;ren.&ldquo;[<a href=\"#foot_30\" name=\"note_30\">30<\/a>]<\/p><p>Insofern verkaufen Intellektuelle eigentlich nicht ihr Wissen und ihre angeblich besonderen intellektuellen F&auml;higkeiten als Waren auf dem Markt und verdienen damit ihr Geld, sondern sie werden haupts&auml;chlich f&uuml;r ihren herrschaftssichernden Dienst entsprechend gut bezahlt, den sie f&uuml;r die M&auml;chtigen und Reichen leisten, denn letztere wissen diese besondere Art von &acute;Arbeit` entsprechend zu w&uuml;rdigen.[<a href=\"#foot_31\" name=\"note_31\">31<\/a>] <\/p><p>Demgegen&uuml;ber besitzen gesellschaftskritische Intellektuelle die Neigung, sich vor allem mit esoterischen Themen zu besch&auml;ftigen, die ein Au&szlig;enstehender nicht mehr verstehen und nachvollziehen kann.[<a href=\"#foot_32\" name=\"note_32\">32<\/a>] Dieser Hang der kritischen Intellektuellen kommt vermutlicherweise daher, weil sie im Wissenschaftsbetrieb marginalisiert sind und meistens dank ihrer argumentativen Exklusivit&auml;t auch keinen Bezug mehr zu politischen Bewegungen haben und pflegen. Au&szlig;erdem werden die kritischen Au&szlig;enseiter unter Druck gesetzt, da liegt die Besch&auml;ftigung mit einer randst&auml;ndigen, politisch harmlosen wie unverst&auml;ndlichen Thematik nahe.[<a href=\"#foot_33\" name=\"note_33\">33<\/a>] Denn man sagt dem Ab&shy;weichler vom Mainstream: Er &bdquo;muss aufh&ouml;ren, unsere Werte infrage zu stellen und unsere Privilegien zu bedrohen. Er m&ouml;ge sich mit technischen Modifikationen der bestehenden Gesellschaft besch&auml;ftigen, Modifikationen, die ihre Wirksamkeit steigern und ihre Ungleichheit verschleiern, aber er darf nicht eine radikal andere Alternative entwerfen und sich selbst f&uuml;r gesellschaftliche Ver&auml;nderungen engagieren wollen.&ldquo;[<a href=\"#foot_34\" name=\"note_34\">34<\/a>] Allerdings verhelfen die wenigen kritischen Intellektuellen, die durch das institutionelle Filtersystem des Bildungssystems gerutscht sind und nun gro&szlig;z&uuml;gig als Au&szlig;enseiter geduldet werden, unfreiwillig die Glaubw&uuml;rdigkeit des von der Machtelite dominierten Wissenschaftssystems zu st&auml;rken, weil sie als der lebende Beweis hingestellt werden, dass die Wissenschaft v&ouml;llig frei, tolerant, plural und unabh&auml;ngig arbeitet.<\/p><p><strong>Tatsachen und unverst&auml;ndliche Theorien<\/strong><br>\nEntgegen den intellektuellen Unverst&auml;ndlichkeiten und ideologischen Spitzfindigkeiten bzw. Moden ist f&uuml;r Chomsky eine politische bzw. gesellschaftliche Analyse im Bereich des f&uuml;r jeden zug&auml;nglichen Offensichtlichen angesiedelt.[<a href=\"#foot_35\" name=\"note_35\">35<\/a>] Aus diesem Grund ben&ouml;tigt man f&uuml;r eine solche Analyse kein besonderes Spezialwissen &uuml;ber Methoden und Theorien, vielmehr gen&uuml;gt es, &bdquo;den Tatsachen ins Gesicht zu sehen und bereit zu sein, eine rationale Argumentationslinie zu verfolgen.&ldquo;[<a href=\"#foot_36\" name=\"note_36\">36<\/a>] Dagegen versuchen die Intellektuellen, &bdquo;die Sache schwierig erscheinen zu lassen (&hellip;). Aber jenseits der harten Wissenschaften und der Mathematik gibt es wirklich nicht viel, das au&szlig;erhalb der Reichweite von Leuten auch ohne spezielle Ausbildung liegt&ldquo;.[<a href=\"#foot_37\" name=\"note_37\">37<\/a>] Eine Analyse politischer bzw. gesellschaftlicher Entwicklungen und Zusammenh&auml;nge besteht vor allem aus harter wie zeitaufwendiger B&uuml;roarbeit, die jedoch jeder zustande bringen k&ouml;nnte.[<a href=\"#foot_38\" name=\"note_38\">38<\/a>]<\/p><p>Au&szlig;erdem werden f&uuml;r Chomsky die Gesellschaftstheorien der Intellektuellen dem hohen und selbst gesetzten Anspruch einer Theorie nicht gerecht. Denn der Anspruch einer Theorie &uuml;ber die Gesellschaft oder Politik beinhaltet notwendigerweise die Existenz einer sozialen Struktur, &bdquo;deren Prinzipien auf den ersten Blick keineswegs augenf&auml;llig sind, aus denen sich jedoch &uuml;berraschende Folgen ableiten lassen, die ihrerseits die Prinzipien best&auml;tigen.&ldquo; Aber in der &bdquo;sozialen Welt&ldquo; gibt es f&uuml;r Chomsky &bdquo;so etwas nicht.&ldquo;[<a href=\"#foot_39\" name=\"note_39\">39<\/a>] Insoweit kann es f&uuml;r ihn keine Theorie weder &uuml;ber die Gesellschaft noch &uuml;ber die internationale Politik oder kapitalistische &Ouml;konomie geben, die diesen Anspruch einl&ouml;sen kann. Dementsprechend respektlos geht Chomsky mit den vielfach angehimmelten intellektuellen Autorit&auml;ten der Gesellschaftswissenschaften um, in dem er sie in der Regel ignoriert, weil sie letztendlich nicht mehr als Binsenweisheiten vorzuweisen haben: &bdquo;Sicher haben manche dieser &acute;Supertheoretiker` interessante Dinge zu sagen, doch lie&szlig;e sich das alles auch auf dem Niveau von Erstsemestern formulieren.&ldquo;[<a href=\"#foot_40\" name=\"note_40\">40<\/a>] Schlie&szlig;lich kann man die wenigen grundlegenden Strukturen f&uuml;r eine Analyse der Politik und Gesellschaft nach Chomsky auf die R&uuml;ckseite einer Briefmarke schreiben,[<a href=\"#foot_41\" name=\"note_41\">41<\/a>] weil es sich um Binsenweisheiten &uuml;ber die kapitalistischen Macht- und Klassenverh&auml;ltnisse handelt, die schon Adam Smith ganz unaufgeregt und selbstverst&auml;ndlich aussprach.<\/p><p><strong>Machtverh&auml;ltnisse und intellektuelle Vormundschaft<\/strong><br>\nAdam Smith fasste die grundlegende Wahrheit &uuml;ber das Machtverh&auml;ltnis in der b&uuml;rgerlichen Klassengesellschaft mit den folgenden Worten zusammen: Zu &bdquo;allen Zeiten&ldquo; lautete &bdquo;die elende Devise der Herrschenden&ldquo;: &bdquo;Alles f&uuml;r uns und nichts f&uuml;r andere&ldquo;.[<a href=\"#foot_42\" name=\"note_42\">42<\/a>] Die Architekten der Politik und des Staates sind deshalb f&uuml;r Smith die Kapitalisten, die Kaufleute und Fabrikanten. Dementsprechend ist der herrschaftliche Zweck des Staates die Sicherung des Eigentums und Reichtums sowie der Schutz der Reichen vor den Armen.[<a href=\"#foot_43\" name=\"note_43\">43<\/a>] Schlie&szlig;lich spiegeln Regierungsinstitutionen die Machtverteilung in der Gesellschaft wider; sie sind &bdquo;keine unabh&auml;ngigen Handlungstr&auml;ger&ldquo;.[<a href=\"#foot_44\" name=\"note_44\">44<\/a>] Heutzutage sind es die riesigen Konzerne, Banken, Finanzinvestoren und die Superreichen, die die Architektur der Politik und das Handeln des Staates bestimmen. Schlie&szlig;lich will die Machtelite ihre Macht &uuml;ber die Politik und den Staat genauso steigern und sichern wie ihre Profite und Marktanteile auf dem nationalen und internationalen Markt. Denn nur mit staatlicher Unterst&uuml;tzung k&ouml;nnen sie ihren Reichtum erhalten und weiter vergr&ouml;&szlig;ern. Dementsprechend m&auml;chtig muss der Staat f&uuml;r die Wohlhabenden sein, damit er ihre Interessen durchzusetzen kann. Andererseits darf der Staat aus Sicht der Machtelite nicht zu m&auml;chtig und zu selbstst&auml;ndig sein, weil sonst die Gefahr besteht, dass er ihre Privilegien und ihren Reichtum antasten k&ouml;nnte.