{"id":134922,"date":"2025-06-23T13:30:00","date_gmt":"2025-06-23T11:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=134922"},"modified":"2025-06-24T15:16:38","modified_gmt":"2025-06-24T13:16:38","slug":"hier-sind-unsere-wurzeln-dies-ist-unser-land-stimmen-aus-suedbeirut-ueber-die-angriffe-israels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=134922","title":{"rendered":"\u201eHier sind unsere Wurzeln, dies ist unser Land\u201c \u2013 Stimmen aus S\u00fcdbeirut \u00fcber die Angriffe Israels"},"content":{"rendered":"<p>Das Opferfest, Eid al-Adha, ist einer der h&ouml;chsten muslimischen Feiertage, der mit der Haj, der Pilgerfahrt nach Mekka zusammenf&auml;llt. In diesem Jahr fiel das Opferfest auf das gleiche Wochenende wie Pfingsten. Zehntausende Libanesen aus aller Welt flogen nach Beirut, um mit ihren Angeh&ouml;rigen die Feiertage zu verbringen. Doch f&uuml;r die Menschen im S&uuml;den des Landes und in den s&uuml;dlichen Vororten von Beirut sollte es &ndash; wie f&uuml;r die Pal&auml;stinenser im Gazastreifen und im Westjordanland &ndash; nach dem Willen Israels keine Ruhe geben. Ein Bericht von <strong>Karin Leukefeld<\/strong> (Al Qaim\/S&uuml;dbeirut).<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3670\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-134922-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250624-Suedbeirut-ueber-Angriffe-Israels-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250624-Suedbeirut-ueber-Angriffe-Israels-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250624-Suedbeirut-ueber-Angriffe-Israels-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250624-Suedbeirut-ueber-Angriffe-Israels-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=134922-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250624-Suedbeirut-ueber-Angriffe-Israels-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250624-Suedbeirut-ueber-Angriffe-Israels-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Im Viertel um die Al Qaim Moschee[<a href=\"#foot_*\" name=\"note_*\">*<\/a>] in S&uuml;dbeirut<\/strong><\/p><p>Am Vorabend des Eidfestes, am Donnerstagabend (5.\/6. Juni 2025) erhielten die Bewohner in vier Stadteilen von S&uuml;dbeirut Nachrichten auf ihren Mobiltelefonen mit der Aufforderung, ihre H&auml;user an bestimmten gekennzeichneten Orten zu verlassen und sich mindestens 300 bis 500 Meter weit zu entfernen. Die israelische Armee werde diese Geb&auml;ude zerst&ouml;ren, weil sich dort Waffenfabriken der Hisbollah, insbesondere f&uuml;r die Herstellung von Drohnen bef&auml;nden. Belege f&uuml;r die Behauptungen wurden nicht geliefert.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_04-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_04-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" class=\"aligncenter size-large wp-image-134927\" srcset=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_04-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_04-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_04-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_04-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_04-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_04-867x650.jpg 867w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_04-653x490.jpg 653w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_04-327x245.jpg 327w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><br>\n<small>Bild: S&uuml;dbeirut, Al Qaim Viertel. Hier standen zwei Wohnh&auml;user mit 8 Stockwerkenm zerbombt von Israel in der Nacht vom 5. auf den 6. Juni 2025. Foto: Karin Leukefeld<\/small><\/p><p>Die libanesische Armee eilte zu den Orten, sperrte sie ab und begann &ndash; in Absprache mit der UN-Friedensmission UNIFIL &ndash; die angeblichen Waffenfabriken in den Geb&auml;uden ausfindig zu machen. Allerdings kamen sie nicht weit, weil die israelische Armee &ndash; trotz anderslautender Festlegung in der libanesisch-israelischen Waffenstillstandsvereinbarung vom 27. November 2023 &ndash; begann, die Geb&auml;ude zu bombardieren. Die libanesischen Untersuchungstrupps mussten sich zur&uuml;ckziehen, und vor ihren Augen wurde ein Geb&auml;ude nach dem anderen von Israel zerst&ouml;rt. Als die Armee am n&auml;chsten Tag die Orte untersuchte, wurde nichts gefunden, was auf Waffenfabriken unter den H&auml;usern hindeutete. Israel forderte, die Libanesen sollten acht Meter tief graben, berichtet die Mitarbeiterin im Presseb&uuml;ro der Hisbollah. Nichts wurde gefunden, doch dar&uuml;ber wurde in westlichen Medien nichts mehr berichtet.