{"id":135954,"date":"2025-07-17T09:01:48","date_gmt":"2025-07-17T07:01:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=135954"},"modified":"2025-07-17T09:32:30","modified_gmt":"2025-07-17T07:32:30","slug":"feind-wider-willen-gibt-es-eine-alternative-zum-antirussischen-kurs-der-bundesrepublik-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=135954","title":{"rendered":"Feind wider Willen: Gibt es eine Alternative zum antirussischen Kurs der Bundesrepublik Deutschland?"},"content":{"rendered":"<p>Zurzeit zeigt sich ein Riss im scheinbar festen antirussischen Konsens Deutschlands. Ein kontroverser SPD-Parteitag hat j&uuml;ngst offenbart, dass die Kritik am aktuellen Kurs auch im politischen Mainstream w&auml;chst. Trotz harter Rhetorik f&uuml;hrender Politiker h&auml;ufen sich die Stimmen, die eine &Uuml;berpr&uuml;fung der Au&szlig;enpolitik gegen&uuml;ber Moskau fordern. <strong>Artem Sokolow<\/strong> analysiert aus Moskau die komplexen Triebkr&auml;fte hinter Berlins Haltung und fragt, ob angesichts dieser Entwicklungen realistische Alternativen f&uuml;r einen Kurswechsel bestehen. Aus dem Russischen &uuml;bersetzte <strong>&Eacute;va P&eacute;li<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_183\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-135954-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250714_Feind_wider_Willen_Gibt_es_eine_Alternative_zum_antirussischen_Kurs_der_Bundesrepublik_Deutschland_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250714_Feind_wider_Willen_Gibt_es_eine_Alternative_zum_antirussischen_Kurs_der_Bundesrepublik_Deutschland_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250714_Feind_wider_Willen_Gibt_es_eine_Alternative_zum_antirussischen_Kurs_der_Bundesrepublik_Deutschland_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250714_Feind_wider_Willen_Gibt_es_eine_Alternative_zum_antirussischen_Kurs_der_Bundesrepublik_Deutschland_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=135954-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250714_Feind_wider_Willen_Gibt_es_eine_Alternative_zum_antirussischen_Kurs_der_Bundesrepublik_Deutschland_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250714_Feind_wider_Willen_Gibt_es_eine_Alternative_zum_antirussischen_Kurs_der_Bundesrepublik_Deutschland_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Der Ende Juni abgehaltene Parteitag der deutschen Sozialdemokraten endete in einem Skandal. Parteivorsitzender Lars Klingbeil wurde in seiner Spitzenposition wiedergew&auml;hlt, jedoch mit einem historisch niedrigen Ergebnis von 64,9 Prozent. Seine Kollegin B&auml;rbel Bas hingegen erhielt 95 Prozent der Stimmen und trat ihr Amt als Co-Vorsitzende der SPD an, gest&auml;rkt durch die Unterst&uuml;tzung ihrer Parteikollegen. Die Teilnehmer des Parteitags machten unmissverst&auml;ndlich klar, dass der politische Kurs des rechten Parteifl&uuml;gels, den Klingbeil repr&auml;sentiert, bei Weitem nicht allen gef&auml;llt.<\/p><p>Im Mittelpunkt der Diskussion standen die Beziehungen zu Russland. Kurz vor dem Parteitag hatte eine Gruppe namhafter SPD-Mitglieder, darunter die Bundestagsabgeordneten Rolf M&uuml;tzenich und Ralf Stegner, ein Manifest zur Notwendigkeit einer &Uuml;berarbeitung der deutschen Au&szlig;enpolitik gegen&uuml;ber Russland und der Sicherheitspolitik in Europa im Allgemeinen vorbereitet. Die Autoren des Dokuments forderten, diplomatische Kontakte zu Moskau zu intensivieren, Schritte zu vermeiden, die zu einer Eskalation des Ukraine-Konflikts f&uuml;hren, und eine breite Diskussion &uuml;ber Sicherheitsfragen zu organisieren.