{"id":133785,"date":"2025-06-01T12:00:55","date_gmt":"2025-06-01T10:00:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=133785"},"modified":"2025-05-30T20:44:38","modified_gmt":"2025-05-30T18:44:38","slug":"70-jahre-asiatisch-afrikanische-konferenz-der-geist-von-bandung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=133785","title":{"rendered":"70 Jahre \u201eAsiatisch-Afrikanische Konferenz\u201c: Der Geist von Bandung"},"content":{"rendered":"<p>70 Jahre nach der Konferenz von Bandung lohnt es sich zu fragen, ob ihr Geist noch intakt ist, wenn auch nur als &auml;therischer Nebel im Globalen S&uuml;den. Im Jahr 1955 trafen sich f&uuml;hrende Politiker der ehemaligen Kolonien des Globalen S&uuml;dens im indonesischen Bandung, um sich gemeinsam f&uuml;r nationale Befreiung und Zusammenarbeit einzusetzen. Gibt es 70 Jahre sp&auml;ter noch irgendeine Spur davon? Von <strong>Tricontinental: Institute for Social Research<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nVor sieben Jahrzehnten, im Jahr 1955, trafen sich die Regierungschefs von 29 afrikanischen und asiatischen L&auml;ndern sowie Vertreter von Kolonien, die ihre Unabh&auml;ngigkeit noch nicht erlangt hatten, in Bandung (Indonesien) zur &bdquo;Asiatisch-Afrikanischen Konferenz&rdquo;. Dieses Treffen gilt als einer der H&ouml;hepunkte im Prozess der Entkolonialisierung.<\/p><p>Es war ein historischer Moment, denn zum ersten Mal kamen Vertreter von Hunderten von Millionen Menschen aus der Dritten Welt zusammen, um &uuml;ber den gewaltigen sozialen Prozess der Entkolonialisierung zu diskutieren und seine Auswirkungen zu bewerten.<\/p><p>Sukarno (1901-1970), der an der Spitze der indonesischen Regierung stand und Gastgeber der Konferenz war, er&ouml;ffnete sie mit einer Rede, die zeigte, welche Ambitionen damit verbunden waren. Er sagte, er wolle, dass die Konferenz &bdquo;der Menschheit eine Orientierung gibt&rdquo; und dass diese &bdquo;der Menschheit den Weg aufzeigt, den sie gehen muss, um Sicherheit und Frieden zu erlangen&rdquo;.<\/p><p>Die Teilnehmer der Konferenz trafen sich nicht nur, um die Unabh&auml;ngigkeit Indiens (1947), die chinesische Revolution (1949) und die Dezentralisierung der Macht an der Goldk&uuml;ste (1951) zu feiern, die schlie&szlig;lich zu einem freien Ghana (1957) f&uuml;hren sollte. Sie wollten auch &bdquo;den Beweis antreten, dass ein neues Asien und ein neues Afrika am Entstehen ist&rdquo;.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/p><p>Sukarnos Mitarbeiter Roeslan Abdulgani (1914-2005) war der Generalsekret&auml;r der Bandung-Konferenz. W&auml;hrend und nach der Konferenz pr&auml;gte er den Begriff des &bdquo;Geistes von Bandung&rdquo; als &bdquo;den Geist der Liebe zum Frieden, der Absage an Gewalt und Diskriminierung und der Entwicklungschancen f&uuml;r alle, ein Geist, der getragen ist von gegenseitigem Respekt und ohne den anderen ins Unrecht zu setzen&rdquo;.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><p>Dieser &bdquo;Geist von Bandung&rdquo; war nicht idealistisch, sondern hatte eine materielle Grundlage, die in den Befreiungsk&auml;mpfen der V&ouml;lker in der kolonisierten Welt verwurzelt war.<\/p><p>In der Generalversammlung der Vereinten Nationen f&uuml;nf Jahre sp&auml;ter wurde dies in der &bdquo;Erkl&auml;rung &uuml;ber die Gew&auml;hrung der Unabh&auml;ngigkeit f&uuml;r koloniale L&auml;nder und V&ouml;lker&rdquo; als &bdquo;ein Prozess der Befreiung&rdquo; beschrieben, der &bdquo;unaufhaltsam und unumkehrbar&rdquo; sei.[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]<\/p><p>Dieser Geist entstand in den Massenk&auml;mpfen gegen den Kolonialismus und wurde dann von antikolonialen Aktivisten auf Treffen wie dem &bdquo;Sechsten Internationalen Demokratischen Friedenskongress&rdquo; in Bierville\/Frankreich (1926) und dem &bdquo;Ersten Internationalen Kongress gegen Kolonialismus und Imperialismus&rdquo; in Br&uuml;ssel\/Belgien (1927) geb&uuml;ndelt. Abdulgani stellte sp&auml;ter fest, dass die Teilnehmer dieser Konferenzen &bdquo;vom gleichen leidenschaftlichen Geist gepr&auml;gt waren und alle mit einer Stimme sprachen: Das ist der Geist und die Stimme ihrer V&ouml;lker, die kolonisiert, unterdr&uuml;ckt und gedem&uuml;tigt wurden.