{"id":132698,"date":"2025-05-11T14:00:14","date_gmt":"2025-05-11T12:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=132698"},"modified":"2025-05-09T19:59:55","modified_gmt":"2025-05-09T17:59:55","slug":"alter-traum-neuer-traum-die-macht-die-den-pazifik-beherrscht-ist-die-macht-die-die-welt-beherrscht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=132698","title":{"rendered":"Alter Traum, neuer Traum: \u201eDie Macht, die den Pazifik beherrscht, ist die Macht, die die Welt beherrscht\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Dieses ungeschminkt imperiale Statement stammt aus dem Mund des den US-Bundesstaat Indiana repr&auml;sentierenden republikanischen Senators Albert J. Beveridge. Vorgetragen wurde es in seiner am 9. Januar 1900 vor dem US-Kongress gehaltenen Rede <em>&bdquo;In Support of an American Empire&ldquo;.<\/em> Genau 120 Jahre sp&auml;ter formulierte der Direktor der <em>National Security Agency<\/em>, Robert C. O&rsquo;Brien, in forschem Ton eines der Hauptanliegen Washingtons: &bdquo;Die Vereinigten Staaten sind und waren immer eine indopazifische Nation (&hellip;) Ein freier und offener Indopazifik h&auml;ngt von einer robusten amerikanischen F&uuml;hrung ab.&ldquo; Vom 21. April bis zum 9. Mai finden in den Philippinen die diesj&auml;hrigen US-amerikanisch-philippinischen milit&auml;rischen Gro&szlig;man&ouml;ver statt &ndash; erstmalig in Pr&auml;senz einer gro&szlig;en Schar internationaler Beobachter und in neu-alter Traumhaltung. Vorl&auml;ufige Randbemerkungen zu einer laufenden <em>und<\/em> hitzigen Debatte von <strong>Rainer Werning<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<em>&bdquo;Balikatan&ldquo;<\/em> (Schulter an Schulter) lautet die wohlklingende Bezeichnung solcher Man&ouml;ver, die mittlerweile zum 40. Mal durchgef&uuml;hrt werden. Es sind dies Kriegsspiele, an denen sich Einheiten der Streitkr&auml;fte einer Supermacht und Verb&auml;nde just jenes Landes beteiligen, das von 1898 bis 1946 unter der kolonialen Knute Washingtons gehalten worden war.<\/p><p><strong>Umfassender &bdquo;Gefechtstest&ldquo; &hellip;<\/strong><\/p><p>Die Ziele dieser &Uuml;bungen sind von Jahr zu Jahr klarer formuliert worden und verfolgen das priorit&auml;re Kalk&uuml;l, die Volksrepublik China einzukreisen und m&ouml;glichen hegemonialen Bestrebungen Beijings einen Riegel vorzuschieben. Es ist mittlerweile auch kein Geheimnis, dass hochrangige US-Milit&auml;rs und -Geostrategen einen k&uuml;nftigen bewaffneten Konflikt zwischen Washington und Beijing &uuml;ber Hoheitsanspr&uuml;che im S&uuml;dchinesischen Meer nicht ausschlie&szlig;en. Beijing beansprucht das strategisch wichtige Gew&auml;sser f&uuml;r sich, obwohl ein im Sommer 2016 gef&auml;lltes Urteil des Internationalen Schiedsgerichtshofes in Den Haag seine weitreichenden Anspr&uuml;che auf der Basis &bdquo;historischer Rechte&ldquo; zur&uuml;ckgewiesen, f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rt und somit die Position der philippinischen Regierung als Kl&auml;ger stattgegeben hatte.