{"id":135189,"date":"2025-06-27T16:00:11","date_gmt":"2025-06-27T14:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=135189"},"modified":"2025-06-27T18:24:06","modified_gmt":"2025-06-27T16:24:06","slug":"leserbriefe-zu-ich-will-nie-wieder-das-wort-voelkerrecht-hoeren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=135189","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eIch will nie wieder das Wort \u201eV\u00f6lkerrecht\u201c h\u00f6ren\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Jens Berger<\/strong> weist <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=134560\">in diesem Kommentar<\/a> auf die &bdquo;doppelten Standards in ihrer skurrilsten Form&ldquo; im Umgang mit dem V&ouml;lkerrecht bei einem Vergleich der Kriege Russland\/Ukraine und Israel\/Iran hin. Das V&ouml;lkerrecht kenne keine Ausnahmen und Sonderregelungen, sondern sei bei dem Gewaltverbot sehr eindeutig. Wer den russischen V&ouml;lkerrechtsbruch anprangere, d&uuml;rfe zum israelischen V&ouml;lkerrechtsbruch nicht schweigen. Zumindest nach Auffassung der deutschen Regierung und der EU seien vor dem V&ouml;lkerrecht nicht alle gleich. Solange man jedoch das &bdquo;V&ouml;lkerrecht rein instrumental, interessengeleitet und selektiv&ldquo; heranziehe, habe es keine Bedeutung mehr. Daher die Forderung: &bdquo;Aber dann schweigt doch bitte, bitte endlich zum V&ouml;lkerrecht&ldquo;. Wir danken f&uuml;r die zahlreichen und interessanten Leserbriefe hierzu. Die nun folgende Auswahl hat <strong>Christian Reimann<\/strong> f&uuml;r Sie zusammengestellt.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Danke Herr Berger,<\/p><p>dem ist eigentlich an Sch&auml;rfe nichts mehr hinzuzuf&uuml;gen&hellip;bis auf eine Sache: Ich n&auml;mlich m&ouml;chte auch nie wieder das Wort &ldquo;Rechtsstaat&rdquo; im Zusammenhang mit Deutschland h&ouml;ren.<\/p><p>Denn eigentlich m&uuml;ssten nun alle (Politik, Medien, Privat), die den v&ouml;lkerrechtswidirigen Angriffskrieg Israel gegen Iran leugnen oder relativieren nach &sect;140, 130, 80 STGB vor Gericht landen. Hierbei muss die Stastanwaltschaft sogar von Amts wegen selbst t&auml;tig werden. Eine Anzeige ist also nicht notwendig. Wird etwas geschehen? Nat&uuml;rlich nicht!<\/p><p>LG<br>\nS. Silber<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>Ihrem Kommentar zum o.g. Thema kann ich voll zustimmen.Wieder einmal wird von unseren Politikern zu einem Thema mit zweierlei Ma&szlig; gemessen. Das Wort &bdquo;V&ouml;lkerrecht&ldquo; wird benutzt, wie man es f&uuml;r seine eigene Politik braucht! Die Einen sind die Guten , die Anderen die Schlechten. Danach werden Anwendung von Gewalt und Verbrechen gehuldigt oder eben angeprangert. Bei soviel Doppelz&uuml;ngigkeitunserer Elite kann man sich nur sch&auml;men!<\/p><p>Guten, ehrlich gemeinten, Tag!<\/p><p>Von unserem Leser B.-R. R.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Redaktion,<\/p><p>dass V&ouml;lkerrecht bzw. Menschenrechte nicht taugen, wussten schon die Nationalsozialisten, stellvertretend ihr prominentester Staatsrechtler:<\/p><p>Carl Schmitt zufolge ist der universelle Anspruch auf Wahrung der Menschenrechte eine Gefahr f&uuml;r die Souver&auml;nit&auml;t von &bdquo;Volk&ldquo; und &bdquo;Raum&ldquo;.