{"id":133363,"date":"2025-05-25T12:00:44","date_gmt":"2025-05-25T10:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=133363"},"modified":"2025-08-15T16:59:10","modified_gmt":"2025-08-15T14:59:10","slug":"aus-dem-maschinenraum-einer-weltmacht-ein-explosives-interview-mit-oberst-lawrence-wilkerson-ehemaliger-stabschef-von-colin-powell-unter-george-w-bush","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=133363","title":{"rendered":"Aus dem Maschinenraum einer Weltmacht \u2013 Ein explosives Interview mit Oberst Lawrence Wilkerson, ehemaliger Stabschef von Colin Powell unter George W. Bush"},"content":{"rendered":"<p><strong>Oberst Lawrence Wilkerson<\/strong> gab k&uuml;rzlich dem norwegischen Professor <strong>Glenn Diesen<\/strong> in einem Video-Interview tiefe Einblicke in die Strategien der USA in Europa mit Bezug auf die NATO, aber auch auf die gesamte aggressive Interventions- und Au&szlig;enpolitik inklusive Regime-Change-Operationen und den Einsatz der Geheimdienste sowie (besonders interessant) die Rolle von NGOs hierbei &ndash; und das &uuml;ber den Zeitraum von 2002 bis heute. Meiner Ansicht nach sind diese Aussagen ungeheuer relevant, denn hier spricht nicht jemand, der diese T&auml;tigkeiten als &bdquo;Verschw&ouml;rungstheorie&ldquo; in den Raum stellt, sondern ein Insider, der an ihrer Planung und Durchf&uuml;hrung beteiligt war. Alles, was Wilkerson in diesem Interview erz&auml;hlt, klingt nach dem, was von vielen Politikern und den etablierten Medien inzwischen nur noch als &bdquo;russische Narrative bedienen&ldquo; verleumdet wird. Es spricht hier jedoch ein sehr hochrangiger Milit&auml;r aus dem Team um den republikanischen Pr&auml;sidenten George W. Bush, dem bisher (es kann ja noch kommen!) keine N&auml;he zur russischen Regierung vorgeworfen werden konnte. Ein Artikel von <strong>Maike Gosch<\/strong>.<\/p><p><!--more--><\/p><p>Ich halte dieses <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bGEE0O6PM1Q\">Interview<\/a> norwegischen Professors Glenn Diesen mit Oberst Lawrence Wilkerson, dem fr&uuml;heren Stabschef von US-Au&szlig;enminister Colin Powell in der Regierungszeit von George W. Bush, f&uuml;r so relevant und interessant, dass ich es mit den Lesern und Leserinnen der NachDenkSeiten weitgehend vollst&auml;ndig teilen m&ouml;chte. Der Teil, auf den ich mich hier beziehe, ist ein Ausschnitt aus einem etwa einst&uuml;ndigen Gespr&auml;ch. Dieses ist auch in seiner gesamten L&auml;nge interessant, Sie finden es <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=fHJJDOHV9dc\">hier auf YouTube<\/a>.<\/p><p>Warum halte ich die Aussagen in diesem Interview f&uuml;r so relevant? Lawrence Wilkerson beschreibt, wie Washington gezielt europ&auml;ische L&auml;nder beeinflusste, um deren Zustimmung zur Ausdehnung des NATO-B&uuml;ndnisses zu sichern. Dabei kamen laut Wilkerson auch verdeckte Operationen zum Einsatz, insbesondere in der Ukraine, Georgien, Skandinavien, Osteuropa und Rum&auml;nien. Vieles, was Wilkerson hier aus eigener Erfahrung berichtet, sind Ereignisse und Strategien der USA und ihrer sowie anderer Geheimdienste, die von kritischen geopolitischen Beobachtern seit Jahren vermutet werden. Hier plaudert aber ein Beteiligter aus dem N&auml;hk&auml;stchen &uuml;ber die Strategie und das Vorgehen der USA in den Jahren seit ca. 2002 bis heute, um die Bev&ouml;lkerung und die Politiker in den europ&auml;ischen L&auml;ndern durch ausdr&uuml;cklich undemokratische und geheimdienstliche Methoden und mit Hilfe von sogenannten NGOs auf NATO-Kurs zu bringen und auch in eine Beteiligung in einem Krieg mit Russland zu treiben. Ich f&uuml;hlte mich beim Zuh&ouml;ren teilweise wie beim Lesen des letzten Kapitels in einem Agatha-Christie-Roman, in dem Hercule Poirot der versammelten Mannschaft aufdr&ouml;selt, wie der Mord begangen wurde. Und pl&ouml;tzlich ergibt alles, was man bis dahin gelesen hat und das Fragezeichen ausl&ouml;ste, einen Sinn.