<\/p><p>In diesem Jahr beinhaltet <em>Balikatan <\/em>einen umfassenden &bdquo;Gefechtstest&ldquo;, bei dem reale Szenarien zur Verteidigung der philippinischen Souver&auml;nit&auml;t in der Luft, zu Lande, zur See, im Weltraum sowie im Cyberspace simuliert werden. An den dreiw&ouml;chigen &Uuml;bungen nehmen etwa 5.000 philippinische Soldaten und 10.000 Angeh&ouml;rige des US-Milit&auml;rs teil. Washington hat Milit&auml;rman&ouml;ver der Volksrepublik China im Westphilippinischen Meer &ndash; dem Teil des S&uuml;dchinesischen Meeres innerhalb der ausschlie&szlig;lichen Wirtschaftszone der Philippinen &ndash; wiederholt als &bdquo;aggressiv&ldquo; verurteilt. Im Rahmen des gemeinsamen Verteidigungsvertrags aus dem Jahre 1951 sind die USA und die Philippinen verpflichtet, einander im Falle eines bewaffneten Angriffs zur Hilfe zu kommen.<\/p><p><strong>&hellip; und &bdquo;eiserne Allianz&ldquo;<\/strong><\/p><p>Was vor 40 Jahren als vergleichsweise bescheidene bilaterale Trainingsaktivit&auml;t begann, ist mittlerweile zu einem milit&auml;rischen Gro&szlig;man&ouml;ver mit internationalem Zuschnitt geworden. So erkl&auml;rte denn auch der philippinische Au&szlig;enminister Enrique Manalo w&auml;hrend der Er&ouml;ffnungszeremonie von <em>Balikatan<\/em> am Ostermontag, dass die Beteiligung anderer L&auml;nder an den gemeinsamen &Uuml;bungen &bdquo;breiteren regionalen Bestrebungen und Priorit&auml;ten&ldquo; diene. Tats&auml;chlich sind in diesem Jahr auch Milit&auml;reinheiten Japans und Australiens aktiv involviert. Dar&uuml;ber hinaus entsandten folgende L&auml;nder eigens <em>Balikatan<\/em>-Beobachter in die Philippinen: die Niederlande, die Tschechische Republik, Litauen, Polen, Brunei, Kanada, Frankreich, Deutschland, Indien, Indonesien, Malaysia, Neuseeland, die Republik Korea, Singapur, Thailand, das Vereinigte K&ouml;nigreich sowie Vietnam.<\/p><p>Hinter der Rhetorik der routinem&auml;&szlig;igen &bdquo;Verteidigungszusammenarbeit&ldquo; im Rahmen von <em>Balikatan<\/em> verbirgt sich das vorrangige Ziel, die US-Dominanz in der Region durch verst&auml;rkte Milit&auml;rpr&auml;senz und die Vorverlegung von Kriegsmaterial zu gew&auml;hrleisten. Ein Ziel, dass der neue US-Verteidigungsminister Pete Hegseth anl&auml;sslich seiner Philippinen-Visite Ende M&auml;rz ausdr&uuml;cklich bekr&auml;ftigte, als er im Rahmen einer Pressekonferenz mit seinem philippinischen Kollegen Gilbert Teodoro in Manila und vor seiner Weiterreise nach Tokio versicherte, die <em>&bdquo;eiserne Allianz zwischen den Vereinigten Staaten und den Philippinen&ldquo; <\/em>aufrechtzuerhalten.<\/p><p><strong>Eine Schau neuer Waffensysteme<\/strong><\/p><p>Ebenfalls im M&auml;rz wurde bekannt gegeben, dass das <em>3rd Marine Littoral Regiment (MLR)<\/em> der USA w&auml;hrend <em>Balikatan 2025<\/em> erstmals als <em>Littoral Rotational Force-Luzon (LRF-Luzon)<\/em> im Norden der Philippinen eingesetzt werden soll. Au&szlig;erdem kommen diesmal auch das fortgeschrittene <em>Navy\/Marine Corps Expeditionary Ship Interdiction System (NMESIS), <\/em>das <em>Marine Air Defense Integrated System (MADIS),<\/em> das <em>Mid-Range Capability Typhon Raketensystem <\/em>der U.S. Army sowie unbemannte Bodendrohnen f&uuml;r US-gef&uuml;hrte Patrouillen zum Einsatz. NMESIS ist von zentraler Bedeutung f&uuml;r die Neuausrichtung des <em>US Marine Corps (USMC<\/em>) auf Operationen im westlichen Pazifik. Es gibt den Marine-Littoral-Regimentern die M&ouml;glichkeit, den Zugang zu wichtigen K&uuml;stengebieten und strategischen Zielen zu verweigern. Dieses landgest&uuml;tzte, ferngesteuerte und hochmobile &bdquo;Schiffskiller&ldquo;-Raketensystem kann Marschflugk&ouml;rper mit einer Reichweite von bis zu 185 Kilometern abschie&szlig;en und eignet sich als ein bodengest&uuml;tztes Anti-Schiffs-Raketensystem f&uuml;r den Einsatz der U.S. Navy in umk&auml;mpften Seegebieten in der N&auml;he von Chinas Peripherie.