{"id":135835,"date":"2025-07-11T09:00:41","date_gmt":"2025-07-11T07:00:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=135835"},"modified":"2026-04-01T14:59:03","modified_gmt":"2026-04-01T12:59:03","slug":"pressefreiheit-in-gefahr-eu-sanktionen-gegen-deutsche-journalisten-schaffen-beunruhigenden-praezedenzfall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=135835","title":{"rendered":"Pressefreiheit in Gefahr: EU-Sanktionen gegen deutsche Journalisten schaffen beunruhigenden Pr\u00e4zedenzfall"},"content":{"rendered":"<p>Ein beunruhigender Pr&auml;zedenzfall ersch&uuml;ttert die Pressefreiheit in Europa: Erstmals treffen EU-Sanktionen deutsche Journalisten und legen offen, wie &bdquo;Worte und Ideen zu Waffen&ldquo; erkl&auml;rt werden, um kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen. Bei der Podiumsdiskussion &bdquo;EU-Wahrheitsverschiebung kontra Pressefreiheit, Arbeitsverbot und &Auml;chtung. Deutsche Journalisten landen auf Sanktionsliste. Was k&ouml;nnen wir tun?&ldquo; analysierten Vertreter von <em>NachDenkSeiten<\/em>, <em>Overton-Magazin<\/em>, <em>Hintergrund<\/em> und der <em>jungen Welt<\/em> eine besorgniserregende Entwicklung: die potenzielle Nutzung von Sanktionen als gef&auml;hrliches Einsch&uuml;chterungsinstrument. Ein Bericht von <strong>&Eacute;va P&eacute;li<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDie Europ&auml;ische Union hat erstmals im Rahmen ihres 17. Sanktionspakets, dem EU-Beschluss 2025-966 vom 20. Mai 2025, Sanktionen gegen deutsche Journalisten verh&auml;ngt. Obwohl diese Ma&szlig;nahmen offiziell der Bek&auml;mpfung &bdquo;destabilisierender Aktivit&auml;ten Russlands&ldquo; dienen sollen, l&ouml;sen sie aufgrund der direkten Zielsetzung auf Journalisten und des Fehlens traditioneller Gerichtsverfahren erhebliche Kontroversen aus. R&uuml;diger G&ouml;bel, ehemaliger Redakteur der Tageszeitung <em>junge Welt<\/em>, machte diese alarmierende Entwicklung Anfang Juli bei einer <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Pd8pr4quVV4\">Diskussionsrunde<\/a> in der Berliner Maigalerie der <em>jungen Welt<\/em> &ouml;ffentlich und betonte das Fehlen eines fairen Prozesses oder Gerichtsurteils f&uuml;r die Betroffenen.<\/p><p>Im Sanktionspaket namentlich genannt wurden:<\/p><ul>\n<li><strong>Alina Lipp<\/strong>, eine Hamburger Journalistin und Bloggerin, die aus Russland\/Donbass &uuml;ber die russische Perspektive des Ukraine-Konflikts berichtet. Die EU wirft ihr &bdquo;systematische Fehlinformationen&ldquo; vor.<\/li>\n<li><strong>Thomas R&ouml;per<\/strong>, ein Bremer Journalist, ebenfalls in Russland\/Donbass, dessen <em>Anti-Spiegel<\/em>-Netzwerk die EU der &bdquo;systematischen Fehlinformation&ldquo; bezichtigt.<\/li>\n<li><strong>H&uuml;seyin Do&#287;ru<\/strong>, Gr&uuml;nder des linken Medienprojekts <em>Red Media<\/em> in Berlin, den G&ouml;bel entgegen anderslautenden EU-Behauptungen ausdr&uuml;cklich als deutschen Staatsb&uuml;rger identifizierte.