{"id":1350,"date":"2006-06-14T15:04:28","date_gmt":"2006-06-14T13:04:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=1350"},"modified":"2016-02-06T10:19:02","modified_gmt":"2016-02-06T09:19:02","slug":"imk-untersuchung-fur-deutschland-und-europa-deutschland-liegt-bei-den-arbeitskosten-im-mittelfeld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1350","title":{"rendered":"IMK-Untersuchung f\u00fcr Deutschland und Europa: Deutschland liegt bei den Arbeitskosten im Mittelfeld"},"content":{"rendered":"<p>Deutschland liegt bei den Arbeitskosten f&uuml;r die Privatwirtschaft im Mittelfeld der EU15-Staaten &ndash; hinter den meisten nord- und westeurop&auml;ischen Industriel&auml;ndern. 2004 mussten deutsche Arbeitgeber pro geleisteter Arbeitsstunde im Verarbeitenden Gewerbe und im privaten Dienstleistungsbereich 26,22 Euro aufwenden. H&ouml;her liegen die Arbeitskosten in D&auml;nemark, Schweden, Belgien, Luxemburg, Frankreich, den Niederlanden und Finnland &ndash; zwischen 30,70 Euro und 26,80 Euro pro Stunde. Geringf&uuml;gig niedriger als in der Bundesrepublik sind die Arbeitskosten in &Ouml;sterreich (25,30 Euro) und Gro&szlig;britannien (24,70 Euro).<br>\n<!--more--><br>\nEinen deutlicheren Abstand gibt es nur zu den &bdquo;alten&ldquo; EU-Mitgliedern in S&uuml;deuropa sowie zu den mittel- und osteurop&auml;ischen Beitrittsl&auml;ndern. Sehr ungew&ouml;hnlich ist die iminternationalen Vergleich deutliche Spaltung zwischen relativ hohen Arbeitskosten und L&ouml;hnen im deutschen Verarbeitenden Gewerbe und relativ niedrigen Arbeitskosten im Dienstleistungssektor. Das zeigt eine neue Studie des Instituts f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung.<\/p><p>&bdquo;Die Zahlen lassen die These abwegig erscheinen, Deutschland habe aufgrund zu hoher Arbeitskosten Wettbewerbsprobleme auf den Weltm&auml;rkten oder auf den heimischen Absatzm&auml;rkten&ldquo;, sagt PD Dr. Gustav A. Horn, Wissenschaftlicher Direktor des IMK. &bdquo;Eine deutsche Spitzenstellung bei den Arbeitskosten, wie sie bisweilen behauptet wird, ist nicht zu erkennen. Deutschland liegt vielmehr in einem Feld mit seinen wichtigsten Handelspartnern und Konkurrenten&ldquo;, so Horn. Zudem stiegen seit Mitte der neunziger Jahre die Arbeitskosten ebenso wie die Lohnst&uuml;ckkosten in Deutschland deutlich langsamer als in den anderen L&auml;ndern.<\/p><p>Die IMK-Forscher nutzen f&uuml;r ihre Studie, die am heutigen Mittwoch als IMK Report erscheint*, aktuelle Zahlen aus dem neuen Arbeitskostenindex (AKI) der europ&auml;ischen Statistikbeh&ouml;rde Eurostat. Der AKI erlaubt einen konsistenteren internationalen Vergleich auf breiterer Basis als bisher verf&uuml;gbare Datenquellen, die beispielsweise das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) verwendet hat. Zu den Arbeitskosten z&auml;hlen neben dem Arbeitnehmerentgelt die Arbeitgeberanteile an den Sozialbeitr&auml;gen sowie als Arbeitskosten geltende Steuern.<\/p><p><strong>Problematische Spaltung zwischen Industrie und Dienstleistungen<\/strong><\/p><p>Auch eine Besonderheit der deutschen Volkswirtschaft wird in der IMKStudie deutlich: Die Spreizung zwischen den L&ouml;hnen im Verarbeitenden Gewerbe und den L&ouml;hnen im Dienstleistungssektor ist im internationalen Vergleich ungew&ouml;hnlich gro&szlig;.<\/p><p>So sind die Arbeitskosten mit 29,90 Euro pro geleisteter Arbeitsstunde bei industriellen Arbeitern und Angestellten in der Bundesrepublik &auml;hnlich hoch wie in vielen vergleichbaren L&auml;ndern, etwa Schweden, D&auml;nemark, Belgien, Frankreich oder den Niederlanden. Im privaten Dienstleistungssektor liegen die deutschen Arbeitskostenund damit die L&ouml;hne hingegen mit 24,10 Euro deutlich unter denen in den meisten &bdquo;alten&ldquo; EU-L&auml;ndern.<\/p><p>Diese &bdquo;sektorale Spaltung&ldquo; steht in einer engen Wechselwirkung zur flauen deutschen Binnennachfrage, so die IMK-Analyse: Weil der Konsum im Inland nach Jahren der Lohnzur&uuml;ckhaltung lahmt, entwickelten sich einerseits die von der Binnennachfrage abh&auml;ngigen L&ouml;hne im Dienstleistungssektor schw&auml;cher. Andererseits gingen von den vergleichsweise geringen Einkommen keine positiven Impulse auf Binnennachfrage und Konjunktur aus. An diesem Problemkreis &auml;nderten auch die Erfolge der (Export-)Industrie nur wenig, die ihre hervorragende internationale Wettbewerbsposition noch ausbauen konnte. Die Ergebnisse des Arbeitskosten-Vergleichs machten daher zweierlei deutlich, res&uuml;miert IMK-Direktor Horn: &bdquo;Es gibt keinen Grund f&uuml;r niedrigere Lohnzuw&auml;chse in der deutschen Industrie als in den Nachbarl&auml;ndern. Und in den Dienstleistungszweigen besteht sehr wohl ein R&uuml;ckstand bei den L&ouml;hnen.&ldquo;<\/p><p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_imk_report_11_2006.pdf\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_imk_report_11_2006.pdf\">IMK-Report Nr. 11, Juni 2006 [PDF &ndash; 508 KB]<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutschland liegt bei den Arbeitskosten f&uuml;r die Privatwirtschaft im Mittelfeld der EU15-Staaten &ndash; hinter den meisten nord- und westeurop&auml;ischen Industriel&auml;ndern. 2004 mussten deutsche Arbeitgeber pro geleisteter Arbeitsstunde im Verarbeitenden Gewerbe und im privaten Dienstleistungsbereich 26,22 Euro aufwenden. 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