{"id":134544,"date":"2025-06-16T10:00:20","date_gmt":"2025-06-16T08:00:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=134544"},"modified":"2026-01-27T11:52:50","modified_gmt":"2026-01-27T10:52:50","slug":"im-ukraine-krieg-geht-es-dem-politischen-westen-keinen-zentimeter-um-grund-und-menschenrechte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=134544","title":{"rendered":"\u201eIm Ukraine-Krieg geht es dem politischen Westen keinen Zentimeter um Grund- und Menschenrechte\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Den Donbass mit eigenen Augen sehen, um zu begreifen, was dort passiert &ndash; deshalb ist <strong>Flo Osrainik<\/strong> &uuml;ber Umwege in die Ostukraine gereist. Der Bestseller-Autor geh&ouml;rt zu den Wenigen in Deutschland, die sich vor Ort selbst ein Bild gemacht haben. F&uuml;r sein aktuelles Buch &bdquo;Donbassdonner &ndash; Ein Reisebericht von der anderen Seite der Geschichte&ldquo; hat sich Osrainik im Donbass umgeschaut und akribisch seine Eindr&uuml;cke festgehalten. Im NachDenkSeiten-Interview spricht er &uuml;ber seine Erlebnisse und findet klare Worte zur westlichen Ukraine-Politik. Von <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7958\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-134544-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250616_Im_Ukraine_Krieg_geht_es_dem_politischen_Westen_keinen_Zentimeter_um_Grund_und_Menschenrechte_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250616_Im_Ukraine_Krieg_geht_es_dem_politischen_Westen_keinen_Zentimeter_um_Grund_und_Menschenrechte_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250616_Im_Ukraine_Krieg_geht_es_dem_politischen_Westen_keinen_Zentimeter_um_Grund_und_Menschenrechte_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250616_Im_Ukraine_Krieg_geht_es_dem_politischen_Westen_keinen_Zentimeter_um_Grund_und_Menschenrechte_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=134544-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250616_Im_Ukraine_Krieg_geht_es_dem_politischen_Westen_keinen_Zentimeter_um_Grund_und_Menschenrechte_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250616_Im_Ukraine_Krieg_geht_es_dem_politischen_Westen_keinen_Zentimeter_um_Grund_und_Menschenrechte_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Marcus Kl&ouml;ckner: Herr Osrainik, es gab eine Zeit, da galt es im Journalismus als Selbstverst&auml;ndlichkeit, beide Seiten eines Konflikts zu Wort kommen zu lassen. In Deutschland fokussiert die Berichterstattung im Ukraine-Krieg nahezu nur auf die Ukraine &ndash; was die Leute auf der russischen Seite der Front sagen, denken und f&uuml;hlen, kommt hier so gut wie nicht an. Sie waren nun im Donbass, auf der russischen Seite. Warum sind Sie dorthin gereist?<\/strong><\/p><p><strong>Flo Osrainik<\/strong>: Aus genau diesem von Ihnen genannten Grund bin ich in das Kriegsgebiet des Donbass gereist: um mir mit meinen eigenen Augen ein Bild zu machen. In der westlichen Berichterstattung ist alles, was den Ukraine-Krieg angeht, im Gro&szlig;en und Ganzen nichts anderes als reine Propaganda der Konzern- und Staatsmedien. Alles das, was um den Krieg passiert, der ja bereits im Jahr 2014 nach dem gegl&uuml;ckten Putsch gegen den damaligen ukrainischen Pr&auml;sidenten und des daraufhin von au&szlig;en sowie gegen die ukrainische Verfassung