<\/li>\n<\/ul><p>Die verh&auml;ngten Ma&szlig;nahmen bezeichnete G&ouml;bel als drastisch. Dazu geh&ouml;ren Einreiseverbote in die EU, Sperrung von Bankkonten, Einfrieren von Verm&ouml;genswerten und ein umfassendes Verbot jeglicher finanziellen Unterst&uuml;tzung. Dies reicht bis zur &bdquo;Sippenhaftung&ldquo; f&uuml;r Familienangeh&ouml;rige. G&ouml;bel sprach von einer totalen &bdquo;Entm&uuml;ndigung und Entrechtung&ldquo;. Entscheidend ist: All dies geschieht ohne ordentliches Gerichtsverfahren oder -urteil. Den Betroffenen wird ihre Existenzgrundlage entzogen, nur weil sie kritisch &uuml;ber die Rolle des Westens in den Konflikten in der Ukraine und in Gaza berichten.<\/p><p>R&uuml;diger G&ouml;bel bezeichnete diese Strafma&szlig;nahmen als &bdquo;Z&auml;sur und gef&auml;hrlichen Pr&auml;zedenzfall&ldquo;. Er sagte, die EU instrumentalisiere den &bdquo;Kampf gegen Desinformation&ldquo;, um kritischen Journalismus zu unterdr&uuml;cken, der offizielle Narrative von EU und NATO hinterfragt. Ziel sei es, die &Ouml;ffentlichkeit einem &bdquo;totalit&auml;ren EU-Wahrheitsregime&ldquo; zu unterwerfen, w&auml;hrend Deutschland und die EU sich auf &bdquo;Kriegst&uuml;chtigkeit&ldquo; vorbereiten w&uuml;rden. Alina Lipp und Thomas R&ouml;per, per Videoschalte aus Russland an der Veranstaltung teilnehmend, best&auml;tigten die weitreichenden Folgen. Lipp interpretierte die Ma&szlig;nahmen als &bdquo;Test&ldquo; der EU. R&ouml;per betonte, dass in einem Rechtsstaat Anklage, Verteidigung und Urteil zwingend seien &ndash; in ihrem Fall sei dies nicht gegeben. F&uuml;r ihn sind die Sanktionen illegal und ein Zeichen, dass ihre Arbeit &bdquo;st&ouml;rend&ldquo; wirke.<\/p><p><strong>Einsch&uuml;chterung: Die gezielte Zerst&ouml;rung b&uuml;rgerlicher Existenzen<\/strong><\/p><p>Das Einsch&uuml;chterungspotenzial dieser Politik wurde am Fall von H&uuml;seyin Do&#287;ru besonders deutlich, den Nick Brauns, Chefredakteur der <em>jungen Welt<\/em>, detailliert darlegte. Do&#287;ru, ein deutscher Staatsb&uuml;rger aus Berlin, erfuhr von seiner Sanktionierung, als seine Bankkarte pl&ouml;tzlich nicht mehr funktionierte. Seine Konten wurden eingefroren, ebenso wie die seiner hochschwangeren Frau, deren Krankenversicherung davon betroffen war &ndash; ein Vorgang, der als Sippenhaftung interpretiert wurde und massiven existenziellen Druck erzeugt.<\/p><p>Brauns schilderte eine absurde Situation: Do&#287;ru hat keinen Zugriff auf seine Gelder und muss f&uuml;r grundlegende Bed&uuml;rfnisse Antr&auml;ge stellen. Die Bundesregierung konnte auf Anfrage keine Auskunft geben, wie er seinen Anwalt bezahlen soll. Selbst die <em>junge Welt<\/em> w&uuml;rde sich strafbar machen, wenn sie ihn einstellte oder ihm finanzielle Unterst&uuml;tzung gew&auml;hrte. Dies schr&auml;nkt nicht nur Do&#287;rus Grundrechte und Existenz massiv ein, sondern beeintr&auml;chtigt auch die Gewerbefreiheit von Verlagen.<\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250710-Wahrheitsregime-DSC_0027.jpeg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p><small>Quelle: &Eacute;va P&eacute;li<\/small><\/p><p>Brauns nannte Do&#287;rus Fall den ersten seiner Art in Deutschland, der einen Journalisten betrifft, der &bdquo;guten Journalismus&ldquo; leistete, aber dabei Narrative der EU und der Bundesregierung hinterfragte. Er betonte, dies sei eine eindeutige Warnung an alle kritischen Journalisten in Deutschland: Wer sich dem &bdquo;EU-Wahrheitsregime&ldquo; nicht unterwerfe, riskiere, mit &auml;hnlichen Mitteln mundtot gemacht zu werden. Das Vorgehen gegen Do&#287;ru diene als Exempel mit der klaren Botschaft: Euch k&ouml;nnte es als N&auml;chste treffen. Florian Warweg, Parlamentskorrespondent der <em>NachDenkSeiten<\/em>, verst&auml;rkte diesen Punkt, indem er auf Do&#287;rus hochschwangere Frau verwies und vermutete, dass diese Umst&auml;nde bewusst f&uuml;r zus&auml;tzlichen Druck genutzt w&uuml;rden.