<\/p><p>Quelle: Volker Wei&szlig;: Die autorit&auml;re Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes. Klett-Cotta, Stuttgart 2018, S. 208 f.<\/p><p>Freundliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nHarald Artur Irmer<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,&nbsp;<\/p><p>ich teile ihre Auffassung, das die deutsche Politik Elite &lsquo;das V&ouml;lkerrecht rein instrumental, interessengeleitet und selektiv heranzieht&rsquo; uneingeschr&auml;nkt!<\/p><p>Ihre Darstellung des offiziellen Grundes, den Russland f&uuml;r den Einmarsch in die Ukraine angegeben hat, ist allerdings nicht korrekt. Die Vermeidung von NATO Angriffsraketen an der russisch\/ukrainischen Grenze hat sicher eine Rolle gespielt, aber der offizielle Grund war ein anderer. Zuerst erkannte Russland die Donetskrepubliken Donetsk und Luhansk als unabh&auml;ngige Staaten an und berief sich dabei auf den Pr&auml;zedensfall Kosovo. Donetsk und Luhansk baten dann Russland nach Artikel 51 der UN Charta um Unterst&uuml;tzung bei der Verteidigung gegen die ukrainischen Angriffe, denen sie sich in Verletzung der Minsker Abkommen ausgesetzt sahen.<\/p><p>Diese formelle Begr&uuml;ndung entspricht nat&uuml;rlich auch nicht dem V&ouml;lkerrecht, da Russland ja nicht einmal zu dem kleinen Kreis von Staaten geh&ouml;rt, die Kosovo anerkannt haben.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nBernd Meyer&nbsp;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger,<\/p><p>Russlands Eingreifen im B&uuml;rgerkrieg in der Ukraine und&nbsp; Israels Angriff auf den Iran, kann man das wirklich vergleichen?<\/p><p>&ldquo;Russland hat die Invasion der Ukraine mit einem Pr&auml;ventivschlag begr&uuml;ndet. Man sah die eigenen Sicherheitsinteressen durch die Stationierung westlicher Waffensysteme und die drohende NATO-Mitgliedschaft der Ukraine gef&auml;hrdet. Dies mag aus russischer Sicht begr&uuml;ndet gewesen sein, es war jedoch ein klarer Versto&szlig; gegen das Gewaltverbot der UN-Charta.&rdquo;<\/p><p>Das ist nur ein Teil der Vorgeschichte. Der andere ist ein 8-j&auml;hriger B&uuml;rgerkrieg aus Kiew gegen Donezk und Lugansk. Die ideologische Begleitmusik sollte auch nicht vergessen, rassistische Propaganda gegen alles Russische, incl. Verbot von Sprache und Kultur. Da w&auml;re es aus Russlands Sicht geboten einzugreifen, wenn man es aus der moralischen Perspektive betrachtet. Das war aber nicht der Grund f&uuml;r den Einmarsch 2022. Sondern die vorhergehende Unabh&auml;ngigkeitserkl&auml;rung der beiden Regionen und die Bitte an Russland um Unterst&uuml;tzung. Das ist die rechtliche Seite. Wenn man das mit etwas vergleicht, dann besser mit der Separation des Kosovo von Serbien. Und die wird im Westen gefeiert.<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Auch Israel sah die eigenen Sicherheitsinteressen durch das iranische Atomwaffenprogramm gef&auml;hrdet.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Iran hat immer wieder beteuert, dass es kein Atomwaffenprogramm betreibe, da dies den Grunds&auml;tzen des Islam widerspreche. Es gab einen Vertrag zwischen den USA und dem Iran zur internationalen Kontrolle des Iranischen Atomprogramms. Das wurde von den USA einseitig beendet. In Teheran sind immer noch Vertreter des IAEA, die gerade erkl&auml;rt haben, dass bei den Israelischen Angriffen keine Radioaktivit&auml;t ausgetreten sei. Wer ist hier berechenbar und wer ist der Aggressor?