[<a href=\"#foot_45\" name=\"note_45\">45<\/a>]<\/p><p>F&uuml;r die internationalen Beziehungen ergeben sich aus diesem Macht- und Klassenverh&auml;ltnis zwei zentrale Prinzipien, die f&uuml;r Chomsky zahlreiche Entwicklungen und Ereignisse hinreichend erkl&auml;ren:<\/p><ol>\n<li>Es sind vor allem die Interessen der Konzerne, Unternehmen und Banken, die in der Au&szlig;enpolitik des Staates gesichert und durchgesetzt werden, wie auch immer ihre f&uuml;rchterlichen Konsequenzen f&uuml;r andere sind, wie schon Adam Smith hervorhob.<\/li>\n<li>Gro&szlig;e bzw. m&auml;chtige Staaten setzen durch, was sie sich w&uuml;nschen oder wollen, w&auml;hrend die kleineren bzw. schw&auml;cheren Staaten zu akzeptieren haben, was sie tun m&uuml;ssen.[<a href=\"#foot_46\" name=\"note_46\">46<\/a>]<\/li>\n<\/ol><p>Hieraus ergeben sich einige wichtige Aufgaben des Staates f&uuml;r die Machtelite: <\/p><ol>\n<li>Die heimischen Konzerne und Unternehmen m&uuml;ssen subventioniert und ihre Marktmacht muss gesch&uuml;tzt werden, indem man sie z. B. vor negativen Resultaten des Marktmechanismus sch&uuml;tzt.<\/li>\n<li>Der ausbeuterische Zugriff der nationalen Konzerne und Unternehmen auf die Ressourcen anderer L&auml;nder und die Transportwege m&uuml;ssen weltweit gesichert werden. Zudem m&uuml;ssen fremde M&auml;rkte und Staaten f&uuml;r die Profitmaximierung der nationalen Konzerne und Banken ge&ouml;ffnet bzw. unterworfen werden.[<a href=\"#foot_47\" name=\"note_47\">47<\/a>]<\/li>\n<li>Die einheimische Arbeiterschaft muss in Schach gehalten werden, in dem man ihnen Gehorsam einschleift. F&uuml;r die Ein&uuml;bung des Gehorsams &bdquo;gibt es ideologische Institutionen, die von Kulturmanagern verwaltet und geleitet werden.&ldquo;[<a href=\"#foot_48\" name=\"note_48\">48<\/a>]<\/li>\n<\/ol><p>F&uuml;r Chomsky ver&auml;ndert sich daher der &bdquo;strategische Grundrahmen politischen Handelns (&hellip;) im wesentlichen kaum, solange die Macht- und Herrschaftsinstitutionen stabil bleiben und die M&ouml;glichkeit bieten, Herausforderungen zu begegnen und rivalisierende Kr&auml;fte miteinander in Einklang zu bringen oder gegeneinander auszuspielen.&ldquo;[<a href=\"#foot_49\" name=\"note_49\">49<\/a>]<\/p><p>Aber dies alles sind f&uuml;r Chomsky auf der Hand liegende Banalit&auml;ten &uuml;ber die Macht- und Klassenverh&auml;ltnisse in einem kapitalistischen Land und zwischen den Staaten. Dementsprechend unsinnig ist der von den Intellektuellen verbreitete Glaube, dass man, um die Gesellschaft oder die Politik zu verstehen, auf komplizierte Theorien zur&uuml;ckgreifen m&uuml;sste: F&uuml;r &bdquo;jeden, der sich in den Sozial- und Verhaltenswissenschaften (oder den &acute;politischen Wissenschaften`) auch nur ein wenig auskennt, ist die Behauptung, gewisse Erw&auml;gungen und Prinzipien seien zu diffizil, als dass der Au&szlig;enstehende sie verstehen k&ouml;nnte, schlichtweg eine Absurdit&auml;t und jeglichen Kommentars unw&uuml;rdig.&ldquo;[<a href=\"#foot_50\" name=\"note_50\">50<\/a>] <\/p><p>Mit ihren theoretischen Unverst&auml;ndlichkeiten beanspruchen Intellektuelle vor allem eines, n&auml;mlich die Vormundschaft &uuml;ber die Bev&ouml;lkerung auszu&uuml;ben. Diese Vormundschaft zielt darauf ab, die Menschen vom unabh&auml;ngigen Denken und Urteilen &uuml;ber die Welt abzuhalten, um sie so politisch zu marginalisieren: &bdquo;Entsprechend ist es f&uuml;r die Fachleute au&szlig;erordentlich wichtig, jedem den Glauben an das Vorhandensein eines intellektuellen Bezugsrahmens einzufl&ouml;&szlig;en, den sie allein besitzen, sodass also allein sie das Recht haben oder dazu imstande sind, diese Angelegenheiten zu kommentieren. Dies ist eine der Weisen, auf die die Berufsintelligentsia eine n&uuml;tzliche und wirkungsvolle Funktion innerhalb des gesellschaftlichen Kontrollapparates erf&uuml;llt.&ldquo;[<a href=\"#foot_51\" name=\"note_51\">51<\/a>] Zu diesem Zweck berufen sich Intellektuelle gerne auf &bdquo;die Autorit&auml;t der Wissenschaft&ldquo; und nutzen das von ihnen selbst geschaffene Image von Wissenschaft in der &Ouml;ffentlichkeit daf&uuml;r aus.[<a href=\"#foot_52\" name=\"note_52\">52<\/a>]<\/p><p>Auf diese Art und Weise wird f&uuml;r Chomsky ein hoher Grad an ideologischer Konformit&auml;t in der Gesellschaft hergestellt, die die Bildungsinstitutionen, Medien und die gebildeten Schichten beherrscht und bestimmt.[<a href=\"#foot_53\" name=\"note_53\">53<\/a>] So betont Chomsky weiter, &bdquo;dass der Kult, der mit den Experten getrieben wird, ganz offensichtlich sowohl profitabel ist (f&uuml;r jene, die ihn propagieren) als auch betr&uuml;gerisch. (&hellip;) Sollte es wirklich einen Vorrat an genau gepr&uuml;ften und best&auml;tigten Theorien geben, die f&uuml;r die Behandlung au&szlig;enpolitischer Probleme oder die L&ouml;sung innerer oder internationaler Konflikte geeignet sind, dann ist ihre Existenz ein gut beh&uuml;tetes Geheimnis geblieben.&ldquo;[<a href=\"#foot_54\" name=\"note_54\">54<\/a>] Aus diesem Grund sollten die Gesellschaftswissenschaften ernsthaft studiert werden, weil dann jedem bewusst wird, &bdquo;wie wenig sie tats&auml;chlich &uuml;ber die Probleme von Mensch und Gesellschaft, die wirklich z&auml;hlen, zu sagen haben.&ldquo;[<a href=\"#foot_55\" name=\"note_55\">55<\/a>]<\/p><p><strong>Leit- und Massenmedien der Konzerne<\/strong><br>\nDer &acute;gebildete` Teil der Bev&ouml;lkerung, der sich aus Kulturmanagern, Schriftstellern, Journalisten, Lehrern, Politikern, Rechtsanw&auml;lten, F&uuml;hrungspersonal bzw. Manager des Staates und der Unternehmen etc. zusammensetzt, ihr Anteil wird von Chomsky auf rund 20 Prozent gesch&auml;tzt, wird am st&auml;rksten ideologisch indoktriniert, da er die entscheidenden herrschaftssichernden Aufgaben und Funktionen f&uuml;r die Machtelite aus&uuml;bt, denn:[<a href=\"#foot_56\" name=\"note_56\">56<\/a>] Die Wirkungen der Indoktrination &bdquo;sind umso gr&ouml;&szlig;er, je mehr sie von den gebildeten Schichten unterst&uuml;tzt und keine Kritik daran zugelassen wird. Diese Lektion haben Hitler und viele andere gelernt, bis auf den heutigen Tag.