{"id":134046,"date":"2025-06-05T15:00:46","date_gmt":"2025-06-05T13:00:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=134046"},"modified":"2025-06-06T07:18:08","modified_gmt":"2025-06-06T05:18:08","slug":"gala-der-skrupellosen-wie-renditejaeger-ungehemmt-und-ungestraft-die-erde-auspressen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=134046","title":{"rendered":"Gala der Skrupellosen \u2013 Wie Renditej\u00e4ger ungehemmt und ungestraft die Erde auspressen"},"content":{"rendered":"<p>Sie kaufen die Welt und die einfachen Menschen zahlen den Preis &ndash; mit ihrem Geld, ihrer Gesundheit, ihrem Leben. Bei der &bdquo;SuperReturn International&ldquo; versammelt sich die globale Clique der Finanzinvestoren f&uuml;nf Tage lang zur Nabelschau der Raubtierkapitalisten. Im Berliner Nobelhotel geht es um Lagebesprechung und Pl&auml;neschmieden, wie sich mit einem verheerenden Gesch&auml;ftsmodell noch mehr Leid, sprich noch mehr Profit produzieren l&auml;sst. Ein B&uuml;ndnis aus vier Organisationen protestiert &ndash; und ein Rockstar kollaboriert. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6768\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-134046-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250606_Gala_der_Skrupellosen_Wie_Renditejaeger_ungehemmt_und_ungestraft_die_Erde_auspressen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250606_Gala_der_Skrupellosen_Wie_Renditejaeger_ungehemmt_und_ungestraft_die_Erde_auspressen_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250606_Gala_der_Skrupellosen_Wie_Renditejaeger_ungehemmt_und_ungestraft_die_Erde_auspressen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250606_Gala_der_Skrupellosen_Wie_Renditejaeger_ungehemmt_und_ungestraft_die_Erde_auspressen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=134046-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250606_Gala_der_Skrupellosen_Wie_Renditejaeger_ungehemmt_und_ungestraft_die_Erde_auspressen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250606_Gala_der_Skrupellosen_Wie_Renditejaeger_ungehemmt_und_ungestraft_die_Erde_auspressen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Stephen Schwarzman ist, um es klar heraus zu sagen, ein Geldsack. Er scheffelt in einer Minute so viel Kohle, wie ein normaler Besch&auml;ftigter in Deutschland in einem Jahr verdient. Sein Gesamtverm&ouml;gen? Auch nicht normal! Nach Angaben der Wirtschaftszeitschrift <em>Forbes<\/em> bel&auml;uft es sich auf deutlich <a href=\"https:\/\/www.forbes.com\/profile\/stephen-schwarzman\/\">&uuml;ber 42 Milliarden Dollar<\/a> &ndash; Tendenz steigend. Gleichwohl d&uuml;rften den 78-J&auml;hrigen die allerwenigsten kennen, anders als etwa die Gr&uuml;nder und Chefs f&uuml;hrender Techkonzerne wie Jeffrey Bezos, Mark Zuckerberg oder Elon Musk. W&auml;hrend diese stets und gerne im Rampenlicht wandeln, agiert Schwarzman bevorzugt im &bdquo;Untergrund&ldquo;. Der US-Amerikaner ist Mitbegr&uuml;nder, Chairman und CEO von Blackstone, dem aktuell weltgr&ouml;&szlig;ten Finanzinvestor. Dessen Erfolgsrezept l&auml;sst sich auf die Formal herunterbrechen: Sorge daf&uuml;r, dass es m&ouml;glichst vielen und immer mehr Menschen schlecht geht, dann f&uuml;llt sich die Kasse.