<\/p><p>Was die aktuelle Deutsche Politik in Sachen Israel von sich gibt, da will ich gar nicht mehr hinh&ouml;ren. Das ist so irre wie alles andere was sie machen, ob Au&szlig;en- oder Innenpolitik.<\/p><p>Deutschland hat Israel in der Vergangenheit unterst&uuml;tzt. Ob das alles richtig war in den 70 Jahren, kann ich nicht beurteilen. Im Prinzip finde ich es richtig. Aber jetzt sollte man da zwischen dem Land und der Regierung unterscheiden. Jetzt gibt es ein Zionistisches Regime, rassistisch und gewaltt&auml;tig, was etwa dem des ehemaligen&nbsp; Apartheid-Staats S&uuml;dafrika entspricht (um einen in Deutschland unverd&auml;chtigen Vergleich zu bem&uuml;hen). Israel als Staat kann nur &uuml;berleben, wenn es einer einvernehmlichen Zweistaaten-L&ouml;sung zustimmt. Das hat es 70 Jahre lang vers&auml;umt.<\/p><p>Russlands Einmarsch in die Ukraine und Israels Angriff auf&nbsp; den Iran, das ist weder rechtlich noch moralisch vergleichbar. Was sie allerdings verbindet ist, dass der &ldquo;Westen&rdquo; in beiden F&auml;llen seine dreckigen Finger im Spiel hat. Im Kosovo &uuml;brigens ebenso.<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e,<br>\nRolf Henze<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>EINE FESTE BURG<\/p><p>Jahwe sei Dank, es f&uuml;hrt Israel<br>\nweder in Gaza noch jetzt im Iran<br>\nwie schon in Syrien, freu dich, mein Seel,<br>\nstets nach dem V&ouml;lkerrecht, v&ouml;llig human,<\/p><p>niemals zerst&ouml;rerisch oder brutal<br>\nbis zum gerechtesten endlichen Sieg<br>\n&uuml;ber die B&ouml;sen mit feurigem Strahl<br>\nkeinesfalls je einen Angriffs-Krieg!<\/p><p>Immer nur gegen Verbrecher und nie<br>\nselbst als ein solcher und immer mit Grund,<br>\nringsum bedroht von der Autokratie,<br>\nwelche mit Moskau und Peking im Bund<\/p><p>s&auml;mtliche Werte von Freiheit und Recht<br>\nw&uuml;rde vernichten, wenn wir nicht so fest<br>\nst&uuml;nden zusammen in diesem Gefecht<br>\num das zu rettende Menschengeschlecht!<br>\nBrennt sie und jagt sie heraus aus dem Nest,<\/p><p>die M&ouml;rder im Kreml, in allen Pal&auml;sten<br>\ndes Terrors, die Feinde von B&ouml;rse und Bank<br>\nund Reichtum und Wohlstand im goldenen Westen,<br>\nSchalom, gro&szlig;er Jahwe, und Dank!<\/p><p>150625<br>\n(rd)<\/p><p>Mit bestem Dank f&uuml;r Ihre Arbeit,<br>\nRainer Doering<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe NDS, Jens Berger,<\/p><p>wir sollten dabei eines nicht &uuml;bersehen: Der erste V&ouml;lkerrechtsbruch war der US Regime-Change gegen eine korrekt gew&auml;hlte Regierung Yanukovych in der Ukraine auf dem Maidan 2014. Diesen V&ouml;lkerrechtsbruch hat Ru&szlig;land acht Jahre akzeptiert und versucht, den Konflikt auf friedlichem Weg durch Minsk-I\/II zu l&ouml;sen. Als Selenskij 2022 vom Westen f&uuml;r seinen Vertreibungskrieg im Donbass und einen offenen Krieg gegen Ru&szlig;land Atomwaffen vom Westen forderte, mu&szlig;te Ru&szlig;land pr&auml;ventiv mit einer Speziellen Milit&auml;roperation eingreifen, um sich und die russische Bev&ouml;lkerung im Donbass zu sch&uuml;tzen. Die SMO Ru&szlig;lands war also kein Bruch des V&ouml;lkerrechts und kein Angriffskrieg, sondern eine notwendige Verteidigungsma&szlig;nahme, die erst durch V&ouml;lkerrechtsbr&uuml;che und EU-Betr&uuml;gereien &ndash; Merkel\/Hollande, Minsk I\/II &ndash; gegen Ru&szlig;land notwendig wurden.