{"id":135712,"date":"2025-07-08T12:00:38","date_gmt":"2025-07-08T10:00:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=135712"},"modified":"2025-07-08T16:46:33","modified_gmt":"2025-07-08T14:46:33","slug":"bundesregierung-will-nichts-tun-um-deutsche-unternehmen-vor-den-folgen-der-illegalen-us-sanktionen-gegen-kuba-zu-schuetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=135712","title":{"rendered":"Bundesregierung will nichts tun, um deutsche Unternehmen vor den Folgen der illegalen US-Sanktionen gegen Kuba zu sch\u00fctzen"},"content":{"rendered":"<p>In der letzten Woche hat die US-Regierung in ihrem einseitigen Wirtschaftskrieg gegen Kuba die Zwangsma&szlig;nahmen massiv verst&auml;rkt. Ziel ist, einen Einbruch des kubanischen Bruttoinlandsprodukts um 25 Prozent zu verursachen. Da Deutschland seit Jahren in den Vereinten Nationen gegen die US-Blockade stimmt und deren sofortige und bedingungslose Aufhebung fordert, wollten die <em>NachDenkSeiten<\/em> wissen, ob die aktuelle Bundesregierung bei der Einsch&auml;tzung der Vorg&auml;ngerregierungen bleibt, dass die US-Sanktionen gegen Kuba v&ouml;lkerrechts- und menschenrechtswidrig sind. Zudem kam die Frage auf, was die Bundesregierung tut, um deutsche Unternehmen, die Opfer der extraterritorialen Anti-Kuba-Sanktionen der USA werden und in Folge Auftr&auml;ge in Millionenh&ouml;he verlieren, zu sch&uuml;tzen. Die Antwort geriet zum Sinnbild bundesdeutscher Unterw&uuml;rfigkeit gegen&uuml;ber den USA. Von <strong>Florian Warweg<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5031\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-135712-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250708_Bundesregierung_will_nichts_tun_um_deutsche_Unternehmen_vor_den_Folgen_der_illegalen_US_Sanktionen_gegen_Kuba_zu_schuetzen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250708_Bundesregierung_will_nichts_tun_um_deutsche_Unternehmen_vor_den_Folgen_der_illegalen_US_Sanktionen_gegen_Kuba_zu_schuetzen_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250708_Bundesregierung_will_nichts_tun_um_deutsche_Unternehmen_vor_den_Folgen_der_illegalen_US_Sanktionen_gegen_Kuba_zu_schuetzen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250708_Bundesregierung_will_nichts_tun_um_deutsche_Unternehmen_vor_den_Folgen_der_illegalen_US_Sanktionen_gegen_Kuba_zu_schuetzen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=135712-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250708_Bundesregierung_will_nichts_tun_um_deutsche_Unternehmen_vor_den_Folgen_der_illegalen_US_Sanktionen_gegen_Kuba_zu_schuetzen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250708_Bundesregierung_will_nichts_tun_um_deutsche_Unternehmen_vor_den_Folgen_der_illegalen_US_Sanktionen_gegen_Kuba_zu_schuetzen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/_pL2waRkaqE\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p><strong>Hintergrund<\/strong><\/p><p>In dem am 30. Juni <a href=\"https:\/\/www.whitehouse.gov\/fact-sheets\/2025\/06\/fact-sheet-president-donald-j-trump-strengthens-the-policy-of-the-united-states-toward-cuba\/\">ver&ouml;ffentlichten<\/a> Memorandum zur nationalen Sicherheit (NSPM) mit dem Titel &bdquo;Versch&auml;rfung der Politik der USA gegen&uuml;ber Kuba&rdquo; k&uuml;ndigte das Wei&szlig;e Hause eine ganze Reihe neuer Restriktionen an. So will die Trump-Regierung zum Beispiel &bdquo;direkte und indirekte&rdquo; Finanztransaktionen von Unternehmen unterbinden, die von der kubanischen Regierung kontrolliert werden. Das betrifft auf der Karibikinsel so ziemlich alle Unternehmen vom Lebensmittel- &uuml;ber den Energie- bis zum Gesundheitssektor. Ausnahmen sollen lediglich f&uuml;r Geld&uuml;berweisungen gelten, &bdquo;die den politischen Zielen der USA dienen&ldquo;. Zudem wollen die USA das bereits existierende gesetzliche Verbot von touristischen Reisen aus den USA nach Kuba noch strikter kontrollieren und durchsetzen, indem alle reisebezogenen Geld&uuml;berweisungen aufgezeichnet und mindestens f&uuml;nf Jahre lang gespeichert werden.