{"id":134122,"date":"2025-06-08T14:00:26","date_gmt":"2025-06-08T12:00:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=134122"},"modified":"2025-06-08T03:54:17","modified_gmt":"2025-06-08T01:54:17","slug":"debattenbeitrag-kapitalismus-und-autoritarismus-im-venezuela-von-maduro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=134122","title":{"rendered":"Debattenbeitrag: Kapitalismus und Autoritarismus im Venezuela von Maduro"},"content":{"rendered":"<p>Repression und Bereicherung statt Umverteilung: Pr&auml;sident Nicol&aacute;s Maduro hat ein autorit&auml;res System im B&uuml;ndnis mit dem Kapital etabliert, argumentiert der US-amerikanische Associate Professor f&uuml;r Lateinamerikastudien und Soziologie an der State University of New York in Albany, <strong>Gabriel Hetland<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<em>Anmerkung der Redaktion: Auf diesen Artikel folgt ein Beitrag des Politikwissenschaftlers Steve Ellner, in dem dieser auf die Kritiken Gabriel Hetlands an der Regierung Maduro reagiert. Er wird n&auml;chstes Wochenende ver&ouml;ffentlicht werden. <\/em><\/p><p>Am 10. Januar 2025 begann Nicol&aacute;s Maduro seine dritte sechsj&auml;hrige Amtszeit als Pr&auml;sident Venezuelas. In seiner Antrittsrede erkl&auml;rte er: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ich war nie und werde niemals Pr&auml;sident der Oligarchien, der reichsten Familien, der Suprematisten oder der Imperialisten sein. Ich habe nur einen Herrn: das einfache Volk.&rdquo;[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]\n<\/p><\/blockquote><p>Diese Rhetorik sowie seine F&auml;higkeit, jahrelangen Umsturzversuchen der USA standzuhalten, haben Maduro beachtliche Unterst&uuml;tzung in Teilen der globalen Linken eingebracht. Seit seiner ersten Wahl 2013 nach dem Tod seines Vorg&auml;ngers Hugo Ch&aacute;vez profitiert Maduro vom Erbe der Bolivarischen Revolution. In deren Bl&uuml;tezeit (2003 bis 2011) ging die Armut um 30 Prozent zur&uuml;ck, die extreme Armut sogar um 71 Prozent. Die soziale Ungleichheit nahm deutlich ab (der Gini-Koeffizient Venezuelas, ein statistisches Ma&szlig; f&uuml;r die Ungleichheit innerhalb einer Bev&ouml;lkerung, sank von 0,5 auf 0,4), und es kam zu einem bemerkenswerten, wenn auch widerspr&uuml;chlichen Prozess der Erm&auml;chtigung der Bev&ouml;lkerung.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]&nbsp;Bekannte Linke wie Vijay Prashad, Manolo De Los Santos und der Podemos-Mitbegr&uuml;nder Juan Carlos Monedero verteidigen Maduro als demokratisch, revolution&auml;r und antiimperialistisch.[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]&nbsp;Auch andere Linke, etwa Steve Ellner, &auml;u&szlig;erten sich &auml;hnlich, wenn auch mit Einschr&auml;nkungen.[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]&nbsp;Doch ist diese Verteidigung gerechtfertigt? Ist Maduro ein antiimperialistischer Revolution&auml;r mit demokratischer Legitimation?<\/p><p>Eine genaue Analyse von Maduros Handlungen zeigt, dass diese Sichtweise nicht haltbar ist. Tats&auml;chlich ist seine Herrschaft gepr&auml;gt von einem zunehmend repressiven Autoritarismus und einem r&auml;uberischen Kapitalismus. Maduros Autoritarismus hat gro&szlig;e Aufmerksamkeit erregt, ebenso wie die humanit&auml;re Krise, die sich unter seiner F&uuml;hrung in den letzten zehn Jahren entfaltet hat. Weniger beachtet wurde der Wandel in Maduros Klassenbasis, weg von den Arbeitern und unteren Bev&ouml;lkerungsschichten hin zum Kapital. Die Au&szlig;enpolitik Maduros weist weiterhin Spuren von Antiimperialismus auf, aber selbst diese sind sehr begrenzt. Das hat dazu gef&uuml;hrt, dass sich gro&szlig;e Teile der Linken, sowohl im globalen Norden als auch in Lateinamerika und Venezuela selbst, zunehmend von Maduro distanzieren.<\/p><p>Der vorliegende Artikel gliedert sich in drei Teile: Teil 1 analysiert Maduros autorit&auml;re Machtkonsolidierung, die teils mit dem Schutz der Errungenschaften der Bolivarischen Revolution begr&uuml;ndet wurde. Teil 2 zeigt die Schw&auml;chen dieser Position anhand des Aufstiegs eines r&auml;uberischen Kapitalismus unter Maduro. Teil 3 reflektiert &uuml;ber die weiterreichenden Lehren dieses Falles.<\/p><p><strong>Konsolidierung des Autoritarismus<\/strong><\/p><p>Obwohl Maduro von einem &uuml;berraschend gro&szlig;en Teil der globalen Linken weiterhin als demokratisch legitimierter Staatschef angesehen wird, sind die Belege f&uuml;r den autorit&auml;ren Wandel Venezuelas unter seiner F&uuml;hrung &uuml;berw&auml;ltigend. Dieser Wandel setzte haupts&auml;chlich nach den Parlamentswahlen 2015 ein, bei denen die Opposition zur regierenden Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) eine Zwei-Drittel-Mehrheit errang. Anstatt sich mit der sich versch&auml;rfenden Wirtschaftskrise zu befassen &ndash; die 2013 einsetzte und durch anhaltende Rezession, weit verbreitete Versorgungsengp&auml;sse und zunehmende Verelendung gekennzeichnet war &ndash;, konzentrierte sich die von der Opposition kontrollierte Nationalversammlung darauf, Maduro abzusetzen, unter anderem mittels eines Abwahlreferendums. Der Nationale Wahlrat, der die Wahlen &uuml;berwacht, setzte das