<\/p><p><strong>Absurde Begr&uuml;ndungen f&uuml;r Sanktionen gegen H&uuml;seyin<\/strong><\/p><p>Warweg berichtete von seinem Treffen mit H&uuml;seyin und gab Einblick in dessen Sanktionsakte. Als Belege f&uuml;r die angebliche &bdquo;Spaltung der bundesdeutschen Gesellschaft&ldquo; durch H&uuml;seyin Do&#287;ru f&uuml;hrte die EU-Kommission zwei spezifische Aussagen an:<\/p><ol>\n<li>H&uuml;seyin soll auf einer Social-Media-Plattform (X-Post) ge&auml;u&szlig;ert haben, dass er die DDR f&uuml;r den besseren deutschen Staat h&auml;lt.<\/li>\n<li>Er soll gesagt haben, dass der Krieg in der Ukraine f&uuml;r ihn ein Kampf zwischen zwei imperialistischen Bl&ouml;cken sei.<\/li>\n<\/ol><p>Warweg bezeichnete diese Argumentationskette als absurd, da diese beiden Aussagen als Grundlage daf&uuml;r dienten, H&uuml;seyin Do&#287;ru der Destabilisierung der deutschen Gesellschaft zu bezichtigen. Er kritisierte, wie die Bundesregierung diese Aussagen des Journalisten genutzt hat, ungeachtet der politischen Perspektive beim Blick auf diese &Auml;u&szlig;erungen.<\/p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"X (Twitter)\" data-provider-slug=\"twitter\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Tweets werden Daten an X (ehemals Twitter) &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von X (Twitter) zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><blockquote class=\"external-2click-target twitter-tweet\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Die Regierung st&uuml;tzt sich auf Artikel aus taz und Tagesspiegel, um den Journalisten H&uuml;seyin Do&#287;ru (<a href=\"https:\/\/twitter.com\/hussedogru?ref_src=twsrc%5Etfw\">@hussedogru<\/a>) zu belasten, der nun auf der EU-Sanktionsliste steht. Laut <a href=\"https:\/\/twitter.com\/FWarweg?ref_src=twsrc%5Etfw\">@FWarweg<\/a> zeigt sich darin eine bedenkliche Komplizenschaft von Regierung und Medien gegen kritische Stimmen. <a href=\"https:\/\/t.co\/Uditta9BH8\">pic.twitter.com\/Uditta9BH8<\/a><\/p>\n<p>&mdash; junge Welt (@jungewelt) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/jungewelt\/status\/1942533261625823535?ref_src=twsrc%5Etfw\">July 8, 2025<\/a><\/p><\/blockquote><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"twitter\">Inhalte von X (Twitter) nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><p> <\/p><p>In der <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=135478\">Bundespressekonferenz vom 2. Juli 2025<\/a> hat die Bundesregierung proaktiv das Thema bez&uuml;glich Florian Warweg und der <em>NachDenkSeiten<\/em> angesprochen, was darauf hindeutet, dass es sich um eine Chefsache handelt. An diesem Thema sind laut G&ouml;bel das Bundeskanzleramt, das Innenministerium, das Verteidigungsministerium, das Au&szlig;enministerium und die deutschen Geheimdienste beteiligt.