{"id":134444,"date":"2025-06-14T12:00:06","date_gmt":"2025-06-14T10:00:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=134444"},"modified":"2025-06-17T16:28:43","modified_gmt":"2025-06-17T14:28:43","slug":"analyse-ukrainischer-drohnenangriff-auf-das-nuklearstrategische-gleichgewicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=134444","title":{"rendered":"Analyse: Ukrainischer Drohnenangriff auf das nuklearstrategische Gleichgewicht"},"content":{"rendered":"<p>Am 1. Juni griffen ukrainische Kamikazedrohnen mehrere russische Milit&auml;rflugh&auml;fen an. Dabei wurden zahlreiche strategische Bomber des Typs TU-95 und TU-160 zerst&ouml;rt. Die wahre Bedeutung dieses Angriffs und der damit einhergehenden m&ouml;glichen Konsequenzen ist von den Mainstreammedien und der Politik bislang nicht wirklich erfasst worden &ndash; dies zeigt die ge&auml;u&szlig;erte H&auml;me bis hin zum infantilen Jubel &uuml;ber diesen Angriff. Es war nicht weniger als ein direkter Angriff auf die nukleare Triade Russlands und somit auf das nuklearstrategische Gleichgewicht zwischen den beiden gr&ouml;&szlig;ten Nuklearwaffenm&auml;chten der Welt. Die ukrainische Seite hat ganz bewusst diese Ziele ausgew&auml;hlt, obschon die Zerst&ouml;rung dieser strategischen Bomber keine Auswirkungen auf die K&auml;mpfe an der Front, wohl aber auf die nuklearstrategische Stabilit&auml;t hat. Von <strong>Alexander Neu<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<em>Dieser Artikel liegt auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/flyer\/250614_Analyse_Ukrainischer_Drohnenangriff_Alexander_Koch_NDS.pdf\">als gestaltetes PDF<\/a> vor. Wenn Sie ihn ausdrucken oder weitergeben wollen, nutzen Sie bitte diese M&ouml;glichkeit. Weitere Artikel in dieser Form <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=54\">finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p><p>Dieser durchaus auf den ersten Blick erfolgreiche Angriff ist nicht nur hinsichtlich der hohen Anzahl der besch&auml;digten und zerst&ouml;rten fliegenden Plattformen ein Schlag f&uuml;r die Kapazit&auml;ten der russischen Luftwaffe, ein psychologischer Schock f&uuml;r das russische Milit&auml;r und die Politik sowie ein Schlag gegen das Vertrauen der B&uuml;rger in die F&auml;higkeiten ihres Staates und des eigenen Milit&auml;rs, Russland zu sch&uuml;tzen. Denn bei diesen Flugzeugen handelt es sich nicht blo&szlig; um den Verlust irgendwelcher fliegenden Waffensysteme im konventionellen Kriegsgeschehen, wie beispielsweise ein Kampfflugflugzeug oder eine Transportmaschine, die im Zweifel etwas zynisch formuliert unter die Kategorie &bdquo;verkraftbare Materialverluste im Kriegsgeschehen&ldquo; fallen.<\/p><p>Bei diesen Flugzeugen handelt es sich durchg&auml;ngig um Tr&auml;gersysteme f&uuml;r konventionell wie auch &ndash; und das ist entscheidend &ndash; f&uuml;r nuklear best&uuml;ckbare (Hyperschall-)Raketen und Marschflugk&ouml;rper. Daher auch die Bezeichnung strategische Bomber (T-95 und TU-160). Ihre Aufgabe besteht darin, im Spannungsfall Atombombensprengk&ouml;pfe &ndash; entweder auf Luft-Boden-Hyperschallraketen oder Marschflugk&ouml;rper montiert &ndash; an die Ziele heranzufliegen, ohne selbst &uuml;ber das Zielgebiet fliegen zu m&uuml;ssen. Mit einer Reichweite von 12.000 bis 15.000 Kilometern ohne Luftbetankung k&ouml;nnen diese strategischen Bomber &uuml;ber