<\/p><p>Insbesondere vor dem Hintergrund, dass seit einigen Jahren Politiker, Aktivisten und Intellektuelle in Deutschland massiv angegriffen und sogar vom Verfassungsschutz beobachtet werden daf&uuml;r, dass sie ihre Vermutungen oder &Uuml;berzeugungen &auml;u&szlig;ern, es gebe massive Beeinflussung der deutschen und europ&auml;ischen Au&szlig;enpolitik durch die USA und ihre Geheimdienste und es handele sich bei dem Ukraine-Krieg um einen Stellvertreterkrieg der USA, sind die Ereignisse und Hintergr&uuml;nde, die Wilkerson hier aufdeckt, hochgradig brisant und relevant.<\/p><p>Aber lesen Sie selbst. Ich habe das Interview transkribiert, im Sinne der besseren Lesbarkeit sprachlich etwas bearbeitet und teilweise gek&uuml;rzt. Wo n&ouml;tig, habe ich erkl&auml;rende Hinweise oder Erl&auml;uterungen eingef&uuml;gt:<\/p><p><strong>Das Interview<\/strong><\/p><p>Zun&auml;chst fragt Prof. Glenn Diesen seinen Gespr&auml;chspartner Oberst Lawrence Wilkerson, wie die USA Schweden und Finnland dazu bekommen haben, ihre Neutralit&auml;t aufzugeben und Mitglieder der NATO zu werden, obwohl die Bev&ouml;lkerung in diesen L&auml;ndern &uuml;ber Jahrzehnte mehrheitlich gegen eine Mitgliedschaft und f&uuml;r Neutralit&auml;t war.<\/p><p><strong>Lawrence Wilkerson:<\/strong> Wir wussten das und haben gro&szlig;e Anstrengungen unternommen, die noch immer andauern. Unsere Bem&uuml;hungen begannen im Jahr 2002, sie begannen in meiner Regierung und sie begannen mit aller Macht mit Jens Stoltenberg. Wir wollten, dass Jens Stoltenberg der neue Generalsekret&auml;r der NATO wird, und wir waren fest entschlossen, dies zu erreichen.<\/p><p><strong>Glenn Diesen: Warum?<\/strong><\/p><p>Warum? Weil wir wussten, dass er unser Mann war. Wir wussten, dass er tun w&uuml;rde, was wir von ihm wollten. Wir wussten, dass er in Bezug auf die NATO-Erweiterung auf unserer Linie lag. Wir sprachen davon, dass letztendlich wahrscheinlich jedes Land, das wir geografisch zu Europa z&auml;hlen k&ouml;nnten, egal wie klein, egal wie kriminell, egal wie undemokratisch, jedes einzelne Land in Europa Mitglied der NATO werden sollte, und wir brauchten eine ganz neue Strategie f&uuml;r diejenigen, die sich entweder aus Neutralit&auml;tsgr&uuml;nden weigerten oder einfach eine Bev&ouml;lkerung hatten, die nicht Mitglied der NATO werden wollte. Also begannen wir mit dem, was wir &bdquo;Farbrevolutionen&ldquo; nennen. Sie wurden innerhalb der L&auml;nder orchestriert, jedes Land hatte sein eigenes Paket, und dieses Paket umfasste alles von Nichtregierungsorganisationen &uuml;ber &bdquo;qua-orgs&ldquo;, also quasi-staatliche Organisationen, bis hin zu Regierungsorganisationen, politischen Organisationen oder Besuchen von <em>(Anm. M.G.: U.S.-amerikanischen)<\/em> Senatoren und Abgeordneten. Das war ein gro&szlig;er Teil der Kampagne, und sie konzentrierten sich heimlich und offen bei all diesen Aktionen, wie die Besuche von Senats- und Kongressdelegationen, auf die Menschen innerhalb des Landes, die unseren W&uuml;nschen entsprechen wollten, die wollten, dass ihr Land Mitglied der NATO wird &ndash; egal, wie lange sie vielleicht neutral gewesen waren, wie im Fall einiger Skandinavier -, die wollten, dass ihr Land ein Vasall der Vereinigten Staaten wird, um die Sterne auf den Schultern <em>(Anm. M.G.: um ihre Karriere zu f&ouml;rdern)<\/em> und die Panzer und die F-35 und all das andere Zeug zu bekommen, und es war sehr erfolgreich.