<\/p><p>Es sei bemerkenswert, dass die Bundesregierung diese Angelegenheit von sich aus zur Sprache brachte, anstatt auf eine Frage von Herrn Warweg zu warten, so der Moderator. Dies unterstreiche die Wichtigkeit, die die Regierung diesem Thema beimisst. Der Parlamentskorrespondent von den <em>NachDenkSeiten<\/em> kritisierte, dass andere anwesende Journalisten nicht nur keine Nachfragen stellten, sondern teilweise sogar als &bdquo;Stichwortgeber&ldquo; f&uuml;r eine Ausweitung von Repressionen fungierten und fragten, ob die T&uuml;rkei ebenfalls ermuntert wurde, gegen H&uuml;seyin Do&#287;ru vorzugehen.<\/p><p>Die &Auml;u&szlig;erungen von R&uuml;diger G&ouml;bel deuten darauf hin, dass die Haltung gegen&uuml;ber Florian Warweg und den <em>NachDenkSeiten<\/em> in der Bundespressekonferenz grunds&auml;tzlich kritisch ist. Der Umstand, dass sich die <em>NachDenkSeiten<\/em> den Zugang zur Bundespressekonferenz juristisch erstreiten mussten, wird hier als Beispiel f&uuml;r die Herausforderungen der Pressefreiheit in diesem Kontext angef&uuml;hrt.<\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"\" title=\"YouTube video player\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/8SuDZGKj0KQ?si=QQ-POC9-9V2l0wgi\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p><strong>Digitale Instrumente der Kontrolle: &bdquo;Faktenchecker&ldquo; und Digital Services Act<\/strong><\/p><p>Tilo Gr&auml;ser, Redakteur des Nachrichtenmagazins <em>Hintergrund<\/em> und ehemaliger Mitarbeiter der russischen Nachrichtenagentur <em>RIA Novosti<\/em>, beleuchtete die moderne Form der Zensur, die nicht mehr prim&auml;r von staatlichen Beh&ouml;rden ausgeht, sondern von einer &bdquo;Allianz von Staaten und Digitalkonzernen&ldquo;. Er zitierte den Kommunikationswissenschaftler Michael Meyen: &bdquo;Propaganda und Zensur sind zwei Seiten der gleichen Medaille.&ldquo; So perfektioniere der Digital Services Act (DSA) der EU diese &bdquo;&Uuml;berwachungsb&uuml;rokratie&ldquo; und k&ouml;nnte das Recht auf Meinungs- und Informationsfreiheit fundamental gef&auml;hrden. Meyens Schlussfolgerung &bdquo;Der Digitalkonzernstaat braucht kein Wahrheitsministerium&ldquo; unterstreicht die subtile, aber weitreichende Natur dieser neuen Kontrollmechanismen.<\/p><p>Roberto de Lapuente, Redakteur bei <em>Overton-Magazin<\/em>, kritisierte zudem die sogenannten Faktenchecker. Er beschrieb sie als von &ouml;ffentlichen Geldern finanzierte Akteure, die nicht ergebnisoffen, sondern im Sinne der Regierung, der NATO oder von Wirtschaftsinteressen arbeiteten. Sie w&uuml;rden die Arbeit &bdquo;richtiger Journalisten destruktiv&ldquo; beeinflussen und als Propagandisten fungieren, die unerw&uuml;nschte Meinungen im Vorfeld diskreditieren und so eine Atmosph&auml;re der Selbstzensur schaffen.<\/p><p><strong>Die andere Seite der Medaille: Repression gegen russische Journalisten in Deutschland<\/strong><\/p><p>Gr&auml;ser erweiterte die Diskussion und machte auf die Behandlung russischer Journalisten in Deutschland aufmerksam. Er berichtete von seinen eigenen Erfahrungen w&auml;hrend eines Aufenthalts in Moskau im Mai, wo er als Journalist respektvoll behandelt wurde, obwohl er aus einem Land kam, dessen Au&szlig;enminister Russland als &bdquo;Feind&ldquo; bezeichnet hatte.