<\/p><p>Laut dem Kuba-Experten Edgar G&ouml;ll wird allein die Entscheidung von Trump im Zuge der Sanktionsversch&auml;rfung, dass der kubanische Finanzdienstleister Orbit keine &Uuml;berweisungen mehr von in den USA lebenden Kubanern an Familienangeh&ouml;rige in Kuba entgegennehmen darf, die sogenannten &bdquo;remesas&ldquo;, einen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts um <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2025\/07\/275953\/usa-verschaerfen-blockade\">sch&auml;tzungsweise 25 Prozent<\/a> verursachen.<\/p><p>Verkauft wird das Ganze vom Wei&szlig;en Haus im besten Gringo-Zynismus als &bdquo;F&ouml;rderung eines stabilen, prosperierenden und freien Kubas&ldquo;. <\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250708-bpk-Screen1.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250708-bpk-Screen1.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Die US-Blockade gegen Kuba ist einer der wenigen Bereiche, in denen selbst engste Verb&uuml;ndete wie die EU-L&auml;nder, Japan oder auch die sonst immer im Sinne Washingtons stimmenden Ministaaten unter US-Protektorat wie die Marshallinseln oder Palau gegen die USA stimmen. <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124005\">Bei der letzten diesbez&uuml;glichen Abstimmung<\/a> in der UN-Vollversammlung im Oktober 2024 votierten 187 Staaten f&uuml;r die von Kuba vorgelegte Resolution mit dem Titel &bdquo;Notwendigkeit der Aufhebung des von den Vereinigten Staaten von Amerika gegen Kuba verh&auml;ngten Wirtschafts-, Handels- und Finanzembargos&rdquo;, in welcher &bdquo;das sofortige und bedingungslose Ende der US-Blockade gegen Kuba&ldquo; gefordert wird. Lediglich die USA und Israel stimmten gegen die Resolution, ein einziges Land, Moldawien, enthielt sich.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250708-bpk-Screen2.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250708-bpk-Screen2.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Was die USA von dem beinahe einhellig erfolgten Stimmverhalten in den Vereinten Nationen halten, wird auch in dem aktuellen Trump-Memorandum deutlich gemacht: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die NSPM unterst&uuml;tzt das Wirtschaftsembargo gegen Kuba und lehnt Forderungen in den Vereinten Nationen und anderen internationalen Foren nach dessen Aufhebung ab.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Die massiven Auswirkungen der illegalen US-Sanktionen auf deutsche und andere europ&auml;ische Banken, Unternehmen und Vereine<\/strong><\/p><p>Jede Transaktion, jeder Handel mit Kuba kann von Washington, genauer gesagt vom US-Finanzministerium und dem ihm unterstellten OFAC, dem US-Amt zur Kontrolle von Auslandsverm&ouml;gen<em>,<\/em> mit der Verh&auml;ngung von horrenden Strafsummen geahndet werden. Diese sind zwar vollkommen illegal, aber vor die Entscheidung gestellt, diese zu zahlen oder den Zugang zum US-Markt zu verlieren, entscheiden sich nat&uuml;rlich fast alle Unternehmen und Banken zu entsprechenden &bdquo;Strafzahlungen&ldquo;. Daneben haben diese Strafzahlungen vor allem eine pr&auml;ventiv-abschreckende Wirkung auf Drittstaaten. Potenzielle und interessierte Investoren, Wirtschaftspartner, Banken, Versicherungen und Unternehmen sehen angesichts der drohenden US-Zwangsma&szlig;nahmen inzwischen fast ausnahmslos davon ab, sich &uuml;berhaupt in Kuba wirtschaftlich zu engagieren.