&rdquo;[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]<\/p><p>Der Geist von Bandung war die Stimme von Hunderten von Millionen Menschen, die unter kolonialer Herrschaft gelebt hatten und die sich gegen die Grausamkeiten des Kolonialismus aussprachen. Er stand gleichzeitig f&uuml;r die Hoffnung dieser Menschen auf eine neue Welt.<\/p><p>Aus einer Reihe von Gr&uuml;nden, die gr&ouml;&szlig;tenteils auf den Druck der neokolonialen Struktur zur&uuml;ckzuf&uuml;hren sind, die trotz des Endes der formellen Kolonialherrschaft fortbestand, verfl&uuml;chtigte sich der Geist von Bandung. Nur die Sehnsucht nach ihm blieb.<\/p><p>Die Generationen, die nach der Kolonialherrschaft geboren wurden, trugen die Erfahrungen der langen und schwierigen antikolonialen K&auml;mpfe nicht mehr in sich. Die nationale Befreiungsagenda zersetzte sich innerhalb dieser neokolonialen Strukturen. Die Bauern und Arbeiter der postkolonialen &Auml;ra sahen ihre eigenen herrschenden Klassen als das Problem an und betrachteten die ererbten Probleme der schwer zu &uuml;berwindenden Kolonialstrukturen nicht als ihren Feind.<\/p><p>70 Jahre nach der Konferenz von Bandung lohnt es sich zu fragen, ob der Geist von Bandung noch intakt ist, wenn auch nur als &auml;therischer Nebel im Globalen S&uuml;den. Das ist das Ziel dieses Dossiers, das eher ein erweiterter Essay mit einigen Provokationen ist als die Frucht eines langfristigen Forschungsprogramms.[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]<\/p><p>Wir hoffen, durch diese Provokationen Diskussionen und Debatten anzuregen.<\/p><p><strong>Teil I: Was war der Geist von Bandung?<\/strong><\/p><p><em><strong>Eindringlinge in einer fremden Welt<\/strong><\/em><\/p><p>Vom 5. Oktober bis zum 14. Dezember 1953 unternahm US-Vizepr&auml;sident Richard Nixon eine ausgedehnte Asienreise, auf der er 14 L&auml;nder der Region (von Japan bis zum Iran) und zwei L&auml;nder an deren Rand (Australien und Neuseeland) besuchte.<\/p><p>Nixon reiste mit einigen wichtigen Zielen nach Asien: Er wollte die Verb&uuml;ndeten der USA hinsichtlich des im Juli unterzeichneten Waffenstillstands auf der koreanischen Halbinsel beruhigen; er wollte die Position der USA in Indochina beurteilen, wo diese bereits den Gro&szlig;teil der milit&auml;rischen Finanzierung von Frankreich &uuml;bernommen hatten und sp&auml;ter, nach der franz&ouml;sischen Niederlage bei Dien Bien Phu im Mai 1954, dessen milit&auml;rische Rolle &uuml;bernehmen sollten; und er wollte die neue Rolle der chinesischen Revolution in Asien verstehen.<\/p><p>In seinen Memoiren, die er zwei Jahrzehnte sp&auml;ter verfasste, reflektierte Nixon &uuml;ber diesen Besuch und sagte, dass er, &bdquo;als in Washington und anderen westlichen Hauptst&auml;dten das Wunschdenken vorherrschte, dass das kommunistische China keine Bedrohung in Asien darstellen w&uuml;rde, weil es so r&uuml;ckst&auml;ndig und unterentwickelt sei&rdquo;, &bdquo;aus erster Hand sah, dass sich der chinesische Einfluss bereits in der gesamten Region ausbreitete&rdquo;.<\/p><p>Im Gegensatz zu den Sowjets, schrieb Nixon, die &bdquo;wie wir immer noch Eindringlinge in einer fremden Welt&rdquo; waren, &bdquo;hatten die chinesischen Kommunisten Studentenaustauschprogramme eingerichtet, und eine gro&szlig;e Zahl von Studenten wurde zur kostenlosen Hochschulausbildung nach Rotchina geschickt&rdquo;.[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]<\/p><p>Die USA, so berichtete Nixon seiner Regierung, mussten entschieden auf die neuen Entwicklungen in Asien reagieren, die durch die chinesische Revolution angesto&szlig;en worden waren.<\/p><p>Im September 1954 gr&uuml;ndeten acht L&auml;nder die &bdquo;S&uuml;dostasiatische Vertragsorganisation&rdquo; (Seato), nachdem sie einen Vertrag zur kollektiven Verteidigung, den sogenannten &bdquo;Manila-Pakt&rdquo;, unterzeichnet hatten. Nur drei der L&auml;nder befanden sich in Asien (Pakistan, die Philippinen und Thailand), zwei in Europa (Frankreich und Gro&szlig;britannien). Die drei anderen Mitglieder der Seato hatten bereits 1951 einen Milit&auml;rpakt mit dem Namen &bdquo;Australia, New Zealand, and the United States Security (Anzus) Treaty&rdquo; unterzeichnet. Dieser Vertrag und die Seato standen neben drei anderen wichtigen Vertr&auml;gen f&uuml;r die pazifische Flanke Asiens: dem &bdquo;Friedensvertrag von San Francisco&rdquo; 1951 zwischen Japan und den alliierten M&auml;chten, dem &bdquo;Vertrag &uuml;ber gegenseitige Verteidigung&rdquo; 1953 zwischen S&uuml;dkorea und den USA und dem &bdquo;Vertrag &uuml;ber gegenseitige Verteidigung&rdquo; 1954 zwischen der Republik China (damals Formosa, heute Taiwan) und den USA.