{"id":132852,"date":"2025-05-13T11:31:16","date_gmt":"2025-05-13T09:31:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=132852"},"modified":"2025-05-14T08:17:01","modified_gmt":"2025-05-14T06:17:01","slug":"ralf-stegner-auf-geheimer-russland-mission-vorsicht-vor-der-neuen-moskau-connection","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=132852","title":{"rendered":"Ralf Stegner auf geheimer Russland-Mission: Vorsicht vor der neuen \u201eMoskau-Connection\u201c!"},"content":{"rendered":"<p>Sie werden fast schon in die N&auml;he von potenziellen Spionen oder Sicherheitsrisiken ger&uuml;ckt: Der SPD-Au&szlig;enpolitiker Ralf Stegner, Ronald Pofalla, Matthias Platzeck und andere haben sich mit politischen Vertretern Russlands getroffen, um zerst&ouml;rte Kommunikationswege wie den &bdquo;Petersburger Dialog&ldquo; zu beleben. Was sehr zu begr&uuml;&szlig;en und im Interesse der hiesigen B&uuml;rger ist, wird von anti-russischen Meinungsmachern in Deutschland hart und unverantwortlich diffamiert. Umso h&ouml;her sollte die Wertsch&auml;tzung f&uuml;r das Vorhaben und den Mut der Beteiligten sein. Ein Kommentar von <strong>Tobias Riegel<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3333\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-132852-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250513_Ralf_Stegner_auf_geheimer_Russland_Mission_Vorsicht_vor_der_neuen_Moskau_Connection_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250513_Ralf_Stegner_auf_geheimer_Russland_Mission_Vorsicht_vor_der_neuen_Moskau_Connection_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250513_Ralf_Stegner_auf_geheimer_Russland_Mission_Vorsicht_vor_der_neuen_Moskau_Connection_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250513_Ralf_Stegner_auf_geheimer_Russland_Mission_Vorsicht_vor_der_neuen_Moskau_Connection_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=132852-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250513_Ralf_Stegner_auf_geheimer_Russland_Mission_Vorsicht_vor_der_neuen_Moskau_Connection_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250513_Ralf_Stegner_auf_geheimer_Russland_Mission_Vorsicht_vor_der_neuen_Moskau_Connection_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Ralf Stegner, Mitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium f&uuml;r die Geheimdienste; Ronald Pofalla, ehemaliger Chef des Bundeskanzleramts und Leiter des &bdquo;Petersburger Dialogs&rdquo;; Matthias Platzeck, ehemals brandenburgischer Ministerpr&auml;sident und SPD-Bundesvorsitzender sowie Vorstand des &bdquo;Petersburger Dialogs&rdquo;; Stephan Holthoff-Pf&ouml;rtner, CDU-Europaminister unter Armin Laschet in Nordrhein-Westfalen, sowie Martin Hoffmann, langj&auml;hriger Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer des &bdquo;Petersburger Dialogs&rdquo;, hatten sich bereits Mitte April in Aserbaidschan unter anderem mit dem fr&uuml;heren russischen Ministerpr&auml;sidenten Subkow getroffen, wie <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/ex-spd-fraktionschef-muetzenich-verteidigt-stegners-gespraeche-mit-russischen-vertretern-in-baku-100.html\">der <em>Deutschlandfunk<\/em> berichtet<\/a>. Nun l&auml;uft &uuml;ber diese Zusammenkunft eine Debatte in Deutschland.