<\/p><p>Anbei eine kleine <a href=\"https:\/\/cubaminrex.cu\/sites\/default\/files\/2023-10\/INFORME%20CONTRA%20EL%20BLOQUEO%202023.pdf\">Auswahl<\/a> der bisher von den USA erzwungenen Strafzahlungen, Kontosperrungen oder anderer Zwangsma&szlig;nahmen gegen deutsche und europ&auml;ische Unternehmen, Banken und Vereine seit 2013:<\/p><p>2013:<\/p><ul>\n<li>Die deutsche Heavy-Metal-Band COR sammelte &uuml;ber eine Spendenplattform im Internet etwa 8.000 Euro f&uuml;r eine Tour nach Kuba. Doch PayPal, mit Verweis auf die US-Blockade, sperrte das Konto und fror die H&auml;lfte der eingegangenen Spenden ein.<\/li>\n<li>Die italienische Bank Intesa Sanpaolo muss drei Millionen Dollar an die USA zahlen, weil sie von 2004 bis 2008 insgesamt 53 Geld&uuml;berweisungen nach Kuba vorgenommen hatte.<\/li>\n<li>Das Schweizer Unternehmen Weatherford International Ltd. soll 252 Millionen US-Dollar an die USA zahlen wegen &bdquo;Verst&ouml;&szlig;en&ldquo; gegen die US-Blockade. Es hatte Ausr&uuml;stungsg&uuml;ter f&uuml;r die Erd&ouml;l- und Erdgasgewinnung nach Kuba geliefert.<\/li>\n<\/ul><p>2014:<\/p><ul>\n<li>Das US-Finanzministerium forderte von der franz&ouml;sischen Gro&szlig;bank BNP Paribas eine Rekordstrafe von zehn Milliarden US-Dollar wegen Gesch&auml;ften mit Kuba ein.<\/li>\n<li>Im selben Jahr verh&auml;ngte die US-Regierung gegen die Commerzbank wegen deren Kuba-Gesch&auml;ft eine Strafe in H&ouml;he von 650.000 US-Dollar.<\/li>\n<li>Der deutsche Verein Netzwerk Cuba will f&uuml;r eine internationale Veranstaltung einen Spendenbetrag in H&ouml;he von 4.000 Euro an ein Konto der britischen CSC (Cuba Solidarity Campaign) nach London &uuml;berwiesen. Die &Uuml;berweisung wird von der Postbank mit dem Hinweis verweigert, dass die einzubeziehende US-Korrespondenzbank das Geld wegen des Kubabezugs einbehalten werde.<\/li>\n<\/ul><p>2015:<\/p><ul>\n<li>Die franz&ouml;sische Bank Cr&eacute;dit Agricole wird aus dem gleichen Grund zu einer Strafzahlung in H&ouml;he von 787 Millionen US-Dollar gen&ouml;tigt.<\/li>\n<li>Ebenfalls 2015 sollte die Commerzbank, bei der die Bundesregierung 15 Prozent Anteile h&auml;lt, sage und schreibe 1,71 Milliarden Dollar &bdquo;Strafgeb&uuml;hr&ldquo; zahlen.<\/li>\n<\/ul><p>2017:<\/p><ul>\n<li>Im Herbst 2017 wollte der deutsche Verein &bdquo;Netzwerk Cuba&ldquo; umfangreiche Spenden nach Kuba &uuml;berweisen, die zur Behebung der durch Hurrikan &bdquo;Irma&rdquo; verursachten massiven Sch&auml;den dienen sollten. Die Postbank lehnte dies erneut mit Verweis auf die Folgen durch das (illegale) US-Embargo ab.<\/li>\n<\/ul><p>2018:<\/p><ul>\n<li>2018 verh&auml;ngten die USA gegen&uuml;ber der franz&ouml;sischen Gesch&auml;ftsbank Societ&eacute; Generale eine Strafzahlung in H&ouml;he von 1,34 Milliarden US-Dollar.<\/li>\n<\/ul><p>2019:<\/p><ul>\n<li>Die Uni Cr&eacute;dit Group wird von den USA zur Zahlung von 1,3 Milliarden US-Dollar wegen des angeblichen Versto&szlig;es gegen die anti-kubanische US-Blockade gen&ouml;tigt.<\/li>\n<\/ul><p>2022:<\/p><ul>\n<li>Die Westfalen AG sah sich gezwungen, einen Vertrag &uuml;ber die Lieferung eines sogenannten Kapnographiemonitors, eines Ger&auml;tes zur Messung des Kohlendioxidgehalts in der Ausatemluft von beatmeten Patienten, <a href=\"https:\/\/cubaminrex.cu\/sites\/default\/files\/2023-10\/INFORME%20CONTRA%20EL%20BLOQUEO%202023.pdf\">aufzuk&uuml;ndigen<\/a>. Hintergrund war die Drohung, auf die Schwarze Liste der USA gesetzt zu werden, was bedeutet h&auml;tte, dass die Westfalen AG den US-Markt f&uuml;r Im- und Exporte verloren h&auml;tte.