Referendum im Oktober 2016 aus und verschob wenig sp&auml;ter die f&uuml;r Dezember geplanten Regionalwahlen auf das Jahr 2017. Im M&auml;rz 2017 l&ouml;ste der Oberste Gerichtshof &ndash; der wie auch der Wahlrat klar auf Maduros Linie agiert &ndash; die Nationalversammlung auf, was zu monatelangen, teils gewaltsamen Protesten f&uuml;hrte, bei denen Dutzende Demonstrierende und Sicherheitskr&auml;fte ums Leben kamen. Die drei aussichtsreichsten Oppositionskandidaten wurden von der Pr&auml;sidentschaftswahl 2018 ausgeschlossen. Der verbleibende f&uuml;hrende Oppositionskandidat Henri Falc&oacute;n &ndash; ein ehemaliger Chavist &ndash; wurde von den USA mit Sanktionen belegt. Viele waren der Ansicht, dass Falc&oacute;n Maduro h&auml;tte schlagen k&ouml;nnen, wenn sich die Opposition hinter ihn gestellt und die Wahl nicht weitgehend boykottiert h&auml;tte. Maduro ging als Sieger hervor, jedoch unter Bedingungen, die klar von freien und fairen Wahlen entfernt waren &ndash; bedingt durch das Vorgehen sowohl Maduros als auch der USA. So verh&auml;ngten die USA im August 2017 scharfe Sanktionen gegen Venezuelas internationale Finanztransaktionen, was den Beginn von Pr&auml;sident Donald Trumps &bdquo;Maximaldruck&rdquo;-Kampagne zum Sturz Maduros markierte.<\/p><p>Ab 2019 sah sich Maduro neuen Herausforderungen gegen&uuml;ber, als der von den USA unterst&uuml;tzte Oppositionsf&uuml;hrer Juan Guaid&oacute; sich selbst zum Pr&auml;sidenten erkl&auml;rte &ndash; ein Schritt, der in enger Abstimmung mit der US-Regierung erfolgte, die ihn umgehend anerkannte und Sanktionen gegen Venezuelas &Ouml;lsektor verh&auml;ngte, um Maduro zum R&uuml;cktritt zu zwingen. Guaid&oacute;, Mitglied der rechtsgerichteten Oppositionspartei Voluntad Popular (Volkswille), die von seinem Mentor Leopoldo L&oacute;pez gegr&uuml;ndet wurde, genoss zun&auml;chst die Unterst&uuml;tzung von &uuml;ber 60 Prozent der Venezolaner.[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] Doch diese Unterst&uuml;tzung schwand, als Guaid&oacute; eine Reihe zunehmend verzweifelter Schritte unternahm &ndash; darunter ein gescheiterter Versuch, im April 2019 einen Milit&auml;rputsch anzuzetteln, sowie die Unterst&uuml;tzung und teilweise Finanzierung einer im Mai 2020 durch US-S&ouml;ldner durchgef&uuml;hrten, grotesk ineffektiven Invasion auf dem Seeweg. W&auml;hrend Guaid&oacute;s &bdquo;Interimsregierung&rdquo;&nbsp;wurde Maduro mit weiteren l&auml;hmenden Sanktionen konfrontiert. Die Folge war eine massive Auswanderungswelle, die Anfang 2025 fast acht Millionen Menschen &ndash; rund ein Viertel der Bev&ouml;lkerung &ndash; erfasst hatte.<\/p><p>Nach dem Scheitern Guaid&oacute;s schlug die Opposition eine neue Strategie f&uuml;r die Pr&auml;sidentschaftswahl im Juli 2024 ein. Joe Biden lockerte 2023 einige Sanktionen im Gegenzug f&uuml;r Maduros Zusage, der Opposition eine st&auml;rkere Beteiligung an den Wahlen zu erm&ouml;glichen. Die ultrarechte&nbsp;Politikerin Mar&iacute;a Corina Machado gewann im Oktober 2023 die Vorwahl der Opposition mit Leichtigkeit, wurde jedoch wegen ihrer Unterst&uuml;tzung der US-Sanktionen und Korruptionsvorw&uuml;rfen von einer Kandidatur ausgeschlossen. Biden kritisierte dieses Verbot und reduzierte daraufhin im April 2024 die gew&auml;hrte Sanktionslockerung. Machado unterst&uuml;tzte daraufhin Edmundo Gonz&aacute;lez, der zum gemeinsamen Oppositionskandidaten wurde.<\/p><p>Die Wahlen im Juli 2024 verliefen weitgehend friedlich, doch schon bald nach Schlie&szlig;ung der Wahllokale traten Probleme auf. Mit angeblich &uuml;ber 80 Prozent der ausgez&auml;hlten Stimmen erkl&auml;rte der Nationale Wahlrat Maduro zum Sieger, obwohl die Zahl der ausstehenden Stimmen mit zwei Millionen weit &uuml;ber dem angeblichen Vorsprung Maduros von 800.000 Stimmen lag. Die Opposition sprach von Wahlbetrug und sammelte Beweise in Form von Papierstimmzetteln, die belegen sollten, dass Gonz&aacute;lez einen Erdrutschsieg errungen hatte. Die Regierung behauptete, ein Hackerangriff habe die Ver&ouml;ffentlichung detaillierter Ergebnisse auf Wahllokalebene verhindert, und ignorierte wiederholte Forderungen von Venezolanern, ausl&auml;ndischen Regierungen &ndash; darunter den fr&uuml;heren Maduro-Verb&uuml;ndeten Kolumbien und Brasilien &ndash; sowie zahllosen Graswurzelinitiativen und Menschenrechtsorganisationen die vollst&auml;ndigen Wahlergebnisse offenzulegen.<\/p><p>Die weit verbreitete &Uuml;berzeugung, Maduro habe die Wahl gestohlen, f&uuml;hrte zu fast 1.000 Protesten im ganzen Land, insbesondere in Armenvierteln (Barrios).[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]&nbsp;Die Regierung reagierte mit brutaler Repression und verhaftete rund 2.000 Demonstrierende &ndash; genaue Zahlen variieren je nach Quelle &ndash;, vor allem in den Barrios. Dies reiht sich ein in ein &uuml;bergeordnetes Muster, bei dem die staatlichen Sicherheitskr&auml;fte gezielt gegen die Barrios Venezuelas vorgehen &ndash; insbesondere gegen dort lebende M&auml;nner mit dunkler Hautfarbe. Dies wurde als eine Form der sozialen Kontrolle interpretiert, die darauf abzielt, abweichende Meinungen in der Bev&ouml;lkerung einzuschr&auml;nken, da diese dem Image der Regierung bei den linken Anh&auml;ngern im Ausland schaden und bedrohlich sind, da die Opposition gegen Ch&aacute;vez und Maduro bis vor Kurzem haupts&auml;chlich aus der Mittel- und Oberschicht bestand.