<\/p><p>Noch vor <em>Balikatan 2025<\/em> hatten die USA die Stationierung einer weiteren Batterie des Typhon-Raketensystems der Armee angek&uuml;ndigt, zus&auml;tzlich zu der bereits im Norden der Philippinen stationierten Batterie. Dieses System ist seinerseits in der Lage, Tomahawk-Marschflugk&ouml;rper und SM-6-Raketen mit einer Reichweite zwischen 320 und 1.500 Kilometern abzufeuern. Zur weiteren Verst&auml;rkung dieser milit&auml;rischen Aufr&uuml;stung genehmigte das US-Au&szlig;enministerium am 1. April 2025 einen vorgeschlagenen Verkauf von Milit&auml;rg&uuml;tern im Wert von umgerechnet 5,58 Milliarden US-Dollar an die Philippinen. Das Gesch&auml;ft umfasst zwanzig Kampfjets vom Typ F-16 Block 70\/72 sowie die dazugeh&ouml;rigen Waffen, Ausr&uuml;stungen und Unterst&uuml;tzungssysteme.<\/p><p>Romeo Brawner Jr., Generalstabschef der philippinischen Streitkr&auml;fte (AFP), zeigte sich von alledem sehr angetan und erkl&auml;rte zu Beginn der diesj&auml;hrigen<em> Balikatan<\/em> am Ostermontag all smiles:<\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;In den pulsierenden Weiten von Luzon, Palawan, den Visayas und Mindanao werden wir unsere Bereitschaft in allen Bereichen bewerten: Luft, Land, See, Cyber, Information, Kognition und die neue Grenze des Weltraums durch umfassende &Uuml;bungen, die taktische Pr&auml;zision mit strategischer Voraussicht verbinden.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Marcos Jr. macht&rsquo;s m&ouml;glich<\/strong><\/p><p>All diese Entwicklungen w&auml;ren kaum m&ouml;glich gewesen, h&auml;tte nicht der Sohn des einstigen Pr&auml;sidenten und Diktators Ferdinand E. Marcos (1965-85) im Sommer 2022 die Pr&auml;sidentschaftswahl gewonnen. Was Marcos Jr. von seinem Vorg&auml;nger, dem Ex-Pr&auml;sidenten Rodrigo R. Duterte (2016-22) und mittlerweile wegen angeklagter Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Rahmen seines ber&uuml;chtigten &bdquo;Antidrogenkriegs&ldquo; als H&auml;ftling in Untersuchungshaft des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Den Haag einsitzend, unterscheidet, ist seine unverhohlene Loyalit&auml;t gegen&uuml;ber den USA. Er hat die T&auml;ndelei seines Vorg&auml;ngers mit China aufgegeben und sich wieder dem ehemaligen Kolonialherrn des Landes ehrerbietig zugewandt.<\/p><p>Im Februar 2023, nach weniger als einem Jahr Amtszeit, gew&auml;hrte Marcos den USA im Rahmen des 2014 vereinbarten bilateralen <em>Abkommens &uuml;ber eine erweiterte Verteidigungskooperation (EDCA)<\/em> vier zus&auml;tzliche Standorte der AFP f&uuml;r ihre Milit&auml;reinrichtungen, womit sich die Gesamtzahl auf neun erh&ouml;hte. Drei der zus&auml;tzlichen Standorte befinden sich im n&ouml;rdlichen Luzon, in der N&auml;he der Stra&szlig;e von Taiwan, einem der regionalen Krisenherde im Konflikt zwischen China und den USA.