eingesetzten Putschregimes zur Unterdr&uuml;ckung der russischst&auml;mmigen Bev&ouml;lkerung im Lande begonnen wurde, wird verzerrt oder verdreht dargestellt und teilweise komplett weggelassen. Es ist wie vor und w&auml;hrend eines jeden Krieges, der von der Oligarchie veranstaltet wird. <\/p><p>Und wir wissen ja, dass das erste Kriegsopfer die Wahrheit ist, noch bevor der erste Schuss f&auml;llt. Die Umst&auml;nde verlangen deswegen geradezu nach einer korrekten Darstellung der Ereignisse, wo immer das m&ouml;glich ist, und zwar beginnend mit dem Maidan im Jahr 2013; und im gr&ouml;&szlig;eren Kontext eigentlich schon viel fr&uuml;her, etwa mit dem Zerfall der Sowjetunion und der Wiedervereinigung Deutschlands samt aller gebrochenen Vertr&auml;ge, Vereinbarungen, Versprechen sowie der real- und geopolitischen Heuchelei der doppelten Standards. Und die urspr&uuml;ngliche NATO-Doktrin, die Russen drau&szlig;en, die Deutschen unten und die US-Amerikaner drinnen zu halten, will ich erst gar nicht erw&auml;hnen. Nun gut, jetzt hab ich sie ja doch erw&auml;hnt.<\/p><p><strong>Das w&auml;ren dann die ganz gro&szlig;en Zusammenh&auml;nge. Aber lassen Sie uns auf Ihre Reise fokussieren.<\/strong><\/p><p>Nachdem sich mir die Gelegenheit aufgrund einer Einladung eines russischen Freundes und Kollegen aus Berlin, Ilia Ryvkin, bot, &uuml;ber Moskau nach Donezk zu reisen, musste ich ja schon fast in einem f&uuml;r mich n&auml;chstm&ouml;glichen Zeitfenster in den Donbass &ndash; und zwar auf die Seite der Unabh&auml;ngigkeitsbewegung oder eben der Separatisten, die nach den antirussischen Vorg&auml;ngen in Kiew v&ouml;llig zu Recht auf ihr demokratisches Recht, eben auf das Grundrecht aller Menschen und V&ouml;lker auf Selbstbestimmung bestanden &hellip; und daf&uuml;r mit allen Konsequenzen bis heute einstehen, eben auch mit ihrem Leben. Erlauben Sie mir kurz noch eine Anmerkung?<\/p><p><strong>Bitte.<\/strong><\/p><p>Dieser von den faschistoiden Kr&auml;ften in Kiew begonnene und gef&uuml;hrte Krieg gegen die Unabh&auml;ngigkeit der Menschen im S&uuml;den und Osten des Landes sollte ja dem Machterhalt der Post-Putschisten &uuml;ber die umk&auml;mpften Gebiete dienen und Russland provozieren. Die Sache mit dem Machterhalt rund um den Donbass sieht f&uuml;r Kiew sp&auml;testens seit dem offiziellen Eingriff Moskaus schlecht aus. Dass der vom westlichen Ausland vorbereitete, unterst&uuml;tzte und nach Kr&auml;ften angeheizte Krieg, also die Provokation Russlands &uuml;ber den ukrainischen B&uuml;rgerkrieg, der ein Stellvertreterkrieg war, geklappt hat, wissen wir seit dem Eingriff der Russen auch alle. <\/p><p>Das aber schon wieder Erschreckende dabei: Die &ndash; und ich erlaube mir, hier Klartext zu sprechen &ndash; Chefpsychopathen im Westen sind offensichtlich richtig scharf auf einen (atomaren Welt-)Krieg mit Russland und wissen, in ihren luxuri&ouml;sen Regierungspal&auml;sten und Konzernzentralen bestens abgeschirmt und weit von jeder Front, den Terror des Krieges nur f&uuml;r andere, also f&uuml;r das manipulierte Volk, das dann im Sch&uuml;tzengraben sterben und in den Kellern zittern muss, zu hasspredigen. Wer dann Profit aus allem zieht, wei&szlig; ja auch l&auml;ngst jeder.<\/p><p><strong>Welche Eindr&uuml;cke haben Sie im Donbass gewonnen? Was waren Ihre Beobachtungen?