<\/p><p>Meiner Meinung nach sind wir nur in ein oder zwei L&auml;ndern gescheitert, die ganz oben auf unserer Zielliste standen, vor allem, weil &ndash; und das ist meine Vermutung &ndash; das kommunistische Erbe dort nicht so ausgepr&auml;gt war wie in anderen L&auml;ndern, die hinter dem Eisernen Vorhang gewesen waren, und auch nicht etwas war, das die Skandinavier oder andere L&auml;nder, die nicht hinter dem Eisernen Vorhang lagen, erschreckte. In ein oder zwei L&auml;ndern war das der Fall, und man wurde als NATO-Mitglied wirklich willkommen gehei&szlig;en, in anderen L&auml;ndern war das nicht so, ich w&uuml;rde sagen, bei Viktor Orb&aacute;n in Ungarn und vielleicht in der Slowakei, wo es nicht dieses Gef&uuml;hl gab: &bdquo;Wir waren unter dem Joch der Sowjetunion, jetzt wollen wir nicht unter dem Joch der Russen sein, weil sie die Gleichen sind, sie nennen sich nur anders, und deshalb wollen wir das nicht&ldquo;, und das hat beispielsweise Polen und andere dazu gebracht, Mitglieder der NATO werden zu wollen, unbedingt Mitglieder der NATO werden zu wollen, sogar f&uuml;hrende Mitglieder der NATO werden zu wollen.<\/p><p>Einige dieser anderen L&auml;nder wollten das nicht, also haben wir in einigen, in denen wir es versucht haben, verloren, aber wir haben es in jedem einzelnen Land versucht. In Montenegro hat es hervorragend funktioniert, in Albanien hat es hervorragend funktioniert. Ich sagte zu Powell: &bdquo;Warum wollen wir kriminelle Staaten in der NATO aufnehmen? Albanien ist ein krimineller Staat. In Montenegro werden mehr Autos gestohlen als in den Vereinigten Staaten. Was zum Teufel machen wir da, wie k&ouml;nnen sie die NATO-Mitgliedschaftsvoraussetzungen erf&uuml;llen?&ldquo; &bdquo;Ich wei&szlig; es nicht&ldquo;, sagte er. Aber wir haben es getan, wir haben sie aufgenommen. Und wir haben diese Kampagnen inszeniert, um das zu erreichen, was ich &bdquo;Tyrannei der Minderheit&ldquo; nenne. Wir haben die politische Minderheit gefunden, nicht die politische Mehrheit, die die NATO-Mitgliedschaft wollte, die unbedingt die NATO-Mitgliedschaft wollte, und wir haben sie bis zum &Auml;u&szlig;ersten unterst&uuml;tzt, wir haben Zeitungen gekauft, wir haben Zeitschriften gekauft, wir haben Artikel gekauft &ndash; genau das, was wir 1948 in Italien gemacht hatten, als wir nicht wollten, dass die Kommunisten gew&auml;hlt werden, wir haben die italienische Regierung gekauft, wir haben 1953 die iranische Regierung gekauft, wir haben 1954 die Regierung in Guatemala gekauft und so weiter und so fort.<\/p><p>Nun, jetzt sind wir raffinierter vorgegangen, es sind jetzt nicht mehr CIA-Agenten, die das direkt tun. Das sind von der CIA-orchestrierte Kampagnen, die von Nichtregierungsorganisationen durchgef&uuml;hrt werden, manchmal wissentlich, manchmal unwissentlich. Das ist es, was wir zum Beispiel jetzt gerade in Georgien anwenden, indem wir versuchen, die derzeitige Regierung loszuwerden und die vorherige Regierung wieder an die Macht zu bringen, weil diese sich gegen Russland stellen und Mitglied der NATO werden wollen und so weiter. Aber die derzeitige Regierung ist sehr ausgewogen, sie will gute Beziehungen zur EU, gute Beziehungen zu Washington, gute Beziehungen zur NATO und gute Beziehungen zu Moskau. Das gef&auml;llt uns nicht, also versuchen wir, sie zu st&uuml;rzen. So gehen wir heutzutage vor. Wir machen das nicht mit direkten Aktionen, wir machen es mit Aktionen durch NGOs und andere, die, wie ich schon sagte, manchmal wissentlich und manchmal unwissentlich sind. Die Organisationen, die mit dem <em>Republican Institute <\/em>in Verbindung stehen, handeln meistens wissentlich.