<\/li>\n<li>Ebenfalls 2022 k&uuml;ndigte die Bayer AG unter anderem einen Gro&szlig;vertrag zur Lieferung von Tierarzneimitteln nach Kuba. Hintergrund: Bayer hatte zuvor mit einem US-Konsortium fusioniert und musste in Folge die kompletten Handelsbeziehungen zu Kuba <a href=\"https:\/\/cubaminrex.cu\/sites\/default\/files\/2023-10\/INFORME%20CONTRA%20EL%20BLOQUEO%202023.pdf\">abbrechen<\/a>.<\/li>\n<li>Auch die Br&uuml;el &amp; Kj&aelig;r Vibro GmbH, ein deutsches Unternehmen, das die Technologie f&uuml;r Systeme zur Schwingungs&uuml;berwachung der thermischen Turbinen liefert, die vom staatlichen kubanischen Energieunternehmen &bdquo;UNE&ldquo; verwendet werden, hat 2022 vor dem Hintergrund von <a href=\"https:\/\/cubaminrex.cu\/sites\/default\/files\/2023-10\/INFORME%20CONTRA%20EL%20BLOQUEO%202023.pdf\">Strafandrohungen<\/a> durch das sogenannte Helms-Burton-Gesetz der USA auf eine weitere Zusammenarbeit verzichtet.<\/li>\n<\/ul><p>Die obige Aufz&auml;hlung endet nicht grundlos 2022, da ab 2023 die illegalen US-Ma&szlig;nahmen als &bdquo;mission accomplished&ldquo; angesehen werden k&ouml;nnen. Aus den beschriebenen Gr&uuml;nden (Strafma&szlig;nahmen sowie Angst um Verlust des US-Marktes) sowie der geradezu existenziellen Energie- und Wirtschaftskrise, die Kuba seit 2023 durchl&auml;uft, investieren deutsche Unternehmen schlichtweg nicht mehr auf Kuba und unterhalten auch sonst so gut wie keine Handelsbeziehungen mehr, die von den USA sanktioniert werden k&ouml;nnten.<\/p><p><strong>Fazit<\/strong><\/p><p>Die USA bestimmen de facto dar&uuml;ber, ob deutsche Unternehmen und Banken Gesch&auml;fte mit einem Drittstaat wie Kuba machen d&uuml;rfen. Bei Nichtachtung werden wie dargelegt teilweise horrende Strafzahlungen in Milliardenh&ouml;he erzwungen. Ebenso erdreisten sich die USA, Transaktionen innerhalb der EU zu verhindern, nur weil im &Uuml;berweisungsbetreff &bdquo;Kuba&ldquo; steht.<\/p><p>Eigentlich w&auml;re es Aufgabe der Bundesregierung und der EU-Kommission, ihre B&uuml;rger und Unternehmen vor solchen unilateralen und willk&uuml;rlichen Vorgaben und damit einhergehenden Verletzungen von EU-Recht zu sch&uuml;tzen. Daf&uuml;r gibt es sogar eine sogenannte &bdquo;Council Regulation&ldquo; der EU-Kommission (Nummer 2271\/96) unter dem Titel &bdquo;Schutz vor den Auswirkungen der extraterritorialen Anwendung der von einem Drittland erlassenen Rechtsvorschriften und der darauf beruhenden oder sich daraus ergebenden Ma&szlig;nahmen&ldquo;. Das hei&szlig;t, zumindest auf EU-Ebene liegen durchaus Instrumente gegen diese US-Willk&uuml;rma&szlig;nahmen vor. Nur ist die EU-Kommission, insbesondere unter der aktuellen Chefin Ursula von der Leyen, nicht gewillt, diese einzusetzen. Auch in Deutschland g&auml;be es durchaus M&ouml;glichkeiten, die USA mit ihren illegalen extraterritorialen Ma&szlig;nahmen in die Schranken zu weisen.<\/p><p>Dass die USA das Handeln von EU-B&uuml;rgern und Wirtschaftsunternehmen ma&szlig;geblich fremdbestimmen k&ouml;nnen und damit massiv EU- und V&ouml;lkerrecht ohne jede Konsequenz brechen, ist als skandal&ouml;s zu bezeichnen. Es stellt sowohl Deutschland als auch der EU als Ganzes ein Armutszeugnis aus und f&uuml;hrt die proklamierte politische und wirtschaftliche Eigenst&auml;ndigkeit als angebliche internationale &bdquo;F&uuml;hrungsmacht&ldquo; komplett ad absurdum. Eine selbstbewusste und ihrem Amtseid verpflichtete Bundesregierung m&uuml;sste hier eigentlich aktiv werden, die Verst&ouml;&szlig;e systematisch sammeln, vor ein Schiedsgericht bringen und die Betroffenen der illegalen US-Ma&szlig;nahmen entsprechend unterst&uuml;tzen. Eigentlich, denn