{"id":133775,"date":"2025-05-31T12:00:02","date_gmt":"2025-05-31T10:00:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=133775"},"modified":"2025-05-30T16:05:32","modified_gmt":"2025-05-30T14:05:32","slug":"stimmen-aus-lateinamerika-wie-washington-sich-in-haiti-einmischt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=133775","title":{"rendered":"Stimmen aus Lateinamerika: Wie Washington sich in Haiti einmischt"},"content":{"rendered":"<p>US-Au&szlig;enminister Rubio fordert eine erneute Intervention in Haiti, diesmal unter Einsatz der OAS: Bei einer Haushaltsanh&ouml;rung vor dem Senat am 20. Mai 2025 in Washington forderte die US-Regierung durch ihren Au&szlig;enminister Marco Rubio die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) auf, eine weitere multinationale Milit&auml;rmission auszuhecken, was f&uuml;r uns verheerende und katastrophale Auswirkungen haben w&uuml;rde. Von <strong>Marie Laurette Numa<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDiese Initiative wird unter dem unglaubw&uuml;rdigen Vorwand, auf die wachsende Sicherheits- und humanit&auml;re Krise in Haiti reagieren zu wollen, zweifelsohne einige schamlose, unglaubw&uuml;rdige und politisch verlogene Mitglieder dieser dubiosen Organisation zusammenbringen.<\/p><p>Muss man Rubio, den kleinen kubanischen Gusano[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] im Dienste von Donald Trump, daran erinnern, dass der US-Imperialismus f&uuml;r die Krise in Haiti die Verantwortung tr&auml;gt?<\/p><p>Alles, was im Land geschieht, ist das Ergebnis der destabilisierenden Politik des US-Imperialismus in Haiti, der seit &uuml;ber einem Jahrhundert einen gnadenlosen Krieg gegen das haitianische Volk f&uuml;hrt, um seine diktatorische Herrschaft &uuml;ber den haitianischen Staat zu st&auml;rken.<\/p><p>Es ist klar, dass die gro&szlig;en Man&ouml;ver von einst und die von der t&auml;glichen Realit&auml;t des Landes verschleierten Mythen dank Rubios Beschreibung vor der OAS nun ausger&auml;umt sind: &bdquo;Bewaffnete Banden kontrollieren weite Teile des Gro&szlig;raums Port-au-Prince. Sie blockieren die Nationalstra&szlig;en, behindern den Transport humanit&auml;rer Hilfe und versch&auml;rfen die ohnehin kritische Gesundheitslage.&rdquo;<\/p><p>Rubio hat das gut beschrieben, aber er hat einfach vergessen hinzuzuf&uuml;gen, dass die Geschichte des Bandenwesens in Haiti ein Produkt aus dem US-amerikanischen Labor ist. Zum ersten Mal scheint es, dass diese bewaffneten Gruppen nicht wie &uuml;blich unter der Kontrolle der CIA stehen. Und das ist es wohl, was Uncle Sam in Panik versetzt und ihn dazu zwingt, die x-te Runde der milit&auml;rischen Interventionen zu starten.<\/p><p>Der Imperialismus hat in Haiti bereits alle seine Karten unter dem Deckmantel der Vereinten Nationen ausgespielt. Ihre Mission zur Stabilisierung Haitis (Minustah) haben die UN am 15. Oktober 2017 mit dem Ergebnis beendet, dass Haiti erniedrigt wurde und der Imperialismus durch die Vernichtung des Landes Ruhm und Sieg davontrug. Um sich ihrer erf&uuml;llten Mission zu versichern, wurde die Minustah folgerichtig durch die Mission der Vereinten Nationen zur Unterst&uuml;tzung der Justiz (Minujusth) ersetzt, die wiederum durch das Integrierte B&uuml;ro der Vereinten Nationen in Haiti (Binuh) abgel&ouml;st wurde, das derzeit in Haiti aktiv ist.<\/p><p>Diese Ma&szlig;nahmen haben das Land zerst&ouml;rt, wobei die UNO weitgehend f&uuml;r die vollst&auml;ndige Zerst&ouml;rung aller Institutionen des Landes verantwortlich ist. Der Imperialismus bedient sich mal hier, mal da, er benutzte die UNO und die Caricom (Caribbean Community and Common Market) und versucht nun auch, die OAS anzuwerben, um seine schmutzige Arbeit fortzusetzen.<\/p><p>Rubio erkannte die Rolle Kenias bei der F&uuml;hrung der von den UN autorisierten multinationalen Unterst&uuml;tzungsmission (MSS) an, r&auml;umte jedoch ein, dass diese Intervention allein nicht ausreichen werde, um der weit verbreiteten Unsicherheit ein Ende zu setzen: &bdquo;Diese Mission allein wird das Problem nicht l&ouml;sen. Ich hoffe, dass wir beispielsweise eine f&uuml;hrende Rolle dabei spielen k&ouml;nnen, Organisationen wie die OAS, zu der wir schlie&szlig;lich einen bedeutenden Beitrag leisten, dazu zu ermutigen, aktiv zu werden.