[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]<\/p><p>1951 vertrat John Foster Dulles, der 1953 Au&szlig;enminister wurde, die Ansicht, dass die USA eine Kette von Marinest&uuml;tzpunkten auf Inseln von Japan bis zur Malaiischen Halbinsel (die Teile von Myanmar, Thailand, Malaysia und Singapur umfasst) errichten m&uuml;ssten, um die Sowjetunion und die Volksrepublik China (VRC) einzukreisen. Die f&uuml;nf oben genannten Vertr&auml;ge legten den Grundstein f&uuml;r eine solche Kette von Japan bis Thailand.[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>]<\/p><p>1956 erhielt ein Beamter des US-Au&szlig;enministeriums ein britisches Memorandum &bdquo;&uuml;ber die milit&auml;rische Planung der Seato, die von der Annahme ausgeht, dass sowohl nukleare als auch nicht-nukleare Waffen zur Verteidigung des Gebiets eingesetzt werden. Jede Planung, die keine Atomwaffen ber&uuml;cksichtigt, w&auml;re deutlich unrealistisch und nicht sinnvoll.&rdquo;[<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>]<\/p><p>Mit anderen Worten: Die f&uuml;nf Vertr&auml;ge zur Umzingelung von China f&ouml;rderten die Stationierung von Atomwaffen am Rande Asiens und erlaubten, falls n&ouml;tig, ihren Einsatz.<\/p><p>Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass dies alles nicht nur Theorie war. Die USA hatten bereits 1945 Atombomben gegen Japan eingesetzt und bis Ende 1951 alle verf&uuml;gbaren Infrastrukturen im Norden Koreas bombardiert (die Bombardierungen wurden allerdings bis 1953 fortgesetzt).[<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>]<\/p><p>Generalmajor Emmett O&rsquo;Donnell, Kommandeur der US-Luftwaffe, die Korea bombardierte, sagte im Juni 1951 vor dem US-Senat: &bdquo;Alles ist zerst&ouml;rt. Es gibt nichts mehr, was nicht zerst&ouml;rt ist.&rdquo; O&rsquo;Donnell f&uuml;gte hinzu, dass die US-Luftwaffe ihre Bomber am Boden lie&szlig;, als die chinesischen Streitkr&auml;fte im November 1950 den Fluss Yalu an der Grenze zu Nordkorea &uuml;berquerten, weil es &bdquo;keine Ziele mehr in Korea gab&rdquo;.[<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>]<\/p><p>Im Dezember 1953 schlug US-Pr&auml;sident Dwight Eisenhower Winston Churchill den Einsatz von US- Atombomben gegen China vor, falls Peking den Waffenstillstand mit Korea verletzen w&uuml;rde. Kurz darauf, im M&auml;rz 1955, machte die US-Regierung der VR China klar, dass sie bereit sei, Atomwaffen einzusetzen, falls die Volksbefreiungsarmee in Formosa (heute Taiwan) einmarschieren w&uuml;rde.[<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>]<\/p><p>Als Eisenhower am n&auml;chsten Tag gebeten wurde, die Aussage von Dulles zu best&auml;tigen, sagte er, dass taktische Nuklearwaffen nicht genau so eingesetzt werden sollten, &bdquo;wie man eine Kugel oder etwas anderes einsetzen w&uuml;rde. Ich glaube, dass bei diesen Themen die gro&szlig;e Frage da beginnt, wo man in Bereiche vordringt, in denen man nicht sicher sein kann, dass man nur gegen milit&auml;rische Ziele vorgeht. Aber mit dieser einen Einschr&auml;nkung w&uuml;rde ich sagen, ja, nat&uuml;rlich w&uuml;rden sie eingesetzt werden.&rdquo; [<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>]<\/p><p><em><strong>Friedliche Koexistenz<\/strong><\/em><\/p><p>Nach dem Zweiten Weltkrieg etablierten sich die USA langsam als f&uuml;hrende Kraft des alten imperialistischen Blocks, vor allem aufgrund ihres massiven milit&auml;rischen und wirtschaftlichen Vorteils gegen&uuml;ber dem angeschlagenen Europa. Zur gleichen Zeit f&uuml;hrte Gro&szlig;britannien einen gewaltt&auml;tigen Aufstandsbek&auml;mpfungskrieg auf der Halbinsel Malaysia (Malaya Emergency, 1948-1960) und Frankreich einen erb&auml;rmlichen Nachhutkrieg in Indochina (die Niederl&auml;nder waren 1949 bereits in Indonesien besiegt worden).