<\/p><p><strong>Mit allen darf man reden &ndash; nur nicht mit Russland<\/strong><\/p><p>Als Reaktion auf das Bekanntwerden des Treffens wurden der Vorsto&szlig; selbst sowie die Beteiligten massiv kritisiert (siehe weiter unten im Artikel). Immerhin Ex-SPD-Fraktionschef M&uuml;tzenich sprang Stegner zur Seite: Solche Gespr&auml;chsformate seien im diplomatischen Raum notwendig, <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/kanzlerwahl-aussenpolitik-grenzkontrollen-interview-mit-rolf-muetzenich-spd-100.html\">sagte M&uuml;tzenich im <em>Deutschlandfunk<\/em><\/a>. Forderungen aus der Opposition, Stegner m&uuml;sse wegen der Kontakte zu russischen Vertretern seine Mitgliedschaft im <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/ausschuesse\/ausschuesse\/parlamentarisches-kontrollgremium\">Parlamentarischen Kontrollgremium f&uuml;r die Geheimdienste<\/a> beenden, wies M&uuml;tzenich zur&uuml;ck. <\/p><p>Und das tut M&uuml;tzenich meiner Meinung nach mit vollem Recht: Wer bereits den Versuch, Gespr&auml;che anzubahnen und Interessen auszugleichen, indirekt in die N&auml;he von Spionage oder Sicherheitsrisiko r&uuml;ckt, der f&uuml;hrt nichts Gutes im Schilde. Absurd ist auch das moralische &bdquo;Alleinstellungsmerkmal&ldquo;, das Russland oft von deutschen Transatlantikern zugedacht wird: Mit den blutigsten Golf-Monarchien und mit moralisch-milit&auml;risch mit schwerer Schuld beladenen US-Demokraten &ndash; mit allen darf man reden, aber bei Russland hat gef&auml;lligst Schluss zu sein! Der Verweis auf US-Verbrechen rechtfertigt nicht im Gegenzug das Verhalten Russlands im Ukrainekrieg. Aber Gespr&auml;che mit US-Vertretern werden ja auch nicht kriminalisiert, auch nicht von meiner Seite: Gespr&auml;che m&uuml;ssen m&ouml;glichst immer mit allen Seiten stattfinden. Wichtig: Es geht um den bestm&ouml;glichen Interessenausgleich zwischen bewaffneten Staaten und die Verhinderung von Kriegen &ndash; eine krass einseitige Moral ist da nicht hilfreich. <\/p><p><strong>&bdquo;Konspirative Zusammenkunft&ldquo;, &bdquo;klandestines Revival-Treffen&rdquo;<\/strong><\/p><p>Als eines der ersten Formate hatte <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/kontraste\/deutschland-russland-treffen-baku-100.html\">&bdquo;Kontraste&ldquo; in der <em>ARD<\/em> berichtet<\/a>:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Thema der konspirativen Zusammenkunft war offenbar die Zukunft des &ldquo;Petersburger Dialogs&rdquo;, jenes Gespr&auml;chsforums, das die Duzfreunde Gerhard Schr&ouml;der und Wladimir Putin 2001 ins Leben gerufen hatten.<br>\nMan wollte damals Deutsche und Russen einander n&auml;herbringen &ndash; und auch Gesch&auml;fte machen. Angesichts des immer autorit&auml;rer gewordenen Russlands schon lange zur Farce verkommen, l&ouml;ste die deutsche Seite den &ldquo;Petersburger Dialog&rdquo; nach dem russischen Angriff auf die Ukraine schlie&szlig;lich offiziell auf. Nun also das klandestine Revival-Treffen in Baku, nach Informationen von Zeit und Kontraste seit April 2024 bereits das dritte seiner Art.