<\/p><p><em>(Anm. M.G.: Wilkerson spricht hier vermutlich vom <strong>Republican International Institute<\/strong> (IRI), eine den Republikanern nahestehende &bdquo;Nichtregierungsorganisation&ldquo;, die vom US-amerikanischen Kongress finanziert wird und das republikanische Pendant zum National Democratic Institute (NDI) darstellt. Beide Organisationen erhalten ihre Mittel &uuml;berwiegend &uuml;ber den <strong>National Endowment for Democracy (NED)<\/strong> &ndash; ein vom US-Kongress finanziertes Institut, das angeblich die &bdquo;F&ouml;rderung von Demokratie weltweit&ldquo; zum Ziel hat.)<\/em><\/p><p><strong>Und ich nehme an, das National Endowment for Democracy ist auch eine dieser wichtigen NGOs?<\/strong><\/p><p>Das ist eine gro&szlig;e, ja, und es gibt noch andere, von denen man gar nicht denkt, dass sie so etwas tun, wie zum Beispiel die FDD <em>(Anm. M.G.: Abk&uuml;rzung f&uuml;r <strong>Foundation for the Defense of Democracies<\/strong>, Stiftung zur Verteidigung der Demokratien, eine neokonservative Denkfabrik mit Sitz in Washington)<\/em>. Und sie tun das nat&uuml;rlich nicht nur im Interesse der Vereinigten Staaten, sondern auch im Interesse Israels, weil das alles miteinander vernetzt ist, sodass mehrere Parteien an der Planung und der Propaganda beteiligt sind. Zum Beispiel arbeiten der Mossad und die CIA zusammen. Gehen Sie mal davon aus, dass der Mossad in der Ukraine t&auml;tig ist.<\/p><p><strong>War das auch die Vorgehensweise gegen&uuml;ber der Ukraine? Ich meine, wir m&uuml;ssen gar nicht erst bis 2014 gehen, sondern schon 2004 mit der Orangenen Revolution, denn das wurde ganz offen gemacht.<\/strong> <strong>Ich erinnere mich, dass Juschtschenko <\/strong><em>(Anm. M.G.: Der damalige ukrainische Pr&auml;sidentschaftskandidat Wiktor Juschtschenko) <\/em><strong>damals sogar die EU-Staaten als die &bdquo;Paten der Orangenen Revolution&ldquo; bezeichnete. Es gab viele ganz offene Einmischungen, und ich denke, die Rosenrevolution in Georgien 2003 und die Orangene Revolution in der Ukraine 2004 waren insofern au&szlig;ergew&ouml;hnlich, weil es echte Unzufriedenheit gab, die dort aufgegriffen werden konnte.<\/strong> <strong>Ich meine, es gab Korruption, demokratische Defizite, viele Gr&uuml;nde, warum man gegen die Regierung demonstrieren w&uuml;rde, aber zur Bereitschaft, der NATO beizutreten: Alle Umfragen lagen bei etwa 20 Prozent. Niemand wollte Teil der NATO sein, aber die Unzufriedenheit &uuml;ber die Korruption wurde f&uuml;r ein sehr geopolitisches Ziel missbraucht, n&auml;mlich der NATO beizutreten und sich gegen die Russen zu stellen. Die &uuml;berwiegende Mehrheit der Ukrainer bevorzugte Sicherheitsvereinbarungen mit den Russen, nicht mit der NATO.<\/strong> <strong>Es war einfach eine au&szlig;ergew&ouml;hnliche Entwicklung, aber bei uns wurde sie damals als gro&szlig;er demokratischer Fortschritt verkauft. Aber nat&uuml;rlich scheiterte diese &bdquo;demokratische Revolution&ldquo;, weil die Ukrainer diese Regierung nie wollten. Und dann kam 2014, zehn Jahre sp&auml;ter, und sie taten genau dasselbe, nur noch brutaler, mit der Entfernung der alten Opposition. Was waren Ihre Erfahrungen im Jahr 2004 mit der gesamten Orangenen Revolution in der Ukraine?