<\/p><p>Das Manifest l&ouml;ste eine Welle der Emp&ouml;rung bei den etablierten politischen Kr&auml;ften und Medien aus. Ohne sich besonders mit dem Inhalt des Dokuments zu befassen, warfen Kritiker den Autoren die Verbreitung pro-russischer Narrative und fast schon subversive Aktivit&auml;ten vor, die dem deutschen Staat schaden w&uuml;rden. Zu den vehementen Gegnern des Aufrufs zu &bdquo;mehr Diplomatie&ldquo; geh&ouml;rte auch Lars Klingbeil, der die Botschaft seiner Parteikollegen nicht w&uuml;rdigte. Als Co-Vorsitzender der SPD, Vizekanzler und Finanzminister sollte er f&uuml;r Ordnung in seiner Partei sorgen, worauf ihn Bundeskanzler Friedrich Merz pers&ouml;nlich hingewiesen hatte. Klingbeil machte deutlich, dass die Stimmen der Andersdenkenden die Arbeit der Bundesregierung nicht behindern w&uuml;rden. Seine Parteikollegen dankten es ihm mit demonstrativem Widerstand.<\/p><p>Das Ausma&szlig; der Debatte um das Manifest der Sozialdemokraten wurde nicht nur durch seinen Inhalt, sondern auch, so k&ouml;nnte man sagen, durch seinen Ursprung ausgel&ouml;st. Zum ersten Mal seit Februar 2022 entstand ein solches Dokument innerhalb des politischen Mainstreams und nicht in Oppositionskreisen. Trotz Stimmenverlusten bei den vorgezogenen Bundestagswahlen im Februar setzte die SPD ihre Arbeit in der Regierung im Status eines Juniorpartners der CDU\/CSU-Koalition fort. Die Tradition konstruktiver Beziehungen zu Russland &ndash; einst ein wichtiger Teil ihrer ideologischen Positionierung &ndash; schien nach der Eskalation der Ukraine-Krise aufgegeben worden zu sein. Das Manifest und seine vergleichsweise breite Unterst&uuml;tzung zeigten, dass dies nicht der Fall ist. Das bedeutet, dass die Kritik an der deutschen Au&szlig;enpolitik nicht nur an den Oppositionsfl&uuml;geln, sondern auch im Zentrum der deutschen Politik geteilt wird.<\/p><p><strong>Der Schein eines Konsenses: Opposition gegen den antirussischen Kurs in Deutschland<\/strong><\/p><p>Der antirussische au&szlig;enpolitische Kurs Berlins, der sich mit dem Amtsantritt von Kanzler Friedrich Merz verst&auml;rkt hat, scheint sich auf den ersten Blick aus einem breiten politischen und gesellschaftlichen Konsens in Deutschland abzuleiten. Dieses Bild wird von deutschen Medien, Reden f&uuml;hrender Politiker, Expertenkommentaren, einzelnen offiziellen Dokumenten und dem Koalitionsvertrag der aktuellen Regierung gepr&auml;gt. Es mag den Anschein haben, dass der Widerstand gegen Russland zu einem existenziellen Ziel Deutschlands geworden ist, dessen Wurzeln bis ins fr&uuml;he Mittelalter zur&uuml;ckreichen, als germanische St&auml;mme mit slawischen V&ouml;lkern feindselig waren. Reale Beweise f&uuml;r die Existenz einer &bdquo;russischen Bedrohung&ldquo; werden dabei selbst von den renommiertesten deutschen Think Tanks nicht vorgelegt.