<\/p><p>Einen Monat sp&auml;ter, am 2. Mai 2023, unterzeichneten die Verteidigungsminister der Philippinen und der USA neue <em>Bilaterale Verteidigungsrichtlinien (BDG)<\/em> zur &bdquo;Modernisierung&ldquo; des B&uuml;ndnisses im Rahmen der Indo-Pazifik-Strategie der Biden-Administration. Die BDG definieren den Anwendungsbereich des Gegenseitigen Verteidigungsvertrags aus dem Jahre 1951 neu und schlie&szlig;en bewaffnete Auseinandersetzungen im S&uuml;dchinesischen Meer ein, um sich auf einen eskalierenden Konflikt mit China vorzubereiten. Diese Entwicklungen bringen die Philippinen nicht nur n&auml;her an eine bewaffnete Konfrontation mit der Volksrepublik China heran, sondern sorgen zudem f&uuml;r noch mehr Finanzierung und Unterst&uuml;tzung der laufenden Aufstandsbek&auml;mpfungsma&szlig;nahmen des Marcos-Regimes gegen landesweit alle\/s Linke\/n. Im April 2024 verabschiedete der US-Kongress einen Gesetzentwurf, der den Philippinen zus&auml;tzliche 500 Mio. US-Dollar an Milit&auml;rhilfe zur Verf&uuml;gung stellt.<\/p><p><strong>Vernehmbare Proteste<\/strong><\/p><p>Alex Lo, ein kluger Kopf und streitbarer Publizist, der vom kanadischen Toronto aus regelm&auml;&szlig;ig Kolumnen f&uuml;r die in Hongkong erscheinende Tageszeitung <em>South China Morning Post<\/em> verfasst, echauffierte sich bereits im Sommer vergangenen Jahres anl&auml;sslich der Feierlichkeiten zum 75-j&auml;hrigen Bestehen der NATO und betitelte seinen zu diesem Anlass publizierten Beitrag mit <em>&bdquo;Die Nato-Barbaren expandieren und versammeln sich vor den Toren Asiens&rdquo;:<\/em><\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Aber wenn die westlichen Verb&uuml;ndeten dort in Osteuropa nicht gewinnen k&ouml;nnen, sollte man den Krieg in die L&auml;nge ziehen, ihn zu einem Zerm&uuml;rbungskrieg machen und ihn sodann auf Asien ausweiten. Es geht schlie&szlig;lich nur um ukrainische Leben; Kiew hat M&auml;nner von der Stra&szlig;e geholt, um sie als Kanonenfutter an die Front zu schicken.<\/em><\/p>\n<p><em>Amerika mag die Handelsglobalisierung zerst&ouml;ren. Aber t&auml;uschen Sie sich nicht, es globalisiert den Krieg. Das ist das, was man &uuml;blicherweise als Beginn eines Weltkriegs bezeichnet. Einen dritten. All dieser Irrsinn wurde letzte Woche in Washington auf dem 75. Jubil&auml;umsgipfel der Nato (vom 9. bis 11. Juli 2024 &ndash; RW) zur Feier von Tod und Zerst&ouml;rung zur Schau gestellt. Die Nato, ein Verteidigungsb&uuml;ndnis, das sein Verfallsdatum l&auml;ngst &uuml;berschritten hat, ist zu einem Instrument des westlichen &ndash; oder vielmehr amerikanischen &ndash; milit&auml;rischen Expansionismus geworden.<\/em><\/p>\n<p><em>Angesichts seines offensichtlichen geistigen Verfalls k&ouml;nnte man US-Pr&auml;sident Joe Biden verzeihen, wenn er gegen&uuml;ber ABC-News-Moderator George Stephanopoulos behauptet, er sei unverzichtbar: &sbquo;Wissen Sie, ich mache nicht nur Wahlkampf, sondern ich regiere die Welt.