<\/p><p>Dass sich die russische Bev&ouml;lkerung im Donbass und vier Oblasten in der Ukraine durch Wahlen und Referenden f&uuml;r einen Austritt aus der Ukraine und einen Eintritt in die RF entschieden, lag an einem acht Jahre w&auml;hrenden Krieg des Selenskij-Regimes gegen den Donbass und die v&ouml;llige Entrechtung dieser Russen in der Ukraine. Auch das war ein V&ouml;lkerrechtsbruch der Ukraine gegen einen Gro&szlig;teil seiner eigenen Bev&ouml;lkerung! Keine der 18 Sanktionen der EU gegen Ru&szlig;land ist vom V&ouml;lkerrecht gedeckt. F&uuml;r keine gab es eine UN-Entscheidung!<\/p><p>Dagegen gibt es in Beziehung zu Israel nichts &ndash; aber auch gar nichts &ndash; gegen den Ukraine-Konflikt zu relativieren oder zu pauschalieren. Israel hat bereits vor dem 7. Oktober 2023 den Schutz des V&ouml;lkerrechts f&uuml;r die pal&auml;stinensische Bev&ouml;lkerung unz&auml;hlige Male gebrochen. Die Hamas-Operation war ein verzweifelter Ausbruch aus dem ummauerten &ldquo;Open Air&rdquo;-Gef&auml;ngnis Gaza. Heute ist Israel verantwortlich f&uuml;r 100.000 ermordete Pal&auml;stinenser, meist Frauen und Kinder, unz&auml;hlige verkr&uuml;ppelte Kinder und einen Genozid am pal&auml;stinensischen Anteil seiner eigenen Bev&ouml;lkerung. Dieser Genozid und das damit verbundene Ethnic Cleasing zur Schaffung eines &ldquo;rassistisch reinen j&uuml;dischen Staates&rdquo; sind schwerste V&ouml;lkerrechtsverbrechen.<\/p><p>Der j&uuml;ngste Angriff Israels auf den Iran war ein aggressiver Angriffskrieg und damit ein V&ouml;lkerrechtsbruch, der durch nichts zu rechtfertigen ist. Die USA und die EU sind durch Unterst&uuml;tzung Israels an diesem V&ouml;lkerrechtsbruch und dem Genozid in Gaza sowie allen damit in Verbindung stehenden Verbrechen Israels mitschuldig! Die massive Operation des Iran auf Israel ist eine milit&auml;rische Verteidigungsma&szlig;nahme gegen die Aggression eines verbrecherischen Regimes in Israel &ndash; ohne Wenn und Aber!<\/p><p>Es ist au&szlig;erdem nicht relevant, ob der Iran je Atomwaffen herstellt oder nicht. Da Israel Atomwaffen besitzt (Samson-Option), die nicht deklariert sind, w&uuml;rde der Iran niemals solche Waffen einsetzen k&ouml;nnen. Dagegen kann weder Trump noch Israel dem Iran die Entwicklung eines eigenen, vollst&auml;ndigen, nuklearen Brennstoff-Zyklus und dessen friedliche Nutzung verbieten. Auch das ist gegen das V&ouml;lkerrecht.<\/p><p>Ziehen wir am Ende ein Fazit:&nbsp; Alle V&ouml;lkerrechtsbr&uuml;che wurden vom Westen und der EU, auch Deutschland, begangen. Ru&szlig;land und der Iran halten sich dagegen strikt an das V&ouml;lkerrecht und die UN-Entscheidungen. Wischen wir nicht einfach das V&ouml;lkerrecht weg, sondern sorgen wir mit aller Macht daf&uuml;r, da&szlig; es wieder strikt eingehalten wird und verhelfen wir der UN wieder zu dem Status den sie einst hatte. Sie ist das Einzige, was wir global haben!<\/p><p>Gr&uuml;&szlig;e<br>\nvon unserem Leser R.O.