<\/p><p>Der Boden Asiens war blutgetr&auml;nkt und die antikolonialen Vertreter, die nach Bandung kamen, hatten genug vom Blutvergie&szlig;en. Deshalb konzentrierten sich die Diskussionen auf der Konferenz so sehr auf Frieden und Rassismus: Die anwesenden antikolonialen F&uuml;hrer bef&uuml;rchteten, dass die alte koloniale Mentalit&auml;t der internationalen Teilung der Menschheit in der postkolonialen &Auml;ra fortbestehen w&uuml;rde, ebenso wie die ungez&uuml;gelte Anwendung von Gewalt gegen diejenigen, die von den Kolonialisten als auf der anderen Seite dieser Teilung stehend angesehen wurden.<\/p><p>Die zehn Dasasila-Prinzipien von Bandung sind eine Weiterentwicklung der f&uuml;nf Panchsheel-Prinzipien, die China und Indien 1954 zur &Uuml;berwindung ihrer Differenzen aufgestellt hatten. Diese Grunds&auml;tze der &bdquo;friedlichen Koexistenz&rdquo; sprachen sich entschieden gegen den Aufbau von Milit&auml;rb&uuml;ndnissen und St&uuml;tzpunkten in ganz Asien und gegen die Androhung von Atomangriffen aus.<\/p><p>1956, vier Jahre nach dem Beitritt der T&uuml;rkei zur NATO, schrieb der t&uuml;rkische kommunistische Dichter Nazim Hikmet eine Elegie an ein siebenj&auml;hriges M&auml;dchen aus Hiroshima mit dem Titel &bdquo;Hiroshima-Kind&rdquo;, die vor allem durch die Zeile &bdquo;Wenn Kinder sterben, wachsen sie nicht&rdquo; bekannt wurde:<\/p><p>Alles, was ich brauche, ist, dass du heute f&uuml;r den Frieden<br>\nk&auml;mpfst, du k&auml;mpfst heute<br>\nDamit die Kinder dieser Welt<br>\nleben und wachsen und lachen und spielen k&ouml;nnen.<\/p><p>Das war die Essenz des Geistes von Bandung. So einfach war das.<\/p><p>Diese Essenz durchdringt die zehn Prinzipien, die im Abschlusskommuniqu&eacute; der Konferenz am 24. April 1955 ver&ouml;ffentlicht wurden:<\/p><ol>\n<li>Die Achtung der grundlegenden Menschenrechte sowie der Ziele und Grunds&auml;tze der Charta der Vereinten Nationen.<\/li>\n<li>Die Achtung der Souver&auml;nit&auml;t und territorialen Integrit&auml;t aller Nationen.<\/li>\n<li>Anerkennung der Gleichheit aller Ethnien und der Gleichheit aller gro&szlig;en und kleinen Nationen.<\/li>\n<li>Verzicht auf Intervention oder Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines anderen Landes.<\/li>\n<li>Achtung des Rechts jeder Nation, sich einzeln oder gemeinsam zu verteidigen, in &Uuml;bereinstimmung mit der Charta der Vereinten Nationen.<\/li>\n<li>(a) Verzicht auf die Anwendung von Vereinbarungen zur kollektiven Verteidigung, die den besonderen Interessen einer der Gro&szlig;m&auml;chte dienen.<br>\n        (b) Verzicht eines jeden Landes auf die Aus&uuml;bung von Druck auf andere L&auml;nder.\n    <\/li>\n<li>Verzicht auf Angriffshandlungen oder -drohungen oder die Anwendung von Gewalt gegen die territoriale Unversehrtheit oder politische Unabh&auml;ngigkeit eines Landes.<\/li>\n<li>Beilegung aller internationalen Streitigkeiten durch friedliche Mittel wie Verhandlungen, Schlichtung, Schiedsverfahren oder gerichtliche Beilegung sowie andere friedliche Mittel nach Wahl der Parteien in &Uuml;bereinstimmung mit der Charta der Vereinten Nationen.<\/li>\n<li>F&ouml;rderung der gegenseitigen Interessen und der Zusammenarbeit.<\/li>\n<li>Achtung des Rechts und der internationalen Verpflichtungen.[<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>]<\/li>\n<\/ol><p>Diese Grunds&auml;tze sprachen sich f&uuml;r eine internationale Ordnung aus, die in der UN-Charta (1945) verankert ist und die nicht auf der Bildung von Milit&auml;rbl&ouml;cken und dem Einsatz milit&auml;rischer Gewalt zur Gestaltung der Welt und zur Untergrabung der Souver&auml;nit&auml;t beruht. In seinen &Uuml;berlegungen zur Konferenz von Bandung vertrat Abdulgani die Ansicht, dass es sich um ein Forum handelte, in dem &bdquo;die Normen und Verfahren der heutigen internationalen Beziehungen festgelegt&rdquo; wurden, und dass sich die Konferenz f&uuml;r Koexistenz einsetzte und gegenseitige Zerst&ouml;rung und Vernichtung ablehnte.[<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>]<\/p><p>Bis 1955 hatten 76 L&auml;nder die UN-Charta unterzeichnet und sich so vertraglich verpflichtet. Ungef&auml;hr 80 Gebiete, darunter der gr&ouml;&szlig;te Teil des afrikanischen Kontinents und ein Gro&szlig;teil der pazifischen Inseln, blieben unter kolonialer Kontrolle.