zw&ouml;lf Stunden ohne Unterbrechung fliegen und somit im Luftraum kreisen, bis der Einsatzbefehl zum Abbruch des Fluges oder aber zum Abschuss von nuklearbest&uuml;ckten Marschflugk&ouml;rpern oder (Hyperschall)Raketen gegeben wird. Angesichts der Reichweite der Marschflugk&ouml;rper und der Raketen (300 bis 5.500 Kilometer) m&uuml;ssen diese strategischen Bomber nicht unbedingt in den gegnerischen Luftraum eindringen. Die USA verf&uuml;gen &uuml;ber entsprechende fliegende Plattformen wie den strategischen Bomber &bdquo;B-52H Stratofortress&ldquo; und nuklear best&uuml;ckbare Waffensysteme.<\/p><p><strong>Nukleare Triade<\/strong><\/p><p>Die strategischen Bomber stellen eine Ecke der nuklearen Triade dar. Diese besteht aus 1. landgest&uuml;tzten (Silos oder mobil auf LKWs), 2. seegest&uuml;tzten (U-Boote und auch Schiffe) und 3. luftgest&uuml;tzten (Flugzeuge) Atomwaffentr&auml;gern. &Uuml;ber diese Nukleartriade verf&uuml;gen auch die USA. F&uuml;r beide Seiten ist ihre jeweilige Triade so etwas wie eine Lebensversicherung im Kontext der gegenseitigen Abschreckung: Greift Atomwaffenstaat A den Atomwaffenstaat B an, so reagiert dieser ebenfalls mit Atomwaffen auf den vorangegangenen nuklearen Angriff. Die nukleare Triade spielt hierbei die zentrale Rolle &ndash; sie verhindert einen nuklearen Erstschlag als erfolgreichen Enthauptungsschlag. Sollte Staat A tats&auml;chlich das Nuklearpotenzial von Staat B als Enthauptungsschlag angreifen, beispielsweise die landgest&uuml;tzten, in Silos untergebrachten Interkontinentalraketen sowie die strategischen Bomber, so verblieben Staat B noch die seegest&uuml;tzten Atomwaffensysteme zur Reaktion, die Staat A zerst&ouml;ren w&uuml;rden. Dem nuklearen Erstschlag durch Staat A folgt also der nukleare Gegen- oder Zweitschlag von Staat B. Damit w&auml;re die gegenseitige nukleare Zerst&ouml;rung f&uuml;r beiden Seiten garantiert, was nach gesundem Menschenverstand weder f&uuml;r Staat A noch f&uuml;r Staat B akzeptabel ist. Denn nach der bis heute g&uuml;ltigen Philosophie des Kriegsphilosophen Carl von Clausewitz sei der Krieg der Fortsetzung der Diplomatie mit anderen Mitteln zwecks Erreichung politischer Ziele. Ist indessen das politische Ziel nicht erreichbar, sondern die eigene Zerst&ouml;rung nahezu garantiert, ist der Krieg kein taugliches Mittel mehr.<\/p><p>Daher f&uuml;hren Nuklearwaffenstaaten bislang &ndash; ausgenommen von ein paar &uuml;berschaubaren Grenzscharm&uuml;tzeln zwischen Indien und Pakistan oder China und Indien &ndash; eben keinen Krieg miteinander. Deshalb f&uuml;hren und f&uuml;hrten die USA und die Sowjetunion\/Russland bis heute keinen direkten Krieg miteinander, sondern &bdquo;nur&ldquo; &uuml;ber Stellvertreter wie Nord- und S&uuml;dvietnam, Nord- und S&uuml;dkorea oder eben jetzt die Ukraine. Die gegenseitig garantierte Zerst&ouml;rung (MAD-Doktrin = Mutual Assured Destruction) hat auf ihre perverse Weise dazu gef&uuml;hrt, dass der Kalte Krieg nicht zum hei&szlig;en Krieg mutierte. Sie bewirkt, dass der westlich-russische Stellvertreterkrieg in der Ukraine bislang nicht zu einem direkten Schlagabtausch zwischen russischen und westlichen Armeen gef&uuml;hrt hat &ndash; zumindest nicht zwischen offiziellen Kr&auml;ften, sondern &bdquo;nur&ldquo; &uuml;ber S&ouml;ldner. Sie f&uuml;hrt dazu, dass wahrscheinlich doch keine westlichen Truppen in der Ukraine stationiert werden etc. H&auml;tte Jugoslawien &uuml;ber Atomwaffen verf&uuml;gt, h&auml;tte es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen NATO-Angriffskrieg auf Jugoslawien gegeben.