<\/strong><\/p><p>Ein CIA-Agent sagte mir einmal: &bdquo;Larry, es gab noch nie eine Waffe, ein Werkzeug oder ein Instrument der nationalen Politik, das so m&auml;chtig war wie das, was wir jetzt haben, denn wir haben jetzt die &bdquo;liberale Demokratie&ldquo; auf unserer Seite.&ldquo; Denken Sie mal einen Moment dar&uuml;ber nach: Sie haben die &bdquo;liberale Demokratie&ldquo; zu einer Waffe gemacht und nutzten all diese Institutionen und Menschen, die sich stark f&uuml;r ihre Sache engagierten, um &bdquo;liberale Demokratie&ldquo; zu implementieren, Land f&uuml;r Land. Und wie er sagte, ist sie eine sehr m&auml;chtige Waffe, wahrscheinlich die m&auml;chtigste Waffe, die wir je in die Hand genommen haben. Und ich denke, das beschreibt mit Nuancen, was wir in ganz Europa getan haben und was wir immer noch tun, wie bereits erw&auml;hnt, aktuell in Georgien. Nur in Rum&auml;nien haben wir es vermasselt. Oder, wir haben es nicht vermasselt, wir waren erfolgreich. Wir haben C&#259;lin Georgescu abges&auml;gt. Er war derjenige, der so aussah, als w&uuml;rde er der neue rum&auml;nische Pr&auml;sident werden, also haben wir ihn abges&auml;gt, er ist weg. Ich wei&szlig; nicht genau, wie wir das gemacht haben, aber ich wei&szlig;, dass wir es gemacht haben, weil mich jemand angerufen und mir gesagt hat, dass sie es machen w&uuml;rden, und wir haben es gemacht, und er war weg.<\/p><p>In der Woche, in der das passierte, sollte ich ihn noch anrufen, um mit ihm zu sprechen, weil jemand, den ich sehr gut kenne, ihn sehr gut kennt und Georgescu wirklich kalte F&uuml;&szlig;e bekommen hatte. Mein Freund wollte, dass ich mit ihm spreche und versuche, ihn aufzubauen. Ich sagte zu meinem Freund: &bdquo;Was zum Teufel soll ich zu ihm sagen? Ich kenne ihn &uuml;berhaupt nicht, wie soll ich ihn dazu bringen, durchzuhalten?&ldquo; Er sagte: &bdquo;Nun, sie werden ihn vernichten, sie werden ihn kriegen.&ldquo; Ich wusste, dass sie ihn kriegen w&uuml;rden, und sie haben ihn gekriegt.<\/p><p><strong>Haben sie das auch 2004 in der Ukraine gemacht?<\/strong><\/p><p>2004 mussten sie nicht ganz so direkt vorgehen, um Leute loszuwerden. Aber ja, wir haben schon 2005 und 2006 Leute vom European Command <em>(Anm. M.G.: United States European Command (EUCOM), &uuml;bergreifendes Kampfkommando der US-Streitkr&auml;fte mit Sitz in Stuttgart, zust&auml;ndig f&uuml;r die Koordination der US-Streitkr&auml;fte in Europa)<\/em> in die Ukraine geschickt, um mit den Asow-Bataillonen und anderen &auml;hnlichen Gruppen zusammenzuarbeiten, um alles vorzubereiten, sodass wir operativ in der Lage sein w&uuml;rden, unsere Geheimdienstarbeit, Waffen und andere Dinge zu integrieren. Wir hatten sogar einen Vier-Sterne-General, der gerne gro&szlig;e Motorr&auml;der fuhr, insbesondere Harleys, und der gelegentlich als Vier-Sterne-General auf sein Motorrad stieg, um herumzufahren und diese Koordinierungsaufgaben dort zu erledigen. Das alles geschah vor der wirklich angespannten Zeit im Jahr 2014, als wir &ndash; wie Sie wissen &ndash; so unverhohlen Partei ergriffen haben, dass es schon erb&auml;rmlich war. Wir haben die ganze Zeit daran gearbeitet.<\/p><p><strong>Wurden einige dieser Instrumente f&uuml;r Regimewechsel oder sogenannte Farbrevolutionen inzwischen abgeschafft? Trump hat ja hier die Mittel gek&uuml;rzt. <\/strong><em>(Anm.: M.G.: Vermutlich bezieht sich Diesen hier unter anderem auf die massiven Mittelk&uuml;rzungen an die &bdquo;Nichtregierungsorganisation&ldquo; USAID)<\/em><\/p><p>Das ist eine sehr wichtige Frage. Ich habe neulich gefragt, wie Tulsi als DNI <em>(Anm. M.G.: Tulsi Gabbard, die neue Director of National Intelligence, d.h. die oberste Koordinatorin der US-Nachrichtendienste)<\/em> und Ratcliffe <em>(Anm. M.G.: John Ratcliffe ist der aktuelle CIA-Direktor)<\/em> hierzu stehen, und mir wurde gesagt, Ratcliffe sei in all das verwickelt, er sei <em>f&uuml;r <\/em>alles, was vor sich geht. Also sagte ich: &bdquo;Sie sagen, Tulsi ist dagegen und Ratcliffe ist daf&uuml;r &ndash; wie zum Teufel will sie ihn umstimmen?