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Nachdenkseiten, Jens Berger,<\/p><p>Die Bewertungen und die respektiven Solidarit&auml;ts- bzw. Verdammungsadressen seitens der Wertewestens sind v&ouml;llig koh&auml;rent und folgerichtig. Man sollte nur nicht das V&ouml;lkerrecht oder UN-Charta zur Richtschnur nehmen. Wie jedes Recht, kommt auch das V&ouml;lkerrecht recht eigentlich erst zu sich, wenn es gilt, einen Bruch desselben zu reklamieren. Anders gesagt: Ein Recht, gegen das nie versto&szlig;en wird, nie infrage gestellt wird, also nie *herausgefordert* wird, w&auml;re als solches sinnlos. Zu einem Recht geh&ouml;rt immer eine Judikative und eine Exekutive &ndash; geh&ouml;rt also letztendlich *Gewalt*. Die Missachtung des V&ouml;lkerrechts gibt es so lang wie ebendieses V&ouml;lkerrecht selbst. Bewehrt ist das V&ouml;lkerrecht mit Verurteilung (durch UN-Gremien), Verh&auml;ngung von Sanktionen, Blauhelm-Eins&auml;tzen. Verurteilungen sind ein Witz; Sanktionen werden unterlaufen\/umgangen; Blauhelme *beenden* keine v&ouml;lkerrechtswidrige Aktionen, stellen keinen status quo ante her.<\/p><p>Dies gesagt, steht alles &ldquo;V&ouml;lkerrechtsbruch!!&rdquo;-Geschrei bestenfalls als Hohlphrasen-Drusch da, als rein deklarativer Rekurs auf eine von Beginn kompromittierte Instanz und Institut.<\/p><p>Die g&uuml;ltige Richtschnur der wertewestlichen virtuellen Erzengel und ihrer Heerscharen (Schlag&rsquo; nach bei Milton!) ist der unhintergehbare Glaube ans unver&auml;u&szlig;erliche Menschenrecht auf freie gesch&auml;ftliche Entfaltung. Das &ldquo;Happiness&rdquo; im &ldquo;Pursuit of Happiness&rdquo; in der Pr&auml;ambel der US-Verfassung meint nichts anderes als _GUTE GESCH&Auml;FTE_. Jeder, gleich, ob einfacher Konsument oder Staatsverfassung, der diesen &ldquo;Pursuit of Happiness&rdquo; behindert, gar negiert, auf irgend eine Weise dem Markt-Wert-Kapital-Rad in die Speichen greift, ist Feind, ist recht eigentlich b&ouml;se. Vollends verschissen hat, wer in der Verfolgung des eigenen Weges auf selbsterfundene, im Wertewesten un&uuml;bliche Greuel verf&auml;llt, dieselben gar noch religi&ouml;s oder anderwie mythisch aufbrezelt. Das ist dann so b&ouml;se, b&ouml;ser geht &lsquo;s nicht.<\/p><p>Ich selbst nehme mich nicht aus, auch ich bin wertewestlich-christlich sozialisiert, das volle Programm. Da kann ich jetzt kritisch und sarkastisch posieren &ndash; allein *dass* ich das einigerma&szlig;en ohne Gefahr f&uuml;r Leib und Leben tun kann, &ldquo;verdanke&rdquo; ich dem wertewestlichen Erzengel-R&eacute;gime. Dennoch wird meine &ldquo;relative Dankbarkeit&rdquo; nicht so weit gehen, dass ich auf einen, nun wirklich ganz doll endg&uuml;ltigen, Endsieg der wertewestlichen Heerscharen hoffte. Dazu ist mein &hellip; sagen wir &lsquo;s ganz nett. Misstrauen gegen Konkurrenz, Vorteil, Wert und Leistung doch zu gro&szlig;.<\/p><p>Herzlich<br>\nStephan Kendzia<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Tag Herr Berger,<\/p><p>Sie haben recht, man sollte dieses Wort eigentlich aus dem Vokabular streichen. Es ist schon etwas witzig, dem Iran eine Atombombe andichten zu wollen, seit nunmehr &uuml;ber 40 Jahren. Doch selbst wenn sie eine h&auml;tten, was sollte dann passieren?