<\/p><p>Doch bei genauerem Hinsehen wird deutlich: Das antirussische Narrativ genie&szlig;t in der deutschen Gesellschaft keine breite Unterst&uuml;tzung. In diesem Sinne sollten die emotionalen &Auml;u&szlig;erungen von Kanzler Merz, Au&szlig;enminister Johann Wadephul (CDU) und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) nicht als Indikator antirussischer Stimmungen in Deutschland gewertet werden, sondern als Bestreben dieser Politiker, sich durch aggressive Rhetorik zu profilieren. Die mehrfache Wiederholung antirussischer Passagen ist offensichtlich auf einen psychologischen und nicht auf einen praktischen Effekt ausgelegt.<\/p><p>Einer der wichtigsten Indikatoren f&uuml;r die Ablehnung des antirussischen Kurses sind die Ergebnisse der letzten Parlamentswahlen, die aufgrund des Zerfalls der &bdquo;Ampel&ldquo;-Regierungskoalition vorgezogen wurden. Rund ein Drittel der W&auml;hler, die an die Urnen gingen, stimmten f&uuml;r Oppositionsparteien am rechten oder linken Fl&uuml;gel: die &bdquo;Alternative f&uuml;r Deutschland&ldquo; (AfD), die &bdquo;Linke&ldquo;, das &bdquo;B&uuml;ndnis Sahra Wagenknecht&ldquo; (BSW) und einige Kleinstparteien. Alle diese Parteien kritisieren den au&szlig;enpolitischen Kurs Deutschlands, nennen ihn sch&auml;dlich und kurzsichtig. Zuvor war bei mehreren Landtagswahlen in den &ouml;stlichen Bundesl&auml;ndern die Kritik an der Berliner Au&szlig;enpolitik zum Motor des Wahlkampfes der Oppositionsparteien &bdquo;Alternative f&uuml;r Deutschland&ldquo; und &bdquo;B&uuml;ndnis Sahra Wagenknecht&ldquo; geworden und sicherte dem BSW die Beteiligung an den Koalitionsregierungen von Brandenburg und Th&uuml;ringen. Und das, obwohl die Bundesl&auml;nder keine nennenswerten au&szlig;enpolitischen Befugnisse haben.<\/p><p>Antikriegsdemonstrationen, die von Oppositionskr&auml;ften organisiert werden, k&ouml;nnen sich noch nicht mit dem Ausma&szlig; der Proteste gegen die Stationierung amerikanischer Raketen auf deutschem Territorium Anfang der 1980er-Jahre vergleichen. Parallelen m&uuml;ssen hier jedoch nicht gezogen werden. Letztendlich konnten selbst die Proteste der Achtzigerjahre die Position der Kanzler Schmidt und Kohl nicht ersch&uuml;ttern. Angesichts neuer Informationstechnologien ist viel wichtiger, dass Veranstaltungen zu einem so brisanten Thema der deutschen Politik &uuml;berhaupt zahlreiche Menschen anziehen, zumal den Teilnehmenden ernsthafte Schwierigkeiten im Sinne der &bdquo;Cancel Culture&ldquo; drohen.<\/p><p>Die Kritik am aufgedr&auml;ngten antirussischen Konsens innerhalb des politischen Mainstreams der Bundesrepublik Deutschland beschr&auml;nkt sich nicht nur auf die bereits erw&auml;hnten Sozialdemokraten. Auch in den Reihen der CDU werden immer wieder Stimmen laut, die eine Wiederaufnahme des Dialogs mit Moskau bef&uuml;rworten. So hat sich beispielsweise der s&auml;chsische Ministerpr&auml;sident Michael Kretschmer wiederholt dazu ge&auml;u&szlig;ert und unter anderem die Perspektive von Lieferungen russischer Energietr&auml;ger zur Diskussion gestellt. Mag Friedrich Merz auch ein noch so &uuml;berzeugter Transatlantiker sein, er kann die Meinung seiner Parteikollegen in Ostdeutschland nicht ignorieren, die der Partei in dieser Region ein akzeptables Ergebnis sichern, da sie die Unzufriedenheit der W&auml;hlerschaft mit der antirussischen Politik Berlins ber&uuml;cksichtigen. Das Beispiel der bei den Wahlen auf allen Ebenen scheiternden Freien Demokratischen Partei Deutschlands (FDP), die die Nuancen der W&auml;hleranfragen ignorierte, verpflichtet die ideologisch nahestehenden Christdemokraten zu differenzierten Ans&auml;tzen. Merz hat keine Zeit, den Osten Deutschlands &bdquo;umzuerziehen&ldquo;, und die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, wo CDU und AfD in Umfragen fast gleichauf liegen, finden bereits im n&auml;chsten Jahr statt.