&ldquo; Keine Antwort.<\/p><p>Wenn Ratcliffe ein Neocon (<em>Anm. M.G.: Neokonservativer, d.h. Vertreter einer interventionistischen und aggressiven US-Au&szlig;enpolitik)<\/em> par excellence ist oder was auch immer er ist, aber entschlossen ist, all diese Dinge aufrechtzuerhalten, komme, was wolle &ndash; und ich wei&szlig; verdammt gut, wie die CIA Dinge am Laufen h&auml;lt, wenn der Pr&auml;sident der Vereinigten Staaten, der Au&szlig;enminister und der Verteidigungsminister nicht einmal wissen, dass sie das tun &ndash; das ist heute g&auml;ngige Praxis.<\/p><p>(&hellip;)<\/p><p>Das geht immer so weiter, von Pr&auml;sident zu Pr&auml;sident, weil der Pr&auml;sident keine Klarheit dar&uuml;ber hat, was die CIA vor Ort tut, und die CIA zu einem eigenst&auml;ndigen Akteur innerhalb des nationalen Sicherheitsapparats geworden ist. Die Leute haben davor gewarnt, als wir den DNI geschaffen haben, und dachten, der DNI w&uuml;rde die Macht konsolidieren und vom Pr&auml;sidenten nicht kontrolliert werden k&ouml;nnen, aber der DNI hat nie Geld und Personal bekommen. Trump hat versprochen, das mit Tulsi zu tun, aber soweit ich wei&szlig;, hat er das noch nicht getan. Wenn man kein Geld hat, wenn man keine Kontrolle &uuml;ber den Haushalt und auch nicht &uuml;ber den geheimen Haushalt hat und wenn man keine Kontrolle &uuml;ber die Leute hat, das hei&szlig;t, wenn man die Leute nicht entsprechend ihrer Klugheit, ihrem Talent, ihrer Flexibilit&auml;t oder was auch immer von der CIA zum INR <em>(Anm. M.G.: Bureau of Intelligence and Research, Nachrichtendienst des US-Au&szlig;enministeriums f&uuml;r politische Analyse, diplomatische Berichterstattung und die Bewertung au&szlig;enpolitischer Entwicklungen)<\/em> im Au&szlig;enministerium oder vom INR im Au&szlig;enministerium zum DNI oder in ein Amt oder zu Mitarbeitern oder zur CIA oder was auch immer versetzen kann &ndash; wenn man das nicht kann, wie m&auml;chtig ist man dann? Wenn Sie nur gro&szlig;e Reden schwingen k&ouml;nnen, wie m&auml;chtig sind Sie dann? Trump hat Tulsi versprochen, ihr Geld und Macht zu geben, weil sie das wusste und es zu einer Bedingung f&uuml;r ihre Einstellung gemacht hat, und ich habe bisher keine Anzeichen daf&uuml;r gesehen. Ratcliffe macht, was er will, und Tulsi &uuml;bt keine wirkliche Aufsicht aus. Und was Ratcliffe tut, ist meiner Meinung nach alles andere als das, was Trump gerne von ihm h&auml;tte, wenn Trump davon w&uuml;sste.<\/p><p>Wir haben also einfach nur ein riesiges Chaos: ein typisches Chaos, wenn ein Imperium am Ende ist und niemand wei&szlig;, wie man es kontrollieren soll, und niemand wei&szlig;, wie man Leute aus dem System loswird. Man kann das einfach nicht mehr tun, weil das System zu gro&szlig; und zu unkontrollierbar geworden ist und zu viel Geld hineinflie&szlig;t &ndash; Geld, das &uuml;brigens nur aus den Druckerpressen kommt und durch nichts gedeckt ist.<\/p><p><strong>Das ist einfach unglaublich.