<\/p><p>Das ist nichts, womit man unbedingt hausieren geht. Aber ganz meiden l&auml;sst sich die &Ouml;ffentlichkeit eben auch nicht immer &ndash; dann zum Beispiel, wenn es gilt, mit seinesgleichen die n&auml;chsten Raubz&uuml;ge zu planen. Dieser Tage steigt in Berlin das, wie es hei&szlig;t, &bdquo;h&ouml;chste Forum f&uuml;r privates Kapital&ldquo; in der, wie der Gastgeber ebenso so unbescheiden plakatiert, &bdquo;Metropole des Privatkapitals&ldquo;. Vom 2. bis 6. Juni kommen mehr als 5.500 hochrangige Entscheidungstr&auml;ger und &uuml;ber 4.500 Finanzinvestoren aus &uuml;ber 70 L&auml;ndern zur <a href=\"https:\/\/informaconnect.com\/superreturn-international\/\">&bdquo;SuperReturn International&ldquo;<\/a> in der deutschen Hauptstadt zusammen. Um dabei sein zu d&uuml;rfen beim Stelldichein der Turbokapitalisten, w&uuml;rden <a href=\"https:\/\/taz.de\/Immobilienlobby-Treffen-in-Berlin\/!6087251\/\">6.000 Euro Teilnehmergeb&uuml;hr<\/a> f&auml;llig, wusste die <em>tageszeitung (taz)<\/em> im Vorfeld zu berichten. Das ist kaum mehr als ein Trinkgeld f&uuml;r einen Kreis an Gesch&auml;ftemachern, die laut Veranstalter Verm&ouml;genswerte von 50 Billionen Dollar repr&auml;sentieren.<\/p><p><strong>Kaufen, ausschlachten, losschlagen<\/strong><\/p><p>Gleichwohl herrsche gerade Krisenstimmung und sei zu bereden, wie man sich von der &bdquo;Flaute der vergangenen Jahre&ldquo; erholen kann, schrieb am Montag das <em>Handelsblatt<\/em> (hinter Bezahlschranke). Angesichts der unruhigen Zeiten &ndash; Donald Trump, Ukraine-Krieg, gestiegene Zinsen &ndash; sollen selbst die schlimmsten Hasardeure der Finanzwelt &bdquo;vorsichtig&ldquo; geworden sein. Allerdings bedeutet &bdquo;Vorsicht&ldquo; mitnichten weniger R&uuml;cksichtslosigkeit. Das Gesch&auml;ftsmodell von Finanzinvestoren, im Speziellen das sogenannter Private-Equity-Gesellschaften (PEG), besteht darin, im gro&szlig;en Stil Unternehmen aufzukaufen, sie auszuschlachten, zu filetieren, im Orwell-Sprech zu &bdquo;strukturieren&ldquo; und &bdquo;effizienter&ldquo; zu machen, um sie nach in der Regel f&uuml;nf bis sieben Jahren gewinnbringend zu ver&auml;u&szlig;ern. Dabei werden die Investoren, bei denen sie das Geld einsammeln, mit Renditen von 20 Prozent und mehr gelockt, und lange Zeit konnten die Versprechen auch eingehalten werden.<\/p><p>Nach Zahlen der Unternehmensberatung Bain &amp; Company besa&szlig;en Finanzinvestoren Ende 2024 weltweit 29.000 Firmen. Allerdings begn&uuml;gen sie sich l&auml;ngst nicht mehr mit Start-ups und klassischen Unternehmen aus dem produzierenden oder Dienstleistungsgewerbe. Vielmehr dringen sie immer st&auml;rker in Bereiche der &ouml;ffentlichen Daseinsvorsorge vor und dabei mit Vorliebe in den Gesundheitssektor. Ein B&uuml;ndnis, bestehend aus der B&uuml;rgerbewegung Finanzwende, der Gewerkschaft ver.di, der Arbeitsgemeinschaft b&auml;uerliche Landwirtschaft (AbL) und dem Deutschen Mieterbund (MDB) betreibt anl&auml;sslich der &bdquo;SuperReturn&ldquo; mit erhellendem <a href=\"https:\/\/www.verdi.de\/themen\/politik-wirtschaft\/++co++02e4d24e-3f99-11f0-bb0f-f3c9a281b12c\">Pressematerial<\/a> Aufkl&auml;rungsarbeit.<\/p><p><strong>Beste Beute mit der Pflege<\/strong><\/p><p>Beispiel Alloheim: Die Pflegeheimkette mit Sitz in D&uuml;sseldorf befindet sich seit 2017 im Besitz der schwedischen Nordic Capital, davor geh&ouml;rte sie schon einmal Star Capital und Carlyle, ebenfalls zwei gro&szlig;e Tiere im Private-Equity-Business. Die &Uuml;bernahme durch die Skandinavier wurde im Wesentlichen auf Pump gestemmt, woraufhin allein zehn Prozent des Umsatzes direkt in die Schuldentilgung flossen. Zudem musste Alloheim fast s&auml;mtliche seiner Immobilien losschlagen und mietet sie nun teuer zur&uuml;ck. Das alles, gerade auch die enormen Aussch&uuml;ttungen an die Geldgeber, muss irgendwie &bdquo;gegenfinanziert&ldquo; werden, und hier kommen die Besch&auml;ftigten ins Spiel. &Uuml;blich sind in der Pflege Personalkosten im Verh&auml;ltnis zum Gesamtumsatz von &uuml;ber 70 Prozent. Bei Alloheim sind es blo&szlig; 55 Prozent.