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Stegner hat das Treffen in Aserbaidschan <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/stegner-treffen-vertreter-russlands-reaktionen-100.html\">laut &bdquo;Tagesschau&ldquo;<\/a> verteidigt. Auch in schwierigen Zeiten sollten Gespr&auml;chskontakte &bdquo;nach Russland aufrechterhalten werden&rdquo;, teilte Stegner in einer Erkl&auml;rung laut der <em>S&uuml;ddeutschen Zeitung<\/em> mit. &bdquo;Diese Gespr&auml;che k&ouml;nnen einen Beitrag dazu leisten, wechselseitig n&uuml;tzliche Kenntnisse und Einsch&auml;tzungen &uuml;ber Verh&auml;ltnisse, Haltungen und Entwicklungen zu bef&ouml;rdern, die &uuml;ber das hinausgehen, was Presseberichterstattung oder Nachrichtendienste leisten&rdquo;, hei&szlig;t es laut <em>S&uuml;ddeutscher Zeitung<\/em> in der Erkl&auml;rung.<\/p><p>Solche Gespr&auml;chskontakte seien naturgem&auml;&szlig; vertraulich, &bdquo;aber keine Geheimverhandlungen, f&uuml;r die keiner von uns ein Mandat h&auml;tte und in die Regierungsstellen in keiner Weise involviert sind&rdquo;. Politisch Verantwortliche h&auml;tten aber Kenntnis von diesen Gespr&auml;chskontakten gehabt, hie&szlig; es weiter. Nach SZ-Angaben war auch der damalige Kanzler Olaf Scholz (SPD) &uuml;ber die Gespr&auml;chsbem&uuml;hungen informiert.<\/p><p>Wenn aber die &bdquo;Russland-Expertin&ldquo; der Stiftung Wissenschaft und Politik, Sabine Fischer, laut Medien meint, den Russen gehe es mit solchen Treffen vor allem darum, Einflusskan&auml;le auf die deutsche Politik zu &ouml;ffnen, dann ist zu betonen, dass dadurch Selbstverst&auml;ndlichkeiten zum Skandal erkl&auml;rt werden. Die &bdquo;Einflusskan&auml;le&ldquo; gehen au&szlig;erdem in beide Richtungen. Und: Warum sind in diesem Darstellungen immer die Deutschen die n&uuml;tzlichen Idioten? Vielleicht sind ja solche Treffen und daraus folgende Entspannungen zwischen den beiden L&auml;ndern ja auch manchmal n&uuml;tzlich f&uuml;r die Deutschen?<\/p><p><strong>&bdquo;Die neu aufgeflammte Moskau-Connection einstampfen&ldquo;<\/strong> <\/p><p>Die Gr&uuml;nen sind erwartungsgem&auml;&szlig; emp&ouml;rt, laufen alle nicht feindlichen Kontakte zu Russland doch der gef&auml;hrlichen Anti-Diplomatie zuwider, die im gr&uuml;nen Au&szlig;enministerium in den letzten Jahren gepflegt wurde, Die Gr&uuml;nen-Vorsitzende Franziska Brantner sagte gegen&uuml;ber dem <em>ARD-Hauptstadtstudio<\/em>, Teile in Union und SPD w&uuml;rden &bdquo;ihre ganz eigene Schattendiplomatie (&hellip;) betreiben&ldquo;. Merz und Klingbeil m&uuml;ssten &bdquo;die neu aufgeflammte Moskau-Connection einstampfen, bevor sie uns wieder in eine fatale Abh&auml;ngigkeit von Russland f&uuml;hrt&ldquo;. Die Vokabeln &bdquo;Moskau-Connection&ldquo; und &bdquo;Putin-Freund&ldquo; trafen k&uuml;rzlich auch Politiker wie Michael Kretschmer (CDU), wie ich im Artikel <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=130977\">Sanktionen: Wie die &bdquo;Gr&uuml;nen-Connection&ldquo; gegen die Vernunft hetzt<\/a> beschrieben habe. <\/p><p>Manche Politiker &ndash; ausgerechnet von Gr&uuml;nen und FDP &ndash; versuchen, Stegner nun in die N&auml;he eines potenziellen Sicherheitsrisikos zu r&uuml;cken. Die FDP-Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann forderte, Stegner d&uuml;rfe nicht erneut eine Mitgliedschaft im Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestags erhalten, das f&uuml;r die Geheimdienstkontrolle zust&auml;ndig ist. Die