<\/p><p>In den Wochen vor Maduros Amtseinf&uuml;hrung 2025 setzte eine neue Repressionswelle ein, unter anderem wurde Enrique M&aacute;rquez verhaftet &ndash; ehemaliger Vizepr&auml;sident des Nationalen Wahlrats und Oppositionskandidat bei der Wahl vom 28. Juli 2024. Die Kommunistische Partei Venezuelas und zahlreiche linke Organisationen, darunter die&nbsp;Demokratische Volksfront, deren Mitglied M&aacute;rquez ist, verurteilten seine Verhaftung.[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]<\/p><p>Angesichts der anhaltenden Verwendung linker und revolution&auml;rer Rhetorik ist das Vorgehen der Regierung Maduro gegen venezolanische Linke bemerkenswert. Die Regierung intervenierte in die Kommunistische Partei Venezuelas und attackierte andere dissidente linke Gruppierungen, die lange Zeit den Chavismus unterst&uuml;tzt hatten und Teil der chavistischen Koalition waren &ndash; darunter die Tupamaros, die Wahlbewegung des Volkes (Movimiento Electoral del Pueblo) und die Partei Vaterland f&uuml;r Alle (Patria Para Todos). Nach der Wahl im Juli 2024 entstand mit der Demokratischen Volksfront ein neues B&uuml;ndnis aus linken und gem&auml;&szlig;igten Parteien. Dieses B&uuml;ndnis schloss sich den Forderungen der&nbsp;Menschenrechtsorganisation Surgentes, der (nicht intervenierenden) Kommunistischen Partei Venezuelas, der B&uuml;rgerplattform zur Verteidigung der Verfassung und dem Nationalen Unabh&auml;ngigen Autonomen Arbeiter-Koordinationskomitee an und prangerte die vom Maduro-Regime im Januar 2025 ausgel&ouml;ste Repressionswelle an, die sich besonders gegen linke und dissidente arbeiternahe Organisationen richtete.[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>]&nbsp;Gemeinsam mit der im Dezember 2024 gegr&uuml;ndeten Organisation Comunes, die sich selbst als &bdquo;neue politische Str&ouml;mung der popul&auml;ren Linken&rdquo;&nbsp;bezeichnet, deutet dies auf einen wachsenden linken Widerspruch gegen Maduros autorit&auml;ren Kurs hin.[<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>]<\/p><p>Linke Analysten wie Steve Ellner haben manche von Maduros repressiven Ma&szlig;nahmen (insbesondere gegen die politische Rechte) mit Vorbehalten unterst&uuml;tzt und sie als ein &bdquo;Ablegen der Samthandschuhe&rdquo;&nbsp;beschrieben.[<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>]&nbsp;Das dahinterstehende Argument, das auch in den Aussagen anderer Maduro-freundlicher Stimmen mitschwingt, lautet sinngem&auml;&szlig;: Maduro sei das letzte Bollwerk gegen den US-Imperialismus in Lateinamerika und die beste Hoffnung f&uuml;r eine progressive Umverteilung innerhalb Venezuelas. Daher sei es zwar bedauerlich, dass Maduro repressiv vorgeht (&bdquo;die Samthandschuhe ausziehen&rdquo;), doch sei dies mehr oder weniger gerechtfertigt. Eine genaue Analyse der Wirtschaftspolitik Maduros in den letzten Jahren legt jedoch nahe, dass diese Position empirisch nicht belegt ist.<\/p><p><strong>Maduros r&auml;uberischer Kapitalismus<\/strong><\/p><p>In seiner Antrittsrede 2025 sprach Maduro 90 Minuten lang zu seinen G&auml;sten. Auff&auml;llig: Nur zwei lateinamerikanische Pr&auml;sidenten &ndash; Daniel Ortega aus Nicaragua und Miguel D&iacute;az-Canel aus Kuba &ndash; waren anwesend. Fr&uuml;here Verb&uuml;ndete wie Luiz In&aacute;cio Lula da Silva (Brasilien) und Gustavo Petro (Kolumbien), die mittlerweile zu scharfen Kritikern geworden sind, blieben der Zeremonie fern. Sie hatten die mangelnde Transparenz der Wahl 2024 deutlich kritisiert, aber aus strategischen Gr&uuml;nden auf einen vollst&auml;ndigen Bruch mit Maduro verzichtet &ndash; anders als der linke chilenische Pr&auml;sident Gabriel Boric, der Maduro offen als Diktator bezeichnete. Eine Analyse von Maduros Ansprache zeigt, wie sehr sich seine Regierung seit dem Amtsantritt ver&auml;ndert hat, als er noch leidenschaftlich von Sozialismus sprach und sich h&auml;ufig auf Ch&aacute;vez bezog. Bei seiner j&uuml;ngsten Rede erw&auml;hnte er nicht ein einziges Mal den Sozialismus. &Uuml;ber Ch&aacute;vez sprach Maduro nur wenige Male und erw&auml;hnte Sim&oacute;n Bol&iacute;var ebenso h&auml;ufig oder sogar h&auml;ufiger. Basisbewegungen erw&auml;hnte er einige wenige Male und stellte sich als &bdquo;Arbeiterpr&auml;sident&rdquo; dar. Aber eine der bemerkenswertesten und leidenschaftlichsten Zeilen der Rede war Maduros ausdr&uuml;ckliche Einladung an die Kapitalistenklasse, mit seiner Regierung zusammenzuarbeiten:<\/p><p>&bdquo;Ich m&ouml;chte eine sehr klare Botschaft an alle Gesch&auml;ftsleute Venezuelas senden, an alle Unternehmerinnen und Unternehmer, an alle, die im Handel und in der Wirtschaft t&auml;tig sind: Wir haben den Plan, wir haben das Fundament gelegt, wir haben gro&szlig;e Erfolge im Wachstum erzielt &ndash; und wir m&uuml;ssen uns zunehmend vereinigen, damit Venezuela seinen Weg der Erholung und des Aufbaus eines neuen Wirtschaftsmodells fortsetzt. Z&auml;hlt auf mich, Unternehmerinnen und Unternehmer. Ich z&auml;hle auf euch.