<\/p><p><strong>Garagen im Untergeschoss<\/strong><\/p><p>&bdquo;Sie l&uuml;gen&ldquo;, sagt Herr Fadi zu der israelischen Behauptung, im Keller seines Hauses habe sich eine Waffenfabrik befunden. Vor 20 Jahren habe er die Wohnung in dem Hochhaus in Al Qaim f&uuml;r sich und seine Familie gekauft, und niemals h&auml;tte er seine Familie an einem Ort untergebracht, wo Waffen produziert worden seien. Herr Fadi steht vor einem rauchenden Berg aus Stein und Stahl und schl&auml;gt die H&auml;nde aneinander, um Dreck und Staub abzusch&uuml;tteln. Sein Hemd, Hose und die Schuhe sind ebenfalls voller Staub. &bdquo;Hier haben zwei achtst&ouml;ckige H&auml;user gestanden, auf jedem Stockwerk waren drei Wohnungen und alle, die hier gewohnt haben, wussten, was in den Untergeschossen war. Parkpl&auml;tze f&uuml;r unsere Autos! Schlie&szlig;lich haben hier mehr als 200 Menschen gelebt. Alle wissen, dass Israel l&uuml;gt.&ldquo;<\/p><p>Von den beiden achtst&ouml;ckigen Geb&auml;uden ist ein Tr&uuml;mmerhaufen geblieben. Die vermutlich lasergesteuerten GBU-Bomben &ndash; made in USA &ndash; haben Hab und Gut der Menschen ins Erdreich gerammt. Dar&uuml;ber erhebt sich ein Gewirr aus Beton, Draht und Stahltr&auml;gern, durch das sich Stoff, Boiler, K&uuml;cheneinrichtungen und Wohnutensilien zu einer undefinierbaren Masse herumgewunden haben. Obenauf liegen komplett verbrannte und geschmolzene Autowracks.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_03-1-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_03-1-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" class=\"aligncenter size-large wp-image-134925\" srcset=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_03-1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_03-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_03-1-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_03-1-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_03-1-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_03-1-867x650.jpg 867w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_03-1-653x490.jpg 653w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_03-1-327x245.jpg 327w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><br>\n<small>Bild: S&uuml;beirut, Al Qaim Viertel. Foto: Karin Leukefeld.<\/small><\/p><p>Eine knappe Woche nach dem Angriff steigt noch immer bei&szlig;ender Rauch aus den Tr&uuml;mmern empor. Im Erdgeschoss waren Gesch&auml;fte und auf dem Dach eine Solaranlage, die mit Lithium-Batterien betrieben wurde. &bdquo;Der Rauch kommt von den Batterien&ldquo;, erkl&auml;rt ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes, der mit Kollegen den Bombenkrater abgesichert hat. Sie h&auml;tten versucht zu l&ouml;schen, auch um den Rauch aus den Tr&uuml;mmern zu d&auml;mpfen, doch die schmauchenden Lithium-Batterien w&uuml;rden immer weiter brennen und machten das Atmen schwer. Viele der Vorbeigehenden sch&uuml;tzen sich mit Masken gegen die schlechte Luft.