{"id":136318,"date":"2025-07-22T10:00:34","date_gmt":"2025-07-22T08:00:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=136318"},"modified":"2025-07-28T08:23:17","modified_gmt":"2025-07-28T06:23:17","slug":"wassersparen-mit-der-taz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=136318","title":{"rendered":"Wassersparen mit der taz"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/taz.de\/Wasserknappheit\/!6098637\/\">&bdquo;Zu hei&szlig; zum Duschen&ldquo;<\/a> &ndash; so titelte gestern die <em>taz<\/em> und malte dabei munter das Szenario eines D&uuml;rrenotstands und einer gef&auml;hrdeten Trinkwasserversorgung. Die Botschaft: &bdquo;Deutschland muss sparsamer mit Wasser umgehen. Daf&uuml;r sollte der Staat auch Vorschriften machen.&ldquo; In dieser Pauschalit&auml;t w&auml;re das jedoch t&ouml;richt, zumal die <em>taz<\/em> mal wieder mit dem Finger auf die Privathaushalte zeigt und die Industrie au&szlig;en vor l&auml;sst. Die Politik w&auml;re gut beraten, w&uuml;rde sie dieses Thema differenziert angehen. Das ist jedoch leider unwahrscheinlich, da es einfacher ist, dem Verbraucher Vorschriften zu machen, als die Investitionen vorzunehmen, die auch in Problemregionen die Trinkwasserversorgung nachhaltiger machen k&ouml;nnten. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8096\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-136318-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250722_Wassersparen_mit_der_taz_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250722_Wassersparen_mit_der_taz_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250722_Wassersparen_mit_der_taz_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250722_Wassersparen_mit_der_taz_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=136318-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250722_Wassersparen_mit_der_taz_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250722_Wassersparen_mit_der_taz_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><em>Dieser Artikel liegt auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/flyer\/250722_Wassersparen_mit_der_taz_JB_NDS.pdf\">als gestaltetes PDF vor<\/a>. Wenn Sie ihn ausdrucken oder weitergeben wollen, nutzen Sie bitte diese M&ouml;glichkeit. Weitere Artikel in dieser Form <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=54\">finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p><p>F&uuml;r die <em>taz<\/em> ist die Wasserwelt denkbar einfach. 2025 ist bislang ein eher niederschlagsarmes Jahr und auch in den Jahren 2018, 2019, 2020 und 2022 lag die Niederschlagssumme in Deutschland unter dem langj&auml;hrigen Schnitt. &bdquo;Vielerorts sinke die Menge des Grundwassers&ldquo;, so die <em>taz<\/em> und liefert die L&ouml;sung gleich mit: &bdquo;Gerade die privaten Haushalte m&uuml;ssen noch sparsamer sein. Sie sind die gr&ouml;&szlig;ten Trinkwasserverbraucher.&ldquo; Um das zu erreichen, m&uuml;sse der Staat &bdquo;Sparma&szlig;nahmen vorschreiben&ldquo;, &bdquo;Anlagen subventionieren, die leicht verschmutztes Abwasser &ndash; etwa aus Waschmaschinen oder Duschen &ndash; zur Toilettensp&uuml;lung wiederverwenden&ldquo; und nat&uuml;rlich soll das Trinkwasser auch teurer werden. Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich. Streng genommen sind s&auml;mtliche Aussagen n&auml;mlich falsch.<\/p><p>Fangen wir doch mal mit den Niederschl&auml;gen an. Es ist richtig, dass in den oben genannten Jahren die Summe der Niederschl&auml;ge teils deutlich unter dem langj&auml;hrigen Schnitt lag. Richtig ist aber auch, dass diese Summe in 2023 und 2024 deutlich &uuml;ber dem Schnitt lag. Eher trockene und eher feuchte Jahre wechseln sich ab. Das ist normal und seit Beginn der statistischen Wettermessungen so. Es ist auch nicht so, dass die Niederschlagssumme im langj&auml;hrigen Schnitt sinkt. Das Gegenteil ist der Fall. Im linearen Schnitt nimmt die Niederschlagssumme sogar zu. Belastbare Prognosen, welche Folgen der Klimawandel darauf haben wird, gibt es nicht. Die verf&uuml;gbaren <a href=\"https:\/\/www.bund.net\/fileadmin\/user_upload_bund\/publikationen\/fluesse\/grundwasserstress-deutschland-studie-wasser-analyse-strukturell-entnahme-landkreise-bund-isoe-2025.pdf\">Projektionen<\/a> weisen eher auf eine leichte Zunahme der Niederschl&auml;ge in Deutschland hin.