<\/p><p>Die UN-Charta war damals das wichtigste Konsensdokument der Welt und ist es auch heute noch. Als die L&auml;nder zwischen den sp&auml;ten 1950er- und den 1970er-Jahren ihre Unabh&auml;ngigkeit erlangten, traten sie den Vereinten Nationen als Vollmitglieder bei.<\/p><p>Der Geist von Bandung verbreitete sich schnell und landete in Kairo auf der &bdquo;Solidarit&auml;tskonferenz der afro-asiatischen V&ouml;lker&rdquo; 1957-1958, dann in Accra auf der &bdquo;Gesamtafrikanischen V&ouml;lkerkonferenz&rdquo; 1958 und schlie&szlig;lich in Tunis auf der &bdquo;Gesamtafrikanischen V&ouml;lkerkonferenz&rdquo; 1960, in Belgrad auf der &bdquo;Gipfelkonferenz der Staats- und Regierungschefs der Bewegung der Blockfreien&rdquo; 1961 und schlie&szlig;lich in Havanna auf der &bdquo;Trikontinentalen Konferenz&rdquo; 1966.<\/p><p>Auf jeder dieser Konferenzen wurden institutionelle Organe gegr&uuml;ndet: die &bdquo;Organisation f&uuml;r die Solidarit&auml;t der afro-asiatischen V&ouml;lker&rdquo;, die &bdquo;Bewegung der Blockfreien Staaten&rdquo; und die &bdquo;Organisation f&uuml;r die Solidarit&auml;t mit den V&ouml;lkern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas&rdquo;.<\/p><p>Im Mittelpunkt stand der Kampf gegen den Imperialismus, wobei der Schwerpunkt auf der nuklearen Bedrohung und der Abr&uuml;stung sowie der Erkenntnis lag, dass die Verschwendung von kostbarem gesellschaftlichen Reichtum f&uuml;r Waffen auf Kosten der Entwicklungsagenda geschieht. Diese Abw&auml;gung zwischen Kanonen und Butter stand im Mittelpunkt der &Uuml;berlegungen. Alle R&uuml;stungskontrollmechanismen, die sich in dieser Zeit entwickelten, wie etwa der &bdquo;Vertrag &uuml;ber das begrenzte Verbot von Atomtests&rdquo; von 1963, waren ein Produkt der Verhandlungen, die durch diese b&uuml;ndnisfreien Projekte von Staaten der Dritten Welt erzwungen wurden.[<a href=\"#foot_166\" name=\"note_16\">16<\/a>]<\/p><p><em><strong>Entwicklungspolitische Zusammenarbeit<\/strong><\/em><\/p><p>Neben dem Ruf nach Souver&auml;nit&auml;t und Frieden trug die &Auml;ra von Bandung auch den Keim f&uuml;r eine neue internationale Wirtschaftsordnung in sich. Die S&uuml;d-S&uuml;d-Zusammenarbeit war der klare Ruf von Bandung. Der erste Abschnitt des Abschlusskommuniqu&eacute;s war ganz der wirtschaftlichen Zusammenarbeit gewidmet und verdeutlichte den Wunsch nach wirtschaftlicher Entwicklung und technischer Hilfe.<\/p><p>Es wurde auch die Einrichtung eines Sonderfonds der Vereinten Nationen f&uuml;r wirtschaftliche Entwicklung gefordert, um Investitionen in diesen L&auml;ndern zu finanzieren. Da der Imperialismus die Kolonien nur als Standorte f&uuml;r die Produktion von Rohstoffen gesehen hatte, wurde die Notwendigkeit betont, die Rohstoffpreise zu stabilisieren und einheimische Kapazit&auml;ten zur Verarbeitung dieser Rohstoffe vor dem Export zu entwickeln.<\/p><p>Eine der nachhaltigen Auswirkungen der Konferenz von Bandung war ihr Einfluss auf die Gestaltung multilateraler Institutionen und Prozesse, die bis heute fortbestehen, wenn auch oft in abgeschw&auml;chter oder systemkonformer Form.[<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>]<\/p><p>Dazu geh&ouml;rt die Einrichtung des Sonderfonds der Vereinten Nationen f&uuml;r wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 1958, der sp&auml;ter in das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen im Jahr 1965 umgewandelt werden sollte. Au&szlig;erdem wurde 1964 die &bdquo;Konferenz der Vereinten Nationen f&uuml;r Handel und Entwicklung&rdquo; (UNCTAD) gegr&uuml;ndet, deren Vorschl&auml;ge f&uuml;r eine neue internationale Wirtschaftsordnung 1974 von der UN-Generalversammlung angenommen wurden.<\/p><p>Anl&auml;sslich des 60. Jahrestages der UNCTAD im Jahr 2024 erkl&auml;rte der stellvertretende Generalsekret&auml;r Pedro Manuel Moreno: &bdquo;In demselben Geist [wie die Konferenz von Bandung] wurde neun Jahre sp&auml;ter die Handels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen gegr&uuml;ndet.