&rsquo;&ldquo; (&Uuml;bersetzung: RW)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>In scharfen Worten attackierte das im niederl&auml;ndischen Utrecht beheimatete Internationale B&uuml;ro des politischen Untergrundb&uuml;ndnisses der <em>Nationalen Demokratischen Front der Philippinen (NDFP)<\/em> Balikatan 2025. In einer am 21. April ver&ouml;ffentlichten Presseerkl&auml;rung des B&uuml;ros hei&szlig;t es:<\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Dies ist keine gemeinsame Trainings&uuml;bung mehr, sondern eine umfassende Kriegsvorbereitung. Im Gegensatz zu den Behauptungen der USA verteidigt diese Kriegsmaschinerie nicht &ndash; sie konsumiert. Und sie benutzt das philippinische Volk als Treibstoff.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Die NDFP warnt, dass neue Waffensysteme, die in den Philippinen getestet werden, eine &bdquo;Erstschlag-Haltung&ldquo; signalisieren, wodurch das Land Gefahr laufe, nolens volens in einen Konflikt zwischen Gro&szlig;m&auml;chten hineingezogen zu werden. Die Pr&auml;senz solcher Waffen verwandele den Archipel in eine Abschussrampe f&uuml;r milit&auml;rische Provokationen der USA und erh&ouml;he das Risiko von Vergeltungsschl&auml;gen seitens Chinas. Und weiter hei&szlig;t es in der Erkl&auml;rung vom 21. April:<\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Die Kosten f&uuml;r diese Kriegsspiele werden schlie&szlig;lich nicht von Washington, sondern von den philippinischen Gemeinden getragen, die m&ouml;glicherweise ins Kreuzfeuer geraten (&hellip;) Unter dem Deckmantel der Entwicklung verankern sich die USA immer tiefer auf unserem Territorium und unterst&uuml;tzen die Aufstandsbek&auml;mpfung gegen das philippinische Volk.&ldquo; (&Uuml;bersetzung: RW)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Aufstandsbek&auml;mpfung mit Tradition &ndash; ein R&uuml;ckblick<\/strong><\/p><p>Arthur MacArthur nahm an der Eroberung von Manila Mitte August 1898 teil und wurde noch im selben Jahr zum Generalmajor bef&ouml;rdert. Am 5. Mai 1900 wurde er von US-Pr&auml;sident William McKinley zum Milit&auml;rgouverneur der Philippinen ernannt, doch bereits am 4. Juli 1901 von William Howard Taft als erstem zivilen Gouverneur abgel&ouml;st. Die Zusammenarbeit der beiden war von dauernden Auseinandersetzungen gepr&auml;gt, so dass MacArthur in der Folge von seinem Posten als Milit&auml;rbefehlshaber in den Philippinen in die USA zur&uuml;ckberufen wurde. Die Abneigung gegen Politiker und zivile Mitarbeiter der Streitkr&auml;fte &uuml;bertrug sich auch auf seinen weitaus ber&uuml;hmteren Sohn Douglas, der w&auml;hrend des sp&auml;teren Pazifikkrieges Oberkommandierender der Streitkr&auml;fte war.<\/p><p>Arthur MacArthur war nicht nur ein Haudegen im Dienst des US-Imperialismus, als sich dieser die Philippinen als erste und einzige Kolonie in S&uuml;dostasien gewaltsam einverleibte. Wenn denn Geographie tats&auml;chlich Schicksal ist, sind die Philippinen das beste Beispiel daf&uuml;r. Und wom&ouml;glich hat niemand ihren dauerhaften geopolitischen Wert besser erfasst als eben dieser General, der die Vorz&uuml;ge des Archipels wie folgt w&uuml;rdigte:<\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Sie (die Philippinen &ndash; RW) sind die sch&ouml;nste Inselgruppe der Welt. Ihre strategische Lage ist von keiner anderen Position auf dem Globus &uuml;bertroffen. Das Chinesische Meer, das sie etwa 750 Meilen vom Kontinent trennt, ist nicht mehr und nicht weniger als ein Sicherheitsgraben. Sie liegt an der Flanke dessen, was man als mehrere tausend Meilen K&uuml;stenlinie bezeichnen k&ouml;nnte; sie ist das Zentrum dieser Position. Sie ist daher verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig besser positioniert als Japan, das sich an einer Flanke und damit am anderen Ende befindet, ebenso wie Indien, das an einer anderen Flanke liegt. Sie bietet ein Mittel zum Schutz amerikanischer Interessen, das mit dem geringsten Einsatz von physischer Kraft die Wirkung einer beherrschenden Stellung hat, um feindliche Handlungen aufzuhalten.