&rdquo;[<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>]<\/p><p>Diese Worte wurden mit heftigem Applaus bedacht.<\/p><p>Maduros rhetorische Abkehr vom Sozialismus hin zum Privatunternehmertum ist kein Zufall, sondern spiegelt den Wandel seiner gesellschaftlichen Basis und seines wirtschaftspolitischen Projekts wider. Bei seinem Amtsantritt 2013 versprach Maduro, das Projekt des &bdquo;Sozialismus des 21. Jahrhunderts&rdquo;&nbsp;von Ch&aacute;vez fortzusetzen. Dieses Projekt war zwar vage und widerspr&uuml;chlich, im Kern aber eine Mischung aus sozialdemokratischer Politik und linkem Populismus, bei der soziale Ausgaben f&uuml;r arme Bev&ouml;lkerungsschichten Priorit&auml;t hatten. Die Privatwirtschaft wurde auch unter Ch&aacute;vez nie ausgeschlossen, aber seine Politik machte Venezuela bis zu seinem Tod zum gleichsten Land Lateinamerikas.<\/p><p>Maduro hatte nach seinem Amtsantritt mit mehreren Krisen zu k&auml;mpfen: 2014 st&uuml;rzte der &Ouml;lpreis ab, und im selben Jahr forderte die Opposition seinen Sturz durch Proteste. Im Jahr 2013 verlangsamte sich das Wachstum deutlich, und von 2014 bis 2022 erlebte Venezuela eine tiefe Wirtschaftskrise, die mehr als drei Viertel der Wirtschaft zerst&ouml;rte. Mindestens drei Faktoren haben entscheidend zu dieser Krise beigetragen: die anhaltende Abh&auml;ngigkeit des Landes vom Erd&ouml;l, die Beibehaltung einer h&ouml;chst fehlerhaften W&auml;hrungspolitik, die 2003 von Ch&aacute;vez eingef&uuml;hrt und erst 2019 beendet wurde, und die US-Sanktionen, insbesondere unter Trump ab 2017.<\/p><p>Maduros Antwort auf die Krise war der Versuch, einen &ndash; wie Luis Bonilla-Molina es nennt &ndash; &bdquo;interbourgeoisen Pakt&rdquo;&nbsp;zu schlie&szlig;en, der die &bdquo;alte&rdquo; und die &bdquo;neue&rdquo;&nbsp;Bourgeoisie zusammenbringt.[<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>]&nbsp;Gemeint ist eine Allianz zwischen der &bdquo;alten&rdquo;&nbsp;und der &bdquo;neuen&rdquo;&nbsp;Bourgeoisie. Die alte Bourgeoisie bezieht sich auf Unternehmen, die w&auml;hrend der Ch&aacute;vez-Jahre mit der Opposition verb&uuml;ndet waren, wobei der gr&ouml;&szlig;te Unternehmerverband, Fedecamaras, eine f&uuml;hrende Rolle beim Staatsstreich von 2002 spielte, der Ch&aacute;vez kurzzeitig aus dem Amt brachte. Diese alte Bourgeoisie wandte sich vehement gegen Ch&aacute;vez&rsquo; populistische Umverteilung und wollte die Uhr zur&uuml;ckdrehen auf die Ordnung vor Ch&aacute;vez. Die neue Bourgeoisie bezieht sich auf die staatlich orientierten Unternehmen (eine Mischung aus privaten und staatlichen Unternehmen), die sogenannte &bdquo;bolivarische Bourgeoisie&rdquo;, die von Ch&aacute;vez&rsquo; Politik profitiert hat. Viele dieser Unternehmen waren mit Importen und dem Milit&auml;r verbunden und profitierten von dem bereits erw&auml;hnten dysfunktionalen W&auml;hrungssystem, das es erm&ouml;glichte, sch&auml;tzungsweise Hunderte von Milliarden US-Dollar aus den Staatskassen abzuzweigen. 2013 sch&auml;tzten Regierungsvertreter, dass rund 40 Prozent der &uuml;ber das W&auml;hrungssystem CADIVI vergebenen Mittel (etwa 15 Milliarden US-Dollar) an Scheinunternehmen gingen. Ehemalige Ch&aacute;vez-Funktion&auml;re sprechen von &uuml;ber 300 Milliarden US-Dollar, die insgesamt &uuml;ber das System abflossen. Die vom Staat beg&uuml;nstigten Unternehmen profitierten auch von den massiven staatlichen Ausgaben f&uuml;r die Infrastruktur und den inl&auml;ndischen Verbrauch von Importg&uuml;tern, die durch den &Ouml;lboom 2003 bis 2014 beg&uuml;nstigt wurden.[<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>]<\/p><p>Die Kombination aus dem Ende des &Ouml;lbooms und den US-Sanktionen unter Trump &ndash; die Venezuelas Zugang zu Finanzmitteln einschr&auml;nkten und die &Ouml;lproduktion verw&uuml;steten &ndash; dr&auml;ngte Maduro zu einem interbourgeoisen Pakt. Im August 2017 erlie&szlig; Trump eine Anordnung, die es Venezuela verbot, auf den US-Finanzm&auml;rkten Kredite aufzunehmen. Obwohl dies Teil einer umfassenden Regime-Change-Strategie war, lautete die offizielle Position, dass Venezuela damit unter Druck gesetzt werden sollte, die Menschenrechte besser zu respektieren.[<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>]&nbsp;Im Januar 2019 verh&auml;ngte Trump direkte Sanktionen gegen die venezolanische &Ouml;lindustrie, um Maduro aus dem Amt zu dr&auml;ngen.<\/p><p>Maduros Bem&uuml;hungen um einen interbourgeoisen Pakt schienen bis zu den Pr&auml;sidentschaftswahlen am 28. Juli 2024 erfolgreich zu sein. Dies zeigt sich daran, dass Fedec&aacute;maras seit der gestohlenen Wahl 2024 Edmundo Gonz&aacute;lez nicht mehr unterst&uuml;tzt hat &ndash; ein bemerkenswerter Unterschied zu ihrer Unterst&uuml;tzung eines verfassungswidrigen Staatsstreichs gegen den demokratisch gew&auml;hlten Ch&aacute;vez im Jahr 2002.[<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>]&nbsp;Um die Krise des Landes zu bew&auml;ltigen, setzte Maduro ab 2018 einen orthodoxen Anpassungsplan um. Dieser Plan f&uuml;hrte zu massiven K&uuml;rzungen der &ouml;ffentlichen Ausgaben und zur Dezimierung der L&ouml;hne und Geh&auml;lter sowie in den letzten Jahren zur Privatisierung zahlreicher staatlicher Unternehmen.