<\/p><p>Kontakte auf zwischengesellschaftlicher Ebene setzen sich inzwischen fort. B&uuml;rger der Bundesrepublik Deutschland haben keine Probleme, Russland zu besuchen, au&szlig;er denen, die durch Sanktionen verursacht werden (etwa fehlende direkte Flugverbindungen). Mit Ausnahme der von vornherein voreingenommenen Journalisten gro&szlig;er deutscher Medienunternehmen tragen solche Besuche unausweichlich dazu bei, die antirussischen Narrative bei deutschen B&uuml;rgern zu &uuml;berdenken.<\/p><p><strong>Warum Berlin am konfrontativen Kurs festh&auml;lt<\/strong><\/p><p>Warum h&auml;lt und verst&auml;rkt Berlin angesichts so vieler Stimmen, die eine Normalisierung des Dialogs mit Moskau bef&uuml;rworten, weiter seinen konfrontativen Kurs?<\/p><p><strong>Erstens<\/strong> beschloss die deutsche F&uuml;hrung 2022, den Ukraine-Konflikt zum Haupttreiber von Ver&auml;nderungen im Land zu machen. Mit Hilfe der &bdquo;russischen Bedrohung&ldquo; begr&uuml;ndeten die Beh&ouml;rden ein umfassendes Bundeswehr-Aufr&uuml;stungsprogramm, an dem die deutsche R&uuml;stungsindustrie sehr interessiert war. Dar&uuml;ber hinaus wird die &bdquo;russische Bedrohung&ldquo; als Ursache aller sozio&ouml;konomischen Schwierigkeiten in Deutschland, steigender Preise und sinkender Lebensstandards der B&uuml;rger genannt. Ohne das Bild des &bdquo;konstituierenden Anderen&ldquo; w&uuml;rde die gesamte deutsche Politik eine sinnvolle Zielsetzung verlieren.<\/p><p>Der Abbruch etablierter Handels- und Wirtschaftsbeziehungen mit Moskau ist die deutsche Wirtschaft teuer zu stehen gekommen. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass alle Kosten nach einer Niederlage Russlands mehr als gedeckt sein werden, wenn eine neue sozio-politische und diplomatische Realit&auml;t Deutschland beg&uuml;nstigt, wie es nach dem Zerfall der Sowjetunion der Fall war. Deutschland ist viel tiefer in den Ukraine-Konflikt verwickelt als die USA und hat wenig Chancen, ohne Reputations- und Finanzverluste aus ihm herauszukommen. Selbst Bef&uuml;rworter einer Normalisierung der russisch-deutschen Beziehungen m&uuml;ssen den allgemeinen Kontext der modernen deutschen Diplomatie ber&uuml;cksichtigen und eine abwartende Haltung einnehmen, in der Hoffnung auf eine St&auml;rkung der Verhandlungspositionen Berlins.<\/p><p><strong>Zweitens<\/strong> h&auml;ngt die Dynamik der russisch-deutschen Beziehungen stark vom Zustand der euroatlantischen Gemeinschaft ab. In Berlin verfolgt man die teils atemberaubenden Kapriolen der Donald-Trump-Administration mit erheblicher Sorge. Das erste Treffen des amerikanischen Pr&auml;sidenten mit Kanzler Merz verlief zwar skandalfrei, l&ouml;ste aber die aufgestauten Probleme nicht. Es gelang nicht, den Geist des Tandems Reagan-Kohl wiederzubeleben. Angesichts der Ungewissheit in der US-amerikanischen Au&szlig;enpolitik zieht es die deutsche F&uuml;hrung vor, nicht &bdquo;mit der Parteilinie zu schwanken&ldquo;, sondern unbeirrt an den transatlantischen Grunds&auml;tzen festzuhalten &ndash; zumal dies bei einem betr&auml;chtlichen Teil des amerikanischen Establishments Unterst&uuml;tzung findet. Eine Normalisierung der Beziehungen zu Moskau k&ouml;nnte zwar einen Durchbruch f&uuml;r die deutsche Diplomatie bedeuten, doch birgt sie das Risiko, dass dieser Schritt weder den traditionellen Partnern der f&uuml;hrenden politischen Kreise Deutschlands in Washington noch Trump gefallen w&uuml;rde. Letzterer k&ouml;nnte dann befinden, die Deutschen h&auml;tten warten sollen, bis er selbst die Beziehungen zu den Russen regelt.