<\/p><p>Die gegenseitige nukleare Abschreckung, garantiert durch die nukleare Triade, ist also auch ein Instrument &ndash; ob man es mag oder nicht &ndash; der Stabilit&auml;tsschaffung. Dass sie indessen keine 100-prozentige Garantie ist, zeigte der Vorfall 1983 mit dem sowjetischen Offizier S. Petrov, der eben nicht den &bdquo;roten Knopf&ldquo; dr&uuml;ckte, als die sowjetischen Fr&uuml;hwarnsysteme einen vermeintlichen amerikanischen Atomwaffenangriff anzeigten &ndash; es war ein technischer Fehler, und der Faktor Mensch hat richtig analysiert: n&auml;mlich, dass ein US-amerikanischer Angriff mit nur wenig startenden Interkontinentalraketen keinen Sinn ergebe. Ob dieses menschliches Analyseverm&ouml;gen auch bei KI-gesteuerten Systemen so funktioniert, sei dahingestellt.<\/p><p><strong>Angriff auf die Nukleartriade<\/strong><\/p><p>F&auml;llt eine Ecke der nuklearen Triade aus oder wird signifikant besch&auml;digt, wirkt sich dies auf die nukleare Abschreckungsf&auml;higkeit unmittelbar negativ aus. Daher geht die Bedeutung des ukrainischen Drohnenangriffs auf die strategische Bomberflotte Russlands weit &uuml;ber die Frage der Drohnenf&auml;higkeiten in der modernen Kriegsf&uuml;hrung hinaus. Denn der Angriff auf die strategische Nukleartriade hat eine unmittelbare Bedeutung f&uuml;r die Nukleardoktrin Russlands und betrifft die USA als nuklearen Counterpart ebenfalls direkt auf zweifache Weise:<\/p><p>Erstens k&ouml;nnte dieser Angriff auch als Angriff der USA gewertet werden. Es ist davon auszugehen, dass die russische Seite eine m&ouml;gliche US-amerikanische Unterst&uuml;tzung an dem Angriff, wie auch immer diese aussehen m&ouml;ge, analysiert. Sollte die Analyse eine US-amerikanische Unterst&uuml;tzung nachweisen, so stellte sich die Frage, ob diese m&ouml;gliche Unterst&uuml;tzungsleistung ein Puzzlest&uuml;ck im Gesamtbild einer versuchten Schw&auml;chung oder Ausschaltung der russischen nuklearen Zweitschlagskapazit&auml;ten ist. Denn es darf nicht vergessen werden, dass bereits im Mai 2024 die Ukraine zwei strategische Fr&uuml;hwarnsysteme in Russland, die den potenziellen Anflug US-amerikanischer strategischer Atomraketen identifizieren sollen, mit Drohnen angegriffen und diese besch&auml;digt wurden. Damit handelt es sich um Angriffe auf zwei strategische Komponenten (strategisches Fr&uuml;hwarnsystem sowie strategische Bomber) der atomaren Zweitschlagsf&auml;higkeit, also der nuklearen Abschreckung, die w&auml;hrend des Kalten Krieges wesentlich daf&uuml;r verantwortlich waren, dass der Kalte Krieg nicht zu einem hei&szlig;en zwischen Ost und West wurde.<\/p><p><strong>Aktualisierung der Nukleardoktrin Russlands<\/strong><\/p><p>Im Jahre 2024 hat Russland nicht nur, aber auch vor dem Hintergrund des ukrainischen Angriffs auf die strategischen Fr&uuml;hwarnsysteme die Nukleardoktrin mit dem Titel &bdquo;<em>GRUNDLAGEN der staatlichen Politik der Russischen F&ouml;deration zur Nuklearen Abschreckung&ldquo;<\/em> erneuert, d.h., die Hemmschwelle f&uuml;r den Einsatz von Nuklearwaffen gesenkt. Siehe dazu auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=125274\">diesen Beitrag auf den NachDenkSeiten<\/a>.