Parlamentarische Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin der Gr&uuml;nen-Bundestagsfraktion Irene Mihalic sagte, Stegner handele &bdquo;mindestens grob fahrl&auml;ssig&rdquo;. Der SPD-Politiker sitze seit vier Jahren im Parlamentarischen Kontrollgremium und werde regelm&auml;&szlig;ig von den deutschen Nachrichtendiensten &uuml;ber ihre Arbeit informiert. &bdquo;Durch seine Zug&auml;nge zu h&ouml;chst sensiblen Informationen ist er offensichtlich f&uuml;r den Kreml von gr&ouml;&szlig;tem Interesse&rdquo;, sagte sie dem <em>Redaktionsnetzwerk Deutschland<\/em>. &bdquo;Jemand, der durch sein Verhalten dazu beitr&auml;gt, darf diesem Gremium nicht weiter angeh&ouml;ren.&ldquo;<\/p><p>Zuzustimmen ist meiner Meinung nach den Aussagen, dass nicht jeder (noch aktive) Politiker au&szlig;enpolitisch machen kann, was er will. Eine Abstimmung mit der jeweils amtierenden Regierung sollte meiner Meinung nach Voraussetzung f&uuml;r solche Vorst&ouml;&szlig;e sein. In der aktuellen Debatte neige ich aber dazu, der Version von Stegner zu glauben. Ich sch&auml;tze Stegner auch als erheblich vern&uuml;nftigeren und integreren Politiker ein als Brantner (Gr&uuml;ne) oder Strack-Zimmermann (FDP). Au&szlig;erdem sind solche Kontakte zu Russland, die den in den letzen Jahren aufgebauten Hass abbauen k&ouml;nnten, prinzipiell als n&uuml;tzlich und vern&uuml;nftig zu betrachten. Voraussetzung ist selbstverst&auml;ndlich, dass hier nicht russische Interessen dominieren, sondern mit Vernunft und auf Augenh&ouml;he der beiderseitige Nutzen gef&ouml;rdert wird. Zu diesem Nutzen z&auml;hlt auf &bdquo;unserer&ldquo; Seite unter anderem preiswerte Energie, gebannte Kriegsgefahr und dadurch keine Notwendigkeit f&uuml;r absurde Steigerungen der Milit&auml;rbudgets. <\/p><p>Leider ist inzwischen auch auf &bdquo;sozialdemokratische&ldquo; Stimmen Verlass, wenn es darum geht, eine &Uuml;berbr&uuml;ckung des deutsch-russischen Grabens zu beiderseitigem Vorteil zu verhindern: &bdquo;Ein falsches Treffen zur falschen Zeit am falschen Ort&rdquo;, schrieb der fr&uuml;here Vorsitzende des Au&szlig;enausschusses im Bundestag, Michael Roth (SPD), in einem Online-Dienst. Dass ausgerechnet Roth sich auch noch zum Vertreter der wahren &bdquo;sozialdemokratischen &Uuml;berzeugungen&ldquo; aufschwingt, ist dreist:  <\/p><blockquote><p>&bdquo;Es widerspricht der Politik Deutschlands und Europas sowie sozialdemokratischen &Uuml;berzeugungen. So schafft man keinen Frieden, sondern wertet die russischen Kriegstreiber auf.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p><strong>&bdquo;Keine neuen Kreml-Netze&ldquo;<\/strong><\/p><p>Selbstverst&auml;ndlich haben auch zahlreiche etablierte Journalisten versucht, den vern&uuml;nftigen Vorsto&szlig; und seine Beteiligten zu diffamieren. Beispielhaft soll hier ein <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/geheimtreffen-in-baku-neue-moskau-connection-110467168.html\">Kommentar in der <em>FAZ<\/em><\/a> zitiert werden, in dem es nach der Eingangsfrage &bdquo;Neue Moskau-Connection?&ldquo; hei&szlig;t:<\/p><blockquote><p>&bdquo;SPD und CDU m&uuml;ssen aufpassen, dass aus den heimlichen Kontakten einzelner Politiker nach Russland keine neuen Kreml-Netze entstehen. Diese haben die deutsche Politik schon einmal unempf&auml;nglich f&uuml;r die Gefahr aus Russland gemacht.