&ldquo;[<a href=\"#foot_57\" name=\"note_57\">57<\/a>] Deshalb sind die gebildeten Schichten der herrschaftssichernden Propaganda der Intellektuellen best&auml;ndig ausgesetzt. Zudem k&ouml;nnen sich die gebildeten Schichten in gehobener Form ausdr&uuml;cken, sie haben die weitgehend gleiche soziale und politische Wahrnehmung, Werte- und Verhaltenseinstellung wie die Machtelite und &uuml;ben deshalb in bestimmten Umfang einen entsprechenden Einfluss auf die politischen, &ouml;konomischen, sozialen und kulturellen Entscheidungen und Entwicklungen eines Landes aus. Sie identifizieren sich mit den Interessen der M&auml;chtigen und halten diese f&uuml;r ihre eigenen. F&uuml;r ihren Dienst und f&uuml;r ihre Verinnerlichung und Verteidigung des Wertekanons und der Interessen der Machtelite erhalten sie einen gewissen Anteil an der Macht, des Reichtums, der Privilegien und des Prestiges. Damit bilden sie nicht nur einen zentralen Pfeiler des ideologischen Indoktrinationssystems, sondern sie sind vielmehr entscheidende Akteure des staatskapitalistischen Propagandasystems f&uuml;r die Herrschaftssicherung der Machtelite, weil sie die breite, weniger gebildete Bev&ouml;lkerungsgruppe (rund 80 Prozent) ideologisch zum Gehorsam, zur Passivit&auml;t, Konformit&auml;t, Habsucht und Unterwerfung erziehen, in dem sie diese in ihrem sozialen, kulturellen Verhalten, Wissen und Denken bzw. in ihrer Wahrnehmung entsprechend formen, disziplinieren und kontrollieren. Dieses grundlegende soziale Verh&auml;ltnis spiegelt sich auch in einer Zweiteilung der Medien wider, die entweder reine Medienkonzerne sind oder Konzernkonglomeraten angeh&ouml;ren.[<a href=\"#foot_58\" name=\"note_58\">58<\/a>]<\/p><p>Das Gesch&auml;ft dieser konzerngesteuerten Medien ist es nicht, ihre Leserschaft und Zuschauer mit Informationen und Zusammenh&auml;ngen des Zeitgeschehens zu beliefern. Vielmehr verkaufen die Medienkonzerne ihre Leserschaft und Zuschauer an ihre Anzeigenkunden, also den gro&szlig;en Unternehmen und Konzernen, denn nur damit macht man als Medienunternehmen Gewinne. Die Zeitungen, Zeitschriften und TV-Sendungen der Konzerne vermitteln deshalb ein Bild von der Gesellschaft, die den politischen Bed&uuml;rfnissen, Interessen und Perspektiven der Anzeigenkunden und den Medienkonzernen Rechnung tragen.[<a href=\"#foot_59\" name=\"note_59\">59<\/a>] F&uuml;r die extrem indoktrinierten und gebildeten Schichten existieren intellektuell &acute;anspruchsvolle` Elite- und Leitmedien, die politische und &ouml;konomische Gegebenheiten und Entwicklungen innerhalb des vorgegebenen ideologischen Indoktrinierungsrahmens der Machtelite darlegen und kommentieren. All dies dient auch dazu, den &uuml;brigen 80 Prozent der Bev&ouml;lkerung die notwendigen Illusionen bzw. L&uuml;gen als Wahrheit zu verkaufen, hinter denen sich die handfesten Interessen der Machtelite verbergen. Denn diese Leitmedien liefern nicht nur die passenden Themen, Bilder und Informationen, sondern setzen vor allem den zu befolgenden ideologischen Rahmen zul&auml;ssiger Meinungen und Ansichten &uuml;ber die Welt f&uuml;r alle weiteren Massenmedien.[<a href=\"#foot_60\" name=\"note_60\">60<\/a>]<\/p><p>Dennoch m&uuml;ssen die Elitemedien wahre Tatsachen nennen (dies passiert vor allem in den Wirtschaftszeitungen), weil die &ouml;konomischen und politischen Entscheidungen der M&auml;chtigen als auch der gebildeten Schichten auf Fakten beruhen m&uuml;ssen. Die Notwendigkeit der Erzeugung von Illusionen &uuml;ber die politik&ouml;konomischen Zusammenh&auml;nge und Ereignisse und die Notwendigkeit wahre Tatsachen zu benennen konstituiert jedoch einen un&uuml;berwindbaren Widerspruch dieser Leitmedien. Innerhalb dieses ideologisch indoktrinierten und widerspr&uuml;chlichen Rahmens der Leitmedien werden daher heftige Kontroversen ausgetragen, die nicht nur die unterschiedlichen Interessen innerhalb der Machtelite und ihren Unterst&uuml;tzern aus den gebildeten Schichten und Intellektuellen widerspiegeln, sondern auch den Anschein einer freien, demokratischen und pluralen Diskussion erwecken, was wiederum eine wichtige Legitimationsquelle f&uuml;r das Netzwerk der Machtelite darstellt. Zudem k&ouml;nnen sich die Zeitungen, Zeitschriften und TV-Sender durch ihre Berichterstattung &uuml;ber diese Konflikte und Kontroversen, einschlie&szlig;lich ihrer willk&uuml;rlichen Parteinahme f&uuml;r die eine oder andere der Konfliktparteien, gerne als unabh&auml;ngige, ausgewogene und kritische Instanz gegen&uuml;ber Politik und Wirtschaft inszenieren, w&auml;hrend sie tats&auml;chlich den von der Machtelite restriktiv gesetzten, politischen und ideologischen Indoktrinierungsrahmen nie verlassen haben.<\/p><p>F&uuml;r den &uuml;brigen Teil der Bev&ouml;lkerung, also die &acute;weniger gebildete` und zum Gehorsam erzogene Mehrheit, gibt es die anspruchslosen Massenmedien, die vor allem daf&uuml;r zust&auml;ndig sind, die Menschen zu unterhalten, zu am&uuml;sieren, abzulenken (Sport, Seifenopern, Boulevard, Comedy, Krimis etc.), und sie mithilfe bedeutungsloser (nationalistischer, chauvinistischer) Slogans und des Fernsehens zu apathischen, autorit&auml;tsgl&auml;ubigen, kaufs&uuml;chtigen wie desinteressierten Konsumidioten zu formieren. So wird die Bev&ouml;lkerung sozial atomisiert, fragmentiert und dadurch politisch marginalisiert. Dies wird durch eine falsche, l&uuml;genhafte oder irref&uuml;hrende Darstellung politischer, sozialer, &ouml;konomischer Tatsachen, Erkl&auml;rungen und Zusammenh&auml;nge begleitet, die von Regierungen und Konzernen mithilfe der PR-Industrie sowie intellektuellen Experten als notwendige Illusionen produziert und verbreitet werden. Die breite Bev&ouml;lkerung soll eben nicht &uuml;ber die Welt selbstst&auml;ndig nachdenken, sie soll sich noch viel weniger politisch einmischen, vielmehr soll sie sich darauf beschr&auml;nken, die in der Werbung angepriesenen Waren zu konsumieren, um einen fremdgesteuerten Lebensstil zu imitieren und nachzueifern. Aus diesem Grund ist es in den Augen der PR-Manager notwendig, unter der Bev&ouml;lkerung eine &bdquo;&acute;Philosophie der Vergeblichkeit` und des fehlenden Lebenssinns&ldquo; zu verbreiten, &bdquo;um die Aufmerksamkeit auf &acute;die eher &uuml;berfl&uuml;ssigen Dinge` zu lenken, die &acute;Ausdruck modebewusster Konsumtion sind`&ldquo;.[<a href=\"#foot_61\" name=\"note_61\">61<\/a>]<\/p><p>Die Menschen sollen sich, um in einen apathischen Zustand versetzt zu werden, auf ihren Individualismus zur&uuml;ckziehen und nur noch ihrem pers&ouml;nlichen Gewinn verpflichtet f&uuml;hlen: &bdquo;Vom Kleinkinderalter auf von Propaganda &uuml;berflutet, k&ouml;nnen die Menschen ihr sinnloses und untergeordnetes Leben akzeptieren und vergessen so l&auml;cherliche Ideen, wie ihre Angelegenheiten selbst bestimmen zu k&ouml;nnen. Sie lassen die Bestimmung ihres Schicksals bei den Zauberern zur&uuml;ck, und im politischen Bereich bei der &acute;intelligenten Minderheit`, wie jene sich selbst beschreiben, welche der Macht dienen und sie verwalten.