<\/p><p>Im Gegensatz dazu schilderte er die F&auml;lle zweier ihm bekannter russischer Kollegen in Deutschland. Diese w&uuml;rden von der Berliner Ausl&auml;nderbeh&ouml;rde als &bdquo;Gefahr f&uuml;r die &ouml;ffentliche Sicherheit und Ordnung Deutschlands&ldquo; eingestuft. Ein Kollege wurde ausgewiesen, ein anderer, Sergej Feoktistow, dessen Familie die P&auml;sse abgenommen wurden, steht vor einem &auml;hnlichen Verfahren. Gr&auml;ser kritisierte, dass solche weitreichenden Entscheidungen von einer Landesbeh&ouml;rde getroffen werden k&ouml;nnten, und forderte, dass auch dieses Vorgehen als &bdquo;verfassungswidrig und rechtswidrig&ldquo; eingesch&auml;tzt werden und dagegen protestiert werden m&uuml;sse.<\/p><p><strong>Kritik an aktuellen Entwicklungen und Forderung nach Widerstand<\/strong><\/p><p>Der <em>Hintergrund<\/em>-Redakteur betonte, dass die angesprochenen F&auml;lle Pr&auml;zedenzf&auml;lle sind, bei denen &bdquo;das Regime seine Waffen gezeigt hat&ldquo;. &bdquo;Wir m&uuml;ssen uns &uuml;berlegen&ldquo;, fuhr er fort, &bdquo;wie wir uns wehren und auf solche F&auml;lle vorbereiten k&ouml;nnen.&ldquo; Das gelte besonders, wenn die &bdquo;Angst der Macht&ldquo;, wie von Thomas R&ouml;per beschrieben, weiterhin zu derartigen &bdquo;hysterischen Reaktionen&ldquo; f&uuml;hre.<\/p><p>Welche &Auml;ngste m&uuml;ssen die Regierenden in Deutschland haben, dass sie zu solch drastischen Schritten greifen, fragte er. Der Vorwurf der Destabilisierung falle auf die aktuelle Politik selbst zur&uuml;ck, denn &bdquo;die asoziale Kriegspolitik destabilisiert die Lage im Land, in dem wir leben&ldquo;. Abschlie&szlig;end forderte er auch in diesem Zusammenhang einen &bdquo;wirklichen Verfassungsschutz&ldquo;.<\/p><p>Moderator G&ouml;bel unterstrich die Dringlichkeit: Es sei ein Fehler gewesen, &bdquo;geschwiegen zu haben, als die Sanktionen gegen russische Journalisten in Deutschland verh&auml;ngt worden sind&ldquo;. Er warnte, ein weiteres Schweigen k&ouml;nnte dazu f&uuml;hren, dass auch die eigenen kritischen Stimmen zum Schweigen gebracht w&uuml;rden.<\/p><p><strong>EU-Parlament: Worte als Waffen und die Gefahr unkontrollierter Sanktionen<\/strong><\/p><p>Die ehemalige irische EU-Abgeordnete Clare Daly warnte k&uuml;rzlich bei einer Anh&ouml;rung im Europ&auml;ischen Parlament mit Blick auf die im Mai verh&auml;ngten Journalistensanktionen, insbesondere im Fall von H&uuml;seyin, mit den Worten: &bdquo;This is how free speech dies.&ldquo; Ihre Rede wurde bei der Veranstaltung als Video eingeblendet.<\/p><p>Daly kritisierte, dass die Europ&auml;ische Union Sanktionen verh&auml;ngt, die sich gegen Einzelpersonen richten, weil deren Worte und Ideen als &bdquo;Waffen&ldquo; betrachtet werden. Sie hob hervor, dass unter den Betroffenen nicht nur Russen, sondern auch deutsche Blogger und ein t&uuml;rkischst&auml;mmiger EU-Resident waren.<\/p><p>Die irische Politikerin f&uuml;hrte den Fall Do&#287;rus an, der einem Verm&ouml;gens- und Reiseverbot unterlag, weil er angeblich systematisch &bdquo;falsche Informationen&ldquo; verbreitete und pro-pal&auml;stinensischen Demonstranten eine &bdquo;exklusive Medienplattform&ldquo; bot. Sie deutete an, dass es sich hierbei um eine Person handeln k&ouml;nnte, die die Razzien der deutschen Polizei bei pal&auml;stinensischen Protesten dokumentierte und daraufhin von den deutschen Beh&ouml;rden mit EU-Sanktionen belegt wurde.