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>&Uuml;ber den &bdquo;Petersburger Dialog&rdquo;, dessen Wiederbelebung als vern&uuml;nftige (ergebnisoffene) Gespr&auml;chsbasis bezeichnet werden kann, hei&szlig;t es in verzerrender Weise:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Aus einer Veranstaltung, die einst den Dialog der Zivilgesellschaften beider L&auml;nder f&ouml;rdern sollte, hatte der Kreml ein Vehikel gemacht, das seine Propaganda in die deutsche &Ouml;ffentlichkeit transportierte. Dass er dabei Erfolge hatte, lag an f&uuml;hrenden Mitgliedern in der deutschen Organisation, die dabei gerne mitspielten.&ldquo; <\/p><\/blockquote><p>Und weiter:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Die beiden Regierungsparteien sollten aufpassen, dass aus solchen angeblich privaten Kontakte (wer soll das glauben?) keine neuen kremlfreundlichen Netze erwachsen.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Vor allem das Beispiel der SPD zeige, wie &bdquo;solche Lobbyarbeit im Hintergrund&rdquo; vor dem Angriff auf die Ukraine 2022 dazu beigetragen habe, die deutsche Politik unempfindlich f&uuml;r &bdquo;die Gefahr aus Russland&rdquo; zu machen. Daher m&uuml;sse sich nun vor allem Ralf Stegner, der als einziger aktiver Politiker in Baku war, harte Fragen gefallen lassen, so der FAZ-Kommentar.<\/p><p><strong>&bdquo;Pro-russisches Narrativ&ldquo;, &bdquo;Diktatfrieden&ldquo;&hellip; <\/strong><\/p><p>Da nun wieder so viel von &bdquo;kremlfreundlichen Netzen&ldquo; und dubiosen &bdquo;Moskau-Connections&ldquo; die Rede ist, und weil bereits jeder Kontakt kriminalisiert werden soll und daf&uuml;r eine massive Umdeutung der Geschichte vorgenommen wird: Es muss immer wieder betont werden, wer und welche Handlungen Europa an diesen kritischen Punkt gef&uuml;hrt haben, an dem wir nun stehen: <\/p><p>Der Ukraine-Krieg h&auml;tte verhindert werden k&ouml;nnen, wie k&uuml;rzlich etwa im Artikel <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=132211\">&bdquo;S&uuml;ddeutsche Zeitung&ldquo; und &bdquo;taz&ldquo; in Not: In der Ukraine droht Frieden auszubrechen&ldquo;<\/a> beschrieben wurde: &bdquo;bei Verzicht auf die <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/geheim-protokolle-von-helmut-kohl-so-sprach-er-ueber-die-ddr-die-nato-und-die-ukraine-li.2318288\">den Absprachen mit den Russen widersprechende<\/a> NATO-Osterweiterung, den Maidan-Putsch, die extreme Aufr&uuml;stung der Ukraine, die antirussische Propaganda in Medien und Politik, den uns selbst sch&auml;digenden Wirtschaftskrieg und vieles mehr. Vor allem h&auml;tte es von offizieller und medialer westlicher Seite eine Verurteilung der Angriffe der Nazi-Bataillone gegen die B&uuml;rger des Donbass im Rahmen der von Kiew angeordneten &bdquo;Anti-Terror-Aktion&ldquo; ab 2014 geben m&uuml;ssen &ndash; diese Angriffe gegen die Zivilbev&ouml;lkerung, auf die Russland in Teilen der Ostukraine dann sch&uuml;tzend reagiert hat, sind als <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=82491\">realer Beginn des Ukrainekriegs<\/a> zu bezeichnen.