&rdquo;[<a href=\"#foot_18\" name=\"note_18\">18<\/a>]<\/p><p><em><strong>Eine Welt voller Putsche<\/strong><\/em><\/p><p>Wenige Wochen vor der Konferenz von Bandung, im April 1955, traf US-Au&szlig;enminister John Foster Dulles mit dem britischen Botschafter in den USA, Sir Roger Makins, zusammen. Dulles teilte Makins mit, dass er &uuml;ber die &bdquo;allgemeine Lage in Asien&rdquo; &bdquo;sehr deprimiert&rdquo; sei.<\/p><p>Diese &bdquo;Lage&rdquo; wurde durch eine Rede verk&ouml;rpert, die Jawaharlal Nehru, Indiens erster Premierminister nach der Unabh&auml;ngigkeit, am 31. M&auml;rz 1955 im indischen Parlament im Vorfeld des Treffens von Bandung hielt. Darin griff er die Seato als feindlichen Pakt an, die NATO, weil sie Portugal unterst&uuml;tzte, Goa in Indien zu halten, das Apartheid-Regime in S&uuml;dafrika und den Westen wegen seiner &bdquo;Einmischung&rdquo; in Westasien.<\/p><p>Nehrus Rede, so Dulles, habe &bdquo;den allgemeinen Standpunkt vertreten, dass die westliche Zivilisation gescheitert sei und eine neue Art von Zivilisation an ihre Stelle treten m&uuml;sse&rdquo;. Dies bedr&uuml;ckte Dulles, der die Bandung-Konferenz zu Fall bringen wollte, da sie, wie er sagte, &bdquo;von ihrer Natur und ihrem Konzept her antiwestlich&rdquo; war.[<a href=\"#foot_19\" name=\"note_19\">19<\/a>]<\/p><p>Putsche im Iran (1953) und in Guatemala (1954) k&uuml;ndeten die Weigerung des Westens an, den Aufbau einer neuen Weltordnung zuzulassen. Es folgte eine Reihe von Putschen in Afrika (gegen das kongolesische Volk 1961 und gegen das ghanaische 1966), Lateinamerika (gegen das brasilianische Volk 1964) und Asien (gegen das indonesische Volk 1965).<\/p><p>Jeder dieser vier Putsche bedeutete ein Epizentrum der imperialistischen Reaktion. Die neuen Milit&auml;rregime in diesen L&auml;ndern &uuml;bernahmen die Aufgabe, jegliche progressive Entwicklung auf dem gesamten Kontinent zu ersticken. Der Putsch in Indonesien, der die Ermordung von einer Million Kommunisten zur Folge hatte, war quasi die Rache f&uuml;r Bandung.[<a href=\"#foot_20\" name=\"note_20\">20<\/a>]<\/p><p><em>Zuerst erschienen in <a href=\"https:\/\/thetricontinental.org\/dossier-the-bandung-spirit\/\">Tricontinental: Institut f&uuml;r Sozialforschung,<\/a> Dossier Nr.87.<br>\nIns Deutsch &uuml;bersetzt von Elinor Winter, <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/275267\/der-geist-von-bandung-i\">Amerika21<\/a>.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: <a href=\"https:\/\/thetricontinental.org\/dossier-the-bandung-spirit\/\">The Tricontinental<\/a><\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=60434\">Das Fanal von Bandung<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=126644\">Interview mit Journalist Vincent Bevins: Der Westen und die blutige Spur der V&ouml;lkermorde von Indonesien bis Gaza<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=125410\">Die multilaterale Weltordnung ist im Entstehen begriffen<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95827\">Welche Rolle spielte die Bundesregierung bei der Ermordung von Hunderttausenden Kommunisten in Indonesien ab 1965?<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95717\">Stimmen aus Lateinamerika: Das Wiederaufleben der blockfreien &bdquo;Dritten Welt&ldquo;<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/ce7f3bc3d0a040cb8bd66c3dc4a3b928\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Sukarno, &lsquo;Opening address given by Sukarno (Bandung, 18 April 1955)&rsquo;, Asia-Africa Speak from Bandung (Djakarta: Ministry of Foreign Affairs, Republic of Indonesia, 1955), 19&ndash;29.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Roeslan Abdulgani, Bandung Spirit: Moving on the Tide of History (Djakarta: Prapantja, 1964) and The Bandung Connection: The Asia-Africa Conference in Bandung in 1955 (Singapore: Gunung Aguna, 1981), 89.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Die poetische Resolution wurde von dem sowjetischen Diplomaten Wassili Kusnezow formell der UN-Generalversammlung vorgelegt. Siehe Generalversammlung der Vereinten Nationen, Erkl&auml;rung &uuml;ber die Gew&auml;hrung der Unabh&auml;ngigkeit an koloniale L&auml;nder und V&ouml;lker (A\/RES\/1514), 14. Dezember 1960. Der damalige Pr&auml;sident der Generalversammlung war der irische Diplomat Frederick Boland. Bolands Tochter Eavan wurde eine ber&uuml;hmte Dichterin und ver&ouml;ffentlichte 1998 den Text &ldquo;Witness&rdquo;, der diese Zeilen enth&auml;lt: Was ist eine Kolonie wenn nicht die brutale Wahrheit, dass, wenn wir sprechen, die Gr&auml;ber sich &ouml;ffnen. Und die Toten wandeln?