<\/strong><\/p><p>Nachdem wir die Volksrepublik Donezk &ndash; und zwar von links nach rechts und andersrum &ndash; bereist haben, kann ich nur meine Eindr&uuml;cke aus dieser Region wiedergeben. Und diese Eindr&uuml;cke sind zum einen, dass sich die deutliche Mehrheit der Menschen dort zumindest sichtbar von Kiew abgewendet hat. Nun gut, das verwundert nicht, wenn man wei&szlig;, dass der russischst&auml;mmige oder russischsprachige Anteil im S&uuml;dosten des Landes bei bis zu um die 90 Prozent liegt. Trotzdem wollte ich das selber sehen und auch h&ouml;ren, also nicht nur gelesen haben. Ich habe dazu unter anderem auch einen unserer Kontakte und Begleiter, der vor Ort im Einsatz ist, gefragt. Und ich zitiere dazu kurz eine Stelle aus meinem Buch:<\/p><blockquote><p>\n    <em>Bei dem Gitarristen bleiben wir wieder stehen und h&ouml;ren ihm eine Weile zu. Ilia raucht eine Zigarette. Neben uns ist ein Toilettenh&auml;uschen mit einem Wandgem&auml;lde. Eine gl&uuml;ckliche Familie. Ein Mann und eine Frau. In ihrer Mitte die beiden Kinder. Davor liegt ein Kranz aus roten Rosen. Ich will Roman unbedingt noch etwas fragen. Wegen der vielen Flaggen und Symbole, die &uuml;berall zu sehen sind. &raquo;Roman, was passiert, wenn die Ukrainer mithilfe der NATO nach Donezk zur&uuml;ckkommen?&laquo;<\/em><\/p>\n<p>    <em>Er z&ouml;gert keinen Moment und l&auml;chelt mich an. &raquo;Keine Chance!&laquo; &raquo;Okay. Aber was, wenn doch?&laquo; &raquo;Dann k&auml;mpfen wir bis zum Ende.&laquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Und zum anderen blieb der Eindruck oder eben das Wissen, dass die Kinder und Teenager im Donbass mit dem st&auml;ndigen Klang und Donner des Krieges und der Bomben, so wie auch ich es wahrgenommen habe, aufgewachsen sind. Die Kinder und Jugendlichen dort kennen nichts anderes, von Geburt an ist es normal f&uuml;r sie. Und auch dazu f&auml;llt mir aus dem gleichen Kapitel, das von einem Spaziergang durch Donezk handelt, eine Stelle ein:<\/p><blockquote><p><em>Wir kehren um. Schon im Vorbeifahren war mir ein Hochhaus aufgefallen, dessen R&uuml;ckseite ich nun sehe. Ich h&auml;tte es mir denken k&ouml;nnen. Wieso sollte ausgerechnet dieser Turm von Treffern verschont geblieben sein? Ein gro&szlig;es Loch klafft oben in dem abgeschr&auml;gten Dach. Roman l&auml;uft neben mir, Ilia hinter uns. &raquo;Hier wurde einiges getroffen. Im Stadion finden bis auf Weiteres auch keine Spiele statt. Das ist besch&auml;digt. Und gesperrt.&laquo; Es knallt. &raquo;Das war ausgehender Beschuss, der klingt etwas anders als eingehender Beschuss. Jedes Kind hier kennt den Unterschied. Die Kinder k&ouml;nnen dir sogar sagen, welche Waffensysteme das sind.&laquo; &Uuml;bertreibt er? Wobei, die Kinder im Donbass sind mit dem Donnern der Bomben und Granaten aufgewachsen.<\/em><\/p><\/blockquote><p><strong>Wenn man Ihr Buch liest, bekommt man eine Ahnung, unter welcher Gefahr die B&uuml;rger dort leben und dass der Tod ein st&auml;ndiger Begleiter zu sein scheint. Wie haben die Menschen, denen Sie begegnet sind, auf Sie gewirkt?