die Wirklichkeit sieht so aus: <\/p><p><strong>Auszug aus dem Wortprotokoll der Regierungspressekonferenz vom 8. Juli 2025<\/strong><\/p><p><strong>Frage Warweg<\/strong><br>\nIn der letzten Woche haben die USA die v&ouml;lkerrechtswidrigen Sanktionen gegen Kuba erneut verst&auml;rkt. Deutschland stimmt ja seit Jahren in den Vereinten Nationen gegen die US-Blockade und fordert dessen sofortige und bedingungslose Aufhebung. Vor dem Hintergrund w&uuml;rde mich interessieren, ob die aktuelle Bundesregierung denn bei der Einsch&auml;tzung der Vorg&auml;ngerregierung bleibt, dass die US-Sanktionen gegen Kuba v&ouml;lkerrechtswidrig sind. Hat sie gegen&uuml;ber dem US-Wertepartner diese erneute Verst&auml;rkung der Sanktionen kritisiert? Die Frage geht im Zweifel an das Bundespresseamt und an das AA.<\/p><p><strong>Regierungssprecher Kornelius<\/strong><br>\nDie Bundesregierung hat zu dieser Frage meines Wissens noch keine abschlie&szlig;ende Position erarbeitet.<\/p><p><strong>Deschauer (AA)<\/strong><br>\nDas AA sucht gerade den entsprechenden Zettel. Das gibt vielleicht die Gelegenheit, dass in der Zwischenzeit eine andere Frage gestellt wird &ndash; sollte noch Zeit sein.<\/p><p><strong>Vorsitzende Hamberger<\/strong><br>\nDann stellen wir das Thema kurz zur&uuml;ck. <\/p><p><strong>Vorsitzende Hamberger<\/strong><br>\nDann kommt jetzt die Antwort des Ausw&auml;rtigen Amts auf die Frage von Herrn Warweg.<\/p><p><strong>Deschauer (AA)<\/strong><br>\nWir melden uns bei Ihnen, Herr Warweg.<\/p><p><strong>Zusatzfrage Warweg<\/strong><br>\nIch habe noch eine Nachfrage.<\/p><p>Deutsche Unternehmen, Banken und Vereine sind regelm&auml;&szlig;ig Opfer von US-Beh&ouml;rden, die mit horrenden Strafsummen und der Drohung, den Zugang zum US-Markt zu verlieren, die v&ouml;lkerrechtswidrige Blockade mit extraterritorialer Wirkung durchsetzen. Vor nicht allzu langer Zeit wurde etwa die Bayer AG von den USA gezwungen, einen Gro&szlig;vertrag zur Lieferung von Tierarzneimitteln nach Kuba und in Folge dann die kompletten Handelsbeziehungen mit der Insel aufzuk&uuml;ndigen. Da w&uuml;rde mich interessieren: Welche Hilfsma&szlig;nahmen bietet die deutsche Bundesregierung den von den illegalen US-Sanktionen gegen Kuba betroffenen deutschen Banken und Unternehmen an &ndash; auch eingedenk des geleisteten Amtseids der hierf&uuml;r verantwortlichen Minister? Namentlich w&uuml;rde mich da die Einsch&auml;tzung vom BMWE, AA und BMF interessieren.<\/p><p><strong>Kornelius<\/strong><br>\nVielleicht kann ich dazu eingangs etwas sagen. Sie kennen ja die amerikanische Rechtslage in der Durchsetzung von Sanktionen gegen&uuml;ber Drittstaaten beziehungsweise direkt gegen Sektoren gerichtete Sanktionen. Das ist eine ge&uuml;bte Praxis, die die USA in vielen Bereichen anwenden. Die Bundesregierung hat dazu keine neue Position entwickelt, auch jetzt im Falle Kubas nicht. Insofern k&ouml;nnen wir das nicht vertiefen; es sei denn, Sie haben Entlastungen zu bieten. Aber das ist eine Praxis, die auch den Marktteilnehmern bekannt ist.<\/p><p><strong>Zusatzfrage Warweg<\/strong><br>\nJa, aber meine Frage war: Welche Hilfsma&szlig;nahmen gibt es?<\/p><p><strong>Kornelius<\/strong><br>\nDie Bundesregierung hat keine Hilfsma&szlig;nahmen, was das angeht.<\/p><p><strong>Zusatzfrage Warweg<\/strong><br>\nMan l&auml;sst das einfach so geschehen?<\/p><p><strong>Kornelius<\/strong><br>\nIch glaube, das ist jetzt hinreichend beantwortet.<\/p><p><strong>Frage von New-York-Times-Korrespondentin<\/strong><br>\nMich w&uuml;rde interessieren, ob das &uuml;berhaupt ein Thema ist. Haben sich die Firmen dazu an die Bundesregierung bzw. an ihr Ministerium gewendet?