{"id":1364,"date":"2006-06-23T16:38:45","date_gmt":"2006-06-23T14:38:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=1364"},"modified":"2016-02-05T11:29:16","modified_gmt":"2016-02-05T10:29:16","slug":"steuerfinanzierung-der-sozialen-sicherungssysteme-auch-so-ein-glaubenssatz-ohne-jede-vernunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1364","title":{"rendered":"Steuerfinanzierung der sozialen Sicherungssysteme &#8211; auch so ein Glaubenssatz ohne jede Vernunft"},"content":{"rendered":"<p>Die zu Ende gehende Woche hat es in sich. Immer mehr wird sichtbar, dass auch die Gro&szlig;e Koalition nicht begreift, wie wichtig es w&auml;re, endlich eine richtige Makropolitik zu machen, um unser Land aus der Rezession herauszuf&uuml;hren. Statt dessen verschreiben sie sich mehr und mehr dem &bdquo;Kollektiven Wahn&ldquo;, Reformen seien das Gebot der Stunde. Und noch schlimmer als vor der Gro&szlig;en Koalition: die kritischen Stimmen werden noch leiser. Der Glaube, die Senkung der Lohnnebenkosten und die Steuerfinanzierung der Krankenkassen z.B. sei irgend eine L&ouml;sung, ist fest verankert. Wahnsinn.<br>\n<!--more--><br>\nDie Steuerfinanzierung &auml;ndert nichts an der gesamtwirtschaftlichen Belastung. Das habe ich schon ausf&uuml;hrlich erl&auml;utert z.B. in &bdquo;Die Reforml&uuml;ge&ldquo; Denkfehler 22: &ldquo;Die Lohnnebenkosten sind zu hoch.&rdquo; Nachzulesen auch in einem <a href=\"?p=249\">fr&uuml;heren Eintrag den NachDenkSeiten<\/a>.<\/p><p>Dass dennoch ausgewachsene Professoren wie Professor Lauterbach wie schon fr&uuml;her das Kanzleramt, und heute Angela Merkel, und der SPD-Vorsitzende Kurt Beck, und die Gr&uuml;nen, und so viele Medien-Vertreter an das M&auml;rchen glauben, hat etwas mit der gegenseitigen Best&auml;tigung dieses Glaubenssatzes zu tun. Auch dazu gibt es unter dem Titel &bdquo;Kollektiver Wahn&ldquo; einen einschl&auml;gigen fr&uuml;heren Beitrag in den NachDenkSeiten: &bdquo;Kollektiver Wahn &ndash; Wie in Deutschland Meinungen gemacht werden.&ldquo; &Uuml;ber unreflektierte Modernisierungs- und Reformdebatten. Von Albrecht M&uuml;ller, Frankfurter Rundschau Dokumentation, <a href=\"?p=32\">Eintrag vom 12.02.2003<\/a>.<\/p><p>Die Konzentration auf Reformen als Mittel zur L&ouml;sung unserer wirtschaftlichen Probleme wird inzwischen lebensgef&auml;hrlich f&uuml;r die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes. Typisch daf&uuml;r war Merkels Wort vom &bdquo;Sanierungsfall Deutschland&ldquo;. Eine solche &uuml;berhaupt nicht in die konjunkturelle Notwendigkeit passende &Auml;u&szlig;erung, n&auml;mlich dieses Land endlich zu beruhigen und optimistisch zu stimmen, ist nur zu verstehen, wenn man begriffen hat: die Reformer m&uuml;ssen die Strukturen des Landes schlecht reden, um die von ihnen betriebenen Strukturreformen als notwendig erscheinen zu lassen. Diese Stimmungsmache ist zusammen mit den politische Entscheidungen f&uuml;r die Mehrwertsteuererh&ouml;hung t&ouml;dlich f&uuml;r das zarte Pfl&auml;nzchen Aufschwung.<br>\nAber auch dieser Wahnsinn findet Unterst&uuml;tzer. So zum Beispiel heute in der S&uuml;ddeutschen Zeitung durch Nikolaus Piper. Hier der Anfang eines seiner typischen Beitr&auml;ge:<\/p><blockquote><p>Debatte um Merkel-Wort<br>\n<strong>Sanierungsfall Deutschland<\/strong><br>\nEs lohnt sich, den deutschen Staat als Sanierungsfall zu betrachten. Das gilt vor allem f&uuml;r den F&ouml;deralismus: Bund und L&auml;nder m&uuml;ssen ihre Finanzverh&auml;ltnisse entflechten. Ein Kommentar von Nikolaus Piper.<\/p><\/blockquote><p>Schlussbemerkung. Es best&auml;tigt sich die Beobachtung: die politischen Entscheidungen sind bei uns auch deshalb so miserabel, weil die &ouml;ffentliche Debatte so miserabel ist.<\/p><p>Und noch ein PS.:<br>\nGerade erreicht mich ein einschl&auml;giger Hinweis eines Lesers der NachDenkSeiten. Interessant:<\/p><blockquote><p>Hallo Nachdenkseiten,<br>\nvermutlich haben Sie es selbst schon gelesen, aber dennoch der Hinweis. Gestern las ich leider mal wieder in <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/sport\/fussball\/0,1518,422921,00.html\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.spiegel.de\/sport\/fussball\/0,1518,422921,00.html\">SPON<\/a>. Es ist schon fast albern, wie das Reformgelaber auch schon in die Sportberichterstattung eingedrechselt wird.<br>\nEs soll wohl jeder, auch wirklich jeder an jeder Ecke, besser noch auch auf der eigenen Unterhose das Wort &ldquo;Reform&rdquo; besser noch &ldquo;Reformen, die greifen&rdquo; (ENDLICH!!!) und den &ldquo;erzwungenen Bruch mit ehernen Traditionen&rdquo; wahrnehmen m&uuml;ssen. In diesem Bericht ausnahmsweise sogar mit einen f&uuml;r den ein oder anderen Fu&szlig;ballfan positiven Kontext. Fast schon heiterkeitserregend diese Bem&uuml;hungen.<br>\nIch freue mich jetzt schon darauf, wenn dann zum Ende der WM die gesamte Staatsf&uuml;hrung, von K&ouml;hler &uuml;ber Merkel, M&uuml;ntefering usw. uns dann, die Leistungsbereitschaft des Nationalteams lobend, ins Gewissen reden werden wollen. Wenn dies nicht gesch&auml;he, w&auml;re ich sehr &uuml;berrascht, das w&auml;re dann wirklich auch mal ein veritables Ref&ouml;rmchen.<\/p>\n<p>Gr&uuml;&szlig;e<br>\nCh. W.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die zu Ende gehende Woche hat es in sich. Immer mehr wird sichtbar, dass auch die Gro&szlig;e Koalition nicht begreift, wie wichtig es w&auml;re, endlich eine richtige Makropolitik zu machen, um unser Land aus der Rezession herauszuf&uuml;hren. Statt dessen verschreiben sie sich mehr und mehr dem &bdquo;Kollektiven Wahn&ldquo;, Reformen seien das Gebot der Stunde. 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