&ldquo;[<a href=\"#foot_62\" name=\"note_62\">62<\/a>] Insoweit ist es aus der Herrschaftssicht der Machtelite nicht ganz so wichtig, was dieser Teil der Bev&ouml;lkerung wirklich denkt, solange diese Menschen gehorchen und ihrer Pflicht als Lohnarbeiter und Konsumenten nachkommen: &bdquo;Gute Propaganda erfindet einen Slogan, dem alle zustimmen k&ouml;nnen, ohne wissen zu m&uuml;ssen, was er bedeutet, weil er n&auml;mlich nichts bedeutet. Sein Wert besteht gerade darin, von der wirklich bedeutungsvollen Frage abzulenken (&hellip;). Das in den drei&szlig;iger Jahren erdachte Konzept funktioniert bis heute, und die PR-Industrie setzt weiterhin auf eine Demokratie, in der die Spezialisten im Dienst der Wirtschaft stehen, w&auml;hrend die &uuml;brige Bev&ouml;lkerung aller M&ouml;glichkeiten, sich zu organisieren, beraubt ist, weil der Kampf um Rechte nur &Auml;rger verursacht. Die Leute sollen vor dem Fernseher sitzen und sich die Botschaft einh&auml;mmern lassen, es sei am wichtigsten, dieses oder jenes Produkt zu kaufen und das Leben der reichen Mittelschichtfamilie zu f&uuml;hren, die einem auf dem Bildschirm vorgef&uuml;hrt wird&ldquo;.[<a href=\"#foot_63\" name=\"note_63\">63<\/a>]<\/p><p><strong>Machtinstinkt der Intellektuellen<\/strong><br>\nDas von Chomsky scharf kritisierte &bdquo;gro&szlig;sprecherische Getue&ldquo; der Intellektuellen beruht insbesondere darauf, dass sie sich damit gegen&uuml;ber politischen Bewegungen distanzieren und abschotten. Intellektuelle nehmen aufgrund ihrer Klassenposition gegen&uuml;ber politischen Bewegungen und Aktivit&auml;ten fast immer eine herablassende, belehrende und kontrollierende, also elit&auml;re Position und Geisteshaltung ein: Man kann daher plausibel annehmen, &bdquo;dass die Intellektuellen bei der Interpretation der Geschichte oder bei der Formulierung der Politik dazu neigen werden, eine elit&auml;re Position zu beziehen: Sie werden Volksbewegungen und Massenbeteiligungen bei politischen Entscheidungen verurteilen und daf&uuml;r die Notwendigkeit hervorheben, dass diejenigen die Oberaufsicht &uuml;bernehmen, die das (wie sie glauben) f&uuml;r die F&uuml;hrung der Gesellschaft und die Kontrolle des sozialen Wandels notwendige Wissen und K&ouml;nnen haben.&ldquo;[<a href=\"#foot_64\" name=\"note_64\">64<\/a>] Intellektuelle ersetzen hier ihre Verantwortung, n&auml;mlich die Wahrheit zu sagen, durch das Ziel, ihre eigene privilegierte Position in der Gesellschaft gegen&uuml;ber der breiten, unwissenden Masse zu sichern und zu legitimieren. So kommt es, das sie entweder die Interessen und Ziele der jeweiligen kapitalistischen Machtelite unterst&uuml;tzen, formen und rechtfertigen oder als links-intellektuelle bzw. leninistische Avantgarde die Macht erobern und diese anschlie&szlig;end gegen&uuml;ber der &acute;ungebildeten Masse` aus&uuml;ben wollen. Und in beiden F&auml;llen geben sich die Intellektuellen gerne als die wahren Repr&auml;sentanten des Volkes aus, das sie helfen zu unterdr&uuml;cken und auszubeuten. Auf diesen Machtanspruch der Intellektuellen hatten, wie Chomsky betont, schon Bakunin, Luxemburg und Pannekoek aufmerksam gemacht.[<a href=\"#foot_65\" name=\"note_65\">65<\/a>] Vermutlich f&auml;llt es dank dieses Machtinstinkts den Intellektuellen eher leicht, &bdquo;von einer Position zur anderen hin&uuml;berzuwechseln, ohne ihre Grund&uuml;berzeugungen &auml;ndern zu m&uuml;ssen. Es geht nur darum, sich der jeweiligen Machtposition anzuschlie&szlig;en. Wenn es eine Revolution gibt, kommen wir an die Macht; wenn nicht, arbeiten wir f&uuml;r die Leute, die die wirkliche Macht in den H&auml;nden halten, d. h. f&uuml;r die Gesch&auml;ftsleute. Aber die Sache bleibt sich gleich: Wir treiben die dumpfen Massen einer Welt entgegen, die zu begreifen sie selbst unf&auml;hig sind.&ldquo;[<a href=\"#foot_66\" name=\"note_66\">66<\/a>]<\/p><p><strong>Klassenkrieg gegen den inneren Feind<\/strong><br>\nOhnehin gilt die weniger gebildete Bev&ouml;lkerung in den Augen der M&auml;chtigen, Intellektuellen und Gebildeten seit der Ausweitung demokratischer Rechte als prinzipiell unberechenbar und damit als potenziell gef&auml;hrlich, deshalb lautet die herrschaftssichernde Devise: &bdquo;Wenn die Freiheit w&auml;chst, w&auml;chst die Notwendigkeit, die Meinungen zu kanalisieren und zu kontrollieren ebenfalls, sofern man die gro&szlig;e Bestie davon abhalten will, mit ihrer Freiheit etwas Sinnvolles anzufangen.&ldquo;[<a href=\"#foot_67\" name=\"note_67\">67<\/a>] Aus diesem Grund geh&ouml;rt die Kontrolle der einheimischen Bev&ouml;lkerung auch zu den vorrangigen Aufgaben des Staates.[<a href=\"#foot_68\" name=\"note_68\">68<\/a>] Denn diese &bdquo;ungez&auml;hmte Meute&ldquo;[<a href=\"#foot_69\" name=\"note_69\">69<\/a>] wird von den Konzernlenkern und Staatsmanagern als innerer Feind angesehen[<a href=\"#foot_70\" name=\"note_70\">70<\/a>]: &bdquo;Der Abschaum muss den Wert der Unterordnung sch&auml;tzen lernen und, mit Scheuklappen versehen, auf die Suche nach pers&ouml;nlichem materiellen Gewinn geschickt werden.&ldquo;[<a href=\"#foot_71\" name=\"note_71\">71<\/a>] Darum ist es &bdquo;auch nutzbringend, die Bev&ouml;lkerung auf einem niedrigen kulturellen Niveau zu halten, wie es in den USA recht erfolgreich gelungen ist&ldquo;.[<a href=\"#foot_72\" name=\"note_72\">72<\/a>] Solange dieser Bev&ouml;lkerungsteil sich unterordnet, damit seiner ihm auferlegten Pflicht des Arbeitens und Gehorsams nachkommt, muss man ihm &ndash; aus der Sicht der Machtelite &ndash; keine Beachtung schenken, da man uneingeschr&auml;nkte Handlungsfreiheit zur Verfolgung seiner Interessen besitzt, also die Entscheidungen in der politischen Arena unter seines gleichen trifft. Schlie&szlig;lich darf in den westlichen Demokratien die Demokratie nichts anderes als ein Machtspiel der &acute;aufgekl&auml;rten und weisen` Eliten sein. <\/p><p>Mischt sich die breite Bev&ouml;lkerung dennoch unerwartet in diese Angelegenheit der Elite ein, indem sie sich pl&ouml;tzlich organisiert, um sich f&uuml;r eigene Rechte und Interessen einzusetzen, damit unerlaubterweise die politische Arena betritt, obwohl sie doch nur als Zuschauer zugelassen ist, dann rufen die Intellektuellen die &bdquo;Krise der Demokratie&ldquo; aus. <\/p><p>Im selben Augenblick geht dann die Machtelite zum Gegenangriff &uuml;ber, da sie ihre politische Vorherrschaft und Souver&auml;nit&auml;t infrage gestellt sieht. Dieser von der Machtelite dann eingeleitete und gef&uuml;hrte &bdquo;<strong>Klassenkrieg<\/strong>&ldquo;[<a href=\"#foot_73\" name=\"note_73\">73<\/a>] gegen den <strong>inneren Feind<\/strong> kann je nach Stand des politischen Kr&auml;fteverh&auml;ltnisses unterschiedliche &ndash; von den Intellektuellen initiierte und ausgearbeitete &ndash; Strategien annehmen, um den &bdquo;P&ouml;bel&ldquo; wieder &bdquo;auf Linie zu bringen&ldquo;.