<\/p><p><strong>Kornelius<\/strong><br>\nIch glaube, meine Antwort hat das bereits beantwortet; die Marktteilnehmer kennen die Praxis.<\/p><p><strong>Frage Warweg<\/strong><br>\nMeines Wissens gibt es zumindest auf EU-Ebene eine Arbeitsgruppe EU-Kuba, die sich genau damit besch&auml;ftigt, wie man EU-Staaten in Bezug auf diese extraterritorialen US-Sanktionen helfen kann. Frau Deschauer, zumindest dar&uuml;ber werden Sie informiert sein. K&ouml;nnen Sie uns den Stand dieser Arbeitsgruppe kurz schildern?<\/p><p><strong>Deschauer (AA)<\/strong><br>\nHerr Warweg, Ihr intensives Interesse an Kuba zum Ende dieser Bundespressekonferenz kann ich nachvollziehen. Wir haben hier aber schon deutlich gemacht, zu welchen Aspekten wir uns hier &auml;u&szlig;ern und zu welchen Dingen wir etwas nachreichen, und das machen wir im gegebenen Fall, wenn wir das k&ouml;nnen.<\/p><p><small>Titelbild: Screenshot NachDenkSeiten, Bundespressekonferenz 07.07.2025<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=135562\">Trump versch&auml;rft die v&ouml;lkerrechtswidrige Blockade gegen Kuba<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=135662\">Sch&ouml;ne freie Wertewelt: Wenn ein ewig gieriger Gigantenstaat ein kleines Nachbarland zerst&ouml;ren will &ndash; USA kontra Kuba<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=127736\">&bdquo;Bedauerlich&hellip;&ldquo; &ndash; Bundesregierung kritisiert Wiederaufnahme Kubas auf US-Terrorliste durch Trump<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113880\">Exklusiv-Interview mit Fernando Gonz&aacute;lez Llort: &bdquo;&Auml;u&szlig;erst kritische Wirtschaftslage&ldquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107185\">Bundesregierung will nachweislich v&ouml;lkerrechtswidriges US-Embargo gegen Kuba nicht als V&ouml;lkerrechtsbruch bezeichnen<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/8fc80db30d724bb79641688c383d4065\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der letzten Woche hat die US-Regierung in ihrem einseitigen Wirtschaftskrieg gegen Kuba die Zwangsma&szlig;nahmen massiv verst&auml;rkt. Ziel ist, einen Einbruch des kubanischen Bruttoinlandsprodukts um 25 Prozent zu verursachen. Da Deutschland seit Jahren in den Vereinten Nationen gegen die US-Blockade stimmt und deren sofortige und bedingungslose Aufhebung fordert, wollten die <em>NachDenkSeiten<\/em> wissen, ob die aktuelle<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=135712\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":135714,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,126,30],"tags":[2503,2637,1368,3159,639,1556,1703,1019],"class_list":["post-135712","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-erosion-der-demokratie","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-bundespressekonferenz","tag-embargo","tag-kuba","tag-strafgeld","tag-uno","tag-usa","tag-voelkerrecht","tag-wirtschaftssanktionen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/260707-BPK-Clip-3-US-Sanktionen-gegen-Kuba-Titelbild-NDS.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/135712","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=135712"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/135712\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":135730,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/135712\/revisions\/135730"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/135714"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=135712"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=135712"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=135712"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}