<\/p><p>&bdquo;Nicht die Pflege, sondern die Rendite steht im Zentrum dieses Systems&ldquo;, bilanziert das B&uuml;ndnis. W&auml;hrend die Manager im Geld schw&auml;mmen, k&auml;mpften Pflegekr&auml;fte um faire Arbeitsbedingungen und Bewohner um eine w&uuml;rdevolle Versorgung. Nach einer <a href=\"https:\/\/www.boeckler.de\/fpdf\/HBS-008874\/p_fofoe_WP_327_2024.pdf\">Erhebung<\/a> der gewerkschaftsnahen Hans-B&ouml;ckler-Stiftung geh&ouml;rten 2022 rund 30 Prozent der Pflegeheimpl&auml;tze hierzulande Private Equities. Die Akteure kaufen sich zudem vermehrt in Arztpraxen, Kliniken und sogenannte Medizinische Versorgungszentren (MVZ) ein. &bdquo;Vorbildlich&ldquo; sind hier wie so oft die USA. Dort w&uuml;rden in den gekaperten Krankenh&auml;usern &bdquo;St&uuml;rze, Sepsisf&auml;lle und Wundinfektionen&ldquo; messbar zunehmen, und in privatisierten Pflegeeinrichtungen sei sogar die Sterblichkeitsrate gestiegen.<\/p><p><strong>Heizen gegen soziale K&auml;lte<\/strong><\/p><p>F&uuml;rs gro&szlig;e Geld geht manch einer mithin &uuml;ber Leichen. Wobei wohl die wenigsten der Anleger &uuml;berhaupt wissen d&uuml;rften, was ihr Kapital so alles anrichtet. Der moderne Finanzkapitalismus ist so sch&ouml;n anonym und keimfrei. Er vernichtet Existenzen en masse, aber die Profiteure kriegen es gar nicht mit. Fr&uuml;her musste man als Fabrikant noch mitansehen, wie sich die Malocher an den Hoch&ouml;fen die Gesichter versengten. Heute streicht der Rentier die Rendite ein und spendet gener&ouml;s an UNICEF, derweil Kinder in afrikanischen Kobaltminen Gesundheit und Leben verlieren und der Fondsmanager den Super Return einf&auml;hrt. Als solcher wird ein Gewinn bezeichnet, der alle Erwartungen &uuml;bersteigt. Und in Berlin huldigt man den niedersten Instinkten noch bis Freitag bei der Festgala der Skrupellosigkeit.<\/p><p>Die bekommt auch der einfache Gaskunde zu sp&uuml;ren. Wie B&uuml;ndnisvertreter am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz aufzeigten, ver&auml;u&szlig;ern immer mehr Immobilienbesitzer die Heizanlagen ihrer H&auml;user an sogenannte Contracting-Firmen, die wiederum die W&auml;rme &uuml;ber die Nebenkosten an die Mieter verkaufen. Dabei kalkulierten sie &bdquo;wenig transparent und schlagen saftige Gewinnmargen auf&ldquo;. Hinter besagten Unternehmen, hierzulande etwa Ista und Techem, die gemeinsam &uuml;ber 50 Prozent des Marktes beherrschen, stehen vielfach Private-Equity-Gesellschaften. Dabei sei Techem quasi der &bdquo;Wanderpokal&ldquo; der Szene. Der Anbieter wird von einem zum n&auml;chsten Akteur gereicht und die Spirale der Abzockerei mit jeder Transaktion weitergedreht. Auch der n&auml;chstgr&ouml;&szlig;ere Player, die Getec Group, ging vom Finanzinvestor EQT an den JP Morgan Infrastructure Fund &uuml;ber.<\/p><p><strong>Schneeballsystem<\/strong><\/p><p>Das Beispiel mache deutlich, &bdquo;wie tief Finanzinvestoren mittlerweile in weite Teile des Wohnungsmarktes vorgedrungen sind&ldquo; und wie sie die allgemeine Notlage versch&auml;rften. Franz Michel vom Deutschen Mieterbund wies auf das Gebaren der Adler Group hin. Die sei bekannt daf&uuml;r, ihre Immobilienbest&auml;nde &bdquo;systematisch verkommen zu lassen&ldquo;, um Kosten zu sparen. Bei der &Uuml;bernahme von Deutsche Wohnen durch Europas Marktf&uuml;hrer Vonovia vor wenigen Monaten habe sich dieser durch Nutzen einer Gesetzesl&uuml;cke die Grunderwerbssteuer gespart. Mit Tricksereien w&uuml;rden im Sinne der Profitmaximierung systematische Mieterh&ouml;hungen durchgesetzt und Reglementierungen umgangen, f&uuml;hrte Michel aus. Das treffe vor allem auf Sozialwohnungen zu, die eigentlich Mietpreise regulieren sollten.