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><small>Titelbild: motioncenter\/shutterstock.com<\/small><\/p><p><em><strong>Rainer Werning<\/strong> ist Co-Herausgeber des im September im Wiener Promedia Verlag erscheinenden Buches &bdquo;Von Marcos zu Marcos: Die Philippinen seit 1965&ldquo;.<\/em><\/p><p><strong>Weiterf&uuml;hrende Lekt&uuml;re &amp; Links<\/strong><\/p><ul>\n<li>Walden Bello: <em>The American Repossession of the Philippines <\/em>* <a href=\"https:\/\/www.thenation.com\/article\/world\/us-philippines-military-deal\/\">thenation.com\/article\/world\/us-philippines-military-deal\/<\/a><\/li>\n<li>Eugene Doyle in <em>CounterPunch<\/em> * <a href=\"https:\/\/www.counterpunch.org\/2024\/07\/24\/its-bigger-than-nato-and-its-coming-to-the-pacific\/\">counterpunch.org\/2024\/07\/24\/its-bigger-than-nato-and-its-coming-to-the-pacific\/<\/a><\/li>\n<li>Cheng Enfu &amp; Li Jing in<em> Monthly Review<\/em> * <a href=\"https:\/\/monthlyreview.org\/2024\/07\/01\/changes-in-u-s-grand-strategy-in-the-indo-pacific-and-chinas-countermeasures\/\">monthlyreview.org\/2024\/07\/01\/changes-in-u-s-grand-strategy-in-the-indo-pacific-and-chinas-countermeasures\/<\/a><\/li>\n<li>Alex Lo in <em>South China Morning Post<\/em> * <a href=\"https:\/\/www.scmp.com\/opinion\/article\/3270406\/nato-barbarians-are-expanding-and-gathering-gate-asia\">scmp.com\/opinion\/article\/3270406\/nato-barbarians-are-expanding-and-gathering-gate-asia<\/a><\/li>\n<li>William Manchester (1978): <em>American Caesar: Douglas MacArthur, 1880 &ndash; 1964<\/em>. Boston<\/li>\n<li>NATO-Gipfel in Washington zum 75-j&auml;hrigen Bestehen * <a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/aktuelles\/nato-feiert-75-jahre-2298132\">bundesregierung.de\/breg-de\/aktuelles\/nato-feiert-75-jahre-2298132<\/a> <em>&amp;<\/em> <a href=\"https:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/de\/aussenpolitik\/regelbasierte-internationale-ordnung\/nato\/75-jahre-nato-jubilaeumsgipfel-2666210\">auswaertiges-amt.de\/de\/aussenpolitik\/regelbasierte-internationale-ordnung\/nato\/75-jahre-nato-jubilaeumsgipfel-2666210<\/a><\/li>\n<li>Schiedsgericht: China hat keine Anspr&uuml;che auf Spratly-Inseln * <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/suedchinesisches-meer-115.html\">tagesschau.de\/ausland\/suedchinesisches-meer-115.html<\/a> <em>&amp;<\/em> <a href=\"https:\/\/www.philstar.com\/opinion\/2025\/04\/29\/2439133\/editorial-sandbar-grabber\">philstar.com\/opinion\/2025\/04\/29\/2439133\/editorial-sandbar-grabber<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses ungeschminkt imperiale Statement stammt aus dem Mund des den US-Bundesstaat Indiana repr&auml;sentierenden republikanischen Senators Albert J. 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