<\/p><p>Dies ging Hand in Hand mit einer Schw&auml;chung des Arbeitsschutzes. W&auml;hrend der Ch&aacute;vez- und fr&uuml;hen Maduro-Jahre existierten drei Gewerkschaftsdachverb&auml;nde: die Konf&ouml;deration der Arbeiter Venezuelas (Confederaci&oacute;n de Trabajadores de Venezuela, CTV), die Teil der Opposition ist und den Staatsstreich von 2002 unterst&uuml;tzte; die Nationale Arbeiterunion (Uni&oacute;n Nacional de los Trabajadores, UNT), die 2003 gegr&uuml;ndet wurde, um die Regierung zu unterst&uuml;tzen, und die in eine eher autonomistische und eine eher regierungsfreundliche Fraktion gespalten war; und die ausdr&uuml;cklich regierungsfreundliche Bolivarische Arbeiterzentrale (Central Bolivariana Socialista de los Trabajadores, CBST), die 2011 gegr&uuml;ndet wurde und die Regierungspolitik konsequent unterst&uuml;tzt hat.[<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>]&nbsp;Alle drei b&uuml;&szlig;ten im Laufe der Jahre erheblich an Mobilisierungskraft ein. Es hat verschiedene Versuche gegeben, die Gewerkschaften autonomer zu organisieren, aber keiner hat die Polarisierung und den parteigebundenen Charakter der Gewerkschaften, die Venezuela seit Jahrzehnten kennzeichnen, &uuml;berwunden. Autonomere Gewerkschaften haben gegen Maduros neoliberalen Kurs protestiert und wurden daraufhin massiv repressiv verfolgt. Laut der venezolanischen NGO Provea wurden seit Maduros Amtsantritt im Jahr 2013 insgesamt 120 Gewerkschaftsf&uuml;hrerinnen und -f&uuml;hrer verhaftet und 3.400 weitere bedroht.[<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>]<\/p><p>Maduros Unterdr&uuml;ckung der Arbeiterschaft hat sein B&uuml;ndnis mit dem Kapital beg&uuml;nstigt. Auf Anordnung aus dem Jahr 2018 hat die Regierung Streiks, das Aufstellen von Forderungen, das Recht der Arbeiterklasse, sich zu mobilisieren, sowie die Organisation und Legalisierung neuer Gewerkschaften verboten, w&auml;hrend Gewerkschaftsf&uuml;hrer, die interne Praktiken in Unternehmen in Frage stellen oder einfach nur eine Lohnerh&ouml;hung und eine Krankenversicherung fordern, verfolgt und ins Gef&auml;ngnis gesteckt werden.[<a href=\"#foot_18\" name=\"note_18\">18<\/a>]<\/p><p>In einer Erkl&auml;rung im Dezember 2024 schrieb die Organisation Comunes:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Der Autoritarismus der Regierung geht einher mit ihrer Entscheidung, Venezuela den Interessen des nationalen und internationalen Kapitals auszuliefern. Sie hat nicht mehr die Unterst&uuml;tzung des Volkes &ndash; aber sie hat die von Fedec&aacute;maras, Chevron, der alten und neuen Bourgeoisie und zahlreichen dubiosen Kapitalisten, die auf schnelle Gewinne aus sind. Die Regierung muss die Demokratie abschaffen und Protest und Widerstand zum Schweigen bringen, um ihr grausames neoliberales Paket durchzusetzen. Die sozialen Errungenschaften der Ch&aacute;vez-&Auml;ra sind in diesem Prozess verschwunden.&rdquo;[<a href=\"#foot_19\" name=\"note_19\">19<\/a>]\n<\/p><\/blockquote><p>In seiner Rede im Januar 2025 k&uuml;ndigte Maduro eine neue Verfassungsreform an. Kritiker sehen darin den Versuch, Arbeitsrechte weiter zu schw&auml;chen und das B&uuml;ndnis der Regierung mit dem Privatsektor zu festigen. Sind solche Schritte angesichts der verzweifelten Lage, in der sich Venezuela im letzten Jahrzehnt befand, gerechtfertigt? K&ouml;nnten wir Maduros Strategie als eine Form des revolution&auml;ren R&uuml;ckzugs betrachten, wie Steve Ellner vorgeschlagen hat, der ihn darauf vorbereitet, wieder vorzusto&szlig;en, wenn die Bedingungen g&uuml;nstiger sind?<\/p><p>Mindestens zwei Gr&uuml;nde sprechen gegen diese Interpretation. Erstens: Es gibt keine Hinweise darauf, dass Maduros Ann&auml;herung an die Unternehmerklasse den Armen oder der Arbeiterklasse geholfen h&auml;tte. Weit verbreitete Proteste in armen Vierteln nach der Wahl im Juli 2024 deuten darauf hin, dass Maduro die Unterst&uuml;tzung der Bev&ouml;lkerung aus den unteren sozialen Schichten weitgehend verloren hat (auch wenn sich dies mangels offizieller Wahlergebnisse nur schwer exakt belegen l&auml;sst). Comunes und andere basisnahe Organisationen betrachten Maduro und die rechte Opposition als &bdquo;zwei Seiten derselben Medaille&rdquo;. Sie argumentieren, dass Maduros Politik derjenigen der rechten Opposition in vieler Hinsicht gleicht &ndash; beide zielen darauf ab, die Profite des Kapitals zu sichern, ohne jedoch die Krise zu l&ouml;sen, unter der die Mehrheit der venezolanischen Bev&ouml;lkerung leidet.[<a href=\"#foot_20\" name=\"note_20\">20<\/a>]<\/p><p>Zweitens herrscht weit verbreitet der Eindruck, dass korrupte Staatsfunktion&auml;re und Wirtschaftsakteure sich auf Kosten der Allgemeinheit bereichern, ohne damit der venezolanischen Bev&ouml;lkerung zu helfen oder das Land weiterzuentwickeln. Zwar hat sich die Wirtschaft in gewissem Ma&szlig;e erholt, doch dieser Aufschwung kommt den &auml;rmeren Bev&ouml;lkerungsschichten kaum zugute &ndash; stattdessen profitieren vor allem gut vernetzte Eliten. Maduro nutzt die vermeintliche Bedrohung durch Faschismus und rechte Gegenbewegungen (die in Venezuela seit Langem ein Thema sind) als Rechtfertigung f&uuml;r drakonische Ma&szlig;nahmen und umfassende Repressionen gegen Arbeiter und die Linke. Diese Repression sowie die wachsende Unterst&uuml;tzung durch das Unternehmertum sind &ndash; neben der R&uuml;ckendeckung aus Russland und China &ndash; zentrale S&auml;ulen von Maduros Machterhalt.