<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Abdulgani, The Bandung Connection, 11.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Die Gesamtdarstellung in diesem Dossier st&uuml;tzt sich stark auf Vijay Prashad, The Darker Nations: A People&rsquo;s History of the Third World (New York: The New Press, 2007) und The Poorer Nations: A Possible History of the Global South (Neu-Delhi: LeftWord, 2013). Es wird Teil der Grundlage f&uuml;r The Brighter Nations (2026) sein.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Richard Nixon, RN: The Memoirs of Richard Nixon (New York: Grosset and Dunlap, 1978), 136. Siehe auch Richard Nixon, &lsquo;Asia After Viet Nam&rsquo;, Foreign Affairs, 1 October 1967, <a href=\"https:\/\/www.foreignaffairs.com\/articles\/united-states\/1967-10-01\/asia-after-viet-nam\">foreignaffairs.com\/articles\/united-states\/1967-10-01\/asia-after-viet-nam<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Weitere Informationen zum Vertrag von San Francisco, siehe Tricontinental: Institute for Social Research, The New Cold War Is Sending Tremors through Northeast Asia, dossier no. 76, 21 May 2024, <a href=\"https:\/\/thetricontinental.org\/dossier-76-new-cold-war-northeast-asia\/\">thetricontinental.org\/dossier-76-new-cold-war-northeast-asia\/<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] F&uuml;r einen umfassenden &Uuml;berblick siehe John Foster Dulles, Policy for the Far East (Washington: US Government Publishing Office, 1958).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] &lsquo;Memorandum of a Conversation Between the Counsellor of the Department of State (MacArthur) and the British Ambassador (Makins), Department of State, Washington, February 29, 1956&rsquo;, US Department of State, Conference Files: Lot 62 D 181, CF 656, Secret; John P. Glennon, Edward C. Keefer, and David W. Mabon, eds., Foreign Relations of the United States, 1955&ndash;1957, East Asian Security; Cambodia; Laos, Volume XXI, (Washington: United States Government Printing Office, 1990), 180&ndash;181.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Su-kyoung Hwang, Korea&rsquo;s Grievous War (Philadelphia: University of Pennsylvania Press, 2016).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] I. F. Stone, The Hidden History of the Korean War, 1950&ndash;1951 (New York: Little Brown, 1969), 312.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] Auf einer Pressekonferenz am 15. M&auml;rz 1955 erl&auml;uterte John Foster Dulles die Doktrin der &bdquo;weniger-als-massiven Vergeltung&rdquo;. Sollte China in Formosa einmarschieren, so Dulles, w&uuml;rden die USA taktische Atomwaffen gegen die chinesischen Streitkr&auml;fte einsetzen. Siehe Elie Abel, &lsquo;Dulles Says US Pins Retaliation on Small A-Bomb&rsquo;, New York Times, 16 March 1955, <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/1955\/03\/16\/archives\/dulles-says-us-pins-retaliation-on-small-abomb-lessthanmassive.html\">nytimes.com\/1955\/03\/16\/archives\/dulles-says-us-pins-retaliation-on-small-abomb-lessthanmassive.html<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Siehe William Klingaman, David S. Patterson, und Ilana Stern, eds., Foreign Relations of the United States, 1955&ndash;1957, National Security Policy, Volume XIX (Washington: United States Government Printing Office, 1990), 61. Churchill&rsquo;s Tagebucheintragungen, siehe John Colville, The Fringes of Power: Downing Street Diaries, 1939&ndash;1955 (London: Hodder and Stoughton, 1985), 687. Weitergehendes zur Frage der nuklearen Vergeltung, siehe Matthew Jones, &lsquo;Targeting China: US Nuclear Planning the &ldquo;Massive Retaliation&rdquo; in East Asia, 1953&ndash;1955&rsquo;, Journal of Cold War Studies 10, no. 4 (Fall 2008): 37&ndash;65.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] Asia-Africa Speak from Bandung, 161&ndash;169.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] Abdulgani, Bandung Spirit, 72.