&rdquo;<\/p><p>In seinem Pl&auml;doyer f&uuml;r eine erneute Intervention in Haiti, diesmal unter Einsatz eines weiteren Instruments des US-Imperialismus, der OAS, sagte Rubio vor dem Senatsausschuss f&uuml;r ausw&auml;rtige Beziehungen: &bdquo;Wozu haben wir eine Organisation Amerikanischer Staaten, wenn sie nicht in der Lage ist, kollektiv auf eine schwere Katastrophe auf unserem Kontinent zu reagieren?&ldquo;<\/p><p>Er fuhr fort: &bdquo;Wir m&uuml;ssen einige unserer derzeitigen Mitglieder ermutigen, aktiv zu werden. Denn man sollte doch meinen, dass einer der Gr&uuml;nde f&uuml;r die Existenz der OAS darin besteht, eine Krise wie die in Haiti zu bew&auml;ltigen &hellip; Wenn es eine regionale Krise gibt, von der man annehmen k&ouml;nnte, dass eine Organisation eingreifen und Kapazit&auml;ten oder eine Gruppe von L&auml;ndern mobilisieren k&ouml;nnte, die gemeinsam einen Beitrag zur L&ouml;sung der Krise leisten, dann w&auml;re das die OAS.&rdquo;<\/p><p>Rubio schlug sogar vor, dass &bdquo;die OAS eine milit&auml;rische Intervention in Haiti durchf&uuml;hren k&ouml;nnte, &auml;hnlich wie 1965, als sie eine von Brasilien gef&uuml;hrte Friedensmission entsandte, um auf einen B&uuml;rgerkrieg in der Dominikanischen Republik zu reagieren&ldquo;. Er f&uuml;gte au&szlig;erdem hinzu: &bdquo;Wir brauchen die Unterst&uuml;tzung anderer Partner in der Region, die von dem, was dort passiert, genauso oder sogar noch st&auml;rker betroffen sind.&ldquo;<\/p><p>Rubio wagte nicht, es klar zu sagen, aber er spielte darauf an, dass auch er sich den W&uuml;nschen des Reaktion&auml;rs Luis Abinader[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] nach einer Pr&auml;senz der dominikanische Armee in Haiti gerne angeschlossen h&auml;tte: &bdquo;Wir erleben gerade eine Katastrophe in Haiti und suchen nach einer alternativen Strategie, weil die aktuelle Strategie nicht funktioniert und Haiti sich sehr schnell in die falsche Richtung bewegt&ldquo;, so Rubio.<\/p><p>Rubios Rhetorik ist nur ein Deckmantel f&uuml;r den US-Imperialismus, der in Wirklichkeit eine noch aggressivere Politik gegen das haitianische Volk verfolgt.<\/p><p>Unsere Antwort auf diese Bedrohung ist folgende: Die Richtung, die Haiti heute eingeschlagen hat, ist die vom US-Imperialismus gewollte. Haiti hat sein Schicksal nicht selbst gew&auml;hlt. Die grausame und kriminelle Politik, die der Imperialismus in Haiti durchsetzt, wird nicht ungestraft bleiben. Die Mehrheit des haitianischen Volkes wird eines Tages erreichen, dass Haiti zum Grab des imperialistischen und kapitalistischen Systems wird, so wie es das Grab des Sklavensystems war.<\/p><p>Wir hoffen, dass die bewussten und konsequenten Anf&uuml;hrer des Kontinents den amerikanischen Reaktion&auml;ren nicht auf diesem Weg folgen werden.<\/p><p>Der Imperialismus versucht nur, seine Verantwortung zu kaschieren, denn es waren die westlichen M&auml;chte, in diesem Fall die USA, Frankreich und Kanada, die Haiti zum &auml;rmsten Land der Hemisph&auml;re gemacht haben.<\/p><p>Haiti ist das Opfer von mehr als einem Jahrhundert Verbrechen dieses imperialistischen Triumvirats.<\/p><p>&Uuml;bersetzung: Elinor Winter, <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/blog\/2025\/05\/275447\/haiti-washington-mischt-sich-ein\">Amerika21<\/a><\/p><p><small>Titelbild: Shutterstock \/ Millenius<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema: <\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=132403\">Stimmen aus Lateinamerika: Steuert Haiti auf einen blutigen B&uuml;rgerkrieg zu?<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=126668\">Gewalteskalation in Haiti: US-Au&szlig;enministerium fordert neue Milit&auml;rintervention<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124801\">Haiti: Das Chaos ist zu einem Instrument der Kontrolle geworden<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=114108\">Haiti: Neokoloniales Scheitern und die &bdquo;ewige Bestrafung seiner W&uuml;rde&rdquo;<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/ba9ed79908624a39ac8efac6f18e771e\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Anm. d. &Uuml;.: Als &lsquo;Gusanos&rsquo; werden kubanischst&auml;mmige Konterrevolution&auml;re bezeichnet, die in den USA leben.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Anm. d. &Uuml;.: Pr&auml;sident der Dominikanischen Republik<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>US-Au&szlig;enminister Rubio fordert eine erneute Intervention in Haiti, diesmal unter Einsatz der OAS: Bei einer Haushaltsanh&ouml;rung vor dem Senat am 20. 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