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250722-Wasserknappheit-01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250722-Wasserknappheit-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Niederschlagssumme in Deutschland. Quelle: DWD<\/small><\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250722-Wasserknappheit-02.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250722-Wasserknappheit-02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Niederschlagsanomalie in Deutschland. Quelle: DWD<\/small><\/p><p>Ist also alles in bester Ordnung? Jein. <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/daten\/klima\/trends-der-niederschlagshoehe#teilweise-sehr-regenreiche-jahre-seit-1965\">Festzustellen ist<\/a>, dass es in den letzten Jahren eine &ndash; wenn auch nur leichte &ndash; Verschiebung bei der Saisonalit&auml;t der Niederschl&auml;ge in Deutschland gab. Kurz: Im Winter regnet oder schneit es tendenziell etwas mehr, im Sommer regnet es tendenziell etwas weniger. Zudem verdeckt der Blick auf die Niederschlagssumme die regionale Verf&uuml;gbarkeit des Wassers. Aber dazu sp&auml;ter mehr.<\/p><p>Kommen wir erst mal zu den vermeintlich wasserhungrigen Haushalten. Deren Wasserverbrauch &ndash; genauer w&auml;re &uuml;brigens &bdquo;Wassergebrauch&ldquo;, da Wasser nicht verbraucht wird, sondern im Wasserkreislauf bleibt &ndash; ist in den letzten Jahrzehnten signifikant gesunken. Und wenn die <em>taz<\/em> schreibt, dass die Privathaushalte der &bdquo;gr&ouml;&szlig;te Trinkwasserverbraucher&ldquo; sind, ist dies zwar strenggenommen noch nicht einmal falsch, aber im Kontext grob manipulativ. Die &ouml;ffentliche Trinkwasserversorgung macht n&auml;mlich <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/daten\/wasser\/wasserressourcen-ihre-nutzung#wassernachfrage\">weniger als ein Drittel<\/a> der gesamten Wassergewinnung in Deutschland aus, die selbst nur ein kleiner Teil des Wasserdargebots ist. Energieversorgung, Bergbau und Industrie stehen f&uuml;r weitere zwei Drittel, die Landwirtschaft ist mit gerade mal 2,5 Prozent in Deutschland ein eher zu vernachl&auml;ssigender Faktor. Generell entnimmt die &ouml;ffentliche Wasserversorgung in Deutschland mit drei Prozent nur einen Bruchteil der erneuerbaren Wasserressourcen. Erst wenn innerhalb eines Jahres mehr als 20 Prozent des verf&uuml;gbaren langfristigen Wasserdargebots entnommen werden, spricht man von einem &bdquo;Wasserstress&ldquo;; den gibt es in Deutschland fl&auml;chendeckend nicht mehr.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250722-Wasserknappheit-03.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250722-Wasserknappheit-03.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Wassernutzungsindex. Quelle: Statistisches Bundesamt<\/small><\/p><p>Doch hier muss man klar differenzieren. Auch wenn es in Deutschland keine &uuml;berregionalen Probleme mit dem Wasserhaushalt gibt, so gibt es sie auf regionaler Ebene sehr wohl. Und das hat vor allem geologische Gr&uuml;nde. So haben die brandenburgischen Sandl&ouml;&szlig;b&ouml;den schon den alten Preu&szlig;en Kopfschmerzen bereitet und auch in einigen Regionen Hessens sorgen sandige B&ouml;den daf&uuml;r, dass sich das Grundwasser nur schlecht neubilden kann. Dies hat nur am Rande etwas mit der Niederschlagssumme zu tun. Sandige B&ouml;den sorgen daf&uuml;r, dass das Wasser in bodennahen Schichten &ndash; vor allem dann, wenn es keine Bodenbedeckung gibt &ndash; bei warmen Trockenperioden schnell verdunstet. Man spricht hier von Winderosion. Wenn sich hier die klimatischen Trends mit w&auml;rmeren und etwas trockeneren Sommern fortsetzen, nimmt dieser Effekt zu. Und wenn in diesen Regionen dauerhaft mehr Grundwasser entnommen wird als sich neu bilden kann, sinken die Grundwasserspiegel und die Trinkwasserversorgung steht vor einem Problem.