<\/p><p>Wie <em>Welt-Online <\/em>(hinter Bezahlschranke) zu Wochenanfang schrieb, ist das Weiterreichen von Unternehmen innerhalb der Branche inzwischen eine g&auml;ngige Masche, um der Krise zu begegnen. Die h&ouml;heren Zinsen machten es demnach schwieriger, die Renditeversprechen zu erf&uuml;llen, weshalb Finanzinvestoren &bdquo;sich zunehmend von sich selbst ern&auml;hren&ldquo;. So verkauften sie von ihnen &uuml;bernommene Firmen &bdquo;schon seit Jahren auffallend h&auml;ufig an andere Private-Equity-Gesellschaften, die ihre Wertsteigerungsk&uuml;nste dann an einem eigentlich bereits durchoptimierten Unternehmen erproben k&ouml;nnen&ldquo;. Immer h&auml;ufiger legt ein und derselbe Anbieter sogar einen neuen Fonds auf, der das Portfolio eines ausgelaufenen Fonds schluckt. Nicht allen Geldgebern schmeckt das. Schon 2022 h&auml;tten Vertreter gro&szlig;er Verm&ouml;gensverwalter kundgetan, dass sie die Praktiken zunehmend an ein &bdquo;Schneeballsystem&ldquo; erinnerten, hei&szlig;t es in dem Beitrag. Die Fortsetzungsfonds seien &bdquo;der gr&ouml;&szlig;te Schwindel &uuml;berhaupt&ldquo;, wird der &auml;gyptische Milliard&auml;r Nassef Sawiris zitiert.<\/p><p><strong>Heuschrecken hereinspaziert<\/strong><\/p><p>Merke: Solange beim Geldauspressen der kleinen Leute die Profite sprudeln, ist alles prima. Aber sobald es einmal hakt, wittern die Absahner Betrug. Dabei ist das Treiben von Finanzinvestoren seit jeher nichts weniger als &bdquo;kriminell&ldquo;, nicht im juristischen Sinne, denn die Regeln und Gesetze besorgt die Finanzlobby. Und wenn doch gegen Recht und Ordnung versto&szlig;en wird, wie es h&auml;ufig und systematisch geschieht, versagt die Strafverfolgung. Vor ziemlich genau 20 Jahren hatte Franz M&uuml;ntefering als damaliger SPD-Vorsitzender die Verheerungen durch Private Equity mit denen durch &bdquo;Heuschrecken&ldquo; verglichen &ndash; und lag damit sehr richtig. Dass die Diskussion rasch ausklang und nicht einmal nach der globalen Finanzkrise 2008 wieder auflebte, mag die Einflussmacht der Branche verdeutlichen und die Willf&auml;hrigkeit, mit der die Politik den Akteuren noch jede T&uuml;r zu praktisch allen Sph&auml;ren der Gesellschaft aufgesperrt hat.<\/p><p>Wer ahnt zum Beispiel, dass die gro&szlig;en deutschen Nachhilfeanbieter (Sch&uuml;lerhilfe, Studienkreis) die Beute von Renditej&auml;gern geworden sind, Stichwort <a href=\"https:\/\/www.stern.de\/wirtschaft\/nachhilfe--das-geschaeft-mit-den-schlechten-noten-33881678.html\">&bdquo;Sechs sells&ldquo;<\/a>, oder dass heutzutage immer mehr Agrarland in die H&auml;nde von Finanzdienstleistern wandert, weil &uuml;ppige Subventionen und hohe Pachteinnahmen es so attraktiv machen. Ein bevorzugtes Mittel der Wahl sind sogenannte Share Deals. &bdquo;Dabei kaufen sie nicht das Land direkt, sondern Anteile an Unternehmen, die das Land besitzen&ldquo;, schreibt das B&uuml;ndnis aus Finanzwende, ver.di., Mieterbund und AbL. &bdquo;So umgehen sie die Grunderwerbssteuer.&ldquo; So habe sich der Versicherer M&uuml;nchener R&uuml;ck, &bdquo;ein Stammgast bei der SuperReturn&ldquo;, 2015 auf diesem Weg 2.300 Hektar Land gesichert. &bdquo;Die Folge: Sch&auml;tzungsweise 1,8 Millionen Euro an Steuereinnahmen entgingen dem Staat. Inzwischen geh&ouml;ren diese Fl&auml;chen bereits dem n&auml;chsten Finanzinvestor.