[<a href=\"#foot_74\" name=\"note_74\">74<\/a>] Chomsky z&auml;hlt daf&uuml;r einige Beispiele aus der j&uuml;ngeren kapitalistischen Geschichte der westlichen Industriestaaten auf:<\/p><ol type=\"a\">\n<li>Die Konzernpropaganda &uuml;ber die Wohlt&auml;tigkeit des freien Unternehmertums und des Marktes wird erheblich intensiviert (&bdquo;wir sitzen alle in einem Boot&ldquo;, &bdquo;Wir sind eine Familie und haben die gleichen Interessen, deshalb m&uuml;ssen wir gut zusammenarbeiten&ldquo; usw.) und rechte Denkfabriken werden weiter ausgebaut.[<a href=\"#foot_75\" name=\"note_75\">75<\/a>] Gleichzeitig werden die Gewerkschaften bek&auml;mpft und Kritiker des Konzernkapitalismus diffamiert. Dies wird begleitet mit Drohungen und Sanktionen gegen&uuml;ber Dissidenten, Anf&uuml;hrern und Anh&auml;ngern der oppositionellen Gruppen und Parteien.[<a href=\"#foot_76\" name=\"note_76\">76<\/a>]<\/li>\n<li>Es werden soziale, politische Rechte der Lohnabh&auml;ngigen beschnitten oder zerst&ouml;rt und die Gewerkschaftsmacht einged&auml;mmt. Einst erk&auml;mpfte sozialstaatliche Leistungen und Sicherungen werden zerschlagen. Mit dieser  &acute;Erneuerung` der angeblich verloren gegangenen Marktdisziplin soll der alte Gehorsam gegen&uuml;ber den M&auml;chtigen und Reichen wieder hergestellt werden: &bdquo;Die einzigen den Menschen zustehenden Rechte sollen die Rechte sein, die man auf dem Arbeitsmarkt gewinnt. (&hellip;) Es besteht die Wahl zwischen dem Armengef&auml;ngnis und dem Arbeitsmarkt &ndash; dem, was man sich dort ergattern kann.&ldquo;[<a href=\"#foot_77\" name=\"note_77\">77<\/a>]<\/li>\n<li>Es werden ideologische, rechtliche und materielle bzw. soziale Konzessionen durch die scheinbar einsichtsvolle Machtelite zugelassen, wenn die &bdquo;ungez&auml;hmte Meute&ldquo; zu m&auml;chtig geworden ist und andere disziplinierende Methoden unwirksam waren bzw. zu sp&auml;t ergriffen wurden. Damit wird erreicht, dass man bei den politisch organisierten und handelnden Menschen ihre alte Passivit&auml;t wieder herstellt, indem man u.a. oppositionelle Anf&uuml;hrer und die Gewerkschaftsspitzen einbindet. So gewinnt die Machtelite ihr verloren gegangenes Vorrecht auf politische Steuerung und Initiative wieder zur&uuml;ck, bekanntlich k&ouml;nnen in ihren Augen die rechtlichen und sozialen Zugest&auml;ndnisse unter politisch g&uuml;nstigeren Bedingungen wieder von ihnen zur&uuml;ckgenommen werden.[<a href=\"#foot_78\" name=\"note_78\">78<\/a>]<\/li>\n<li>Verbreitung von Angst, Hass, Furcht und Schrecken durch Schaffung von neuen inneren und &auml;u&szlig;eren Feinden oder S&uuml;ndenb&ouml;cken, die nicht nur d&auml;monisiert und pathologisiert, sondern oftmals nur mithilfe eines Krieges nach innen und au&szlig;en besiegt werden k&ouml;nnen, um so von den Problemen und Interessen der Menschen abzulenken, damit sie sich wieder in unterw&uuml;rfige, ver&auml;ngstigte und daher apathische B&uuml;rger verwandeln. Die Erzeugung von nationaler Hysterie, Chauvinismus und Hass erm&ouml;glicht au&szlig;erdem den leichteren Abbau und die Einschr&auml;nkung von B&uuml;rgerrechten, Sozialleistungen sowie den Ausbau von neuen staatlichen Instrumenten zur Unterwerfung und Kontrolle der Bev&ouml;lkerung.[<a href=\"#foot_79\" name=\"note_79\">79<\/a>]<\/li>\n<li>Der Staat geht angesichts der unerwarteten oder untersch&auml;tzten St&auml;rke bzw. Gefahr und Gegenmacht der oppositionellen Gruppen und Bewegungen selbst in den Untergrund. Der Staat organisiert und finanziert dann geheime und illegale Aktivit&auml;ten gegen Dissidenten und politische Gruppen oder Parteien, um sie einzusch&uuml;chtern, zu &uuml;berwachen, zu schw&auml;chen, zu delegitimieren und letztendlich zu zerschlagen, notfalls werden auch oppositionelle Aktivisten und Anf&uuml;hrer ermordet.[<a href=\"#foot_80\" name=\"note_80\">80<\/a>]<\/li>\n<\/ol><p>Aus der Kritik an den Intellektuellen, einschlie&szlig;lich der gebildeten Schichten, sollte man nach Chomsky allerdings nicht die &acute;romantische` Schlussfolgerung ziehen, dass die breite Masse der Herrschaftsunterworfenen die vern&uuml;nftigeren, moralisch besseren Menschen w&auml;ren, die vielleicht sogar von einem versteckt gebliebenen revolution&auml;ren Geist bzw. fortschrittlichen Impuls beseelt sind. Dies ist ein Trugschluss. Vielmehr ist alles m&ouml;glich, auch die Entstehung einer faschistischen Massenbewegung von unten gegen die bestehende Machtelite.[<a href=\"#foot_81\" name=\"note_81\">81<\/a>] Bereits Bertrand Russell kritisierte den Glauben an die h&ouml;here Tugend der Unterdr&uuml;ckten als eine &bdquo;hartn&auml;ckige Wahnidee&ldquo;, die f&uuml;r ihn vor allem ein Produkt der Herrschaft selbst ist, die aber erst dann einsetzt, &bdquo;wenn sich das schlechte Gewissen der Unterdr&uuml;cker regt, und das r&uuml;hrt sich erst, wenn ihre Macht nicht mehr gesichert ist. (&hellip;) Ist schlie&szlig;lich die Macht gleichm&auml;&szlig;ig verteilt, so wird jeder einsehen, dass alles Gerede von der h&ouml;heren Tugend Unsinn und zur Begr&uuml;ndung des Anspruchs auf Gleichheit ganz unn&ouml;tig war.&ldquo;[<a href=\"#foot_82\" name=\"note_82\">82<\/a>]<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>]  Chomsky 1993: Wirtschaft und Gewalt. Vom Kolonialismus zur neuen Weltordnung; L&uuml;neburg, S. 68<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>]  Chomsky 1971: Die Verantwortlichkeit der Intellektuellen; Frankfurt\/M., S. 126<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>]  Chomsky 1971: Die Verantwortlichkeit der Intellektuellen; Frankfurt\/M., S. 125f.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>]  Chomsky 2001: Propaganda and the public mind. Conversations with Noam Chomsky, S. 145f.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>]  Chomsky 1971: Die Verantwortlichkeit der Intellektuellen; Frankfurt\/M., S. 125f.; &bdquo;Die Verantwortung des Schriftstellers als moralisch Handelnden besteht darin, einem potenziell handlungsf&auml;higen Publikum die Wahrheit &uuml;ber wesentliche Dinge im Leben zug&auml;nglich zu machen.&ldquo; (in: &bdquo;absolute Noam Chomsky&ldquo;; Hg.: M. Schiffmann, 2004, Freiburg, S. 122f.)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>]  Vgl. Chomsky 1992: Chronicle of dissent: interviews with David Barsamian, S. 139f.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>]  Chomsky1987: Vom politischen Gebrauch der Waffen; Wien, S.243ff.