<\/p><p>Maduro ist es ganz offensichtlich nicht gelungen, Venezuela in eine sozialistische Gesellschaft zu transformieren. Daf&uuml;r tr&auml;gt er allerdings kaum pers&ouml;nliche Verantwortung &ndash; unter den widrigen Umst&auml;nden, denen er w&auml;hrend eines Gro&szlig;teils seiner Amtszeit ausgesetzt war, w&auml;re ein solcher Wandel kaum m&ouml;glich gewesen. Doch auch ein entwicklungsorientiertes Regierungsprojekt hat er nicht verfolgt. Stattdessen hat er eine Umwandlung Venezuelas in einen Beutestaat vorangetrieben, in dem sich Staatsfunktion&auml;re und korrupte Unternehmer auf Kosten der Mehrheit bereichern.[<a href=\"#foot_21\" name=\"note_21\">21<\/a>]&nbsp;Venezuelas tiefgreifende Wirtschaftskrise scheint mittlerweile &uuml;berwunden &ndash; beg&uuml;nstigt durch Maduros B&uuml;ndnisse mit dem Unternehmertum und die Lockerung der US-Sanktionen durch Pr&auml;sident Biden. Gleichzeitig bedeutet Maduros zunehmend autorit&auml;rer Kurs, dass der Arbeiterklasse kaum noch Mittel zur Verf&uuml;gung stehen, die Regierung zur Rechenschaft zu ziehen. In Kombination mit den US-Sanktionen hat Maduro damit den Kern des Chavismus zerst&ouml;rt: ein fehlerhaftes, aber im Wesentlichen demokratisches Projekt von Umverteilung und kollektiver Erm&auml;chtigung von unten.<\/p><p>Zum Zeitpunkt des Schreibens zeichnet sich ab, dass US-Pr&auml;sident Donald Trump erneut drastische Sanktionen gegen Venezuela und den &Ouml;lsektor verh&auml;ngen wird &ndash; m&ouml;glicherweise noch h&auml;rter als in seiner ersten Amtszeit. Dies w&uuml;rde den ohnehin prek&auml;ren Lebensstandard weiter verschlechtern, die Migration &ndash; auch Richtung USA &ndash; verst&auml;rken und die ohnehin dramatische Lage f&uuml;r Arbeiterinnen und Arbeiter und soziale Bewegungen im Land weiter zuspitzen. Es wird wahrscheinlich auch zu einer Versch&auml;rfung des repressiven Charakters der Maduro-Regierung f&uuml;hren, die jede echte demokratische Rechenschaftspflicht in ihren repr&auml;sentativen und partizipativen Formen aufgegeben und ein r&auml;uberisches Regime gefestigt hat, von dem eine kleine Elite auf Kosten der gro&szlig;en Mehrheit profitiert.<\/p><p><em>Zum Autor: Gabriel Hetland ist Associate Professor f&uuml;r Lateinamerikastudien und Soziologie an der SUNY Albany. Er ist Autor des preisgekr&ouml;nten Buchs&nbsp;&bdquo;Democracy on the Ground: Local Politics in Latin America&rsquo;s Left Turn&rdquo;&nbsp;(Demokratie vor Ort: Lokalpolitik im Linksruck Lateinamerikas), (Columbia University Press, 2023).&nbsp;Dieser Text ist zuerst erschienen am 19. April 2025 im New Labor Forum.&nbsp;<\/em><\/p><p>&Uuml;bersetzung: Jan K&uuml;hn, <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/blog\/2025\/06\/275390\/venezuela-kapitalismus-autoritarismus\">Amerika21<\/a>.<\/p><p><small>Titelbild: Verantwortlich f&uuml;r Repression und Bereicherung? Venezuelas Pr&auml;sident Nicol&aacute;s Maduro bei einem Treffen mir ranghohen Milit&auml;rs am 19. Mai in Caracas. Quelle: <a href=\"https:\/\/prensapresidencialvenezuela.gob.ve\/index.php\/2025\/05\/19\/mafia-albanesa-es-enviada-para-impedir-el-desarrollo-de-los-comicios-electorales-del-proximo-25-de-mayo\/\">PRENSA PRESIDENCIAL<\/a><\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=132684\">V&ouml;lkerrechtswidrige US-Zwangsma&szlig;nahmen gegen Venezuela: &bdquo;Bringt die Wirtschaft zum Schreien&rdquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=128739\">Die Optionen der Trump-Regierung f&uuml;r einen Regime-Change in Venezuela<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=127014\">Venezuela und die Nachwirkungen der v&ouml;lkerrechtswidrigen Anerkennung von Guaid&oacute; durch Deutschland<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=126663\">Venezuelas Wirtschaft: Zahlen, Wahrheiten und gro&szlig;e L&uuml;gen (II)<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90265\">Venezuela: Der aufsteigende Pfad der Revolte<\/a>\n<\/p><\/div><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Manolo De Los Santos. &bdquo;The US Once Again Fails to Impose Its Will on the Venezuelan People&rdquo;, People&rsquo;s Dispatch, 11. Januar 2025, abrufbar unter:&nbsp;<a href=\"https:\/\/peoplesdispatch.org\/2025\/01\/11\/the-us-once-again-fails-toimpose-its-will-on-the-venezuelan-people\/\">peoplesdispatch.org\/2025\/01\/11\/the-us-once-again-fails-toimpose-its-will-on-the-venezuelan-people\/<\/a>\n<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Gabriel Hetland. Democracy on the Ground: Local Politics in Latin America&rsquo;s Left Turn. (New York: Columbia University Press, 2023): 52&ndash;53.\n<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Vijay Prashad. 2024. &bdquo;Venezuela Is a Marvellous Country in Motion: The Thirty Second Newsletter.