<\/p><p><strong>Wo Schiiten wohnen, bombardiert Israel<\/strong><\/p><p>Die Wohnung von Herrn Fadi war im dritten Stock des hinteren der beiden Wohnblocks. Dort lebte seine Frau mit drei Kindern in einer F&uuml;nf-Zimmer-Wohnung. Als der Sohn Hassan heiratete und das erste Kind geboren wurde, zog seine kleine Familie in ein Haus in der Nachbarschaft, jenseits der Al Qaim Moschee. &bdquo;Seine Wohnung wurde im 66-Tage-Krieg im vergangenen Jahr bombardiert und zerst&ouml;rt&ldquo;, erz&auml;hlt Herr Fadi. Er zeigt auf einen jungen, hochgewachsenen kr&auml;ftigen Mann, der einige Schritte entfernt steht. &bdquo;Das ist mein Sohn, Hassan&ldquo;, sagt er und winkt ihn her&uuml;ber. &bdquo;Wir sind in den S&uuml;den umgezogen, nachdem unsere Wohnung zerst&ouml;rt wurde&ldquo;, berichtet der 31-J&auml;hrige. Sein Vater lacht und meint, sehr viel sicherer sei es um Sur, um Tyrus herum auch nicht. &bdquo;Aber das gilt doch f&uuml;r den ganzen Libanon&ldquo;, meint sein Sohn und zuckt mit den Schultern. &bdquo;&Uuml;berall, wo Schiiten wohnen, bombardiert Israel.&ldquo; In Sur (Tyros, S&uuml;dlibanon) habe er Arbeit gefunden, so k&ouml;nne er die Familie einigerma&szlig;en ern&auml;hren.<\/p><p>Herr Fadi ist 53 Jahre alt und arbeitet seit 20 Jahren in Afrika. In Benin, sagt er auf Nachfrage, in einer Telefongesellschaft. &bdquo;Ich bin heute erst angekommen, weil ich fr&uuml;her keinen Flug bekommen habe&ldquo;, sagt er fast entschuldigend und blickt hin&uuml;ber zu seiner Frau, die versucht, etwas aus den Tr&uuml;mmern zu bergen. &bdquo;Zum Gl&uuml;ck konnte meine Frau alle wichtigen Papiere mitnehmen und auch das Auto noch an einen anderen Ort bringen, sodass es nicht zerst&ouml;rt wurde&ldquo;, sagt er nicht ohne Stolz. Seine Br&uuml;der arbeiteten und lebten in Deutschland, und er habe fr&uuml;her in der Schweiz gearbeitet. &bdquo;Wir m&uuml;ssen unser Land verlassen, um Arbeit zu finden und unsere Familien zu ern&auml;hren. Aber wir m&uuml;ssen und wollen auch wieder zur&uuml;ckkehren, denn hier ist unsere Heimat, die wir nicht verlassen k&ouml;nnen. Hier sind unsere Wurzeln, dieses ist unser Land.&ldquo;<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_01-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_01-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" class=\"aligncenter size-large wp-image-134917\" srcset=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_01-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_01-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_01-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_01-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_01-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_01-975x650.jpg 975w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_01-735x490.jpg 735w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_01-368x245.jpg 368w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><br>\n<small>Bild: Herr Fadi, Foto: Karin Leukefeld<\/small><\/p><p>Deutschland k&ouml;nne ihm vielleicht einen Pass geben, damit er dort wohnen und arbeiten k&ouml;nne, aber nur, um zur&uuml;ckzukehren und sein Land wieder aufzubauen, sagt Herr Fadi. &bdquo;Deutschland, die EU, die USA sollten lieber Israel hier wegholen und dorthin zur&uuml;ckbringen, wo es herkommt&ldquo;, f&auml;hrt er fort. Jeder wisse, dass Netanjahu und die Regierungsmitglieder nicht &bdquo;von hier&ldquo;, sondern aus Europa stammten. Alle h&auml;tten zwei P&auml;sse und k&auml;men &bdquo;aus Deutschland, Russland, aus der Ukraine oder anderen osteurop&auml;ischen L&auml;ndern, nicht von hier&ldquo;. Am Ende st&uuml;nden alle vor Gott, und Gott werde fair zu allen sein, ist Herr Fadi &uuml;berzeugt. Er und die Kinder, seine Frau, sie versuchten jetzt noch, aus den Tr&uuml;mmern etwas zu bergen, dann werde er nach einer neuen Wohnung suchen.<\/p><p><strong>W&uuml;tend auf Amerika<\/strong><\/p><p>Eine &auml;ltere Frau hat dem Gespr&auml;ch zugeh&ouml;rt und sagt, sie habe auch noch etwas zu sagen. Sie sei Hadija und 55 Jahre alt. Ihr Sohn sei mit Frau und zwei Kindern aus Frankreich in den Libanon zur&uuml;ckgekehrt, um wieder hier zu leben. 