<\/p><p>Versch&auml;rfend kommt in Deutschland hinzu, dass diese &bdquo;Problemregionen&ldquo; wie Berlin oder das Rhein-Main-Gebiet auch noch dicht besiedelt sind und industrielle Wassergro&szlig;entnehmer die Lage abermals verkomplizieren. Dass Tesla oder Coca Cola ausgerechnet in Brandenburg gro&szlig;e Mengen an Grundwasser entnehmen (d&uuml;rfen), ist aus Sicht der regionalen Wasserbilanz mehr als fragw&uuml;rdig. Daraus nun aber &uuml;berregionale Schl&uuml;sse zu ziehen, w&auml;re t&ouml;richt. In den allermeisten Regionen Baden-W&uuml;rttembergs und Bayerns gibt es beispielsweise &uuml;berhaupt keine Probleme mit der Grundwasserneubildung.<\/p><p>Betrachtet man die Situation regional, kommt ein weiterer Faktor hinzu, der elementar ist, wenn man &uuml;ber die Wassernutzung der Haushalte und der Industrie spricht. Vereinfacht: Wasser wird regional dem Kreislauf entnommen, genutzt und dann als Abwasser dem Kreislauf wieder zugef&uuml;gt. Das Problem: Das aufbereitete Abwasser wird in Deutschland meist in Fl&uuml;sse eingeleitet und flie&szlig;t so ins Meer, wo es verdunstet und dem Kreislauf wieder zugef&uuml;gt wird. So kann es in Problemregionen nicht zur Grundwasserneubildung beitragen. Die Folgerung daraus ist denkbar einfach: W&uuml;rde man gr&ouml;&szlig;ere Mengen des genutzten Wassers nicht in Fl&uuml;sse einleiten, sondern regional versickern lassen, w&uuml;rde dies die Grundwasserneubildung beg&uuml;nstigen und im Idealfall zu einer ausgeglichenen und nachhaltigen regionalen Wasserbilanz f&uuml;hren.<\/p><p>Da w&auml;ren wir auch bereits bei den sinnvollen Ma&szlig;nahmen, um regionale Wasserprobleme zu lindern oder gar zu l&ouml;sen. Auch wenn sich dies mit der &bdquo;taz-Logik&ldquo; nicht erschlie&szlig;t, so w&auml;re es beispielsweise durchaus sinnvoll, in Berlin-Brandenburg mehr Oberfl&auml;chenwasser aus Fl&uuml;ssen zu entnehmen, aufzubereiten, zu nutzen und dann regional versickern zu lassen. Solche Projekte sind im trockeneren S&uuml;deuropa &uuml;brigens sehr verbreitet. In Deutschland schafft man es nicht, in Kreisl&auml;ufen zu denken, und konzentriert sich vor allem darauf, die Nutzung runterzufahren. Wie s&auml;he so was konkret aus? Das Umweltbundesamt <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/themen\/wasser\/extremereignisseklimawandel\/trockenheit-in-deutschland-fragen-antworten#trockenheit-aktuelle-situation\">nennt einige Beispiele<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n<em>M&ouml;gliche Ma&szlig;nahmen neben der Versickerung von Regenwasser sind die Entsiegelung befestigter Fl&auml;chen, lokale gr&uuml;ne und blaue Infrastrukturen, wie Stra&szlig;enb&auml;ume, Fassaden- und Dachbegr&uuml;nungen sowie Verdunstungsm&ouml;glichkeiten von gespeichertem Regenwasser. Ferner f&ouml;rdern Frischluftschneisen sowie die K&uuml;hlung und Verschattung von Geb&auml;uden und &ouml;ffentlichen R&auml;umen ein gesundes Stadtklima. Naturnahe Elemente, wie etwa Mulden-Rigolen Systeme, st&auml;rken die dezentrale Regenwasserversickerung und -verdunstung und helfen Bodenfeuchte und Grundwasserneubildung in urbanen R&auml;umen zu erh&ouml;hen. Dies verbessert die Pflanzenversorgung in Trockenphasen und verringert Hitzeeffekte. F&uuml;r D&uuml;rreperioden k&ouml;nnen dar&uuml;ber hinaus Bew&auml;sserungsm&ouml;glichkeiten etabliert werden, die jedoch effizient und wassersparend gestaltet sein m&uuml;ssen. Bei der Verwendung von Brauchwasser (z.B. Regenwasser, aufbereitetes Grauwasser (gering verschmutztes Abwasser), aufbereitetes Kommunalabwasser) zur Bew&auml;sserung von urbanen Gr&uuml;nfl&auml;chen sind chemische und hygienische Anforderungen abzuleiten bzw. zu ber&uuml;cksichtigen.