<\/strong><\/p><p>(&hellip;)<\/p><p><strong>(&hellip;)<\/strong> <strong>Ich war immer neugierig, inwieweit die Beteiligung Norwegens in Libyen im Jahr 2011 dazu beigetragen hat, ihn (Stoltenberg) in die Position des NATO-Generalsekret&auml;rs zu bringen. War es der Interventionismus, der ihn in Washington beliebt gemacht hat, oder war es auch seine Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die NATO-Expansion?<\/strong><\/p><p>Ich glaube, es hat ziemlich fr&uuml;h angefangen, soweit ich mich erinnere. Er war ma&szlig;geblich daran beteiligt, dass wir nicht nur von einem oder zwei L&auml;ndern, sondern von vier oder f&uuml;nf L&auml;ndern politische Unterst&uuml;tzung erhielten, die uns nach dem 11. September bei unseren Ma&szlig;nahmen halfen.<\/p><p>Wir hatten nach dem 11. September eine riesige Tabelle erstellt, in der oben die diplomatischen und anderen Missionen aufgef&uuml;hrt waren, links die L&auml;nder und in jedem kleinen Quadrat, das so entstand, stand: D&auml;nemark wird politische Unterst&uuml;tzung leisten, und unser Botschafter wird sich darum k&uuml;mmern, Deutschland wird dies und das bereitstellen, und der Au&szlig;enminister wird sich darum k&uuml;mmern, Pakistan wird einen Anruf des Pr&auml;sidenten und einen Besuch des Au&szlig;enministers oder seines Stellvertreters in Islamabad ben&ouml;tigen, weil wir &Uuml;berflugrechte brauchen, wir brauchen Durchreiserechte, wir brauchen Hilfe bei der Logistik, Usbekistan &hellip; und so weiter. In diesem Dokument waren also alle L&auml;nder der Welt aufgef&uuml;hrt, alle Botschafter und alle Kabinettsmitglieder, die die Anweisungen des Pr&auml;sidenten in Bezug auf das jeweilige Land umsetzen sollten, und zwar &uuml;ber die Botschafter hinweg. Es umfasste milit&auml;rische Hilfe, politische Unterst&uuml;tzung, einfach alles, und wir erhielten dabei wirklich gro&szlig;artige Unterst&uuml;tzung von Jens Stoltenberg. Das Ganze hat sich also &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum hinweg entwickelt. Ich w&uuml;rde sagen, es begann etwa ein Jahr nach dem 11. September 2001, denn es dauerte eine Weile, bis wir diese Matrix aufgestellt hatten und alle daran arbeiteten. Aber ich kann sagen, dass es zumindest ab 2003 richtig losging, und wir haben die ganze Zeit &uuml;ber Leute identifiziert, einige davon haben wir aussortiert, weil wir sagten: &bdquo;Nein, diese Frau oder dieser Mann ist nicht die Art von Person, die wir brauchen, okay, streich das, lass uns diese oder jene Person nehmen.&ldquo; Die Leute vor Ort haben das gemacht, unsere Botschafter, unsere L&auml;nderteams. Manchmal gab Powell die Anweisungen, manchmal die CIA, manchmal das Verteidigungsministerium, aber Powell hat versucht, alles im Griff zu behalten und zu verstehen, was in den L&auml;nderteams vor sich ging.<\/p><p>Ich wei&szlig; nicht, ob Sie das wissen, aber in unseren L&auml;nderteams sind alle Elemente unserer staatlichen Beh&ouml;rden und Geheimdienste vertreten, und die gr&ouml;&szlig;eren Teams haben mehrere Mitglieder dieser B&uuml;rokratie. So gibt es zum Beispiel einen Stationsleiter f&uuml;r die CIA und alle m&ouml;glichen Leute, die unter diplomatischer Tarnung f&uuml;r die CIA arbeiten. Der Botschafter in diesem Land und generell das L&auml;nderteam, die, wenn man so will, Zivilisten sind, wissen oft nicht, was die CIA von ihrer Botschaft aus tut. Oft wei&szlig; selbst der konventionelle Milit&auml;rkommandant, der f&uuml;r das jeweilige Land in seinem Zust&auml;ndigkeitsbereich verantwortlich ist, nicht, was die CIA in seiner AOR <em>(Anm. M.G.: Area of Responsibility, Bereich der Zust&auml;ndigkeit)<\/em> tut, es ist alles extrem komplex. Powell wusste manchmal, was vor sich ging, und manchmal wussten wir nicht, was los war. Wenn George Tenet <em>(Anm. M.G.: damaliger CIA-Chef) <\/em>beschloss, dass Powell nichts davon wissen sollte, wusste Powell nichts davon, und das ist bis heute so geblieben. Wenn die CIA nicht will, dass der Botschafter und das Landesteam (bis auf den Stationsleiter) wissen, was in Pakistan vor sich geht, dann wissen sie es auch nicht.