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>]  Chomsky 2004: Eine Anatomie der Macht; Hamburg, S. 132<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>]  Chomsky zitiert nach John Pilger 2000: Noam Chomsky, in: Chomsky: Sprache und Politik, Berlin, S. 12<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>]   &bdquo;Absolute Noam Chomsky&ldquo;; Hg.: M. Schiffmann, 2004, Freiburg, S. 24<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>]  Chomsky 2008: die gro&szlig;e Seele der Macht; in: <a href=\"http:\/\/www.edition-nautilus.de\/xbilder\/xmedia\/Chomsky_Extra.pdf\">http:\/\/www.edition-nautilus.de\/xbilder\/xmedia\/Chomsky_Extra.pdf [PDF &ndash; 270 KB]<\/a>, S. 11. f&uuml;nf Texte zu dem Buch &bdquo;Interventionen&ldquo; von N. Chomsky, Hamburg<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>]  Chomsky 2008: die gro&szlig;e Seele der Macht; in: <a href=\"http:\/\/www.edition-nautilus.de\/xbilder\/xmedia\/Chomsky_Extra.pdf\">http:\/\/www.edition-nautilus.de\/xbilder\/xmedia\/Chomsky_Extra.pdf [PDF &ndash; 270 KB]<\/a>, S. 11. f&uuml;nf Texte zu dem Buch &bdquo;Interventionen&ldquo; von N. Chomsky, Hamburg<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>]  Chomsky 2001: Die politische &Ouml;konomie der Menschenrechte, Grafenau, S. 175\/p&gt;<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>]  Chomsky 2004: Eine Anatomie der Macht; Hamburg, S. 285, Herv. im Original <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>]  Chomsky 1994: Keeping the rabble in line: interviews with David Barsamian, S. 150f.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>]  Chomsky 1971: Die Verantwortlichkeit der Intellektuellen; Frankfurt\/M., S. 123<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>]  Chomsky 2004: Eine Anatomie der Macht; Hamburg, S. 270f.; vgl. Chomsky 2001: Propaganda and the public mind. Conversations with Noam Chomsky, S. 26ff.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_18\" name=\"foot_18\">&laquo;18<\/a>]  Chomsky 1981: Sprache und Verantwortung; Berlin, S. 34f.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_19\" name=\"foot_19\">&laquo;19<\/a>]  Chomsky 1993: Wirtschaft und Gewalt. Vom Kolonialismus zur neuen Weltordnung; L&uuml;neburg, S. 160<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_20\" name=\"foot_20\">&laquo;20<\/a>]  Chomsky 2004: Eine Anatomie der Macht; Hamburg, S. 312f.; vgl. C. Girschner 2012: Wirtschaftswissenschaft als herrschaftssichernde Ideologie, in: <a href=\"http:\/\/www.trend.infopartisan.net\/trd0312\/t170312.html\">www.trend.infopartisan.net\/trd0312\/t170312.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_21\" name=\"foot_21\">&laquo;21<\/a>]  Chomsky 1997: Alter Wein in neuen Schl&auml;uchen: ein bitterer Nachgeschmack; in: PROKLA Nr. 108, S. 483<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_22\" name=\"foot_22\">&laquo;22<\/a>]  Chomsky 2004: Neue Weltordnungen. Vom Kolonialismus bis zum Big Mac; Hamburg, 223f.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_23\" name=\"foot_23\">&laquo;23<\/a>]  Chomsky 1997: Alter Wein in neuen Schl&auml;uchen: ein bitterer Nachgeschmack; in: PROKLA Nr. 108, S. 477<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_24\" name=\"foot_24\">&laquo;24<\/a>]  Chomsky 2000: Haben und Nichthaben; Berlin\/Wien, S. 149<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_25\" name=\"foot_25\">&laquo;25<\/a>]  Chomsky 2008: Wie man Geschichte umschreibt; in: Chomsky: Die Verantwortlichkeit der Intellektuellen. Zentrale Schriften zur Politik; M&uuml;nchen, S. 169ff.; Chomsky 2005: Imperial ambitions: interviews with David Barsamian, London, S. 75ff.; Chomsky 2003: Hybris, Hamburg, S.26ff.; Chomsky 1992: Chronicle of dissent: interviews with David Barsamian, S. 16ff.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_26\" name=\"foot_26\">&laquo;26<\/a>]  Chomsky 1971: Die Verantwortlichkeit der Intellektuellen; Frankfurt\/M, S. 8<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_27\" name=\"foot_27\">&laquo;27<\/a>]  Chomsky 2004: Eine Anatomie der Macht; Hamburg, S. 286<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_28\" name=\"foot_28\">&laquo;28<\/a>]  Chomsky 2001: Die politische &Ouml;konomie der Menschenrechte, Grafenau, S. 175<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_29\" name=\"foot_29\">&laquo;29<\/a>]  Chomsky 2004: Eine Anatomie der Macht; Hamburg, S. 132<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_30\" name=\"foot_30\">&laquo;30<\/a>]  Chomsky 1971: Die Verantwortlichkeit der Intellektuellen; Frankfurt\/M, S. 122<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_31\" name=\"foot_31\">&laquo;31<\/a>]  Chomsky 1994: Keeping the rabble in line: interviews with David Barsamian, S. 155f.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_32\" name=\"foot_32\">&laquo;32<\/a>]  Vgl. Chomsky 2004: Eine Anatomie der Macht; Hamburg, S. 394<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_33\" name=\"foot_33\">&laquo;33<\/a>]  Chomsky 1994: Keeping the rabble in line: interviews with David Barsamian, S. 163ff.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_34\" name=\"foot_34\">&laquo;34<\/a>]  Chomsky 1974: Aus Staatsraison; Frankfurt\/M. S. 27<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_35\" name=\"foot_35\">&laquo;35<\/a>]  dazu Chomsky in: Robert F. Barsky 1999: Noam Chomsky. Libert&auml;rer Querdenker; Z&uuml;rich, S. 201<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_36\" name=\"foot_36\">&laquo;36<\/a>]  Chomsky 1981: Sprache und Verantwortung; Berlin, S. 32f.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_37\" name=\"foot_37\">&laquo;37<\/a>]  Chomsky zitiert nach: Robert F. Barsky 1999: Noam Chomsky. Libert&auml;rer Querdenker; Z&uuml;rich, S. 201<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_38\" name=\"foot_38\">&laquo;38<\/a>]  Wer selbst Forschung betreiben will, sollte nach Auffassung von Chomsky dies beachten: &bdquo;Verlass dich nicht einfach auf die herk&ouml;mmlichen Geschichtsdarstellungen und politwissenschaftlichen Schulb&uuml;cher &ndash; greif zur&uuml;ck auf Monografien von Spezialisten und auf die originalen Quellen: Memoranden zur Nationalen Sicherheit und &auml;hnliche Dokumente.&ldquo; (Chomsky 1993: Was Onkel Sam wirklich will; Z&uuml;rich, S. 142)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_39\" name=\"foot_39\">&laquo;39<\/a>]  Chomsky 2004: Eine Anatomie der Macht; Hamburg, S. 287; Chomsky 2001: Propaganda and the public mind. Conversations with Noam Chomsky, S.20f.