25 Jahre habe er in Frankreich gelebt, dann sei er zur&uuml;ckgekommen, habe einen kleinen Laden er&ouml;ffnet, sie h&auml;tten in einer Wohnung im zweiten Stock gewohnt. Sie alle seien sehr gl&uuml;cklich gewesen. Vor allem sie habe sich gefreut, weil sie die Enkelkinder um sich wusste. Ihre Schwiegertochter habe ihrer Tochter ein neues Kleid gekauft f&uuml;r das Eid-Fest, wie immer seien die Kinder ganz aufgeregt gewesen. Dann sei diese Drohung von Israel gekommen &ndash; um halb neun abends sei das gewesen &ndash; und alle seien aus der Wohnung gest&uuml;rzt, um sich in Sicherheit zu bringen. Nichts h&auml;tten sie in der Aufregung mitgenommen, die Kinder h&auml;tten so gro&szlig;e Angst gehabt. &bdquo;Das ist ein Verbrechen, was Israel hier macht. Alle diese Kinder, die Leute, die ihnen nichts getan haben, werden verjagt, get&ouml;tet, verlieren alles&ldquo;, sagt sie. Ihr Sohn habe sein Auto in der Garage im Untergeschoss des Hauses geparkt, wie alle im Haus. &bdquo;Was Israel sagt, ist gelogen. Es hat keine Beweise &uuml;ber eine Drohnenfabrik vorgelegt. Immer behaupten sie etwas, nur um zu zerst&ouml;ren.&ldquo;<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_02--scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_02--1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" class=\"aligncenter size-large wp-image-134924\" srcset=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_02--1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_02--300x225.jpg 300w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_02--768x576.jpg 768w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_02--1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_02--2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_02--867x650.jpg 867w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_02--653x490.jpg 653w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_02--327x245.jpg 327w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><br>\n<small>Bild: Frau Hadija, Foto: Karin Leukefeld<\/small><\/p><p>Alle Leute seien w&uuml;tend auf Amerika. Die USA k&ouml;nnten Netanjahu stoppen, t&auml;ten es aber nicht. Weltweit werde Israel von den Leuten verurteilt f&uuml;r das, was es seinen Nachbarn antue, nur Amerika sch&uuml;tze Israel. &bdquo;Wir haben es doch geh&ouml;rt, zuletzt im UN-Sicherheitsrat hat Amerika mit einem Veto einen Waffenstillstand in Gaza verhindert.&ldquo; Genauso mit Libanon, Israel halte das Abkommen zur Waffenruhe nicht ein.<\/p><p>Ihr Sohn und seine Familie wohnten jetzt bei ihr und ihrem Mann, das sei um die Ecke, neben der Moschee. Die Kinder seien traurig, weil sie nicht in ihre Zimmer zur&uuml;ckkehren k&ouml;nnten und alles verloren h&auml;tten. &bdquo;Die Kleine weint um ihr neues Kleid, das sie f&uuml;r das Eid-Fest bekommen hat, der Junge hat seinen Computer verloren, den er auch f&uuml;r die Schule gebraucht hat. Hisbollah hat mit allen Leuten gesprochen, die Sch&auml;den notiert und wird helfen&ldquo;, ist Frau Hadija sicher. Dann sagt sie an die Autorin gewandt: &bdquo;Sie kommen aus Deutschland, das Israel unterst&uuml;tzt, das wissen wir. Aber Deutschland ist Israel egal, sie h&ouml;ren nicht auf Deutschland. Sie h&ouml;ren nur auf Amerika, aber das unterst&uuml;tzt Israel und zerst&ouml;rt unser Leben. Ich sage Ihnen, Amerika ist verantwortlich, Amerika ist der gro&szlig;e Teufel!&ldquo; Dann dreht sie sich um und sagt zu einem Bekannten: &bdquo;Ich bin froh, dass ich (mit der Journalistin) gesprochen habe. Ich habe gesagt, was ich sagen wollte.&ldquo;<\/p><p><strong>Im Viertel kennen sich alle<\/strong><\/p><p>Zwei &auml;ltere M&auml;nner, die f&uuml;r das Viertel um die Al Qaim Moschee wie eine Art Muchtar, Ortsb&uuml;rgermeister, fungieren, kennen Frau Hadija gut. &bdquo;Wir kennen uns alle hier im Viertel&ldquo;, sagt einer der beiden. In den beiden zerst&ouml;rten H&auml;usern h&auml;tten 54 Familien gewohnt, alle seien evakuiert worden. &bdquo;Sie haben alles verloren&ldquo;, sagt er und auf die Frage, wer diesen Menschen hilft, meint er: &bdquo;Manche wohnen jetzt bei Verwandten, andere haben Beirut verlassen und sind in andere Landesteile gegangen.