<\/p><p><strong>Drittens<\/strong> hat die Idee einer Normalisierung des Dialogs mit Moskau in der Bundesrepublik Deutschland noch keine kritische Masse an interessierten Personen in Politik, Wirtschaft und unter den Meinungsf&uuml;hrern erreicht. Die konstruktiven Kr&auml;fte sind zersplittert, werden von den Medien behindert und marginalisiert oder werden sogar Opfer von Gerichtsverfahren. Die Verluste der deutschen Wirtschaft durch die Einstellung russischer Energielieferungen sind sp&uuml;rbar, aber nicht katastrophal. Gro&szlig;e Hoffnungen werden auf die deutsche R&uuml;stungsindustrie gesetzt, die angeblich die deutsche Wirtschaft aus der Krise ziehen kann. Und hier kommt man um antirussische Rhetorik nicht herum.<\/p><p>Die Zahl der Bef&uuml;rworter einer Normalisierung der Beziehungen zu Russland ist gro&szlig; und wird weiter wachsen. Die systemischen Bedingungen der deutschen Politik hingegen zementieren ihren konfrontativen Charakter. Ihre Ver&auml;nderungen w&uuml;rden einen &Uuml;bergang Deutschlands in einen qualitativ neuen Zustand bedeuten, analog zur Kanzlerschaft Brandts oder dem Beitritt der DDR. Derzeit setzt Berlin jedoch auf den Konflikt als Motor f&uuml;r Ver&auml;nderungen im Land.<\/p><p><em>&Uuml;ber den Autor: <strong>Artem Sokolow<\/strong>, Senior Researcher am Institut f&uuml;r Internationale Studien des MGIMO, ist ein ausgewiesener Experte f&uuml;r internationale Beziehungen. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die deutsche Au&szlig;en- und Innenpolitik, die deutsche Geschichte sowie die europ&auml;ische Integration.<\/em><\/p><p><em>Der Beitrag ist im russischen Original <a href=\"https:\/\/profile.ru\/abroad\/vrag-ponevole-est-li-alternativa-antirossijskomu-kursu-frg-1726956\/\">auf dem Portal Profil erschienen<\/a>.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: Shutterstock \/ lightspring<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=135749\">Au&szlig;enminister Lawrow im Interview: Moskau fordert dauerhaften Frieden statt Waffenpause<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=135798\">Auf welcher v&ouml;lkerrechtlichen Grundlage verweigert die Bundespolizei Seeleuten mit russischer Staatsb&uuml;rgerschaft den Landgang?<\/a> <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=135064\">Prinzipien im freien Fall: Wie der Westen die internationale Ordnung untergr&auml;bt<\/a> <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=135540\">&bdquo;Russland hat Wehrpflicht auf zwei Jahre erh&ouml;ht&ldquo; &ndash; Die Fake News des Bundeswehr-Inspekteurs Alfons Mais bei Maybrit Illner<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/75f53188a1a04269a5b3ff40406a4c70\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zurzeit zeigt sich ein Riss im scheinbar festen antirussischen Konsens Deutschlands. 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