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_40\" name=\"foot_40\">&laquo;40<\/a>]  Chomsky 2004: Eine Anatomie der Macht; Hamburg, S. 287<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_41\" name=\"foot_41\">&laquo;41<\/a>]  nach Michael Schiffmann 2004: Um der Freiheit willen; in: Junge Welt 24.5., S. 10f.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_42\" name=\"foot_42\">&laquo;42<\/a>]  Adam Smith 1978: Der Wohlstand der Nationen; 6. Aufl.; M&uuml;nchen, S. 338; vgl. Chomsky 2000: Haben und Nichthaben; Berlin\/Wien, S.20ff.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_43\" name=\"foot_43\">&laquo;43<\/a>]  Chomsky 2006: Der gescheiterte Staat; M&uuml;nchen, S.269<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_44\" name=\"foot_44\">&laquo;44<\/a>]  Chomsky 2000: Profit over people . Neoliberalismus und globale Weltordnung; Hamburg, S.22<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_45\" name=\"foot_45\">&laquo;45<\/a>]  Chomsky 1992: Chronicle of dissent: interviews with David Barsamian, S. 147<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_46\" name=\"foot_46\">&laquo;46<\/a>]  Chomsky 2007: What wie say goes. Interviews with David Barsamian, London, S. 41f.;<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_47\" name=\"foot_47\">&laquo;47<\/a>]  All dies bezeichnet Chomsky auch als die &gt;f&uuml;nfte Freiheit&lt; des Staates, die Freiheit zu Raub und Ausbeutung vor allem der sogenannten Dritten Welt, die anderen vier Freiheiten sind: Redefreiheit, Glaubensfreiheit, Freiheit von Mangel, Freiheit von Furcht. Dazu: Chomsky 1987: Vom politischen Gebrauch der Waffen, Wien, S. 233f.; Chomsky 1988: Die 5. Freiheit. &Uuml;ber Macht und Ideologie, Berlin; Chomsky 1993: Die Herren der Welt, Berlin; Chomsky 1993: Wirtschaft und Gewalt, L&uuml;neburg; Chomsky 2004: Neue Weltordnungen, Hamburg<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_48\" name=\"foot_48\">&laquo;48<\/a>]  Chomsky 1993: Wirtschaft und Gewalt. Vom Kolonialismus zur neuen Weltordnung; L&uuml;neburg, S. 391<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_49\" name=\"foot_49\">&laquo;49<\/a>]  Chomsky 1993: Wirtschaft und Gewalt. Vom Kolonialismus zur neuen Weltordnung; L&uuml;neburg, S. 94<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_50\" name=\"foot_50\">&laquo;50<\/a>]  Chomsky 1971: Die Verantwortlichkeit der Intellektuellen; Frankfurt\/M, S. 145<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_51\" name=\"foot_51\">&laquo;51<\/a>]  Chomsky 1981: Sprache und Verantwortung; Berlin, S. 33f.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_52\" name=\"foot_52\">&laquo;52<\/a>]  Vgl.; Chomsky 1974: Aus Staatsraison; Frankfurt\/M., S. 26f.; Chomsky 1971: Die Verantwortlichkeit der Intellektuellen; Frankfurt\/M, S. 122<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_53\" name=\"foot_53\">&laquo;53<\/a>]  Chomsky 2002: Media Control. Wie die Medien uns manipulieren; Hamburg, S.30ff.; vgl. Edward S. Herman\/ N. Chomsky 1994: Manufacturing consent. The political economy of the mass media<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_54\" name=\"foot_54\">&laquo;54<\/a>]  Chomsky 1971: Die Verantwortlichkeit der Intellektuellen; Frankfurt\/M, S. 144<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_55\" name=\"foot_55\">&laquo;55<\/a>]  Chomsky 1971: Die Verantwortlichkeit der Intellektuellen; Frankfurt\/M, S. 123<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_56\" name=\"foot_56\">&laquo;56<\/a>]  Chomsky 1993: Was Onkel Sam wirklich will, Z&uuml;rich, S.135f.; Chomsky 1992: Chronicle of dissent: interviews with David Barsamian, S. 146ff.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_57\" name=\"foot_57\">&laquo;57<\/a>]  Chomsky 2002: Media Control. Wie die Medien uns manipulieren; Hamburg, S. 30<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_58\" name=\"foot_58\">&laquo;58<\/a>]  Vgl. Chiomsky 2001: Profit over people. Neoliberalismus und globale Weltordnung, Hamburg, 54ff.; Chomsky 2002: Media Control. Wie die Medien uns manipulieren, Hamburg<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_59\" name=\"foot_59\">&laquo;59<\/a>]  Chomsky 2002: Media Control. Wie die Medien uns manipulieren; Hamburg, S. 26<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_60\" name=\"foot_60\">&laquo;60<\/a>]  Chomsky 2001: Die politische &Ouml;konomie der Menschenrechte, Grafenau, S.127<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_61\" name=\"foot_61\">&laquo;61<\/a>]  Chomsky 2001: War against people. Menschenrechte und Schurkenstaaten; Hamburg, S. 135<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_62\" name=\"foot_62\">&laquo;62<\/a>]  Chomsky 2002: Eine Welt ohne Krieg. Weltsozialforum in Porte Allegre; in: <a href=\"http:\/\/www.chomskyarchiv.de\/vortrage\/eine-welt-ohne-krieg\">http:\/\/www.chomskyarchiv.de\/vortrage\/eine-welt-ohne-krieg<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_63\" name=\"foot_63\">&laquo;63<\/a>]  Chomsky 2002: Media Control. Wie die Medien uns manipulieren; Hamburg, S. 35<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_64\" name=\"foot_64\">&laquo;64<\/a>]  Chomsky 1971: Die Verantwortlichkeit der Intellektuellen; Frankfurt\/M, S. 60<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_65\" name=\"foot_65\">&laquo;65<\/a>]  Pannekoek schrieb &uuml;ber die Intellektuellen und ihr Verh&auml;ltnis zur Macht: &bdquo;Die landbesitzende Aristokratie verteidigte in der franz&ouml;sischen Revolution ihre bevorrechtigte Stellung damit, dass sie sich ihrer Herkunft aus einer edleren Rasse von Eroberern r&uuml;hmte, die sich die gew&ouml;hnlichere Rasse des gemeinen Volkes unterworfen hatte. Gro&szlig;kapitalisten erkl&auml;ren ihre beherrschende Stellung durch die Behauptung, sie bes&auml;&szlig;en Verstand und andere Leute keinen. In &auml;hnlicher Weise pochen nun namentlich die Intellektuellen, die sich selbst als die berufene herrschende Klasse von morgen ansehen, auf ihre geistige &Uuml;berlegenheit. Sie bilden die rasch anwachsende Klasse der als Staats- oder Betriebsbeamte oder in freien Berufen t&auml;tigen Akademiker, die sich auf die Kopfarbeit, das Studium von B&uuml;chern und Wissenschaften spezialisiert haben und sich als die ausschlie&szlig;liche Gruppe der geistig begabten Menschen betrachten. Deshalb seien sie allein f&auml;hig und dazu bestimmt, die Leitung der Gesellschaft in ihre H&auml;nde zu nehmen, w&auml;hrend die geistig unbegabte Masse die geistlose Handarbeit durchf&uuml;hren soll. (&hellip;). Dies um so mehr, als die Gesellschaft jetzt eine so komplizierte, auf abstrakten und schwierigen Wissenschaften beruhende Struktur besitzt, dass &uuml;berhaupt nur der gr&ouml;&szlig;te geistige Scharfsinn das alles zu