<\/p><p>Die Iraner haben abseits der Rhetorik definitiv Besseres zu tun als sie dann sofort &uuml;ber Israel abzuwerfen. Denn der Iran ist ein aufstrebendes Land, ebenso wie z.B. Russland oder China aufstrebende L&auml;nder sind. Das versteht man im Westen nicht, da man sich dort, ausgehend von der absoluten Weltherrschaft, im Niedergang befindet.<\/p><p>Wirtschaftlich l&auml;uft es vielleicht noch recht gut, doch man verliert Marktanteile, die nie wieder zur&uuml;ckkommen werden. Wie auch, wenn selbst die Wirtschaft nur noch dazu dient die Superreichen noch reicher zu machen? Andere ihre Gewinne dagegen eher f&uuml;r die realwirtschaftliche Entwicklung verwenden.<\/p><p>Also &bdquo;verteidigt&ldquo; man sich mal wieder vorw&auml;rts. Am Beispiel Israels kann man auch wunderbar sehen, man kann aufr&uuml;sten, auch mental, wie man will. Entspannter l&auml;uft es dadurch nicht, sondern es passiert eher das Gegenteil. Gaza, Libanon, Syrien, mit fast allen hat man dort Stress und bem&uuml;ht sich rundum maximale &Uuml;berlegenheit zu demonstrieren. Wie auch im Westjordanland, das man schon so lange besetzt h&auml;lt, dass man ernsthaft glaubt dort walten zu k&ouml;nnen, wie es beliebt. Ein jahrhundertelang erprobtes kolonial gepr&auml;gtes Vorgehen des Westens. Ob f&uuml;r Gott, Land oder Shareholder.<\/p><p>Wie es mit dem Iran ausgeht, wei&szlig; man nicht. Normalerweise bekriegt man sich ein paar Runden, h&ouml;rt irgendwann damit auf und erkl&auml;rt sich beidseitig zum Sieger. Ansonsten muss der Iran die Aggression nur aushalten, was nun wirklich nicht gerade eine St&auml;rke der westlichen Gedankenwelt ist. Daher ist es f&uuml;r mich etwas unverst&auml;ndlich, dass man nun einseitig auf einen Regimechange dort setzt.<\/p><p>Es ist interessant, was man heute so alles als Verteidigung verkauft, so ungef&auml;hr wird es wohl auch t&ouml;nen, wenn die NATO in ein paar Jahren irgendwo angreift. Einfach weil der &bdquo;Feind&ldquo; noch da ist oder schlicht falsch regiert wird.<\/p><p>Wir befinden uns kriegslogistisch nun im Jahr 1935, um mal einen Fetzen greifbare Geschichte zu bem&uuml;hen. Die Rollen sind verteilt, ein Krieg ist fest eingeplant und es geht ans Aufr&uuml;sten, ohne R&uuml;cksicht auf Verluste. Es beruhigt mich dabei nur minimal, dass westliche Politiker wohl auch diese &bdquo;Aufbauma&szlig;nahme&ldquo; wie gewohnt in den Sand setzen werden. Denn dann muss die schlechte Vorbereitung, zusammen mit der stets gegebenen Planlosigkeit halt mit einem festeren &bdquo;Mindset&ldquo; ausgeglichen werden.<\/p><p>Ich hatte vor der BT-Wahl gewarnt, dass sie die letzte M&ouml;glichkeit ist unserer angeblich demokratischen Parteien und deren Hinterleute aufzuhalten. Jetzt, ein paar monumentale Wortbr&uuml;che sp&auml;ter, befinden wir uns endg&uuml;ltig in der letzten Phase vor dem Krieg. Daran werden auch Manifeste von ein paar &ldquo;SPD-Opas&rdquo; nichts &auml;ndern.<\/p><p>Auch dieser Krieg wird mit dem gleichen &bdquo;V&ouml;lkerrecht&ldquo; begr&uuml;ndet werden, wie Israels &Uuml;berfall auf den Iran. Man wird wie immer auf einen Regimechange setzen (m&uuml;ssen). Denn wirklich besiegen kann der Westen auch Russland oder China nicht, diesmal halt wegen der Atomwaffen.