<\/p><p>Darin hei&szlig;t es unter Punkt &bdquo;<em>19. Folgende Bedingungen sind f&uuml;r den m&ouml;glichen Einsatz der Nuklearwaffen durch die Russische F&ouml;deration bestimmend:<\/em><\/p><p><em>c) die Einwirkung des Gegners auf kritisch wichtige staatliche und milit&auml;rische Objekte der Russischen F&ouml;deration, deren Ausfall zur Vereitelung der Antworthandlungen der Nuklearstreitkr&auml;fte f&uuml;hrt;&ldquo;.<\/em><\/p><p>Und weiter hei&szlig;t es unter Punkt 11: &bdquo;<em>Eine Aggression gegen die Russische F&ouml;deration und\/oder seine Verb&uuml;ndeten durch einen Nichtnuklearstaat mit der Involvierung oder der Unterst&uuml;tzung durch einen Nuklearstaat wird als ein gemeinsamer Angriff durch sie betrachtet.<\/em>&ldquo; Dieser Punkt bezieht sich v.a. auf die Unterst&uuml;tzung der Ukraine durch westliche Staaten, mithin auch den USA.<\/p><p>Aber auch allein das Wissen der USA um einen solchen Angriff der Ukraine, ohne diese davon abzuhalten, d&uuml;rfte als eine Art Angriff gewertet werden. Aus diesem Grunde hat das Wei&szlig;e Haus, hat der US-Pr&auml;sident Donald Trump im Telefonat mit dem russischen Pr&auml;sidenten Wladimir Putin ein Mitwissen abgestritten. So oder so entsteht durch die partielle Besch&auml;digung oder Zerst&ouml;rung der nuklearen Triade bereits f&uuml;r die andere Seite, hier f&uuml;r die USA, ein strategischer Vorteil. Sicherheitspolitisch jedoch w&auml;chst damit die Gefahr eines atomaren Pr&auml;ventivschlags durch Russland, um einem m&ouml;glichen US-Angriff zuvorzukommen.<\/p><p>Mit anderen Worten: Die Ukraine hat mit ihrem Angriff auf die strategischen Flugzeuge die gesamte Welt einen Schritt n&auml;her an den Abgrund gebracht. So manche im Westen jubelnde und vor Schadenfreude ihr Wasser kaum haltende Journalisten und Politiker kapieren im Zweifel gar nicht, welche Gefahr aus der ukrainischen Drohnenoffensive auf die nukleare Triade Russlands erw&auml;chst. Und ja, selbstverst&auml;ndlich hat die angegriffene Ukraine das v&ouml;lkerrechtlich verbriefte Recht, auch auf russischem Staatsgebiet Gegenangriffe zwecks Neutralisierung der russischen Angriffspotenziale zu realisieren. Und ja, die russische Luftwaffe fliegt wohl auch Angriffe mit TU-95-Bombern auf ukrainische Ziele mit konventionell best&uuml;ckten Marschflugk&ouml;rpern. Die Nutzung strategischer Bomber Russlands ist aus vielen Gr&uuml;nden abzulehnen. Aber ein Grund wiegt besonders schwer: Die Ukraine begr&uuml;ndet damit ihre Drohnenangriffe auf diese fliegenden Plattformen, was auf den ersten Blick auch als nachvollziehbar erscheint.<\/p><p>Aber nicht alles, was nachvollziehbar erscheint oder rechtlich erlaubt ist, ist auch milit&auml;risch oder gar politisch sinnvoll oder gar verantwortbar &ndash; vor allem dann nicht, wenn die Gefahr einer nuklearen Eskalation und damit ein nuklearer Schlagabtausch bef&ouml;rdert wird.<\/p><p>Zweitens wird durch diesen Angriff der ohnehin labile New-Start-Vertrag weiterhin besch&auml;digt. Der New-Start-Vertrag regelt die R&uuml;stungsbegrenzung strategischer Atomwaffen und ihrer Tr&auml;gersysteme, worunter eben auch strategische Atombomber zu fassen sind. Und in jedem R&uuml;stungskontrollabkommen sind auch sogenannte Verifikationselemente, d.h. Kontrollmomente festgehalten, um zu pr&uuml;fen, ob die Gegenseite sich an das Abkommen h&auml;lt. Hierzu z&auml;hlen Vor-Ort-Inspektionen, aber eben auch solche