erfassen, zu begreifen und zu meistern f&auml;hig ist. Sollten die Arbeitermassen aus Mangel an Einsicht sich weigern, diese Notwendigkeit der &uuml;berlegenen intellektuellen F&uuml;hrung anzuerkennen, sollten sie in ihrer Dummheit versuchen, die F&uuml;hrung in die eigenen H&auml;nde zu nehmen, dann w&uuml;rden Chaos und Zusammenbruch die notwendige Folge sein. Nun ist zu bemerken, dass das Wort Intellektueller hier nicht einfach f&uuml;r einen Menschen steht, der Verstand oder Intellekt besitzt. Die Bezeichnung Intellektuelle meint eine Klasse mit besonderen Funktionen im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben, deren Aus&uuml;bung meistens Universit&auml;tsstudium erfordert. Intellekt, guter Verstand, findet sich bei Personen aller Klassen, bei Kapitalisten und Handwerkern, bei Bauern und Arbeitern. Was die &gt;Intellektuellen&lt; kennzeichnet, ist nicht hervorragende Intelligenz, sondern eine besondere F&auml;higkeit in der Handhabung wissenschaftlicher Abstraktionen und Formeln, oft allerdings nur im Auswendiglernen, wobei diese F&auml;higkeit gew&ouml;hnlich mit einem beschr&auml;nkten Sinn f&uuml;r andere Bereiche des Lebens verbunden ist. In ihrer Selbst&uuml;berhebung kommt ein engherziger Intellektualismus zum Ausdruck, dem die vielen anderen Qualit&auml;ten, welche in aller menschlichen T&auml;tigkeit eine bedeutende Rolle spielen, fremd sind.&ldquo; (Anton Pannekoek 2008: Arbeiterr&auml;te. Texte zur sozialen Revolution; Fernwald, S. 57)\nUnd dazu passend hei&szlig;t es sp&auml;ter: &bdquo;Es gibt Gruppen und Parteien, die behaupten, im ausschlie&szlig;lichen Besitz der Wahrheit zu sein, und die die Arbeiter, unter Ausschluss jeder anderen Meinung, durch ihre Propaganda zu gewinnen suchen. Durch moralischen und, wenn sie die Macht haben, auch materiellen Druck, versuchen sie, den Massen ihre Ansichten aufzuzwingen. Es sollte klar sein, dass das einseitige Lehren eines bestimmten Systems von Doktrinen nur dazu dienen kann, und tats&auml;chlich auch dienen soll, gehorsame Anh&auml;nger zu erziehen, um damit eine alte Herrschaft aufrecht zu erhalten oder eine neue vorzubereiten.&ldquo; (ebd., 113)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_66\" name=\"foot_66\">&laquo;66<\/a>]  Chomsky 2002: Media Control. Wie die Medien uns manipulieren; Hamburg, S. 50<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_67\" name=\"foot_67\">&laquo;67<\/a>]  Chomsky 2000: Haben und Nichthaben; Berlin\/Wien, S. 31<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_68\" name=\"foot_68\">&laquo;68<\/a>]  Chomsky 2004: Neue Weltordnungen. Vom Kolonialismus bis zum Big Mac; Hamburg, S. 9<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_69\" name=\"foot_69\">&laquo;69<\/a>]  Chomsky 2000: Sprache und Politik, Berlin, S. 238<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_70\" name=\"foot_70\">&laquo;70<\/a>]  Chomsky 2004: Eine Anatomie der Macht, Hamburg, S. 59f; Chomsky 1992: Chronicle of dissent: interviews with David Barsamian, S. 103ff.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_71\" name=\"foot_71\">&laquo;71<\/a>]  Chomsky 1993: Wirtschaft und Gewalt. Vom Kolonialismus zur neuen Weltordnung; L&uuml;neburg; S. 47<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_72\" name=\"foot_72\">&laquo;72<\/a>]  Chomsky 1987: Vom politischen Gebrauch der Waffen; Wien, S. 253<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_73\" name=\"foot_73\">&laquo;73<\/a>]  Chomsky 2000: Haben und Nichthaben; Berlin\/Wien, S. 53<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_74\" name=\"foot_74\">&laquo;74<\/a>]  Chomsky 1994: Keeping the rabble in line: interviews with David Barsamian<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_75\" name=\"foot_75\">&laquo;75<\/a>]  Chomsky 1993: Wirtschaft und Gewalt. Vom Kolonialismus zur neuen Weltordnung; L&uuml;neburg, S. 98<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_76\" name=\"foot_76\">&laquo;76<\/a>]  Vgl. Chomsky 2001: Die politische &Ouml;konomie der Menschenrechte, Grafenau, S. 101; Chomsky 2002: The common good. Interviewed by David Barsamian, S.28<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_77\" name=\"foot_77\">&laquo;77<\/a>]  Chomsky 2000: Haben und Nichthaben, Berlin\/Wien, S. 8 u. 17; Chomsky 1987: Vom politischen Gebrauch der Waffen,Wien, S. 248, 259ff.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_78\" name=\"foot_78\">&laquo;78<\/a>]  Chomsky 2001: Die politische &Ouml;konomie der Menschenrechte, Grafenau, S. 100f.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_79\" name=\"foot_79\">&laquo;79<\/a>]  Chomsky 2004: Eine Anatomie der Macht, Hamburg, S. 23f.; Chomsky 1994: Keeping the rabble in line: interviews with David Barsamian, S. 127ff.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_80\" name=\"foot_80\">&laquo;80<\/a>]  Chomsky 1992: Chronicle of dissent: interviews with David Barsamian, S. 106ff.; Chomsky 2004: Eine Anatomie der Macht, Hamburg, 159f.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_81\" name=\"foot_81\">&laquo;81<\/a>]  Chomsky 1992: Chronicle of dissent: interviews with David Barsamian, 146ff.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_82\" name=\"foot_82\">&laquo;82<\/a>]  Bertrand Russell 2005: Unpopul&auml;re Betrachtungen; Z&uuml;rich, S. 70<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F&uuml;r Noam Chomsky haben die Intellektuellen die Verantwortung, die Wahrheit zu sagen und L&uuml;gen aufzudecken. Diese Verantwortung der Intellektuellen leitet sich aus der politischen Freiheit, dem Zugang zu Informationen und der Redefreiheit her. Aber nach Chomsky zeigt die historische Erfahrung, dass Intellektuelle diesen privilegierten Status nicht f&uuml;r das Sagen der Wahrheit nutzen, sondern vielmehr ihre<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13260\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[126,127,161],"tags":[1269,374],"class_list":["post-13260","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-erosion-der-demokratie","category-lobbyismus-und-politische-korruption","category-wertedebatte","tag-chomsky-noam","tag-eliten"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13260","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13260"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13260\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13264,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13260\/revisions\/13264"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13260"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=13260"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=13260"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}