<\/p><p>Der Punkt ist aber: Man f&auml;ngt Kriege nur mit dem letzten Strohhalm (also dem kurzfristigen kompletten Zusammenbruch des Gegners) als Hoffnungstr&auml;ger an. Wie man an Israels Aktion sieht, verbreitet man allein damit allseits Gelassenheit\/&Uuml;berlegenheit.<\/p><p>Zum Nachdenken kommen nur noch Wenige, die Masse &bdquo;w&auml;hlt&ldquo; sich gedankenverloren in den Krieg. In Anf&uuml;hrungsstrichen, denn es gibt praktisch keine Wahl, sie ist auch nicht vorgesehen. Man muss das &ldquo;V&ouml;lkerrecht&rdquo; nur noch allen Kunden glaubhaft machen und ist damit offensichtlich schon recht weit gekommen.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nKai P.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger<\/p><p>Hier sind einige &Uuml;berlegungen zum V&ouml;lkerrecht<\/p><p>Der Begriff V&ouml;lkerrecht ist etwas irref&uuml;hrend, denn er suggeriert, dass hier ein Rechtssystem existiert, was nicht der Fall ist. Zu einem Rechtssystem geh&ouml;rt die Gesetzgebung, die Rechtsprechung und die Exekutive. Die Gesetzgebung des V&ouml;lkerrechts wird nicht von V&ouml;lkern gew&auml;hlter bzw. legitimierter Vertreter erstellt, sondern ist ein Konglomerat durchaus sinnvoller Regelungen, die sich im Zusammenleben von V&ouml;lkern entwickelt haben und von &bdquo;Experten&ldquo; weiter entwickelt wurden und das von vielen L&auml;ndern anerkannt wird. Der Internationale Gerichtshof urteilt nach diesen Grunds&auml;tzen, was auch nicht ganz unproblematisch ist, wenn man an die Entstehung des V&ouml;lkerrechts und an die Nominierung der Richter denkt.<\/p><p>Die Exekutive der einzelnen L&auml;nder setzt diese Urteile um, wenn die L&auml;nder das System &bdquo;V&ouml;lkerrecht&ldquo; anerkennen. Was beim System &bdquo;V&ouml;lkerrecht&ldquo; fehlt, ist eine eigene, von allen Staaten anerkannte und unterst&uuml;tzte Exekutive. Es m&uuml;sste eine Exekutive sein, die so m&auml;chtig ist, dass sie die Gerichtsbeschl&uuml;sse gegen&uuml;ber Staaten durchsetzten kann. Davon sind wir weit entfern, denn gerade die Gro&szlig;m&auml;chte, die Atomwaffen besitzen, unterwerfen sich nicht der Gerichtsbarkeit des Internationalen Gerichtshofs und sch&uuml;tzen verb&uuml;ndete Staaten, wenn diese vor dem Gerichtshof angeklagt werden.<\/p><p>Ein Gerichtsurteil wird in den meisten Konfliktf&auml;llen zwischen Staaten nicht gef&auml;llt, sondern es werden Einsch&auml;tzungen von &bdquo;Experten&ldquo; der Konfliktparteien vorgenommen. Dies macht das V&ouml;lkerrecht zu einem politisch geleiteten und daher untauglichen Instrument in der Beurteilung von Konflikten.<\/p><p>Aktuelle Beispiele ist die Beurteilung des Ukrainekrieges und des Gazakonfliktes. Gleiches Vorgehen der Konfliktparteien wird unterschiedlich beurteilt bzw. toleriert, je nachdem von welchen Staaten geurteilt wird. Die USA sanktionieren sogar die Richter des internationalen Gerichtshofs.<\/p><p>Bei uns herrscht Einigkeit dar&uuml;ber, dass Putin gegen das V&ouml;lkerrecht versto&szlig;en hat. Das ist aber nur eine (wahrscheinlich richtige) &sbquo;Einsch&auml;tzung. Ma&szlig;geblich w&auml;re aber eine gerichtliche Entscheidung, die aber nicht vorliegt. In einem Rechtssystem z&auml;hlt nicht die subjektive Einsch&auml;tzung von &bdquo;Experten&ldquo;, sondern es gilt nur das Urteil des Gerichts. Bevor ein Gericht ein Urteil f&auml;llt, pr&uuml;fte es alle Aspekte eines Falles und f&auml;llt dann ein Urteil. Das liegt hier nicht vor. Wie wir alle wissen, k&ouml;nnen unsere Urteile bez&uuml;glich eines Sachverhalts sehr stark vom Gerichtsurteil abweichen.