&ldquo; Die Hisbollah habe soweit m&ouml;glich die Sch&auml;den aufgenommen und werde sp&auml;ter helfen, best&auml;tigt er die Angaben von Frau Hadija. Rund um die Moschee seien in den letzten Monaten 30 Geb&auml;ude von Israel zerst&ouml;rt worden, erg&auml;nzt sein Kollege, der sich als Abu Ruda vorstellt. Und er sei &bdquo;Abu Ali&ldquo;, sagt der erste Gespr&auml;chspartner dazu. &bdquo;Und ob Sie oder die Leute in Europa es wissen wollen oder nicht, f&uuml;r uns sind die Zionisten wie der Islamische Staat, wie Daesh. Die kennen nichts als Mord und Zerst&ouml;rung, Gott kennen sie nicht.&ldquo;<\/p><p>Gegen&uuml;ber der Einschlagstelle auf der anderen Stra&szlig;enseite liegt das Gesch&auml;ft von Hassan. Der 29-J&auml;hrige verkauft Mobiltelefone und Zubeh&ouml;r, alles sieht blitzblank aus, die gro&szlig;en Eingangst&uuml;ren aus Glas sind unbesch&auml;digt. Auf die Frage, ob er von dem Bombenangriff gar nicht betroffen sei, lacht er und meint, er habe drei Tage lang geputzt und alles neu geordnet. An der Decke seien einige Platten noch verkohlt, die werde er noch ersetzen. Die Glast&uuml;ren seien gar nicht zerst&ouml;rt worden, sagt Hassan stolz. Er habe den schweren Eisenrolladen vor dem Gesch&auml;ft heruntergelassen und die T&uuml;ren offen gelassen. Das sei inzwischen Allgemeinwissen bei den Leuten. Fenster w&uuml;rden offen gelassen, damit das Glas bei den schweren Detonationen nicht springt.<\/p><p>Niemand wisse, wie es weitergehe, und er und die einfachen Leute im Libanon k&ouml;nnten die Entwicklung nicht beeinflussen, sagt Hassan: &bdquo;Wir m&uuml;ssen warten, bis es eine L&ouml;sung gibt. Vielleicht gibt es wieder Krieg? Vielleicht gibt es Frieden? Wir wissen es nicht.&ldquo; Aber eins sei f&uuml;r ihn und viele andere klar: &bdquo;Wir haben uns vor langer Zeit schon f&uuml;r den Widerstand entschieden&ldquo;, sagt er und meint mit &sbquo;Widerstand&lsquo; die Hisbollah. Von allen Seiten werde Druck auf die Menschen ausge&uuml;bt, den Widerstand zu vergessen, aber das werde nicht funktionieren, ist Hassan &uuml;berzeugt. &bdquo;Wir stehen hinter ihm und er ist f&uuml;r uns da.&ldquo;<\/p><p><small>Titelbild: Karin Leukefeld<\/small><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><small>[<a href=\"#note_*\" name=\"foot_*\">&laquo;*<\/a>] Die Al Qaim Moschee in S&uuml;dbeirut gilt als Moschee der Hisbollah, wo deren Mitglieder und Unterst&uuml;tzer beten. Rund um die Moschee sind tiefe Krater zu sehen. Israelische Bomben haben hier zahlreiche Wohnh&auml;user, Gesch&auml;fte und zivile Infrastruktur zerst&ouml;rt.<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Opferfest, Eid al-Adha, ist einer der h&ouml;chsten muslimischen Feiertage, der mit der Haj, der Pilgerfahrt nach Mekka zusammenf&auml;llt. In diesem Jahr fiel das Opferfest auf das gleiche Wochenende wie Pfingsten. Zehntausende Libanesen aus aller Welt flogen nach Beirut, um mit ihren Angeh&ouml;rigen die Feiertage zu verbringen. Doch f&uuml;r die Menschen im S&uuml;den des Landes<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=134922\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":134920,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,20,171],"tags":[2829,1557,1611,1583,1556,2377,2376,2360],"class_list":["post-134922","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-landerberichte","category-militaereinsaetzekriege","tag-hisbollah","tag-israel","tag-kriegsluegen","tag-libanon","tag-usa","tag-waffenlieferungen","tag-waffenstillstandsabkommen","tag-zivile-opfer"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/250623_titel-scaled.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/134922","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=134922"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/134922\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":134981,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/134922\/revisions\/134981"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/134920"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=134922"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=134922"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=134922"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}