<\/p><p>Daly betonte die Gefahren dieses Sanktionsregimes: Betroffene erfahren erst durch einen Brief, dass ihre Bankkonten eingefroren sind und sie das Land nicht verlassen d&uuml;rfen, ohne jegliches Recht auf ein Gerichtsverfahren oder die M&ouml;glichkeit, sich zu wehren. Sie schloss ihre Ausf&uuml;hrungen mit der eindringlichen Warnung: &bdquo;Denn wenn es heute sie sind, morgen bist du es.&ldquo; Moderator G&ouml;bel fasste es so zusammen: &bdquo;Wenn wir heute nicht aufstehen, heute trifft es die, morgen trifft es uns.&ldquo;<\/p><p><strong>Appell zum Widerstand<\/strong><\/p><p>Die Veranstaltung verdeutlichte, wie das &bdquo;EU-Wahrheitsregime&ldquo; mit Hilfe eines gef&auml;hrlichen Pr&auml;zedenzfalls und gezielter Einsch&uuml;chterung versucht, kritischen Journalismus zu unterbinden. Der Fall H&uuml;seyin Do&#287;ru steht beispielhaft f&uuml;r den Versuch, b&uuml;rgerliche Existenzen zu zerst&ouml;ren und somit eine Warnung an alle anderen auszusenden.<\/p><p>Die Redner betonten die Dringlichkeit, sich nicht einsch&uuml;chtern zu lassen und Solidarit&auml;t zu zeigen. Nick Brauns appellierte an Journalistenverb&auml;nde wie die DJU, ihre Rolle als Verteidiger der Pressefreiheit ernst zu nehmen und nicht an der Kriminalisierung von Kollegen mitzuwirken. R&uuml;diger G&ouml;bel sah in den Ma&szlig;nahmen gegen &bdquo;kleine Blogger&ldquo; auch ein Misstrauen in die eigenen Propagandakan&auml;le Europas und eine Chance, sich dem neuen Selbstbewusstsein des Globalen S&uuml;dens anzuschlie&szlig;en, um die Pressefreiheit international zu verteidigen.<\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"\" title=\"YouTube video player\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/Pd8pr4quVV4?si=3g3z9VF3Ba6Z6Zx8\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p><small>Titelbild: &Eacute;va P&eacute;li<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=135478\">Ausw&auml;rtiges Amt als Sturmspitze im Kampf gegen unliebsame Journalisten und deren Berichterstattung<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=134012\">&bdquo;Schie&szlig;krieg und Wirtschaftskrieg h&auml;ngen eng zusammen&ldquo; &ndash; Wirtschaftshistoriker Hannes Hofbauer &uuml;ber Sanktionen<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=133340\">Das Ende von red.media &ndash; Berichte &uuml;ber propal&auml;stinensische Proteste sind jetzt &bdquo;russische Desinformation&ldquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=133285\">Die EU-Sanktionen gegen Lipp und R&ouml;per sind ein Skandal<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/5fee7c85637649cfacac500e1d81dc2a\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein beunruhigender Pr&auml;zedenzfall ersch&uuml;ttert die Pressefreiheit in Europa: Erstmals treffen EU-Sanktionen deutsche Journalisten und legen offen, wie &bdquo;Worte und Ideen zu Waffen&ldquo; erkl&auml;rt werden, um kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen. Bei der Podiumsdiskussion &bdquo;EU-Wahrheitsverschiebung kontra Pressefreiheit, Arbeitsverbot und &Auml;chtung. Deutsche Journalisten landen auf Sanktionsliste. 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