&ldquo; Und nat&uuml;rlich zahlt am Ende auch der Verbraucher die Zeche &ndash; durch steigende Lebensmittelpreise.<\/p><p><strong>Bono gibt den Hofnarren<\/strong><\/p><p>Am Dienstag schlugen die vier B&uuml;ndnisorganisationen mit einer Protestaktion vor dem Berliner Interconti-Hotel auf. &bdquo;Den Preis f&uuml;r diese Gesch&auml;fte zahlen wir alle&ldquo;, bekr&auml;ftigte dabei Jorim Gerrard, Experte f&uuml;r Finanzsystem und Realwirtschaft bei Finanzwende. Finanzinvestoren wirkten wie &bdquo;Ungleichheitsmaschinen, sie verschieben Reichtum systematisch von unten nach oben&ldquo;. Und sie handelten nicht mit Spielgeld, &bdquo;sondern mit den Lebensumst&auml;nden echter Menschen&ldquo;. Aber man k&ouml;nne die Branche in die Schranken weisen, &bdquo;wenn gen&uuml;gend Menschen das wollen&ldquo;, glaubt Gerrard. Ein Rezept w&auml;re es f&uuml;r ihn, Aussch&uuml;ttungen von Renditen gesetzlich zu begrenzen.<\/p><p>Warum so zimperlich? Wieso nicht gleich das ganze Gesch&auml;ftsmodell verbieten? Regierende k&ouml;nnten das, zum Wohle der Allgemeinheit. Man m&uuml;sste ihnen nur Beine machen. Und Bono gleich mit. Der S&auml;nger der Kultband U2 darf bei der &bdquo;SuperReturn&ldquo; am Donnerstag einen Vortrag halten &ndash; irgendwas zu &bdquo;langj&auml;hriges Vertrauen in die Macht der Gesch&auml;ftswelt, Entwicklung voranzutreiben&ldquo;. So kann man sich t&auml;uschen (lassen). Der irische Rocker wird gemeinhin als rastloser Weltverbesserer gehandelt. Hofnarr trifft es, zumindest bei diesem Auftritt, besser.<\/p><p><small>Titelbild: Stokkete \/ Shutterstock<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/451560468e9d459791af01e2cee3a2c3\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie kaufen die Welt und die einfachen Menschen zahlen den Preis &ndash; mit ihrem Geld, ihrer Gesundheit, ihrem Leben. Bei der &bdquo;SuperReturn International&ldquo; versammelt sich die globale Clique der Finanzinvestoren f&uuml;nf Tage lang zur Nabelschau der Raubtierkapitalisten. Im Berliner Nobelhotel geht es um Lagebesprechung und Pl&auml;neschmieden, wie sich mit einem verheerenden Gesch&auml;ftsmodell noch mehr Leid,<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=134046\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":134049,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,136,28,211],"tags":[282,984,1302,292,1031,1455,780,1142],"class_list":["post-134046","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-banken-boerse-spekulation","category-privatisierung","category-veranstaltungshinweiseveranstaltungen","tag-buergerproteste","tag-blackstone","tag-daseinsvorsorge","tag-finanzkasino","tag-investmentfonds","tag-private-equity","tag-schneeballsystem","tag-wohnungswirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250603-SuperReturn.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/134046","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=134046"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/134046\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":134066,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/134046\/revisions\/134066"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/134049"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=134046"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=134046"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=134046"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}