<\/p><p>Der CIA-Direktor sagt manchmal: &bdquo;Ich m&ouml;chte nicht, dass der Botschafter l&uuml;gen muss.&ldquo; Denn wenn der Botschafter &uuml;ber diese Operation informiert ist und dann von der Presse gefragt wird, muss er entweder sagen, dass er die Frage nicht beantworten kann, was kein Botschafter tun m&ouml;chte, oder er muss l&uuml;gen. Und wir wollen nicht, dass er l&uuml;gen muss, also sagen wir ihm nichts davon.&ldquo; Das ist eine verdammt schlechte Ausrede, um das Team in einem Land &uuml;ber etwas im Dunkeln zu lassen, das man in diesem Land tut und das schwerwiegende Folgen haben k&ouml;nnte, wenn es an die &Ouml;ffentlichkeit gelangt. Aber so lief es nun einmal, und wir haben wirklich hart an Europa gearbeitet, ich meine, wir haben wirklich hart an Europa gearbeitet. Wenn mich Leute fragen: &bdquo;Warum h&auml;ngt Europa so tief in dieser Ukraine-Angelegenheit drin?&ldquo;, sage ich: &bdquo;Wir haben sie dazu gemacht! Das ist ein Krieg zwischen Washington und Moskau, nicht zwischen Kiew und Moskau. Kiew ist das Instrument unseres Krieges.&ldquo;<\/p><p><small>Titelbild: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bGEE0O6PM1Q\">Screenshot von Interview &bdquo;Wie wir die Europ&auml;er gehorsam und bereit f&uuml;r den Kampf gegen Russland machen&ldquo;<\/a><\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/0de29182af1b4b64bdec7dea32108f24\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Oberst Lawrence Wilkerson<\/strong> gab k&uuml;rzlich dem norwegischen Professor <strong>Glenn Diesen<\/strong> in einem Video-Interview tiefe Einblicke in die Strategien der USA in Europa mit Bezug auf die NATO, aber auch auf die gesamte aggressive Interventions- und Au&szlig;enpolitik inklusive Regime-Change-Operationen und den Einsatz der Geheimdienste sowie (besonders interessant) die Rolle von NGOs hierbei &ndash; und das &uuml;ber<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=133363\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":18,"featured_media":133365,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169],"tags":[3364,2965,2691,901,2175,466,2065,1418,2283,1213,1800,260,2556,1556],"class_list":["post-133363","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","tag-diplomatischer-dienst","tag-einflussagenten","tag-gabbard-tulsi","tag-geheimdienste","tag-interventionspolitik","tag-nato","tag-ngo","tag-regime-change","tag-revolution","tag-stoltenberg-jens","tag-trump-donald","tag-ukraine","tag-unterwanderung","tag-usa"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/250520-Maschinenraum-Cover.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/133363","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/18"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=133363"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/133363\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":137547,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/133363\/revisions\/137547"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/133365"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=133363"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=133363"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=133363"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}