&rdquo; Tricontinental: Institute for Social Research, 8. August 2024; De Los Santos, &bdquo;The US Once Again Fails to Impose&rdquo;; Juan Carlos Monedero, &bdquo;De dictaduras y frivolidades: Maduro, Venezuela y un poco de purpurina&rdquo;, P&uacute;blico, 12. Januar 2025, abrufbar unter:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.publico.es\/opinion\/dictaduras-frivolidades-maduro-venezuela-poco-purpurina.html\">publico.es\/opinion\/dictaduras-frivolidades-maduro-venezuela-poco-purpurina.html<\/a>\n<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Steve Ellner und Federico Fuentes, &bdquo;Prioritising the Struggle Against US Imperialism&rdquo;, Green Left Weekly, 7. November 2024, abrufbar unter:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.greenleft.org.au\/content\/prioritizing-struggle-against-us-imperialism\">greenleft.org.au\/content\/prioritizing-struggle-against-us-imperialism<\/a> (Eine l&auml;ngere Version dieses Interviews ist verf&uuml;gbar unter&nbsp;<a href=\"https:\/\/links.org.au\/prioritising-anti-us-imperialism-maduros-venezuela-and-complexities-critical-solidarity-interview\">links.org.au\/prioritising-anti-us-imperialism-maduros-venezuela-and-complexities-critical-solidarity-interview<\/a>)\n<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Laut Umfragen des renommierten venezolanischen Instituts Datan&aacute;lisis. Andreina Itriago und Nicole Yapur, &bdquo;Venezuelan Lawmakers Vote to Remove Juan Guaid&oacute; as Head of Opposition&rdquo;, Bloomberg, 22. Dezember 2022, abrufbar unter:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2022-12-22\/venezuela-lawmakers-vote-to-remove-guaido-ashead-of-opposition\">bloomberg.com\/news\/articles\/2022-12-22\/venezuela-lawmakers-vote-to-remove-guaido-ashead-of-opposition<\/a>\n<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Laut dem Observatorio Venezolano de Conflictividad Social konzentrierte sich die Repression insbesondere auf Proteste in armen Stadtteilen; der Bericht des Observatoriums stellte fest, dass 80 Prozent der Verhaftungen und staatlichen Gewaltma&szlig;nahmen in den armen Barrios stattfanden. Observatorio Venezolano de Conflictividad Social. &bdquo;Represi&oacute;n a los pobres en Venezuela&rdquo;, Bericht vom 14. August 2024, abrufbar unter:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.observatoriodeconflictos.org.ve\/actualidad\/represion-a-los-pobres-en-venezuela\">observatoriodeconflictos.org.ve\/actualidad\/represion-a-los-pobres-en-venezuela<\/a>\n<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Die linke Menschenrechtsanw&auml;ltin Mar&iacute;a Alejandra D&iacute;az wurde ebenfalls von der Regierung im Vorfeld von Maduros Amtseinf&uuml;hrung schikaniert.\n<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Verschiedene Autorinnen und Autoren: &bdquo;Statements from the Venezuelan left: End the detentions, forced disappearances and repression!&rdquo;, Links: International Journal of Socialist Renewal, 9. Januar 2025, abrufbar unter:&nbsp;<a href=\"https:\/\/links.org.au\/statements-venezuelan-left-end-detentionsforced-disappearances-and-repression\">links.org.au\/statements-venezuelan-left-end-detentionsforced-disappearances-and-repression<\/a>\n<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Comunes, &bdquo;The Maduro Government and Right-Wing opposition Are Two Sides of the Same Coin&rdquo;, Links: International Journal of Socialist Renewal, 24. Dezember 2024, abrufbar unter:&nbsp;<a href=\"https:\/\/links.org.au\/comunes-venezuela-maduro-government-and-right-wing-opposition-are-two-sides-same-coin\">links.org.au\/comunes-venezuela-maduro-government-and-right-wing-opposition-are-two-sides-same-coin<\/a>&nbsp;Comunes ver&ouml;ffentlichte im Januar 2025 die Erkl&auml;rung &bdquo;Keys to Understanding What Is Happening in Venezuela (Plus Statement: &lsquo;A de facto government is born, let&rsquo;s organise the rebellion&rsquo;)&rdquo;, Links: International Journal of Socialist Renewal, 14. Januar 2025, abrufbar unter:&nbsp;<a href=\"https:\/\/links.org.au\/comunes-keys-understanding-what-happeningvenezuela-plus-statement-de-facto-government-born-lets\">links.org.au\/comunes-keys-understanding-what-happeningvenezuela-plus-statement-de-facto-government-born-lets<\/a>&nbsp;Darin hei&szlig;t es: &bdquo;Jede linke Partei, die einst zu Ch&aacute;vez hielt, ist heute juristisch verfolgt oder wurde unter staatliche Kontrolle gestellt; ihren rechtm&auml;&szlig;igen F&uuml;hrungen wurde die Registrierung entzogen. Handverlesene Marionetten, vom Machtapparat eingesetzt, &uuml;bernehmen politische Organisationen mit jahrzehntelanger Geschichte im Kampf.