<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>All das klingt sehr sinnvoll und w&uuml;rde auch die Lebensqualit&auml;t erh&ouml;hen. Aber kostenlos sind solche Ma&szlig;nahmen freilich nicht. Vergleicht man diese Vorschl&auml;ge mit denen der <em>taz<\/em>, f&auml;llt nat&uuml;rlich sofort auf, dass es hier nicht um den einzelnen Verbraucher, sondern um die &ouml;ffentliche Hand und die Planungsebene geht. Und das ist auch vollkommen verst&auml;ndlich. Die Forderungen der <em>taz<\/em> sind n&auml;mlich &ndash; gemessen am &ouml;konomischen Aufwand &ndash; vollkommen sinnloser Aktionismus. <\/p><p>In den allermeisten Regionen Deutschlands gibt es kein ernstes Problem beim nutzbaren Grundwasserdargebot und der Grundwasserneubildung. Wer hier mit hohem Kosten- und Materialaufwand ein zweites Wasserleitungssystem im Haus installiert, mit dem man Brauchwasser oder Regenwasser f&uuml;r die Toilettensp&uuml;lung nutzt, verbraucht am Ende nur nicht regenerative Ressourcen und wirft jede Menge Geld zum Fenster hinaus. Und in den Problemregionen w&uuml;rde dies &ndash; bei g&auml;ngiger Praxis &ndash; zurzeit im besten Fall dazu f&uuml;hren, dass Regenwasser dem Abwassersystem zugef&uuml;hrt und dort dann aufbereitet in einen Fluss geleitet und dem regionalen Kreislauf ohnehin entzogen wird. <\/p><p>Wie viel sinnvoller w&auml;re es da, das anfallende Regenwasser gar nicht ins Abwassersystem einzuleiten, sondern m&ouml;glichst ortsnah versickern zu lassen? Und wenn man dann noch zus&auml;tzlich eine L&ouml;sung findet, wie m&ouml;glichst gro&szlig;e Mengen des anfallenden Abwassers ebenfalls m&ouml;glichst ortsnah dem Grundwasser zugef&uuml;hrt und so zur Grundwasserneubildung beitragen k&ouml;nnen, w&auml;re schon ein gro&szlig;er Schritt gemacht.<\/p><p>Aber klar, das sind Ma&szlig;nahmen, f&uuml;r die der Staat Geld in die Hand nehmen m&uuml;sste und die Otto-Normal-taz-Leser nicht auf den ersten Blick einleuchten. Wie viel einfacher ist es da, sich eine Wasserspararmatur f&uuml;rs Waschbecken und einen High-Tech-Duschkopf zu kaufen? Und wenn es darum geht, &bdquo;uneinsichtige&ldquo; B&uuml;rger durch h&ouml;here Preise zu erziehen, ist die <em>taz<\/em> nat&uuml;rlich auch immer mit dabei. Gleichzeitig haben die Wasserversorger auf dem Land das Problem, dass die Menschen zu wenig Wasser nutzen und die Ver- und Entsorger daher immer mehr &bdquo;Sp&uuml;lwasser&ldquo; ben&ouml;tigen, um die Trinkwasser- und Abwasserstruktur aus technischer Sicht betreiben und die vorgeschriebenen Grenzwerte einhalten zu k&ouml;nnen. Vor allem im Osten der Republik ist das ein gro&szlig;es Problem, da hier die Infrastruktur zu gro&szlig;z&uuml;gig angelegt ist und demographischer Wandel, Abwanderung der Industrie und Wassersparma&szlig;nahmen der Haushalte oft nicht in dieser Form vorausgesehen wurden. Aber interessieren die Probleme der kleinen Kommunen den Hauptstadtjournalismus?<\/p><p>Berlin hat da andere Wasserprobleme und die k&ouml;nnten sich aus einer unerwarteten Ecke in den n&auml;chsten Jahren sogar massiv versch&auml;rfen. Da Berlin und sein Umland das bereits erw&auml;hnte Problem der sandigen B&ouml;den haben, stammt das Trinkwasser der Millionenstadt zu zwei Dritteln aus den Fl&uuml;ssen Spree und Havel. Die Spree wiederum erh&auml;lt gro&szlig;e Teile ihres Wassers aus dem Braunkohletagebau in der Lausitz, wo es in gigantischen Mengen abgepumpt werden muss, um die Kohle zu f&ouml;rdern. Bis 2038 ist damit aber Schluss und mit dem Braunkohlebergbau in der Lausitz wird der Spree und damit Berlin das Wasser ausgehen. Mal schauen, was die <em>taz<\/em> dann fordert.<\/p><p><em>Leserbriefe zu diesem Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=136513\">finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: Sorapop Udomsri\/shutterstock.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/e57957ea495d4f9aa110bea800c08b1b\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/taz.de\/Wasserknappheit\/!6098637\/\">&bdquo;Zu hei&szlig; zum Duschen&ldquo;<\/a> &ndash; so titelte gestern die <em>taz<\/em> und malte dabei munter das Szenario eines D&uuml;rrenotstands und einer gef&auml;hrdeten Trinkwasserversorgung. Die Botschaft: &bdquo;Deutschland muss sparsamer mit Wasser umgehen. 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