aus dem Luft- und Weltraum. Dieses wiederum bedeutet, dass US-amerikanische sowie russische strategische Atombomber nicht versteckt werden d&uuml;rfen. Sie m&uuml;ssen auch aus der Luft und dem Weltraum via Aufkl&auml;rungsflugzeuge (wobei zun&auml;chst die USA 2020 einseitig aus dem Open-Sky-Vertag, der eine Luftraum&uuml;berwachung erm&ouml;glichte, ausgestiegen sind) und Satelliten permanent gez&auml;hlt werden k&ouml;nnen. Und um eine Z&auml;hlung aus der Luft bzw. dem Weltraum zu erm&ouml;glichen, k&ouml;nnen die strategischen Atombomber nicht in gesicherten Hangars versteckt werden, womit sie im Prinzip schutzlos unter freiem Himmel stehen. <\/p><p>Genau das hat sich die Ukraine als Ziele ihrer Drohnenangriffe zunutze gemacht. Damit stellt dieser Angriff der Ukraine auch einen Angriff auf den bilateralen US-amerikanisch-russischen New-Start-Vertrag dar, dessen Laufzeit ohnehin 2026 enden soll und der bislang angesichts der angespannten Lage zwischen Russland und den USA hinsichtlich der Ukraine keinerlei formelle Verhandlungen &uuml;ber eine Verl&auml;ngerung erfahren hat. Mit der Nicht-Verl&auml;ngerung des Vertrages droht ein R&uuml;stungskontroll-Vakuum, womit einem R&uuml;stungswettlauf im Bereich der strategischen Atomwaffen wieder T&uuml;r und Tor ge&ouml;ffnet wird. Der Angriff auf die russischen strategischen Bomber wird Russland ein weiteres Argument an die Hand gegeben, dieses wichtige Abkommen nicht verl&auml;ngern zu wollen.<\/p><p>Kurzum: Die Schadenfreude in westlichen Redaktionsstuben und bei so manchem Politiker ist v&ouml;llig fehl am Platze. Sie dokumentiert lediglich das kognitive Unverm&ouml;gen, die aus den Angriffen resultierenden Gefahren zu antizipieren. Die USA und insgesamt die westlichen Verb&uuml;ndeten sollten aus Eigeninteresse, d.h. dem Schutz der eigenen Bev&ouml;lkerung, der ukrainischen F&uuml;hrung sehr dezidiert verdeutlichen, dass solche Operationen, die die nuklear-strategischen Kr&auml;fte der Russischen F&ouml;deration betreffen, absolut inakzeptabel sind, soll der Stellvertreterkrieg nicht der konkreten Gefahr ausgesetzt werden, zu einem unmittelbaren (Atom-)Krieg zwischen der NATO und Russland zu eskalieren. Diese Erwartungshaltung ist von der Bev&ouml;lkerung an ihre eigenen Regierungen zu formulieren. Eine Unterst&uuml;tzungsleistung f&uuml;r die Ukraine darf, wie immer man diese auch bewerten mag, mitnichten zu einem bedingungslosen &bdquo;whatever-it-takes&ldquo; degenerieren.<\/p><p><small>Titelbild: Shutterstock \/ Klyona_2<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=133605\">&bdquo;Bundeswehr soll konventionell zur st&auml;rksten Armee Europas werden&ldquo; &ndash; Egal, was es kostet<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=130968\">Weltgeschichte im Zeitraffer: Wo bleibt EU-Europa? &ndash; Sechs Szenarien<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=134378\">&bdquo;Weinerliche Wohlstandsverwahrlosung&ldquo;: Die infamen Reaktionen auf das SPD-Friedenspapier<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=134374\">&bdquo;Hat es nicht gegeben &hellip;&ldquo; &ndash; Desinformation von Au&szlig;enminister Wadephul gegen&uuml;ber dem Bundestag<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/9eadc9c11fda43f995ddb44bfa74a7a9\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 1. 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