<\/strong><\/p><p>Wir haben darauf geachtet, dass man nicht &uuml;berall mitbekommt, dass ich ein Ausl&auml;nder bin. Jedenfalls, wenn wir uns in der N&auml;he von Milit&auml;rs aufgehalten haben. Dazu muss ich aber auch sagen, dass wir, das hei&szlig;t Ilia und ich, anonym im Donbass waren. In Moskau war das nat&uuml;rlich anders. Wir haben im Donbass in keinem Hotel, sondern in f&uuml;r uns angemieteten Wohnungen gewohnt oder auch eine Nacht in einem &bdquo;Safe House&ldquo; verbracht. Das hei&szlig;t, dass wir dank unseres Hauptkontaktes vor Ort, den Ilia von einer fr&uuml;heren Recherchereise in die Region f&uuml;r sein Buch &bdquo;Russend&auml;mmerung&ldquo; bereits kannte, so gut wie &uuml;berall und durch jeden Checkpoint bis hinter die Front bei Bachmut konnten, ohne auch nur ein Wort sagen oder einen Pass vorweisen zu m&uuml;ssen. Nachdem ich auch kein Russisch spreche, Ilia hat alles &uuml;bersetzt, und unsere Kontakte auch kein oder wenig Englisch konnten, war das alles nicht so einfach. Vieles habe ich auch durch Beobachtungen der Menschen, der Umgebung und der Umst&auml;nde wahrgenommen und beschrieben.<\/p><p><strong>Nochmal zu den Menschen, bitte.<\/strong><\/p><p>Ich tue mich ein wenig schwer, zu sagen, wie die Menschen, und ich versuche dabei nur an Zivilisten und an keine Soldaten und Milizion&auml;re zu denken, unter den Umst&auml;nden des Krieges auf mich gewirkt haben. Die Gefahr des Todes durch Drohnen-, Raketen- oder Artillerietreffer ist zwar da, man h&ouml;rt und sieht sie auch oft genug, aber irgendwie ist trotzdem alles relativ &ndash; auch die Gefahr. Und ich kann ja nicht in die K&ouml;pfe, nur in die Gesichter der Menschen schauen. Irgendwie wirkte alles surreal und doch real. Mariupol und das Stahlwerk dort kamen mir trotz Sonnenschein und blauem Himmel gespenstisch und wie ein Filmset, aber aus echtem Stein, Stahl und Seelen, vor. Die Zivilisten zwischen den Soldaten in Switlodarsk haben mich an meine Zeit in der Armee erinnert. Damals gab es in der Kaserne zivile Angestellte zwischen uns Soldaten. Und Switlodarsk, das von den Ukrainern zur&uuml;ckerobert wurde und viele Soldaten beherbergt, kam mir eben wie eine gro&szlig;e Kaserne mit Zivilisten, darunter Kinder oder ein Harley-Fahrer, vor. Was sollen die Menschen auch machen, aufh&ouml;ren zu leben und weiter in modrigen Kellern ausharren?<\/p><p>Ein Beispiel &uuml;ber Switlodarsk aus dem [Buch, Anm. d. Red.] &bdquo;Donbassdonner&ldquo;:<\/p><blockquote><p><em>Mehr als die H&auml;lfte des Orts ist zerst&ouml;rt. Die Sonne steht tief. Das letzte Licht scheint durch die Ruinen. Die Stra&szlig;en sind sauber. Irgendwie hat hier alles seine Ordnung. Eben wie in einer Kaserne. Ich sehe Soldaten, Zivilisten, Milizion&auml;re. Das Rathaus ist von gro&szlig;en dunklen Tannen umgeben. Von dem Geb&auml;ude daneben stehen nur noch die Mauern. F&uuml;nf Stufen f&uuml;hren zum Eingang des Rathauses hinauf. Die Scheibe der T&uuml;r ist mit Zetteln beklebt. Davor steht eine Frau auf der obersten Stufe. Sie tr&auml;gt ein blaues Kleid. Ihr Stil erinnert mich an die Mode der 1980er\/1990er Jahre im Osten. Eine Hand steckt in der Jackentasche, in der anderen h&auml;lt sie einen Rucksack und ein Kuscheltier. Sie sieht uns. Schaut grimmig. Neben ihr steckt ein kleines M&auml;dchen, von Kopf bis Fu&szlig; in Rosa, den Kopf durch den T&uuml;rspalt. An der Rathausfassade h&auml;ngt eine rote Flagge.<\/em><\/p><\/blockquote><p><strong>Was hat es mit der, wie Sie es nennen, &bdquo;Schreckenskammer des Krieges&ldquo; auf sich, die Sie sich angesehen haben?<\/strong><\/p><p>Ich nehme an, Sie meinen nicht die Asservatenkammer im Regierungsgeb&auml;ude von Donezk, sondern die Gedenkst&auml;tte der Veteranen im Donezker Distrikt Petrovskyi.