&ldquo; Weiter hei&szlig;t es: <\/p><blockquote><p>&bdquo;Die anschlie&szlig;ende westliche <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=96236\">&bdquo;Erlaubnis&ldquo; f&uuml;r die Ukraine, den Friedensprozess von Minsk einfach zu ignorieren und das Land statt dessen massiv aufzur&uuml;sten<\/a>, ist ein weiterer Mosaikstein auf dem Weg zu einem Krieg, der hier nicht verteidigt wird, der aber h&auml;tte verhindert werden k&ouml;nnen.<br>\nDie aggressive und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94529\">absolut voraussehbar in den Ukraine-Krieg m&uuml;ndende Strategie der NATO<\/a> rechtfertigt auf der anderen Seite aber nicht automatisch die Handlungen, die Russland w&auml;hrend des Ukraine-Kriegs vollzogen hat. Ich kann nicht abschlie&szlig;end beurteilen, wie akut die Bedrohungslage im Februar 2022 aus Sicht Russlands tats&auml;chlich war. Ich will die russische Invasion und die m&ouml;glichen Gebietsverluste der Ukraine darum nicht verteidigen. Und: Das wichtige Anstreben einer gesamteurop&auml;ischen und Russland einschlie&szlig;enden Sicherheitsarchitektur bedeutet selbstverst&auml;ndlich nicht die Forderung nach einer Unterwerfung unter ein &bdquo;russisches System&ldquo;.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Unbeirrt wird in der anti-russischen Meinungsmache trotzdem jede realistische(!) Perspektive f&uuml;r ein Ende des Ukraine-Kriegs als &bdquo;pro-russisches Narrativ&ldquo; oder &bdquo;Diktatfrieden&ldquo; diffamiert. Diese Stimmen k&ouml;nnen aber au&szlig;er abwegigen Szenarien von einem Niederringen Russlands null Alternativen anbieten &ndash; wie viele Ukrainer sollen f&uuml;r dieses unrealistische Ziel noch geopfert werden? Andererseits sollte Russland meiner Meinung nach jetzt auf jede M&ouml;glichkeit, die zu einem schnellen Waffenstillstand f&uuml;hren kann, eingehen &ndash; auch wenn das eigene milit&auml;risch-strategische Nachteile bedeuten k&ouml;nnte: Oberstes Ziel sollte immer ein Ende der K&auml;mpfe sein. <\/p><p><strong>Ein bisschen Hoffnung?<\/strong><\/p><p>Man sollte die deutsch-russischen Treffen nicht &uuml;berbewerten, aber: Dass es noch m&ouml;glich ist, dass einflussreiche Personen von beiden Seiten, wenn auch aus der zweiten Reihe, sich treffen und austauschen &ndash; das kann ein bisschen Hoffnung auf noch nicht vollends unter gr&uuml;ner Kriegstreiberei begrabene Restvernunft in der deutschen Politik machen.<\/p><p><small>Titelbild: Mo Photography Berlin \/ shutterstock.com<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<p><strong>Mehr zum Thema: <\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=130977\">Sanktionen: Wie die &bdquo;Gr&uuml;nen-Connection&ldquo; gegen die Vernunft hetzt<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=126494\">Wie transatlantische Netzwerke die deutsche Politik beeinflussen<\/a><\/p>\n<\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/fd1ec3accd0c4a0f8ea23b2e99285dc5\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie werden fast schon in die N&auml;he von potenziellen Spionen oder Sicherheitsrisiken ger&uuml;ckt: Der SPD-Au&szlig;enpolitiker Ralf Stegner, Ronald Pofalla, Matthias Platzeck und andere haben sich mit politischen Vertretern Russlands getroffen, um zerst&ouml;rte Kommunikationswege wie den &bdquo;Petersburger Dialog&ldquo; zu beleben. 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