<\/p><p>Es ist daher problematisch, wenn man sich im Krieg in der Ukraine oder in Gaza oder dem Konflikt zwischen Israel und dem Iran auf das V&ouml;lkerrecht beruft, denn man macht sich damit zum Richter. Danach kommt &nbsp;auch immer wieder die Aussage, dass man Putin den Versto&szlig; gegen das V&ouml;lkerrecht nicht durchgehen lassen und das Recht des St&auml;rkeren nicht die St&auml;rke des Rechts besiegen darf., Damit nimmt man auch noch die Position der Exekutive ein. Es wird damit auch der Eindruck erweckt, dass man in der Lage ist, das &bdquo;V&ouml;lkerrecht&ldquo; durchzusetzen, indem man Putin besiegt, Mit dieser Aussage macht man Verhandlungen unm&ouml;glich, indem man die Tatsache verdeckt, dass es um Machtinteressen auf beiden Seiten geht und nur eine diplomatische L&ouml;sung den Krieg beenden kann.<\/p><p>Das hatten die Konfliktparteien in fr&uuml;heren Zeiten durchaus im Blick, denn es wurde weitgehend bei uns nach dem Motto, Wandel durch Ann&auml;herung gehandelt und es wurden die Interessen auch der Gegenseite, damals der Sowjetunion, anerkannt und ber&uuml;cksichtigt.<\/p><p>Die Angst vor einem Atomkrieg sicherte unseren Frieden. Diese Angst hat sich in den letzten Jahren verringert mit dem Argument, Putin wird die Atomwaffe nicht einsetzen. Der Krieg in der Ukraine ist Folge dieser neuen konfrontativen Politik, an dem die Politiker des Westens aktiv beteiligt sind.<\/p><p>Die Idee eines V&ouml;lkerrechts ist positiv zu beurteilen, momentan dient der Verweis auf das V&ouml;lkerrecht allerdings nur dazu, die Interessen der Politiker der beteiligten Staaten vor den eigenen W&auml;hlern zu legitimieren und ein Klima zu schaffen, das Kriege rechtfertigt.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nNorbert Klose<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Jens Berger<\/strong> weist <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=134560\">in diesem Kommentar<\/a> auf die &bdquo;doppelten Standards in ihrer skurrilsten Form&ldquo; im Umgang mit dem V&ouml;lkerrecht bei einem Vergleich der Kriege Russland\/Ukraine und Israel\/Iran hin. Das V&ouml;lkerrecht kenne keine Ausnahmen und Sonderregelungen, sondern sei bei dem Gewaltverbot sehr eindeutig. Wer den russischen V&ouml;lkerrechtsbruch anprangere, d&uuml;rfe zum israelischen V&ouml;lkerrechtsbruch nicht schweigen. Zumindest<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=135189\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-135189","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/135189","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=135189"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/135189\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":135262,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/135189\/revisions\/135262"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=135189"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=135189"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=135189"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}