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] So war beispielsweise L. C. N. Obi aus Nigeria eine wichtige, heute jedoch vergessene Figur in der Debatte um den Atomwaffensperrvertrag von 1968, w&auml;hrend Ismael Moreno Pino aus Mexiko der zentrale Verhandlungsf&uuml;hrer f&uuml;r den Vertrag &uuml;ber das Verbot von Atomwaffen in Lateinamerika und der Karibik von 1967 war, der als &bdquo;Tlatelolco-Vertrag&rdquo; bekannt ist und als erster eine atomwaffenfreie Zone einf&uuml;hrte.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] Gilbert Rist, The History of Development: From Western Origins to Global Faith (London: Zed Books, 2008).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_18\" name=\"foot_18\">&laquo;18<\/a>] Pedro Manuel Moreno, 60 years of UNCTAD: Charting a New Development Course in a Changing World, UN Trade and Development, 14 May 2024, <a href=\"https:\/\/unctad.org\/osgstatement\/60-years-unctad-charting-new-development-course-changing-world-session-1\">unctad.org\/osgstatement\/60-years-unctad-charting-new-development-course-changing-world-session-1<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_19\" name=\"foot_19\">&laquo;19<\/a>] John P., Harriet D. Schwar, and Louis J. Smith, eds., &lsquo;Memorandum of a Conversation, Department of State, Washington, April 7, 1955&rsquo;, in Foreign Relations of the United States, 1955&ndash;1957, China, Volume II (Washington: United States Government Printing Office, 1986), 454.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_20\" name=\"foot_20\">&laquo;20<\/a>] Alan Burns, der von 1941 bis 1947 Gouverneur der Goldk&uuml;ste und Nigerias war, wurde von 1947 bis 1956 zum st&auml;ndigen Vertreter von Gro&szlig;britannien im UN-Treuhandrat ernannt. Kurz nach seinem Ausscheiden aus der UNO ver&ouml;ffentlichte Burns ein Buch, in dem er auf Bandung einging und argumentierte, dass es &bdquo;den Groll der dunkleren V&ouml;lker gegen die Herrschaft der Welt durch die europ&auml;ischen Nationen&rdquo; repr&auml;sentiere. Siehe Alan Burns, In Defence of Colonies (London: George Allen and Unwin, 1957), 5. Mehr zum Putsch in Indonesien siehe Tricontinental: Institute for Social Research, The Legacy of Lekra: Organising Revolutionary Culture in Indonesia, dossier no. 35, December 2020, <a href=\"https:\/\/thetricontinental.org\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20210127_Dossier-35_EN_Web.pdf\">thetricontinental.org\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20210127_Dossier-35_EN_Web.pdf<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>70 Jahre nach der Konferenz von Bandung lohnt es sich zu fragen, ob ihr Geist noch intakt ist, wenn auch nur als &auml;therischer Nebel im Globalen S&uuml;den. Im Jahr 1955 trafen sich f&uuml;hrende Politiker der ehemaligen Kolonien des Globalen S&uuml;dens im indonesischen Bandung, um sich gemeinsam f&uuml;r nationale Befreiung und Zusammenarbeit einzusetzen. Gibt es 70<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=133785\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":133786,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,170,212],"tags":[1223,1519,2311,379,1487,3481,1426,1620,1792,2069,2147,3438,1556],"class_list":["post-133785","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-friedenspolitik","category-gedenktagejahrestage","tag-afrika","tag-atomwaffen","tag-befreiungsbewegungen","tag-china","tag-entwicklungshilfe","tag-friedliche-koexistenz","tag-hegemonie","tag-indonesien","tag-kolonialismus","tag-militaerstuetzpunkte","tag-sowjetunion","tag-un-charta","tag-usa"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/D87_1_Cover_Web_2.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/133785","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=133785"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/133785\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":133865,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/133785\/revisions\/133865"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/133786"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=133785"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=133785"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=133785"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}