&rdquo;\n<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Ellner und Fuentes, &bdquo;Prioritising the Struggle Against US Imperialism&rdquo;\n<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Maduros Rede ist abrufbar unter:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=PiO9xSoxiCs\">youtube.com\/watch?v=PiO9xSoxiCs<\/a>\n<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] Luis Bonilla-Molina, &bdquo;La situaci&oacute;n de la clase trabajadora en Venezuela (2013&ndash;2024)&rdquo;, 2024, abrufbar unter:&nbsp;<a href=\"https:\/\/luisbonillamolina.com\/2024\/09\/22\/la-situacion-de-la-clase-trabajadora-en-venezuela-2013-20241\/\">luisbonillamolina.com\/2024\/09\/22\/la-situacion-de-la-clase-trabajadora-en-venezuela-2013-20241\/<\/a>&nbsp;[Hinweis der Redaktion: Teil I und Teil IV dieses Artikels sind auf Englisch unter&nbsp;<a href=\"https:\/\/links.org.au\/venezuelan-working-class-under-maduro-2013-24-part-i-introduction\">links.org.au\/venezuelan-working-class-under-maduro-2013-24-part-i-introduction<\/a>&nbsp;und&nbsp;<a href=\"https:\/\/links.org.au\/venezuelan-working-class-under-maduro-2013-24-part-iv-2024-presidential-elections-and-madurismos\">links.org.au\/venezuelan-working-class-under-maduro-2013-24-part-iv-2024-presidential-elections-and-madurismos<\/a>&nbsp;abrufbar.]\n<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Alejandro Velasco, &bdquo;The Many Faces of Chavismo&rdquo;, NACLA Report on the Americas, 2024, Ausgabe 54(1):20&ndash;73:62\n<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] Mark Weisbrot und Jeffrey Sachs, Economic Sanctions as Collective Punishment: The Case of Venezuela (Washington, DC: Center for Economic and Policy Research, 2019), S. 7\n<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] Salvador De Le&oacute;n, &bdquo;Maduro&rsquo;s Constitutional Reform: &lsquo;New Economy,&rsquo; Same Objectives&rdquo;, Links: International Journal of Socialist Renewal, 19. Januar 2025, abrufbar unter:&nbsp;<a href=\"https:\/\/links.org.au\/venezuela-maduros-inaugurationushers-new-cycle-class-struggle-plus-constitutional-reform-new\">links.org.au\/venezuela-maduros-inaugurationushers-new-cycle-class-struggle-plus-constitutional-reform-new<\/a>\n<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] Iranzo, Consuelo, 2018. &bdquo;La triste historia del sindicalismo venezolano en tiempos de revoluci&oacute;n: Una aproximaci&oacute;n sint&eacute;tica&rdquo;, Nueva Sociedad, Nr. 274 \/ M&auml;rz&ndash;April\n<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] Posado, Thomas, &bdquo;Toma de posesi&oacute;n de Maduro: &iquest;c&oacute;mo Venezuela se convirti&oacute; en un r&eacute;gimen autoritario?&rdquo;, El Grand Continent, 8. Januar 2025, abrufbar unter:&nbsp;<a href=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/es\/2025\/01\/08\/toma-de-posesion-de-maduro-como-venezuela-se-convirtio-en-un-regimen-autoritario\/\">legrandcontinent.eu\/es\/2025\/01\/08\/toma-de-posesion-de-maduro-como-venezuela-se-convirtio-en-un-regimen-autoritario\/<\/a>\n<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_18\" name=\"foot_18\">&laquo;18<\/a>] Ana C. Carvalhaes und Lu&iacute;s Bonilla, &bdquo;The Pro-Maduro Left Abandons the Workers and People of Venezuela&rdquo;, International Viewpoint, 20. August 2024, abrufbar unter:&nbsp;<a href=\"https:\/\/internationalviewpoint.org\/spip.php?article8641\">internationalviewpoint.org\/spip.php?article8641<\/a>\n<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_19\" name=\"foot_19\">&laquo;19<\/a>] Comunes, &bdquo;The Maduro Government and Right-Wing opposition&rdquo;\n<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_20\" name=\"foot_20\">&laquo;20<\/a>] Comunes, &bdquo;Comunes issued a January 2025 statement&rdquo;\n<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_21\" name=\"foot_21\">&laquo;21<\/a>] Peter Evans, Embedded Autonomy: States and Industrial Transformation (Princeton: Princeton University Press, 1995)\n<\/p>\n<\/div><p> \t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/835e37ad37c44895b5da6a7b08fe3e96\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Repression und Bereicherung statt Umverteilung: Pr&auml;sident Nicol&aacute;s Maduro hat ein autorit&auml;res System im B&uuml;ndnis mit dem Kapital etabliert, argumentiert der US-amerikanische Associate Professor f&uuml;r Lateinamerikastudien und Soziologie an der State University of New York in Albany, <strong>Gabriel Hetland<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":134123,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,198,20,30],"tags":[2938,1795,2565,909,2071,3236,309,1800,1333,1019],"class_list":["post-134122","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-einzelne-politiker-personen-der-zeitgeschichte","category-landerberichte","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-autoritarismus","tag-chavez-hugo","tag-guaido-juan","tag-kapitalismus","tag-maduro-nicolas","tag-mineraloelwirtschaft","tag-repressionen","tag-trump-donald","tag-venezuela","tag-wirtschaftssanktionen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/22EG_L9235_P-scaled-1.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/134122","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=134122"}],"version-history":[{"count":23,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/134122\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":134223,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/134122\/revisions\/134223"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/134123"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=134122"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=134122"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=134122"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}