<\/p><p><strong>Genau.<\/strong><\/p><p>Dort wurde im ersten Stock eines verlassenen Schulgeb&auml;udes ein Bereich zur Mahnung und Erinnerung an die Opfer des Krieges eingerichtet. Genauer gesagt ist dort unter anderem ein abgedunkelter Gedenkraum mit Grabkerzen und Blumen vor Monitoren, auf denen unzensierte Bilder des Todes, das hei&szlig;t von zivilen Opfern &ndash; auch Kindern &ndash; des ukrainischen Beschusses im Donbass seit Kriegsbeginn im Jahr 2014 laufen, zu sehen; von bis auf die Knochen verkohlten Leichen, von ineinander verkeilten Toten, von gesichtslosen K&ouml;pfen und so weiter. Schwer verdaubare Bilder, die man, wenn &uuml;berhaupt, nicht so schnell vergisst. Es sind aber auch alle m&ouml;glichen Kriegszeugnisse, die durch eine T&uuml;re passen, ausgestellt: etwa Soldaten- und Milizausweise mit L&ouml;chern der t&ouml;dlichen Kugel, Helme, Waffen, Patches, Fahnen, Drohnen oder Gebetsb&uuml;cher und andere pers&ouml;nliche Gegenst&auml;nde von K&auml;mpfern aus dem Ukraine-Krieg, aber auch aus der Zeit der Sowjets in Afghanistan und der Besatzung der Region durch Nazi-Deutschland.<\/p><p><strong>Wie hat der Krieg die Menschen im Donbass gepr&auml;gt?<\/strong><\/p><p>Mit ziemlicher Sicherheit sind die meisten Menschen dort in irgendeiner Art und Weise traumatisiert, die Kinder sowieso. Den Krieg und die damit verbundenen Gr&auml;ueltaten vergisst man ein Leben lang nicht. Davon gehe ich stark aus.<\/p><p><strong>Sie sind auch politischer Analyst. Wie ordnen Sie den Krieg in der Ukraine politisch ein? Was passiert dort aus Ihrer Sicht?<\/strong><\/p><p>Oh, an dieser Stelle m&ouml;chte ich den Rahmen nicht sprengen und am liebsten auf mein Vorwort sowie auf mein letztes Buch &bdquo;L&uuml;gen, L&uuml;gen, L&uuml;gen &ndash; Terror, Tyrannei und Weltenbrand als neue Normalit&auml;t der Globalisten&ldquo; verweisen. Der Ukraine-Krieg geh&ouml;rt, wie kurz erw&auml;hnt, in einen gr&ouml;&szlig;eren Kontext. Nur so viel, um es m&ouml;glichst kurz und knapp zu sagen: Im Ukraine-Krieg geht es dem politischen Westen &ndash; und sp&auml;testens nach Corona nehme ich an, dem politischen Osten auch nicht wirklich &ndash; n&auml;mlich keinen Zentimeter um Grund- und Menschenrechte; auch keinen Meter um Freiheit oder die Selbstbestimmung der V&ouml;lker. Es geht auch keinen Kilometer um eine Version irgendeiner angeblichen Demokratie. Daf&uuml;r geht es aber ganz bestimmt um Zehntausende Quadratkilometer an Sch&uuml;rfrechten und Einflusssph&auml;ren der herrschenden Oligarchie sowie um Massenmord und Terror sogenannter und selbsternannter Eliten durch Krieg.<\/p><p><em>Lesetipp: Flo Osrainik: Donbassdonner: Ein Reisebericht von der anderen Seite der Geschichte. Swalmen\/NL, Corage Media, Ver&ouml;ffentlichung 16. Juni 2025, gebundene Ausgabe, 196 Seiten, ISBN 978-9083525914, 22 Euro.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: rospoint\/shutterstuck.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/9dc5ffc0f40c4884ba3704ddc0186527\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den Donbass mit eigenen Augen sehen, um zu begreifen, was dort passiert &ndash; deshalb ist <strong>Flo Osrainik<\/strong> &uuml;ber Umwege in die Ostukraine gereist. 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